Auf einem Flur des provisorischen Senatsgebäudes auf Mon Cala
Luke Skywalker eilt zum Büro von Staatschef Cal Omas. Er möchte mit dem Alderaaner über die Einrichtung eines Gremiums reden, wie es es in der Geschichte der Neuen Republik noch nie gegeben hat. Da kommt ihm Fyor Rodan entgegen. Der äußerst konservative Senator des Planeten Commenor war Cal Omas' Amtsvorgänger und gilt nicht gerade als Freund der Jedi.
„Nanu, Skywalker, welche Jediangelegenheit bringt Sie denn jetzt hierher in den Senat?", fragt Fyor Rodan angriffslustig.
„Das Schicksal der Neuen Republik ist immer auch eine Jediangelegenheit", erklärt Luke souverän.
„Soviel ich weiß, ist Tsavong Lah mit seinen Truppen aus freien Stücken zu uns desertiert", beginnt Rodan eine neue Attacke. „Sie haben also gewaltige Konkurrenz bekommen, was die Gewährleistung der Sicherheit der Republik angeht."
„Schade, dass Sie das so sehen, Senator", sagt Luke bedauernd. „Dabei waren Sie es doch, der mich dazu inspiriert hatte, eine Neuerung im politischen Gefüge der Neuen Republik anzuregen – und jetzt kommt sie."
„Ich?", wundert sich Rodan. „Also wenn das bedeutet, dass Sie Ihre Jedi ab sofort ausgebildeten Militärs unterstellen, auf dass sie der Republik wie alle gewöhnlichen Bürger dienen, und das ohne Wenn und Aber, dann würde mich das wirklich freuen."
Luke lässt ein Lächeln aufblitzen. „Senator Rodan, in einer Demokratie geht es aber nicht um bedingungslose Unterordnung wie beim Militär, sondern um gleichberechtigte Teilhabe und Mitbestimmung. Und das schließt selbstverständlich mich und … wie hatten Sie es doch vor zwei Tagen in diesem Hause formuliert … meine Kohorten mit ein."
„Von welchem Gremium sprechen wir hier eigentlich?", fragt Fyor Rodan alarmiert.
Lukes Lächeln wird breiter. „Sie klingen wie ein politischer Journalist. Haben Sie auch einen Medienausweis? Wenn nicht, sollten Sie sich vielleicht einen besorgen."
Fyor Rodans Miene ballt sich zusammen, als hätte ein Faustschlag sein Gesicht getroffen. „Ich habe mitnichten vor, einen Artikel zu schreiben", erwidert er beleidigt. „Ich versuche einfach nur, die Situation zu verstehen."
„Senator, ich fragte sie vor kurzem, welche Rolle Sie für die Jedi in diesem Krieg sehen würden. Ihre Antwort war nicht gerade produktiv, also haben ich und einige andere Leute sich Gedanken darüber gemacht."
„Sie machen es spannend, Skywalker", zischt Rodan.
„Und es wird spannend", bestätigt Luke. „Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, dann konsultieren Sie den Newsticker des Büros des Staatschefs. Schon bald wird es von dort eine Verlautbarung über die Schaffung des Hohen Rates geben, nebst einer Liste all seiner Mitglieder."
„Ein Hoher Rat?", schnappt Rodan.
„Ein Hoher Rat, in welchem die wichtigsten Entscheidungsträger und Leitfiguren der Neuen Republik eine Stimme haben werden", erklärt Luke. „Ein Gremium, dessen Entscheidungen dabei helfen sollen, die Arbeit des Senats mit der der Jedi und anderer Gruppen zu koordinieren."
„Oh!" Fyor Rodans Stimme klingt aufgebracht. „Und Sie sitzen selbstredend auch in diesem Rat, sicherlich genau wie Staatschef Cal Omas, der Sie eh unterstützt!"
In Lukes Stimme schwingt Bedauern mit. „Wären Sie damals kooperativer gewesen, wäre ein Sitz im Hohen Rat der Ihre gewesen, Senator Rodan."
„Dann steht dieser Hohe Rat ja noch über unserer gewählten Regierung!" Fyor Rodans blaue Augen funkeln bösartig. „Und was kommt als nächstes? Werden Sie vielleicht auch noch den desertierten Kriegsmeister der Yuuzhan Vong in den neuen Rat einladen?"
