Mitte Mai war Scorpius es müde in ein leeres Haus zu kommen. Seine Fantasie rannte wild jede Nacht, er dachte darüber nach wie sich die Dinge verändern konnten und gleich bleiben würde sobald er Albus heiratete. Würde es sich anders anfühlen zu wissen das es jemanden gab an den er den Rest seines Lebens gebunden war? Würde es sich einschränkend oder befreiend anfühlen?
Bequem, entschied Scorpius. Sicher und warm. Wie es immer ist.
Es war ein besonders erfüllender Tag als er endlich seine erste richtige Vorlesung halten konnte. Scorpius war erfreut als sie von der Historischen Gemeinschaft gut aufgenommen wurde. Tatsächlich waren seine Nachforschungen so gut das der aktuelle Experte für magische Artefakte ihn bat bei seinem nächsten Projekt mitzuarbeiten.
„Informationen sammeln natürlich", hatte er schnell gesagte als er Scorpius' Enthusiasmus gesehen hatte. „Ich glaube ich habe die tatsächliche Arbeit abgedeckt."
Scorpius kam an dem Abend komplett ruhig nachhause bis er einen neuen Brief am Kamin entdeckte. Er kniete sich hin um ihn aufzuheben und wehrte das liebevolle Lecken von Zar ab.
16. Mai
Scorpius,
Hei kannst du nach meinem Bruder sehen und sehen ob es ihm gut geht? Ich weiss nicht wieso Ainsley sich von ihm getrennt hat aber ich bin sicher meine Eltern machen sich Sorgen um ihn und machen ihn verrückt. Stell einfach sicher das es ihm gut geht und lass es mich wissen?
Danke.
In Liebe,
Albus
Scorpius las den Brief dreimal bevor er es ihm klar wurde das Albus am anderen Ende der Welt vor ihm davon erfahren hatte. Er las den Brief noch einmal nur um sicher zu gehen.
Ainsley hat sich von James getrennt.
Albus hatte anscheinend angenommen das Scorpius vor ihm davon wusste und Scorpius beabsichtigte so schnell wie möglich nach James zu sehen – nachdem er nach seiner eigenen Familie gesehen hatte.
17. Mai
Albus,
Ich finde heraus was los ist und lass es dich wissen.
In Liebe,
Scorpius
„Ainsley?"
Scorpius überprüfte die meisten Zimmer im Manor bevor er in die Küche ging was im nachhinein wohl der erste Ort hätte sein sollen wo er nach einer Hufflepuff sah.
Er fand sie an dem grossen Holztisch in der Mitte des Raums sitzen ihr Rücken war ihm zugewandt. Sie sass in der Nähe des Feuers mit einer Decke um ihre Schultern geschlungen und ihre Haare waren an ihrem Hinterkopf zu einem unordentlichen Knoten gebunden.
Sie drehte ihren Kopf um über ihre Schulter zu sehen und gab ihm eine billige Entschuldigung eines falschen Lächelns.
„Hei Scorp."
Er ging langsam auf sie zu er war nicht sicher was er erwarten soll.
„Wieso hast du mir nicht gesagt das etwas nicht in Ordnung ist?"
Sie zuckte mit den Schultern und wandte sich wieder zum Feuer. Ein Teller lag auf ihrem Schoss und als Scorpius um die Ecke kam sah Scorpius das Pike ihr eine Handvoll Kekse gemacht hatte. Er zog sich selbst auf den Tisch und nahm einen erfreut das sie noch immer warm waren.
„Es hat einfach nicht funktioniert", sagte Ainsley.
„Es sah vor einigen Wochen noch gut aus."
„Ja nun…" Ainsley verlor sich. Sie nahm abblockend noch einen Bissen. Es gab Scorpius Zeit sie genau anzusehen und er sah wie dunkel ihre Augenringe und wie hohl ihre Wangen waren. Sie hatte ihre Haare einen Tag zu oft nicht gewaschen. „Ich wollte mich einfach auf die Arbeit konzentrieren und…ich meine ich habe angefangen mit James zu gehen als ich siebzehn war. Ich will nur sehen was noch da draussen ist."
Sie sah ihm nicht in die Augen und Scorpius wusste das mehr in der Geschichte war aber er hörte auch wie ihre Stimme bei James' Namen zitterte.
„Wenn du nicht bereit bist darüber zu reden ist das in Ordnung", sagte Scorpius und erinnerte sich daran wie schrecklich es sich angefühlt hatte als er und Albus sich im sechsten Jahr kurz getrennt hatten. Er wünschte das niemandem und Ainsley hatte ihn damals nicht gezwungen als er nicht darüber reden wollte. „Aber ich bin hier wenn du bereit bist okay?"
Ainsley nickte und sah auf den nun leere Teller. Er war verloren – wie oft musste Scorpius jemanden beruhigen der nicht Albus oder Draco war? Er konnte die Möglichkeiten an einer Hand abzählen. Er rutschte näher zu ihr und schlang seinen Arm um ihre Schulter. Sie zuckte bei der Berührung zusammen schmolz aber nach einem Augenblick an seiner Seite.
Ihr Gesicht war in seine Schulter vergraben und er konnte sie nicht weinen sehen aber das unterbrochene schniefen verriet sie.
Die Winkelgasse war voll obwohl es Ende Mai war. Schüler waren noch immer in Hogwarts aber der erste wirklich schöne Tag des Frühlings war gekommen und viele Familien hatten sich entschieden rauszugehen und bei dem milden Wetter einzukaufen.
Scorpius war beabsichtigt direkt nachhause zu gehen bis er herausfand das eine seiner Lieblingsautorinen – eine amerikanische Hexe Namens Gail Neiman – endlich eine neue Ausgabe ihrer historischen fiktiven Reihe über die Salem Hexenprozesse herausgebracht hatte.
Ich kann nicht die ganze Zeit arbeiten, sagte Scorpius zu sich selbst und beruhigte die Stimme in seinem hinter Kopf das solch gemütlicher Lesestoff im Moment Zeitverschwendung war. Er hatte Dinge zu tun! Probleme zu lösen!
Ich muss eine Pause machen. Es ist nicht gut wenn meine Nerven so blank liegen.
Er wand seinen Weg durch die Gasse, wich blicken von Fremden und ängstlichen Blicken von Kindern, die alt genug waren sein Gesicht aus der Zeitung zu kennen aber nicht alt genug um zu wissen das Starren unhöflich war, aus.
