IX. Sir Rupert
Das Geklapper der Hufe ihrer Pferde auf dem harten Sandboden der Straße, die durch die untere Stadt von Camelot führt, geht im Stimmengewirr und der morgendlichen Betriebsamkeit beinahe unter. Es ist ein sonniger Morgen und Arthur nimmt sich heute bereits zum dritten Mal seit seiner Krönung einen Vormittag lang Zeit, um durch die Stadt unterhalb des Schlosses zu reiten. Anders, als sein Vater es immer gehandhabt hat, wird Arthur jedoch nicht von einem großen Gefolge seiner Ritter in ihren roten Umhängen begleitet. Uther ist immer darauf bedacht gewesen, vor seinen Untertanen Stärke und Erhabenheit zu demonstrieren, um sicher zu stellen, dass niemand vergaß, welche Strafe darauf stand, sich ihm zu widersetzen oder ihm nicht den gebührenden Respekt zu zollen. Aus demselben Grund ließ er vermeintliche Zauberer und Hexen auch stets öffentlich im Innenhof des Schlosses hinrichten.
Arthur hat nur zwei seiner Ritter dabei, Galahad und Leon, die am Ende ihrer kleinen Gruppe reiten. Neben ihm sitzt Merlin auf seinem Pferd und ein Stück dahinter reiten Morgana und Lady Evaine. Arthurs Bestreben ist es, den Menschen zu zeigen, dass er kein unnahbarer König ist, der sie aus seinem Schloss heraus regiert, sondern dass er auch ein offenes Ohr für die Anliegen der einfachen Leute hat. Aus diesem Grund lässt Arthur seine kleine Gruppe auf ihrem Weg durch die Straßen ein paar Mal anhalten und Morgana versucht mit einigen Menschen zu reden, die ihr jedoch nur einsilbige und betont höfliche Antworten auf ihre Fragen geben. Am Ende der oberen Stadt traut sich dann jedoch ein kleines Mädchen vom Arm seiner Mutter aus Morgana schüchtern zuzuwinken und als Morgana die Geste mit einem strahlenden Lächeln erwidert, scheint das Eis gebrochen zu sein. Von da an sind die Menschen etwas weniger eingeschüchtert von Arthur und seinem Gefolge, und obwohl sie den Pferden nach wie vor respektvoll Platz machen, eilen die Leute nicht mehr mit gesenkten Köpfen auseinander, wenn ihr König sich nähert.
Arthur lässt seinen Blick über die Menschen wandern, aber mit seinen Gedanken ist er bei dem Gespräch, das er heute Morgen mit Lady Trudith geführt hat. Sie fing ihn in einem der Korridore ab und fragte ihn, ob er bereits ein geeignetes Pferd gefunden hätte, auf dem er seinem Vater erlauben würde einen kurzen Ritt durch die umliegende Umgebung des Schlosses zu machen. Zwar hat Arthur bei ihrem letzten Gespräch über dieses Thema noch nicht ausdrücklich sein Einverständnis zu diesem Vorhaben gegeben, aber er hat versprochen darüber nachzudenken und indem er ihr Anliegen nicht grundsätzlich abgelehnt hat, gab er im Grunde bereits seine Erlaubnis dazu. Bis jetzt hat er allerdings noch keine Zeit gehabt tatsächlich darüber nachzudenken und so vertröstete er Lady Trudith an diesem Morgen ein weiteres Mal.
„Arthur?"
Arthur dreht den Kopf ruckartig zu Merlin hinüber, als er seinen Namen hört. „Was?"
Merlin mustert ihn kritisch und schüttelt schließlich den Kopf. „Du hast nicht ein Wort von dem gehört, was ich gerade gesagt habe, oder?"
Arthur verzieht das Gesicht und seufzt. „Tut mir leid, ich war mit meinen Gedanken woanders. Was hast du denn gesagt?"
„Ich habe gesagt, dass der neue Brunnen den Menschen in der unteren Stadt das Leben um einiges leichter machen wird", antwortet Merlin. „Dein Vater hätte den Bau schon vor Jahren anordnen sollen."
Arthur wird bewusst, dass sie gerade an dem kleinen Marktplatz der unteren Stadt vorbeigeritten sind, wo an dem neuen Brunnen gearbeitet wird, dessen Bau Arthur erst vor ein paar Tagen angeordnet hat. Die Arbeiten gehen gut voran und die Männer haben bereits ein tiefes Loch gegraben. Noch sind sie nicht auf das Grundwasser gestoßen, aber dem Zeitplan zufolge, sollte es im Laufe des morgigen Tages soweit sein. Dann müssen die Bewohner der unteren Stadt nicht mehr jeden Tag den langen Weg zu dem Brunnen in der oberen Stadt oder zu den Pumpen im Schlosshof auf sich nehmen.
„Ich bin ihm auch schon seit Jahren deswegen in den Ohren gelegen, aber er wollte ja nichts davon hören", sagt Arthur mit einem Kopfschütteln.
„Ja, damals", antwortet Merlin ihm mit einem amüsierten Grinsen und Arthur wird bewusst, dass Merlin recht hat.
In dieser Zeit hat Arthur mit seinem Vater noch nie über einen neuen Brunnen für die untere Stadt gesprochen, denn in dieser Zeit hat er auch keine Nacht in Guineveres Haus verbracht und dabei gesehen, dass sie jedes Mal, wenn sie Wasser holen will, bis zu den Brunnen in der oberen Stadt gehen muss. Arthur hatte vorher nie einen Gedanken daran verschwendet, dass es in der unteren Stadt keinen Brunnen gegeben hat, bis er sich anlässlich des Turniers, bei dem er unerkannt als Sir William aus Deira beim Lanzenstechen angetreten ist, in Guineveres Haus versteckt hat. Als Dankeschön dafür, dass sie ihr Haus zur Verfügung gestellt und ihnen geholfen hatte, den Bauern einzukleiden, den sie angestellt hatten, um die öffentlichen Auftritte als Sir William zu übernehmen, hatte Arthur versucht, ein Abendessen für Guinevere zu kochen, wobei er jedoch kläglich gescheitert war. Arthur schmunzelt, als er sich daran erinnert.
„Also, worüber hast du zuvor so angestrengt nachgedacht?", fragt Merlin schließlich und holt Arthur damit wieder in die Gegenwart zurück.
Er seufzt, als er wieder an Lady Trudith denkt. „Kurz bevor du und Leon mit… unserem Gast zurückgekommen seid, hatte mich Lady Trudith gefragt, ob sie mit meinem Vater einen Ausritt außerhalb der Burgmauern unternehmen könnte, um ein Picknick zu machen."
„Und was hast du ihr geantwortet?", fragt Merlin neugierig.
Arthur macht eine hilflose Geste mit einer Hand, während er mit den Schultern zuckt. „Ich habe gesagt, dass ich darüber nachdenken werde, und dass sie natürlich einige der Ritter mitnehmen müsste."
„Klingt vernünftig", entgegnet Merlin. „Und hast du? Darüber nachgedacht, meine ich?"
„Ja, aber ich weiß immer noch nicht, was ich ihr sagen soll und sie hat mich heute Morgen gefragt, ob ich schon eine Entscheidung getroffen hätte."
Merlin scheint einen Moment lang zu überlegen, bevor er den Kopf schief legt. „Nun ja, ich denke, dein Vater sollte sicher sein, wenn ihn ein paar der Ritter begleiten und sie in der Nähe des Schlosses bleiben."
„Ja, vermutlich", meint Arthur, bevor er Merlin vielsagend ansieht. „Außer irgendein Zauberer kommt auf die Idee die Gelegenheit zu nutzen und zu versucht meinen Vater umzubringen."
Merlin senkt seine Stimme, als er seine nächsten Worte spricht. „Ich könnte sie auch begleiten, wenn du willst."
Arthur wirft Merlin einen skeptischen Blick zu. „Das würdest du tun?"
„Sicher", entgegnet Merlin leichthin. „Er ist schließlich dein Vater und er scheint mich mittlerweile sogar wirklich zu mögen."
Arthur kann nicht anders, er starrt Merlin einen Moment lang an. Es ist schließlich nicht so, als ob Uther sich aus freien Stücken heraus geändert hätte und Merlin ihm deswegen eine zweite Chance geben will. Merlin macht dieses Angebot vielmehr nur Arthur zuliebe.
„Danke. Ich weiß das wirklich zu schätzen", sagt Arthur mit rauer Stimme. Dann räuspert er sich kurz. „Aber das löst noch nicht das andere Problem, das ich mit Lady Trudiths Unternehmung habe."
„Und das wäre?"
„Na ja, das letzte Mal als mein Vater auf einem Pferd gesessen ist, ist er gestürzt und hat sich dabei so schwer verletzt, dass er nicht länger in der Lage ist über Camelot zu herrschen", gibt Arthur zu bedenken.
Merlin setzt zu einer Antwort an, sieht sich dann jedoch kurz zu Morgana und Lady Evaine um. Die beiden sind zwar ein Stück hinter ihnen, aber Merlin senkt dennoch seine Stimme zu einem Flüstern. „Aber das war nicht die Schuld des Pferdes."
„Ja, wir wissen das", antwortet Arthur ebenfalls leise. „Aber der Rest von Camelot würde es für sehr leichtsinnig halten, wenn ich meinem Vater erlauben würde, in seinem Zustand so kurz nach seinem Unfall wieder auf ein Pferd zu steigen."
