Es ging nicht lange bis Ryoga sich erholt hatte. Sie verbrachten ein paar ruhige Stunden miteinander, aber es entfiel Ryoga nicht, das die Stimmung irgendwie komisch war. Irgendetwas war anders, ihm war klar dass die beiden Verlobten, ihm nichts sagen würden. Aber Ryoga hatte noch ein ass im Ärmel. P-chan. Akane erzählte ihm immer alles, er war fast so etwas wie ein Tagebuch für sie, sie vertraute ihm, ihre Sorgen, Wünsche und Ängste an.
Aber er hatte ein kleines Problem, wie sollte er sich verwandeln, Akane schien ihm nicht von Seite zu weichen. Keine Ahnung wieso. Da kam ihm eine Idee. Alle drei sassen im Wohnzimmer, vor dem einzigen Ventilator. Akane sass am Tisch und machte ihre Hausaufgaben, auch wenn man ihr deutlich ansah, dass sie null Bock darauf hatte. Ranma sah sich den Wetterkanal an, es sollte heute noch regnen.
Ryoga blickte zu Akane „Ich würde gern etwas Meditieren, darf ich euer Dojo dafür benutzen?" fragte er ganz höflich. Akane stimmte ihm schnell zu. Aber sie wollte es nicht riskieren, dass er sich verlief und vielleicht jemandem in die Arme, dem er seine Beobachtungen erzählen konnte. Also begleitete sie ihn bis zum Dojo.
„Ruf mich wenn du fertig bist, dann komm ich dich hohlen" sagte sie schnell und liess ihn allein. Ryoga wartete noch eine Weile, bevor er die Tür zum Dojo wieder öffnete und hinaustrat. Ranma der Ryoga nicht traute, versteckte sich hinter einem Pfosten und beobachtete ihn. Der hatte doch was vor. Da sah er auch schon, wie Ryoga den Gartenteich ansteuerte. Ranma wusste was dieser Idiot vorhatte, aber er wäre nicht schnell genug gewesen, um ihn aufzuhalten.
Ihm ging es gewaltig gegen den Strich, das Akane dieses kleine Schwein so liebte und ihm vorzog. Am liebsten hätte er ihr alles erzählt und sich das Problem vom Hals geschafft, aber er hatte es Ryoga versprochen, und ein Wort unter Männer bricht man nicht. Ranma lief schon mal vorsichtshalber wieder Richtung Akane, da sah er schon wie die schwarze Gestallt sich aus dem Wasser zog und aufs Wohnzimmer zu rannte.
Akane die das Plumpsen gehört hatte, sah in den Garten und entdeckte ihr Hausferkel. Voller Freude „P-chan" rief sie auch schon aus. Da sprang das Ferkel, ihr quickend in die Arme. Sie drückte ihn sofort an die Brust und gab ihm einen Kuss auf die Stirn. Ranma stand am Durchgang gelehnt und knurrte grimmig. Akane hob ihren Kopf „Was ist nur mit dir los?" Er sah weiterhin verachtend zu dem Ferkel „Zuerst wurde ich von einer Katze angegriffen, dann von diesem Idioten und jetzt kommt auch noch dieser Hackbraten, um die Ecke"
Akane runzelte die Stirn „Was für eine Katze?" Er strich sich über den Bauch und sah sie mit einem schiefen lächeln an „eine mit krallen" sagte er belustigt. Akane verstand seine Anspielung und wurde rot. Doch dann kam ihr noch etwas in den Sinn „HEY, er ist kein Hackbraten, nenn ihn nicht so, du machst ihm ja Angst" motze sie ihn beschützerisch an. Sie kuschelte das Schweinchen an ihre Wange „Kein Angst, Baby, ich lass nicht zu das der Böse Ranma, dir etwas tut"
Ranma lief auf sie zu und entriss ihr das Schwein. „Dann wird es Zeit das wir das endlich ändern" sagte Ranma und lief in die Küche. Akane lief ihm erschrocken hinterher „Ranma was hast du vor?. RANMA?" sagte sie ängstlich, wurde aber gegen Ende des Satzes immer wütender. Ranma riss den Offen auf und warf P-chan rein. Er wollte den gerade anmachen, da stiess ihn Akane mit voller Wucht weg.