Scorpius hoffte das der Tag kommen würde an dem er und Albus ihre eigenen Kindern adoptieren würden. Vielleicht wenn die Zauberer Gesellschaft sehen würde das er und sein Ehemann – Ehemann – kluge, nette Kindern erzogen sehen würde das sie nicht so schlecht sein konnten.
Flourish und Blotts war voll als er ankam. Die Ladenbesitzer hatten die Fenster geöffnet damit Luft hineinkam. Er trug den Duft von Blumen vom Floristen auf der anderen Strassenseite und für einen Moment überlegte Scorpius oben eine Tasse Kaffee zu holen und sich lesend in einen der papasan Stühle am Fenster zu setzten bis der Laden schloss.
Er ging auf dem ersten Stock umher – glitt am Geländer der Treppe entlang damit er sich nicht durch eine Gruppe Menschen drängen musste – und suchte nach einem Helfer. Er würde Naimans Buch in diesem Desaster nie finden.
So gross zu sein hatte manchmal seine Vorteile und Scorpius war froh das er den Grund für den Aufruhr sehen konnte ohne wirklich näher zu gehen. Er schob seine Brille die Nase hoch und blickte um einen grossen Zaubererhut um den Unterschriftentisch am Ende des Ladens zu sehen.
Blaise Zabini sass zwischen Stapeln neuer Bücher seine Hand flog schnell über die Innenseite der Bücher die vor ihn gelegt wurden. Scorpius konnte das Schild hinter ihm kaum sehen und wünschte sich dann er hätte es nicht versucht.
Slytherins in der Schlacht um Hogwarts: Geschichten aus den Kerkern.
Scorpius rümpfte die Nase, zog sich zurück und fragte sich ob Draco von der neuen Schreiber Karriere seines alten Freunds wusste.
Er drückte seinen Weg durch die Menge zu den Bücherregalen, murmelte Verzeihung und Entschuldigung wenn er ihn jemanden hineinstiess und hielt seinen Kopf unten und seine Augen abgewandt. Nur weil er wusste das die Leute ihn komisch ansehen würde bedeutete das nicht das er es sehen musste.
Es ist einfach wenn Albus hier ist, dachte Scorpius zum zehnten mal an diesem Tag. Es ändert nichts aber es ist so viel einfacher…
„Entschuldigung!"
Er winkte einer jungen, gequält aussehenden Hexe zu die einen Stapel Bücher der grösser war als sie in den hinteren Teil des Raumes schweben liess. Wiederwille blitze in ihren Augen auf und Scorpius blieb auf Abstand.
„Es tut mir leid Sie zu stören. Wirklich. Können Sie mir vielleicht zeigen wo ich Gail Neimans neues Buch finde? Ich bin nicht sicher wo ich es finde."
„Es ist dort unten", sagte sie und deutete mit ihren freien Hand. Scorpius sah einen unberührt aussehenden Stapel an Büchern mit einem kleinen Schild mit den Namen der Autorin.
„Oh danke – „
Scorpius konnte ihr nicht zu enden danken da kamen zwei braunhaarige Kinder um die Ecke gerannt. Der Ältere der beiden drückte ein Spielzeug Hippogreif, welcher sich gegen seinen Griff werte und seine Flügel gegen die Hand des Jungen schlug gegen seine Brust gedrückt während der andere – welcher sein jüngerer Bruder zu sein schien – ihm nachjagte und nach seiner erhobenen Hand sprang.
„Gib es zurück!"
Das ältere Kind hatte keine Chance den Hippogreif zurück zu geben – nicht das sein böses Grinsen darauf schliessen liess das er es überhaupt tun würde – bevor er in die Hexe rannte. Sie hatte kaum eine Chance die Anwesenheit der Kinder zu bemerken bevor der ältere der Jungen mit ihr zusammenstiess.
Scorpius reagierte ohne zögern als sie ihre Konzentration verlor und ihr Zauberstab aus ihrem Griff glitt. Ihre Beine glitten unter ihr weg und sie fiel Rückwärts in eines der heiklen Regalen die Flourish und Blotts sein eigentümliches Aussehen gaben aber nicht sicher waren.
Der jünger der Jungen schrie als die Handvoll Bücher die die Hexe hatte schweben lassen auf ihn zufielen. Scorpius zuckte, er sah alles in Zeitlupe als die Hexe auf der Seite landete und den älteren Jungen mit ihr umstiess. Mit grosser Mühe und seinen Händen zu den Jungs und den fallenden Bücherregalen ausgestreckt dachte er an jeden Zauber den er konnte – wingardium levioisa – arresto momentum – spürte er die Magie aus seinen Fingerspitzen und aus seinem Kern gezogen werden –
Die fallenden Bücher hingen unsicher in der Luft über ihren Köpfen. Einige Bücher fielen aus dem Kasten als es ihn einem gefährlichen Winkel schwankte und drohte den Rest der Ausgaben auf den Boden zu kippen. Das Gesicht vor Anstrengung verzogen – ein solch grosses Bücherregal zu richten war nicht einfach wenn er nicht trainiert war – rollte Scorpius seine Hände, beschwor den Kasten in eine aufrechte Position und stellte ihn auf den Boden.
„Tritt zurück in Ordnung?" sagte er durch zusammengebissene Zähne zu dem jüngeren Jungen. Das Kind schien nur allzu froh zu gehorchen und trag von Scorpius weg, ging rückwärts und weg. Scorpius befreite die Bücher mit einem schweren Atem seine Atmung schnell und angespannt. Es war lange her das er so viel Energie für Zauberstablose Magie gebraucht hatte – und das aus gutem Grund.
Er musste sich beeilen um ein Taschentuch aus der innen Tasche seiner Robe zu holen um das Blut zu stoppen das sein Kinn erreicht hatte. Das war genau der Grund weshalb er nie mehr tat als Dinge die man tragen konnte schweben zu lassen oder heraufzubeschwören oder kleine Zauber zu verwenden. Die Konsequenzen waren es nicht wert.
Scorpius wollte die Hexe fragen ob sie in Ordnung war als er durch ein Blitzlicht geblendet wurde. Er blinzelte und rieb sich die Augen unter der Brille und versuchte seine Sicht zu klären. Sobald die schwebenden Neonfarbenen Punkte weg waren sah er einen Zauberer mit einer Kamera und einem Tagespropheten Abzeichen um seinen Hals. Sein Notizbuch schwebte neben seiner Schulter eine hellgrüne Feder hing darüber und war bereit Notizen zu machen.
