Es war nicht als wäre Scorpius ein schlechter Lügner – er war ein guter Lügner der schlecht darin war Leute anzulügen die ihm wichtig waren wenn es um grosse lebensveränderte Dinge ging weshalb er seinem Vater um jeden Preis aus dem Weg ging damit er nicht von seinem Zustand erfuhr bevor er bereit war. Draco stand bereits neben sich weil er sich um Ainsley sorgte und mit einem neuen Baby zurecht zu kommen während Dania wieder arbeiten ging – Sorge um Scorpius würden ihn wohl einige Jahre seines Lebens kosten wenn es ihn nicht gleich umbringen würde.

Nein Scorpius wusste das er weiter Geheimnisse haben musste was das schmerzhafteste war war er je erlebte und er traute sich nicht gegen die fürsorgliche Nachforschung seines Vaters. Er war nie ein guter Lügner ausser er hatte nicht viel mit der Person zu tun die er anlog.

Punkt: Er hatte Problem den Verdacht seiner Kollegen ab seinen ungewöhnlichen Stunden abzuwenden, den er war meistens vor sonst jemandem ihm Archiv und blieb länger als die meisten Angestellten am Abend.

„Wollte nur früh anfangen", hatte er gesagt und hüpfte mit überzeugender Begeisterung und trank seinen dritten Kaffee als wäre es sein erster.

„Ich will nur noch das beenden und die Bücher an ihre richtigen Orte zurückstellen", würde er sagen wenn jemand die späten Stunden in Frage stellte. Er wusste nie ob sie aufrichtig neugierig waren oder nur aufmerksam weil er ein Malfoy war. „Es macht mich ansonsten verrückt wenn ich es nicht mache. Hab ein schönes Nachtessen!"

Das war genau was er zu Ware, dem Hüter des Archivskellers, sagte als er Scorpius merkwürdig ansah bevor er zum Ausgang ging und zum millionsten mal über die ´Schrulligkeit des Malfoy Jungen´ murrte.

Wenigstens muss ich ihn nicht mehr jeden Tag den ganzen Tag sehen, dachte Scorpius als Ware die Tür zur Treppe hinter sich schloss. Es war weit nach sieben Uhr am Abend und Scorpius war den ganzen Tag damit beschäftigt gewesen Abbot zu helfen seine nächste Vorlesung über Artefakte aus dem sechzehnten Jahrhundert vorzubereiten – etwas was Scorpius normalerweise aufregend gefunden hätte wenn sein Kopf nicht damit beschäftigt wäre die Notizen durchzugehen die Jin zurückgelassen hatte und Buch nach Buch nach alten Tränken und Gegenflüchen zu durchsuchen um etwas – irgendwas - zu finden das ihm vielleicht einen Hinweis gab.

Magische Theorie. Flüche und Gegenflüche. Das Über der Blutmagie. Fundamente von Tränken von überall auf der Welt. Er ging sie alle systematisch durch nach einem Plan den er gemacht hatte bevor Albus zu besuch gekommen war.

Er wird bald zuhause sein, dachte Scorpius mit einem Lächeln und wurde sich an diesem Tag zum hundertsten mal dem schmalen Ring an seinem Finger bewusst. Bis dann habe ich einen Plan…

Er seufzte abwesend und hielt seine Hand hoch bereit seine übliche Lichtsphere zu beschwören um ihn durch den Abend zu begleiten. Ohne über die Konsequenzen nachzudenken erschuf Scorpius den Ball mit einem blossen Gedanken und bereute es umgehend als er spürte wie Energie seine Fingerspitzen verliess. Was sich anfühlte wie ein leichtes Ziehen war zu einem Reisen geworden – etwas unangenehmes und unnatürliches und er trat sich zum dritten mal an dem Tag selbst.

Alte Gewohnheit, dachte Scorpius. Er zog seinen Zauberstab aus seiner Tasche und steckte ihn sich hinter das Ohr um sich daran zu erinnern ihn stattdessen zu benutzen.

Scorpius warf seine Nachrichten Tasche weg und tippte mit dem Zauberstab gegen seinen Reisebecher um seinen Tee zu wärmen, er vertraute Coffein und den Schriften von Adalbert Schwaffel um ihn durch die Nacht zu bringen.

James lehnte sich gegen die Wand im Wohnzimmer der Malfoys, seine Augen waren geschlossen und brannten. Er hatte sich geweigert Ainsleys Bitte sich neben sie auf das Sofa zu setzten nachzukommen und er hatte sich geweigert sich in den nahegelegenen Sessel zu setzten und bereute seine Entscheidung nun aufrichtig da seine Knie anfingen weich zu werden.

„James?" sagte Ainsley unsicher. Er musste seine Augen nicht öffnen um zu wissen das sie geduldig warten mit ihren Händen ihm Schoss gefaltet da sass und ihn mit grosser Sorge ansah nachdem sie zwanzig Minuten stotternd erklärt hatte wieso sie sich von ihm getrennt hat. „Geht es dir gut?"

„Es ist viel zu verarbeiten", gab James zu und drehte nervös eine vergessene Galione in seiner Tasche zwischen seinen Fingern.

War er erleichtert herauszufinden das Ainsley ihn nicht verlassen hatte weil sie ihn müde war? War er beleidigt das sie ihm nicht gesagt hatte das sie krank ist? Hatte er Angst weil sie krank war?

James nahm an das die Anspannung in seiner Brust von all dem kam und es nichts gab was er tun konnte.

„Ich verstehe es wenn du wütend bist. Natürlich bist du es", sagte Ainsley ihre Stimme leise und sanft. James öffnete die Augen und starrte sie an und sah sie länger als eine Sekunde an seit er angekommen war. Sie drehte den Saum ihres hell blauen Pullover nervös zwischen den Fingern und er sah zu wie ihre Hände arbeiteten während ihre Haare über ihre Schultern und in ihr Gesicht fielen.

„Ich wäre auch wütend", fuhr sie fort. „Und ich verstehe wenn du mir nicht vergeben kannst. Ich erwarte es nicht von dir. Ich musste einfach ehrlich mit dir sein."

„Du warst sehr überzeugend", gab James zu. „Ich habe die letzten Wochen damit verbracht zu denken das du nichts mehr mit mir zu tun haben willst."

„Merlin nein", sagte Ainsley schnell. „Ich wollte nie…James du weisst ich liebe dich. Du musst es wissen. Ich habe Angst und ich wollte dich einfach verschonen…Ich fürchte mich."

„Es ist meine Entscheidung. Ausser du willst wirklich nicht mehr mit mir zusammen sein ist es meine Entscheidung zu gehen. Du hast mir einen Ausweg gegeben. Es ist meine Entscheidung ob ich ihn nehme oder nicht."

Ainsley sagten einen Moment nichts und sah mit ihren Lippen fest zusammengepresst zu ihm auf. James fand es schwer ihr in die Augen zu sehen aber er hielt ihrem Blich dennoch stand auch wenn es den Schmerz in seiner Brust noch verstärkte. In die Verwirrung mischte sich eine Welle von Zuneigung und er musste den Dran unterdrücken ihre Haare aus dem Gesicht zu wischen und sie zu küssen bis die Farbe wieder in ihre Wangen kam und es ihr wieder gut ging.

James hatte immer versucht sie zu beschützen und sie hatte etwas undenkbares getan und versucht ihn zu beschützen. Ihr zu vergeben wäre viel einfacher als sie dachte.

„Genau das hat Draco gesagt", gab sie zu. „Er hat mir erzählt das du wiederholt hast was ich dir gesagt habe…" Sie seufzte und sah wieder auf ihre Hände. „James ich habe dich vermisst und es tut mir so leid."

James dachte über seine Möglichkeiten nach. Er könnte ihr für ihre Ehrlichkeit danken und leise gehen – sie hatte ihn verletzt und niemand könnte ihm vorhalten das er gehen wollte auch unter besseren Umständen.

