X. Ein Heilmittel für alle Krankheiten

Merlin tritt auf den Korridor hinaus und zieht die Tür zu Arthurs Räumen hinter sich ins Schloss. Er ist gerade noch dabei sein Halstuch zuzubinden, als er plötzlich mit jemandem zusammenstößt, woraufhin er einen Schritt zur Seite stolpert und sich mit einer Hand an der Wand abfängt, um nicht hinzufallen.

Als Merlin sein Gleichgewicht wiedergefunden hat und sich schließlich umdreht, entdeckt er Gwen, die ihn mit einem missmutigen Ausdruck auf dem Gesicht ansieht und auf den Boden zeigt.

„Oh Merlin, die waren für Morgana!"

Merlin sieht nach unten, wo mehrere Blumen mit großen, weißen Blütenkelchen auf dem Steinboden verstreut liegen. Er verzieht das Gesicht und kniet sich augenblicklich hin, um die Blumen aufzusammeln.

„Tut mir leid, tut mir leid", sagt Merlin schuldbewusst. „Ich habe nicht aufgepasst, wo ich hingelaufen bin."

„Ja, das habe ich gesehen", entgegnet Gwen spöttisch, während sie sich ebenfalls auf den Boden kniet und beginnt die Blumen aufzuheben.

Während Merlin nach den verstreuten Blumen greift, bemerkt er, wie Gwen ihn von der Seite her mustert und schließlich versucht sich ein Schmunzeln zu verkneifen.

„Was ist denn?", fragt Merlin verwirrt.

Gwen sieht ihn vielsagend an, während sie eine Augenbraue nach oben zieht. „Oh, gar nichts. Überhaupt nichts."

Erst jetzt wird Merlin bewusst, wie es für Gwen ausgesehen haben muss, dass er zu dieser verhältnismäßig späten Stunde aus Arthurs Räumen gekommen ist und sich dabei gerade noch sein Halstuch zugeknotet hat.

„Ich habe Arthur gerade mit etwas geholfen und ich…", beginnt Merlin, aber Gwen grinst und unterbricht ihn.

„Ist schon gut Merlin. Ich weiß, was los ist, genauso wie jeder andere im Schloss auch."

Merlin versucht, einen ahnungslosen Gesichtsausdruck aufzusetzen, um zumindest den Schein zu wahren. „Ich weiß nicht, was du meinst. Nichts ist los."

„Mhmhm", antwortet Gwen gedehnt und ihr Grinsen wird noch eine Spur breiter. „Und der Gürtel, den du da trägst, war mit Sicherheit ein Geschenk von Arthur, weil er ihm nicht mehr gefällt und er einen Neuen haben möchte."

Merlin sieht an sich hinunter und bemerkt, dass er tatsächlich einen von Arthurs Gürteln trägt. Das Leder ist schwarz und der breite Gürtel hat eine verzierte Schnalle aus Messing. Merlin gibt sich geschlagen und wirft Gwen ein schiefes Grinsen zu. Gwen erwidert das Grinsen und sie sehen sich einen Moment lang an, während sie gemeinsam die Blumen aufsammeln, doch dann sieht Merlin, wie Gwen die Augenbrauen zusammenzieht und ihren Blick abwendet.

Er sieht sie fragend an. „Alles in Ordnung?"

Gwen seufzt und versucht ein Lächeln zustande zu bringen, als sie Merlin wieder ansieht. „Ja, ich will nur, dass du auf dich achtgibst."

Merlin schüttelt verwirrt den Kopf. „Ich verstehe nicht, was du meinst."

Gwen rollt mit den Augen. „Er ist der König, Merlin. Und eines Tages wird er eine wunderschöne Prinzessin heiraten, die seine Königin wird."

Sie sieht Merlin mit einem mitfühlenden Ausdruck in ihren braunen Augen an und Merlin weiß, dass sie es gut meint. Gwen ist Merlin immer eine gute Freundin gewesen und auch wenn sie sich in dieser Zeit noch nicht sehr lange kennen, versucht sie Merlin davor zu bewahren verletzt zu werden.

Merlin lächelt sanft. „Danke, aber ich verspreche dir, dass du dir keine Sorgen machen musst, Gwen."

Gwen sieht Merlin noch einen Moment lang unentschlossen an, bevor sie schließlich lächelt und nickt. Sie sieht jedoch nicht wirklich überzeugt aus. Merlin überlegt, was er noch sagen könnte, als sein Blick unvermittelt auf einen kleinen schwarzen Käfer fällt, der zielstrebig über den Steinboden zu einem der weißen Blumenkelche krabbelt und sich dann am Rand des Blütenblattes nach oben zieht. Merlin greift nach dem Käfer und hält ihn zwischen Daumen und Zeigefinger, um ihn genauer zu betrachten, während das kleine Insekt wild mit den Füßen strampelt. Der Käfer kommt Merlin seltsam bekannt vor und eine Ahnung steigt in ihm auf.

„Diese Blumen sind für Morgana, hast du gesagt?", fragt er nachdenklich.

Gwen nickt. „Ja, sie wurden heute Morgen abgegeben."

„Wer hat sie abgegeben?", fragt Merlin, aber Gwen zuckt mit den Schultern und schüttelt den Kopf.

„Das weiß ich nicht", antwortet sie. „Es war nur eine Karte dabei, dass sie für Morgana sind, ohne Absender."

Merlin ist sich jedoch ziemlich sicher, dass er weiß, woher diese Blumen kommen und wer sie an Morgana geschickt hat. Es ist Edwin Muirden gewesen und er hat den magische Elanthia Käfer in den Blumen versteckt, damit er Morgana krank machen würde und er sie anschließend mit einem Wunderheilmittel vor dem Tod retten könnte. In der anderen Zeit hat er sich so Uthers Vertrauen erschlichen, bevor er schließlich versucht hat, Uther für den Tod seiner Eltern während der Großen Säuberung und Gaius für seine Untätigkeit umzubringen. Dazu wird es dieses Mal jedoch nicht kommen.

Merlin schließt seine Finger um den Käfer, um ihn in seiner Hand gefangen zu halten, während Gwen immer noch dabei ist, die Blumen, die am wenigsten bei ihrem Zusammenstoß abbekommen haben, wieder zu einem Strauß zusammenzunehmen.

„Na ja, die Blumen sind jedenfalls ruiniert", meint Merlin nach einem Moment entschieden. „Was hältst du davon, wenn ich sie wegwerfe, und du besorgst einfach irgendwelche anderen Blumen für Morgana? Wenn du ihr nur die paar bringst, die noch unversehrt sind, wird das nicht gerade viel Eindruck machen. Und wer auch immer die Blumen geschickt hat, wird bestimmt einen weiteren Straus schicken, wenn er ernste Absichten hat."

Merlin nimmt Gwen die Blumen aus der Hand, bevor sie protestieren kann, und steht dann auf.

Gwen sieht ihn noch einen Moment lang skeptisch an, lenkt dann jedoch mit einem Nicken ein. „Na gut, du hast wahrscheinlich recht. Aber wenn sich herausstellt, dass die Blumen von einem gut aussehenden Adligen waren, und er Morgana keinen weiteren Straus schickt, weil er denkt, dass sie ihn abgewiesen hat, dann stehst du dafür gerade", warnt sie Merlin mit einem vielsagenden Blick.

Merlin setzt ein unbekümmertes Grinsen auf. „Das werde ich, versprochen."

Gwen mustert ihn noch kurz, bevor sie schließlich an Merlin vorbeigeht und ihn mit den Blumen im Gang stehen lässt.

Merlin wartet noch einen Moment, dann dreht er sich um und zieht die Tür zu Arthurs Räumen wieder auf.

„Das war aber schnell", sagt Arthur anerkennend, als Merlin die Tür hinter sich wieder schließt.

Arthur ist gerade dabei, sein Lederwams anzuziehen und als er sich umdreht und die Blumen in Merlins Armen sieht, legt er den Kopf schief.

„Das ist nicht das Frühstück."

„Nein, ist es nicht. Ich bin gerade mit Gwen zusammengestoßen, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie wollte diese Blumen gerade zu Morgana bringen. Blumen, die ihr ein mysteriöser Fremder geschickt hat", sagt Merlin bedeutungsvoll und legt dann die Blumen achtlos auf dem Tisch ab, bevor er seine Hand öffnet und Arthur den Käfer zeigt. „Und sieh dir an, was ich gefunden habe. Erinnerst du dich noch an dieses kleine Kerlchen?"

„Das ist ein Käfer…", antwortet Arthur langsam, aber Merlin grinst.

„Ja, ein Elanthia Käfer."

Arthur sieht ihn verständnislos an und Merlin verzieht das Gesicht, als ihm sein Fehler bewusst wird.

„Aber du hast beim letzten Mal nie etwas von diesen Käfern erfahren", sagt er nachdenklich.

Arthur zieht daraufhin die Augenbrauen nach oben und Merlin setzt zu einer Erklärung an. „Kannst du dich noch an diesen Arzt erinnern, Edwin, mit dem vernarbten Gesicht? Der Morgana auf wundersame Weise von einer Krankheit geheilt hat, die Gaius nicht heilen konnte und dann versucht hat deinen Vater umzubringen?"

Arthur nickt, aber sein Gesichtsausdruck macht deutlich, dass er sich noch nicht ganz sicher ist, wo das hinführen soll.

„Edwin ist es gewesen, der Morgana überhaupt erst krank gemacht hat. Er hat dazu einen dieser magischen Käfer benutzt. Sie dringen in das Gehirn eines Menschen ein und bringen ihn dann langsam von innen heraus um. Ich habe mich immer gefragt, wie er den Käfer in Morganas Nähe gebracht hat. Jetzt weiß ich es. Er war in den Blumen, und zwar in genau den Blumen, die Gwen gerade eben in Morganas Räume bringen wollte."

