Erneut erhöhte Warnstufe für Gewalt. Wenn sixx dieses Kapitel ausstrahlen würde, würden die schon wieder gewisse plotrelevante Momente hinausschneiden soweit es geht.
Teil 5: Sirenengesang
I.
Matts Vater war nicht das, was sich Damon erwartet hatte. Andererseits hatte er auch nie wirklich darüber nachgedacht wie Matt Donovans Vater wohl wäre. Kelly war nicht gerade wählerisch, was ihre Partner anging, aber für Peter Maxwell schien mehr als nur sein gutes Aussehen zu sprechen - er besaß Charisma, war kein bisschen feindselig, und wirkte sogar irgendwie interessant, was die Existenz des freudlosen Matt Donovans irgendwie noch mysteriöser machte. Nun vielleicht übersprangen gewisse Charakteristika ja eine Generation, selbst wenn sie von beiden Seiten vererbt werden sollten.
Wie auch immer Peter Maxwell wirkte nicht wie der Typ Mann, der seine Familie von einem Tag auf den anderen einfach so im Stich lassen würde, aber Lily hatte ja auch nicht die der Typ Frau gewirkt, der das tat. Und wie Lily behauptete der Mann sich geändert zu haben und seine Taten zu bereuen.
Aber selbst wenn das stimmen sollte, machte es nichts ungeschehen. Und erklärte nicht wo er all die Jahre gesteckt hatte. Donovan verhielt sich neutral, nicht offen feindselig, obwohl ihm das dieses eine Mal doch tatsächlich zustehen würde, und sein Vater betonte immer wieder wie jung und überfordert er gewesen war, und heuchelte Reue, aber Damon nahm ihm das nicht ganz ab.
Er kannte die Nummer des angeblich reuigen Elternteils, der von jetzt an alles anders machen wollte und sich aber trotzdem tief in seinem bzw. ihrem Inneren nicht geändert hatte. Er hatte das alles mit Lily durchgemacht, und so sehr er sich nicht wirklich um Donovans Seelenheil scherte, so sehr war er doch ganz froh, dass sie wegen der Glocke hier waren und nicht weil Matt seinen Vater tatsächlich finden hatte wollen um sich mit ihm zu versöhnen. Letzteres wäre sicher nur schief gegangen. Niemand änderte sich jemals wirklich, jeder zeigte immer nur andere Facetten seiner Person, wenn das gerade angemessen zu sein schien.
Sie waren überein gekommen Peter Maxwell nicht gleich mit dem Thema Glocke zu überfallen. Nun, eigentlich hatte Donovan sich geweigert ihn gleich mit diesem Thema zu überfallen und Damon befohlen (!) den Mund zu halten und ihm das Reden zu überlassen, was nicht nur lakonische und uninteressante Gespräche garantierte, sondern auch dafür sorgte, dass sie für das Auffinden dieser blöden Glocke viel zu lange brauchten.
Sie saßen zu dritt in einem kleinen Diner, und eigentlich redete vor allem Peter Maxwell. Sein Sohn war vergleichsweise einsilbig und hatte bisher weder die Glocke noch die Sirenen mit auch nur einem Wort erwähnt. Oder die Bennett-Hexen oder den Gründerrat, was das anging. Es hatte in paar vorherzusehende Vorwürfe gehagelt, aber das war auch schon wieder alles irgendwie Aufregende gewesen.
„Und wie geht es deiner Mutter so in letzter Zeit?", wollte Peter Maxwell wissen.
„Ich habe keine Ahnung, sie hält es schon seit einiger Zeit nicht mehr für nötig sich zu melden", gab Matt zurück, „Sie ist eines Tages einfach abgehauen und nie mehr zurückgekommen."
„Matt, ich kann mich dafür nicht genug entschuldigen, das weiß ich, aber da du hier bist, nach mir gesucht hast, würde ich gerne Wiedergutmachung leisten. Ich würde gerne Teil deines Lebens werden, wenn du das möchtest, dich näher kennenlernen. Das wollte ich schon lange, aber ich bin davon ausgegangen, dass du nichts mit mir zu tun haben möchtest und hatte nicht den Mut dir unter die Augen zu treten", erklärte Peter Maxwell, „Und wenn du nichts mit mir zu tun haben möchtest, weil ich keine gute Erklärung für mein Verschwinden damals habe, dann kann ich das verstehen. Aber ich würde in dieser Begegnung hier gerne ein positives Zeichen sehen."