Verdammt, dachte Scorpius mit einem Stöhnen als eine kleine Menge sich hinter ihm sammelte. Er fühlte wie das Taschentuch feucht wurde und er direkt dankbar das er es extra saugfähig gezaubert hatte.
„Marnie! Geht es dir gut?"
Ein weiterer Angestellter von Flourish und Blotts quetschte sich durch die Menge und half seiner Mitarbeiterin auf die Beine, klopfte sie ab und betrachtete sie.
„Hat der Malfoy Junge dich angegriffen?"
Scorpius war nicht sicher worüber er empörter war – die Annahme das er jemanden angegriffen hatte oder das man ihn als Kind bezeichnete.
„Nein", sagte die Hexe aber es war zu spät. Geflüster von „Angriff" und „Malfoy" und „Voldemort" erhob sich aus der Menge der Kunden der Buchhandlung und Scorpius sah wie die Feder des Reporters schnell von selbst auf das Notizbuch schrieb.
Scorpius seufzte und sah zu den beiden Kindern. Sie klopften einander ab und weinten als ihre Eltern ankamen, sie panisch hochhoben und Scorpius finster ansahen als sie sie wegtrugen und fragten was passiert war – hat dieser Mann euch weh getan? Mit seinem Gesicht mit Blut bedeckt sehr bestimmt furchterregend aus aber er versuchte höfflich zu lächeln und winkte trotzdem als er dem Vater in die Augen sah.
Es half nicht. Scorpius seufzte und kämpfte sich auf die Beine, wackelig und zögerlich weigerte sich aber sich an den nahegelegenen Regalen festzuhalten. Mit all den Leuten die starrten wollte er nicht schwächer wirken als er bereits war.
„G-geht es Ihnen gut?" fragte Scorpius die Ladenangestellte. Der Reporter des Tagespropheten den Scorpius nicht benennen konnte aber als Sohn eines Bekannten erkannte ging auf sie zu und stellte bereits Fragen, seine Feder und das Notizbuch schwebten in der Nähe. Er trat zurück als Scorpius näher kam und die Angestellte – Marnie – sah zu ihm auf. Sie schien wenigstens dankbar zu sein.
„Danke", sagte sie schnell. „Danke – Ich versuche ihm zu sagen das Sie geholfen haben – „
„Es hat keinen Sinn", sagte Scorpius und winkte mit seiner freien Hand, das Taschentuch noch immer gegen die Nase gedrückt. „Sie werden sagen was sie wollen."
„Haben Sie sich die Nase gebrochen?" fragte sie schnell. „Ich kann sie heilen – „
„Nein", unterbrach Scorpius sie. Er konnte das Gewicht der Blicke von mindestens zwanzig Leuten auf ihm spüren die ihn beobachteten und auf eine falsche Bewegung warteten. Mehrere Hexen und Zauberer hatten ihre Zauberstäbe in den Händen, gesenkt, aber fest in der Hand und bereit für den Notfall.
„Mir geht es gut. Ich gehe besser."
Marnie nickte betrübt das sie nicht mehr tun konnte aber Scorpius musste fliehen. Er wiegte seine Möglichkeiten ab und entschied sich dafür an des Ende des Ladens zu gehen, weg von den Anderen, sich durch den Wald an Regalen zu winden bis er die Hintertür erreichte. Die Gasse hinter dem Laden war feucht und roch schrecklich aber sie war glücklicherweise frei von Leuten – seine einzige Bedingung für eine saubere Flucht.
Er machte sich auf den Weg zum tropfenden Kessel wo er nachhause flohen konnte. Die Blutung wurde weniger aber sein Herz raste noch immer und egal wie oft er tief einatmete konnte ihm helfen.
Er sah sehnsüchtig über seine Schulter zurück zu Flourish und Blotts und summte wehmütig.
Er hatte sein Buch nicht gekriegt.
18. Mai
Albus,
Ich bin heute früh zu James Arbeit gegangen da es der einzige Ort war von dem ich wusste das ich ihn dort erwische. Er sagte es geht ihm gut und er so in Ordnung aus schien aber nicht über Ainsley reden zu wollen. Er hat mir nur gesagt das sie es entschieden hat und das ist alles. Ich hab ihn zum Mittagessen mit mir gezwungen aber er hat mir nicht erzählt was passiert ist. Er hat überhaupt nicht viel gesagt. Ich habe meistens gesprochen. Ich bin sicher du bist geschockt.
Ich lass es dich wissen wenn ich etwas herausfinde.
In Liebe,
Scorpius
21. Mai
Scorpius,
Eine der Hexen hier kriegt den Propheten. Er ist normalerweise ein paar Tage verspätet.
Ich hab den Artikel über den Vorfall im Buchladen gesehen. Geht es dir gut? Was ist passiert? Schreib schnell zurück bitte. Ich bin besorgt.
Ich zähle die Tage bis ich nachhause komme.
In Liebe,
Albus
„Wir werden offenbar eine ´Willkommen zuhause´ Party machen", sagte Scorpius. Harry, welcher damit beschäftigt war Abendessen zu kochen lächelte ihm über die Schulter zu. „Oder?"
Draco nickte zustimmend auch wenn es nicht unerwartet war. Draco Malfoy hatte nie eine Gelegenheit ausgelassen eine Party zu planen. Sie waren an einem entspannten Sonntagabend zum Essen bei den Potters und es war klar das alle Albus vermissten auch wenn Scorpius sicher war das er ihn heute am meisten vermisste. Nicht nur war heute eine Gruppe Kinder vor ihm geflohen als er durch den öffentlichen Teil des Archivs ging sondern wurde er auch von einem Reporter des Tagespropheten für einen Kommentar über die Ereignisse im Buchladen aufgespürt.
„Natürlich", sagte Harry zu Scorpius. Er drehte die Hamburger in der Pfanne und begrüsste Ginny mit einem Lächeln als sie den Raum betrat. Im Gegenzug richtete sie seine Brille.
„Danke Liebes", sagte er. Ginny liess sich auf den Platz neben Scorpius fallen, ihr angegrautes rotes Haar war zu einem unordentlichen Knoten gebunden. Er hoffte das er und Albus sich eines Tages so wohl fühlen würden.
„Also wie geht es dir zukünftiger Schwiegersohn?" fragte Ginny. Scorpius lächelte bei der Bezeichnung.
„Gut", sagte er ihr. „Die Dinge bei der Arbeit laufen besser. Dad versucht mich dazu zu bringen anzufangen die Hochzeit zu planen."
„Deshalb wollte ich heute Abend hier essen", schnaubte Draco. „Damit wir anfangen können zu planen. Man kann bei solchen Dingen keine Zeit verschwenden."