Sie holte ihren Liebling sofort raus und schaute ob er verletzt war. Mit Tränen in den Augen sah sie Ihren Verlobten an „Spinnst du, das ist nicht lustig" dann rannte sie schon hoch und in ihr Zimmer. Ranma der sich auf den Boden sinken liess und sich gegen die Küchenzeilen lehnte hörte wie ihre Tür zugeschletzt wurde.
Enttäuscht liess er seinen Kopf in den Nacken fallen und sah zur Decke. Er wollte einem Freund ja nicht wehtun. Aber in diesem Moment war er so wütend gewesen, er konnte sich nicht mehr beherrschen. Akane hatte ihn so böse angesehen. Er war sich sicher dass ihn dieser Blick bis in seine Träume heimsuchen würde. Aber was sollte er tun, er wollte nicht dass dieses Schwein mit Akane alleine ist. Wenn er nur daran dachte, wie sie ihn an ihre Brust drückt, wurde er rasend.
Er ballte die Fäuste und unterdrückte seinen Drang, rauf zu gehen und dieses Ferkel zu verprügeln. Damit würde er Akane nur noch weiter von sich wegtreiben. Er wusste das er an der ganzen Situation mit Akane, im Moment nichts ändern konnte. Das einzige was ihm übrig blieb, war sich zu entschuldigen und abzuwarten, wie lang sie auf ihn wütend sein würde.
Akane lag in ihrem Bett und hielt P-chan im Arm. „Ich frag mich, was Ranma nur gegen dich hat" und sah dem Schweinchen in die Augen. Es quickte immer wieder ein bisschen, als würde es Akane etwas erzählen „Wenn du doch nur reden könntest" seufzte sie. Wieder drückte sie ihn an sich.
„Ich und Ranma hatten dieses Wochenende einen groben Streit. Es ging darum das er immer nur mit Shorts bekleidet, im Haus rumläuft. Egal ob er ein Junge oder Mädchen ist. Ich hab mir etwas einfallen lassen, ihm das abzugewöhnen, aber ohne Ryoga hätte das wahrscheinlich nicht geklappt. Ich sollte mal nach ihm sehen und ihm etwas zu trinken bringen"
da sprang das Ferkel auf und schüttelte fest seinen Kopf. „Keine Angst P-chan, du kennst Ryoga noch gar nicht, er ist viel netter als Ranma" doch das Schwein versuchte sie weiterhin davon abzuhalten und versperrte ihr den Weg. Doch er hatte keine Chance. Sie hob ihn auf und lief raus. Ranma kam gerade die Treppe hoch, da sah er sie.
Er räusperte sich und wollte zum reden ansetzten. Doch sie lief einfach geradeaus an ihm vorbei. Sie hatte ihn nicht einmal beachtet. Ranma regte sich auf, ging in sein Zimmer und warf sich aufs Bett. Beleidigt stiess er die Luft aus. Er hatte es versucht, aber sie war immer so nachtragend. Soll sie doch machen was sie will, ist ihm doch egal.
Akane stand vor dem Dojo. Auf dem ganzen weg, hatte das Ferkel aufgeregt gequickt und versucht sich rauszuwinden. „Jetzt hör doch mal auf zu zappeln" doch es brachte nichts. Sie packte die Tür und schob sie auf. Sie trat ein und schaute sich um. Es war leer. Akane packte das blanke Entsetzten. Sie rannte raus und rief immer wieder Ryogas Namen. Sie durchsuchte das ganze Grundstück. Aber er war nirgends aufzufinden.
Sie lehnte sich gegen eine Mauer und schon wieder brach sie in Tränen aus. Sie hatte noch nie so viel geweint wie an diesem Wochenende. Das Schweinchen blickte verwirrt zu ihr rauf. Er wusste nicht, wieso es sie so traf. Es war ja nicht das erste Mal, das er einfach spurlos verschwunden war und bis jetzt hatte sie nie so reagiert. Sie richtete sich wieder auf und straffte ihre Schultern. Sie wusste das sie Ryoga nicht mehr rechtzeitig finden konnte. Er könnte jetzt schon in einem anderen Land sein.
Ihr blieb nur noch eins übrig, sie musste zu Ranma und mit ihm über die Konsequenzen reden, die auf sie zukommen könnten. Vielleicht wäre er auch in der Lage, Ryoga aufzuspüren. Immer noch weinend lief sie schnell rauf und stiess die Tür zu Ranmas Zimmer auf. Dieser lag in seinem Bett und schaute auf ein Bild. Als er Akane sah, versteckte er dieses schnell hinter seinem Rücken.