Damon verdrehte die Augen, und Maxwell warf ihm einen verunsicherten Blick zu. „Ich weiß ja wie sich das anhört, aber ich meine es ernst", behauptete er.
Donovan seufzte. „Ich würde dir ja gerne glauben", meinte er, „Aber…." Er verstummte und sah sich einen Moment lang im Diner um. „Entschuldigt mich einen Moment. Ich bin gleich wieder da", verkündete er, erhob sich, und verschwand in Richtung Toilette. Und ließ damit Damon mit seinem Vater alleine.
Maxwell starrte seinen Sohn einen Moment lang hinterher, bevor er sich Damon zuwandte. „Ich möchte es wirklich wieder gut machen", versicherte er dem Vampir.
Nun, jetzt oder nie. Mattie hatte offensichtlich nicht die Eier um zur Sache zu kommen. „Das triff sich gut", meinte Damon also, „Da Matt sich im Moment ein wenig näher mit seiner Familiengeschichte beschäftigt. Stimmt es, dass ihre Familie eine ganz besondere Glocke gegossen hat, die sogar die Maxwell-Glocke genannt wurde?"
„Die Gründerglocke? Oh, ja, die geht auf unserem Mist. Dieses verdammte Ding…." Maxwell schüttelte den Kopf.
Damon lehnte sich vor. „Moment, die Maxwell Glocke ist die Gründerglocke?!" Das war eine vollkommen neue und verwirrende Information, da Damon die Gründerglocke natürlich sehr gut kannte. Sie war schon seit der Stadtgründung im Uhrturm vom Mystic Falls zu finden gewesen. Allerdings … wenn er jetzt darüber nachdachte, war sie das inzwischen nicht mehr. Er erinnerte sich dunkel, dass jemand ihm gegenüber einmal ein Feuer erwähnt hatte, nach dem sie entfernt worden war – entweder Liz Forbes oder Carol Lockwood mussten ihm das einmal erzählt haben. Aber wo war sie danach abgeblieben?
Maxwell wirkte verwirrt. „Aber ja, ist das nicht der Grund warum Sie mich danach gefragt haben?", wunderte er sich.
„Ja, nein, … Und was wurde aus der Gründerglocke?", wollte Damon wissen.
Maxwell zögerte sichtlich. „Nun … ich bin mir nicht sicher", räumte er ein, „Ist das wichtig? Es war nur eine alte Glocke. Nicht sehr wertvoll." Das klang verdächtig nach einer Gründerratslüge.
Jahre, die ich damit verbracht habe, den Rat zu infiltrieren, umzubringen, und davon zu überzeugen uns nicht alle abzuschlachten, und jetzt geht alles wieder von vorne los. „Wir wollten sie beim nächsten Gründerfest ausstellen", meinte der Vampir schnell, „Sie wissen sicherlich noch wie besessen Mystic Falls von seinen Gründerfesten ist."
„Interessiert sich Matt für solche Dinge?", wollte Peter Maxwell wissen, „Ich war nie ein großer Fan von all diesem Gründerfamilien Bimbam. Matt trägt meinen Namen nicht, aber er ist ein Maxwell. Abgesehen von mir sogar der Letzte. Ich schätze, wenn er sein Erbe antreten will, dann hat er ein Recht dazu…."
„Wollen ist vielleicht das falsche Wort. Aber nach Jahren in den unteren Rängen, will er vielleicht höher hinaus, möchte er vielleicht auch einmal ein Teil der Gründer-Elite sein, und dafür wäre ich ihm jedes Mittel recht. Obwohl genau genommen sind die Maxwells keine Gründerfamilie, oder doch?" Damon konnte eine gewisse Bissigkeit nicht vollkommen aus seiner Stimme verbannen, als er das sagte. Er erinnert sich dunkel an die Maxwells aus seiner Zeit als Mensch – es hatte die Gründerfamilien gegeben, die Elite, und dann die anderen Familien. Der Schmied der Stadt war ein Maxwell gewesen. Guiseppe Salvatore hatte natürlich niemals etwas anderes als Verachtung für ihn übergehabt. Es war so ein Klassending gewesen.