„Ich sehe nicht was es zu planen gibt", gab Scorpius zu. „Versteh mich nicht falsch – ich verstehe wieso du und Mum eine grosse Hochzeit wolltet. Es war das richtige für euch aber ich und Albus wollen glaube ich einfach etwas kleines."
Draco starrte Scorpius so fest an das all die Worte die er sagen wollte sofort verloren gingen und Scorpius wusste das er Dracos Planung nicht entkommen würde. Er könnte gleich damit anfangen Blumen und Eisskulpturen auszuwählen.
Scorpius war dankbar als das Gespräch über seine anstehende Hochzeit unterbrochen wurde als James in die Küche stolperte und Asche von den Schultern seiner Gringotts Robe wischte.
„Hei James!" sagte Scorpius fröhlich. James lächelte ihn gezwungen an bevor er seine Eltern beide mit kurzen Küssen auf ihre Wangen begrüsste. Es war nicht die warme Begrüssung die er normalerweise von Lily bekam aber es war besser als nichts.
„Hei Scorpius", sagte James nach einem Moment. Er nickte Draco zur Begrüssung zu und setzte sich neben die Malfoys.
„Wie läuft es in Gringotts?" fragte Draco noch einem Augenblick. Mit seinen Hochzeitsideen und Bildern von Albus in Festroben in seinem Kopf hatte Scorpius komplett vergessen wie merkwürdig es für James sein musste sie zu sehen nachdem er so viel Zeit mit Ainsley in Malfoy Manor verbracht hatte. Als James und Draco sich austauschten machte er schnell eine geistige Notiz sie nicht zu erwähnen – sie überhaupt nicht zu erwähnen –
„Wie geht es Ainsley?"
Scorpius erschrak.
„Was?"
„Wie geht es ihr?" fragte James erneut vermied Augenkontakt mit Scorpius als auch mit Draco als Harry ihm ein frisches Glas Wasser reichte. James schluckte es schnell herunter während Scorpius seine Antwort abwägte und wartete bis James Wassertropfen von den vielen Stoppeln um seinen Mund wischte. Scorpius blickte zu Draco welcher mit den Schultern zuckte.
„Äh es geht ihr gut", sagte Scorpius. „Sie macht sich gut. Die Arbeit ist gut. Sie kann jetzt mit einigen der Kinder arbeiten – helfen sie unterzubringen – „
„Das ist gut", sagte James schnell und schnitt ihm das Wort ab. Er sah schnell auf und entschuldigte sich. „Entschuldige. Ich wollte nur wissen ob es ihr gut geht oder nicht. Ich wollte nicht…nun ich wollte nicht unhöflich sein."
Scorpius entschied sich nicht zu erwähnen das James schon vor ein paar Tagen als er nach ihm sah ziemlich barsch war.
„James", sagte Ginny sanft und stellte eine Salatschüssel zwischen sie auf den Tisch. Scorpius sah wie Harry sie genau betrachtete während er weiter den Fortschritt der Hamburger überwachte. Ginny und Harry tauschten einen wissenden Blick bevor Ginny eine Hand auf James' Schulter legte um seine Aufmerksamkeit zu bekommen.
„James willst du darüber sprechen was passiert ist?"
James sagte nichts und starrte nur auf das Salatbesteck. Es machte Scorpius unbehaglich – die Art wie er die Schüssel so intensiv anstarrte. Er fragte sich ab das Glas zerbrechen würde und Kopfsalat und Radieschen durch die Luft fliegen würden.
Nein, das ist etwas was nur dir passiert, erinnerte sich Scorpius.
„Es gibt nichts zu erzählen", sagte James auf die selbe Art wie er es Scorpius in der Halle von Gringotts gesagt hatte. Ginny glitt auf den Stuhl neben ihrem Sohn und glättete sein Haar.
„Bist du sicher?" fragte Draco. Scorpius sah ihn überrascht an. Draco und James hatten kaum ein Wort ausser für Smalltalk gewechselt aber sein Vater klang aufrichtig besorgt als er seine Hände auf dem Tisch faltete und James genau betrachtete. „Ainsley will nicht darüber reden und ich mache mir ehrlich Sorgen um euch beide."
„Es gibt keinen Grund sich Sorgen um mich zu machen", sagte James stand auf und ging zu Harry der noch immer in der Küche arbeitete. James stiess einen Vater aus dem Weg und übernahm das Kochen. Harry zuckte mit den Schultern und tauschte einen verwirrten Blick mit Ginny.
„Sie sagte nur sie will weitermachen", stellte James klar, drehte die Hamburger erneut und beschäftigte sich damit Käsescheiben auszusortieren. „Sagte ich soll meine Zeit nicht weiter mir ihr verschwenden."
Draco erstarrte neben Scorpius, sein Rücken plötzlich gerade und seine Handflächen flach auf dem Tisch.
„Wie auch immer es ist keine grosse Sache. Wenn sich unglücklich war – „
„Was hast du gerade gesagt?" fragte Draco sein Tonfall angespannt und kurz und erntete einen verwirrten und offensichtlich beleidigten Blick von Ginny und Harry.
„Dad?" murmelte Scorpius.
„Was?" fragte James und drehte sich halb um, um sie anzusehen. „Das es keine grosse Sache ist?"
„Nein davor", sagte Draco schnell. James hielt inne und dachte nach.
„Das sie sagte ich soll meine Zeit nicht mit ihr verschwenden? Es hat auch für mich nicht viel Sinn ergeben – „
James wurde vom Schaben von Dracos Stuhl unterbrochen als er schnell aufstand, sein Kiefer angespannt sein Stuhl fiel dabei fast um. Scorpius sah ihn erstaunt an.
„Es tut mir leid", sagte Draco schnell entschuldigend zu Harry und Ginny als er seinen Mantel von der nahegelegenen Stange nahm. Er richtete seinen Stuhl mit einem schnellen Schlenker seines Zauberstabes. „Ich muss gehen."
„Dad? Was ist los?" fragte Scorpius. Als Draco nicht sofort antwortete packte Scorpius seinen Arm seine Finger festgenug um Schmerz zu bereiten – genug um Draco aufzuhalten.
„Du machst mir Angst. Was ist los?"
Draco sah zu Scorpius seine Augen wild und ängstlich – etwas was Scorpius lange nicht mehr gesehen hatte und ihm wurde kalt. Draco öffnete seinen Mund um zu antworten überlegte es sich aber anders als seine Augen zu den Potters wanderten.
