Hallo an alle,
wie versprochen dieses Wochendene ein neues Kapitel. Viel Spaß beim lesen!
Seit Stunden schwankte Kai zwischen den schlaffer Stille und Schrie gequält auf vor Schmerz und Fieber. Am Anfang war es von Erbrechen begleitet, doch in der zwischen Zeit kam nicht mehr. Woher auch, Kai hatte noch nie viel auf den Rippen. Doch jetzt sah er aus wie ein Skelette mit Bandagen. Auch wenn er vor keiner Herausforderung im Kampf zurückschreckte, diese Angst um Kais Gesundheit, laugte ihn aus. Obwohl sein Magen beständig knurrte, brachte er keinen Bissen hinunter. Ein erneuter Schauer ging durch den liegenden Körper, Gänsehaut zeigte sich und Schweiß rann an den Gliedern herab. Egal mit was er es probierte ob mit Kälte, Wärme, seinen stinkenden Socken oder Lärm. Auf nichts zeigte der andere eine Reaktion oder Erwachte.
Bei einem seiner unzähligen Spaziergänge in dem kleinen Raum, stieß er an die schwarze Tasche. Ein grünes Buch fiel heraus sowie ein rot, goldener Papagei mit blauen Augen. „Wer hätte das gedacht, dass der große Kai ein Kuscheltier besitzt! Ich wusste doch, dass du auch eine zarte Seite hast!" „Jetzt weiß ich endlich wo du diesen misstrauischen, verträumten Blick herhast. Wenn wir zurück sind erzähle ich Max, dass du ein Softi bist", neckte er den anderen und strich ihm langsamen Bewegungen durch das Haar. Das Tier stellte er direkt neben Kai. „Vielleicht freut es dich ja."Draußen war es wieder dunkel. Der schwache Schein des Feuers und seiner Taschenlampe erhellte den Raum. Kais Gesicht war gespenstisch blass, eingefallen und verschwitzt.
Auf der Suche nach Ablenkung griff er nach dem Buch und legte es in seinen Schoß.
Es war ein altes ihm bekanntes Märchen. Die Drachen kreisten im Himmel über einem schönen Ort, auch ein Tempel war zu sehen. Dieser stand auf der nächsten Seite im Schnee, um ihm herum war ein goldener Phönix. Der rotgoldene Glanz, wurde durch ein anderes Papier verstärkt. „Ich kenne das. Früher musste Opa mir das immer vorlesen! Ich weiß noch, dass er sagte das Buch stamme aus Südamerika. Wieso hat ausgerechnet, unser Fachzeitschrift Leser ein solches Buch?"
Schnell blätterte er an das Buchende. In der untersten Ecke stand etwas. Es war klein, aber sorgefältig geschrieben worden.
„Diese extrem kleine Schrift, diese Schnörkel. Das kann nicht sein? Sogar die gleiche Farbe, wie in meinem Buch. Das ist… das ist…die Schrift…meiner Mutter!", überrascht keuchte er auf! „Wie kann das sein? Hat dieser alter Mann, vielleicht doch die Wahrheit gesagt?"
Zuhause ist wo du Willkommen bist! Die Kraft von Träumen und Wünschen, kann Wunder bewirkten! Nastaja glaube daran und lerne Kai daran zu glauben"
Stunden später:
Langsam zuckten die Lieder und rote, verwirrte Augen öffneten sich. Nur einen Spalt breit, es war sehr anstrengen. Suchend blickten sie sich im Dunkeln um. Doch alles schien doppelt vorhanden, wirkte Regenbogenfarben und wurde von Wellen umgeben. Doch wie in seinem Traum, starrten blaue warme Tiefen zurück. Sie kamen ihm vertraut vor. Diese Augen strahlten eine seltsame Ruhe und Wärme aus, doch etwas ließ ihn sich abwenden. Er sah immer noch verschwommen, doch ein Meer aus dunkelblauen Strähnen lag neben sein Gesicht, so wie etwas schweres warmes um seiner Brust. „Was…ist …das?", krächzte er stockend hervor.„Ty..son! Bitte…bleib". Die Müdigkeit machte sich erneut breit. Dieser Traum war besser, soviel besser. Tyson und Dragoon waren bei ihm, jetzt fehlte nur noch sein Dranzer. Unbemerkt von dem andere Jungen schloss er wieder die Augen.
