Kapitel 10

Nach dem Frühstück machten sie sich ein weiteres Mal auf den Weg über das Geäst. Gegen Mittag machten sie ihre erste Pause, sie suchten sich einen Platz in der Nähe eines Bachs und genossen ein weiteres Essen von Sanji. "Bei dem Tempo müssten wir heute gegen Abend in Little Yellow ankommen" murrte Law zwischen Bissen. "Was ist so besonders an diesem Caesar Clown?" fragte die pinkhaarige Frau zu ihm schauend. "Er ist Wissenschaftler, der sich für Doflamingo auf Gifte spezialisiert hat. Er ist für ihn von unschätzbarem Wert" erklärte der Doktor.

"Also hat er das diesen Kindern angetan?" fragte die pinkhaarige Frau mit einem finsteren Blick. "Ja" antwortete der Arzt nickend. "Na dann freue ich mich ja schon auf unsere erste Begegnung" murrte sie düster. "Wir werden ihn lebend brauchen" vermerkte der Mann mit einem amüsierten Laut. Ein Grinsen huschte über seine Lippen als er ihren enttäuschten Gesichtsausdruck sah. "Aber wenn er seinen Zweck erfüllt hat, kannst du ihn gerne haben" fügte er hinzu und sah wie sich ihr düsterer Blick lichtete. "Du weißt wirklich, was eine Frau will" sagte sie amüsiert.

Laws Mundwinkel stiegen amüsiert an. "Du bist wirklich keine normale Frau, Sakura" sagte er kopfschüttelnd. "Du sagst es, als wenn es etwas schlechtes wäre" schmollte sie. "Oh, das ist es nicht, es ist... erfrischend" erklärte er sie eingehend betrachtend. Er konnte sich nicht helfen, er fühlte sich eindeutig zu ihr hingezogen und es wurde schlimmer, je mehr Zeit sie miteinander verbrachten. "Das sagst du bestimmt zu allen Frauen" verkündete sie mit amüsiert funkelnden Augen. "Aber bei dir meine ich es wirklich" grinste er.

"Ich weiß nicht ob ich dich als Lügner oder Charmeur bezeichnen soll" lachte sie. "Ich vote für Charmeur" gab er zurück als er aufstand und ihr seine Hand entgegen streckte. "Das könnte fast stimmen" sagte sie seine ausgestreckte Hand betrachtend, bevor sie langsam danach griff. Ihre Hände berührten sich und beide wurden von einer plötzlichen Hitze übermannt als es zwischen ihren Fingern blitzte. Grüne Augen weiteten aus vollkommen anderen Gründen als goldene. Sakura erstarrte vor Schreck als sie zu dem wohl baldigen Ex-Shichibukai Trafalgar Law hinauf schaute. Jeglicher Gedanke verschwand aus ihrem Kopf als sie diesen Mann als ihren Seelenverwandten identifizierte. Wie hoch standen die Chancen dafür?

"Was ist das?" fragte der Mann atemlos als die ungewöhnliche Hitze seinen kalten Körper erwärmte und komplett ausfüllte. Er zog Sakura vollkommen auf ihre Beine als diese ihn verblüfft anblinzelte. Law runzelte seine Stirn als er sah wie sie rapide blinzelte als sie langsam wieder zu sich fand. "Da kommt jemand" verkündete sie als ihre Augen sich weiteten. Der Mann öffnete sein Haki und spürte ganz in ihrer Nähe eine größere Gruppe von Menschen, die sich auf sie zubewegten. "Auf den Baum" orderte die junge Frau als sie den Doktor gehen ließ um sich um die Reste ihres Essens zu kümmern.

Auf der Stelle verließ die Wärme Laws Körper als er sich auf einen der oberen Äste transportierte. Als Sakura zufrieden war, folgte sie ihm geschickt. "Hier irgendwo, ach da ist es ja, wie ich euch gesagt habe, Leute, hier ist der Bach" verkündete ein Mann in Marine Uniform. "Na endlich" murmelten einige weitere Soldaten. Law verspannte sich als immer mehr Soldaten unter ihnen auftauchten. Wenn nur einer von ihnen hinauf schaute, waren sie dran.