Arthurs Augen weiten sich, als er begreift, worauf Merlin hinauswill. „Und sobald Morgana krank geworden wäre, wäre Edwin ins Schloss gekommen um seine Dienste anzubieten und sich unser Vertrauen zu erschleichen."

Merlin nickt. „Ganz genau. Und dann hätte er erneut versucht, Gaius und deinen Vater zu töten."

Arthur beißt die Zähne zusammen und flucht leise. „Weißt du, wo wir diesen Edwin finden können?", fragt er schließlich.

„Ich denke, er ist bereits hier in Camelot", antwortet Merlin. „Ich könnte mit Magie nach ihm suchen, aber ich glaube, das muss ich gar nicht. Wenn Morgana nicht krank wird, wird er ins Schloss kommen, um herauszufinden, was schiefgelaufen ist. Und ich werde bereits auf ihn warten."

Merlin sieht Arthur vielsagend an und Arthur nickt nachdenklich.

„Du hast gesagt, Edwin wollte meinen Vater und Gaius töten", sagt Arthur schließlich. „Ich kann verstehen, warum er als Zauberer meinen Vater töten wollte, aber warum Gaius?"

Merlin seufzt. „Weil Gaius nichts getan hat, um zu verhindern, dass Edwins Eltern während der Großen Säuberung hingerichtet wurden. Er ist der Meinung, Gaius hätte sie warnen müssen. Du weißt, dass ich auch der Meinung bin, dass Gaius damals mehr hätte tun müssen, aber zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass Edwins Eltern ihre Magie tatsächlich dazu benutzt haben, um anderen zu schaden", sagt Merlin mit einem Schulterzucken.

Arthur denkt einen Moment lang darüber nach und sein Blick wandert zu Boden, bevor er Merlin mit einem seltsamen Ausdruck in den Augen wieder ansieht. „Was für ein Zufall, dass du heute Morgen mit Guinevere zusammengestoßen bist."

Merlin nickt und er ist sich ziemlich sicher, dass auch Arthur nicht wirklich daran glaubt, dass es ein bloßer Zufall gewesen ist. Genauso wenig wie es ein Zufall gewesen ist, dass Lancelot in genau dem Moment zur Stelle gewesen ist, als Merlin von dem Greif im Wald attackiert worden ist. Einen Moment darauf tritt ein Grinsen auf Merlins Gesicht, als ihm klar wird, was dazu geführt hat, dass er zu genau dieser Zeit Arthurs Räume verlassen hat.

„Was für ein Zufall, dass jemand gerade heute Morgen darauf bestanden hat, dass ich noch für eine weitere Runde im Bett bleibe, anstatt pünktlich das Frühstück zu holen."

Arthur schnaubt amüsiert und schüttelt den Kopf. „Ja, was für ein Zufall", sagt er mit einem Grinsen.

Dann zieht Arthur jedoch die Augenbrauen zusammen und mustert Merlin eindringlich. „Ist das mein Gürtel, den du da anhast?"

„Sie gehören zu meinen besten Arbeiten. Ich hoffe, dass der König mit ihnen zufrieden sein wird."

„Da bin ich mir ganz sicher. Vielen Dank", antwortet Merlin dem Schuster und hebt das neue Paar Stiefel, das dieser für Arthur angefertigt hat, kurz an. Er nickt dem Schuster noch einmal zu, bevor er sich umdreht und aus dem Laden auf die Hauptstraße hinaus tritt.

Es ist kurz vor Mittag und Merlin muss sich beeilen, wenn er nach seinen Botengängen rechtzeitig wieder im Schloss sein will, um Arthur sein Mittagessen zu bringen. Auf der Straße herrscht geschäftiges Treiben und Merlin weicht mehreren Karren aus, bis er schließlich am anderen Ende des Marktplatzes den Weg hinauf ins Schloss einschlägt.

„Entschuldige bitte, du bist doch der persönliche Diener des Königs, Merlin, nicht wahr?"

Merlin bleibt stehen, als ihn jemand von der Seite her anspricht und als er sich umdreht, sieht er sich mit einem Mal Edwin Muirden gegenüber. Der junge Mann steht in einen grauen Umhang gekleidet am Rand der Straße, die Kapuze ins Gesicht gezogen.

„Äh ja, das bin ich", antwortet Merlin nach einem Moment. „Und wer seid Ihr?"

„Mein Name ist Edwin Muirden. Ich bin Arzt, der Beste in ganz Camelot, wenn ich so dreist sein darf", sagt Edwin und streift sich die Kapuze vom Kopf, während nach vorne tritt. Dann sieht er Merlin abwartend an, ganz so, als ob er auf eine bestimmte Reaktion warten würde.

Merlin überlegt schnell was er Edwin antworten soll. Anscheinend hat Edwin sich nach Merlin erkundigt und speziell auf ihn gewartet, um mit ihm zu reden. Es sind zwei Tage vergangen, seit Merlin vor Arthurs Räumen mit Gwen zusammengestoßen ist und er den Elanthia Käfer in den Blumen gefunden hat, die Edwin für Morgana abgegeben hatte. Natürlich ist Morgana dieses Mal nicht krank geworden, aber trotzdem hat Edwin sich besondere Mühe gegeben, Merlin gegenüber zu betonen, dass er der beste Arzt in ganz Camelot sei. Der einzige Grund, der Merlin dafür einfällt, ist, dass Edwin glaubt, alles sei nach Plan gelaufen – er hat schließlich keinen Grund vom Gegenteil auszugehen - und dass nur deshalb nichts von einer Erkrankung der Prinzessin aus dem Schloss nach draußen gedrungen ist, weil der König versucht Morganas rätselhafte Krankheit geheim zu halten. Das würde auch erklären, warum Edwin gezielt Merlin abgepasst hat. Wenn Arthur versuchen würde geheim zu halten, dass Morgana krank sei, dann wüssten wohl nur die engsten Diener des Königs und der Prinzessin, also Merlin und Gwen darüber Bescheid, was wirklich vor sich geht.

Merlin beschließt, es darauf ankommen zu lassen und wenn er damit tatsächlich recht hat, dann hat Glück gehabt, dass Edwin sich ihn ausgesucht hat, um seine Nachforschungen anzustellen und nicht Gwen.

„Der beste Arzt in ganz Camelot?", fragt Merlin schließlich und er hofft, dass sein Zögern so aussieht, als ob er erst habe überlegen müssen, wie er Edwin unauffällig aushorchen kann.

Edwins Lippen verziehen sich zu einem äußerst zufriedenen Lächeln. „Ganz recht", antwortet er selbstsicher. „Es gibt keine Krankheit, die ich nicht gesehen und erfolgreich behandelt habe, denn ich habe ein Heilmittel für alle Krankheiten entdeckt."

„Wirklich für alle Krankheiten?", fragt Merlin und macht dabei betont große Augen.

„Ja, obwohl es ganz so einfach nicht ist", antwortet Edwin mit einem nachsichtigen Lächeln.

Merlin zieht daraufhin die Augenbrauen zusammen. „Was soll das heißen?"

„Nun ja, es muss der jeweiligen Krankheit angepasst werden. Das bedeutet, dass ich einen Patienten persönlich untersuchen muss, bevor ich das Heilmitteln verabreichen kann."

Merlin tut so, als ob er einen Moment lang darüber nachdenken würde, aber nach dieser Antwort ist er sich beinahe sicher, dass Edwin tatsächlich glaubt, Arthur würde versuchen, Morganas Krankheit zu verheimlichen. Wenn nur Edwin das Heilmittel verabreichen kann, dann stellt er damit sicher, dass Merlin ihn zum König bringen muss, um Morgana zu heilen.

„Es ist so, ich darf eigentlich mit niemandem darüber reden", beginnt Merlin schließlich zögerlich. „Aber Prinzessin Morgana ist krank und unser Hofarzt findet kein Heilmittel…"

Edwin unterbricht Merlin, noch bevor er weiterreden kann. „Ich will nicht schlecht über euren Hofarzt reden, ich bin sicher, er hat alles in seiner Macht Stehende getan, aber wenn ich Prinzessin Morgana untersuchen dürfte, dann bin ich sicher, dass ich sie heilen kann."

Wieder betrachtet Edwin Merlin mit diesem überaus zufriedenen Lächeln und Merlin muss sich beherrschen, um sich nichts anmerken zu lassen.

„Das wäre großartig", entgegnet er stattdessen begeistert. „Wir sind alle sehr besorgt um Prinzessin Morgana, besonders der König. Ich bin sicher, er wäre Euch sehr dankbar, wenn Ihr sie heilen könntet."

„Nun dann solltest du mich sofort zum König bringen", entgegnet Edwin. „Wir wollen die Prinzessin schließlich nicht unnötig leiden lassen, nicht wahr?"

Merlin schüttelt zustimmend den Kopf. „Nein, natürlich nicht. Kommt mit." Er macht eine einladende Handbewegung und bedeutet Edwin ihm zu folgen.

Sie gehen zusammen die Straße zum Schloss hinauf und die Wachen am Tor schenken ihnen keine große Aufmerksamkeit, als Merlin ihnen freundlich zunickt. Er führt Edwin durch den Schlosshof, die Stufen hinauf ins Schloss und anschließend durch die Gänge bis zur Ratshalle. Dort öffnet er die Tür und lässt Edwin eintreten.

„Du hast gesagt, du würdest mich zum König bringen", bemerkt Edwin skeptisch, als er sieht, dass die Halle leer ist und er dreht sich mit einem fragenden Blick zu Merlin um.

„Ich werde den König gleich zu Euch bringen. Er empfängt seine Gäste immer hier. Ich werde ihn sofort holen", lügt Merlin und Edwin nickt, bevor er seinen Blick wieder durch die Halle schweifen lässt.

Anstatt wieder zu gehen, betritt Merlin jedoch hinter Edwin die Ratshalle und zieht die Tür ins Schloss.