Ein summen und murmelnd erfüllte die Umgebung. Dazu ein metallenes rühren, und pfeifende Geräusche. Er war neugierig und mit viel Kraft, gelang es ihm die schweren Augen zu öffnen. Es hämmerte in seinem Kopf und irgendwie war ihm flau. Dazu kam ein starker Druck in der unteren Bauchregion. Die Bewegungen leichten blieben nicht unbemerkt. „Hey, du bist wach! Wie schön!" schwebten langsam die Wörter an sein Ohr. Ihm war warm und kalt zugleich. Eine spürbare Gänsehaut bedeckte sein Arm.
Er bemühte sich die widerlich bunte Decke wegzuschieben um die Gedanken klar zu bekommen. Es stach bei jeder Bewegung und fühlte sich an wie Messerstiche. Doch sein Gesicht zeigte nichts davon, das wusste er.
„Wo ist Dranzer? Was habt ihr mit ihm gemacht!", knurrte er leise. „Hey Kai, ich bin es doch, Tyson! Du bist wach! Das ist gut!" erklang leise eine müde Stimme. „Hör auf mich anzulügen! Tyson ist in Japan, und du Sergei gibst dich nur als ihn aus! Was habt ihr mir gegeben!", er versuchte sein besten Todesblick. Oh Gott war ihm schlecht, doch die Blöße sich vor ihm zu übergeben, konnte er sich nicht erlauben. Alles was ihm blieb war sein Stolz, und den wollte er wenigstens noch behalten.
„Hey Sauerkater, ich bin es wirklich!" „Ich weiß nicht wo Dranzer ist. Beweg, dich nicht, du hast Fieber und bist verletzt!", eine kühle Hand streifte kurz seine Stirn. „Lass das! Fass mich nicht an!", trotz dem Schmerz schlug er die Hand zur Seite. Mit sichtlicher Anstrengung streckte er die Beine über die Kante. Ein Fuß neben dem anderen zog er sich in den Stand. Er schwankte und drückte eine Hand an die Schläfe. „Ich gehe!", taumelnd versuchte er eine der zwei Türen zu erreichen. Bestimmend setzte er den linken Fuß vor den rechten, biss die Zähne zusammen und schwankte. Doch er stand immer noch. /Ich muss hier raus! Wehe dieser Körper macht nicht mit/ Genau in diesem Moment erschien ein blauer, länglicher und wütend aussehender Drache vor ihm. Dieser stieß ein dumpfes und drohendes Grollen aus. Weißer Dampf entstieg der Nase.
„Kai, spinnst du! Du bleibst hier! Und was soll das Gerede von einem Sergei!", mit einem lauter Knall, landete ein metallenes Ding auf den Boden. „Du bist so stur! Doch ich bin sturer! Sonst hätte ich dich nicht so oft geschlagen! Ich will dir nur helfen, du undankbarer Idiot!", schrie eine bekannte Stimme. Schon wieder ergriffen Kai bunte Farben und sie tanzten vor ihm, ein Strudel von Wellen bildete sich. „Ich brauche keine Hilfe! Dranzer, wo …ist…er?". Das Schwanken nahm zu und er spürte wie seine Beine sich in Gummi verwandelte. Aus dem Augenwinkel sah er noch, rasch etwas hervorschießen. Gleich darauf nahm er Fingernägel an seiner Schulter wahr. Dazu blockierte ein langer harter Arm, seine Brust. „Ich sagte, fass mich nicht an! Lass mich auf der Stelle los!", schrie er zischend den anderen an. Erbost und voller Wut, rammte er seinerseits die Finger Krallenartig in den Arm. „Ahh….Nein! Vergiss es!"
„Fang deinen Schatten, Kai! Ich lasse nicht los! Ob du die Hilfe willst oder nicht! Wenn du nicht freiwillig mitkommst, hetzte ich Dragoon auf dich!", drohte die Stimme an seinem Ohr. „Dafür müsstet ihr ihn erst einmal haben!", knurrte dieser zurück. „Ich bin hier und Dragoon auch! Öffne deine Augen, komm zu Sinnen!". Widerwillig gehorchte er, die Arme waren immer noch wie ein Schraubstock um ihn. Große tief blaue Augen, ein blauer Körper mit silbernen Schuppen, gewunden wie eine Schlange blickten zurück. Doch das helleblaue Leuchten war so stark, dass er erneut die Augen zusammenkniff. „Dragoon! Wie kann das sein?"