Sie konnten auch nicht weiter, es wäre zu auffällig. Während der Pirat über mögliche Fluchtmöglichkeiten nachdachte, erschuf Sakura ein Genjutsu, das sie über sich legte. Langsam ging sie auf ihren Begleiter zu und hielt ihren Zeigefinger vor ihren Mund. Der Mann runzelte seine Stirn als sie direkt vor ihm stehen blieb. Blitze entstanden zwischen ihnen als sie sich zu ihm hinauf neigte. "Nicht bewegen" murmelte sie und er spürte wie sich um sie herum die Luft veränderte.

Law lehnte sich langsam an den Stamm zurück, er runzelte verwundert seine Stirn als Sakura ihm folgte. "Was?" fragte er leise. "Sei still" gab sie hinab schauend zurück. Einige Soldaten unter ihnen füllten ihre Flaschen mit frischem Wasser, während der Rest sich setzte um eine Pause einzulegen. Der schwarzhaarige Arzt verspannte sich als er merkte, dass sie wohl noch eine Weile unter ihnen sein würden. Die Chancen entdeckt zu werden stiegen somit ungemein. Er sah wie einer der Männer direkt zu ihnen hinauf schaute und blinzelte als der Mann genüsslich seine Augen schloss als die Sonne durch die Blätter hindurch auf sein Gesicht schien.

Der Arzt schaute verblüfft auf den Soldaten hinab als dieser sich entspannt mit einigen Anderen unterhielt. Er sah, wie es einige der Männer dem Anderen gleich taten und direkt zu ihnen hinauf schauten, bevor sie sich entspannten und blinzelte verblüfft. Dann richtete er seinen Blick auf die konzentrierte Frau vor ihm. Wie auch immer sie es machte, sie versteckte sie vor der Sicht der Soldaten. Seine Augen weiteten sich als er eins und eins zusammen zählte. Die seltsame Luft um sie herum und ihr Eindringen in seine Comfortzone.

Es kaum abwarten könnend, sie darauf anzusprechen, entspannte er sich etwas gegen den Baum. Sie liefen keine Gefahr entdeckt zu werden solange Sakura sich konzentrieren konnte. Der Mann nahm sich die Zeit die pinkhaarige Frau eingehend zu mustern. Sie war wahrlich eine Schönheit, anders als Nami und Nico Robin, jedoch nicht weniger so. Sie so nah an sich stehen zu haben, tat so einige Dinge mit seinem Kopf, sein ganzer Körper war ein weiteres Mal mit Wärme gefüllt als die Blitze zwischen ihnen munter weiter funkten.

Etwa eine halbe Stunde später gingen die Soldaten weiter, Sakura wartete noch weitere fünf Minuten bevor sie das Genjutsu auflöste und erleichtert durchatmete. Law spürte wie die Luft um sie herum sich wieder normalisierte und die pinkhaarige Piratin Abstand zu ihm nahm. "Lass uns weiter" murmelte die junge Frau ihm den Rücken zudrehend. Der dunkle Doktor griff nach ihrem Arm und hielt sie fest. "Wie hast du es geschafft, dass sie uns nicht sehen konnten?" fragte er sie mit seinem Blick fast durchbohrend.

"Unwichtig, Hauptsache es hat funktioniert" antwortete sie seinem Blick ausweichend. Sie hatte keine Ahnung, wie sie sich so lange in seiner direkten Gegenwart hatte konzentrieren können. "Hast du eine Teufelsfrucht gegessen?" fragte er sie nicht gehen lassend. "Nein" antwortete sie seinen Blick endlich fangend. "Wie hast du es sonst gemacht?" fragte der Arzt. "Lass uns weiter gehen, wir haben genügend Zeit verloren" wich sie ein weiteres Mal aus. "Sakura" verkündete er und sie löste ihren Arm aus seinem Griff.