Er könnte gehen und sagen das er nachdenken musste. Er könnte sie um einen Tag oder so bitten um darüber nachzudenken was sie gesagt hatte bevor sie wieder sprachen und er sich bewusst werden konnte was er fühlte.

Aber wem mach ich was vor? Fragte James sich und seine Mundwinkel zuckten mit einem zurückhaltenden Lächeln. Ich würde wieder hier landen.

James ging dorthin wie Ainsley sass und deutete auf den Platz neben ihr.

„Darf ich mich setzten?"

Sich nickte schnell und bewegte sich um ihm mehr Platz zu geben den er nicht unbedingt wollte. Er liess ich erleichtert in die Kissen sinken. Mit allem was sie ihm hingelegt hatte war es schwer sich zu erinnern was für einen langen Tag er gehabt hatte.

„Ainsley ich gehe nirgendwo hin ausser du willst es." Er sah wie ihre Schultern zusammen fielen als sie ihren Pulli fester um ihre Mitte schlang, ihre Unterlippe zitterte. „Ich liebe dich. Auch wenn du einige schreckliche Dinge zu mir gesagt hast."

James lachte trotz allem weinerlich auf. Er hatte ihre Wort immer wieder in seinem Kopf abgespielt und versucht einen Sinn darin zu sehen – ein Aufwand von dem er jetzt wusste das er sinnlos war.

„Ich weiss, aber ich wollte dich nicht verletzten. Ich konnte nicht zusehen wie du so leidest wie Draco und Scorpius."

„Astoria hatte Jahre nicht wahr?" fragte James aber als die Wahrheit sank wurde der Schmerz in seiner Brust stärker. Sie hatte es nicht mir vielen Worten gesagt aber James wusste was passierte.

Ainsley starb den selben langsamen Tod wie ihre Tante.

„Sie war etwa fünfunddreissig als sie starb", stellte Ainsley klar. „Aber sie hatte viel Glück. Astoria war körperlich vielleicht schwach aber sie hatte was Scorpius ´einen starken Geist´ nennt.

„Das hast du auch."

James streckte sich und nahm ihre Hand, zog ihre Finger vorsichtig von der Kante ihres Ärmels und verschränkte sie mit seinen. Ainsley starrte einen Augenblick auf ihre Hände bevor sie zu ihm aufsah ihre Honig farbenen Augen warm, liebevoll und traurig zur gleichen Zeit.

„Du wirst Einhunderfünfzigjahre alt werden. Ich habe Glück wenn ich dreissig erlebe."

James schluckte hart und seine Gringotts Uniform, welche normalerweise ziemlich bequem war, fühlte sich plötzlich sehr einengend an. Die nächsten paar Jahre seines Lebens spielten sich schnell vor seinem inneren Auge ab und er sah zwei verschiedene Wege.

In einem verliess er diesen Raum noch immer mit Ainsley befreundet. Er würde gehen und in einem Jahr oder so heiratete er eine Gesichtslose Hexe und sie hätten drei wunderbare Kinder wenn er Mitte dreissig war. Er wäre glücklich, würde auf dem Land oder am Meer leben und würde am Sonntag Nachmittag mit seiner Frau und seinen Eltern Tee trinken.

Beim anderen blieb er. Er verbrachte jeden freien Augenblick mit Ainsley, lachte und sprach mit seinem besten Freund. Er tanzte mit ihr auf der Hochzeit seines Bruders und er würde die guten Tage mit ihr geniessen bis die schlechten Tagen sie übernahmen und er würde bis zum Ende an ihrer Seite bleiben.

Es war die einfachste Entscheidung zu machen.

„Nun", sagte James angespannt. „Ich nehme an das bedeutet das wir die nächsten Zehn Jahre besser nutzen sollten oder?"

In Sekunden lag Ainsley auf ihm, ihre Arme um seine Schultern und ihr Gesicht an seinem Hals vergraben die wäre war so bekannt das James nicht anders konnte als sich darin zu sonnen, er zog sie näher bis sie auf seinen Schoss war, ihre Knie auf den Seiten seiner Schenkel und ihre Brust gegen seine gedrückt.

„Es tut mir so leid", sagte sie erneut und James zitterte als er ihren Atem an seinem Hals spürte.

„Es ist in Ordnung", versicherte er ihr und vergrub seine Hand in ihrem Haar. „Ich weiss wieso du es getan hast, aber vielleicht will ich nicht verschont werden."

Ainsley setzte sich auf seine Knie und sah zu ihm hinunter, ihr Gesicht fleckig und rot. James zog sogleich seinen Ärmel hinunter und wischte ihre Tränen mit seinem Saum von ihrem Gesicht bevor er seine Hand in ihren Nacken gleiten liess.

„Ich würde lieber die Zeit die ich kann mit dir verbringen und eines Tages in der fernen Zukunft anständig um dich trauern anstatt eines morgens durch eine Eule geweckt zu werden die mir sagt das du nicht mehr bist und mich den Rest meines Lebens zu fragen wie die nächsten paar Jahre hätten sein können."

„Mum hat immer gesagt Gryffindors seien Dickschädel", murmelte Ainsley lächelnd. „Und ich bin sicher sie hat diesen Eindruck weil sie mit einem der offensichtlichsten Gryffindors aller Zeiten in Hogwarts war – deinem Vater."

„Albus hat vielleicht seine Augen und Haare geerbt aber ich habe seine Sturheit und unleugbaren Charme", sagte James mit einem Grinsen. Er tippte liebevoll gegen den Rahmen ihrer Brille. „Zum Glück habe ich Mums Sehkraft."

Ainsley lachte und James fühlte wie sich der Knoten in seiner Brust Stück für Stück löste.

„Geht es dir jetzt gut?" fragte er und fuhr mit den Händen über ihre Seiten.

Ainsley nickte. „Ja. Es ist noch nicht sehr schlimm. Ich muss nur aufpassen mich nicht zu schneiden oder zu stossen weil es so lange dauert um zu heilen und es gibt besondere Tränke die den Effekt des Fluches verlangsamen können. Ich habe heute angefangen sie zu nehmen also fühle ich es noch nicht aber sie können ziemlich müde machen. Dania behält ein Auge auf mir damit wir die Dosis richtig einstellen können."

„Du solltest sie schon länger nehmen", klagte James.

„Ich will sie jetzt nicht nehmen", erwiderte Ainsley. „Ich mag meinen Job – Ich will nicht die ganze Zeit erschöpft sein aber Scorpius hat darauf bestanden das ich sie nehme während er nach einem Gegenfluch sucht."

James' Hände hielten an ihrer Seite inne.

„Wie bitte?"

„Was?"

„Gegenfluch?"

„Habe ich diesen Teil vergessen? Oh verdammt das ist wichtig", seufzte Ainsley und sah zu ihm hinunter. „Entschuldige. Ich war so aufgeregt dich wieder zu sehen und dir alles zu sagen."

James starrte sie an und trommelte ungeduldig mit seinen Fingern gegen ihre Seite.

„Erinnerst du dich daran als Scorpius mit diesem japanischen Professor zusammengearbeitet hat? Ich glaube sie haben viele Informationen über alte Flüche und Gegenflüche gefunden und einige davon funktionieren vielleicht. Es gibt eine sehr geringe Chance – „

„Du sagst mir das es Hoffnung gibt?"

„Ich versuche zu vermeiden zu optimistisch zu sein", gestand Ainsley und spielte mit den Knöpfen von James' Hemd um ihn nicht anzusehen. „Er ist nicht mal sicher – ich nehme an er sieht noch alles durch und sammelt was wichtig sein könnte. Ich habe erst letzte Nacht von diesem Teil erfahren und das er – „ Ainsley unterbrach sich und schluckte. „Das er glaubt das er vielleicht etwas finden kann."

James seufzte und nahm ihr Gesicht in seine Hände bis sie ihm wieder in die Augen sah.

„Ainsley Liebes", fing er sanft an. „Du musst lernen mit welchen Informationen man anfängt."

