Akane war sehr überrascht Ranma zu sehen. Verwirrt fragte sie ihn „Was meinst du damit?" Ranma kam zornig auf sie zu gestampft „Ich hab dir doch gesagt, dass du liegen bleiben sollst" motzte er sie an. Er packte ihr Handgelenk und zog grob daran. „Du gehst sofort wieder ins Bett und dort bleibst du auch" kommandierte er sie herum. Sie entriss ihm seine Hand und blickte ihr wütend an „Wovon zu Teufel redest du, ich sehe dich jetzt zum ersten Mal seit Tagen" schrie sie ihn an. Ranma blickte sie verwundert an „Du kannst dich also nicht mehr erinnern?" fragte er zögerlich.

Sie verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich hab keine Ahnung wovon du redest" sagte sie grimmig. Er seufzte tief und sah ihr in die Rehbraunen Augen. Sein Ausdruck wurde sanft und fürsorglich. „Du bist vorhin, im Dojo ohnmächtig geworden und ich hab dich ins Bett getragen. Du bist kurz zu dir gekommen und wir haben ein Gespräch geführt, dann bist du wieder ohnmächtig geworden" erklärte er ihr. Ihre Wut war wie weggeblasen. Sie liess die Arme sinken „Oh" war das einzige wozu sie im Stande war.

Er wollte sie wieder an der Hand fassen, aber sie wich ihm aus „Danke, aber ich muss noch trainieren. Also bleibe ich noch ein bisschen" sagte sie schnell und wollte sich wieder ihren Übungen zu wenden. „Du hast seit Wochen nicht mehr trainiert. Wieso bist du auf einmal so versessen darauf" Sie schlug mit der Faust in die Luft und antwortete nur beiläufig. „Shota kommt heute vorbei und will mit mir trainieren. Ich will nicht als Schwächling dastehen" In Ranma brodelte es wieder.

Auf einmal schien sich immer alles um Shota zu drehen. Egal über welches Thema sie sich unterhielten, es kam immer wieder auf diesen Lackaffen zurück. Er packte sie an der Schulter und zwang sie ihn anzusehen. Er sah bedrohlich aus und Akane zuckte vor ihm zurück. „Es geht schon wieder um diesen Lackaffen. Gibt es in deinem Leben nichts anderes mehr, das wichtig ist" schnauzte er sie an. Sie wollte wiedersprechen und öffnete ihre Lippen. Aber dazu kam sie nicht. Denn Ranma feuerte nach. „Wieso ist es überhaupt so wichtig, was er über die Schule denkt. Ich hab dir doch gesagt das er dich nur ins Bett kriegen will".

Akane blieb ruhig vor ihm stehen und verengte ihre Augen. Als er sie Wutschnaubend ansah, fragte sie ihn „Bist du jetzt fertig?" Er öffnete seinen Mund, um ihr zu wiedersprechen. Er wollte ihr noch so viel mehr an den Kopf werfen. Er wollte sie beleidigen, sie beschuldigen und wollte das sie ihren Fehler einsieht. „Gut" sagte sie schnell und verpasste ihm eine Ohrfeige. Es war zu schnell passiert, er konnte nicht mehr ausweichen. Er fiel um. Er sass auf seinem Hintern und blickte ungläubig zu ihr rauf. Er rieb sich die Wange und überlegte sich, wieso sie das getan hatte.

Ihm war gar nicht bewusst wie schlimm seine Worte sie verletzten. „Jetzt komm mal wieder von deinem Trip runter. Wenn du nur Shotas Namen hörst rastest du aus. Es geht hier in erster Linie um die Schule und nicht um Shota" erklärte sie ruhig. Sie kniete sich vor ihm hin und sah ihn sanft an. „Ich will dass er Respekt vor unserer Schule hat. Auch wenn er Schüler in der berühmten Schattenschule ist. Ich will das er unser Dojo genauso respektiert, wie sein eigenes." Sie richtete sich wieder auf und streckte ihm die Hand hin.