Zentimeterweise drehte er den Kopf nach links. Dunkelbraune, warme und freundliche Augen brannten sich in seine. „ Oh Gott, du Nervensäge bist es wirklich! Womit habe ich, dich Kindskopf verdient!", entfuhr es ihm.
„Danke für das Kompliment, Mr. Eisschrank", seine sonst sanfte Stimmte triefte vor Sarkasmus.
/Oh Gott, der Typ bringt mich zur Weißglut! Kai kann echt eine Plage sein! Und vor allem so Dankbar, wie ein Elefant im Porzellanladen/
„Egal was du versuchst du kommst hier, nicht raus!", bestimmend und schiebend bugsierte er den Russe zurück. Nicht allzu sanft ließ er ihn auf das Bett plumpsen. „Was ist mit dir geschehen? Du siehst schrecklich aus!". Er griff über den jungen Russen hinüber und zog die Decke über ihn. „Mhm! Geht dich nichts an!", irritiert von der Fürsorge, wendet er den Kopf ab. „Hau einfach ab!", knurrte er stattdessen drohend. Erschöpft lehnt er den Kopf zurück und schloss die roten Augen wieder. Ihm war immer noch kalt.
„Zum letzten Mal, Nein! Ich bleibe!", schrie er aufgebracht, dabei stampfte er mit dem Fuß. Während er aus dem gefunden alten Topf, heißes Wasser in die Kanne goss. „Du und dein Stolz, Kai! Eines Tages bringt er dich noch um! ".Während der Tee zog, wollt er die Verbände, kontrollieren. Doch dieser lag so zusammengekrümmt, dass er keine Gelegenheit dafür bekam.
„Hier trink!", ein völlig verklärter roter Blick traf ihn. Kai schien schon wieder in der Traumwelt .Braune leicht warme Finger trafen auf kalte, blasse Haut. Forschend schaute er gebannt in die faszinierenden Augen seines Teamchefs. Sie glitzerten mehr als sonst und die Pupille war geweitet „Es ist nur Tee und du brauchst ihn! Keine Wiederrede!". Doch wie so oft, zeigte der Phönixmeister keine Mimik. Kurzerhand knallte er den Tee auf den Boden. „Entweder du trinkst freiwillig, oder ich füttere dich, wie ein Baby! Verstanden!" zu seinem erstaunen kam ein minimales Nicken des anderen.„ Ich komme gleich wieder! Wehe dir du läufst weg und ich darf es wieder ausbaden!" Ein brummen war die Antwort.
Leicht pustete Kai auf seinen würzigen Tee. Doch egal wie sehr er sich mental anschrie, seine Hand zitterte. Er war total angespannt und verwirrt. /Warum wehre ich mich nicht gegen ihn? Mich durchzucken Schauer, wenn er mich berührt? Wie kommt es dass ich einschlafe, obwohl jemand im Raum ist?/ Ein immer stärker werdender Druck in seiner Brust, ließ sich nicht mehr unterdrücken. Er fing an zu Husten, er hörte sich an wie ein Bär. Um den Schmerz zu betäuben fasste er sich an die Brust. Der Becher fiel und die Decke wurde nass und heiß. „Mist!", entfuhr es ihm.
Ein rumpeln, fluchen und gemeckert, zeugte von Tysons Rückkehr. Seine roten Augen beobachteten den anderen aufmerksam. Er rappelte sich gerade vom Boden hoch, dabei schüttelte er den Schnee ab. Wie bei einem Hund flogen die Schneeflocken links und rechts. Dieser holte sichtlich Luft und trat zwei Schritte auf den Verletzten zu. „Also noch einmal, was ist passiert?", dabei setzte er sich an den Rand des hölzernen Bettes. „Woher kommen die Verletzungen und warum bist du abgehauen?". Stile. Wie üblich kam nichts als Schweigen von Kai.