Luke fühlt auch ohne Hilfe der Macht, dass die letzte Frage Rodans sarkastisch gemeint ist und er genießt bereits jetzt des Senators Reaktion auf seine Antwort. „Tsavong Lah hat bereits zugesagt."
„Sie! …" Fyor Rodan ringt nach Luft, als hätte Luke Skywalker einen Machtgriff angewandt. „… Ja! … Ich hätte Sie und Ihresgleichen damals nach Tsavong Lahs Ultimatum auf Duro nur zu gerne allesamt an den Kriegsmeister ausgeliefert, bevor Sie die gesamte Neue Republik an ihn ausliefern!"
„Beruhigen Sie sich, Senator", sagt Luke versöhnlich. „Ich habe noch viele andere Dinge zu tun. Bitte verstehen Sie, dass ich dieses Gespräch jetzt beenden muss."
Er lässt den aufgebrachten Senator stehen und geht weiter in Richtung des Büros von Cal Omas. Luke Skywalker weiß, dass das folgende Gespräch um vieles angenehmer verlaufen wird.
༺═────────────═༻
Derweil im Büro von Admiral Traest Kre'fey
Als Tsavong Lah ins Büro des Bothaners eintritt, ist das weiße Fell des Gastgebers sehr gesträubt und die lilanen Augen funkeln angriffslustig. Tsavong Lah beschleicht eine Ahnung, dass das mit dem Tod von Kre'feys Speziesgenossen Borsk Fey'lya zusammenhängen könnte, der bis zur Eroberung Coruscants durch die Yuuzhan Vong Staatschef gewesen ist, bevor er, Tsavong Lah, kam, sah und siegte. Und genau so etwas hat der hochgewachsene Yuuzhan Vong auch jetzt wieder vor, wenn auch diesmal mit anderen Mitteln.
Kre'fey legt die Hände auf den Tisch und die Daumen weisen aneinandergelegt direkt auf den Kriegsmeister. „Sie wollen sich also mit Ihren Streitkräften der Neuen Republik anschließen."
„Genauso ist es."
„Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht?", fragt der bothanische Admiral streng.
„Ich habe eingesehen, dass es nicht der Wille der Götter ist, dass mein Volk diese Galaxis erobert", sagt Tsavong Lah. „Und ich und meine Leute sind willens, alle Schäden, die unsere Truppen angerichtet haben, wiedergutzumachen."
„Ha! Solche Worte kommen Ihnen viel zu leicht über die zerfransten Lippen", herrscht der Bothaner den Yuuzhan Vong an.
Tsavong Lah erkennt, dass ihn der Militär provozieren will und bewahrt die Ruhe. „Nun, wir haben da durchaus unsere Mittel. Wir können verheerte Planeten wieder begrünen und mit neuer Atmosphäre versehen. Außerdem können wir das in mehrere Teile zerbrochene Sernpidal mithilfe von Dovin Basalen und Blorash-Superkleber wieder zusammenfügen – dann ist der Planet wieder so gut wie neu."
„Sie haben vielleicht Nerven!", poltert Kre'fey. „Planeten mag man entseuchen und Gebäude wieder aufbauen, aber was ist mit den Milliarden Toten? Neue Wesen müssen gezeugt und aufgezogen werden; das dauert je nach Spezies bis zu zwanzig Jahre!"
Tsavong Lah lächelt die Bedenken des Admirals weg, zumindest versucht er es. „Um meinen guten Willen zu bekunden, werde ich Ihnen all meine Truppen persönlich unterstellen, Admiral."
Kre'fey verschränkt die Hände auf dem Tisch. „Und woher genau der Sinneswandel?"
„Jacens Flucht aus unserer Gefangenschaft hat einen Wendepunkt markiert – genau wie die fehlgeschlagenen Versuche, seine Zwillingsschwester Jaina einzufangen. Und wenn die Götter diesen Vorhaben derlei Widerstand entgegengesetzt haben, dann können sie solch einen Krieg nicht wirklich billigen."
„Aber Sie haben damals auf Duro den Tod und die Auslieferung aller Jedi verlangt!", ereifert sich der weißfellige Bothaner.
„Was hiermit hinfällig ist", entgegnet Tsavong Lah. „Von nun an sind die Jedi allesamt unsere Freunde und Beschützer und wir werden ihnen dabei helfen, Frieden und Ordnung in die Galaxis zu bringen. Ich habe bereits meine Kommandanten angewiesen, sich als Teil der Galaktischen Allianz ehrerbietig und respektvoll gegenüber den Jedi zu verhalten." Seine schwarzen Augen werden zu lodernden Fusionsöfen. „Die Jedi sind die Leitsterne dieser Galaxis! Möge das Blut ihrer Feinde zwischen den Sternen verteilt werden!"