„Nun, es gibt die Gründerfamilien und die Gründerfamilien. Wir waren nie wie die Lockwoods, die Fells, oder die Gilberts, oder auch nur die Forbes. Dazu hatten wir nie genug Geld, aber wir gehören zu den ersten Familien, die Mystic Falls besiedelt haben", erklärte ihm Maxwell.
„Die Dienstbotenkaste. Wie die Bennetts", stellte Damon fest.
„Ja, aber die Bennetts haben sich im Laufe der Zeit durch die Ränge hochgearbeitet. Alles was gegen sie sprach war die Farbe ihrer Haut. Wir allerdings … nun wir sind im Laufe der Zeit nur noch ärmer geworden." Sein Gesicht verdüsterte sich. „Mystic Falls war nie mein Lieblingsort. Es war schon nicht toll, bevor Kelly schwanger wurde, aber dann … Wir waren so jung und hatten keine Ausbildung und keine Zukunftsaussichten…. Und alle unsere Freunde, die hatten im Gegensatz zu uns all diese Dinge…."
Damon lehnte sich vor. „Sie sind gar nicht wegen Kelly gegangen, sie sind gegangen, weil sie es erniedrigend fanden dort leben zu müssen", vermutete er, „Sie hätten Ihre Frau und Ihr Kind mitnehmen können."
„Es wäre überall anders genauso gewesen", meinte Maxwell düster, „Sie sind ein Salvatore, nicht wahr? Sie verstehen das einfach nicht. Ihre Familie hatte immer Geld. Ja, ich wollte mehr, ich habe es einfach statt gehabt Toiletten zu schrubben. Ich wusste, wenn ich bleibe, wenn Kelly noch ein Kind auf die Welt bringt, dann werde ich mein Leben lang nichts anderes tun. Ich wollte einfach nicht so enden, ich wollte, dass mein Leben aus mehr besteht."
„Und dafür musste ich mein Leben lang der Mann im Haus sein. Konnte nicht aufs College, weil ich neben der Schule arbeiten musste. Musste Mom und Vicki ernähren. Mit dem Mindestlohn!" Matt Donovan stand mit glühenden Augen neben ihren Tisch und funkelte seinen alten Herren wütend an.
„Matt, ich … es tut mir leid, ich weiß doch, dass es falsch war, aber…", begann Maxwell, doch sein Sohn war schon davon gestürmt.
Na toll. Damon seufzte. „Entschuldigen Sie mich einen Moment", meinte er und folgte dem Sensibelchen aus dem Diner hinaus.
„Okay, Planänderung. Wir übergeben ihn doch an Sybil, dann muss ich mich wenigstens nie mehr mit ihm auseinandersetzen!", erklärte ihm Matt, kaum dass er ihn einholte und bevor er zu Wort kommen konnte.
„Das wollen wir nicht, weil es das ist, was sie möchte, schon vergessen? Und außerdem würde es uns nichts nützen. Ich habe vorsichtig vorgefühlt, während du dich erleichtert hast, und er behauptete nicht zu wissen, was aus der Glocke geworden ist, aber ich denke er lügt", erwiderte Damon, „Hör mal, wir brauchen ihn. Du musst deine verletzten Gefühle hinunterschlucken und wenigstens so tun als würdest du ihm verzeihen. Versuch es zumindest."
„So wie du versuchst hast so zu tun als würdest du deiner Mutter verzeihen?", gab Matt zurück.
Damon funkelte ihn an. „Ugh, das war unter der Gürtellinie, Mattie Boy, aber dieses eine Mal will ich darüber hinwegsehen. Übrigens war das etwas vollkommen anderes, denn Lily hat mich gekannt, sehr gut sogar, sie hätte sofort bemerkt, wenn ich ihr etwas vorspiele. Dein Vater hingegen kennt dich überhaupt nicht, du kannst ihm alles erzählen, und er würde es dir glauben", gab er zurück, „Also reiß dich zusammen und sei ein Mann! Immerhin geht es hier um das Leben deiner Freundin!"