„Na ja es muss ja nicht sein Streitross sein", meint Merlin daraufhin. „Ich bin sicher, es gibt in Camelots Ställen ein Pferd, das gutmütig und leicht zu reiten ist."
Genau dasselbe hat Lady Trudith auch gesagt und Arthur schmunzelt, während sein Blick auf Merlins Stute Llamrei fällt, die in einem gemächlichen Schritttempo neben Arthurs Hengst hergeht.
„Ja", sagt Arthur mit einem Grinsen. „Deins."
„Huh", sagt Merlin daraufhin und legt die Stirn in Falten. „Wenn ich jetzt so darüber nachdenke, dann bin ich noch nie von Llamrei heruntergefallen."
Arthur schnaubt leise. „Das wiederum ist eindeutig der Verdienst des Pferdes gewesen."
Merlin klappt der Mund auf und er sieht Arthur entrüstet an. „Was soll das denn bitte heißen? Ich bin ein sehr guter Reiter und falls ich einmal etwas aus dem Gleichgewicht gekommen bin, dann nur, weil wir angegriffen wurden."
„Uh huh", meint Arthur, während er vergeblich versucht, ein Grinsen zu unterdrücken.
Merlin wirft ihm einen empörten Blick zu. „Vielen Dank für dein Vertrauen in meine Fähigkeiten."
„Oh, ich habe das allergrößte Vertrauen in deine Fähigkeiten", versichert Arthur und wirft Merlin einen vielsagenden Blick zu. „Nur nicht in deine reiterlichen Fähigkeiten."
Merlin verkneift sich ein Grinsen und gibt sich alle Mühe Arthur noch einmal eindringlich anzusehen. „Zu meiner Verteidigung möchte ich vorbringen, dass ich vor meiner Ankunft in Camelot noch nie auf einem Pferd gesessen bin."
„Ich bin sicher, Llamrei hat sich geehrt gefühlt, dass sie dein erstes Mal gewesen ist", antwortet Arthur und wackelt mit den Augenbrauen.
Merlin scheitert nun endgültig daran nicht zu grinsen und Arthur geht es nicht anders. Sie sehen sich einen Moment lang grinsend an, bevor Arthur seinen Blick wieder auf die Straße richtet und dann tief durchatmet.
„Aber selbst wenn ich meinen Vater auf Llamrei setzen würde, wäre mir trotzdem nicht wohl dabei. Ganz gleich ob du dabei bist oder nicht. In bin mir einfach nicht sicher, ob mein Vater in seinem Zustand in der Lage wäre, im Falle eines Angriffs schnell genug zu begreifen, was passiert und entsprechend zu reagieren. Ich wünschte, es gäbe eine Möglichkeit, dass das Pferd die richtigen Entscheidungen für ihn treffen könnte", mein Arthur und seufzt, da ihm natürlich klar ist, dass dieser Wunsch vollkommen abwegig ist.
„Na ja… ich könnte mit dem Pferd reden", schlägt Merlin vor.
Arthur schnaubt und rollt mit den Augen. „Ja, natürlich Merlin."
„Ich meine nicht mit Worten", antwortet Merlin und sieht Arthur dann vielsagend an.
Arthur runzelt die Stirn. „Du meinst …?", beginnt er, bricht dann jedoch wieder ab und sieht Merlin erstaunt an. „Das könntest du?"
Merlin zuckt mit den Schultern. „Ja, das glaube ich zumindest. Ich habe es noch nie versucht, aber es sollte möglich sein. Wir sollten uns dafür aber ein Pferd aussuchen, dass zu den intelligenteren Tieren gehört. Nicht, dass du nicht ein wunderbares Pferd bist, Llamrei", sagt er und klopft seine Stute am Hals. „Aber Hengroen ist immer ein wenig aufmerksamer, wenn du weißt, was ich meine."
Llamrei schnaubt wie zu einer Antwort und schüttelt den Kopf, aber das tut sie wohl nur um eine Fliege zu verscheuchen, während sie gemächlich mit zurückgelegten Ohren die Straße entlang trottet.
Arthur überlegt währenddessen, welches Pferd dafür infrage komme würde und nach einem Moment tritt ein Grinsen auf sein Gesicht.
„Ich glaube ich weiß das perfekte Pferd dafür."
Nachdem sie wieder im Schloss sind und ihre Pferde an die Stallburschen übergeben haben, damit sie abgesattelt und versorgt werden können, führt Arthur Merlin an den Reihen der Pferde vorbei bis zu einer Box ganz am Ende des hinteren Stalles. Arthur bleibt davor stehen und einen Moment darauf, schiebt sich ein grau getupfter Pferdekopf über die Tür.
„Sein Name ist Gringolet", sagt Arthur und betrachtet den Hengst, der sie aus seinen dunklen Augen heraus beobachtet und aufmerksam die Ohren spitzt. Nach einem Moment hebt Arthur eine Hand und streichelt Gringolet über die weiche Nase. „Mein Vater hat ihn zu seinem neuen Streitross ausbilden lassen. Er ist jetzt neun Jahre alt und obwohl seine Mähne noch fast schwarz ist, wird er in ein paar Jahren schneeweiß sein. Er hat letzten Winter sein Training beendet und er ist eines der stärksten und schnellsten Pferde in Camelot. An dem Tag, an dem der Unfall passiert ist, hätte mein Vater eigentlich auf ihm reiten sollen, aber Gringolet hatte an dem Morgen ein Hufeisen verloren."
Gringolet drückt seine Nase gegen Arthurs Hand und Arthur schiebt seine Hand höher, um den Hengst an der Stirn zu kraulen. Merlin betrachtet das Pferd neugierig und obwohl Arthur weiß, dass Merlin nicht viel Ahnung von Pferden hat, ist er sich doch sicher, dass Merlin sieht, was für ein besonders schönes Tier Gringolet ist.
„Und er ist intelligent?", fragt Merlin schließlich.
Arthur nickt und zeigt dann auf eine Kette, die an dem oberen der zwei Riegel an der Boxentüre befestigt ist.
„Siehst du die Kette an der Tür? Gringolet hat herausgefunden, wie er den Riegel aufmachen kann. Die Stallburschen haben einen zweiten Riegel an der Tür angebracht, nachdem er das erste Mal ausgebrochen ist. Am Morgen darauf fanden sie Gringolet allerdings schon wieder neben dem Heuhaufen, den er bereits zur Hälfte aufgefressen hatte. Seitdem ist an dem oberen Riegel noch eine Kette befestigt."
Als ob das Pferd ihre Unterhaltung verstanden hätte, senkt es den Kopf und macht sich mit seinen Zähnen an dem oberen der beiden Riegel zu schaffen. Als dieser jedoch von der Kette an Ort und Stelle gehalten wird, schüttelt der Hengst unwirsch den Kopf und fasst Arthur und Merlin mit einem beinahe vorwurfsvollen Blick wieder ins Auge.
Arthur schmunzelt. „Siehst du, was ich meine?" Er streichelt dem Pferd erneut über die dunklen Nüstern und der Hengst stupst ihn daraufhin sanft an.
„In Ordnung, dann versuchen wir es", verkündet Merlin und öffnet zuerst die Kette und dann die beiden Riegel an Gringolets Tür.
Arthur öffnet die Box und Gringolet geht gehorsam ein paar Schritte zurück, als Merlin und er die Box betreten. Merlin stellt sich vor den Hengst und hebt eine Hand, die er dem Tier auf die Stirn legt. Der Hengst mustert ihn mit seinen dunklen Augen und klappt seine Ohren nach hinten, bleibt aber bewegungslos stehen. Merlin schließt die Augen und eine ganze Zeit lang stehen er und das Pferd einfach nur da, ohne dass etwas passiert.
Arthur beobachtet die Szene vor sich zuerst gespannt, doch nach einiger Zeit seufzt er schließlich resigniert.
„Es ist nicht schlimm, wenn es nicht funktioniert, wir können auch…", beginnt er, doch er bricht abrupt ab, als Merlin in genau dem Moment erstickt nach Luft schnappt.
Das Pferd legt mit einem Mal die Ohren eng zurück, bläht seine Nüstern und Arthur glaubt seinen Augen nicht zu trauen, als die dunklen Augen des Tieres golden aufleuchten. Sowohl Merlin als auch Gringolet sind mitten in der Bewegung erstarrt und als Arthur zu Merlin sieht, bemerkt er, dass Merlin das Pferd mit weit aufgerissenen, golden leuchtenden Augen anstarrt. Plötzlich schüttelt der Hengst unwirsch den Kopf hin und her und weicht nach hinten zurück, während er die Augen verdreht und der goldene Schimmer wieder verschwindet. Merlin reagiert allerdings nicht darauf und seine Hand, die zuvor auf Gringolets Stirn gelegen hat, fällt einfach kraftlos herunter.
„Merlin?", fragt Arthur alarmiert.
Merlin antwortet jedoch nicht und im nächsten Moment sackt er in sich zusammen.
Arthur stürzt geistesgegenwärtig nach vorne, um ihn aufzufangen und bewahrt Merlin davor zu Boden zu fallen.
„Merlin! Was ist passiert? Merlin!"
Merlin hat die Augen geschlossen und er bewegt sich nicht, als Arthur ihn sachte zu Boden gleiten lässt. Unschlüssig, was er tun soll, wirft Arthur einen Blick auf das Pferd. Der Hengst wirft immer noch den Kopf von einer Seite zur anderen und schnaubt immer wieder aufgeregt, während er mit den Vorderhufen auf den Boden stampft. Arthur weiß nicht, was gerade passiert ist, aber irgendetwas ist furchtbar schiefgegangen und kalte Angst steigt in ihm hoch.
