„Halt!"
Jainas Stimme schallt über den Raumhafen und Tsavong Lah, Kyp Durron und Luke Skywalker drehen sich unisono um.
„Ja, Göttliche", sagt Kyp gehorsam.
„So nennt ihr sie?", fragt Tsavong Lah verdutzt Kyp Durron.
Kyp grinst verlegen, öffnet den Mund zu einer Erklärung, aber Jaina ist schneller.
„Onkel Luke Todessternkiller, du kannst schon mal vorgehen", sagt Jaina. „Aber ihr zwei Planetenkiller kommt mir nicht so billig davon!"
„Um was geht es denn?", wundert sich Tsavong Lah, der diese Sache bereits abgehakt glaubte.
„Wir gehen dort hoch." Jaina weist auf ein Dach, welches zu einem eher niedrigen Trakt des Raumhafens gehört. „Keine Sorge wegen eurer Sitzung. Es wird nicht lange dauern."
Kyp Durron sieht zwei Gestalten dort oben sitzen und seine hohe Stirn umwölkt sich. „Na das kann ja heiter werden."
Mit Machtsprüngen katapultieren sich die zwei Jedi auf das Dach des etwa vier Meter hohen Gebäudes. Tsavong Lah nutzt einen anderthalb Meter hohen Lastenheber als Zwischenstation, dann springt auch er, ganz ohne Hilfe der Macht, mit anmutiger Leichtigkeit auf das geschwungene Dach.
„Darf ich vorstellen?", sagt Jaina zu Tsavong Lah. „Mein Mitjedi Zekk und das da ist Jagged Fel, imperialer Pilot bei den Chiss. Er ist der Verbindungsmann der Streitkräfte der Chiss-Aszendanz mit denen der Neuen Republik."
Prüfend schauen Jags Augen auf den Kriegsmeister, dann wandert sein Blick weiter zu Kyp Durron … und wieder zurück zu Tsavong Lah. „Was wird das, Göttliche?", fragt der imperiale Kampfpilot Jaina.
Statt einer Antwort holt Jaina eine Flasche aus braunem Glas aus ihrer Tasche und noch fünf Plastikgläser dazu, um sie zu verteilen.
Kyp schnaubt ungläubig. „Machen wir ein Picknick?"
Jaina lächelt stolz. „Die Göttin will es so."
Jag schaut den Kriegsmeister misstrauisch an. „So langsam glaube ich, das war Ihre Idee mit diesem Göttinnenkram für Jaina."
„Nun, sie kommt von meinem Volk, das ist wohl richtig", räumt Tsavong Lah ein, „aber ich muss zugeben: mir gefällt das außerordentlich."
„Die Zeit wird nicht für ein gemütliches Picknick reichen", kündigt Jaina an, öffnete die Flasche und gießt die fünf Gläser voll. „Wir müssen reden."
Kyp schnuppert an seinem Glas. „Farbverdünner?"
„Lowbacca würde dir eine scheuern", erwidert Jaina vorwurfsvoll. „Das ist Wookiee-Wango - das Nationalgetränk von Kashyyyk."
Die fünf setzen sich mit ihren Gläsern auf das silberglänzende Dach. Eine Biene lässt sich auf Jainas Glas nieder und nippt an einem dunklen Tropfen, der am Glasrand klebt. Das Insekt schwankt etwas und Jaina zieht das Glas leicht nach rechts. Die Biene fällt zur anderen Seite auf das Dach, zuckt noch ein paar Mal und bleibt dann reglos liegen.
„Ja, so etwas in der Art habe ich von diesen Gebräu bereits gehört", sagt Jag finster.
„Und jetzt wirst du sehen, dass mir, Jaina Solo, Inkarnation von Yun-Harla, der Göttin der List, dieses Paradebeispiel von Wookiee-Destillierkunst nichts anhaben kann!"
Jaina trinkt von ihrem Glas und verzieht das Gesicht. „Das ist am Anfang immer so. Man hasst es oder man liebt es."