„Kannst du ihn nicht einfach becircen damit er dir sagt, wo die Glocke ist?", wollte Matt wissen.
„Gründerfamilie, Donovan. Denkst du wirklich jemand mit diesem Familienbackround nimmt kein Eisenkraut? Angenommen er tut es, und bekommt mit, was ich versuche, dann spricht er nie mehr mit uns. Willst du das wirklich riskieren? Wenn das Einzige, was du tun musst, ist vorzugeben, dass du dich versöhnen willst?", widersprach Damon hart, „Seine Familie hat diese Glocke hergestellt, wenn jemand etwas darüber weiß wie man diese Sirenen bekämpft, dann doch wohl er. Und es ist besser, wenn er uns freiwillig hilft. Oder willst du wirklich, dass ich deinen Vater foltere, weil ich nicht darauf warten will, dass das Eisenkraut aus seinem Kreislauf verschwindet? Ich meine, ja er hat seine Familie aus Stolz heraus verlassen, aber hat er es dafür verdient, dass ich ihn behandle wie einen Feind?"
Matt seufzte, brummte etwas Unverständliches, und meinte dann: „Na gut, ich versuche nett zu ihm zu sein. Immerhin geht es um Penny."
Damon klatsche seine Hände zufrieden zusammen. „Sehr schön", meinte er, „Dann lass uns zurück hineingehen und auf Lieb Kind mit deinem Dad machen. Ich hatte ein sehr interessantes Gespräch mit ihm, bevor du die falsche Stelle hören und einen auf Diva machen musstest. Mal sehen, ob wir ihn wieder dazu bringen können sich uns zu öffnen. Vielleicht lässt er neben seiner Verachtung für die Gründerfamilien ja bald auch etwas Nützliches fallen."
Das war zumindest die Hoffnung, ansonsten … nun ansonsten könnte später immer noch zu Vampir-Manipulation und Folter übergehen, wenn es sich als notwendig erweisen sollte.
Jeremy erreichte die Waffenkammer, wieder einmal. Irgendwie wurde er diesen Ort hier nicht los – alle Wege führten immer wieder hierher zurück. Eigentlich hätte er lieber Matt aufgesucht, doch Damon hatte ihn schon gefunden und Jeremy weiter zur Waffenkammer geschickt um Virginia St. John zur Hand zu gehen.
Der Vampir hatte behauptet, dass er die Lage im Griff hatte und, dass es viel wichtiger wäre nützliche Informationen über die Sirenen auszugraben als Matt in Massen babyzusitten, und Jeremy stimmte ihm dabei sogar zu. Es war nur so, dass er wusste, dass sich Matt und Damon nicht gerade sehr grün waren, aber er wusste auch, dass beide Männer sich zusammenreißen konnten, wenn sie das wollten. Also vertraute er darauf, dass sie auch ohne ihn zurecht kommen würden, und begab sich stattdessen zur Waffenkammer.
Das Haus wirkte friedlich wie immer. Er hatte ab und zu einen Blick auf die Videoüberwachung auf den Weg hierher geworfen, aber ihm war nichts Auffälliges aufgefallen. Nicht, dass er wirklich damit rechnete, dass die Sirene hierher zurückkommen würde – warum sollte sie auch? Aber ein Teil vom ihm erwartete immer noch, dass ehemalige Angestellte der Waffenkammer hier auftauchten und das Gebäude wieder für sich beanspruchten.
Nach allem, was sie herausfinden hatten können, war Alex St. John sehr gut vernetzt gewesen, doch nachdem das Haus von Bonnie verhext worden war, hatte niemand mehr sein Gehalt oder Bestechungsgeld bezahl bekommen, was dazu geführt hatte, dass nur noch die Wenigsten ihren Aufgaben nachgekommen waren. Vermutlich hatten die meisten angenommen, dass Alex und die ganz Waffenkammer ein gewalttätiges Ende gefunden hatten, was ja irgendwie auch der Wahrheit entsprach. Trotzdem war es nicht auszuschließen, dass es den einen oder anderen ehemaligen Angestellten oder Verbündeten gab, der hier auftauchen könnte, besonders jetzt, wo Bonnies Begrenzungszauber nicht mehr wirkte. Doch offensichtlich war das bisher noch nicht dazu gekommen.