„Hilfe! Ich brauche Hilfe hier drin!", ruft er laut, während er Merlin rückwärts aus der Box heraus zieht.
Einen Moment darauf hört Arthur Schritte und zwei Stallburschen kommen in den Stall gerannt.
„Sire, geht es Euch gut? Was ist passiert?", fragt der ältere der beiden Männer, als sie Arthur und Merlin erreichen, aber Arthur schüttelt den Kopf.
„Mir fehlt nichts. Merlin ist zusammengebrochen. Wir müssen ihn zu Gaius bringen, schnell! Hilf mir, ihn zu tragen!"
Der ältere der beiden Männer greift nach einem von Merlins Armen und Arthur legt sich Merlins anderen Arm um die Schulter.
„Schließ die Tür und niemand fasst das Pferd an!", weist Arthur den anderen Mann scharf an, bevor er und der andere Stallbursche Merlin eilig nach draußen und hinauf ins Schloss tragen.
Kurz darauf stößt Arthur die Tür zu Gaius' Räumen auf, die daraufhin krachend gegen die dahinterliegende Wand schlägt.
Gaius steht an einem seiner Tische und er legt hastig ein kleines in Leder gebundenes Buch aus den Händen, als er Arthur und den Stallburschen sieht, die einen bewusstlosen Merlin zwischen sich tragen.
„Sire, was ist passiert?", fragt Gaius drängend, während er zu ihnen hinübereilt.
Arthur schüttelt den Kopf. „Ich weiß es nicht, er hat auf einmal das Bewusstsein verloren. Ich kann ihn nicht aufwecken!"
„Bringt ihn hier herüber!", sagt Gaius und zeigt auf das Bett, das hinter einem der Tische steht.
Arthur und der Stallbursche legen Merlin darauf und Gaius beugt sich sofort mit zusammengezogenen Augenbrauen über ihn und fühlt mit der Hand Merlins Puls, bevor er zuerst das eine und dann das andere Augenlid hochzieht.
„Sagt mir genau, was passiert ist", fordert Gaius Arthur schließlich auf.
Arthur öffnet den Mund, um zu antworten, bemerkt dann aber, dass der Stallbursche immer noch neben ihm steht und wendet sich stattdessen an diesen.
„Geh zurück in den Stall und schließ die Tür. Niemand geht hinein, bis ich einen anderen Befehl gebe!"
Der Mann nickt gehorsam, wenn auch mit einem verwirrten Ausdruck auf dem Gesicht, bevor er sich umdreht und mit schnellen Schritten den Raum verlässt.
Arthur sieht ihm nach, bis die Tür hinter ihm ins Schloss fällt. Als er den Kopf dann wieder zu Gaius dreht, sieht er, dass der alte Mann ihn mit einem zu tiefst besorgten Ausdruck auf dem Gesicht mustert, während er immer noch über Merlin gebeugt ist. Arthur atmet ein Mal tief durch. So hat er sich dieses Gespräch nicht vorgestellt, aber Merlins Leben steht auf dem Spiel und deshalb hat er keine andere Wahl. Wenn jemand Merlin helfen kann, dann Gaius.
„Merlin hat seine Magie benutzt, als er zusammengebrochen ist."
Gaius sieht für einen Moment vollkommen erstarrt aus, bevor er sich langsam aufrichtet, ohne Arthur dabei aus den Augen zu lassen. Der Ausdruck auf seinem Gesicht ist nicht zu deuten und es dauert einen Moment, bis er begreift, warum Arthur nicht vollkommen entsetzt und verärgert ist.
„Ihr wisst Bescheid", stellt Gaius schließlich mit leiser Stimme fest.
Arthur nickt knapp. „Ja, ich weiß es, seit Ihr uns an diesem Morgen zusammen im Bett gefunden habt. Merlin… hat es mir am Abend zuvor gesagt."
Gaius zieht erstaunt die Augenbrauen nach oben und er hat die Stirn in Falten gelegt, während er Arthur argwöhnisch mustert.
Arthur schüttelt jedoch den Kopf und macht eine ungeduldige Handbewegung. „Darüber können wir später reden, Gaius. Weder Ihr noch Merlin habt irgendetwas von mir zu befürchten. Jetzt müsst Ihr ihm helfen, bitte!"
Gaius sieht Arthur noch einen Moment lang an, dann nickt er. „Wozu hat Merlin seine Magie benutzt, als er zusammengebrochen ist?", fragt er, während er eine Hand auf Merlins Stirn legt.
„Er hat versucht, mit einem der Pferde zu reden."
Gaius sieht erstaunt auf. „Warum sollte er so etwas tun wollen?"
Arthur schüttelt den Kopf und die ganze Sache kommt ihm mit einem Mal fürchterlich dumm vor. „Lady Trudith möchte mit meinem Vater einen Ausritt unternehmen und wir haben versucht, dem Pferd begreiflich zu machen, dass es besonders vorsichtig sein muss, wenn man Vater auf seinem Rücken sitzt."
„Was für einen Zauberspruch hat Merlin verwendet?", fragt Gaius daraufhin. „Erinnert Ihr Euch noch an die Worte?"
Arthur verzieht das Gesicht. „Er hat keinen Zauberspruch verwendet. Er hat nur seine Hand auf die Stirn des Pferdes gelegt und seine Augen geschlossen. Eine Zeit lang ist nichts passiert, und ich dachte es würde nicht funktionieren, aber dann sind sie beide erstarrt und die Augen des Pferdes haben in demselben Gold aufgeleuchtet wie Merlins. Und dann ist er zusammengebrochen. Ich weiß nicht, was passiert ist. Ich habe ihn hierher gebracht so schnell ich konnte."
Gaius folgt Arthurs Ausführungen mit starrer Miene und schließlich nickt er grimmig. „Ich glaube ich weiß, was Merlin getan hat, Sire und wenn ich recht habe, dann sollten wir sehr dankbar dafür sein, dass er noch am Leben ist."
„Was hat er getan?", fragt Arthur tonlos und Gaius sieht ihn eindringlich an.
„Mit Tieren zu sprechen ist nicht so einfach, wie es vielleicht klingen mag", erklärt Gaius. „Sie denken nicht wie wir es tun, sondern werden von ihren Instinkten geleitet. Sie können keine komplexen Gedanken verstehen. Wenn ein Zauberer mit einem Tier reden möchte, dann ist das nur in sehr einfachen Strukturen möglich. Ich denke, dass Merlin diese Begrenzungen erkannt hat und daraufhin versuchen wollte, das Verständnis des Pferdes mit Magie zu erweitern. Und in diesem Bestreben hat er dem Pferd ein intelligentes Bewusstsein gegeben. Der einzige Grund, warum Merlin noch am Leben ist und ihn die unglaubliche Menge an Magie nicht augenblicklich umgebracht hat, ist, dass Merlin ein sehr mächtiger Zauberer ist."
„Der mächtigste Zauberer aller Zeiten", sagt Arthur leise und als er aufblickt, sieht er Gaius' misstrauischen Gesichtsausdruck.
Arthur seufzt schwer und schließt für einen Moment die Augen. Er wird Gaius einige Fragen beantworten müssen, wenn das hier vorüber ist.
„Wird er sich wieder erholen?", fragt Arthur schließlich mit belegter Stimme und zu seiner großen Erleichterung nickt Gaius.
„Ich denke ja, Sire. Er hat sich sehr verausgabt und er braucht Zeit, um wieder zu Kräften zu kommen, aber dann wird er wieder ganz der Alte sein."
Arthur atmet hörbar aus und er spürt, wie ihm leichter ums Herz wird. Während sein Blick auf Merlin ruht, der bewegungslos auf dem Bett liegt, erreichen ihn schließlich Gaius' Worte von zuvor und mit einem Mal wird Arthur bewusst, dass sich Merlin, bei dem Versuch mit einem Pferd zu reden, beinahe umgebracht hätte. Arthur hätte ihn beinahe verloren und das nur, weil er ihn gefragt hat, ob er mit einem Pferd reden kann. Die ganze Situation ist so absurd, dass Arthur laut auflachen könnte, wenn ihm nicht die Verzweiflung im selben Augenblick die Kehle zuschnüren würde.
„Hat das Pferd etwas zu Euch gesagt, Sire?"
Arthur hebt den Kopf und sieht Gaius auf diese Fragen hin vollkommen entgeistert an.
„Hat das… was? Nein?! Es ist ein Pferd, es kann nicht sprechen!" Gaius' Miene ist jedoch ernst und Arthur stockt. „Oder doch?"
„Wenn es Merlin gelungen ist, das zu tun, was ich vermute, dann ist es sehr wohl möglich, dass dieses Pferd jetzt tatsächlich in der Lage ist zu sprechen", antwortet Gaius. „Nicht mit einer menschlichen Stimme natürlich, aber so wie sich die Druiden und andere Zauberer miteinander unterhalten. Sie benutzen Magie, um Worte in Gedanken auszutauschen."
Arthur braucht einen Moment, bis er die Vorstellung von einem sprechenden Pferd verarbeitet hat, aber er schiebt den Gedanken bei Seite und fährt sich mit einer Hand über das Gesicht. „Gibt es irgendetwas, dass Ihr für Merlin tun könnt?", fragt er stattdessen.
Gaius schüttelt den Kopf. „Ich fürchte nicht, Sire. Er muss nur wieder zu Kräften kommen."
Arthur sieht auf Merlins regungslose Gestalt hinunter und nickt. „Ich werde bei ihm bleiben."