Er ergriff diese und liess sich von ihr aufhelfen. Mit einem starken Blick durchbohrte sie ihn „Es geht hier um Stolz und Ehre" immer noch total überrumpelt von ihrer Ansprache. War er Sprachlos. Sein starren bescherte ihr Unwohlsein und sie wurde rot „Was siehst du mich so an?" fragte sie verlegen. Er war zögerlich, aber wich ihren Augen nicht aus „Du hast ``unser´´ gesagt" Zuerst verstand sie nicht was er meinte. Dann fiel es ihr wieder ein. Unsere Schule, unser Dojo. Sie verlagerte ihr Gewicht von einem Fuss auf den anderen. Unsicher versuchte sie seinem Blick auszuweichen.

Er liess das nicht zu und griff nach ihrem Kinn. „Was meinst du mit unser" Sie bemühte sich ruhig zu bleiben und versuchte es so klingen zu lassen, als sei es nichts besonderes „Im Moment ist es noch unser Dojo. Meins und….deins." seine Augen leuchteten auf. Seit Wochen hatte er nicht mehr so viel Hoffnung in sich gehabt wie jetzt. Da zerstörte Akane diese wieder mit dem nächsten Satz „Solange bis ich heirate jedenfalls." Er versuchte ruhig zu bleiben, aber sein entsetzten drang durch sein Gesicht „Du willst heiraten?" Irgendwie klang diese Frage dumm für sie. Aber auch nur weil, sie ihn anders aufgefasst hatte als er.

Er meinte damit eher, ob sie Shota heiraten würde. Sie fing an zu kichern „Natürlich will ich heiraten. Will das nicht jede Frau irgendwann mal. Die Frage ist nur noch wenn?" Als sie das erklärte, entspannte sich sein Körper automatisch. Fast wären ihm vor Erleichterung die Tränen gekommen. Er zog sich sein Hemd aus und warf es in die Ecke. Akane drehte sich Tomatenrot weg. Es war nicht das erste Mal das sie ihn so sah. Eigentlich lief er ständig so herum. Aber irgendwie war es in dem Moment unpassend und könnte zu Missverständnissen führen. „Was machst du da?" quickte sie leicht verstört.

Sie konnte ihn jetzt nicht mehr sehen und das beunruhigte sie fast mehr, als seine Nacktheit. „Ich werde mit dir Trainieren. Ich kann ja schlecht zulassen, dass du uns blamierst. Und vor allem mich" flötete er fröhlich. Überrascht drehte sie sich um. Sie stemmte die Hände in die Hüften und blitzte in gefährlich an „Keine Angst das schafft du schon selbst, da brauchst du eindeutig keine Hilfe" spottete sie. Ranma prustete los. Sie fiel in sein Lachen ein.

Irgendwie verschwand die ganze angestaute Anspannung zwischen ihnen. Es war eine schöne Erleichterung für ihr Herz. Als sie sich wieder gefasst hatten, richtete sich Ranma in Kampfstellung auf „Los greif mich an" forderte er sie auf. Belustigt griff sie ihn an. Dann wechselten sie und er griff an. Aber das ganze entwickelte sich ganz anders als gedacht. Der Kampf entwickelte sich in eine Jagt. Immer wieder streckte er seine Hand nach ihr aus und sie wich ihm aus. Wieder fingen sie an zu lachen. Es hatte den Ernst verloren. Sie spielten mehr miteinander als, ernsthaft zu kämpfen.

Lachend sprang sie weg und er hinterher. Schnell bemerkte sie, dass sie einen Fehler gemacht hatte, denn sie stand jetzt in der Ecke und hatte eigentlich keinen Ausweg mehr. Er sah sie gefährlich an, wie ein Jäger der seine Beute in die Enge getrieben hatte. Sie sah sich um, und da sie nicht über seinen Kopf springen konnte, blieb ihr nur aufzugeben. Aber was würde sie erwarten, wenn sie aufgab. Sie wollte die schöne Stimmung nicht aufgeben. Als hätte er ihre Gedanken gelesen „Gib auf" forderte er.