Also nur ich und die Irre. Nun, das war vielleicht nicht ganz fair, da Virginia von ihrer bösen Schwester zwangseingewiesen worden war, aber immerhin hatte sie Lucy Bennett ermordet, ein Unschuldslamm war sie also auch nicht. Jeremy würde vor ihr also auf der Hut sein. Aber es wäre ja nicht das erste Mal, dass sie mit fragwürdigen Verbündeten zusammenarbeiteten, inzwischen kannte er die Nummer ganz gut.
Er betrat die Waffenkammer. Der bestialische Geruch der Leichen wehte ihm entgegen - bisher hatte sich niemand die Mühe gemacht hier aufzuräumen - doch von bewaffneten Eindringlingen gab es keine Spur. Von Virginia allerdings auch nicht.
Er rief ihren Namen und stellte sich als ein Freund von Damon vor, in der Hoffnung, dass sie antworten würde, doch so viel Glück hatte er nicht. Also musste er augenscheinlich nach ihr suchen. Er nahm an, dass es hier eine Art Bibliothek geben musste, und machte sich auf die Suche danach. Artefakte und auch Bücher wurden mitunter im Schauraum ausgestellt, doch da Virginia dort nicht zu finden war, forschte sie vermutlich in älteren Dokumenten über die Sirenen nach.
Er bahnte sich seinen Weg durch das Innere der Waffenkammer, kam am Labor und den Zellen vorbei. Und dann hielt er inne – da war ein Geräusch, ein sehr leises Geräusch, das sich anhörte wie eine Art Stöhnen.
„Virginia?!", rief er erneut aus, doch er erhielt keine Antwort. Verdammt! Jeremy hielt sein Gewehr bereit, als er losrannte und dem Geräusch folgte. Sein Gewehr war zwar nur mit Holzkugeln geladen, doch die mussten reichen.
Er rannte und rannte, und dann fand er sie – Virginia und Alex St. John, die ihre Schwester auf Klauen, die aus ihrer rechten Hand zu wachsen schienen, aufgespießt in die Luft hob. Die Klauen hatten sich durch Virginias Brustkorb gebohrt, trotzdem schien die Frau noch zu leben. Allerdings vermutlich nicht mehr lange, wenn Jeremy nicht sofort irgendetwas unternahm.
„Lass sie los!", forderte er, und zielte mit dem Gewehr auf die Sirene. Diese lachte nur. Also tat Jeremy das Einzige, was er konnte, er schoss auf sie. Seine Schüsse trafen und durchbohrten die Sirene. Diese taumelte zurück, zog ihre Krallen aber nicht ein und schleuderte Virginia gegen das Bücherregal, das hinter ihnen stand.
„Wieso bist du nicht tot?!", wollte Jeremy wissen, „Damon hat gesagt, dass er dich umgebracht hat!"
„Das hat er auch. Und dafür werde ich mich noch in aller Form bei ihm bedanken. Aber das hat mich nicht aufgehalten, wie du siehst. Und auch du kannst mich nicht aufhalten, junger Mann", verkündete Alex St. John und fand ihr Gleichgewicht wieder. Dann zog sie endlich ihre Krallen aus Virginia.
Sie grinste Jeremy böse an. Der schoss wieder auf sie, doch seine Kugeln schienen die Sirene nicht sonderlich zu beeindrucken. Sie ignorierte seinen Angriff und wandte sich ihrer verletzten Schwester zu.
„Deine Seele gehört Cade", erklärte sie Virginia, „Das ist deine Strafe für deine Sünden, Schwester. Für das, was du Yvette angetan hast. Und mir. Du hättest Lucy Bennett nicht töten sollen…." Sie schlug mit ihrer krallenbesetzten Hand nach der verletzten Frau, doch diese war nicht einfach nur regungslos herumgelegen, nein, sie hatte ihre Position verändert und schnellte nun nach vorne und griff nach Alexs rechten Fuß. Zumindest erschien es Jeremy so. Während er sich noch fragte, was sie damit bezweckte, erkannte er, was Virginia wirklich getan hatte – sie hatte Alexs Hose mit einem Feuerzeug angezündet.