„Sire, ich denke nicht…", beginnt Gaius, doch Arthur unterbricht ihn.
„Ich werde bei ihm bleiben!", sagt er entschieden.
Gaius senkt respektvoll den Blick, bevor er nickt. „Natürlich, Sire. Ich wollte nur anmerken, dass es ein paar Tage dauern könnte, bis Merlin das Bewusstsein wiedererlangt."
„Ein paar Tage?", fragt Arthur beklommen.
„Wie ich bereits gesagt habe, Sire, wir sollten sehr dankbar sein, dass Merlin noch lebt", entgegnet Gaius mit einem bedeutungsschweren Blick.
Arthur sieht wieder auf Merlin hinunter. Er hätte ihn heute für immer verlieren können. Allein der Gedanke daran erfüllt Arthur mit solch beklemmender Angst und tiefer Verzweiflung, dass er ihn entschieden von sich schieben muss, um weiter atmen zu können. Er setzt sich auf die Kante des Bettes und greift nach Merlin linker Hand. Merlins Finger sind warm zwischen seinen und Merlins Atem geht ruhig und gleichmäßig, während sich seine Brust mit einer stetigen Bewegung hebt und senkt. Arthur atmet tief durch und er ruft sich wieder in Erinnerung, dass Merlin gesagt hat, dass der Name Emrys in der Sprache der Druiden unsterblich bedeutet. Er weiß nicht, ob Merlin tatsächlich unsterblich ist, oder ob seine Magie einfach nur unvorstellbar mächtig ist, aber es ist Arthur egal, solange es nur bedeutet, dass Merlin an seiner Seite bleibt.
„Ich kann ihn nicht alleine lassen", sagt Arthur schließlich leise, ohne seinen Blick von Merlin abzuwenden. „Sagt Morgana, dass Merlin… sich den Kopf an einem Deckenbalken gestoßen hat, oder so etwas und dass ich bei ihm bleiben werde, zumindest bis heute Abend."
„Sehr wohl, Sire", antwortet Gaius.
„Und schickt Lancelot und Leon, um einen Blick auf das Pferd zu werfen", weist Arthur ihn an und er kann förmlich spüren, wie Gaius ihn mit einer hochgezogenen Augenbraue ansieht, aber es ist ihm egal.
„Glaubt Ihr nicht, dass es besser wäre, wenn ich das erledige, Sire? Für den Fall, dass es Merlin tatsächlich gelungen ist, dem Pferd ein Bewusstsein zu verleihen", gibt Gaius zu bedenken.
Arthur schüttelt den Kopf, ohne aufzusehen. „Nein. Ich möchte, dass Ihr so schnell wie möglich wieder zurückkommt, falls Merlin Euch braucht. Lancelot und Leon wissen beide über Merlins Magie Bescheid."
„Natürlich, Sire", antwortet Gaius nach einem Moment gehorsam, doch Arthur hört an seiner Stimme, dass es ihm missfällt, dass noch mehr Leute von Merlins Magie wissen, ganz besonders zwei der Ritter, die geschworen haben Camelots Gesetze vollstrecken.
Arthur lässt seinen Blick jedoch auf Merlin ruhen und beachtet Gaius nicht weiter. Kurz darauf hört er, wie die Tür hinter Gaius ins Schloss fällt und er ihn mit Merlin alleine lässt.
„Ich kann nicht glauben, was wir hier tun", murmelt Sir Leon mit einem Kopfschütteln leise vor sich hin, während er und Lancelot zusammen über den Hof in Richtung der Stallungen gehen.
Lancelot wirft einen vorsichtigen Blick zu König Arthurs erstem Ritter hinüber. Er kennt den anderen Mann noch nicht lange und es fällt ihm schwer, Sir Leon einzuschätzen. Die anderen Ritter respektieren ihn, selbst die Älteren unter ihnen und soweit Lancelot weiß, hat Sir Leon Uther immer treu gedient. Gerade deswegen überrascht es ihn, dass Sir Leon von Merlins Magie weiß, und dass der König ihm scheinbar bedingungslos vertraut. Lancelot fragt sich, was Sir Leon wohl denken würde, wenn er wüsste, dass Lancelot kein Adliger ist. Bis jetzt ist Lancelot fest davon überzeugt gewesen, dass gerade der geradlinige und förmliche Sir Leon der erste wäre, der damit ein Problem hätte, aber jetzt ist er sich da nicht mehr so sicher.
Sir Leon scheint zu bemerken, dass Lancelot ihn von der Seite her mustert und dreht den Kopf. „Was ist?"
Lancelot schüttelt den Kopf. „Gar nichts", sagt er und zuckt dann unbeholfen mit den Schultern. „Und wir tun nicht wirklich etwas. Wir werfen nur einen Blick auf das Pferd."
„Ganz genau", entgegnet Sir Leon spitz. „Wir werfen einen Blick auf ein Pferd, um zu sehen, ob es mit uns spricht." Er sieht Lancelot mit einem auffordernden Blick an. „Und jetzt möchte ich, dass Ihr mir sagt, was an dieser Aussage nicht stimmt."
Lancelot zögert einen Augenblick lang, bevor er antwortet. „Scheinbar nichts, wenn wir dem, was Gaius gesagt hat, Glauben schenken dürfen."
„Und genau da liegt das Problem", antwortet Sir Leon mit einer ausladenden Handbewegung. Er klingt jedoch nicht wütend, sondern vielmehr resigniert. „Ich kann akzeptieren, dass Merlin ein Zauberer ist und ich habe gesehen, wie er einen Ball aus purem Licht und eine Wand aus Wasser erschaffen hat, aber ein Pferd in eine sprechende und denkende Kreatur zu verwandeln?" Sir Leon schnaubt leise und schüttelt den Kopf. „Und ich dachte, ich hätte in Camelot bereits alles gesehen, nachdem uns über die Jahre hinweg ein Zauberer nach dem anderen angegriffen hat."
Lancelot zieht die Augenbrauen zusammen, sagt jedoch nichts, da sie den Stall erreichen und Sir Leon die Tür öffnet, die von den Stallburschen auf Arthurs Anweisung hin verriegelt worden ist. Sie betreten den Stall und Sir Leon führt Lancelot zwischen den Reihen der Pferde hindurch bis zur letzten Box auf einer Seite, vor der er stehen bleibt.
„Da wären wir", sagt Sir Leon. „Das ist Gringolet, er sollte König Uthers neues Streitross werden."
Lancelot betrachtet das Pferd, das in der Mitte der Box steht, die Ohren gespitzt hat und sie aus dunklen Augen heraus unter dem Schopf seiner langen und gewellten dunkelgrauen Mähne aufmerksam ansieht.
„Und was tun wir jetzt?", fragt Lancelot schließlich und wirft einen Blick zu Sir Leon hinüber.
Sir Leon zuckt jedoch unbeeindruckt mit den Schultern. „Ich habe nicht die geringste Ahnung. Warum lasst Ihr Euch nicht etwas einfallen, wie wir herausfinden können, ob Merlin es tatsächlich geschafft hat, das Pferd mit Magie in eine intelligente Kreatur zu verwandeln?"
Lancelot ignoriert den spöttischen Tonfall in Sir Leons Stimme und legt nachdenklich den Kopf schief. „Ich denke, wir sollten dem Pferd eine Frage stellen und abwarten, ob wir eine Antwort bekommen? Wenn es jetzt wirklich intelligent ist, dann sollte es verstehen, was wir sagen."
Bevor Sir Leon jedoch antworten kann, macht der Hengst in der Box ein paar Schritte auf sie zu und im nächsten Moment, hört Lancelot eine tiefe männliche Stimme in seinem Kopf.
„Mein verehrten Herren Ritter, auch wenn es durchaus erheiternd ist, euer Wortgefecht zu verfolgen, erlaubt mir diese Unterhaltung in beträchtlichem Maße zu verkürzen. Ich kann euch in der Tat verstehen."
Lancelot dreht den Kopf zu Sir Leon hinüber und dem überraschten Ausdruck auf Sir Leons Gesicht nach zu schließen, hat auch er die Stimme in seinem Kopf gehört. Lancelot sieht sich kurz nach allen Seiten hin um, aber sie sind nach wie vor allein im Stall und als er seinen Blick wieder auf das Pferd richtet, mustert es ihn und Sir Leon abwartend.
„Das warst du? In unseren Köpfen?", fragt Lancelot unsicher und der Hengst legt die Ohren nach hinten.
„Natürlich war ich das. Außer uns ist schließlich niemand hier."
„Also du… kannst alles verstehen, was wir sagen?", fragt Sir Leon noch einmal nach und das Pferd schnaubt kurz, bevor es antwortet.
„Bedauerlicherweise. Es war sehr viel geruhsamer, als ich noch nicht jedes Wort verstehen konnte, das die Menschen sagen, aber andererseits wäre ich so auch nicht in der Lage euch zu fragen, ob ihr wohl die Güte hättet, mir noch einen Armvoll Heu herüber zu bringen. Der alte William ist in der Früh immer sehr sparsam, was das Verteilen des Heus angeht."
Lancelot tauscht einen kurzen Blick mit Sir Leon, der mit den Schultern zuckt und dann eine Kopfbewegung in Richtung des Heuhaufens macht, der sich gegenüber von Gringolets Box unter der Dachluke befindet. Lancelot geht hinüber, nimmt einen großen Armvoll Heu und trägt ihn zurück zu Gringolets Box, wo er das Heu über die Tür in die Box wirft.