„Gib es zu, du hast vorher ein Gegengift eingenommen", stichelt Jag.
Jaina hebt ihre freie Hand. „Genug davon. Wir haben ein Problem, Jag. Du, Kyp, Zekk, Tsav und ich."
„Tsav?", entfährt es Jag.
„Also ich bin mir keines Problems bewusst", sagt Kyp mit unschuldiger Miene.
Jaina fixiert den Jedi mit ihren dunklen Augen. „Und warum reißt dann immer unsere Machtverbindung ab, sobald sie für die anstehenden Aufgaben nicht mehr unbedingt notwendig ist? Es ist, als tanze man mit einem Partner, der am Ende jedes Tanzes zurückspringt und sich den Staub von den Schuhen abwischt!"
Kyp verschlägt es zunächst die Sprache, dann fängt er sich wieder. „Ein interessanter Vergleich. Vielleicht sollten wir lieber unter vier Augen …"
„Besser nicht", bescheidet ihn Jaina. „Das wäre unfair allen anderen hier gegenüber. Also lass es uns offen austragen."
„Offenbar liegt diese Konfrontationsbereitschaft in der Familie", merkt Jag an.
„Also, Kyp, du hast mich damals mit nach Sernpidal geschleppt, um die angebliche Superwaffe der Yuuzhan Vong auszuschalten", beginnt Jaina konkret zu werden. „Ich wiederum habe dich später auf Hapes für ein paar Tests in der Schlacht dort missbraucht. Ich dachte eigentlich, wir wären dadurch quitt, vor allem, als ich zuließ, dass du dich meiner Staffel anschließt. Und doch ziehst du dich immer wieder vor mir zurück, als hättest du Angst, irgendjemand könnte dir ein Fehlverhalten unterstellen. Das brauchst du nicht. Wir alle haben manchmal komische Gedanken."
Kyp zuckt mit den Schultern. „Meine Gedanken gehören mir allein."
Jaina nickt. „Genau wie deine Gefühle und genau darum geht es hier."
Kyp zieht die Nase kraus und mustert einen in der Runde nach dem anderen. Auch den anderen drei Männern scheint dieses Verhör unangenehm zu sein. „Ich wüsste nicht, was meine Gefühle hier …"
„Du warst eine Weile hinter mir her, Kyp", schneidet ihm Jaina das Wort ab. „Das muss verwirrend für dich gewesen sein – genau wie für mich. Aber jetzt ist es vorbei, zumindest für mich."
Kyp schaute peinlich berührt nach unten. „Das ist … schön für dich. Und ich entschuldige mich bei dir dafür, dass ich dir vielleicht gelegentlich zu nahe …"
„Genug!", mischt sich Tsavong Lah ein. „Kyp Durron, ich möchte dir sagen, dass ich dir hiermit im Namen meines Volkes verzeihe, dass du damals vor vier Monaten unser neugezüchtetes Weltschiff auf den Trümmern von Sernpidal zerstört hast."
„Oh." Der Laut kommt wie ein Hauch aus Kyps Mund, dann lächelt der Jedi charmant. „Also mich bei der einen zu entschuldigen und obendrein noch bei Ihnen zu bedanken für so viel Großmut ist mir jetzt doch etwas zu viel."
„Dann nimm einen Schluck Wookiee-Wango, das macht es leichter", rät ihm Jaina. „Und so ganz nebenbei, der Schluck wird mir als Entschuldigung reichen."
„Mir als Dank auch", schließt sich Tsavong Lah an.
Kyp setzt sein Glas an den Mund und trinkt einen herzhaften Schluck. „Brrr! Gibt es dafür etwas, das zumindest den Geschmack neutralisiert?"
Jaina lächelt. „Frag Lowbacca."