„Feuer", krächzte Virginia, „Feuer vernich-" Weiter kam sie nicht. Alex Krallen trafen sie nun doch und brachten sie zum Verstummen - da sie sich in ihre Schädeldecke bohrten wohl für immer. Doch Jeremy hatte verstanden.
Während Alex noch nicht zu bemerken schien, dass ihre Hose brannte, zückte Jeremy eine seiner selbstgebastelten Granaten. Sein Arsenal bestand aus Eisenkrautgranaten, aber auch aus normalen Granaten – oft musste er Vampirnester aufsprengen um an die gefährlichen Blutsauger heranzukommen, und nicht zu vergessen die bösartigen Werwölfe, mit denen er es manchmal zu tun hatte, sie ließen sich auch in ihrer Wolfsform durch Explosionen vertreiben. Deswegen hatte er immer, wenn auf einer Mission unterwegs war, mindestens eine Granate von jeder Sorte eingesteckt. Er zückte die normale Granate – und warf sie Alex zu.
Diese fing den kleinen Ball automatisch auf und warf einen erstaunten Blick darauf, erkannte, was sie in der Hand hielt, und ließ die Granate fallen und sprang in Deckung. Die Explosion erwischte sie trotzdem, was Jeremy genug Zeit verschaffte um einen pseudo-Molotov-Cocktail zusammenzubasteln. Ein Feuerzeug und brennbares Material hatte er auch immer dabei.
Als die Sirene wütend wieder hoch kam und ihm ihr Raubtiergebiss präsentierte, warf er die brennende Überraschung auf sie. Und sah dann zufrieden dabei zu wie sie in Flammen aufging. Die Sirene schrie und wälzte sich am Boden um die Flammen, die sie umschlossen zu löschen, doch Jeremy hatte sein Geschenk mit Brandbeschleuniger unfallversichert – die Wirkung war ein wenig anders als die von Virginias Feuerzeug, die Flammen ließen sich nicht so leicht löschen.
Während Alex um ihr Leben kämpfte, langte Jeremy nach der nächstbesten Waffe – einer Feuerwehraxt, ausgerechnet, und hackte dann damit nach dem Kopf der Sirene. Er traf - was ausreichte um die Sirene dazu zu bringen ihre Versuche sich zu löschen aufzugeben; so etwas konnte eine Axt im Kopf schon einmal bewirken. Während er den Feuerlöscher bereit machte, verbrannte das, was von Alex St. John noch übrig war, zu einer nicht wiedererkennbaren Masse.
Hoffentlich hatte Virginia recht, und sie blieb dieses Mal auch wirklich tot. Denn wenn nicht .. nun dann gingen ihnen langsam die Ideen aus, wie sie diese Wesen auf Dauer vernichten könnten.
„Ich bin sehr froh, dass du mir noch eine Chance gibst, Matt", erklärte Peter Maxwell seinem Sohn, „Ich weiß, dass was ich getan habe unverzeihlich ist und meine Gründe dafür noch mehr, aber ich will dir beweisen, dass ich mich geändert habe. Ich bin nicht der Mann, der spielt und das Finanzamt betrügt. Und der Mann, der seine Familie im Stich lässt, der bin ich schon gar nicht."
Matt nickte, war aber nicht wirklich an dem interessiert, was sein Vater zu sagen hatte. Für ihn ging es hier nur darum Penny zu retten, zumindest redete er sich das ein. Es hatte ihn schwer verletzt zu hören, dass sein Vater gegangen war, weil er sich ein besseres Leben ohne seine Frau und seine Kinder gewünscht hatte, und selbst wenn er darüber hinwegsehen könnte, ein Teil von ihm wollte das nicht.
Sein Vater schien inzwischen ein ganz gutes Leben zu führen. Seine Wohnung war nicht protzig, aber durchaus komfortabel eingerichtet. Er schien mehr Geld zu besitzen, als Matt jemals in seinem Leben verdient hatte. Und trotzdem hatte er scheinbar nie daran gedacht seine Ex-Freundin und seine Kinder damit zu unterstützen.
Peter Maxwell stellte eine Box auf seinem Wohnzimmertisch. „Das hier ist es. Das Maxwell-Erbe. Deine Großmutter hat mir diese Box hinterlassen. Was darin ist, gehört dir, wenn du es willst. Mich hat es niemals besonders interessiert", erklärte er.