„Ach du meine Güte", seufzt der Admiral. „Wissen Sie eigentlich, dass wir Bothaner das Ar'krai ausgerufen haben, nachdem Ihr Angriff auf Coruscant den Tod von Borsk Fey'lya zur Folge gehabt hatte?"
Tsavong Lah schüttelt den Kopf. Ja, ich hatte Recht – es ist wegen Borsk Fey'lya.
„Ar'krai bedeutet, dass alle Bothaner dafür kämpfen werden, die Yuuzhan Vong bis zum letzten Mann auszurotten, um diese Gefahr für unser Volk ein für alle Mal vom Antlitz dieser Galaxis zu tilgen!", donnert Kre'fey. „Und jetzt kommen Sie hier an und unterwerfen sich mit all Ihren Truppen und erwarten, dass wir alles bisherige einfach vergessen?"
Tsavong Lah breitet die Arme aus. „Ach wissen Sie, Admiral, ich habe damals auf Duro die Vernichtung der Jedi angekündigt, Sie haben Ihr Ar'krai ausgerufen. Wie wäre es, wir vergessen das alles einfach und fangen von vorne an? Ganz konkret könnten wir uns ja schon einmal daran machen, die Rückeroberung Coruscants zu planen", schlägt der Kriegsmeister vor. „Ich stelle Ihnen gerne meine Erfahrungen zur Verfügung."
Kre'fey lächelt diebisch. „Eigentlich auch eine sehr interessante Art der Sühne." Er kratzt sich das weiße Fell am Hinterkopf. „Irgendeinen Grund muss es ja haben, dass Luke Skywalker Ihnen diesen Sitz im Hohen Rat verschafft hat. Aber ich werde den Oberbefehl über die Operation der Rückeroberung Coruscants haben! Und man wird Sie überwachen. Beim kleinsten Versuch, uns zu täuschen, werden Sie nirgendwo mehr Kriegsmeister sein und Ar'krai wird wieder seine volle Wucht entfalten!"
„Ich danke Ihnen für Ihr Vertrauen, Admiral."
„Das ist nur ein Vorschuss!", mahnt Kre'fey. „Und jetzt schicken Sie mir Jaina Solo herein!"
Tsavong Lah verlässt das Büro und sieht Jaina Solo bereits vor der Tür stehen.
„Sie leben ja noch", sagt Jaina.
„Ich hoffe doch, Sie auch, wenn Ihre Unterredung mit dem Admiral beendet ist."
Jaina muss lachen. „Das hoffe ich doch."
Sie geht ins Büro.
„Jaina Solo, ich bin mit Ihrer Arbeit auf Kashyyyk sehr zufrieden. Sie haben wahrlich viele neue Jedi für das von mir angeregte Kampfgeflecht mitgebracht."
„Wie ich gesehen habe, hat auch Tsavong Lah einige Jedi mitgebracht."
„Nicht nur das, nicht nur das", meint Kre'fey skeptisch. „Diese Jedi kennt hier kaum jemand und vor allem dieser Jorallen treibt sich jetzt schon tagelang mit Danni Quee herum."
Jaina lacht verlegen. „Ich bin mir sicher, dass Danni gut auf sich aufpassen kann."
Kre'feys weißes Fell sträubt sich am Hinterkopf. „Geheimdienstchef Dif Scaur hat sich bereits bei mir darüber beschwert, dass Mrs. Quee deswegen ihre Arbeit an Scaurs streng geheimem Projekt vernachlässigt. Und also frage ich mich, ob Tsavong Lah mit diesen Jedi vielleicht etwas Bestimmtes bezweckt. "
Jainas braune Augen werden größer. „Sie glauben, er ist so eine Art Romeo-Agent?"
„Das werden wir sehen. Tsavong Lah wird mit Ihnen nach Kashyyyk reisen und Sie werden dort Piloten von ihm mit ausbilden."
Jaina nickt. „Ich hatte ohnehin vor, so schnell wie möglich wieder nach Kashyyyk zurückzureisen. Es gibt ja so viele neue Piloten zum Ausbilden."
