Sirius hatte Hermine mit in die Küche gezogen, wo schon die anderen aufgeregt auf Neuigkeiten warteten.

„Sirius, was ist dort oben los? Was ist mit Melody?" Hermine lief wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Küche.

"Jetzt setz dich", herrschte er sie an. Sie blickte auf sein ernstes Gesicht und platzierte sich dann mit einem ängstlichen Gesicht neben Ginny.

„Ich habe wirklich gedacht, dass gerade du schon etwas Diavolo Tormentare gehört hast. Du liest doch sonst immer alles." Er sah die Brünette an, doch diese zuckte nur mit den Schultern.

Molly, die am Herd stand, ließ die Zuckerdose fallen, als sie seine Worte hörte, hob sie mit zittrigen Fingern auf und sah ihn entsetzt an. "Das ist jetzt nicht wahr", murmelte sie nur.

"Leider doch Molly" Sirius lehnte sich in seinem Stuhl zurück und fuhr sich mit beiden Händen durch seinen lockigen Haare.

„Los sag schon", rief Hermine.

"Melody wurde mit einem uralten Fluch belegt. Dieser wird nur von der Familie Florino angewandt, einer Familie von dunklen Magiern, denen man nachsagt, dass sie von Dämonen abstammen. Sie kommen aus einer kleinen Stadt in Italien, wo überwiegend wohlhabende Familien lebten. Sie wollten dort die uneingeschränkte Macht und wendeten diesen Fluch meist bei den weiblichen Erben dieser Familien an. Wird man mit ihm belegt, wird man von Schmerzen geplagt, die einen wahnsinnig werden lassen, so wahnsinnig das man den Tod vorzieht. Es sind aber keine Schmerzen, die durch Verletzungen entstehen, nein es ist eher ein Verlangen. Ein Verlangen nach Befriedigung. Zuerst versuchten sie bei den Damen auf normale Weise Eindruck zu schinden, doch durch ihre Arroganz und Gewaltbereitschaft stießen sie oft auf Ablehnung und mit dem Diavolo Tormentare, der auch Fluch durch den Teufel genannt wir haben sie es schlussendlich geschafft, dass man ihnen vollkommen erlegen war", erzählte er.

"Das ist ja abartig", stieß Harry aus.

"Und dieses Verlangen kann nur auf eine Weise gestillt werden?" Hermine sah ihn ungläubig an, als Sirius nickte. „Dann ist es gut, dass er bei ihr ist" antwortete sie leise.
„Wer ist denn bei ihr", fragte Ron.

„Professor Snape", antwortete Sirius.
„Das kann nicht euer ernst sein", rief Ron, der von seinem Stuhl aufgesprungen war.

„Doch Ron, er ist der einzige, der es konnte und wollte", antwortete Hermine.
„Das verstehe ich jetzt nicht", antwortete Rothaarige verwirrt.

„Ron, du Depp. Professor Snape mag sie, er mag sie wohl sehr", meinte Ginny.

„Aber was ist mit ihr? Sie wird sicher ausflippen."

„Verdammt Ronald Weasley, selbst du kann nicht so blind sein. Ist dir nie aufgefallen, wie die beiden sich ansehen", sagte Molly.

"Doch schon, aber ich dachte eher es ist so, weil sie sich hassen. Immer wenn ich die beiden gesehen habe, stritten sie", antwortete er.

In diesem Moment betrat Severus mit wütendem Gesicht die Küche. Sofort verstummten die Gespräche und alle Augen waren auf sie gerichtet.

„Was?" fauchte er, doch noch immer herrschte Schweigen. „Ich bin in meinem Labor." Er drehte sich auf dem Absatz und verließ das Zimmer.

„Severus, warte bitte", rief Molly nun, doch er war schon verschwunden.

„Ich werde mit ihm reden", sagte Sirius und lief hinter ihm her.

„Das war jetzt doof. Es haben ihn wirklich alle angestarrt. Aber ehrlich, ich weiß gar nicht, wie ich mich verhalten soll. Das Gefühl ist komisch, wenn ich daran denke, dass Melody und er", sagte Harry.

…..

„Albus und Sirius betraten das Labor von Severus in Spinners End. Die beiden sahen sofort, wie nervös der Schwarzhaarige war, denn die Phiolen in seiner Hand zitterten, als er sie in den Kessel schüttete.

„Severus, geht es dir gut?" Albus schaute ihn durch seine Halbmondbrille an.

"Die Kinder haben mich angesehen, als wäre ich ein Schwerverbrecher und Melody meint das ich das alles nur aus Pflichtbewusstsein tun. Also alles läuft bestens", antwortete er spöttisch.

"Niemand denkt schlecht von dir", kam von Sirius.

"Ach ja, die Blicke eben deuteten aber eindeutig darauf hin."