„Komm mit mir Scorpius", sagte Draco und löste Scorpius' Hand von seinem Arm.
„Draco was – „ fing Ginny an aber Draco schüttelte schnell den Kopf.
„Ich werde morgen mit euch sprechen Potters", sagte Draco schnell nahm die Hand seines Sohnes und zog ihn zum Kamin.
Draco ging durch das Wohnzimmer ins Manor und sah auf seine Uhr.
„Dad was geht hier vor sich?" fragte Scorpius und erhob seine Stimme.
„Wenn sie nicht hier ist wird sie wahrscheinlich ihren Tee in der Bibliothek nehmen oder?" fragte Draco. Er wartete nicht auf eine Antwort und ging die Haupttreppe nach oben, die Absätze seiner Schuhe klackten mit jedem schnellen Schritt.
„Dad?"
Scorpius folgte ihm stolpernd bis er ihn aufgeholt hatte.
„Ich wusste das sie sich komisch verhält", sagte Draco. „Was James gesagt hat – das sie etwas darüber gesagt hat des er seine Zeit verschwendet – so etwas hat deine Mutter gesagt als wir ausgingen."
Scorpius hielt auf der Treppe erstarrt inne bis Draco am Ende anhielt und zu ihm hinunter sah.
„Dad du meinst sie…"
Scorpius konnte den Satz nicht beenden. Anstelle der Bilder von Albus und den Hochzeitssachen sah er plötzlich die Papier auf seinem Tisch verteilt – Notizen von den Nachforschungen und Übersetzungen die Jin zurückgelassen hatte und die Arbeiten anderer Tränke und Alchemie Historikern. Es war die Nachforschung die er hoffte nie zu gebrauchen aber die wachsende Vermutung hatte das er sie für sich selbst brauchen würde und in freien Momenten und langen Nächten im Archiv gesammelt hatte während Albus weg war.
Scorpius hatte seit mehreren Monaten die Vermutung das der Fluch seiner Mutter an ihn weitervererbt worden war obwohl seine Tante sicher war das seine Kräfte und sein Talent Beweis war das der Fluch der Vergangenheit angehörte. Er erinnerte sich von seiner frühen Kindheit das seine Mutter schnell Blutergüsse bekam – wie Draco sie vor allem scharfen was sie schneiden könnte beschützte und wie er immer eine Phiole Blut Aufbereitungstrank für den Fall in seiner Tasche trug.
Als er anfing Blaue Flecken zu kriegen hatte er angefangen Informationen zu sammeln um seine Ängste zu beschwichtigen. Scorpius hatte in jungen Jahren gelernt das Hausaufgaben zu machen der schnellste weg war um sich zu beruhigen und das war nicht anders – anzufangen die Informationen zu sammeln den Gegenfluch zu suchen den Jin nebenbei erwähnt hatte, hatte geholfen ihn zu beruhigen als er anfing es zu vermuten.
Aber wenn er gewusst hätte das er es für Ainsley brauchen würde – wenn er nur den kleinsten Hinweis gehabt hätte – hätte er nicht geschlafen oder gegessen bis er einen Plan gehabt hätte.
Dracos Gesicht hatte einen hilflosen Ausdruck angenommen – seine Stirn tief und wackelnd gerunzelt – seine blonden Augenbrauen vor Angst und Erschöpfung und Wut zusammengezogen.
„Dad", sagte Scorpius erneut verzweifelt. Sein Herz schlug schneller als die Wahrheit klar wurde und er merkte das nicht nur er in Gefahr war. „Dad bitte."
Draco sagte nichts und Scorpius stieg die letzten Stufen zu ihm hoch.
„Ich könnte falsch liegen", murmelte Draco. „Ich hoffe ich liege falsch. Es könnte nichts bedeuten – nur etwas was sie gesagt hat."
„Ist es nicht", sagte Scorpius plötzlich sicher und Wut klang in seiner Stimme mit. Er ging an Draco vorbei in Richtung Bibliothek, sein Gesicht plötzlich heiss und seine Hände kribbelten unangenehm.
Es war eine Sache das sie ihm nicht sagte das sie sich von James getrennt hatte. Es war etwas ganz anderes das sie das geheim hielt auch wenn Scorpius seiner Scheinheiligkeit bewusst war.
Er zog seine Robe aus als er die Bibliothek betrat, warf sie aufs Klavier und fand Ainsley genau dort wo Draco es gesagt hatte -am Tisch in der Bibliothek den er benutzt hatte um mit seinem Spielzeug Hogwarts Express zu spielen und später um daran zu lernen.
Ainsley sah zu ihnen auf ihre Augen sahen kurz zwischen Draco und Scorpius her bevor sie ihren Tee wegstellte und ruhig ihr Buchzeichen zwischen die Seiten von Zabinis neuem Buch legte.
„Meine Herren", sagte Ainsley ihre Stimme tief und berechnend. „Was ist das Problem?"
Alle Fragen die Scorpius hatten gingen zwischen seinem Hirn und seinem Mund verloren als er sie anstarrte – kleine, grazile Ainsley welche seiner Mutter so ähnlich sah, die sich vor Jahren für ihn in die Schusslinie geworfen hatte. Ainsley die nie vergass ihn zu fragen wie sein Tag war und welche das nächste an Geschwister war was er auf der Seite seiner Mutter hatte.
Zum Glück behielt Draco seine Sinne wenn Scorpius es nicht tat.
„Kann ich dir ein paar Fragen stellen?" fragte Draco und nährte sich ihr. Er zog einen leeren Stuhl um den Tisch und setzte sich nahe neben sie. Ainsleys braune Augen flogen von Draco zu Scorpius und sie beobachtete ihn eine Weile während er an seinen Ärmeln zog und seine Hände dann in seine Taschen stiess um sie zu beruhigen.
Ainsley schluckte fest und strich sich ihre Haare hinter das Ohr bevor sie wieder zu Draco sah.
„Wenn Scorpius mich so anstarrt bin ich ziemlich sicher das du mich nichts fragen musst", sagte sie.
Draco legte seine Hand auf ihren Arm welcher noch immer über den Tisch zu ihrem Tee ausgestreckt war. Ainsleys Unterlippe fing bei der Berührung an zu zittern.
„Hast du den Greengrass Fluch?" fragte Draco. „Hast du dich deswegen von James getrennt? Du musst es mir sagen."