„Und wenn der Herr Kriegsmeister irgendeine krumme Tour versucht, dann teilen Sie mir das sofort mit. Dieser Auftrag ist natürlich absolut inoffiziell, streng geheim und bleibt also zwischen uns", beschwört der Militär die Jedi.
„Sie können Sich auf mich verlassen, Admiral."
Als Jaina sein Büro verlässt, sieht sie Tsavong Lah davor warten. „Sie haben auf mich gewartet?"
„Ich hatte Ihnen ja bereits gesagt, dass mich interessiert, ob Sie das Gespräch überleben."
„Kriegsmeister, wir müssen uns unterhalten", sagt Jaina ernst. „Ich weiß einen Raum, wo wir ungestört sind."
Sie gehen in besagten leeren Raum und Jaina stemmt die Arme in die Hüften, die roten Schuppen musternd, die Tsavong Lahs muskulösen Oberkörper und die Oberschenkel bedecken. „Ist das eine Rüstung?", fragt sie.
„Ich trage sie, seit ich Kriegsmeister der Yuuzhan Vong geworden bin. Sie ist undurchdringlich für Blasterschüsse und Lichtschwerter."
Jaina zieht bedrohlich die feinen Brauen zusammen. „Sie wissen, dass Sie mit mir nach Kashyyyk reisen und ich dort Piloten von Ihnen ausbilden werde – an X-Wings und anderen, wie Sie es nennen, technischen Abscheulichkeiten?"
Ein Lächeln stiehlt sich auf Tsavong Lahs zerfranste Lippen. „Eine Überraschung zweifellos, aber eine angenehme."
„Wie können Sie es wagen, hierherzukommen und sich der Neuen Republik anzuschließen?", faucht Jaina den Kriegsmeister an. „Und das, nachdem Sie mir über Hapes angedroht haben, mir eigenhändig das Herz aus dem Leib zu reißen!"
Tsavong Lah spürt, dass der Moment der Wahrheit gekommen ist. Natürlich kann er sich noch an dieses hitzige Villipgespräch mit Jaina vor zwei Monaten erinnern, aber die Motivation, seine Motivation … „Ich … ich würde Ihnen meines dafür geben."
„Was?" Jaina tritt instinktiv einen Schritt zurück, dann geht sie wieder auf den Kriegsmeister zu und fällt ihm um den Hals. „Ich wusste, dass auch Gutes in dir steckt."
Tsavong Lah zieht Jaina an sich und drückt seine Lippen auf ihre, schiebt seine Zunge in ihren Mund ... und noch tiefer. Der heiße Kuss raubt Jaina den Atem und sie reißt sich los. Mit einem lauten Ploppgeräusch lösen sich die Münder wieder voneinander und Jaina holt mit der Rechten aus. Ihre Hand trifft Tsavong Lahs linke Wange und ein ungeheuer süßer Schmerz durchfährt den Kriegsmeister.
„Was war das denn?", blafft Jaina Tsavong Lah an.
„Aber so küsst man bei uns Yuuzhan Vong. Ihr Menschen seid aber auch ganz schön verklemmt."
Jaina knetet verlegen die Hände. „Also damals mit Jag auf Borleias war es so, dass er nur kurz meinen Mund berührt hat. Und seine Lippen waren dabei vollständig geschlossen."
„Chiss-Erziehung eben", meint Tsavong Lah.
„Woher weißt du das?", entfährt es Jaina.
„Ich habe viele Sachen aus deinem Leben in Erfahrung gebracht. Bist du noch mit ihm zusammen?"
Tsavong Lah sagt Jaina lieber nicht, dass die Yuuzhan Vong überall in der Galaxis unauffällige lebendige Geräte angebracht haben, die öffentliche Orte und private Quartiere ausspionieren, so wie auch auf Borleias. Er wird noch öfters von diesem Netzwerk profitieren.
„Ich werde das klären, wenn ich ihn wieder sehe", verspricht Jaina.
Er nimmt ihren Kopf zwischen seine Hand und seine Radankklaue. „Dann machen wir es doch gleich noch mal – nur langsamer."
„Halt, warte." Jaina entwindet sich seinem Griff und greift zu ihrem Datapad. Sie tippt ein paar Daten ein und Tsavong Lah schaut ihr dabei interessiert über die Schulter. Die Holonet-Recherche dauert vielleicht eine Minute, dann klappt Jaina das Gerät wieder zu. „Jetzt bin ich bereit", sagt die junge Frau und nun ist sie es, die Tsavong Lahs längliches Gesicht in ihre Hände nimmt.