"Und Melody ist sicher noch völlig durcheinander. Severus, sie mag dich."

"Ihr wisst gar nicht, wie schwer mit das eben gefallen ist. Sie dort so zu sehen, zu sehen wie sie leidet. Und ich habe das schamlos ausgenutzt. Ich bin nicht besser wie er." Er legte beide Hände auf den Tisch, den Kopf gesenkt.

„Du bist kein bisschen wie er. Du hast ihr geholfen Severus." Sirius war hinter ihn getreten und klopfte mit seiner Hand auf Severus Schultern.

"Ich mag sie auch, nein ich denke es ist sogar schon etwas mehr", murmelte er.

"Hast du es ihr gesagt?"

„Natürlich nicht", zischte er. „Sie würde mich auslachen. So einen Kerl wie mich kann man nicht gern haben."

„Ach, und was war neulich. "Severus Kopf schnellte in Sirius Richtung.

„Du weißt es? Ich denke mal, dass war ein Ausrutscher", antwortete er.

„Severus, ich denke mal, dass Melody sich jeden jungen netten Mann als Ausrutscher nehmen könnte, aber sie wollte dich", führte Sirius fort.

„Und findest du nicht, dass Melody selber entscheiden sollte, ob sie, wie sagtest du noch gleich, einen Kerl wie dich gern haben möchte„, meinte Albus belustigt.

"Ich würde jetzt gerne in Ruhe weiterarbeiten. Entschuldigt mich", knurrte Severus nur und drehte ihnen den Rücken zu.

Nach etwa drei Stunden betrat Severus erneut die Küche am Grimmauldplatz und ohne die anderen Anwesenden zu beachten, ging er geradewegs auf Hermine zu und hielt ihr eine Phiole hin. „Der Trank ist fertig Miss Granger. Könnten sie ihn bitte ihrer Cousine bringen."

„Nein Professor, ich finde sie sollten das tun" antwortete Hermine, hob ihre Tasse und nippte an ihrem Tee.

Er blickte sie für einen Moment verwirrt an, drehte sich auf dem Absatz, um den Raum wieder zu verlassen.

„Professor, bitte warten sie", rief Ron und stand auf.

„Weasley?"

„Ich wollte ihnen nur sagen das ich sie nicht für einen Verbrechter halte und ich denke mal, dass ich auch für die anderen spreche. Ich finde es cool, was sie alles für Melody machen."

Severus zog eine Augenbraue hoch. „Cool", flüsterte er und verließ dann das Zimmer.

Er klopfte an Melody's Türe, öffnete sie und steckte den Kopf hinein. "Darf ich kurz stören?"

Tonks und Ginny, die bei Melody saßen, standen sofort auf. " „Wir lassen euch…sorry sie alleine", sagte Ginny und schon zog sie Tonks aus dem Raum.

Severus bewegte sich langsam auf sie zu und hielt ihr die Phiole hin. „Hier ist der Trank. Du musst ihn alle zwei Tage zu dir nehmen", sagte er.
„Danke" antwortete Melody. Sie hob den Kopf und blickte ihm fest in die Augen. „Und wann wird es wiederkommen?"

„Das kann ich dir nicht sagen. Der Trank unterdrückt hauptsächlich die Schmerzen", antwortete er.
„Dann werde ich mir wohl jemand suchen müssen, der allzeit bereit ist", meinte sie grinsend und versuchte ihre Angst zu überspielen.

„Nein, das wirst du ganz sicher nicht", schnaubte er.

„Und wieso nicht?"
„Ich könnte es nicht ertragen", sagte er leise.

Melody war aufgestanden und stellte sich jetzt vor ihn. „Und warum nicht" Sie verschränkte die Arme vor der Brust und blickte ihn an.
„Das ihr Frauen immer so viele Fragen stellen müssen. Weil ich es nicht aus Pflichtgefühl getan haben, sondern weil ich in dich verliebt bin", antwortete er.

„Und?" Sie lachte los, als er eine Augenbraue hob und sie anfunkelte. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und gab ihm einen leichten Kuss auf den Mund. "Konntest du mir das nicht früher sagen?"

„Ich dachte, das Sirius und du..", er verstummte.

„Aha, der Herr war eifersüchtig", neckte sie ihn.

„Ja", murrte er „Ich könnte es ja verstehen. Er ist um einiges netter als ich."

„Ich stehe nicht so auf die netten Jungs", antwortete sie.

„Du brauchst ab heute keine Angst mehr haben, denn ich werde nicht noch einmal zulassen, dass du so leidest."

„Aha, du nutzt es zu also deinem Vorteil." Sie grinste ihn an.

„Mach keine Scherze darüber, es ist schon schlimm genug", meckerte er.
Doch Melody zog ihn an sich und umschloss seinen Mund mit ihren Lippen.