„Zekk", kommt sie zum nächsten Teilnehmer der kleinen Versammlung. „Ich weiß, dass ich damals über Hapes an Bord der Trickster auf deinem Schoß gesessen habe und rot geworden bin, als ich dich in einer bestimmten Art und Weise angesehen habe …", sie lässt eine Pause, um Luft zu holen, „… und du mich."
Zekk, ebenso schwarzhaarig und grünäugig wie Kyp und Jag, zieht eine ertappte Miene. „Ich hatte die Sache eigentlich schon abgehakt, nachdem du anschließend so viel mit Kyp und Jag unterwegs gewesen warst."
Tsavong Lahs Blick wandert zwischen Kyp Durron und Jagged Fel hin und her, dann bleibt er wieder an Jaina hängen. Er nimmt einen winzigen Schluck von dem Wookiee-Gebräu – und wandelt den spontanen Ekel in Entzücken an der Pein um, die seine Kehle durchwandert.
„Also keine Sorge, Göttliche", holt ihn Zekks unbekümmerte Stimme wieder aus seinen trüben Gedanken. „Hatte genügend anderes zu tun."
„Und doch hast du mich vorhin wieder so angeschaut", beharrt Jaina.
„Was soll das?", geht Kyp Durron dazwischen. „Zekk sagt, er hat es abgehakt. Es ist unangenehm, Jaina!"
Jaina beachtet Kyp nicht. „Ein Grund mehr, die Sache ein für alle Mal abzuschließen, Zekk. Also lass mich dir sagen, dass es mir damals auf der Trickster nicht sonderlich viel bedeutet hat. Es war nur ein Hormonschub, sonst nichts."
Zekk steht auf und schickt sich an, zum Dachrand zu gehen. „Nun, wo das jetzt geklärt ist, kann ich wohl gehen."
„Alle bleiben hier, auch du, Zekk!", befiehlt Jaina. „Außerdem hast du noch gar nichts getrunken. Gemeinsam begonnen, gemeinsam getrunken, gemeinsam beendet."
Gehorsam hebt Zekk sein Glas und trinkt einen Schluck Wookiee-Wango. Man kann ihm seine Vorsicht regelrecht ansehen, aber nach diesem ersten Schluck entspannt er sich sichtlich und nimmt gleich noch einen.
Jaina schaut zufrieden in die Runde. „Na seht ihr, geht doch."
Sie wendet sich Jagged Fel zu und in vorauseilendem Gehorsam hebt auch der Imperiale sein Glas und trinkt.
„Nun, Jag, wie findest du es?", erkundigt sich Jaina.
„Nicht übel", erwidert Jag, obwohl selbst seine wohlkontrollierte bis steife Miene etwas anderes verkündet, „aber so sag mir doch, Göttliche, ob du vielleicht planst, diese deine Fliegerstaffel, oder besser gesagt, die Anzahl deiner Flügelmänner noch etwas auszuweiten?"
Ein Lächeln huscht über Jainas Gesicht. „Das ist die erste intelligente Frage, die mir jemand von euch auf diesem Treffen gestellt hat."
Jag atmet innerlich auf. Dieses Lob von Jaina bedeutet ihm viel. Sein linkes Auge verengt sich kurz zu einem Zeitlupenzwinkern, während ein hautzartes Grübchen auf der Wange dieser Seite erscheint – eine Geste, derart subtil, dass selbst Jaina ungefähr ein halbes Jahr gebraucht hat, um sie richtig zu deuten, während sie ungeschulten Beobachtern, selbst vielen Jedi, wie ihm Jaina einmal erzählt hat, überhaupt nicht aufgefallen ist.
Jaina nickt ihm ebenso knapp zu und Jag Fels Herz wird warm. Jaina hat nicht nur verstanden, sondern auch reagiert. Alles wird bleiben wie es ist.
„In der Tat wäre statt nur rechts und links noch ein Flügelmann oben und einer unten nicht verkehrt", hört er Jaina antworten, „aber wie die meisten hier wissen, bin ich da sehr flexibel und brauche zudem eher meinen Freiraum als allzu viele Beschützer, die mir am Heck oder sonstwo kleben."