Nachdem Edwin sich kurz in der Ratshalle umgesehen hat, dreht er sich wieder um und als er sieht, dass Merlin immer noch da ist, mustert er ihn verwirrt. „Warum bist du noch hier?"

„Weil ich gelogen habe", entgegnet Merlin, doch bevor Edwin reagieren kann, erstarrt er mitten in der Bewegung, als Merlin ihn in der Zeit einfriert.

Merlin geht zu ihm, bis er direkt vor ihm steht und atmet dann ein Mal tief ein und wieder aus. „Es tut mir leid, was ich gleich tun werde, aber du lässt mir keine andere Wahl."

Merlin mustert Edwin noch einen Moment lang und er erinnert sich daran, dass Edwin hier ist, um Uther und Gaius zu töten, und dass er dafür geplant hat Morgana in Lebensgefahr zu bringen, um dieses Ziel zu erreichen. Merlin verzieht nachdenklich das Gesicht. „Genau genommen tut es mir eigentlich nicht leid."

Dann hebt er seine Hände und hält sie mit den Handflächen nach innen zu beiden Seiten neben Edwins Kopf. Merlin schließt die Augen und es dauert nur ein paar Augenblicke, bis er sämtliche bösen Absichten, die Edwin in Bezug auf Gaius, Uther und Arthur hat, aus seinem Gedächtnis verschwinden lässt. Anschließend verändert er Edwins Erinnerungen so, dass er glaubt, seinen Hass auf Gaius und Uther und somit auch auf Arthur überwunden zu haben, als ihm klar wurde, dass Arthur ein besserer König sein wird, als sein Vater, und dass es mit ihm eine Chance gibt, dass Magie nicht für immer verboten bleibt. Zum Schluss macht er Edwin noch glauben, dass Prinzessin Morgana ohne sein Zutun krank geworden ist und dass er sich aus der tiefsten Güte seines Herzens dazu entschlossen hat, nach Camelot zu kommen und seine Dienste anzubieten.

Dann lässt Merlin seine Hände wieder sinken und macht ein paar Schritte zurück zur Tür. Er öffnet einen der großen Flügel und lässt seine Hand auf dem Griff liegen, so als ob er gegangen wäre, um Arthur Bescheid zu sagen, und gerade eben zurückkommen würde. Schließlich lässt er Edwin wieder frei. Der Mann blinzelt ein paar Mal und sieht Merlin abwartend an, während Merlin die Tür hinter sich wieder schließt.

„Und?", fragt Edwin. „Wird der König mich empfangen?"

„Es scheint so, als ob es Prinzessin Morgana heute Morgen schon wieder viel besser geht", antwortet Merlin. „Der König bedankt sich für Euer großzügiges Angebot, aber er hat bereits einen Hofarzt, dem er bedingungslos vertraut. Deshalb gibt es für Euch keinen Grund die Prinzessin zu untersuchen."

Edwin nickt und das Lächeln auf seinem Gesicht ist echt und aufrichtig. „Ich verstehe. Das Einzige, was zählt, ist, dass es Prinzessin Morgana wieder besser geht."

„Anscheinend war es doch nicht so schlimm, wie es zu anfangs ausgesehen hat", sagt Merlin mit einem Schulterzucken.

Edwin nickt erneut. „Nun, dann werde ich wieder meines Weges gehen."

„Natürlich, ich werde Euch zu den Schlosstoren bringen."

Merlin öffnet die Tür der Halle und Edwin folgt ihm durch die Korridore des Schlosses, bis nach draußen zu den Toren. Dort nickt Edwin Merlin noch einmal zu, bevor der Mann die Straße ins Dorf hinunter geht.

Merlin bleibt noch einen Moment lang stehen und sieht ihm nach. Er hat noch nie zuvor das Gedächtnis eines anderen Menschen verändert, aber es ist viel einfacher gewesen, als er es sich vorgestellt hat. Seine Magie hat ganz nach seinem Belieben Bilder und Erinnerungen in Edwins Gedächtnis entstehen und andere verschwinden lassen. Er fragt sich, ob er beim letzten Mal ebenso in der Lage gewesen wäre Edwins Erinnerungen zu verändern. Vermutlich schon, seine Magie ist schließlich schon immer in ihm gewesen und die einzigen Grenzen, die es für ihn gegeben hat, sind die gewesen, die er sich selbst auferlegt hat. Nun jedoch ist er in der Lage beinahe alles zu tun und er würde seine Macht nutzen, um Camelot und Arthur gegen jeden zu verteidigen, der ihnen schaden will.

Arthur betritt seine Räume und lässt die Tür hinter sich mit einem achtlosen Stoß ins Schloss fallen. Dann wirft er seine Armschienen, den Rüstkragen und sein Kettenhemd, die er auf dem Arm getragen hat, neben der Tür auf den Boden. Während er den Raum durchquert, streift er sich seinen Gambeson ab und lässt ihn ebenfalls zu Boden fallen, bevor er sich schließlich sein Hemd über den Kopf zieht und es gegen das Fußende des Bettes wirft. Anschließend geht er zur Waschschüssel und spritzt sich kaltes Wasser ins Gesicht, bevor er mit beiden Händen auf den kleinen Tisch an der Wand gestützt bewegungslos stehen bleibt.

Merlin lässt eines von Arthurs Hemden, das er gerade zusammenlegen wollte, sinken und zieht die Augenbrauen zusammen. Er kann Arthurs Gesicht nicht sehen, da er mit dem Rücken zu ihm steht, aber irgendetwas scheint passiert zu sein. Aus Erfahrung weiß Merlin, dass es besser ist, Arthur darauf anzusprechen, damit er seinem Ärger Luft machen kann. Andernfalls würde er es tagelang in sich hineinfressen.

„Ist alles in Ordnung?", fragt Merlin deshalb vorsichtig.

Arthur erwacht wieder aus seiner Starre und richtet sich auf. „Ja Merlin, alles ist großartig, einfach fantastisch!"

Er trocknet sich mit einem Tuch das Gesicht ab und streicht sich die Haare nach hinten. Dann geht er zum Tisch im Vorraum zurück und schenkt sich einen Becher Wein ein, den er in einem Zug hinunterstürzt.

Merlin mustert ihn aufmerksam. „Ist während des Trainings mit den Rittern etwas passiert?"

Arthur stellt den Becher mit einem hörbaren Geräusch zurück auf den Tisch und dreht sich dann zu Merlin um. „Nein, was soll passiert sein? Sie sind die besten Ritter, die sich ein König nur wünschen kann. Höflich, edelmütig und der Inbegriff von Schicklichkeit und Anstand." Arthur macht eine ausladende Geste mit seinen Händen. „Ich dachte, wenn ich erst König bin, würde alles anders sein. Und weißt du was? Das ist es auch!"

Merlin legt Arthurs Hemd bei Seite, bevor er zu Arthur hinübergeht und neben dem Tisch stehen bleibt. „Erzähl mir, was passiert ist."

Arthur atmet tief ein und lässt sich dann mit einem Seufzen auf einen der Stühle am Tisch fallen. „Ich habe mit Leon und Lancelot zusammen am Rand des Trainingsfeldes gestanden, während wir den anderen zugesehen haben. Wir haben den Nahkampf mit dem Schwert gegen zwei Gegner trainiert und ein Seil in einem Kreis auf den Boden gelegt, das niemand übertreten sollte. Galahad hat gegen Bedivere und Geraint gekämpft, und als er sich mit ein paar hastigen Schritten rückwärts zurückziehen wollte, ist er an dem Seil hängen geblieben. Er ist umgefallen und hat es irgendwie fertig gebracht Geraint und Bedivere mit ihm zu Boden zu reißen und dabei haben sie beide ihre Schwerter verloren. Wir haben angefangen zu lachen und ich habe gesagt, dass wir Galahad mit einem Seil an seinem Fuß in die Schlacht schicken sollten, damit er die Hälfte der gegnerischen Soldaten damit umwerfen könnte. Und Leon hat geantwortet ‚Ja, Sire'." Arthur schüttelt verständnislos den Kopf. „Ich habe ihm gesagt, dass das ein Scherz gewesen sei und er sagt ‚natürlich Sire, sehr amüsant Sire'. Ich weiß, dass Leon manchmal ein wenig humorlos sein kann, also habe ich den Kopf geschüttelt, gelacht und zu Lancelot gesagt: ‚Was meinst du dazu? Noch irgendwelche anderen Vorschläge, wie wir Galahad in unsere Geheimwaffe verwandeln können?' und er sieht mich an und sagt ‚Ich bin sicher, Euch wird etwas einfallen, Sire'." Arthur schnaubt und wirft in einer hilflosen Geste die Hände in die Höhe. „Ich hätte ihn fragen können, ob er nicht auch der Meinung ist, dass der Himmel heute einen besonders schönen Grünton hat, und er hätte gesagt ‚Ja Sire, selbstverständlich Sire'."

Merlin verzieht das Gesicht, nachdem Arthur geendet hat. Die ganze Geschichte wäre ziemlich amüsant, wenn er nicht wüsste, wie nahe es Arthur geht, dass gerade Lancelot in ihm scheinbar nur den König von Camelot sieht und ihm nach dem Mund redet.

„Du musst Lancelot noch ein wenig mehr Zeit geben", meint Merlin schließlich zuversichtlich. „Er kennt dich noch nicht sehr lange. Sobald ihr ein paar Mal Seite an Seite zusammen gekämpft habt, wird er dein Freund werden."

Arthur schüttelt den Kopf, seinen Blick ins Leere gerichtet. „Da bin ich mir nicht so sicher. Ich bin jetzt der König, anscheinend war es etwas anderes, als ich nur der Prinz gewesen bin. Zwar hat mich meine Herkunft auch damals über die Ritter gestellt, aber ich war trotzdem einer von Ihnen und wir haben zusammen gescherzt und gelacht." Arthur lässt hörbar die Luft entweichen, bevor er Merlin mit einem verzweifelten Ausdruck in den Augen wieder ansieht. „Ich will meine Ritter zurück. Ich will meine Freunde zurück. Und ich meine nicht nur Leon und Lancelot. Auch Elyan und Percival und sogar Gwaine."