"Jeder von uns hat Geheimnisse. Ich frage dich auch nicht nach deinen. Sei froh, dass es gewirkt hat und wir nicht entdeckt wurden. Lass uns weiter gehen" entgegnete sie mit Feuer in ihren Augen. "Oder soll ich dich etwa nach deinen tatsächlichen Beweggründen fragen warum wir ausgerechnet über Doflamingo an Kaido heran gehen?" warf sie mit einer angehobenen Augenbraue ein als sie seinen störrischen Blick sah. Law schaute sie finster an, wie konnte sie ihn so vollkommen durchschaut haben? "Lass uns weiter" murrte er an ihr vorbei gehend. Ein zufriedenes Grinsen huschte über ihre Lippen als sie ihm folgte.

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Erst gegen Abend machten sie wieder Halt um ihr Nachtlager aufzuschlagen. Sie waren langsamer gereist, bedacht auf die Möglichkeit in eine weitere Marine-Einheit zu rennen. "Woher glaubst du zu wissen, dass ich etwas zu verbergen habe?" fragte Law, das erste Mal seit dem Mittag etwas sagend. Beide saßen an ihrem deutlich kleinerem Lagerfeuer, im Gegensatz zum Vortag, und aßen zu Abend. Sakura schaute überrascht von Biko zu ihm auf, dann zuckte sie mit der Schulter, auf der kein Käfer saß.

"Da, wo ich herkomme, muss man lernen die Körpersprache anderer lesen und deuten zu können. Deine Körpersprache sagt alles aus, was ich wissen muss. Luffy ist gewillt dir zu helfen, egal welche Hintergedanken du hegst. Schadest du jedoch einen meiner Nakama musst du dich mit mir auseinander setzen" ermahnte sie mit einem strengen Blick. "Du willst den Grund nicht wissen?" fragte er etwas verblüfft. "Jeder hat seine Gründe, ich bin wohl die letzte Person, die von dir verlangen kann, dass du deine preisgibst" antwortete sie mit einem Achselzucken. Der schwarzhaarige Mann musterte sie eingehend und nickte anschließend langsam.

"Leg dich schlafen, ich übernehme wieder die erste Wache" verkündete sie leise seufzend. "Was hat es mit den elektrischen Entladungen zwischen uns auf sich?" fragte er leise als er es sich bequem machte und lässig auf sie schaute. Er sah wie sie kurz stockte, das hatte sie in der Aufregung bis dahin gut verdrängen können. "Wenn ich das nur wüsste" antwortete sie. Sie fragte sich wie ausgerechnet er ihr Seelenverwandter sein konnte, er hingegen nahm es so auf, als wenn sie es genauso wenig wusste wie er. Mit einem Nicken entspannte er sich schließlich und schloss seine Augen.

Sakura starrte ihn eine Weile einfach nur an. Dieser Schurke war ihr Seelenverwandter, unfassbar. Sie beschloss dieses Detail für sich zu behalten. Sie wollte nicht, dass er sich gezwungen fühlte sie in sein Leben einzuplanen. Sollte zwischen ihnen etwas passieren, dann sollte es auf natürlichem Wege sein und nicht durch Pflichtempfinden. Leise seufzend widmete sie sich ihrer Wache.

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Laws Augen schnappten auf als er ein Kribbeln auf seiner Haut spürte. Er schaute auf und sah, dass Sakura ihn an seiner Hand berührte, wieder blitzte es zwischen ihnen. "Du bist dran" murmelte sie müde blinzelnd. "Okay,... gib mir einen Moment" murrte er sich langsam aufrichtend. Die pinkhaarige Frau ging an ihren vorherigen Platz und setzte sich hin während Law kurz im Wald verschwand. Als er wieder kam, legte sich Sakura hin.

Der Mann nahm seinen vorherigen Platz ein und schaute auf die pinkhaarige Frau. Sie wurde immer rätselhafter für ihn, jedoch empfand er es nicht als unangenehm. Sie gab nicht viel von sich preis, jedoch nicht aus dem Grund interessanter wirken zu wollen. Im Gegensatz zu anderen Frauen, hielt sie Informationen über sich zurück um in Ruhe gelassen zu werden. Sie hatte wohl einfach nur Pech, dass das genau der Grund für ihn war weiter nachzuhaken. Mit steigender Vorfreude widmete er sich seiner Aufgabe.