„Ihh...die Decke ist ja nass!", bestimmend zog er die Deck von Kai. Dieser war jedoch nicht gewillt los zu lassen und hielt sie fest. „Kai das ist ekelig, lass los! Hast du etwa?", weiter kam er nicht. Ein sehr böser bis tödlicher Blick traf seine Augen. „Sind die anderen auch da?", „Nein, es ist weit und breit niemand da! Außer jede Menge Schnee und Kälte!" Ein nicken folgt. Tyson zog nun fester an dem Stoff, und rief triumphierend „Hach geschafft, ich bin eben doch stärker als du!" „Du bist sowas von kindisch!".
„Wie kommst du hier her? Und warum?", fragende violette Augen blickten auf. Fordernd blickten sie in zwei dunkelblaue. „Mit dem Flugzeug, Zug und meine überaus perfekte Ausdauer im Laufen!", grinste dieser frech. „Zudem warum, weil es Meschen die sich Sorgen um dich machen?". „ Um mich braucht man sich keine Sorgen machen! Wo sind wir eigentlich?", kam es trocken. „Wir sind in einer alten Jagdhütte in der Nähe des Baikalsees, wie du hörst tobt draußen ein Sturm. Wir sitzen hier bis auf weiteres fest! Jetzt lass mich deine Verletzungen begutachten!" „Nein, ich komme klar! Ich mach das selbst!", ein zweites Augenduell fand statt. Warme Meerwassertiefen, blickten stur und entschlossen auf die Mauer aus Violett. Sturheit und Stolz standen in ihnen geschrieben, aber dahinter zeigte sich kurz die Erschöpfung. Irgendwann drehte Kai den Kopf zur Seite „Schon wiedergewonnen! Jetzt tust du endlich einmal was ich sage!". „Kannst du dich aufsetzen?", entnervt verdrehte der Russe die Augen. Schwerfällig setzte er sich auf und raunte „Wenn du irgendjemand davon erzählst, bekommst du ein extra hartes Spezialtraining! Und mach schnell!".
Der Japaner rieb dieser seine Hände aneinander, um sie zu wärmen. Kai wand sich immer wieder und versuchte die Hände abzustreifen. „Kai, halt jetzt still. Du bist schlimmer als ein Kleinkind! Es ist nur eine Salbe", motzte er. Mit geschickten Fingern, löste er das Tape an dem Verband. „Die Wunde sieht böse aus, aber sie blutet nicht mehr. Das ist gut!", ein neues Stück Gaze hielt er mit zwei Fingern an den graublauhaarigen Kopf. Der Phönixkämpfer murrte beständig. „So jetzt sind die Rippen dran. Leg dich wieder hin!". „Wage das ja nicht!", fauchte es und sein Handgelenk wurde festgehalten.
Überrascht blinzelte der Asiate ein paar Mal. „Mensch Kai! Ich habe die Verletzungen ohnehin schon gesehen. Oder denkst du, die Verbände sind von alleine an dein Körper geflogen! Jetzt stell dich nicht so an!", riss ihm der Geduldfaden. „Ich mag es einfach nicht, wenn andere mich anfassen! Also lass es einfach!", „Das weiß ich, trotzdem geht es nicht anders!", er schob die langsam wärmer werdende Hand zur Seite.
Die Rippen zeigten eine Farbe von grün, blau bis in ein tiefes Violett. Zögernd und vorsichtig ließ er seine Finger die Creme einmassieren. „Seit wann hast du weiche Hände und kennst Vorsicht, Granger?". Dieser war fassungslos von den Worten. Schnell legte er erneut die Hand auf die Stirn des Russen. „Du bist nicht mehr so heiß. Seit wann bist du so gesprächig?". Doch der unten liegende entspannte sich merklich, bei den Streichelnden Bewegungen und senkte die Augenlieder. Auch wenn er es nicht gerne zu gab, die Augen offen zu halten forderte Kraft, und Tysons Hände waren überraschend angenehm. Dieser starrte völlig erstaunt, lächelnd in die Gegend. Ein letztes Mal, strich er mit den Fingerspitzen die Seiten entlang, bevor er die Hände hob und den Pulli wieder feststeckte. Ein Auge öffnete sich halb und schaute fragend. „Alle Wunden versorgt. Du solltest schlafen. Ich koche solange!", eine skeptische Augenbraue bewegte sich nach oben. „Du und kochen, seit wann?", „Mensch ich habe Hunger! Du hast die Wahl zwischen meinem Essen und dem Schnee vor der Türe!"