Das Pferd neigt den Kopf zu etwas wie einem Nicken. „Vielen Dank." Dann senkt der Hengst seinen Hals und beginnt zu fressen.
„Ähm, nichts zu danken… Gringolet", entgegnet Lancelot etwas unbeholfen.
Das Pferd hebt seinen Kopf daraufhin wieder, schüttelt seine Mähne und schnaubt, während es eine Büschel Heu frisst. „Ich wäre Euch sehr verbunden, wenn Ihr es unterlassen würdet, mich bei diesem Namen zu nennen. Ich habe ihn mir nicht ausgesucht und deshalb möchte ich, dass Ihr mich von nun an mit Sir Rupert ansprecht." [6]
Sir Leon zieht die Augenbrauen nach oben und sieht das Pferd ungläubig an. „Sir Rupert?", fragt er, als ob er sich verhört hätte, aber der Hengst sieht ihn unbeeindruckt an und entlastet eines seiner Hinterbeine, während er auf den letzten Halmen Heu in seinem Maul herumkaut.
„Aber selbstverständlich, Sir Leon. Ich wurde als Streitross eines Königs ausgebildet. Ich verdiene den Ritterschlag in gleichem Maße wie Ihr."
Sir Leon klappt der Mund auf, als er das hört, doch bevor er Zeit hat, sich eine Antwort zu überlegen, spricht Sir Rupert bereits weiter.
„Und wo wir gerade dabei sind, möchte ich Euch außerdem bitten mit König Arthur darüber zu sprechen mir einen persönlichen Stallburschen zuzuteilen, der sich nicht von einem sprechenden Pferd aus der Fassung bringen lässt und sich damit angemessen um meine Bedürfnisse kümmern kann."
„Ihr wollt einen persönlichen Stallburschen?", fragt Lancelot, da Sir Leon offensichtlich seine Stimme noch nicht wiedergefunden hat, und das Pferd einfach nur anstarrt.
Gleich nachdem die Worte Lancelots Mund verlassen haben, wird ihm bewusst, dass er das Pferd in der Höflichkeitsform angesprochen hat. Es sollte ihm lächerlich vorkommen, aber das tut es seltsamerweise nicht.
„Das möchte ich in der Tat. Mein Sattel muss angepasst werden. Er drückt an der linken Schulter und ich möchte sehen, wir Ihr mit einer verbogenen Brustplatte, die bei jedem Schritt gegen Euer Schlüsselbein drückt, in einen Kampf zieht. Nun, da ich in der Lage bin, meine Anliegen zu äußern, möchte ich, dass man sich darum kümmert."
Lancelot überlegt einen Moment, aber was der Hengst gerade gesagt hat, klingt nachvollziehbar. Er wirft einen Blick zu Sir Leon hinüber und sieht ihn fragend an, während er selbst mit den Schultern zuckt.
Sir Leon öffnet den Mund, um etwas zu sagen, überlegt es sich dann jedoch scheinbar anders und schließt für einen Moment resigniert die Augen. „Gut, in Ordnung, wir werden mit dem König reden."
„Ich bin sicher, er wird Eurem Wunsch entsprechen", fügt Lancelot hinzu und das Pferd neigt den Kopf.
„Ich danke Euch, Sir Lancelot, Sir Leon. Wenn Ihr nun so freundlich wärt, mich meinem Heu zu überlassen, würde ich das sehr begrüßen."
„Aber sicher… Sir Rupert", entgegnet Lancelot höflich, während Sir Leon das Pferd noch für einen langen Moment anstarrt und sich dann zum Gehen wendet.
Lanzelot nickt dem Pferd noch einmal zu, bevor er Sir Leon aus dem Stall hinaus folgt, um dem König Meldung zu machen.
Die Klingen der Schwerter prallen mit einem lauten Klirren aufeinander und Leon und Arthur spannen die Muskeln in ihren Armen an, um dem anderen Parole zu bieten. Ihre Blicke begegnen sich und Arthur hat einen verbissenen Ausdruck in seinen Augen, bevor er Leon einen harten Stoß versetzt, der den anderen Ritter zurück taumeln lässt. Leon lässt sich dadurch jedoch nicht beirren und holt sofort zum Gegenschlag aus, während Arthur ebenfalls zu einem weiteren Angriff ansetzt.
Sie tauschen eine Reihe schneller Schläge aus und Leon gibt sein Bestes, um Arthur nicht die Oberhand gewinnen zu lassen, aber Arthur schlägt mit einer Kraft zu, der Leon kaum etwas entgegenzusetzen hat. Schließlich landet Arthur einen Treffer gegen Leons Oberarm und er will bereits zu einem weiteren Schlag ausholen, doch Leon taucht unter Arthurs Klinge hindurch und stolperte einige Schritt rückwärts, außer Reichweite von Arthurs Schwert, bevor er sich seinen Helm vom Kopf zieht und schwer atmend stehen bleibt. Wenn sie mit echten Schwertern trainieren würden, statt die Trainingsschwerter zu benutzen, dann würde Leon jetzt weit mehr als nur ein paar blaue Flecken davontragen.
Arthur atmet ebenfalls schwer und lässt sein Schwert sinken, bevor er seinen Helm abnimmt. Er nickt Leon knapp zu und Leon erwidert die Geste. Arthur fühlt sich tatsächlich ein klein wenig besser, auch wenn ihm sein Kopf sagt, dass es nur eine Illusion ist. Er hasst es, sich so hilflos zu fühlen und nichts anderes tun zu können, als darauf zu warten, dass Merlin das Bewusstsein wiedererlangt.
Arthur ist den ganze gestrigen Tag über nicht von Merlins Seite gewichen und Gaius hat ihm währenddessen ein ums andere Mal verstohlene Blicke zugeworfen, während Arthur ihn unentwegt ignoriert hat. Schließlich ist Arthur irgendwann nachdem Gaius zu Bett gegangen war, auf seinem Stuhl neben Merlins Pritsche eingeschlafen und als Morgana Arthur heute Morgen in dieser Position gefunden hat, sagte sie ihm, dass Gwen an Merlins Seite bleiben würde, während er zum Trainingsfeld hinuntergehen und mit seinem Schwert auf etwas einschlagen solle. Morgana kann sehr überzeugend sein, wenn sie will und Arthur muss zugeben, dass das Training mit seinen Rittern geholfen hat, ihn auf andere Gedanken zu bringen.
Arthur will gerade seinen Helm wieder aufsetzen, um einen weiteren Kampf, dieses Mal mit Sir Ector, zu beginnen, als er Lancelots Stimme hinter sich hört.
„Sire."
Arthur dreht sich zu ihm um und Lancelot nickt in Richtung eines Dieners, der gerade auf das Trainingsfeld gelaufen kommt. Der Junge bleibt kurz darauf vor Arthur stehen und verbeugt sich hastig.
„Sire, ein Mann ist vorhin in den Schlosshof geritten. Er hat gesagt, er ist Euer Onkel, Agravaine du Bois. Prinzessin Morgana hat ihn in die Ratshalle bringen lassen, bevor sie mich losgeschickt hat, um Euch zu benachrichtigen."
Arthur beißt die Zähne zusammen. Er hat bereits darauf gewartet, dass Agravaine hier auftauchen würde und nun passiert es gerade jetzt, wo Merlin nicht an seiner Seite sein kann. Am liebsten würde Arthur Agravaine für seinen Verrat in der anderen Zeit auf der Stelle niederstrecken. Er ist sich sicher, dass Agravaine, genau wie beim letzten Mal nur deshalb nach Camelot gekommen ist, um ihn auszuspionieren und erneut zu verraten, aber Arthur hat sich vorgenommen Merlins Rat zu befolgen und Agravaine nicht vorschnell zu verurteilen.
„Ist er alleine gekommen?", fragt Arthur und der Junge schüttelt den Kopf.
„Nein Sire, zwei Männer sind bei ihm. Einer von ihnen ist gekleidet wie ein Diener, der anderen trägt ein Schwert."
Arthur nickt nachdenklich. „Danke. Du kannst gehen", sagt er und entlässt den Jungen mit einer Handbewegung. Dann dreht sich Arthur zu seinen Rittern um. „Sir Leon, Sir Lancelot, Sir Galahad, Sir Ector, bitte begleitet mich, um unseren Gast zu begrüßen."
Die Ritter beobachten Arthur, während er zu den Waffenständern geht und sein Trainingsschwert dagegen lehnt, bevor er sich das Schwertgehänge mit Excalibur um die Hüfte bindet. Seine Ritter zögern nicht und legen ebenfalls ihre Trainingsschwerter ab, um ihre richtigen Schwerter wieder an sich zu nehmen. Als ob sie Arthurs Anspannung spüren könnten, formieren sie sich zu zweit an jeder Seite hinter ihm und folgen ihm ins Schloss, wo sie wenig später die Ratshalle betreten.
Morgana und Agravaine stehen vor dem großen Tisch und haben sich anscheinend unterhalten, aber was auch immer Agravaine gerade zu Morgana gesagt hat, er bricht ab und sieht auf, als Arthur und die Ritter durch die Tür kommen.
Arthur geht zu ihnen und er bemüht sich Agravaine nicht offen feindselig gegenüber zu treten.
Agravaine mustert derweil zuerst Arthur und dann die Ritter, die neben ihm Position beziehen, überrascht, doch er versucht, es mit einem Lächeln zu überspielen und breitet die Arme aus. „Arthur, es tut gut dich wieder zu sehen. Es ist zu lange her."