Sie lässt eine Pause, in welcher sich Jags Stimmung wieder etwas abkühlt. Er trinkt währenddessen noch einen Schluck Wookiee-Wango und mustert Jaina dabei interessiert, ohne den anderen Teilnehmern weitere Emotionen zu enthüllen.
Jainas freie Hand macht eine Geste, die alle Teilnehmer der informellen Dachkonferenz mit einschließt. „Wie ihr alle wisst, hat sich Tsav unseren Streitkräften angeschlossen und ich bin auf Kashyyyk gerade dabei, Yuuzhan Vong-Piloten an X-Wings auszubilden, während meine Flügelfrau Vale und andere an Korallenskippern lernen."
„Und wir sollen auch an Korallenskippern lernen?", fragt Kyp.
Jainas Mund verzieht sich in Belustigung. „Jag, warum sind Männer so dumm?"
„Biologische Prädisposition vermutlich", erwidert der Imperiale trocken, „vielleicht aber auch Betriebsblindheit bei Vielfliegern wie uns, Hyperraumkoller – such dir was aus, Göttliche."
„Kyp", sagt Jaina und es klingt beschwörend-freundlich. „Früher einmal warst du für mich wie ein jüngerer Bruder meines Onkels Luke. Aber das macht dich nicht zu meinem Onkel. Ich habe ein paar Machttricks von dir gelernt, und trotzdem bin ich nicht deine Schülerin ...", sie lässt wieder eine Pause, die bewirkt, dass sich die buschigen Augenbrauen Kyps noch mehr zusammenziehen – nicht nur die von Kyp. „… und wir haben auch keine Liebesbeziehung. Wir beide wissen, dass beide Arten Beziehungen nicht richtig wären. Es kommt also darauf an, mit welchen vernünftigen Inhalten wir diese Partnerschaft füllen, als da wären der Gebrauch der Macht und die Fliegerei … und ja, wenn es sein muss, auch mit Korallenskippern."
Kyp nickt langsam und Jaina wendet sich Jag zu. „Jag, bei dir fällt der Gebrauch der Macht weg. Du bist auch so ein fabelhafter Pilot und es ist gut, dich als Flügelmann zu haben. Mehr noch, wir haben uns auf Borleias geküsst und ich hatte das damals auch gebraucht – so wie du, aber jetzt hat sich etwas ereignet, das mein ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat ..."
Jaina macht eine Pause und schlägt kurz die Augen nieder, und zum ersten Mal können die vier Männer auf dem Dach eine Spur von Verlegenheit in Jainas Miene ausmachen. „… etwas, das ich mir schon lange heimlich gewünscht hatte, aber niemandem zu offenbaren wagte."
Das Glas Wookiee-Wango hängt derart reglos in Jags steifer Hand, dass sich die braune Flüssigkeit darin um keinen Jota bewegt - als wäre der braune Saft lediglich eine Requisite in einem Theaterstück.
„Lasst mich euch etwas sagen, Kyp, Jag, Zekk", fährt Jaina fort. „Wenn wir Partner sind, dann ist das etwas, das andauert, bis einer von uns stirbt. Und ob es euch nun wehtut oder nicht, so seid ihr alle intelligent genug, um zu wissen, dass keiner von euch meine Beziehungen kontrollieren kann, egal, welcher Art sie auch sein mögen."
Jag wird sehr unbehaglich. Drei raus – einer bleibt. Wird er bleiben?
Er hört Kyp seufzen und dann spricht der Jedi etwas aus, was Jag schon lange weiß und doch erhält es auf einmal eine sehr frische Note. „Ich sehe, du hast das beachtliche Verhandlungsgeschick deines Vaters geerbt."