Merlin schmunzelt leise und Arthur bringt ebenfalls ein kurzes Lächeln zustande.

Schließlich versucht Merlin Arthur aufmunternd anzusehen. „Du musst versuchen, noch ein bisschen Geduld zu haben. Alles hat sich dieses Mal viel schneller entwickelt", gibt er zu bedenken. „Ich bin erst seit ein paar Monaten in Camelot und du bist bereits König. Das letzte Mal hat es fünf Jahre gedauert, bis du König geworden bist. Du hattest bis dahin viel mehr Zeit die Männer zu treffen, die du später zu deinen Rittern gemacht hast. Percival und Gwaine sind irgendwo da draußen, ihre Wege haben sie nur noch nicht nach Camelot geführt."

„Wir könnten doch einfach nach ihnen suchen und ihnen anbieten nach Camelot zu kommen?", fragt Arthur hoffnungsvoll, aber Merlin bezweifelt, dass das funktionieren würde, und er ist sich sicher, dass Arthur das ebenfalls weiß.

„Sie würden dir wohl nicht einfach so nach Camelot folgen, um deine Ritter zu werden", antwortet Merlin sanft. „Das Band zwischen euch wurde im Kampf geschmiedet. Sie haben gesehen, dass du ein König sein würdest, dem sie folgen können und du hast ihren Mut und ihre Stärke gesehen. Wenn du sie unter anderen Bedingungen triffst, wäre es nicht dasselbe."

Arthur sieht Merlin mit schiefgelegtem Kopf an. „Sollen wir etwa Banditenüberfälle und Monsterangriffe inszenieren, um sie treffen?"

Merlin versucht, sich ein Schnauben zu verkneifen. „Ich denke nicht, dass wir das tun müssen", sagt er und zuckt dann mit den Schultern, während ein zuversichtliches Lächeln auf seinen Lippen erscheint. „Ich glaube vielmehr, dass alles so passieren wird, wie es passieren soll."

Arthur sieht ihn zweifelnd an. „Wir sollen also einfach hoffen, dass das Schicksal meine Ritter zu mir bringt?"

„Ja", antwortet Merlin kurzerhand. „Es hat mit Lancelot bereits funktioniert, oder etwa nicht?"

Arthur schüttelt den Kopf und steht wieder von seinem Stuhl auf, bevor er sich mit einer Hand durch die Haare fährt. „Aber einige Ereignisse werden dieses Mal überhaupt nicht eintreten. Morgana wird sich nicht mit Agravaine verbünden, um Camelot anzugreifen. Das war es schließlich, was uns alle zusammengebracht hat. Ich habe überhaupt nicht daran gedacht, dass wenn ich Morgana davon abhalte verbittert und grausam zu werden, die Entstehung der Ritter der Tafelrunde aufs Spiel setzen könnte."

Merlin mustert Arthur daraufhin einen Moment lang. „Wenn es dir in den Sinn gekommen wäre, hättest du entschieden, dass der Preis zu hoch ist?"

Ganz wie Merlin es erwartet hat, seufzt Arthur und schüttelt den Kopf. „Nein, natürlich nicht", sagt er, bevor er sich wieder auf den Stuhl fallen lässt und tief durchatmet. „Also bleibt uns nichts anders übrig, als abzuwarten und zu hoffen, dass alles so passieren wird, wie es soll. Dass Gwaine und Percival irgendwie ihren Weg nach Camelot finden, dass Elyan sich dazu entschließt, lieber ein Ritter als ein Schmied sein zu wollen, und dass Lancelot klar wird, dass wir großartige Freunden sein können."

Merlin übergeht den zynischen Unterton in Arthurs Stimme und entscheidet sich dafür etwas anderes zu versuchen. „Was ist mit den anderen Rittern?", fragt er.

Arthur sieht ihn verwirrt an. „Was meinst du?"

„Ich meine, dass es vermutliche einige junge Ritter in Camelot gibt, die in der anderen Zeit bei all den Angriffen auf Camelot während meines ersten Jahres im Schloss den nächsten Winter nicht überlebt haben. Viele von ihnen sind wahrscheinlich gestorben, bevor du ihr wahres Potenzial sehen oder sie wirklich kennenlernen konntest. Vielleicht werden dich einige von ihnen überraschen und deine Freunde werden."

Arthur zieht die Augenbrauen nach oben. „Willst du damit sagen, dass ich meine alten Ritter der Tafelrunde und meine engsten Freunde gegen Neue eintauschen soll?"

„Nein, das will ich nicht damit sagen", entgegnet Merlin beschwichtigend. „Aber wir haben gerade festgestellt, dass wir die anderen nicht dazu zwingen können deine Ritter oder deine Freunde zu werden. Sie müssen ihren Weg selbst hierher finden oder wir treffen sie durch einen glücklichen Zufall. Und bis das passiert, könntest du versuchen einige der neuen Ritter besser kennenzulernen. Vielleicht findest du auch unter ihnen gute Freunde."

„Hm, darüber habe ich so noch gar nicht nachgedacht", meint Arthur und überlegt einen Moment lang. „Vielleicht hast du recht", sagt er schließlich. „Dieser Junge, Galahad, ist sehr vielversprechend. Er ist noch ein wenig ungeschickt, aber er hat das Herz am rechten Fleck. Ich kann mich von damals kaum an ihn erinnern."

„Siehst du?", antwortet Merlin zufrieden. „Vielleicht wird er dein Freund und deine neue Geheimwaffe mit dem Seil der Vernichtung."

Arthur lacht unweigerlich auf und Merlin grinst daraufhin. Nach einem Moment ist der Augenblick wieder vorüber und Arthur seufzt erneut.

„Aber was tun wir wegen Lancelot?", fragt er. „Ich habe das Gefühl, das ich etwas tun sollte, um ihm zu zeigen, dass ich mehr sein will, als nur sein König, und dass wir Freunde werden können. Lancelot war immer etwas Besonderes für uns beide. Er war der erste Ritter, den ich selbst ausgewählt habe und er war neben Gaius der einzige, der wusste, dass du ein Zauberer bist." Arthur scheint einen Moment lang darüber nachzudenken, bevor er mit einem amüsierten Lächeln auf den Lippen den Kopf schüttelt. „Ich schätze, damit war er dein Ritter, bevor er meiner wurde."

Merlin grinst schief. „Wir können ihn uns teilen, wenn du willst", meint er scherzhaft.

Arthur lacht jedoch nicht, sondern mustert Merlin nachdenklich. „Vielleicht ist das gar keine schlechte Idee", sagt er schließlich.

Merlin sieht ihn verwirrt an. „Was meinst du damit?"

Arthur erhebt sich von seinem Stuhl und stellt sich direkt vor Merlin, bevor er ihn mit einem seltsamen Ausdruck in den Augen ansieht. „Was ist die andere Sache, abgesehen davon, zusammen dem sicheren Tod ins Auge zu blicken, die ein tiefes Band zwischen zwei Menschen entstehen lassen kann?"

Merlin weiß nicht, worauf Arthur hinauswill und schüttelt den Kopf. „Äh ... keine Ahnung?"

Arthur sieht ihn unverwandt an. „Zusammen zu schlafen."

Merlin starrt ihn daraufhin einen Moment lang vollkommen verwirrt an. „Du willst mit Lancelot schlafen?", fragt er schließlich skeptisch.

Arthur schüttelt mit einem liebevollen Lächeln auf den Lippen den Kopf. „Nein, du Idiot. Ich will, dass wir beide mit Lancelot schlafen. Du hast gerade selbst gesagt, dass du nichts dagegen hättest, wenn wir ihn uns teilen. Ich weiß, dass du dabei nicht an so etwas gedacht hast, aber könntest du es dir vorstellen?"

Merlin braucht einen Moment, bis ihm klar wird, dass Arthur das tatsächlich ernst meint. Nachdem er seine anfängliche Überraschung jedoch überwunden hat, stellt er fest, dass er über diesen Vorschlag weder verärgert noch aufgebracht ist.

Bevor Merlin jedoch weiter darüber nachdenken kann, hebt Arthur seine Hände und legt sie zu beiden Seiten an Merlins Gesicht. „Ich liebe dich, Merlin. Daran darfst du nie zweifeln", sagt Arthur eindringlich. „Aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nie Gefühle für Lancelot gehabt habe und ich glaube, dass es dir genauso gegangen ist. Lancelot war schon immer etwas Besonderen für uns beide und wenn du es dir vorstellen kannst, dann könnten wir versuchen ihm auf diesem Weg zeigen, wie besonders er für uns ist."

Ein liebevolles Lächeln erscheint auf Merlins Gesicht und er schüttelt den Kopf. „Ich habe nicht an dir gezweifelt. Ich war nur überrascht", antwortet er. „Ja, ich hatte vor langer Zeit Gefühle für Lancelot. Gefühle, die mehr waren, als nur Freundschaft, aber ich hätte nicht gedacht, dass es dir genauso gegangen ist und dass diese Gefühle immer noch da sind. Was kein Problem ist, weil ich weiß, dass du mich liebst und ich dich liebe. Eine Nacht mit Lancelot zu verbringen wird daran nichts ändern, und wir wissen schließlich, dass er und Gwen letztendlich füreinander bestimmt sind. Also ja, ich kann mir vorstellen Lancelot in unser Bett zu holen."

Ein breites Lächeln erscheint daraufhin auf Arthurs Gesicht. „Also gut, dann sollten wir keine Zeit verlieren. Wie wäre es, wenn du Lancelot heute Abend hierher bringst und wir ihn fragen, ob er die Nacht mit seinem König und dem zukünftigen Hofzauberer verbringen will, weil uns beiden sehr viel an ihm liegt?"

