Niemand konnte sich erklären, was an diesem Tage passiert war, doch dies war auch nicht so wichtig, denn Kayla lebte. Es hatte sich heraus gestellt, dass das Blut von ihrer Narbe stammte, die aufgeplatzt war, doch warum dies so war, wusste niemand. Während Severus noch bei seiner Tochter im St. Mungo war, saßen die anderen im Fuchsbau und ließen sich die Leckereien schmecken, die Molly aufgetischt hatte.
"Professor, darf ich sie etwas fragen?", sagte Hermine.
"Natürlich, ich nehme an, ihr wollt wissen, warum der Fluch diesmal wieder nicht gewirkt hat", antwortete er.
"Ja, Sir."

"Ich verstehe es auch nicht. Er hat George und mich doch voll getroffen, da bin ich mir sicher."
"Zuerst wusste ich auch nicht so Recht, doch dann ließ ich mir die Prophezeiung noch mal durch den Kopf gehen. Der Zwilling wir dir beistehen. Ich dachte immer, dass er nur deine Schwester und dich betreffen würde, aber da lag ich wohl nur halb richtig. So wie es aussieht, betraf es auch George."

"Aber wieso mich?", wollte George wissen.
"Erstens bist du auch ein Zwilling. Du hast Harry gegen Voldemort beigestanden und du wärst mit ihm bis zum Tode gegangen. Einmal, weil er dein Freund ist und andererseits liebst du seinen Zwilling und sie war in Gefahr."
"Natürlich wäre ich für sie in den Tod gegangen", sagte George leise.
"Und es betraf Kayla. Sie liebt Harry als ihren Bruder und dich als ihren Freund. Alle seid ihr Zwillinge. Es war wohl Schicksal, dass du und Kayla zusammengefunden habt. Aber ganz Beantworten kann ich es auch nicht, da es immer Dinge im Universum geben wird, die niemand klären kann. Das ist dann das Schicksal", führte der Professor fort.
Im Raum war es mucksmäuschenstill, denn alle dachten über Dumbledores Worte nach.
"Und nun scheint mir auch die Bedeutung von Kaylas Narbe klarer. Ihr beide seid tief miteinander verschweißt. Weißt du noch Harry, als ich dir sagte, dass deine Mutter dich mit ihrer Liebe vor dem Fluch gerettet hat. Irgendwie hat sie ihre Liebe auch an Kayla weitergegeben, sie in ihr gespeichert und bei dem Fluch gegen euch beide, ist sie rausgebrochen."
"Man, da hat ja Harry's Mum eigentlich doppelt vorgesorgt", sagte Ron.
"Also hätte Kayla vielleicht gar nicht daran sterben können?" sagte Ginny.

"Hmm, das weiß ich nicht, aber Merlin sei Dank war es nicht der Fall."
Hagrid saß auf seinem Stuhl und schniefte in sein Taschentuch. "Hab ja immer gesagt, tolle Frau diese Lily."

Es ploppte und Severus stand mit Kayla im Arm vor ihnen.
"Da feiern die hier eine Party ohne mich? Wo gibt es denn sowas.", sagte Kayla und sofort sprang Harry auf und stürzte sich auf sie. "Wie geht's dir?"
"Alles gut. Im St. Mungo waren sie alle sehr nett", antwortete sie. Der Reihe nach kamen sie alle, um sie an sich zu drücken und selbst Mad Eye Moody. der sonst immer nur still auf seinem Platz stand, klopfte ihr sanft auf den Arm.

Als George auf sie zukam, blickte sie ihn an und sofort suchten sich die Tränen ihren Weg. Sie schlang ihre Arme um seinen Hals und zog ihn an sich. "Es tut mir so leid George."

"Nein, mir tut es leid. Ich war so ein verbohrter sturer Esel. Ich hoffe du magst mich noch?"

"Ich liebe dich, George."

"Ich hatte solche Angst um dich", flüsterte er und küsste sie zärtlich auf den Mund.

"Wir haben Besuch mitgebracht. Wir hoffen, es stört niemanden", kam jetzt von Severus, der die Türe vom Fuchsbau öffnete.

Als die Anwesenden Narzissa und Draco erblickten, sprangen sie auf und applaudierten. Narzissa war mit der Situation völlig überfordert und brach in Tränen aus, sodass Molly ihren Arm um sie legte und sie bat sich zu setzen. Ginny reiche ihr sogleich ein Taschentuch und Hermine

brachte ihr sofort einen starken Tee. Die Jungs zogen sogleich Draco neben sich, der sehr glücklich wirkte.

"Ist denn nun alles vorbei, Professor Dumbledore?". fragte Kayla. Wieder blickten alle in seine Richtung.
"Das wird sich zeigen, aber nun haben wir erstmal einen Grund zu feiern", antwortete er.

Kayla zupfte ihren Bruder am Ärmel. "Dad und ich wollten dich was fragen?"
"Was denn?" Harry war neugierig.
"Los, mach du Dad." Kayla stupste ihren Vater an.
"Also wir wollten dich fragen, ob du zu uns ziehen möchtest. Aber nur wenn du willst", sagte Severus.
Harry blickte ihn mit offenem Mund an. Nie im Leben hätte er sich träumen lassen, dass ihn sein früher so verhasster Lehrer fragen würde, ob er zu ihm ziehen möchte.
"Und ob ich will", rief er und fiel Kayla um den Hals.
Er konnte es nicht fassen. Er hatte schon eine Weile überlegt, wo er nun bleiben sollte. Immer bei den Weasley wollte er nicht, obwohl Molly sicher nichts dagegen haben würde. Sie saßen noch bis mitten in der Nacht zusammen und feierten. Keiner von den Anwesenden wusste, dass Lucius Malfoy kurze Zeit später aus Askaban flüchten würde und blutige Rache schwor. Er wollte Voldemorts Erbe antreten.