„Entschuldige", entschuldigte sie sich schüchtern.

Ein bisschen Hoffnung – daran konnte man sich festhalten. Er zog sie näher und küsste sie zum ersten mal seit Wochen und es fühlte sich an wie nach einem langen aussen Auftrag. Er küsste sie schwach und vorsichtig für einige Augenblicke bis sie sich wegzog, sie sah zum ersten mal seit er den Raum betreten hatte glücklich und ruhig aus. James lächelte und fuhr mit seinen Händen über ihre Seite genoss den Moment der Ruhe bis ihm etwas einfiel und seine Hände inne hielten.

„Warte. Tut es weh wenn ich dich berühre? Ich will dir nicht weh tun."

Ainsley schüttelte schnell den Kopf. „Nein. Bitte. Ich habe ein paar leichte blaue Flecke aber das ist von alltäglichen Dingen."

„Kann ich es sehen?"

Ainsley schenkte ihm ein verdrehtes Lächeln.

„Versuchst du mich aus meinen Kleider zu kriegen Potter?"

„Natürlich."

Sie lachte und zog ihren Pulli hinunter. Einige undeutliche blaue Flecken waren auf ihren Schultern und James fuhr mit seinen Fingerspitzen federleicht darüber wodurch sie erzitterte.

„Lass es dir nicht in den Kopf steigen aber ich habe das wirklich vermisst."

James grinste und zog sie näher, küsste eines der Zeichen auf ihrem Bizeps leicht bevor er zu einem auf ihrer Schulter überging. Er war überaus vorsichtig sie nicht zu verletzten – wen die röte in ihren Augen ein Hinweis waren war der letzte Tag nicht einfach gewesen und James wollte es nicht noch schwieriger machen. Sie hatten beide genug durchgemacht und er wollte nur hier in diesem Moment existieren mit Ainsley sicher vor ihm so lange er konnte.

Sie unterdrückte ein Gähnen an seiner Schulter.

„Es ist erst neun Uhr", jammerte James.

„Die Tränke", erinnerte sie ihn. „Ich bin sicher ich werde mich daran gewöhnen. Man kann nicht erwarten das etwas einen Fluch in deinem Blut aufhält ohne Nebeneffekte zu haben."

„Willst du das ich gehe damit du dich etwas erholen kannst?" fragte er. „Es ist wichtig das du Gesund bleibst besonders wenn es vielleicht einen Weg gibt ihn zu brechen."

Sie schüttelte ihren Kopf schnell und lehnte sich wieder zurück um ihn anzusehen.

„Geh nicht", protestierte sie. „Bitte? Ich habe dich vermisst."

„Ich weiss Draco hat es nichts ausgemacht wenn du bei mir geblieben bist aber ich bin nicht sicher wie er sich fühlen würde wenn er am Morgen nach dir sieht und mich in deinem Bett findet."

„Albus hat immer hier geschlafen."

„Ja nachdem Scorpius beinahe gestorben ist – „

James unterbrach sich bei Ainsleys Ausdruck selbst.

„Ich bin ziemlich sicher das wir im Moment damit durchkommen", bemerkte Ainsley.

„Aber was wenn ich dich mitten in der Nacht trete und dich verletzte?"

„Wage es nicht mich so zu behandeln als wäre ich aus Glas", sagte sie, hob einen Finger bedrohlich und tippte damit gegen die Seite seiner Nase. James erwärmte die Geste und zog sie in eine so feste Umarmung wie er es wagte.

Wie habe ich ohne das überlebt? Fragte er sich und wunderte sich über den beruhigenden Effekt den Ainsley auf ihn hatte auch wenn die Dinge schlecht standen – auch wenn er Wochen lang durch ihre Worte schmerzen hatte. Dankbarkeit wurde schnell durch Furcht ersetzt.

Wie werde ich ohne das überleben?

„Lass uns ins Bett gehen", flüsterte James gegen ihr Haar als er vorsichtig aufstand, sie stützte und zog sie mit sich hoch so das er sie mit ihren Beinen um seine Taille geschlungen trug.

Er trug sie in die Vorhalle in Richtung Treppe und es war ihm egal ob er auf Draco mit seiner Nichte um ihn geschlungen traf. Er war so kitschig wenn er wollte das Ainsley glücklich und zufrieden war.

„James?"

„Hmmm?"

Ainsley hielt inne ihre Arme eng um ihn geschlungen um ihr Gewicht zu unterstützen.

„Ich habe Angst."

Er fühlte ihre Worte in seiner Magengrube. Während James älter wurde fand er einen neuen Instinkt die zu beschützen die er liebte – einer der mit jedem Jahr grösser wurde. Ginny stichelte das es die Idee vom Elterndasein war die an ihm nagte aber er beschwerte sich nicht – besonders nicht wenn es um Ainsley oder Lily ging (James wusste das es sich auch auf Albus beziehen würde aber die Borstigkeit seines jüngeren Bruders schien den Effekt irgendwie zu mindern."

Aber eine Gefahr die von Innen kam war etwas wovor er sie nicht beschützen konnte und James war auf unbekannten Terrain.

„Ich weiss Liebe", versprach James. „Ich werde mich um dich kümmern und alles wird gut werden. Das muss es."

27. Mai

Scorpius,

Ich habe noch eine Woche bevor ich mich auf die lange Reise nachhause mache aber ich habe bereits halb gepackt. Stephen und Martha machen sich lustig über mich das ich „übereifrig" bin um nachhause zu kommen aber es ist mir egal. Ich kann es nicht erwarten dich und Zar und unsere Familien wieder zu sehen. Ich habe euch alle so sehr vermisst. Ich weiss ich habe euch erst vor ein paar Wochen gesehen aber nachhause zu kommen hat nur dazu geführt das ich euch noch mehr vermisse.

Ich liebe dich und ich kann es nicht erwarten nachhause zu kommen und zu heiraten.

In liebe,

Albus

Scorpius faltete Albus letzten Brief und steckte ihn mit einem kleinen Lächeln zurück in die Innentasche seiner Robe. Es war viel später als er normalerweise blieb – beinahe 11 Uhr – aber Ainsley und James waren in der Lage sich um Zar zu kümmern und gaben ihm ein paar mehr Stunden.

Er lächelte. Ainsley schien glücklich zu sein als er sie an diesem Morgen gesehen hatte – froh James wieder zu haben.

Was ein Tag für einen Unterschied machen kann.

Drei Notizbücher und ein Stapel alter Folien lag vor ihm, die wichtigen Seiten mit strahlendem Papier markiert. Er kniete vor dem niedrigsten Regal, sein vertrautes Licht schwebte ihn der Nähe und gab genug Licht damit er lesen konnte. Der Zauber würde bald aufgefrischt werden müssen aber Scorpius hoffte das er weg war wenn das Licht weniger wurde. Er war heute Nacht fokussiert und das bedeutete vielleicht etwas Fortschritt und vielleicht eine gute Mütze Schlaf.

„Scorpius?"

Scorpius schrie, fiel rückwärts und suchte verzweifelt nach seinem Zauberstab in seiner Robe.

Eine bekannte Stimme kam aus der Halle und James trat ins Licht. „Beruhige dich! Ich bin es nur."

„Merlins Bart!" rief Scorpius und griff sich über seinem rasenden Herzen an die Brust. „Du hast mir beinahe einen Herzinfarkt beschert."

James sah zu ihm hinunter, er hatte leichte dunkle Ringe unter den Augen und mindestens einen Tag alte rote Bartstoppeln auf seinem Kinn. Er rieb sich erschöpft das Gesicht bevor er nach unten griff und Scorpius beim Aufstehen half.

„Albus würde mich umbringen."

Er nahm James angebotene Hand und kämpfte sich stolpernd auf die Beine und befreite sich aus dem Kreis von Notizen, Schriftrollen und Pergament den er kreiert hatte. Scorpius richtete seine Brille.

„Was tust du hier?" fragte Scorpius und schüttelte etwas Staub von seinen Roben. „Wie bist du überhaupt herein gekommen?"