Merlin grinst ebenfalls. „Das klingt nach einem hervorragenden Plan."

Arthur hebt den Kopf, als die Tür zu seinen Räumen geöffnet wird und er sieht, wie Merlin gefolgt von Lancelot das Zimmer betritt.

Lancelot trägt keine Rüstung, sondern nur ein dunkelrotes Hemd, eine Lederjacke und eine Hose und er übernimmt es, die Tür hinter ihnen wieder zu schließen, während Merlin mit einem amüsierten Grinsen auf dem Gesicht vor dem Tisch im Vorraum stehen bleibt.

„Es ist wirklich erstaunlich wie mir die Leute einfach durch das Schloss folgen, wenn ich ihnen sage, dass der König sie sehen will. Und wenn ich noch ein ‚sofort' hinzufüge, dann lassen sie alles stehen und liegen und laufen mir nach."

Arthur, der auf einem Stuhl mit dem Rücken zum Fenster hinter dem Tisch sitzt und bereits auf Merlin und Lancelot gewartet hat, faltet die Hände vor sich. „Nun Merlin, ich bin immerhin der König", antwortet er betont nachsichtig.

Merlin zuckt mit den Schultern. „Ja, aber wenn die Leute wüssten, was für ein arroganter Arsch du manchmal sein kannst, dann würden sie es sich vielleicht zwei Mal überlegen, ehe sie wichtige Arbeiten hinwerfen und dich stattdessen ein wenig warten lassen."

„Aber wenn sie das tun und wenn ich die betreffende Person tatsächlich sofort sehen möchte, könnte ich sie dafür an den Pranger stellen oder demjenigen gleich den Kopf abschlagen lassen", gibt Arthur mit einem selbstzufriedenen Grinsen zu bedenken.

Aus den Augenwinkeln sieht er, wie Lancelot, der hinter Merlin stehen geblieben ist, die Unterhaltung mit ungläubigen Blicken verfolgt. Er macht den Mund auf, als ob er etwas sagen wollte, scheint sich aber nicht ganz sicher zu sein was.

Merlin zieht die Augenbrauen zusammen. „Na ja schon, aber das würdest du nicht tun."

„Aber das wissen die Leute nicht." Arthurs Grinsen wird noch eine Spur breiter und Merlin nickt nachdenklich.

„Huh. Ich schätze, damit hast du nicht ganz unrecht."

„Ich bin der König, ich habe immer recht", antwortet Arthur hochmütig.

Merlin rollt mit den Augen. „Womit wir wieder bei der Tatsache wären, dass du ein arroganter Arsch bist."

Als Merlin seinen König zum zweiten Mal während dieser Unterhaltung beleidigt, scheint Lancelot sich nicht länger beherrschen zu können. „Merlin!", sagt er entsetzt und sieht besorgt zwischen Arthur und Merlin hin und her, als ob er darauf warten würde, dass Arthur ihm jeden Moment den Befehl gibt, Merlin für seine Unverschämtheit in den Kerker zu werfen. Schließlich macht Lancelot einen Schritt nach vorne und stellt sich vor Merlin. „Es tut mir leid, Sire. Er ist einfach nur…"

„Genauso liebreizend wie er es immer ist", unterbricht Arthur ihn amüsiert. „Keine Sorge, Lancelot. Du gewöhnst dich dran. Ich habe mich jedenfalls daran gewöhnt."

Merlin schmunzelt und zwinkert Lancelot zu, bevor er sich Arthur gegenüber auf einen Stuhl am Tisch setzt. Lancelot bewegt sich nicht von der Stelle und er hat die Stirn in Falten gelegt, während er sich sichtlich unbehaglich fühlt.

Arthur unterdrückt ein Seufzen, bevor er aufsteht, um den Tisch herum geht und nach einem der drei Becher greift, die an der Seite auf der Tischplatte stehen. Er füllt den Becher bis unter den Rand mit dem goldgelben Met aus dem Krug daneben und reicht ihn anschließend an Lancelot weiter. „Hier, trink das."

Lancelot mustert Arthur verwirrt, als er ihm den Becher hinhält und es dauert einen Moment, bis Lancelot ihn entgegennimmt. Als er jedoch keine Anstalten macht, daraus zu trinken, sieht Arthur ihn auffordernd an.

„Na los, trink."

Lancelot führt den Becher an die Lippen und trinkt gehorsam ein paar Schlucke, ohne Arthur dabei aus den Augen zu lassen.

„Den ganzen Becher", fordert Arthur ihn jedoch auf und Lancelot zieht die Augenbrauen zusammen. Dann trinkt er den Becher jedoch mit ein paar weiteren Schlucken ganz aus.

Arthur nickt zufrieden. „Na also."

Er nimmt Lancelot den Becher wieder ab, nur um sich zum Tisch umzudrehen und den Becher ein weiteres Mal zu füllen und Lancelot erneut in die Hand zu drücken. „Und noch einen."

Lancelot sieht von dem Becher zu Arthur, zu Merlin und wieder zurück, bevor den Becher erneut entgegennimmt und ein weiteres Mal leert.

Arthur nimmt ihm den Becker wieder ab und stellt ihn zurück auf den Tisch, bevor er wieder auf die andere Seite des Tisches geht, sich wieder hinsetzt und Lancelot zufrieden ansieht. „Und jetzt können wir anfangen, uns zu unterhalten. Setz dich, Lancelot."

Nach einem kurzen Zögern zieht Lancelot den Stuhl rechts neben Arthur an der kurzen Seite des Tisches heraus und setzt sich.

„Worüber wolltet Ihr mit mir reden, Sire?", fragt er schließlich zurückhaltend.

„Nun als alles Erstes müssen wir uns darüber unterhalten, dass du mich Arthur nennst."

Lancelot sieht ihn verwirrt an. „Ich verstehe nicht ganz… Sire."

Arthur runzelt die Stirn. „Ja, das sehe ich", entgegnet er nachdenklich und sieht dann Hilfe suchend zu Merlin, der jedoch den Kopf schüttelt und abwehrend die Arme hebt.

Ich habe dir gesagt, dass zwei Becher Met nicht genug sind", sagt in Gedanken.

Arthur rollt mit den Augen. Ihr Ziel ist es, Lancelot ein wenig lockerer zu bekommen und nicht ihn vollkommen betrunken zu machen. Arthur seufzt und wendet sich dann wieder an Lancelot. „Du bist hier, weil wir", er zeigt auf Merlin und dann auf sich selbst, „dir ein Angebot machen wollen. Und damit du dieses Angebot auch tatsächlich in Erwägung ziehen kannst, musst du für den Moment vergessen, dass ich der König von Camelot bin und Merlin mein Diener ist, oder eigentlich vielmehr ein mächtiger Zauberer."

„Über was für eine Art Angebot reden wir hier?", fragt Lancelot vorsichtig.

Merlin grinst schief. „Die Art von Angebot, über die man für gewöhnlich nicht redet."

„Wir wollen dich einladen eine Nacht in unserem Bett zu verbringen", sagt Arthur geradeheraus.

„Genau genommen ist es dein Bett", gibt Merlin unnötigerweise zu bedenken und Arthur rollt mit den Augen.

„Natürlich ist es mein Bett", entgegnet er spöttisch. „Selbst, wenn es nicht mein Bett wäre, dann wäre es trotzdem mein Bett. Das ganze Schloss gehört mir."

Merlin sieht Arthur mit zusammen gezogenen Augenbrauen an, bevor er den Kopf schüttelt und dann wieder zu Lancelot sieht. „Wie auch immer, du hast unser beider Interesse geweckt und wir würden uns freuen, wenn du die Nacht mit uns verbringen würdest."

Lancelot lässt seinen Blick zwischen Merlin und Arthur hin und her wandern. „Ich ... Ich weiß nicht, was ich sagen soll…"

„Dazu, dass der König von Camelot eine intime Beziehung mit seinem persönlichen Diener hat oder dazu, dass wir mit dir schlafen wollen?", fragt Arthur interessiert.

Lancelot sieht ihn mit großen Augen an. „Muss es das eine oder das andere sein?"

Ein Grinsen tritt auf Arthurs Gesicht und Merlin lacht leise, während er den Kopf schüttelt.

„Nein, muss es nicht", antwortet Merlin. „Aber du musst dir überlegen, ob du akzeptieren kannst, dass ich mehr für Arthur bin, als nur sein Diener und ob du dir vorstellen kannst mit uns beiden das Bett zu teilen."

Lancelot hat die Stirn in Falten gelegt, während er angestrengt nachdenkt. Schließlich legt er kaum merklich den Kopf schief. „Wie würde das funktionieren?"

„Nun, wenn du das nicht weißt, werden wir es dir mit Freuden zeigen", erwidert Arthur mit einem Grinsen.

Lancelot schießt daraufhin die Röte ins Gesicht. „Nein, ich meine Ihr… du, bist der König von Camelot ..." Er lässt den Satz unvollendet in der Luft hängen, aber Arthur weiß, was Lancelot sagen will.

„Ja, das bin ich", antwortet Arthur. „Und als dein König verlange ich deinen Gehorsam und deine Loyalität. Aber ich bin auch Arthur. Und als Arthur wäre es mir eine Ehre, dich meinen Freund nennen zu dürfen. Abgesehen davon hast du, wie Merlin schon gesagt hat, unser Interesse geweckt und deshalb möchten wir dich in unser Bett einladen. Es ist deine Entscheidung, ob du dieses Angebot annehmen willst. Wenn nicht, werden wir dir keine Vorwürfe machen und wenn du nicht mehr sein möchtest, als ein Ritter Camelots, dann hat diese Unterhaltung nie stattgefunden und es steht dir frei aufzustehen und zu gehen."