Er sah in ihr verheultes Gesicht und stand schnell auf „Was ist passiert?" fragte er besorgt. Akane warf sich ihm, mit P-chan an die Brust und liess alles raus. Ranma schloss die Arme um sie. Er war völlig überfordert mit der Situation. Tröstend strich er ihr über den Rücken. Als sich ihr Heulen, in ein leises schluchzen verwandelte. Drückte er sie leicht von sich und sah ihr in die Augen „Willst du mir nicht sagen, was passiert ist?"
sie hatte sich noch nicht gefasst „Ryoga…Ryoga… er ist… weg" brachte sie hervor. Ranma sah sie wenig betroffen an. Er verstand nicht wieso das so schlimm sein sollte und es verletzte ihn das Akane sich so um Ryoga sorgte „Und?" sagte er verständnislos. Akane sah ihm verzweifelt in die Augen. „Verstehst du nicht was das bedeutet?" sagte sie verzweifelt. Sie sah tief in seine Augen, sie suchte nach etwas in ihnen. Verständnis, Sicherheit, Hilfe, Halt und…..und…Liebe. Aber sie fand nichts davon.
Stattdessen wurden seine Augen immer dunkler. Er entfernte sich immer mehr von ihr. „Wieso machst du dir solche Sorgen um den Kerl?" motze er sie teilnahmslos an. „Was ist so besonders an ihm?" warf er ihr an den Kopf. Er hatte Ryoga schon längst entdeckt, aber es war ihm egal, sollte er doch alles hören. Akane verstand nicht, wovon Ranma da redete.
Sie schienen von völlig unterschiedlichen Sachen zu reden. Völlig aneinander vorbei. Sie schüttelte den Kopf, doch bevor sie etwas sagen konnte, fuhr Ranma fort. Er packte sie an den Schultern und schüttelte sie leicht „Sag es mir, ich muss es hören, magst du ihn" sie sah ihn erschrocken an „Sag es, Liebst du ihn?" Ranma verlor die Kontrolle und drückte immer fester zu „Willst du mit ihm zusammen sein?" Es klang nicht wie eine Frage, sondern wie ein Vorwurf. Er klang verbittert.
Was war nur in ihn gefahren. Sie sah hoch zu ihm. Das was sie da erkannte, hätte sie nicht erwartet. Schmerz. Diesen Ausdruck kannte sie nur zugut, so fühlte sie sich andauernd. „Du tust mir weh" sagte sie ganz vorsichtig. Er sah sie enttäuscht an und liess von ihr ab. Ranma lief zum Fenster und sah hinaus, er wollte nicht das sie sah, wie sehr ihn das alles mitgenommen hat.
„Du solltest lieber gehen" sagte er gefühllos. Akane schüttelte den Kopf und trat auf ihn zu. „Bitte ich, wir müssen Ryoga finden" flehte sie. Ranma ballte seine Hände zu Fäusten, bemüht sie nicht anzuschreien „Ihm geht es gut, du solltest dir keine Sorgen machen"
Sie runzelte die Stirn „Ich mach mir keine Sorgen um seine Gesundheit" sagte sie leicht verwirrt. Er wollte nichts mehr davon hören „Keine Angst er ist sicher bald wieder da, du solltest ihn nicht zu sehr vermissen" sagte er genervt. Akane langte es. Sie bat, um seine Hilfe und er schwafelte irgendwas vor sich hin.
Für sie hatte das alles keinen Zusammenhang und er benahm sich komisch, fast Fremd. Als wäre er nicht er selbst. Auch ihr ging alles auf die Nerven „Wovon zum Teufel redest du, ich versteh nichts. Aber das können wir später klären. Wir sollten uns beeilen, bevor jemand anders vor uns Ryoga findet" Ranma wollte dass sie geht und ihn alleine lässt. Er bekam von diesem Gerede nur Kopfschmerzen.
„Wieso machst du nicht ein Schläfchen oder nimmst ein Bad, bis dahin ist er bestimmt wieder da" Er rieb sich den Kopf. Jetzt verlor Akane die Beherrschung „Sag mal willst du mich verarschen, du weisst ganz genau, wenn er einmal losgelaufen ist, dass er Monatelang braucht um zurückzufinden" Ryoga verstand gar nichts mehr. Er war nur noch stiller Zuschauer, dieses Skurrilen und Sinnlosen Streites.