Und manchmal sogar das deiner Mutter, ergänzt Jag still, nachdem ihm Leias seltsames Verhalten an Bord des Milleniumfalkens nach der Zurückschlagung des Angriffs der Yuuzhan Vong wieder in Erinnerung gekommen ist. Das war nicht nur Smalltalk einer gestandenen Diplomatin gewesen, es war eine Warnung. Genau wie er damals Han und Leia vor Pellaeons möglicher Kooperation mit den Yuuzhan Vong gewarnt hat. Er schiebt diesen Gedanken von sich, zumindest versucht er es … erfolglos. Ob Leia wohl gewusst hat, warum Jaina dieses Holovid von Tsavong Lah wirklich ...?
Jag hat jetzt wirklich genug davon. Er wird es jetzt beenden, egal wie schmerzhaft es sein wird. „Und an der bewussten Namensauslassung kann ich bereits erahnen, worauf es hinauslaufen wird", spinnt der Imperiale den Faden weiter und fasst mit seinen grünen Augen den Kriegsmeister ins Visier.
„Tsav hatte in der Tat einen Anteil am Zustandekommen dieses Treffens", gibt Jaina zu. „Er gab mir den Anstoß, auch wenn ich es organisiert habe. Ja, auch Tsav und ich sind Partner", sie ergreift ostentativ Tsavongs Hand, „und noch ein ganzes Stück darüber hinaus."
Ein großes Stück Anspannung fällt von Tsavong Lah ab. Er sieht, wie Jainas Augen bei diesem Geständnis glänzen und es wärmt ihm sein Herz. Jaina hat sich wieder einmal zu ihm bekannt - und das gar vor möglichen Konkurrenten. In anderen Situationen – unter seinesgleichen – hätte er jetzt ein zufriedenes Grinsen aufgesetzt, gar ein triumphierendes Heulen ausgestoßen, nachdem er über die Rivalen obsiegt hat. Aber das passt hier nicht. Alle Anwesenden nehmen die Situation gefasst und würdevoll auf, auch wenn er Jainas Art, das Ganze anzugehen, unerwartet direkt und unverblümt findet. Wie sie dabei so freundschaftlich sein kann. Aber genau das fasziniert den Kriegsmeister. Es gibt keine Rachegedanken, keine Wut – alle bleiben loyale Kollegen und gar Freunde. Ich will das auch!, erinnert er sich an seine Worte, die er damals Jacen gegenüber ausgesprochen hatte. Und jetzt hat er es bekommen.
Der Fliegerpilot des Restimperiums lächelt verbindlich und für Kyp eine Spur zu glatt – eigentlich viel zu glatt. „Colonel Jagged Fel." Jag streckt seine Hand aus und der Yuuzhan Vong schlägt ein. "Erfreut, Sie kennen zu lernen, Kriegsmeister Tsavong Lah. Nun, ich kenne meinen Platz und wünsche Ihnen beiden viel Glück."
„Seien Sie doch still!", faucht Kyp, bevor er sich Jaina zuwendet. „Jaina, das ist jetzt aber wirklich sehr unangenehm!"
Doch nicht ganz ohne Wut, denkt Tsavong Lah, aber absolut verständlich. Spätestens nach der Sitzung wird es vergessen sein.
„Ich weiß", sagt die junge Solo. „Und ich finde, darauf sollten wir trinken, bevor du und Tsav zur Sitzung des Hohen Rates gehen."
Tsavong Lah muss lächeln. Hat Jaina seine Gedanken erraten?
Jag lacht leise und prostet Zekk zu. „Verglichen mit diesem Zeug sind Duelle mit Vong-Piloten eine Kleinigkeit."
Tsavong Lah lässt ein verschrobenes Lächeln aufblitzen. „Passen Sie auf, was Sie sagen, Zekk. Wir werden immer besser. Außerdem heißt es Yuuzhan Vong. Vong allein bedeutet Kind."
Der Kriegsmeister erhebt sich und Kyp ebenfalls, sind es doch nur noch wenige Minuten bis zur Ratssitzung. Es knackt, als beide Männer zusammen zum Dachrand gehen und plötzlich gibt das Dach nach.