So wie Ainsley Draco ansah so offen und verletzlich als sie nickte war Scorpius sicher das er das Herz seines Vaters durch den Raum brechen hören konnte. Seine Schulter sanken ein und er liess den Kopf hängen und der Anblick erschreckte Scorpius so sehr das er nicht wegsehen konnte.
„Wie lange weisst du es?" fragte Scorpius.
Das Zögern in Ainsleys Antwort war vielleicht schlimmer als die Antwort selbst.
„Es war eine Weile nach dem ich und James angefangen haben auszugehen – Blaue Flecken vom Quidditch die nicht schnell heilten waren mein erster Hinweis", sagte sie ihre Stimme so sanft das Scorpius gezwungen war näher zum Tisch zu treten um sie zu hören. Das Geräusch seiner Schuhe auf dem Hold Boden in der Stille schienen übertrieben laut – zu nervig – und er hasste sie dafür das sie die Stille brachen.
„Ich war nicht sicher bis ich vor ein paar Monaten mit Zar gespielt habe und er meinen Arm gekratzt hat – nicht schlimm – aber es hat für zwei Tage geblutet. Da wusste ich es sicher."
Draco fluchte leise.
„Es gibt Tränke die du nehmen solltest", sagte Draco. „Dinge die den Effekt verlangsamen können. Du kannst einige Jahre normal Leben wenn du früh anfängst."
„Ich nehme sie", versicherte Ainsley ihnen. „Genug um zu helfen aber das Minimum. Nicht genug um mich ständig müde zu machen wie Tante Astoria – noch nicht."
Draco verzog das Gesicht beim Klang des Namens seiner verstorbenen Frau.
Scorpius stellte sich seine Mutter in ihren letzten Jahren vor, wie sie versuchte am Abend wach zu bleiben, aufgebraucht durch den Fluch der sie auffrass und den Tränken die sie am Leben hielten. Es war schwer diese Frau in Verbindung mit der zu bringen an die er sich aus seiner frühen Kindheit erinnerte – lebendig und warm – und noch schwerer ihr Gebrechen mit Ainsley in Verbindung zu bringen welche noch die Farbe im Gesicht und das Licht in den Augen verlieren musste.
„Ich habe einen Deal mit mir gemacht. Ich nehme die Tränke und lebe ein normales Leben – und sie haben das meiste gestoppt. Ich fühle mich ziemlich gut. Ich heile anständig. Aber an dem Tag an dem ich einen Papierschnitt hatte der für zwölf Stunden nicht schliessen wollte wusste ich das ich…" Ainsleys Stimme zitterte und sie sah auf Dracos Hand auf ihrem Arm.
„Ich konnte James das nicht antun", sagte sie. Sie fing leicht an zu weinen und Scorpius stützte seine Arme auf den Tisch, die Handflächen flach auf der Oberfläche und senkte den Kopf. „Ich erinnere mich an Tante Astoria und sie hat euch beiden so sehr geliebt und ich weiss ich habe damals nicht mit euch gesprochen aber ich erinnere mich daran wie ich euch auf Gleis 9 ¾ gesehen habe nachdem sie gestorben ist – ihr beide saht so traurig und niedergeschlagen aus. Ich konnte ihm das nicht antun. Ich weiss ich kann euch nicht verschonen – ihr seid meine einzige Familie und ich könnte es nicht ertragen wegzurennen aber ich kann ihn verschonen. Wenn James es herausfindet wird er weitergegangen sein. Ich war schwach und habe mich so lange an ihm festgehalten. Es war nicht fair."
Sie unterdrückte ein Schluchzen.
„Denkst du nicht das es seine Wahl ist?" fragte Draco. Scorpius sah nicht auf aber er konnte sehen wie Draco mit seinem Daumen über ihren Unterarm fuhr – beruhigend ohne zu erdrücken.
„Ich wollte ihm keine Chance geben", sagte Ainsley. „Eine Chance nobel zu sein. Du weisst wie diese Potter Jungs sind."
Scorpius lachte unfreiwillig gebrochen er wusste wie die Potter Jungs waren weshalb er entschieden hatte Albus nichts zu sagen bis er ganz nachhause kam. Hoffentlich hätte er bis dann einen Plan.
„Aber wir können dir die Beste Pflege beschaffen", sagte Draco. „Und Dania ist eine ausgezeichnete Heilerin. Sie wird hier sein um sich um dich zu kümmern."
„Ich weiss", schluchzte Ainsley und brach endlich zusammen. Zum zweiten Mal an diesem Abend hörte Scorpius des aggressive Geräusch wie Draco einen Stuhl über den Boden zog um näher bei ihr zu sitzen. Ainsleys Stimme wurde gedämpft und er wusste das sie ihr Gesicht in Dracos Schulter vergraben hatte. „Aber ich würde lieber das Minimum tun und meine Kraft behalten. Ich liebe meine Arbeit mit den Kindern – zu helfen ein Zuhause für sie zu finden und sicher zu stellen das sie in Sicherheit sind und geliebt werden – und ich will das nicht aufgeben. Ich weiss es wird mich einige Jahre kosten aber ich will nicht nehmen was Tante Astoria genommen hat – nicht wenn das Endergebnis dasselbe ist. Ich weiss das man nichts dagegen tun kann."
Scorpius starrte auf das Mahagoni unter seinen Handflächen und fuhr mit seinem Finger über einen Kratzer den er als Kind hinterlassen hatte als er mit seiner Mutter Zauberschnippschnapp gespielt hatte.
„Was wenn es etwas gebe?"
Scorpius sah zu ihr auf. Ainsley schmiegte sich an ihren Onkel und sah zu ihm auf während Draco ihr durch das Haar fuhr sein Kinn lag auf ihrem Kopf und seine Arme um ihre schmalen Schultern. Sein Kiefer war angespannt und Scorpius wusste das er sich kaum zusammenreissen konnte.
„Wovon sprichst du?" fragte Ainsley.
Scorpius schluckte hart und richtete sich selbst, zog seine Weste impulsiv gerade und spielte mit seinen Manschetten als er anfing zu erklären.
„Erinnerst du dich als ich mit Jin gearbeitet habe – der Austauschschüler aus Japan?"
„Ich erinnere mich", bestätigte Ainsley.
„Er hat einige Nachforschungen zum Brechen von Blutflüchen gefunden. Zu dieser Zeit habe ich ihn gebeten mir nichts zu sagen. Ich wollte nicht wissen ob es etwas gegeben hätte das Mum hätte retten können.