Arthur rührt sich nicht von der Stelle und Agravaine lässt seine Arme wieder sinken, als Arthur keine Anstalten macht auf ihn zuzugehen und ihn mit einer Umarmung zu begrüßen. Aus den Augenwinkeln sieht Arthur, dass Morgana ihn aufmerksam mustert.
Schließlich nickt Arthur zur Begrüßung nur knapp. „Agravaine. Was führt dich nach Camelot?"
Agravaine stockt kurz, bemüht sich dann jedoch Arthur mitfühlend anzusehen. „Ich habe gehört, was deinem Vater zugestoßen ist. Der Unfall, der dazu geführt hat, dass du zum König gekrönt wurdest", sagt er und schüttelt den Kopf. „Es tut mir so leid, Arthur. Es heißt, dass Uther nicht länger der ist, der er einst war und ich bin gekommen, um dir meine Unterstützung und meinen Rat anzubieten. Es muss schwer sein, so plötzlich König zu werden und in deinem jungen Alter ein Land wie Camelot zu regieren."
„Du hast meinen Vater gehasst", entgegnet Arthur ungerührt.
Agravaine starrt ihn kurz an, dann lächelt er und hebt die Hände zu einer eingestehenden Geste. „Es entspricht der Wahrheit, dass ich und Uther seit dem Tod deiner Mutter nicht gut aufeinander zu sprechen waren, aber das liegt in der Vergangenheit. Du bist nicht nur der Sohn deines Vaters, sondern auch der Sohn deiner Mutter, und ich möchte dir dabei helfen die Verantwortung zu schultern, die es mit sich bringt ein Königreich zu regieren, damit deine Mutter stolz auf dich sein könnte."
Arthur lächelt schmal und er würde diesen Worten nur zu gerne Glauben schenken, aber er weiß, dass es nichts als Lügen sind. Sein Onkel kann sehr überzeugend und charismatisch sein und Arthur kann verstehen, warum er ihm in der anderen Zeit geglaubt hat. Doch dieses Mal weiß er es besser.
„Ich muss sagen, ich bin beeindruckt, wie du all das mit solch einer Aufrichtigkeit sagen kannst, Onkel. Du hättest mich fast davon überzeugt, dass deine Absichten ehrenhaft sind. Allerdings hat Sir Lancelot vor nicht allzu langer Zeit mit eigenen Augen beobachtet, wie du in Cenreds Königreich geritten bist und ich weiß, dass du dich mit Cenred getroffen hast, um ein Bündnis mit ihm zu schließen und mich zu stürzen."
Morganas Augenbrauen schießen in die Höhe, aber sie steht einen Schritt versetzt hinter Agravaine, sodass er sie nicht sehen kann.
Agravaine sieht ebenfalls vollkommen überrascht aus und wie Arthur es nicht anders erwartet hat, versucht er sich herauszureden. „Arthur… es muss sich da um einen Irrtum handeln…"
„Einen Irrtum?", fragt Arthur interessiert.
Agravaine nickt bekräftigend. „Aber natürlich. Ich würde mich niemals an einer Verschwörung gegen dich beteiligen und schon gar nicht mit so einem verabscheuungswürdigen Individuum wie Cenred."
Arthur schüttelt den Kopf. „Ich bin wirklich erstaunt, dass du es wagst mir ins Gesicht zu lügen, Onkel. Sir Lancelot, ist das der Mann, den Ihr gesehen habt, als Ihr an der Grenze zu Cenreds Gebiet Patrouille geritten seid?"
Arthur dreht sich nicht um, sondern fixiert weiterhin seinen Onkel. Er ist sich sicher, dass Lancelot mitspielen wird, auch wenn er keine Ahnung hat, wovon Arthur gerade redet.
„Ja, Sire", bestätigt Lancelot ohne zu zögern.
„Und habt Ihr gesehen, wie dieser Mann Cenreds Schloss betreten hat?"
„Das habe ich", antwortet Lancelot. „Er war dieser Mann. Ich bin mir sicher."
Arthur fixiert seinen Onkel mit einem harten Blick. „Was hast du dazu zu sagen, Agravaine?"
Es dauert einen Moment, aber dann verzieht sich Agravaines Gesicht zu einer hässlichen Grimasse und seine Augen leuchten hasserfüllt auf. Bevor Arthur allerdings reagieren kann, macht Agravaine einen Schritt zur Seite, zieht einen Dolch aus seinen Gewändern und packt Morgana, bevor er ihr den Dolch an die Kehle hält.
Arthur flucht innerlich, dass er diese Reaktion nicht hat kommen sehen, während seine Ritter hinter ihm ihre Schwerter ziehen.
„Bleibt, wo ihr seid, oder ich schwöre, ich werde sie töten!", droht Agravaine und Arthur zweifelt nicht daran, dass er diese Drohung wahr machen würde. Er hat Agravaine so lange in die Enge getrieben, bis es keinen Ausweg mehr für ihn gab und er wünscht sich, dass Merlin hier wäre, um zu verhindern, dass Arthurs Fehleinschätzung Morgana das Leben kostet.
Bevor Arthur sich jedoch überlegen kann, was er jetzt tun soll, nimmt Morgana ihm die Entscheidung ab. Sie steigt Agravaine mit dem Absatz ihrer Schuhe kräftig auf den Fuß und lässt einen Augenblick darauf ihren Kopf nach hinten gegen Agravaines Gesicht schnellen. Ein hörbares Knacken ertönt, aber Morgana wartet nicht ab, sondern rammt Agravaine auch noch ihren Ellbogen in den Bauch, bevor sie seine Hand mit dem Dolch wegstößt und aus seiner Reichweite flieht.
Die Ritter bewegen sich sofort nach vorne und umkreisen Agravaine mit gezückten Schwertern. Morgana tritt derweil neben Arthur und sieht Agravaine mit einem kalten Blick an.
Arthur schnaubt amüsiert. Ihm hätte klar sein müssen, dass Morgana keinesfalls hilflos ist und sehr gut auf sich selbst aufpassen kann. Der Dolch, den Agravaine in der Hand gehalten hat, ist zu Boden gefallen und stattdessen umklammert er nun mit beiden Händen seine gebrochene Nase. Er röchelt und Blut tropft ihm über das Kinn auf den Boden.
„Vielleicht hätte ich dich vorher am Leben gelassen", sagt Arthur ohne einen Anflug von Mitleid, während er Agravaines zusammen gekrümmte Gestalt betrachtet. „Aber indem du die Prinzessin von Camelot angegriffen hast, hast du dein Todesurteil unterschrieben."
Agravaine spuckt Blut auf den Boden und fängt an zu lachen, während er sich wiederaufrichtet. „Die Prinzessin von Camelot", höhnt er hasserfüllt. „Sie ist ein Bastard! Dein Vater hat das Andenken deiner Mutter beschmutzt, als er die Frau seines besten Freundes gevögelt hat! Uther war schon immer ein niederträchtiges und widerwärtiges Monster. Zuerst hat er mit seinem unbändigen Wunsch nach einem Erben meine Schwester getötet und dann hat er meinen Bruder Tristan abgeschlachtet und mir genommen, was noch von meiner Familie übrig war. Du bist vielleicht der Sohn meiner Schwester, aber du bist ganz genauso wie dein Vater!"
In der Halle herrscht Totenstille und Arthur spürt, wie Morgana neben ihm vor Wut schäumt, aber Arthur lässt Agravaines Worte nicht an sich heran.
„Ich weiß, was mein Vater dir genommen hat", sagt Arthur ruhig. „Und es gibt nichts, was ich tun könnte, um es ungeschehen zu machen. Er hat deinen Bruder getötet, aber er war nicht verantwortlich für den Tod deiner Schwester. Er wusste nicht, dass meine Mutter den Preis für mein Leben zahlen würde. Uther hat Ygraine geliebt und als sie gestorben ist, hat es ihm das Herz gebrochen."
Agravaine schnaubt, aber es endet in einem erstickten Husten. „Uther Pendragon hat kein Herz. Er ist ein skrupelloses Ungeheuer, das jeden vernichtet, der ihm im Weg steht. Als ich von dem Unfall gehört habe, war ich froh darüber, dass er noch am Leben ist, denn damit hätte ich immer noch die Gelegenheit ihn selbst zu töten!"
Arthur antwortet nicht, sondern macht ein paar Schritte auf Agravaine zu und zieht dabei Excalibur aus der Scheide an seinem Gürtel. Mit einer Bewegung seines Fußes schiebt Arthur den Dolch auf dem Boden außerhalb von Agravaines Reichweite und setzt Agravaine dann die Spitze von Excalibur auf die Brust.
„Sag mir, welche Vereinbarung du mit Cenred getroffen hast, und ich werde dir einen schnellen Tod gewähren."
Agravaine bleckt die Blut verschmierten Zähne. „Ich werde dir gar nichts sagen, Arthur Pendragon. Cenred wird dich wie einen Käfer unter seiner Schuhsohle zerquetschen. Seine Armee ist doppelt so groß wie die von Camelot. Du magst König sein, aber du bist nicht bereit dazu, zu tun, was nötig ist. Camelot ist schwach und du wirst nicht die geringste Chance gegen Cenred haben!"
„Und da liegt dein Fehler, Onkel", erwidert Arthur ungerührt. „Ich bin bereit dazu, das zu tun, was nötig ist."