„Gringotts Abzeichen." James tippte auf die Identifikationsmarke an seiner Jacke.

„Das hätte dir keinen Zugang nach der Bibliothek geben sollen."

„Nein aber es steht der Name ´Potter´ darauf und das regelt es meistens", seufzte James. „Ich nehme an du wirst das früh genug lernen. Ausser Albus plant deinen Namen anzunehmen."

Scorpius betrachtete James einen Augenblick. „Wir haben nicht darüber gesprochen. Ich nehme an wir schreiben uns mit Bindestrich – werfen eine Münze welcher Name zuerst kommt."

James nickte und sah sich die hohen Bücherregale mit leicht offenem Mund an.

„Mir war nie bewusst das dieser Ort so gross ist", gestand er. „Ich habe immer nur den öffentlichen Teil der Bibliothek besucht."

„Die meisten Zauberer wissen es nicht und nicht viele Leute kommen hier herunter. Das ist der Ort an dem alles was nicht passt oder katalogisiert ist aufbewahrt werden. Nun – es gibt nicht mehr viel was davon nicht katalogisiert ist."

James sah eines der Regale an und fuhr mit dem Finger über ein Etikett auf dem 16hundert – Persönliche Aufzeichnung – Goblin Interaktionen stand.

„Das ist deine Handschrift." Er sah auf ein paar weiter Etiketten und dann zu Scorpius. „Hast du das alles getan?"

„Das meiste", bestätigte Scorpius stolz. „Daraus hat mein letztes Jahr hauptsächlich bestanden."

„Galoppierende Gargoyles", murmelte James. „Das ist viel Arbeit. Muss ewig gedauert haben."

„Hat sich so angefühlt."

James schüttelte den Kopf als wollte er ihn klären und sah zurück zu Scorpius welcher die Arme verschränkte. Er wollte nicht fragen wieso James gekommen war – er würde schliesslich sein Schwager werden und Scorpius wollte nicht unhöflich sein oder das James sich nicht willkommen fühlte aber er hatte bereits seine Konzentration unterbrochen und Scorpius war so müde.

„Ich ging mit Ainsley um Zar rauszulassen. Es war 10 Uhr und du warst nicht zuhause und sie ist bereits eingeschlafen. Sie sagte du wärst hier also dachte ich, ich komme um zu sehen ob…" James verlor sich unangenehm und sah das Regal neben ihm hoch. Er ging Scorpius blick offensichtlich aus dem Weg – Scorpius wusste das er sich nicht so für Goblin Sachen aus dem 17 Jahrhundert interessierte aber er vergab James dafür keinen Augenkontakt zu halten. Er und Ainsley waren wieder zusammen, er war unterstützend und sie war glücklich. Scorpius hätte nicht um viel mehr bitten können.

„Ich wollte sehen ob du Hilfe brauchst", beendete James. „Ob es etwas gibt was ich tun kann."

„Du…willst mir helfen?" Scorpius war skeptisch und komplett nicht in der Lage es zu verbergen. „James du bist kaum in die Hogwarts Bibliothek gegangen und glaub mir ich wüsste es wenn es so wäre. Ich war immer dort."

„Der Gryffindor Gemeinschaftsraum ist ziemlich dienlich um zu lernen", erwiderte James. „Frag nur Tante Hermine. Sie hat mir sogar beigebracht wie man eine Ecke verzaubert um die Geräusche zu dämpfen als ich elf war.

„Clever", sagte Scorpius.

„Wonach suchst du hier unten überhaupt?" James kniete sich hin und sah auf die Pergamente die über den kalten Steinboden verteilt waren. „Die sind nicht mal auf Englisch."

„Nein aber Professor Eisuke von Mahoutoroko hat viele Notizen zurückgelassen die den Inhalt auf Englisch zusammenfassen", erklärte Scorpius und kniete sich neben ihn. James hatte Zaubereigeschichte vielleicht nicht so sehr geliebt wie Scorpius aber er konnte die Gelegenheit nicht versteichen lassen um die Notizen und Kategorisierung die er und Jin vorgenommen hatten zu erklären.

„Sie ich habe Jin geholfen sein Buch zu schreiben – Englisch Asiatische Zauber Beziehungen: 1500 – heute – und wir mussten all diese alten Schriftrollen von Ostasien durcharbeiten. Die meisten davon sind in alt mandarin und japanisch aber einige waren in hindi und mongolisch. Eine der grossen ist auf russisch und ich glaube drei waren auf thai", erklärte Scorpius, bewegte die Pergamente um James die unterschiedlichen Charaktere zu zeigen. „Er suchte in den Sprachen in denen er nicht fliessend ist nach dem Wichtigen und schickte sie zum Übersetzten – wusstest du das Muggel Bilder in Sekunden um die Welt schicken können? Ich meine Albus und Rose haben mit etwas von der Technologie gezeigt – „

James starrte Scorpius komisch an und er hörte schnell auf zu reden. Er wusste das die meisten Leute keine hohe Toleranz für sein Geschwafel hatten. Das war was Albus so besonders machte – er hörte immer zu.

Nun er gab immer vor zuzuhören.

Scorpius drehte abwesend seinen Ring um seinen Finger.

„Können wir zu dem Teil kommen wo wir Ainsleys Leben retten?"

„Ja. Ja natürlich", sagte Scorpius schnell. „Wie auch immer wir haben die Übersetzungen zurück bekommen, sind sie durchgegangen und haben das Buch geschrieben aber einige der Schriftrollen waren nicht wichtig. Wir haben Notizen die das Thema bezeichnen wir haben sie aber nicht übersetzten lassen. Ich meine sieh dir das an."

Scorpius deutete umher auf die Regale und Stapel voller Inhalte. James nickte verstehend.

„Das wäre unmöglich."

„Richtig. Nun das ist wo die Muggel im Vorteil sind. Sie können Computer nutzen um alles aufzulisten und viel schneller suchen aber da dies erst letztes Jahr katalogisiert wurde ist alles was ich durchgehen muss diese Notizen und die generellen Kategorien. Ich weiss Jin hat Informationen über Flüche und Gegenflüche und Blutmagie gefunden. Ich suche hier unten nach allen wichtigen Notizen und ich lege sie dort hin."

Scorpius deutete auf seinen alten Schreibtisch wo drei grosse Stapel an gebunden Büchern und Pergamenten neben einer Box voller Schriftrollen lagen. Ein alter Schrank lag offen auf dem Boden.

„Merlins Hose", hauchte James. „Wie lange machst du das? Hat Ainsley dir nicht erst früher diese Woche gesagt das sie krank ist?"

Scorpius fühlte wie die Farbe aus seinem Gesicht wich und er schluckte.

„Nun ich habe nicht geschlafen und ich habe viele davon eingeräumt", sagt er, stand auf und richtete seine Robe und spielte mit seinen Manschetten. „Ich wusste bereits wo einiges davon war."

„Das ist beeindruckend", sagte James. „Das ist wirklich beeindrucken Scorpius."

„Oh."

„Oh?"

„Nun es ist nur…"Scorpius biss sich auf die Lippe und dachte an die letzten paar Jahre zurück. „Ich denke nicht das du mir vorher schon mal ein Kompliment gemacht hast. Über irgendetwas. Ausser vielleicht als ich Albus vor drei Jahren im Schach geschlagen habe aber ich bin sicher er hat mich gewinnen lassen, also…"

James sah ihn noch etwas länger an bevor er zum Schreibtisch hinüber ging.

„Nun es ist beeindruckend", widerholte er und griff in die Schriftrollen Kiste.

„Oh nein!" kreischte Scorpius. Er rannte hinüber und zog die Kiste aus James' Reichweite und zog sie beschützend gegen seinen Bauch.

„Nein, nein. Du kannst sie nicht ohne Handschuhe anfassen."

Scorpius hielt seine Hände hoch. Er zeugte dünne weise Handschuhe welche eine feine Staubschicht auf den Fingerspitzen hatten.