Draco drehte sich langsam um sah ihm aber nicht in die Augen sein Ausdruck war unleserlich. Das war der Augenblick in dem er es tun konnte – gestehen das er auch betroffen war und das er so viel Informationen gesammelt hatte wie er konnte bevor er konkretere Antworten suchte – aber Scorpius konnte es aus den selben Gründen nicht tun weshalb er es Albus noch nicht gesagt hatte. Es Draco zu sagen würde alles ändern was er tun musste aber es würde ihn hindern wenn Draco auf wöchentlich Test bestehen würde und Runde nach Runde von Tränken mit erschöpfenden Nebeneffekten und so hielt er den Mund auch wenn er selbst nach etwas Trost suchte.
Er vermisste Albus heute definitiv am meisten.
„Ich weiss nicht viel davon was er gefunden hat aber wenn es einen Weg gibt dich davon zu befreien müssen wir jede Möglichkeit nutzen."
„Was brauchst du von mir?" fragte Draco seine Stimme streng. „Was kann ich tun? Wo muss ich hin?"
Scorpius hob seine Hand um seinen Vater zum Schweigen zu bringen bevor er anfing jeden Knut im Malfoy Verlies, die Beschläge an der Wand und das Silber in den Schränken anzubieten um eine Heilung zu finden.
„Ich werde mir was wir haben genau ansehen müssen", sagte Scorpius. „Alles was ich finden kann. Sobald ich besser weiss wonach ich fragen muss werde ich jeden Experten kontaktieren den Jin kennt aber es wird einige Wochen dauern bis ich das erreiche und selbst dann weiss ich nicht wie lange es dauert etwas realisierbares zu finden.
Deswegen biete ich dir einen Deal an", sagte er und sah zu Ainsley.
„Einen Deal?" sagte sie skeptisch.
„Zwei Bedingungen. Nimm die Tränke und alles was du kannst – Nebeneffekte oder nicht."
Ainsley überdachte sein Angebot einen Moment und nickte dann.
„Schön. Was noch?"
„Erzähl James alles was du uns erzählt hast."
Ainsley setzte sich gerade hin und sah ihn böse an. Scorpius hatte nicht einmal gewusst das sie böse schauen konnte.
„Ich habe ihn bereits verletzt", sagte sie. „Es hat keinen Sinn zu –„
„Ich habe ihn gerade gesehen", unterbrach Scorpius sie mit hartem Ton selbst überraschend für ihn. „Er wollte wissen wie es dir geht. Er wollte wissen ob es dir gut geht. Und du hast recht; ich weiss wie diese Potter Jungs sind – ich würde sagen besser als sonst jemand. Ich weiss das weder Albus noch James noch Lily je vor einer Herausforderung zurückgewichen sind und ich weiss wenn ich es wäre – „
Scorpius stolperte über seine Worte, Emotionen krampften unbequem in seiner Brust als er sich Albus' Gesicht grinsend im Sonnenlicht vorstellte wie er „Ja" sagte nachdem er ihm den Antrag gemacht hatte.
„Ich weiss das wenn ich es wäre Albus nicht gehen würde. Es würde nichts ändern. Also du musst mit James reden. Du musst es ihm sagen und du musst ihn sich selbst entscheiden lassen."
„Er will Kinder", protestierte Ainsley. „Und ich will das nicht vererben. Ich weigere mich."
„Gib noch nicht auf", erwiderte Scorpius. „Wir haben noch Möglichkeiten."
Schliesslich stimmte Ainsley zu. Sie nickte und lehnte sich an Draco um ihren Kopf gegen seine Schulter zu legen und sah beinahe so erschöpft aus wie Scorpius sich fühlte. Nicht zum ersten mal wünschte er sich er wäre wieder ein Kind damit er sich auf dem Schoss eines Vaters zusammenrollen konnte und dort bleiben konnte bis Draco ihn in den Schlaf wiegte.
„Ich werde es ihm sagen", sagte sie und schloss die Augen. „Ich werde es ihm morgen sagen."
Draco sah zu Scorpius auf und sah ihm zum ersten mal in die Augen. Scorpius war nicht überrascht zu sehen das Dracos Augen rot geworden waren, noch war er verblüfft über den gebrochenen Ausdruck auf seinem Gesicht und er verspürte den Drang sich zu erklären.
„Es hätte nichts geändert", sagte Scorpius. „Wenn ich es herausgefunden hätte – ich kann sie nicht zurückbringen und ich wusste nicht das wir es erforschen müssen und deshalb habe ich es dir nicht gesagt. Ich weiss wie sehr du nach etwas gesucht hast das hilft."
„Du musst es nicht rechtfertigen", sagte Draco seine Stimme so leise das Scorpius nicht sagen konnte ob er wütend oder traurig oder einfach erschöpft war. „Aber du musst mir sagen was ich tun kann um zu helfen."
„Und das werde ich", sagte Scorpius und wusste das es eine Lüge war. „Sobald ich weiss worum ich bitten muss."
„Wir haben Zeit", versicherte Draco ihm und sah zu Ainsley hinunter. „Wenn es Papierschnitte und Blutergüsse sind ist man am Anfang. Es dauert bis die Wunden sich nicht mehr ohne magische Hilfe verschliessen und man unkontrollierbares Nasenbluten kriegt das man sich Sorgen muss."
„Nein soweit bin ich noch nicht", bestätigte Ainsley mit geschlossenen Augen. Draco küsste sie wieder auf den Kopf und befreite sich langsam von seiner Nichte.
„Ich suche Dania und sehe was wir morgen machen müssen", sagte Draco als er aufstand und richtete seine Kleidung mit unerschütterlicher Fassung. Er schien einige Zentimeter kleiner als wenn sie das Haus der Potters verlassen hatten, niedergeschlagen von den letzten zwanzig Minuten. Er streckte sich um Ainsleys Kopf zu tätscheln und bot sein Taschentuch an bevor er zurücktrat und Scorpius ansah.
„Du hättest es mir sagen können", sagte Draco und trat auf seinen Sohn zu. „Das muss eine furchtbare Last zu tragen gewesen sein."
Scorpius nickte nur. Ihm zu sagen das es eine furchtbare Last war würde zu einem gestehenden Zusammenbruch führen von dem er nicht bereit war ihn anzugehen.
Draco drückte Scorpius' Schulter leicht bevor er die Bibliothek verliess um seine Frau zu suchen.
Stille senkte sich über Ainsley und Scorpius, nur unterbrochen von ihrer Bewegung als sie ihre Tränen wegwischte und ihr Gesicht fleckig und roh zurückliess.
„Wie lange weisst du es?"