Mit einer schnellen Bewegung stößt Arthur Excalibur nach vorne und die Klinge bohrt sich durch Agravaines Brust. Agravaines Augen weiter sich entsetzt und er keucht röchelnd auf. Als Arthur das Schwert wieder aus seinem Körper zieht, sackt Agravaine auf dem Boden zusammen, wo er bewegungslos liegen bleibt. Arthur lässt seinen Blick noch einen Moment lang auf seinem Onkel ruhen, bevor er sich zu Morgana und seinen Rittern umdreht.
Morgana hat die Augenbrauen zusammengezogen und ihr Blick ist nicht zu deuten, während die Ritter Arthur noch für einen Moment lang überrascht ansehen und dann ihre Blicke sinken lassen.
„Sir Ector, Sir Leon, ich möchte, dass ihr in den Schlosshof geht und Agravaines Männer in den Kerker bringt. Wenn sie Widerstand leisten, tötet sie."
Leon nickt knapp und er und Ector drehen sich um und verlassen die Halle.
Arthur sieht währenddessen zu Morgana. „Es tut mir leid, dass du das mit ansehen musstest."
„Nein", antwortet Morgana mit einem seltsamen Ton in ihrer Stimme. Dann schüttelt sie den Kopf. „Ich glaube, dass ich es sehen musste. Ich schätze ich habe mich immer gefragt, ob du bereit dazu bist König zu sein und Camelot gegen seine Feinde zu verteidigen. Jetzt weiß ich, dass du bereit bist. Ich dachte nur nicht, dass ich es auf diese Weise herausfinden müsste." Sie lächelt schmal, bevor sie Arthur erwartungsvoll ansieht. „Es gab keine Patrouillen an Cenreds Grenze. Davon hätte ich gewusst."
Arthur nickt. „Du hast recht. Es war ein Bluff. Aber es war einfach zu gut, um wahr zu sein. Und das war es auch. Cenred ist die größte Bedrohung für Camelot. Wenn Agravaine nach einem Verbündeten gesucht hat, um Camelot anzugreifen, dann konnte er es sich nicht leisten wählerisch zu sein. Es war eine Vermutung, aber eine Gute."
Morgana nickt nachdenklich. „Was tun wir jetzt? Wegen Cenred, meine ich?"
„Dass Agravaine nach Camelot gekommen ist, um uns auszuspionieren, legt den Schluss nahe, dass Cenreds Armee keineswegs einsatzbereit ist, auch wenn Agravaine mir das Glauben machen wollte. Das bedeutet, dass wir immer noch Zeit haben", antwortet Arthur und sieht Morgana mit einem grimmigen Lächeln an. „Wir wissen jetzt, dass er kommen wird. Und wir werden bereit sein."
Das Erste, was Merlin wahrnimmt, als er langsam wieder zu sich kommt, ist der Geruch nach verbranntem Rosmarin und Kümmel und beinahe im selben Moment wird er sich seiner fürchterlichen Kopfschmerzen bewusst. Er stöhnt und hebt eine Hand, die er auf seine Stirn presst. Jeder einzelne Muskel in seinem Körper schmerzt. Dann hört er Schritt auf dem Steinboden und als er seine Augen einen Spalt breit öffnet, sieht er Gaius neben sich, der mit einem erleichterten Ausdruck und einem Lächeln auf den Lippen auf ihn hinunterblickt.
„Ich bin sehr froh, dass du endlich wieder aufgewacht bist, Merlin", sagt Gaius. „Wir haben angefangen uns Sorgen zu machen. Wie fühlst du dich?"
„Als ob das Schloss über meinem Kopf eingestürzt wäre", stöhnt Merlin gequält. „Was ist passiert?"
Gaius bedenkt ihn mit einem eindringlichen Blick. „Du hättest dich beinahe umgebracht. Du solltest dankbar sein, dass du noch lebst. Die Menge an Magie, die du benutzt hast, hätte jeden anderen Zauberer umgebracht."
Merlin braucht noch einen Moment, doch dann fällt ihm langsam wieder ein, was passiert ist.
„Das Pferd… ich habe versucht, mit ihm zu reden, damit es auf Uther aufpasst, wenn er auf seinem Rücken sitzt. Hat es funktioniert?"
„Das kommt ganz darauf an, was du tun wolltest", antwortet Gaius spitz. „Du hast das Pferd mit so viel Magie durchflutet, dass du es zu einem intelligenten Wesen gemacht hast, das sich jetzt selbst Sir Rupert nennt und verlangt hat, dass man ihm einen persönlichen Stallburschen zuteilt, um seine Wünsche zu erfüllen. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass du so etwas tatsächlich hättest tun wollen, denn das wäre über die Maßen töricht und leichtfertig gewesen!"
Merlin stöhnt und presst die Augen wieder zusammen, um Gaius anklagendem Blick und der erhobenen Augenbraue zu entgehen. „Ich wollte nur mit dem Pferd reden."
Gaius schnaubt. „Das ist jetzt auf jeden Fall möglich."
Merlin presst auch seine zweite Hand an seinen schmerzenden Kopf, auch wenn er weiß, dass das auch nicht mehr bringt, aber sein Kopf fühlt sich an, als würde er jeden Moment platzen. „Können wir das vielleicht später diskutieren? Ich bin immerhin fast gestorben", murrt er.
„Ganz genau, du Dummkopf! Du wärst fast gestorben!", erwidert Gaius daraufhin heftig und Merlin öffnet überrascht die Augen.
Zum ersten Mal, seit er aufgewacht ist, sieht er Gaius wirklich an und er kann echte Besorgnis auf Gaius' Gesicht sehen. Der Vorwurf, dass Merlin beinahe gestorben wäre, ist keine Übertreibung, sondern die Wahrheit. Merlin weiß, dass Gaius ihn immer als eine Art Sohn gesehen hat und auch wenn Merlins Verhältnis zu Gaius, nach allem was er heute weiß, nicht mehr ganz so einfach ist, so ist Gaius doch immer wie ein Vater für ihn gewesen. Merlin schluckt schwer.
„Es tut mir leid", sagt er leise.
Der Blick auf Gaius' Gesicht wird daraufhin wieder weicher. „Mir tut es auch leid, mein Junge."
Sie sehen sich einen Moment lang an, bis Gaius sich abwendet und Merlin dann vorsichtig seine Beine über die Kante des Bettes bewegt. Er setzt sich langsam auf, doch alles um ihn herum fängt augenblicklich an sich zu drehen und er stützt die Hände neben sich auf der Bettkante auf.
Gaius erscheint wieder in seinem Blickfeld und hält ihm ein kleines Fläschchen mit einer trüben, weißen Flüssigkeit entgegen. „Hier, das sollte gegen die Schmerzen helfen. Ich wollte nur, dass du zuerst deine Lektion lernst."
Merlin verzieht das Gesicht, lächelt dann aber dankbar, bevor er das Fläschchen entkorkt und den Inhalt in einem Zug austrinkt. Die Flüssigkeit hinterlässt einen bitteren Geschmack auf seiner Zunge und zu seiner Überraschung spürt er einen Moment darauf das Kribbeln von Magie, das durch seinen Körper läuft. Er hebt den Kopf und sieht Gaius überrascht an.
Gaius lächelt ein wenig verschlagen. „Ich habe nicht alles vergessen, was ich einmal wusste. Und da Arthur dich nicht bereits hat hinrichten lassen, dachte ich mir, dass es nicht schaden kann, ein wenig Magie zu benutzen, um den Trank wirkungsvoller zu machen."
Merlin spürt, wie der pochende Schmerz in seinem Kopf langsam nachlässt und sein Körper fühlt sich bereits etwas leichter an. „Also wisst Ihr, dass Arthur über meine Magie Bescheid weiß", schlussfolgert Merlin schließlich.
Gaius nickt mit ernster Miene. „Ja. Er hat dich hierher gebracht und mir gesagt, was du tun wolltest, als du zusammen gebrochen bist."
Merlin nickt und Gaius schürzt die Lippen. „Du scheinst mehreren Leuten von deiner Magie erzählt zu haben, Sir Leon und Sir Lancelot zum Beispiel. Ich frage mich, wie das sein kann, immerhin wird das Verwenden von Magie in Camelot immer noch mit dem Tod bestraft."
„Nur, wenn der König diese Strafe auch vollstreckt und ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass er das nicht tun wird", antwortet Merlin mit einem schiefen Grinsen, aber Gaius sieht ihn weiterhin missbilligend an. Merlin stöhnt leise. „Ihr müsst mir vertrauen, Gaius", sagt er eindringlich. „Und Ihr müsst Arthur vertrauen. Ich habe ihm von der Prophezeiung erzählt und wir werden Albions goldenes Zeitalter zusammen Wirklichkeit werden lassen, Seite an Seite."
Gaius sieht Merlin jedoch lediglich mit einem kritischen Blick an und Merlin wird klar, dass er Gaius nicht mit leeren Worten überzeugen kann. Er muss ihm einen Beweis dafür geben, dass Arthur bereit dazu ist, ihr gemeinsames Schicksal anzunehmen.
„Als ich mit Sir Leon vor einiger Zeit unterwegs gewesen bin, haben wir nach meinem Vater gesucht", sagt Merlin deshalb. „Wir konnten ihn davon überzeugen mit uns zum Schloss zu kommen und mit seiner Hilfe haben Arthur und ich Kilgharrah aus seinem Gefängnis befreit."
„Woher weißt du von deinem Vater?", fragt Gaius, während er Merlin mit zusammengezogenen Augenbrauen anstarrt.
Merlin macht den Mund auf, um zu antworten, doch er kann Gaius nicht die Wahrheit sagen und so überlegt er sich schnell etwas, um ihm eine plausible Erklärung zu geben.