Die Box, die am Tisch stand, war nicht besonders groß. Matt wusste was Damon sagen würde, bevor dieser es aussprach. „Sieht nicht so aus als ob eine Turmglocke darin Platz hätte", raunte ihm der Vampir zu.
Matt öffnete die Box und warf einen Blick hinein. Es befanden sich durchaus interessante Dinge darin, aber keine Glocke. „Und was ist mit der Maxwell-Glocke?", fragte er also, „Ist die nicht auch Teil des Maxwell-Erbes?"
Sein Vater seufzte. „Matt, willst du das wirklich? Mir ist klar, dass euch der Gründerrat geschickt hat, aber ich kann und will euch nicht weiterhelfen, versteht ihr? Das ist ein weiterer Grund warum ich gegangen bin, weil ich mit all diesen Geheimnissen nichts mehr zu tun haben will", sagte er, „Wenn der Rat die Glocke will, dann soll er mich gefälligst selbst fragen und nicht meinen Sohn schicken um die Drecksarbeit zu machen."
Damon schüttelte den Kopf. „Ich weiß ja, dass Sie länger nicht mehr zu Hause waren, aber der Gründerrat ist tot. Matt und ich sind der aktuelle Gründerrat, wenn man es genau nimmt. Ansonsten ist niemand mehr übrig", erklärte er, „Wenn Matt also nach der Glocke fragt, dann tut er das nicht im Namen von irgendjemand anderen, sondern deswegen, weil er sie braucht."
Das war nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch. Zwar wollte Sybil die Glocke haben, doch Matt wollte sie selbst ebenfalls finden, um Penny zu retten. Also nickte er nur.
In diesem Moment klingelte Damons Handy. „Entschuldigt mich einen Moment", meinte der Vampir und warf einen Blick auf das Display seines Smartphones, „Da muss ich ran gehen."
Matts Vater beachtete ihn kaum. „Ich wollte dieses Leben nie für dich, Matt. Mystic Falls vor Vampiren und anderen Gefahren zu beschützen, das hätte nie deine Aufgabe sein sollen. Du musst das nicht tun. Es gibt andere, die es tun können. Ich weiß dieser Damon steht dir nahe …"
„Das würde ich nicht gerade behaupten", murmelte Matt.
„… aber du musst dich nicht in dieses Leben hineinziehen lassen", schloss der ältere Mann.
„Dafür ist es zu spät, ich wurde schon hineingezogen. Damon hat recht. Alle anderen sind gestorben, es gibt nur noch uns, wir sind die Einzigen, die Mystic Falls noch beschützen. Und wir sind uns nicht immer einig darüber wie das am besten funktioniert, aber die Tatsache, dass wir beide zusammen hier sind um die Glocke zu suchen, sollte dir sagen, wie ernst die Lage dieses Mal ist. Es geht nicht nur um irgendwelche Vampire, und für mich steht dieses Mal viel mehr am Spiel als jemals zuvor. Wenn du deine Fehler wirklich wieder gut machen willst, dann musst du mir helfen …. Dad", erwiderte Matt.
Sein Vater zog ein ernstes Gesicht. Doch bevor er irgendetwas sagen konnte, kehrte Damon zurück. „Schlechte Nachrichten, wie es aussieht ist die Sirene, die ich getötet habe, lebendig wieder aufgetaucht. Offenbar lassen sich diese Dinger wirklich nicht so einfach umbringen. Jeremy hat Versuch Nummer 2 gestartet, aber er hat Virginia verloren. Wir brauchen diese Glocke, und das am besten schon Gestern", erklärte er.
Matt warf seinen Vater einen vielsagenden Blick zu. Dieser seufzte. „Ich habe sie nicht mehr", gestand er, „Ich habe sie damals nach dem Brand in den Fluss geworfen. Was danach aus ihr wurde, das weiß ich nicht."
Und das waren genau die Art von Neuigkeiten, die Matt nicht hatte hören wollen.
A/N: I keep killing Alex St. John …. Ob es dieses Mal länger anhält?
Ja, ich habe Virginia umgebracht, so was passiert eben wenn Damon einen Schützling fünf Minuten den Rücken zudreht.
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