Lancelot antwortet nicht und er mustert Arthur mit einem nachdenklichen Ausdruck. Dann wandert sein Blick zu Merlin und er betrachtet auch ihn für einen langen Moment, bevor er sich mit einer Hand durch die Haare fährt.

„Ich möchte nicht gehen", sagt Lancelot schließlich mit einem Funkeln in seinen Augen.

Merlin erwidert Lancelots Blick und Arthur beobachtet, wie Merlin von seinem Stuhl aufsteht, bevor er sich direkt vor Lancelot stellt. Ohne den Blick von Lancelot abzuwenden, legt Merlin eine Hand an Lancelots Gesicht, bevor er sich zu ihm hinunter beugt und seine Lippen mit einem Kuss verschließt.

Lancelot erwidert den Kuss zuerst noch zurückhaltend, während er sich auf seinem Stuhl zur Seite dreht und seine Hände unschlüssig auf Merlins Hüften legt. Merlin tut sein Bestes, um Lancelot zu zeigen, wie sehr er ihn will und Arthur weiß aus eigener Erfahrung, dass Merlin sehr geschickt mit seiner Zunge sein kann. Vielleicht wartet Merlin aber auch nur ab, bis der Met seine Wirkung zeigt. Es dauert jedenfalls nicht lange, bis Lancelots Hände zielstrebig zu Merlins Hintern wandern und er sich Merlins Lippen entgegen drückt. Schließlich scheint ihm auch das nicht mehr zu genügen und Lancelot steht von seinem Stuhl auf, ohne den Kuss zu unterbrechen. Er vergräbt eine Hand in Merlins Haaren und presst dann seinen ganzen Körper gegen Merlin, bevor er ihn einen Moment darauf gegen den Tisch presst.

Arthur beobachtet die beiden und er muss zugeben, dass der Anblick, der sich ihm bietet, noch besser ist, als er es sich vorgestellt hat. Merlin stöhnt leise auf, als Lancelot ihn immer verlangender küsst und er krallt seine Finger in Lancelots Hemd, während er versucht, ihn noch näher zu sich heran zu ziehen.

Schließlich räuspert Arthur sich und holt Lancelot und Merlin damit wieder in den Moment zurück, woraufhin Lancelot eilig den Kuss löst und einen Schritt rückwärts macht. Arthur sieht wie Lancelot ein wenig verlegen dreinschaut und er kann sich ein Grinsen nicht verkneifen.

„Als ich dir angeboten habe, die Nacht mit uns zu verbringen, habe ich nicht gemeint, dass wir Merlin miteinander teilen. Nicht, dass ich diese Vorstellung gerade nicht genossen hätte, denn das habe ich definitiv", sagt Arthur amüsiert, während er aufsteht und um Lancelots Stuhl herum auf ihn zu geht.

Als Arthur Lancelot erreicht, zieht er ihn nun seinerseits zu einem Kuss an sich. Lancelots Lippen sind weich unter seinen und wieder dauert es einen Moment, bis Lancelot den Kuss wirklich erwidert, doch als Arthur ihn sanft in die Unterlippe beißt, legt Lancelot seine Hände auf Arthurs Hüften und zieht ihn enger an sich. Der Kuss wird danach schnell stürmischer und Lancelots letzte Vorbehalte scheinen zu verschwinden.

Merlin, der nun hinter Lancelot steht, macht sich währenddessen daran Lancelot seine lederne Jacke von den Schultern zu ziehen. Er legt sie über eine der Stuhllehnen und öffnet dann Lancelots Gürtel.

Lancelot löst den Kuss mit Arthur, als er keine Luft mehr bekommt, und seine Augen sind dunkel vor Lust. „Vielleicht sollten wir das auf dem Bett fortsetzen, mit weniger Kleidern", sagt er atemlos.

Arthur grinst. „Ich wusste, dass es einen Grund gibt, warum ich dich zu einem Ritter gemacht habe."

Lancelot grinst ebenfalls und zieht sich sein Hemd über den Kopf, bevor er es über seine Jacke legt. Arthur zieht ebenfalls seine Weste und sein Hemd aus und lässt es achtlos zu Boden fallen, bevor er zum Bett hinübergeht und dort seine Stiefel auszieht. Lancelot entledigt sich ebenfalls seiner Stiefel, während er Arthur zum Bett folgt und macht sich dann an der Schnürung seiner Hose zu schaffen. Als Arthur nur noch mit seiner Hose bekleidet ist, bemerkt er, dass Merlin immer noch vor dem Tisch steht, ohne Anstalten zu machen, seine Kleider auszuziehen.

„Worauf wartest du, Merlin?", fragt Arthur amüsiert und Merlin, der Lancelots nackten Oberkörper anstarrt, sieht auf.

„Ähm, ja sicher", antwortet er und zieht sich sein Halstuch herunter, bevor er sich ebenfalls sein Hemd, seine Stiefel und seine Hose auszieht.

Arthur bemerkt, dass es nun an Lancelot ist Merlin anzustarren und nachdem Arthur sich auch seiner Hose entledigt hat, stellt er sich hinter Lancelot und fährt mit seinen Händen über Lancelots nackten Oberkörper, während er Lancelots Hals küsst. Dann lässt er seine Hände tiefer wandern und zieht den Bund von Lancelots Hose herunter.

„Sieh ihn dir an", sagt Arthur leise. „Ist er nicht umwerfend? Nun ja, die Ohren sind einfach nur lächerlich, aber ansonsten…"

Lancelot lacht unweigerlich leise auf und Merlin, der auf sie zu kommt, sieht Arthur böse an. „Das war nicht sehr nett."

Seine Augen leuchten golden auf und Arthur gibt ein sehr unkönigliches Quietschen von sich, als ihn unsichtbare Fäden rückwärts ziehen. Er landet auf dem Bett und golden schimmernde Bänder wickeln sich um seine Handgelenke und fesseln ihn an die Pfosten des Himmelbettes.

Merlin geht mit einem selbstzufriedenen Grinsen an Lancelot vorbei und wackelt mit den Augenbrauen, bevor auf das Bett klettert und sich über Arthur kniet.

„Ich liebe die Geräusche, die du machst, wann immer ich das tue", sagt Merlin mit rauer Stimme.

„Ich habe überhaupt kein Geräusch gemacht", erwidert Arthur entrüstet.

„Abgesehen von dem Geräusch, das du gerade gemacht hast", meint Lancelot und er versucht nicht länger sein Grinsen zu unterdrücken, während er sich seine Hose auszieht und sich neben Arthur auf das Bett setzt.

„Warum versuchst du nicht, ob du ihm noch mehr Geräusche entlocken kannst?", schlägt Merlin mit einem Grinsen an Lancelot gewandt vor und legt sich dann auf Arthurs andere Seite, um Lancelot Platz zu machen.

Lancelot nickt und kniet sich zwischen Arthurs Beine. Er wirft noch einmal einen prüfenden Blick zu Arthur hinauf, bevor er ihn mit einer Hand umfasst. Lancelot beginnt damit seine Finger auf und ab zu bewegen, was Arthur ein leises Stöhnen entlockt. Ermutigt davon, werden Lancelots Bewegungen fester und schneller, bis er sich schließlich zu Arthur hinunter beugt und ihn mit seinem Mund umfängt.

Arthur lässt den Kopf nach hinten fallen und schließt die Augen, während er laut aufstöhnt. Das ist definitiv nicht das erste Mal, das Lancelot das hier macht.

Kurz darauf hört er Merlins Stimme dicht neben seinem Ohr. „Ist er genauso talentiert mit seinem Mund, wie mit seinem Schwert?"

Arthur stöhnt erneut auf und nickt, ohne die Augen zu öffnen. „Oh ja ... Wenn nicht besser."

Er hört wie diese Worte Lancelot ebenfalls ein Stöhnen entlocken und das wiederum lässt Arthur an seinen magischen Fesseln ziehen.

„Lancelot… wenn du nicht aufhörst, dann komme ich hier und jetzt", sagt er atemlos und Lancelot unterbricht seine Bewegungen augenblicklich.

Als Arthur die Augen öffnet, sieht er, wie Merlin jedoch den Kopf schüttelt. „Nein, hör nicht auf", sagt er zu Lancelot. „Er liebt es, wenn er sich nicht dagegen wehren kann und du einfach weitermachst."

Arthur stöhnt unterdrückt auf, als er das hört und Lancelot wirft Merlin ein breites Grinsen zu, bevor er sich wieder zu Arthur hinunter beugt. Unter Lancelots geschickten Bewegungen dauert es nicht lange, bis Arthur sich nicht mehr länger zurückhalten kann und schließlich mit einem lauten Stöhnen seinen Höhepunkt erreicht. Die Fesseln um Arthurs Handgelenke lösen sich auf, als Merlin scheinbar den Zauber beendet, aber Arthur kümmert sich nicht darum, sondern bleibt nur schwer atmend auf dem Bett liegen.

Er spürt eine Bewegung neben sich und einen Moment darauf Merlins Lippen über seinen. Der Kuss ist sanft und dauert nur einen Moment, bevor Merlin sich wieder aufrichtet. Arthur öffnet die Augen und sieht, dass Lancelot sich ebenfalls aufgesetzt hat.

Merlin beobachtet Lancelot währenddessen aufmerksam und ein Grinsen erscheint auf seinem Gesicht. „Möchtest du unseren König ganz für dich haben, Lancelot?", fragt er.

Lancelot sieht auf Arthur hinunter und beißt sich auf die Unterlippe, bevor er nickt.

Merlin streckt eine Hand aus, seine Augen leuchten golden auf und eine kleine Phiole mit Öl fliegt von ihrem Platz auf Arthurs Nachttisch in seine Hand. Er öffnet den Korken und schüttet sich einen Teil des Öls in die Hand. Dann rutscht er näher zu Lancelot heran und legt eine Hand um ihn, um das Öl zu verteilen.