„Akane lass mich in Ruhe" sagte er nur noch. Akane packte ihn am Arm „Bitte, ich muss mit ihm reden" Jetzt war Ranmas Geduldsfaden gerissen, er packte Akane am Arm und riss sie hinter sich her. Er entriss ihr das Schwein und stiess sie unsanft in ihr Zimmer. Bevor Akane verstand was passierte hörte sie wie er von draussen die Zimmertür abschloss. Akane warf sich gegen die Tür und fing an dagegen zu hämmern.
Sie war so ausgelaugt dass sie gar nicht mehr daran dachte, dass sie auch über die Terrasse konnte. Müde und Leer warf sie sich aufs Bett. Vielleicht hatte sie Ranma sosehr gereizt das, er sie jetzt nicht mehr ertragen konnte. Immerhin hat er ihr mehrmals gesagt, dass sie gehen sollte. Sie konnte den Gedanken nicht vertiefen, denn ihre Tür wurde aufgerissen und jemand hineingestossen. Und schon wurde die Tür wieder zugeschletzt.
Als sie sich aufrichtete, erkannte sie die Person, die am Boden lag. Es war Ryoga, woher kam er jetzt so schnell. Sie wischte sich die Tränen weg und stürzte auf ihn zu. „Ryoga. Wo warst du?" fragte sie ihn. Er musste lügen und nahm die einfachste ausrede „Auf dem Dach" es klang fast so als würde er sie fragen. „Was hast du da gemacht?" Er stotterte kurz und sagte „Ich hab geschlafen" erleichtert seufzte sie. „Das ist gut"
dann blickte sie verwirrt auf „Hast du mich nicht rufen gehört?" er schüttelte nur den Kopf. Sie sah ihn an und nahm seine Hände in ihre. „Du musst mir einen Gefallen tun" er nickte kurz „Alles" „Ich muss mit Ranma reden. Ich will dass du solange in meinen Zimmer bleibst." Ryoga gefiel das nicht. „Kann ich mich darauf verlassen, das du nicht verschwunden bist, wenn ich zurückkomme"
Ryoga nickte grimmig. Akane trat aus dem Zimmer und schon sah sie Ranma der Wütend an ihr vorbeilief. „Ranma" rief sie doch er ignorierte sie. Ryoga stand mittlerweile neben Akane, weil sie sich anhörte als bräuchte sie Hilfe „Bleib gefälligst stehen, wenn ich dich rufe" rief sie ihm wütend zu. Er blieb kurz stehen und schaute auf die beiden „Jetzt hast du was du wolltest, also lass mich in Ruhe" und er bewegte sich wieder.
Sie gingen ihm beide hinterher. Akane die immer noch nichts verstand „Wovon redest du?" „Ich verstehe nicht?" „Wieso bist du so wütend?" „Ranma, hörst du mir zu?" „Wo willst du hin?" fragte sie ihn die ganze Zeit und lief ihm beharrlich hinterher. Da Donnerte es plötzlich und Akane schrie auf.
Ranmas Wut war sofort vergessen. Er drehte sich um und wollte ihr helfen. Er wusste wie sehr sie sich vor Stürmen fürchtete. Er wollte sie in den Arm nehmen. Doch was er sah, nahm ihm die Luft zum atmen. Akane hielt sich an Ryoga fest und er hielt sie fest. Ranma lief jetzt nur noch schneller davon. Akane die seine Schritte hörte, riss sich zusammen und stürmte ihm hinterher.
"Bleib doch endlich stehen, ich muss mit dir reden" Immer noch nichts. Sie waren mittlerweile im Garten angekommen. Ryoga der das nicht mehr mit ansehen konnte, sprang über Akane und griff sich Ranma. Ranma war so wütend das er gar nicht auf sowas wie seine Deckung geachtet hatte.
Das Ryoga ihn Angriff merkte er erst als es schon zu spät war. Ryoga hielt die Arme seines Freundes, hinter dem Rücken und drehte ihn zu Akane. „Was machst du da, lass mich los" Schrie er und versuchte sich zu befreien. Es war nutzlos, Ryoga war ihm Kräftemässig überlegen.