Jaina springt durch das entstandene Loch hinterher und bekommt zusammen mit Kyp gerade noch so des Kriegsmeisters Umhang zu fassen … Sie mildern so den Sturz ab.
Senator Fyor Rodan geht gerade mit seinem Koffer durch die Halle, als ihm ein bräunliches Gesöff auf den Kopf tropft, seinen hellgrauen Reiseanzug befleckt und so seine Reiselaune gründlich verdirbt.
„Idioten!", brüllt der Senator nach oben. Dann schaut er auf seine besudelte Kleidung. „Wenn Sie schon dort oben Alkohol trinken, dann sollten Sie ihn gefälligst auch vertragen!"
Der Kriegsmeister der Yuuzhan Vong taucht vor ihm auf, flankiert von Jaina und Kyp Durron, die ihn an den Seiten halten. Tsavong Lahs Vua'sa-Fuß kommt dabei unglücklich auf dem Koffer des Senators auf, wodurch Fyor Rodan samt Koffer zu Boden gerissen wird.
„Was treiben Sie hier, Jedi, Vong?"
Tsavong Lah winkt ab. „Wir werden Ihnen die Reinigungskosten erstatten", sagt er großzügig und denkt daran, solch eine langweilige Angelegenheit an einen Verwalter der Neuen Republik zu delegieren. Dann versichert er sich, dass er sich bei dem Sturz auch nichts gebrochen hat.
„Ich habe nichts verbrochen!", ruft der Senator und springt auf, hektisch nach seinem Koffer greifend. „Reicht es Ihnen nicht, dass Sie sich zusammen mit Luke Skywalker und Cal Omas diesen Sitz im sogenannten Hohen Rat erschlichen haben? Darf ich als einfacher Senator noch nicht einmal mehr unbehelligt in den Urlaub fahren? Was wollen Sie?" Er presst den Koffer vor seine Mitte, als wollten die Jedi oder Tsavong Lah ihn ihm wegnehmen. „Ich habe nichts zu verbergen!"
Jaina hebt die Hand. „Schon gut, beruhigen Sie sich, Senator Rodan."
„Hören Sie gefälligst auf, mit Ihrer Hand vor meinem Gesicht herum zu wedeln, Jaina Solo! Ich durchschaue Ihre Jeditricks!"
„Es handelt sich lediglich um eine Inspektionstour, um die Dichte und Belastbarkeit der Dächer dieses Raumhafens zu testen, Senator, nichts weiter", springt Kyp ihr bei.
„Das ist richtig", sagt Tsavong Lah. „Von Ihnen wollen wir überhaupt nichts, Senator."
„Warum auch?" ätzt Fyor Rodan. „Wo doch sicherlich ab sofort der sogenannte Hohe Rat alles entscheidet", er zeigt mit dem Finger auf Tsavong Lah, „und Sie!"
„Hier gibt es nichts zu sehen", beschwört Kyp Durron mit wedelnden Händen die sich um den Vorfall sammelnde Menge von Reisenden. „Nur einen Senator, der völlig unbegründete Angst vor zwei Jedi und einem Yuuzhan Vong hat."
„Und vor einem imperialen Kampfpiloten und einem weiteren Jedi", ergänzt ein schwarzgekleideter Imperialer mit einem Lächeln.
„Jag! Zekk!", ruft Jaina aus. „Ich hab euch zwei gar nicht kommen hören."
Zekk kreuzt die Finger vor dem Gesicht. „Wir sind eben gut."
Kyp seufzt. „Und wir waren eindeutig zu viele Jaina-Verehrer auf diesem dünnen Blechdach."
Tsavong Lah winkt ab. „Das war hoffentlich die letzte Veranstaltung dieser Art, die Jaina organisiert hat. Aber jetzt müssen wir wirklich zur Sitzung."
„Allerdings", stimmt Kyp Durron zu, „Denn jetzt müssen Planeten befreit werden, nicht gekillt."