„Handschuhe?"

„Sie sind sehr alt", sagte Scorpius frenetisch, nahm eine Schriftrolle und entrollte sie um James die ausgefransten Kanten zu zeigen. „Sehr sehr alt und bei meinem Glück würde diejenige die wir brauchen die sein die kaputt geht."

„Geht es dir gut?" James sah Scorpius besorgt an. Für einen Augenblick war Scorpius berührt bis er merkte das die Sorge nicht ihm galt – er war die beste Hoffnung Ainsley zu helfen.

„Natürlich. Wieso?"

„Du scheinst ein wenig hysterisch. Nicht für ungut."

„Schon gut", seufzte Scorpius und zog die Handschuhe aus. Er war offenbar fertig für den Abend. „Ich bin nur sehr, sehr müde."

„Was kann ich machen um zu helfen Scorpius?"

Scorpius stellte die Kiste neben seine Handschuhe auf den Tisch und seufzte, er liess sich mit dem Kopf in den Händen auf einen nahegelegenen Stuhl fallen.

„Ich weiss es nicht", gab er zu wage bewusst das James sich ihm gegenüber setzte. „Ich bin beinahe alles durchgegangen - an diesem Wochenende habe ich die ganze wichtige Sammlung durch genau wie die Gegenstände oben. Ich musste Albus' Umhang stellen um in die verbotene Abteilung über dunkle Magie zu kommen l- gestern. Es war gestern. Entschuldige es verschwimmt alles zu-„

„Albus hat den Umhang?" rief James. „Natürlich hat Albus den Umhang. Ich habe ihn nur ein verdammtes Jahr gesucht!"

„Wir haben uns gefragt wie lange es dauern würde bist du bemerkst das er fehlt." Scorpius lächelte ihn entschuldigend an. „Wie auch immer ich musste ihn nutzen um dort reinzukommen und ich weiss nicht wie lange sie brauchen werden um zu merken das die Bücher fehlen aber ich werde sicher meinen Job verlieren. Ich stelle nur sicher das ich alles habe was ich brauche bevor ich es tue."

James fuhr mit den Finger über den Rücken von Scorpius' Notizbuch – das was Albus ihm zum Geburtstag geschickt hatte – als ob er es erkannte. Vielleicht tat er es. Sie waren schliesslich Brüder wie sich Scorpius oft erinnern musste. Sie waren vielleicht verschieden wie Nacht und Tag aber James würde die Dinge erkennen die Albus auswählen würde.

„Du solltest schlafen gehen", sagte James. „Du sagtest du musst nur noch ein bisschen durchgehen?"

„Ja ich denke schon. Ich habe einen Plan gemacht."

„Natürlich hast du das", sagte James mit einem dunklen Glucksen. „Was dann?"

„Dann nehme ich an werde ich Übersetzter kontaktieren müssen. Herausfinden ob hier antworten sind in – „ Scorpius hob eines der neueren Pergamenten hoch und prüfte seine Bezeichnung. „Mandarin aus dem fünfzehnten Jahrhundert."

„Ich werde morgen Abend zurückkommen." James nickte sich selbst zu und bestätigte seine eigene Entscheidung. „Ich helfe dir mit deinen…Hausaufgaben."

„So fühlt es sich an", gab Scorpius zu. „Hausaufgaben aber ich bin gut in Hausaufgaben. Ich mochte Hausaufgaben in Hogwarts – mein dunkles Gegenstück hat es offenbar nicht aber ich habe es – oh du hast recht. Ich schwafle."

Scorpius rieb seine Augen unter der Brille.

„Um welche Zeit hörst du mit deiner normalen Arbeit an und fängst hiermit an?"

„Etwa um sieben sobald alle weg sind."

„Richtig. Dann treffe ich dich an deinem Büro?"

Scorpius gab James den Weg zu seinem Büro – welches sich meistens wie ein verherrlichter Schrank anfühlte – während sie die Gegenstände die Scorpius gesammelt hatte vorsichtig stapelten und legten sie in den leeren Schrank, zusammen mit den gestohlenen verbotenen Büchern. James wartete als Scorpius ihn schloss und verschloss.

„Scorpius?"

„Ja?"

„Denkst du wirklich das du etwas findet wirst um sie zu retten?"

Scorpius war überrascht herauszufinden das James' Stimme sehr wie Albus klang wenn er Angst hatte und verletzlich war und seine Verwunderung musste sich in seinem Gesicht zeigen denn James fuhr fort.

„Sie verdient es nicht jung zu sterben." Die Linie zwischen James' Augenbrauen zeigten sein Leid. Für Scorpius der James kaum mehr als leicht verstört oder müde sah war es beunruhigend. „Sie ist so gut. Tief drinnen ist sie eine gute Person und ich würde alles tun um sie zu retten – oder auch nur um die Last die sie trägt leichter zu machen."

Scorpius sah auf seine Schuhe. Es war schwer James anzusehen wenn er die Dinge mit der selben unterschwelligen Panik in der Stimme sagte die Albus vielleicht sagen würde wenn die Rollen vertauscht wären.

„Ich tu mein bestes", versicherte Scorpius ihm. „Um unser aller Willen. Ich denke wir haben Glück das Jin es erwähnt hat. Ansonsten…"

„Ansonsten würden wir ihr einfach beim Sterben zusehen."

Scorpius nickte.

„Da muss etwas sein", sagte er und führe James zurück zur Treppe.

Das letzte was ich will ist Albus zum Wittwer zu machen, dachte Scorpius und schluckte den Kloss in seinem Hals hinunter.

Der Ring an seinem Finger war dünn und leicht aber er fing an sich sehr schwer anzufühlen.

„Denkst du nicht du übertreibst es ein wenig?"

Albus sah von seinem Buch hinunter zu seinen gepackten Taschen neben seinem Bett. Seine Kleider lagen sauber gefaltet für das was er die nächsten sechs Tage brauchen würde auf einem nahegelegenen Stuhl. Nur seine Enzyklopädie über magische Geschöpfe und das Notizbuch welches er brauchte um nachhause zu schreiben lagen auf seinem Schreibtisch.

„Ein wenig aufgeregt", gab Albus mit einem Lächeln zu. Stephen grinste ihn an als er die Weste seiner Ausrüstung über den Kopfteil seines Bettes warf und sich setzte um seine Stiefel auszuziehen. „Fertig für die Nacht?"

„Ja. Du?"

„Ich muss nach dem Baby Snallygaster sehen." Albus legte sein Buchzeichen zwischen die Seiten von Der Alchemist und legte es zur Seite und stöhnte als er sich aufsetzte.

„Macht das Bein Probleme?"

„Hm? Nein. Es hat mich seit Wochen nicht gestört wirklich", sagte Albus, stand auf und streckte sich. „Bin nur müde und erschöpft. Ich habe mit diesen Wampuskatzen gearbeitet. Okklumentik für so lange zu benutzen ist ermüdend."

Albus erschauderte beim blossen Gedanken an die hypnotischen gelben Augen die ihm durch den Käfig folgten während er die Lage des schwangeren Weibchen überprüfte.

„Das ist es", stimmte Stephen zu als er auf sein ungemachtes Bett fiel. Die letzte Woche ihres Aufenthaltes hatte eine Lethargie über viele von Albus' Kollegen gebracht aber nach seinem kurzen Besuch zuhause war er energiegeladener als zuvor. Er liess Stephen in der Stille des Schlafsaals – mit etwas Glück würden er und Martha schlafen wenn Albus zurückkam und er könnte ein paar Briefe schreiben ohne sie zu stören.

Er lies seinen Zauberstab mit einem raschen „Lumos" erleuchten und trat in die Nacht hinaus. Ein paar der anderen Magiezoologen waren noch unterwegs sicherten ihre Fälle für die Nacht und stellten sicher das ihre Lieblinge gut gefüttert und gepflegt waren. Albus glitt leise in das Hauptgebäude wo die kleineren, verletzen Geschöpfe in Käfigen untergebracht wurden bis sie freigelassen oder in grössere Habitate verlegt werden konnten.