Sie dachte gar nicht daran „Niemals" gab sie fröhlich von sich. Sie dachte dass er abgelenkt war und wollte links ausweichen. Sie hatte sich geirrt. Ranma hatte ihren Schritt vorausgesehen und sich entsprechend bewegt. „Jetzt hab ich dich" rief er belustigt. Er schlang seine Arme von hinten um ihre Hüfte und zog sie an sich. Sie versuchte sich aus seinem Griff zu befreien, das war erfolglos. Er war einfach zu stark. Immer noch in seinem Festen griff fing er an, sich im Kreis zu drehen. Sie fing an zu lachen und zu schreien. Als ihm langsam Schwindlig wurde, hielt er langsam an und atmete erstmal durch. Beide atmeten angestrengt.

Akane versuchte nochmal sich aus seinem Griff zu befreien, aber keine Chance. Als er es bemerkte hielt er sie nur noch fester. Zur Strafe fing er an sie zu Kitzeln. Zuerst kicherte sie nur leicht, das artete dann aber wieder in ein abwechselndes Lachschreien aus. Immer wieder bog sie sich, in der Hoffnung sich zu befreien. „Bittee….hööör….auf" flehte sie. Er fand ihr Lachen so schön, er konnte nicht anders und stimmte mit ein. Sie waren wie kleine Kinder. Sorgenlos und ohne Probleme spielten sie miteinander.

„Muss ich mir Sorgen machen" klang eine bekannte Stimme. Beide verstummten und schraken auf. Akane blickte zur Tür und entdeckte Shota. Ranma liess nur ganz langsam von Akane ab. Er hatte keine Eile. Seine Stimmung hatte sich drastisch geändert. Seine Miene hatte sich verhärtete und seine Augen waren fast schwarz. Er trat einen Schritt zurück, aber liess seinen Feind nicht aus den Augen. Akane fühlte die wieder aufkommende Spannung. Sichtlich unwohl strich sie sich über den Arm. Sie ging langsam auf ihn zu.

Wie sollte sie sich jetzt verhalten. Sie war nicht wirklich mit Shota zusammen, aber sie sollte sich doch so verhalten. „Aber nein" sagte sie unsicher. Er lächelte sie schief an und streckte seinen Arm nach ihr aus. Er zog sie an sich und sah Ranma überlegen an. Ranmas Ausdruck verdunkelte sich noch mehr. Er gab Akane einen Kuss auf die Wange, worauf hin sie rot wurde. „Was habt ihr gemacht?" fragte er etwas zu streng. Akane wedelte mit der Hand seine Bedenken weg. „Wir haben trainiert, irgendwann ist unsere Konzentration flöten gegangen. Ab da haben wir rumgealbert" erklärte sie.

In dem Moment fragte sie sich, wieso sie das überhaupt tun musste. Sie war ihm keine Erklärung oder Entschuldigung schuldig. Wieso benahm er sich so komisch. „Sah nach mehr aus, als rumalbern" raunte Shota gefährlich. Akane runzelte die Stirn. Spielte jetzt Shota den Eifersüchtigen. Bevor Akane etwas sagen konnte, fiel Ranma ein „Erstens: war da nicht mehr. Und zweitens geht dich das nichts an. Lackaffe" mit diesen Worten lief Ranma an ihnen vorbei, und raus.

Shota schob Akane von sich und drehte sich um. Er folgte Ranma. Er liess sich das von dem kleinen nicht mehr gefallen. Akane zur Liebe, hatte er Ranma und seine Beleidigungen bis jetzt ignoriert. Aber das konnte er nicht mehr. Der Pimpf musste mehr Respekt vor ihm haben. Als Ranma merkte das er verfolgt wurde. Blieb er stehen und drehte sich genervt um. Shota blieb einige Meter von ihm Entfernt stehen. Sie standen jetzt genau vor dem Wohnzimmer. Alle anderen waren anwesend und beobachten die Zwei Rivalen. Nabiki zückte ihren Fotoapparat, das sah vielversprechend aus.