„Na ja… meine Mutter hat mir von ihm erzählt und gesagt, dass Ihr ihm damals zur Flucht verholfen habt. Sie hat gesagt, dass er sich irgendwo in Cenreds Königreich verstecken würde, aber solange Uther König wäre, könnte er nicht wieder zurückkommen. Arthur will alles ein seiner Macht stehende tun, um die Fehler seines Vaters wieder gut zu machen, und er wollte Kilgharrah seine Freiheit zurückgeben, aber das konnte er nur mit einem Drachenmeister. Andernfalls hätte Kilgharrah das ganze Schloss und die Stadt niedergebrannt, um Rache an Uther zu nehmen."
Gaius' Gesichtsausdruck ist unleserlich und Merlin sieht ihn nachdrücklich an. „Seht Ihr? Arthur ist bereit dazu, König zu sein. Er weiß, was er tut und er wird Albion Frieden bringen. Er ist viel stärker, als Ihr denkt."
Gaius sieht Merlin noch einen Moment lang an, bevor ein freudloses Lächeln auf seinen Lippen erscheint. „Ich glaube dir, Merlin. Und jeder, der bisher ebenfalls daran gezweifelt hat, dass Arthur bereit ist, das zu tun, was nötig ist, wurde ebenfalls eines Besseren belehrt."
„Was soll das heißen?", fragt Merlin misstrauisch. „Wie lange habe ich geschlafen?"
„Nur zwei Tage", beschwichtigt ihn Gaius. „Aber Arthurs Onkel Agravaine ist gestern nach Camelot gekommen und…"
Merlin sieht Gaius alarmiert an. „Agravaine ist hier?"
Gaius mustert Merlin angesichts dieser Reaktion argwöhnisch, bevor er den Kopf schüttelt. „Nein, nicht mehr. Er ist nach Camelot gekommen, um Arthur seinen Rat anzubieten. Er dachte, Arthur würde ihn nach Uthers Unfall brauchen, aber Arthur hat Agravaine gesagt, er hätte Patrouillen zur Grenze von Essetir geschickt und als er ihm eröffnet hat, dass Sir Lancelot Agravaine dabei beobachtet hätte, wie er Cenreds Schloss betreten hat, hat Agravaine Prinzessin Morgana als Geisel genommen und gedroht sie zu töten. Als sie wieder in Sicherheit war, hat Arthur Agravaine ohne zu zögern umgebracht."
„Geht es Morgana gut?", fragt Merlin besorgt, aber Gaius lächelt amüsiert.
„Oh ja, es geht ihr hervorragend. Sie hat sich ganz alleine aus Agravaines Griff befreit und ihm dabei die Nase gebrochen."
Merlin grinst unweigerlich, als er das hört. Er weiß, dass Morgana gut auf sich selbst aufpassen kann. Das hat sie damals unter Beweis gestellt, als sie ihm und Arthur geholfen hat, Ealdor gegen eine Gruppe Banditen zu verteidigen.
„Arthur hat dir von Agravaine erzählt, nehme ich an?", fragt Gaius Merlin mit einem forschenden Blick.
Merlin nickt. „Er hat mir gesagt, dass Lord Allendale nach Uthers Unfall nach Agravaine schicken lassen wollte, um ihn zu Arthurs Berater zu ernennen, aber dass der Rat Lord Allendale überstimmt hat. Arthur dachte Agravaine würde früher oder später trotzdem nach Camelot kommen, um seine Hilfe anzubieten, und er wusste, dass er ihm nicht vertrauen kann, nachdem Agravaine seine beiden Geschwister durch Uthers Hand verloren hat."
„Du weißt eine Menge über viele Dinge, die vor der Großen Säuberung passiert sind und das gleiche gilt für Arthur", sagt Gaius nachdenklich. „Dinge, die euch nur jemand sagen konnte, der damals in Camelot gewesen ist."
Gaius hat die Augenbrauen zusammengezogen und sieht Merlin kritisch an und Merlin tut sein Bestes, um sich nichts anmerken zu lassen. Gaius hat immer nur versucht, Merlin zu beschützen, aber er hat zu oft eigenmächtig Entscheidungen getroffen und ihm wichtige Dinge vorenthalten. Er hat Merlin nie die ganze Wahrheit gesagt und stets versucht die Vergangenheit und die Rolle, die er darin gespielt hat, vor Merlin geheim zu halten.
„Kilgharrah hat mir sehr viel erzählt", antwortet Merlin und sieht Gaius geradewegs an. „Dinge, die ich wissen muss, um die Prophezeiung zu erfüllen."
Gaius presst die Lippen aufeinander und Merlin verspürt ein klein wenig Genugtuung bei dieser Lüge. Kilgharrah ist tatsächlich der Einzige, der Merlin all die Dinge, die er und Arthur über die Vergangenheit wissen, hätte erzählen können. Merlin zweifelt nicht daran, dass Gaius ihm diese Erklärung glaubt, denn Merlin ist in all den Jahren zu einem sehr überzeugenden Lügner geworden, vor allem, da jeder zu glauben schien, dass er ein schrecklicher Lügner wäre. Das einzige, was Merlin an dieser Lüge nicht gefällt ist, dass Kilgharrah ihm, genauso wie Gaius, ein ums andere Mal Dinge vorenthalten hat, und dass der Drache keineswegs der selbstlose Lehrmeister ist, den Merlin gerade aus ihm macht.
„Der Große Drachen weiß vieles", sagt Gaius vage und fasst Merlin mit einem eindringlichen Blick ins Auge. „Aber du solltest immer hinterfragen, was er dir erzählt. Wie jeder Drache handelt er stets nur zu seinem eigenen Vorteil. Ich bezweifle nicht, dass er in vielen Punkten die Wahrheit gesagt hat, aber vielleicht hat er dir nicht die ganze Wahrheit gesagt."
Merlin schnaubt amüsiert. „Glaubt mir, das weiß ich bereits. Aber Kilgharrah ist alt und er wünscht sich nichts sehnlicher, als dass Magie wieder in dieses Land zurückkehrt."
Gaius nickt und er sieht Merlin noch einen Moment lang an, bevor er tief durchatmet und sich dann abwendet. Merlin folgt ihm mit seinen Blicken und mit einem Mal fühlt er sich schuldig, weil er Gaius ein schlechtes Gewissen gemacht hat.
„Gaius", sagt Merlin deshalb und als Gaius sich wieder zu ihm umdreht, spricht er in einem entschuldigenden Tonfall weiter. „Ich weiß, dass Ihr nur versucht, mich zu beschützen, aber das müsst Ihr nicht. Ich weiß, was ich tue. Das heißt nicht, dass ich nicht dankbar für Euren Rat bin, denn das bin ich und ich werde Euren Rat immer zu schätzen wissen. Aber Ihr müsst mir vertrauen, dass ich auch allein die richtigen Entscheidungen treffen kann."
Gaius bringt ein Lächeln zustande. „Ich verspreche es zu versuchen. Ich wollte dich nur davor bewahren zu schnell erwachsen werden zu müssen. Die Bürde, die das Schicksal dir auferlegt hat, wäre in der Lage jeden darunter zerbrechen zu lassen."
„Aber ich bin nicht jeder", entgegnet Merlin. „Ich bin Emrys. Ich habe mein Schicksal akzeptiert und ich werde die Verantwortung, die mir anvertraut wurde, tragen. Und ich werde nicht scheitern."
Gaius betrachtet Merlin noch einen Moment lang beinahe wehmütig, dann nicht er knapp. „Ich bin stolz auf dich, Merlin."
Ein glückliches Lächeln tritt auf Merlins Gesicht, als er das hört. „Danke, Gaius", sagt er leise. „Das bedeutet mir sehr viel."
Gaius hält seinem Blick noch einen Moment lang stand, bevor er sich wieder umdreht und zu seinem Tisch zurückgeht, wo er das Sieb mit dem Rosmarin und dem Kümmel über der kleinen Kerzenflamme unnötigerweise hin und her schiebt. Dann räuspert er sich.
„Wenn du dich wieder besser fühlst, solltest du den König suchen", schlägt Gaius vor. „Er hat seine Ritter bis zur Erschöpfung trainieren lassen, während du geschlafen hast. Ich bin sicher, sie sind ebenso erfreut darüber, dass du wieder auf den Beinen bist, wie Arthur selbst, wenn nicht sogar nicht ein wenig mehr."
Merlin lacht leise. „Das klingt nach Arthur." Dann steht er vorsichtig auf, und obwohl er sich immer noch ziemlich kraftlos fühlt, und ihm jeder Knochen in seinem Körper wehtut, ist ihm zumindest nicht mehr schwindelig.
„Überanstrenge dich aber nicht, indem du zu lange herumläufst", warnt Gaius ihn jedoch. „Du musst dich immer noch ausruhen und ich bin mir nicht sicher, wie lange der Trank seine Wirkung aufrechterhalten kann. Wenn deine Kopfschmerzen zurückkommen, solltest du dich wieder hinlegen."
„Das werde ich, versprochen", antwortet Merlin und Gaius nickt knapp, bevor er sich wieder den Kräutern über der kleinen Kerzenflamme zuwendet.
Merlin betrachtet Gaius noch einen Moment lang, dann macht er vorsichtig einen Schritt vom Bett weg und als seine Beine ihn tragen, geht er zur Tür, um nach Arthur zu suchen.
[6] Sir Rupert ist das magische und sprechende Pferd aus dem Merlin Film mit Sam Neill von 1998.