Zusammengerollt in einem der grösseren Käfige war ein kleiner Snallygaster – Teil Vogel und teil Eidechse mit Zähnen aus Stahl. Es hatte sich um sich selbst gerollt sein grosser metallener Schnabel unter einem schuppigen Flügel als würde es schlafen. Albus sah sich um und sah das es die Augen offen und wach hatte und er war nicht überrascht. Es war erst drei Tage her das Wilderer die Eltern des Snallygasters für ihre Haut getötet hatten.

„Na du", grüsste Albus. Er griff in den Eimer unter dem Käfig und zog eine tote Maus die sie zum Füttern dort hatten heraus und warf sie in den Käftig. Der Snallygaster entrollte sich langsam um an seinem Snack zu riechen aber nicht genug das Albus einen guten Blick auf die Wunde auf seinem Rücken werfen konnte. Snallygaster hatten eine kaum durchdringbare Haut nachdem sie ausgewachsen waren aber dieser war sowohl jung als auch von einem sehr zerstörerischen Angriff getroffen worden.

Zuerst hatte Albus gedacht das die Kreatur Glück gehabt hatte das es mit einem blossen Fluch in seinem Körper überlebt hatte aber die Trauer und Angst in seinen Augen liess es ihn beinahe umgehend in Frage stellen. Er wusste nicht wie gut das Erinnerungsvermögen von Snallygastern waren aber er würde sicher nicht durchkommen wenn er kaum ass und er sah wie sie den Snack verweigerte und sich lieber wieder in der sicheren Ecke zusammenrollte.

„Komm schon kleiner", spornte Albus ihn an. Mit einem Schlenker seines Zauberstabs schob er die Maus näher in der Hoffnung es würde es einfacher machen. Stattdessen rollte sich der Snallygaster noch mehr zusammen und beschütze sich mit seinen langen Flügeln und beobachtet Albus darunter hervor.

„Ich weiss du hast Angst", sprach Albus mit seiner beruhigsten Stimme. Es war die die er normalerweise für die kleinen Kindern in seiner Familie und Scorpius wenn er nach einem Albtraum verstört war aufbewahrte. „Mein Dad war auch ein Waise. Er musst viel durchstehen aber es geht ihm gut – nun das ist relativ. Er ist ein bisschen verrückt und manchmal schreit er mitten in der Nacht aber dir wird es auch gut gehen wenn du isst."

Albus stiess die Maus näher bis sie beinahe den Schwanz der Snallygasters berührte.

„Komm schon. Bitte?"

Nach ein paar weiteren Versuchen schnellte der Snallygaster hervor entrollte sich schnell und fing die Maus mit seinen scharfen Zähnen bevor er sich wieder in der Ecke zusammen rollte. Albus lächelte. Es war eine grössere Reaktion als sie den ganzen Tag bekommen hatten.

„Geht doch", gurrte Albus. „Fortschritt ist Fortschritt."

Für einige Moment stand Albus da warf Maus nach Maus in den Käfig bis der Snallygaster sicher war das entrollen und essen nicht zu Schmerz und Tod führten. Albus sprach weiter mit ihm in seinem ruhigsten Ton – diejenige die Scorpius als seine gute Nachtgeschichte Stimme bezeichnet – und bei der sechsten Maus entrollte er sich ganz. Albus hielt seinen Zauberstab hoch während sie ass um den Käfig zu beleuchten und sah das die Verbrennung gut heilte und das die Salbe die Odgerel gebraut hatte wirkte.

„Sie ist ein Wunder nicht wahr?" bemerkte Albus. Der Snallygaster sah beim klang seiner Stimme hoch, der Mäuseschwanz hing aus seinem Mund. „Sie hat mir auch geholfen zu heilen", erklärte Albus. „Mein Bein war eine ziemlich Katastrophe aber sie ist ziemlich gut bei Fluchschäden. Die beste würde ich sagen. Natürlich hatte sie hundertzehn Jahre Zeit es hin zu kriegen."

Dier Snallygaster schluckte was zustimmend aussah und seine Augen wurden schwer nun da er gegessen hatte. Albus sah wie das dritte Reptilien Augenglied sich über dem schwarzen Auge schloss als er sich wieder zusammenrollte wenn auch nicht so eng wie zuvor.

Albus wartete bis das Geschöpf schlief um zurück zu gehen. Der Raum war leer bis auf die schlafenden Geschöpfe und Albus seufzte. Er fragte sich ob eines seiner Lieblingswesen noch da wäre wenn er in den Magiezoo in London zurückkehrte oder ob er sich wieder an neue Geschöpfe gewöhnen musste. Er vermisste die Behaglichkeit der Rehabilitationseinrichtung und das Versprachen von Magorians Witze wenn eines der Wesen es nicht schaffte. Er vermisste es das Harry und Ginny zum Mittagessen vorbei kamen wenn sie Zeit hatten und die Aussicht das Scorpius und Zar auf ihn warteten wenn er nachhause kam auch wenn er seine Zeit hier genossen hatte und er dankbar für alles war was er gelernt und erfahren hatte war er ziemlich bereit in sein Leben zurückzukehren.

Scorpius lehnte sich an das Bücherregal und reichte ein Buch zu James hoch bevor er seine Handschuhe auszog und seinen Zauberstab zurück in seine Robe steckte. Er zog seine Brille aus und faltete sie vorsichtig auf seinem Schoss.

„Das ist es", hauchte Scorpius und schloss die Augen. Eine grosse Last war von seinen Schultern gefallen. „Das ist jede Abteilung auf der Liste. Durchkämmt und richtig überprüft."

Für die letzten vier Tage war James früh mit Abendessen und heissem Tee im Archiv aufgetaucht um Scorpius zu helfen nach Informationen zu suchen und jede Nacht war er umhergegangen bis Scorpius ihn gerufen hatte um etwas zu notieren, etwas in die Kiste oder auf die Stapel zu legen oder etwas in sein Regal zurück zu stellen.

„Genau", sagte James und legte das marode Buch mit behandschuhten Händen vorsichtig in die Kiste. Er war vorsichtig es nicht zu sehr zu bewegen damit das Pergament sich nicht vom Band löste und auf den Boden fiel. „Was tun wir jetzt?"

„Nun wir benötigen durchgehende Übersetzung und Zusammenfassungen aller Informationen", sagte Scorpius. Die Last kehrte beinahe umgehend wieder zurück.

„Also was tun wir? Schicken wir diese Kiste zu deinem Freund und warten?"

Scorpius musste die Augen nicht öffnen um zu wissen das James diese Idee unangebracht fand. Sein Tonfall war genug.

„Ich habe schnell gemerkt das senden nicht möglich ist", gab Scorpius zu. „Es ist zu viel und es deckt eine zu grosse Zeitspanne im Text ab. Es braucht zu viele Übersetzungen. Sprache ändert sich zu schnell. Wir werden Experten brauchen um es ins moderne Englisch zu bringen."

„Also es wäre als würden wir Bestiarium Magicum in seinem original alt Englisch zu lesen?"

Scorpius öffnete ein Auge und hob überrascht die Augenbraue ab James Er grinste und lehnte sich auf dem Tisch zurück.

„Was? Ich bin vielleicht ein Nerd auf deinem Level aber ich war nicht weit von den besten in meinem Jahr", erinnerte James ihn. „Ausserdem hat Albus seine Liebe zu Biestern und Kreaturen von Onkel Charlie und ich wurde in jungen Jahren seinen Geschichten auch ausgesetzt."

„Du und Albus seid so unterschiedlich das es manchmal schwer ist sich darin zu erinnern das ihr vom selben Ort kommt", sagte Scorpius.

„Das nehme ich an", sagte James. „Auch wenn ich denke das wir nicht so verschieden sind."