„Arthur liebt es, wenn man ihn von hinten auf seinen Knien nimmt", flüstert Merlin gut hörbar in Lancelots Ohr und Lancelots Augen fallen zu, während ein tiefes Stöhnen seine Lippen verlässt.

Merlin grinst und sieht dann wieder zu Arthur. „Warum drehst du dich nicht um und zeigst Lancelot, wie der beste Hintern in ganz Camelot aussieht?"

Arthur rollt halbherzig mit den Augen, dreht sich aber mit einem Grinsen um und kniet sich vor Lancelot auf das Bett, während er es sich jedoch nicht nehmen lässt Merlin und Lancelot weiter über seine Schulter zu beobachten. Merlin lässt Lancelot wieder los und reicht ihm die Phiole mit dem Öl, aber Lancelot sieht ihn mit einem gequälten Ausdruck auf dem Gesicht an.

„Merlin, ich glaube nicht, dass ich die nötige Geduld dafür habe. In dem Moment, in dem ich ihn um meine Finger herum spüre, ist es vorbei", sagt er mit rauer Stimme und beißt sich auf die Unterlippe.

„Keine Sorge", antwortet Merlin. „Wir können das ein wenig abkürzen."

Seine Augen leuchten erneut golden und im nächsten Moment keucht Arthur erstickt auf und sein Kopf fällt nach vorne, als sich seine Muskeln mit einem Mal entspannen.

„Na los, er ist bereit für dich", hört er Merlin hinter sich zu Lancelot sagen. „Dafür habe ich mit ein wenig Magie gesorgt."

Lancelot rutscht nach vorne und dringt dann langsam und ohne jeglichen Widerstand in Arthur ein. Arthur gibt dabei ein lang gezogenes Stöhnen von sich und Lancelot hält einen Moment lang inne, um sich scheinbar zu beherrschen. Dann fängt er an, sich zu bewegen. Seine Stöße sind hart und tief und Arthur quittiert jeden davon mit einem lauten Stöhnen, bis Lancelot schließlich das Tempo erhöht. Als er mit einem erstickten Laut seinen Höhepunkt erreicht, schiebt er sich noch einmal tief in Arthur und bricht dann über ihm zusammen. Eine Hand fährt über Arthurs Rücken und er spürt Lancelots Lippen zwischen seinen Schulterblättern, was ihm ein Lächeln entlockt.

Nachdem Lancelot sich wieder zurückgezogen hat, lässt er sich neben Arthur auf das Bett fallen und versucht wieder zu Atem zu kommen. Arthur dreht sich auf die Seite und mustert Lancelot einen Moment lang, bevor er ihm mit einer Hand durch die Haare fährt. Lancelots Wangen sind gerötet und er sieht aus als, ob er sich auf die Unterlippen gebissen hat, vermutlich um seinen Höhepunkt noch ein wenig hinaus zu zögern.

„Danke", sagt Lancelot schließlich leise, aber Arthur schüttelt den Kopf.

„Nein, ich habe zu danken." Dann beugt Arthur sich zu Lancelot hinüber und küsst ihn sanft.

„Ihr habt nicht die geringste Ahnung, wie atemberaubend ihr zusammen ausseht", sagt Merlin nach einem Moment beinahe andächtig und Arthur sieht auf.

Lancelot mustert Merlin ebenfalls und zieht dann die Augenbrauen zusammen. „Es sieht so aus, als ob wir dich ein wenig vernachlässigt haben und du dich aufs Zusehen beschränken musstest", meint er, aber Merlin grinst und legt eine Hand um sich selbst.

„Glaubt mir, ich habe es sehr genossen euch zuzusehen."

„Das sehe ich", entgegnet Arthur. Dann setzt er sich auf und legt seine Finger über Merlins, um ihm zur Hand zu gehen. Merlin stöhnt leise und schließt die Augen.

„Was willst du?", fragt Arthur und Merlin fährt sich mit der Zunge über die Lippen, bevor er antwortet.

„Ich will…", beginnt er, doch der Satz endet in einem Stöhnen, als Arthur seine Finger fester um Merlin schließt.

„Na los Merlin, du brauchst es nur zu sagen", ermutigt Arthur ihn mit einem Grinsen. „Ich bin der König von Camelot, ich kann dir alles geben, was du willst."

Merlin öffnet seine Augen und sie sind dunkel vor Lust. „Ich will Lancelot."

Arthur wirft einen Blick zu Lancelot hinüber, der ohne zu zögern nickt.

„Nun dann solltest du meinen Ritter nicht länger warten lassen."

Arthur und Lancelot tauschen Plätze und Lancelot legt sich in die Mitte des Bettes auf den Rücken, bevor Merlin sich zwischen seine geöffneten Beine kniet. Merlin legt eine Hand auf Lancelots Oberschenkel und beißt sich auf die Unterlippe.

„Kann ich …?", fragt er und ein goldener Schimmer erscheint bereits in seinen Augen, ohne dass er es scheinbar verhindern kann.

Lancelot nickt. „Ja, tu es."

Das Gold in Merlins Augen leuchtet hell auf und Lancelot hat kaum Zeit überrascht aufzukeuchen, bevor Merlin sich bereits über ihn beugt und in ihn eindringt. Merlin schließt die Augen und stöhnt leise, während er sich mit langen, harten Stößen bewegt und Lancelot legt seine Beine um Merlins Hüften und schiebt sich ihm bei jedem Stoß entgegen.

Als Merlin seine Augen kurz darauf wieder öffnet, sieht Arthur erneut ein goldenes Funkeln in ihnen. Lancelot stöhnt daraufhin heiser auf, bevor er einen Augenblick darauf ein weiteres Mal seinen Höhepunkt erreicht. Merlin kommt nur einen Moment später ebenfalls und Arthur kann seinen Blick nicht von den beiden abwenden. Merlin hat diesen Zauber bereites mehr als einmal benutzt, um Arthur ein weiteres Mal innerhalb kürzester Zeit zum Höhepunkt zu bringen, und es ist ein atemberaubendes Gefühl.

Als Merlin wieder zu Atem gekommen ist, beugt er sich zu Lancelot hinunter und küsst ihn, bevor er sich zurückzieht und sich neben Lancelot auf das Bett fallen lässt.

„Das war…", beginnt er und Lancelot grinst.

„Großartig", beendet er Merlins Satz und Merlin nickt kraftlos.

Arthur sieht die beiden an und grinst ebenfalls. „Und das war nur die erste Runde. Wir haben Lancelot immerhin eine ganze Nacht versprochen."

Arthur steht mit seiner schlichten Krone auf dem Kopf und dem roten Umhang Camelots über seinen Gewändern neben dem Thron in der Ratshalle und hört sich gerade Leons Vorschlag an, wie man die Patrouillen rund um Camelot effektiver organisieren könnte, um den Banditen, von denen Arthur in der heutigen Audienz mehrfach berichtet wurde, bei zu kommen. Merlin steht etwas Abseite von Arthur und seinen Rittern an der Seite der Halle und Arthur wünscht sich nicht zum ersten Mal in den letzten Tagen, dass Merlin neben ihm stehen könnte. Es wäre viel einfacher die Banditen mit Magie aufzuspüren, anstatt die Ritter tagelang durch die Wälder Camelots streifen zu lassen, in der Hoffnung, eines der Lager zu finden. Allerdings weiß Arthur nicht genau, welche Möglichkeiten Merlin hat, um jemanden mittels Magie ausfindig zu machen, und so bleibt ihm nichts anderes übrig, als darauf zu warten, dass er sich später ungestört mit Merlin beratschlagen kann.

Während Arthur Leon weiter zuhört, gehen die Türen der Ratshalle auf. Lancelot, Sir Bors der Ältere und Sir Geraint sind an diesem Nachmittag auf Patrouille unterwegs gewesen und als die drei Ritter die Halle betreten, werden sie von zwei Personen begleitet. Beide sind Arthur aus seiner Erinnerung bekannt. Es sind Aulfric Tír-Mòr und seine Tochter Sophia. Der weißhaarige Mann mit dem kurzen Bart trägt dieselben weiten, dunkelblauen Gewänder wie beim letzten Mal, als Arthur ihn gesehen hat und seine Tochter Sophia ist wie damals in ein gelbes Kleid und einen gelben Umhang gehüllt.

Damals hat Arthur die beiden während eines Jagdausflugs mit Merlin vor Banditen im Wald nahe des Schlosses gerettet und sein Vater hatte ihnen daraufhin angeboten, vor ihrer Weiterreise zu ihrer Familie nach Caerleon ein paar Tage im Schloss zu verbringen. Arthur ist sich nicht ganz sicher, was genau damals passiert ist, aber aus irgendwelchen Gründen hatte er sich unsterblich in Sophia verliebt und seinen Vater um Erlaubnis gebeten, sie heiraten zu dürfen. Als Uther ihm diese Erlaubnis erwartungsgemäß verweigert hatte, war Arthur mit Sophia durchgebrannt. Merlins Erzählung zufolge hat es erst eines Schlages auf den Kopf bedurft, damit Arthur wieder zur Vernunft kam und Merlin ihn ins Schloss zurückbringen konnte. Mittlerweile ist Arthur sich jedoch ziemlich sicher, dass das nicht die ganze Geschichte gewesen ist.

Lancelot, Geraint und Bors führen ihre Gäste nach vorne zu dem hölzernen Thron und Bors neigt den Kopf zu einer Verbeugung. „Sire, das sind Aulfric und Sophia Tír-Mòr. Sie wurden im Wald von Banditen angegriffen. Wir haben sie gerettet und die Banditen getötet."

Arthur nickt und wendet sich an Aulfric und Sophia. „Willkommen in Camelot. Was führt euch in diesen Teil des Landes?"

„Unser Heim wurde von den Sachsen überfallen, wir sind gerade noch mit dem Wenigen, was wir tragen konnten, entkommen", berichtet Aulfric. „Wir reiten nach Westen, nach Caerleon, wo wir Familie haben und wie ich hoffe auch ein neues Leben."