„Ich habe es nicht einmal angenommen", sagte Scorpius. „Ich hätte es tun sollen und es tut mir leid."
„Nein", sagte Ainsley und sah mit einem eisernen Ausdruck zu ihm. „Wie lang weisst du das du es auch hast?"
Ein Schauer lief von Scorpius' Schultern bis zu seinen Zehen und plötzlich war das bleu der Bibliothek weniger freundlich. Es fühlte sich wie Eis an.
„Was meinst du?"
„Als Albus gegangen ist hattest du einen Knutschfleck auf deinem Schlüsselbein", sagte Ainsley. „Ich weiss nicht einmal wieso ich ihn gesehen habe aber er war noch immer da als ich dich letzte Woche gesehen habe und das ist eine lange Zeit also gehe ich davon aus das du die Tränke die ich nehme aus irgendwelchen Gründen umgehst."
Scorpius biss sich innen auf den Mund und bewegte die Füsse.
„Sag es nicht Dad oder Albus."
„Dein Geheimnis ist bei mir sicher", sagte Ainsley. „Auch wenn ich wünschte du hättest mir gesagt das es vielleicht einen Gegenfluch gibt. Ich hatte schreckliche Angst."
Scorpius fühlte sich umgehend schuldig. Wenn er nur angenommen hätte das sie sich darum sorgen musste…er hatte sich daran gewöhnt mit seiner eigenen Angst umzugehen aber von jemandem anderes auszugehen das war etwas was er nicht wollte.
„Ich weiss nicht sicher ob es einen gibt", sagte Scorpius. „Blutmagie ist alte Magie und es war hier ein Tabu bevor gute Aufzeichnungen gemacht wurden. Ich nehme an wer auch immer unsere Vorfahren verflucht hat war entweder Ausländer oder viel gereist. Ich nehme an…nun ich nehme an das ich es etwas verleugne – nur meine Aufgaben machen und tun als wäre es genug."
„Wie weit ist es für dich?" fragte Ainsley und drehte Dracos Taschentuch in ihren Händen.
„Weit genug", sagte Scorpius streng genug um weitere Fragen zu umgehen. Ainsley verstand. „Macht es, es für dich schlimmer wenn du Magie benutzt?"
Ainsley zuckte mit den Schultern und schüttelte den Kopf. „Nicht das ich es bemerkt hätte. Macht es, es für dich?"
„Ein wenig", log Scorpius.
„Ich wusste es bis letzte Woche nicht sicher das du es hast", sagte Ainsley mit einem kleinen gezwungen Lächeln. „Ich wollte nächste Woche mit dir darüber reden – dich bitten mich zu Essen zu treffen damit wir privat sprechen können."
„Ich verstehe", sagte Scorpius. „Aber wir sind noch jung. Wir haben schlimmsten Fall noch Jahre."
„Wenn ich es James sagen muss musst du es Albus sagen wenn er nachhause kommt", verhandelte Ainsley. „Und dann musst du es Draco sagen."
Scorpius seufzte und rieb sein Gesicht.
„Versprich es mir", verlange Ainsley. „Sobald er zurückkommt. An diesem Tag."
„Ich weiss. Ich habe es mir bereits vorgenommen", gab Scorpius zu. „Etwas vor ihm zu verbergen ist so schrecklich ich…ich will nur solange wie möglich aufschieben das es Dad herausfindet – zumindest bis ich ein paar Antworten habe. Sie so weit im voraus aufzuregen schien sinnlos."
„Hast du ein paar Antworten?"
Scorpius legte seinen Kopf zur Seite.
„Hast du ein paar Antworten? Glaubst es gibt…"Ainsley brach wieder ab ihre Finger spielten nervös mit ihrem Armband. Scorpius entdeckte den Besen Anhänger den er ihr zum letzten Geburtstag geschenkt hatte. „Glaubst du es gibt einen Gegenfluch?"
„Ich weiss das es Gegenflüche gegen einige Blutflüche gibt", gab Scorpius zu. „Ich weiss nicht ob es einen passenden für uns gibt und ich weiss nicht ob der Zauber schlimmer ist als die Krankheit. Einige sind es."
„Was meinst du?"
„Eine Zauber töten den Wirt befreien aber den Stammbaum", sagte Scorpius. „Das wäre nutzlos für uns ausser du willst Kinder weil ich es offensichtlich nicht will."
„Nicht wenn ich riskiere das weiterzugeben", sagte Ainsley. „Das habe ich schon lange entschieden bevor ich es wusste."
„Ich musste nie darüber nachdenken", sagte Scorpius. „Zu dem Zeitpunkt als ich mir Kinder überhaupt vorstellen konnte war ich bereits mit Albus zusammen und wusste das er es für mich ist."
„Du hast ihm einen Antrag gemacht", bemerkte Ainsley. „Du hast das Gegenteil von dem gemacht was ich getan habe."
„Albus kennt mich zu gut", sagte Scorpius mit einem traurigen Lächeln. „Und ich bin ein schrecklicher Lügner wenn es zu ihm kommt. Wenn ich versucht hätte ihn zu verlassen hätte er gewusst das etwas nicht stimmt und wenn ich es ihm gesagt hätte, hätte er mich direkt ins Sankt Mungos geschleppt und dann direkt zum Ministerium für Heiratsurkunden nur um seinen Standpunkt zu äussern."
Sie nickte und fuhr mit dem Finger über den feinen Rand ihrer Teetasse.
„Ich hätte es ihm beinahe gesagt", gestand Scorpius und hoffte er würde sich leichter fühlen. „Beinahe in der Nacht als er nachhause kam aber wir hatten nur einen Tag und er würde wieder gehen und es gab nichts was er hätte tun können also beschloss ich zu warten. Und am nächsten Morgen lag er schlafend da und er war so friedlich und perfekt. Alles woran ich denken konnte war ´Gegenfluch oder nicht so will ich für den Rest meines Lebens aufwachen´ ich nehme an es hat mich überwältigt."
„Du bist immer so kitschig wenn es um Albus geht", stichelte Ainsley.
Scorpius lachte und wischte sich mit dem Rand seines Ärmels über die Augen. „Das bin ich wohl."
Ainsley öffnete den Mund um zu sprechen hielt inne und tippte mit den Fingern auf den Tisch.
„James ist es auch für mich", sagte sie nach einem Moment.
„Diese Potter Jungs sind etwas besonderes", gluckste Scorpius. Ein aufrichtiges Lächeln zog sich über Ainsleys Gesicht und es reichte um sein Herz leichter zu machen.
„Ja das sind sie."