Als James anfing die Schriftrollen und Folien in den Schrank zu legen wollte Scorpius argumentieren war aber zu müde um die Unterschiede zwischen James und Albus aufzulisten. Er ist launisch und du bist höchstens neutral und er könnte meistens nicht mehr Slytherin sein und du blutest Granat und Gold, schienen nicht starke Aussagen zu sein. Nach einem unangenehmen Augenblich sprach James.

„Also was tun wir? Bringen wir sie nach Mahoutokoro?"

„Ich bin nicht sicher ob du Witze machst oder nicht aber ehrlich gesagt denke ich das dies der einzige mögliche Weg ist."

„Ich mache keine Witze", bestätigte James. Er legte den letzten Gegenstand in den Schrank und sicherte die alten Schnallen. „Auch wenn ich glaube wir sollten auf Al warten – „

„Sag es nicht", stöhnte Scorpius und setzte die Brille wieder auf. „Ich…ich kann nicht auf Albus warten. Er ist seit Monaten weg von zuhause. Ich kann ihn nicht bitten wieder zu gehen und ihn in die andere Richtung um die halbe Welt schleppen. Besonders wenn ich nicht weiss wie lange es dauern wird oder ob es mehr Beinarbeit benötigt. Ich denke nicht das ich dich darin erinnern muss das Albus seine Fähigkeit Beinarbeit zu leisten erst wieder zurückbekommen hat."

„Also warten wir auf ihn, du verbringst ein paar Tage mit ihm und dann gehen wir?"

„Wir?"

„Ich gehe offensichtlich mit dir." James war empört. „Dein Vater wird auch kommen."

„Dad muss hier bei Orion, Ainsley und Dania bleiben", konterte Scorpius. „Das ist keine Möglichkeit und Ainsley braucht dich. Ihr seid erst wieder zusammengekommen. Ich kann allein gehen."

„Bist du je zuvor alleine international gereist?"

„Nun nein – „

„Ich mache es ständig. Es ist nicht lustig. Es wird mehr als einen Tag dauern alle Flohverbindungen von hier nach Japan zu kriegen und dann ist da die Sache wie man nach Mahoutokoto kommt, welches beschützt ist und du hast diese riesigen Stapel …Notizen? Bücher? Was immer das ist. Es wird ein verdammter Albtraum damit zu Reisen selbst mit einem Erleicheterungszauber."

Scorpius verschränkte die Arme trotzig. Er mochte es nicht wenn man ihm sagte das er etwas nicht konnte.

„Ich denke du musst auf Albus warten. Er wird mit dir gehen wollen."

„Absolut nicht", sagte Scorpius streng. Albus zu sehen war keine Möglichkeit. Wenn Albus herausfand das Scorpius krank war bevor er ging würde er überhaupt nicht nach Japan gehen und wenn er Albus mitnehmen würde würde es weniger als einen Tag dauern bis Albus herausfand das Scorpius krank war. Er hatte vorher Glück gehabt – viel Glück – und er wusste das dieses Glück nicht anhalten würde.

Scorpius war sich nicht mal sicher ob er den Willen haben würde wenn er wartete bis Albus nachhause kam.

„Ich verstehe es nicht Scorpius", sagte James. „Er ist dein Verlobter. Das ist wichtig. Es geht um deine Familie und ihr solltet es zusammen angehen."

„Ich sagte nein James."

„Nun er ist mein Bruder und ich werde warte um ihn zu sehen bevor ich für Merlin weiss wie lange weggehe."

„Ich werde morgen gehen", sagte Scorpius und stand auf. Ein wenig Staub fiel von seiner Robe. „Bevor er nachhause kommt. Du kannst warten wenn du willst."

James sah ihn verdächtig an, richtete sich auf und verschränkte die Arme. Es ging nicht an Scorpius vorbei das James der einschüchternde der Potter Jungs war wenn es um die blosse Grösse ging. James beschützte seine Familie – genau wie Harry – und Scorpius war sich bewusst das er drohte James jüngeren Bruder zu verärgern. Plötzlich stand er auf der falschen Seite von James' Instinkten.

Scorpius sah seufzend zur Decke auf als hätten die Dachsparren eine Antwort und merkte das sie nur Mäuse hatten.

„Mit etwas Glück wird es nur ein paar Tage dauern. Alles was ich will ist zu holen was wir brauchen – um Ainsley zu helfen", fügte er schnell hinzu. „Und ich weiss das wenn wir warten bis Albus nachhause kommt wird er mit uns kommen wollen und er hat sich mit genug herumgeschlagen denkst du nicht? Ausserdem – gibt es eine strikte ´kein entfernen aus der Sammlung´ Politik für alles in diesem Schrank. Es würde Monate dauern die Erlaubnis zu kriegen – Monate die ich nicht verschwenden will und mit Ainsley Gesundheit zu spielen. Ich bringe das jetzt zu Jin."

„Ihr Greengrass Kinder habt die Eigenschaft für andere Leute zu entscheiden", beschuldigte James durch zusammengebissene Zähne. Er griff in Scorpius' Richtung und trotz der Entfernung sprang er. Elektrizität schwirrte in seinen Fingerspitzen.

James schnappte seine Robe von einem nahegelegenen Stuhl und betrachtete Scorpius die ganze Zeit während er sie anzog.

„Aber ich werde nicht mit dir streiten. Du hast recht. Albus oder Draco würden uns ausbremsen und Ainsley verdient es nicht warten zu müssen."

Scorpius seufzte erleichtert und schüttelte die Hände.

„Triff mich am Morgen im Manor. Sechs Uhr. Dad steht nie vor acht auf. Wir sagen Ainsley was wir tun und gehen zum Flohzentrum bevor es öffnet."

James nickte zustimmend und machte sich zum Ausgang auf nachdem er Scorpius kurz eine gute Nacht gewünscht hatte. Scorpius überprüfte die Schnallen am Schrank genau, zog seinen Zauberstab um den Erleicheterungszauber zu sprechen da er viel zu schwer war um ihn zu tragen.

Es dauerte bis James sprach das Scorpius merkte das er ihm Türrahmen inne gehalten hatte und einen langen Schatten in den Gang warf.

„Sie wird es schaffen oder?"

„Wenn es einen Weg gibt ihr zu helfen dann ist er in diesem Schrank", sagte Scorpius und tätschelte den Deckel. „Das muss es."

Es schien als wäre es im Moment genug und James verliess ihm in ruhe.

Scorpius wusste das es ein schlechter Plan war. Schlecht konstruiert. Es gab Millionen Gründe wieso er nicht gehen sollte aber alle alternativen dauerten zu lange. Er schloss die Augen und verschränkte die Arme auf dem Schrank und legte seinen Kopf mit einem langen tiefem Atemzug darauf und dachte an seine Mutter. Er fragte sich was sie sagen würde wenn sie da wäre.

„Ich will nur das es vorbei ist", sagte er sanft.

Es war egal wie viel Draco für die Neugestaltung des Manors ausgegeben hatte – bis sich der morgen Nebel lichtete wirkte es noch immer trostlos.

Um Geräusche zu vermeiden apparierte Scorpius ausserhalb der Tore, er trug eine Aktentasche vorsichtig an seiner Seite und einen von Albus alten Rucksäcken über seiner Schulter. In der Tasche war alles wichtig Material das er gesammelt hatte – vorsichtig gepackt und gepolstert für den sichersten Transport.

Als er den langen kahlen Weg zur Tür ging sah er wie die Pfauen sich im nebligen Garten zwischen den Wachholderbäumen bewegten. Er lächelte sie liebevoll an und erinnerte sich daran wie er ihnen als Kind nachgejagt war um seine Mutter zum lachen zu bringen. In der Stille des Morgens konnte er sie beinahe hören.

Zwischen Albus zu vermissen, Geheimnisse zu bewahren und zu wissen das seine Cousine krank war hatte Scorpius angefangen seine Mutter in der letzten Woche sehr zu vermissen. Astoria hatte immer gewusst was zu sagen um ihn zu beruhigen aber er fragte sich ob selbst ihr bestes Wiegenlied ihn jetzt beruhigen würde. Er sehnte sich nach einer Zeit in der er sich seinem rasanten Herzschlag und dem Stress in seinen Knochen nicht bewusst war.