„Ich möchte euch anbieten, die Nacht in Camelot zu verbringen, bevor ihr eure Reise nach Caerleon morgen fortsetzt", bietet Arthur an.

Aulfric neigt dankbar den Kopf. „Das ist überaus großzügig von Euch, Sire. Wir nehmen Euer Angebot sehr gerne an."

„Sehr gut", antwortet Arthur zufrieden. „Sir Lancelot wird euch in eines der Gästegemächer bringen, wo ihr euch von den Strapazen dieses Tages erholen könnt. Ich hoffe, ihr werde mir beim Abendessen Gesellschaft leisten."

„Mit dem größten Vergnügen, Eure Hoheit", entgegnet Aulfric mit einer weiteren Verbeugung, bevor er sich umdreht und Lancelot folgt.

Sophia lässt sich einen Moment länger Zeit und wirft Arthur ein bezauberndes Lächeln zu. Arthur erwidert das Lächeln knapp und erst nach einem weiteren Augenblick dreht Sophia sich um, und schließt zu ihrem Vater und Lancelot auf.

Arthur zieht nachdenklich die Augenbrauen zusammen, bevor er einen kurzen Blick zu Merlin hinüberwirft. Merlin hat jedoch die Augen zusammengekniffen und sieht ihn finster an. Anscheinend ist er von Arthurs Großzügigkeit Aulfric und Sophia gegenüber nicht sonderlich begeistert und Arthur will wissen warum.

„Ich denke, das ist alles für heute", sagt er an Leon gewandt. „Sir Leon, ich habe vollstes Vertrauen in Euch, dass Ihr die Patrouillen wirkungsvoll organisieren werdet."

Leon sieht einen Moment lang erstaunt aus, bevor er den Kopf neigt. „Natürlich, Sire. Vielen Dank, Sire."

Arthur nickt Leon noch einmal zu, bevor er in Richtung Tür geht und Merlin schließt nach ein paar Metern zu ihm auf. Draußen im Korridor wirft Arthur einen fragenden Blick zu Merlin hinüber, doch Merlin schüttelt lediglich den Kopf und so sagt keiner von ihnen etwas, bis sie Arthurs Räume erreichen und Merlin die Tür hinter ihnen geschlossen hat.

„Das war keine gute Idee", beginnt Merlin und schüttelt missbilligend den Kopf.

Arthur sieht ihn erstaunt an. „Warum denn? Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mich nicht noch einmal in Sophia verlieben und sie in einem Anflug ungezügelter Leidenschaft heiraten möchte. Sie mag hübsch sein, aber sie ist eigentlich überhaupt nicht mein Typ und ich kann wirklich nicht verstehen, was mich damals so an ihr fasziniert hat, dass ich auf die Idee gekommen bin, sie heiraten zu wollen. Es kann allerdings nicht schaden gastfreundlich zu Mitgliedern der königlichen Familie eines anderen Landes zu sein."

Merlin schnaubt. „Nun, ich bin mir nicht mal sicher, dass sie tatsächlich Mitglieder der Königsfamilie von Tír-Mòr sind."

„Wieso das?", fragt Arthur verwirrt, bevor er die Stirn in Falten legt. „Und sag jetzt bitte nicht, dass die beiden in Wahrheit Zauberer sind, die versuchen Camelot zu übernehmen und dass Sophia mich bei letzten Mal verzaubert hat, damit ich sie heiraten würde."

Merlin legt den Kopf schief. „Na ja…"

Arthur ist für einen Moment lang vollkommen sprachlos, dann wirft er die Hände in die Höhe. „Oh, komm schon, ernsthaft?! Hatte es denn damals wirklich jeder auf mich abgesehen?"

„Nicht jeder…", antwortet Merlin vage und als Arthur ihm daraufhin einen genervten Blick zuwirft, zuckt er entschuldigend mit den Schultern.

Arthur braucht einen Moment, um das zu verarbeiten, und schließlich schüttelt er den Kopf. „Also hat sie mich tatsächlich verzaubert, damit ich mich in sie verliebe?"

„Ja, aber ihr Plan war es nicht dich zu heiraten und Camelot zu übernehmen", sagt Merlin. „Sie sind Sidhe, oder zumindest waren sie das. Die Sidhe sind eine uralte Rasse, die in den magischen Landen von Avalon leben und unsterblich sind. Aulfric hat einen ihrer Art getötet und als Bestrafung wurden er und seine Tochter verbannt und müssen seither als Sterbliche leben. Sie besitzen allerdings immer noch sehr starke Magie, die in den Stäben, die sie bei sich tragen, gebunden ist. Ich schätze, sie wurden wirklich von Banditen im Wald angegriffen, das letzte Mal auch schon, aber als Uther ihnen damals angeboten hat, in Camelot zu bleiben, und Aulfric mitbekommen hat, dass du dich für Sophia interessiert hast, hat er ein Abkommen mit den Sidhe Ältesten getroffen: Das Leben eines menschlichen Prinzen dafür, dass Sophia nach Avalon zurückkehren darf. Du bist zwar jetzt kein Prinz mehr, aber das Leben eines Königs sollte es genauso tun."

Arthur legt den Kopf schief. „Lass mich raten, sie hat mich dazu gebracht, dass ich mit ihr durchbrenne, damit sie mich in irgendeinem Ritual töten kann, um ihre Unsterblichkeit zurück zu bekommen, und du hast mich im letzten Moment gerettet."

Merlin nickt bestätigend. „Mehr oder weniger, allerdings gab es kein Ritual. Sie hat einfach versucht dich im See von Avalon zu ertränken und ich habe Aulfric und Sophia getötet, bevor ich dich gerettet habe."

Arthur seufzt und schließt für einen Moment die Augen. Er hätte es wissen müssen. „Also gut, was tun wir jetzt?", fragt Arthur schließlich.

Ein seltsamer Ausdruck tritt in Merlins Augen, bevor er antwortet. „Du tust gar nicht, bis auf den charmanten König zu geben und deinen Gästen die größtmögliche Gastfreundschaft zukommen zu lassen, während ich mich den beiden als Emrys zu erkennen gebe und ihnen sage, dass ich sie umbringen werde, falls sie versuchen sollten, dir auf irgendeine Art und Weise zu schaden."

„Und du glaubst, dass das funktioniert?", fragt Arthur skeptisch.

Merlin nickt ohne zu zögern. „Ja, ich bin ziemlich sicher, dass das funktionieren wird. Sie haben immer noch einen Teil ihrer Magie, aber sie sind sterblich und sie werden erkennen, dass sie keine Chance gegen mich haben. Aulfric liebt seine Tochter von ganzem Herzen, er wird nicht ihr Leben gefährden, indem er gegen mich kämpft, auch wenn das bedeutet, dass sie nie wieder nach Avalon zurückkehren kann."

„Na gut, aber was, wenn sie doch versuchen gegen dich zu kämpfen?", fragt Arthur.

„Dann wird sie dasselbe Schicksal ereilen, wie beim letzten Mal", antwortet Merlin ungerührt. „Aber zumindest will ich ihnen eine Wahl lassen."

Arthur mustert Merlin einen Moment lang und die Gelassenheit, mit der Merlin davon spricht Aulfric und Sophia zu töten, wenn sie sich ihm in den Weg stellen sollten, erinnert Arthur wieder daran, wie oft Merlin bereits für ihn und für Camelot getötet hat. Merlin ist ein Krieger, genauso wie seine Ritter es sind, aber manchmal lässt Merlins unbeschwerte Art und sein breites Grinsen selbst Arthur diese Tatsache vergessen. Der Umstand, dass Merlin nun wieder jung ist, macht die ganze Sache nur noch verwirrender. Für einen Moment fragt Arthur sich, wann aus dem unbeschwerten Jungen aus Ealdor dieser mächtige und entschlossene Zauberer geworden ist. Vermutlich während derselben Zeit, in der Arthur erkennen musste, wie grausam und erbarmungslos die Welt sein kann und alles um sie herum in sich zusammengebrochen ist.

„In Ordnung", antwortet Arthur schließlich und nickt. „Wann willst du mit ihnen reden?"

„Jetzt gleich. So kann ich Sophia sagen, dass sie aufhören kann dir schöne Augen zu machen. Wenn ich ihr während des ganzen Abendessens dabei zusehen muss, wie sie dich anhimmelt, bin ich versucht sie umzubringen, ganz gleich, wofür sie sich entscheiden", sagt Merlin mit einem grimmigen Unterton in seiner Stimme.

Arthur zieht angesichts von Merlins Tonfall überrascht die Augenbrauen nach oben, bevor er Merlin eindringlich ansieht. „Du weißt, dass ich keinerlei Interesse an ihr habe."

Merlin schließt für einen Moment die Augen und seufzt. „Natürlich hast du das nicht. Aber sie kann dich vor allen Leuten so ansehen und ich nicht."

Arthurs Blick wird weich, als er begreift, warum Merlin so ein Problem mit Sophia hat, abgesehen davon, dass sie und ihr Vater versuchen könnten, Arthur umzubringen.

„Noch nicht, aber du wirst nicht für immer mein Diener bleiben", sagt Arthur sanft. „Wir müssen nur noch etwas mehr Geduld haben."

Merlin nickt schwach. „Ich weiß. Aber das heißt nicht, dass es mir gefallen muss."

„Komm her und lass es mich wieder gut machen", antwortet Arthur und streckt eine Hand nach Merlin aus.

Merlin ergreift Arthurs Hand und Arthur zieht ihn an sich. Er wirft ihm ein liebevolles Lächeln zu und umfängt Merlins Gesicht mit seinen Händen, bevor er seine Lippen mit einem leidenschaftlichen Kuss verschließt, der sie beide davon überzeugen soll, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Merlin seinen Platz an Arthurs Seite einnehmen kann.