Die beiden gehen wieder zurück zum Raumhafen, wo die anderen Jedi und ein paar Militärs auf sie warten. Jaina erspäht Vergere.
„Ah, hat der Geheimdienst also Ihre Befragung unterbrochen", stellt sie fest.
„Stört Sie das, Jaina Solo?", fragt Vergere spitz zurück.
Jaina dreht sich zu Tsavong um und gibt ihm einen Kuss. Die Zungen beider Partner gleiten gerademal zwei Zentimeter in den Mund des Gegenübers und es werden dabei höchstens ein paar Milligramm Körperflüssigkeit ausgetauscht. Die ganze Zeit über – und das sind geschlagene sechs Sekunden - halten Tsavong Lah und Jaina Solo einander sanft an den Schultern. Als der Kuss endet, ist fast kein Geräusch zu hören.
Jaina lächelt stolz in die Runde. Der Kuss ist genauso geworden, wie er als Durchschnittskuss für humanoide Spezies im Holonet beschrieben wurde. Aber nicht alle Anwesenden sind darüber erfreut, besonders nicht Vergere, deren lilanes Gefieder sich sichtbar sträubt.
„Stört Sie das, Vergere?", fragt Jaina mit süffisantem Unterton.
„Also zu Zeiten der Alten Republik hat es so etwas nicht gegeben, zumindest nicht für Jedi", erwidert Vergere sichtlich genant.
„Es ist schön, dass Sie hier sind, Vergere", sagt Tsavong Lah, um die Wogen zu glätten. „Dann können wir ja bald wieder zusammen Dejarik spielen."
Jaina knufft Tsavong Lah in die Seite. „Aber erst, nachdem ich dir Sabacc beigebracht habe."
„Wenigstens küsst er anständig", raunt Han Solo seiner Frau zu. „Hätte er ihr kilometerweit die Zunge in den Hals geschoben, wie ich es bei dieser fanatischen Spezies vermuten würde, dann wäre ich vorhin ausgerastet!"
Leia schüttelt den Kopf. „Nein, Schatz, mir gefällt das Ganze trotzdem nicht."
„Du wolltest doch, dass Jaina ja nicht diesen imperialen Kampfpiloten heiratet", erinnert Han seine Frau. „Das hast du jetzt davon!"
Zurück auf seinem Kommandoschiff geht Tsavong Lah zu einem Villip. Zwei menschliche Soldaten der Neuen Republik, die Übersetzungswürmer in ihren Ohren tragen, um die Sprache der vormaligen Feinde zu verstehen, stehen dort, um Verrat über die organischen Kommunikatoren zu verhindern, aber der Kriegsmeister hat nichts dergleichen vor.
Tsavong Lah streichelt den Villip und er stülpt sich um, um Harrars Antlitz zu enthüllen.
„Sie wissen schon, dass Sie jetzt als Verräter gelten und dass Shimrra Ihren Kopf fordert", beginnt der Priester die Konversation.
„Ich bin mir dessen bewusst, aber deshalb habe ich Sie nicht kontaktiert."
„Was kann einer wie Sie schon wollen?", meint Harrar herablassend.
„Mich bei Ihnen dafür bedanken, dass Ihr Rat richtig war, was meinen Radankarm anbelangte."
„Dann wächst die Gliedmaße jetzt richtig an? Mithilfe der Ärzte der Neuen Republik?", erkundigt sich Harrar.
„Nichts dergleichen", versichert der Kriegsmeister. „Aber Ihr hattet Recht, Eminenz. Es handelte sich um ein Problem für Götter, nicht für Gestalter. Mögen Ghithra Dal seine eigenen Gifte verheeren. Seit der Gestalter meinen Arm nicht mehr untersucht, ist alles Bestens."
„Ihnen ist schon klar, dass ich mich für einen Verräter wie Sie niemals freuen werde", sagt Harrar streng.
„Die Freude der Götter an mir und meinem Tun ist mir genug", erwidert Tsavong Lah bescheiden und stülpt den Villip auch schon wieder um.
Ihm ist klar, dass sein Freund sich nicht mehr öffentlich zu ihm als Unterstützer bekennen kann, aber Tsavong Lah weiß ebenso, dass auch dieses Versteckspiel irgendwann ein Ende haben wird und er wird alles dafür tun, damit dieser Tag bald anbricht.