Als er den Eingang des Manors erreichte stand James von seinem Platz auf der Treppe auf. Auf seinem Rücken war ein alter Rucksack der für Quidditch Ausrüstung gedacht war und das Rot und Gold biss sich fürchterlich mit seiner Jacke.

Es brachte Scorpius dazu Albus noch mehr zu vermissen als er den Riemen des passenden grünen packte.

„Bist du bereit?" fragte Scorpius. „Wir müssen nachher kurz in die Winkelgasse."

James nickte und deutete auf die Aktentasche.

„Was ist das?"

„Das ist alles was im Schrank war", erklärte Scorpius. „Deine Tante hat mir einen ausgezeichneten unausführbaren Erweiterungszauber vor unserem siebten Jahr beigebracht als ich nicht all meine Bücher in meinen Schrank gekriegt habe."

James lächelte liebevoll bei der Erwähnung seiner Tante.

„Sie hat uns dasselbe beigebracht", sagte James. „Weisst du, du und Hermine seid ziemlich ähnlich."

Scorpius richtete sich beim Gedanken etwas auf.

„Denkst du? Das ist eines der besten Komplimente das mir je jemand gegeben hat."

Sie glitten leise in das Manor und gingen die Treppe hoch zu Ainsleys Zimmer. Scorpius sah mehrmals über seine Schulter aber sie hatten Glück das niemand wach war und Pokey und Pike würden erst in einer Stunde Frühstück machen. Er hoffte nur das Orion weiterschlafen würde und seine Eltern nicht früh wecken würde.

Sich schlichen vorsichtig zu Ainsleys Zimmer und Scorpius tippte mit den Knöcheln gegen die Tür – gerade leicht genug das sie es hören würde wenn sie bereits wach war.

Als sie nicht antwortete stiess Scorpius die Tür sanft auf und sah hinein. Ainsleys kleine Statur war unter einer besonders flauschigen creme farbenen Decke vergraben. In ihrem Zimmer lagen Bücher, einige Besitztümer aus ihrem alten Zuhause und halb fertige Zeichnungen. James lächelte sie liebevoll an und setzte sich auf die Bettkante während Scorpius die Tür leise schloss.

„Ainsley?" James schüttelte ihre Schulter leicht und sie bewegte sich und rollte sich auf den Rücken.

„Jamie?" fragte sie benebelt, setzte sich auf und rieb sich die Augen. James nahm ihre Brille vom Nachttisch und reichte sie ihr bevor sie fragen konnte. Scorpius stellte die Aktentasche an das Fussende ihres Bettes und wartete das sie zu Sinnen kam. Auf ihrem Nachttisch standen drei Flaschen – eine von ihnen offen und leer – und er erkannte den leichten Geruch von Aufpäppeltrank sofort.

Ein Atemzug war alles was es brauchte um ihn an seine Mutter zu erinnern, wie sie ihn an dem Tag an dem sie starb schwach anlächelte, ihre Haut blass aber ihre Augen so lebendig während sie seine Hand hielt und ihm sagte das sie ihn liebte.

„Was machst du hier?" fragte sie. Sie schob sich die Brille auf die Nase und erschrak als sie zum ersten Mal merkte das Scorpius da war. Er winkte ihr zu.

„Guten Morgen."

„Oh das kann nicht gut sein", stöhnte sie und liess sich wieder in ihren kleinen Haufen aus Kissen fallen.

„Es ist gut", versicherte James ihr. „Scorpius hat viel relevantes Material und wir bringen es seinem Kollegen in Japan."

Ainsleys Augen flogen schnell zwischen James und Scorpius hin und her.

„Ihr geht?"

„Ich denke nicht das wir eine Wahl haben", sagte Scorpius. „Ich kann das nicht mit einem Kurier senden und ich bin nicht bereit auf Genehmigungen zu warten. Wir müssen."

„Albus verlässt Brasilien morgen", erwiderte Ainsley. „Er wird erwarten das du hier bist."

Scorpius' Kehle verengte sich und er schlang die Ecke ihrer Decke nervös um seine Hand.

„Ich weiss." Scorpius drehte die Ecke über seinen Handrücken und starrte Ainsley hinter James' Rücken an. „Er war so lange weg – ich kann ihn nicht darum bitten wieder zu gehen und du weisst er würde nicht zögern. Ausserdem das letzte Mal als er sich mit einem meiner Probleme herumgeschlagen hat wurde er beinahe verkrüppelt. Deshalb ist es wichtig das dies so schnell wie möglich erledigt wird."

Ainsley starrte ihn mit grossen Augen und angespannt an. Scorpius hatte das erwartet – ihr Argument das er auf Albus warten sollte aber warten bedeutete das Albus wusste das er Krank war bevor er eine Lösung hatte und das bedeutete das Draco es herausfand was darin enden würde das Scorpius in einer Blase leben würde und nur Bücher und Tränke als Gesellschaft hätte.

Scorpius sah wie sie in ihrer Stille die Alternativen durchging und nach einem Augenblick stimmte sie zu. „Ich nehme es an."

Als James seine Hand an die Seite ihres Gesichts hob wurde ihr Ausdruck umgehend weicher.

„Ich nehme nicht an das ich euch überzeugen könnte das ich mit euch kommen muss oder?"

„Nein", versicherte James ihr und strich ihr eine Haarsträhne hinter das Ohr. „Wir werden zurück sein bevor du es merkst."

„Ihr solltet gehen bevor Orion alle weckt", sagte Ainsley. „Er fängt normalerweise gegen 6.30 Uhr an zu weinen."

James nickte bewegte sich aber nicht und liess nur seine Hand gegen Ainsleys Seite fallen. Er starrte sie mit so viel entschlossener Hingabe an das Scorpius sich wegdrehte um ihnen einen Moment zu geben und überprüfte die Gegenstände auf Ainsleys Kaminsims – ein Zinn Dachs, ein Stapel gebrauchter Tagebücher und der funkelnde Kristall Hase den Draco ihr letztes Weihnachten geschenkt hatte. Auf der Kante stand ein antiker Fotorahmen mit einem Bild von ihrem Hogwarts Abschluss. Scorpius sah wie er Ainsley lachend auf den Rücken hob während Draco und Dania weitersahen. Im Hintergrund konnte er James und Albus sehen die es mit identischen Lächeln betrachteten.

Er drehte sich um als James' Füsse den Boden betraten aber Ainsley war nicht fertig. Sie zog am Ärmel seiner Jacke und flüsterte etwas in sein Ohr – eine letzte Erinnerung die Scorpius nicht hören sollte. Was immer es war James nickte und lächelte sie an, glättete ihr Haar bevor er zurück trat.

„Sag meinem Vater das es mir leid tut", sagte Scorpius und zog zwei Briefe aus der Aussentasche seines Rucksacks und legte sie neben sie aufs Bett. „Die sind für ihn und Albus. Sie erklären beinahe alles."

„Ich stell sicher das sie sie kriegen", versprach Ainsley.

„Kannst du Albus in unserem Haus treffen wenn er nachhause kommt?"

„Ich werde mich darum kümmern Scorpius."

„Ich will nur sicher gehen – „

„Kannst du mir vertrauen? Nur dieses eine Mal?"

Scorpius atmete langsam aus. Gehen bedeutete zu etwas aufzubrechen von dem Scorpius nicht wusste ob es fruchtbar war und er versuchte nicht so ängstlich auszusehen wie er sich fühlte als er sich vorbeugte und sie auf den Kopf küsste.

„Liebe dich."

„Liebe dich auch", sagte Ainsley. „Liebe euch beide. Seid vorsichtig."

„Ich bin immer vorsichtig", versicherte James ihr mit einem arroganten Grinsen als Scorpius die Aktentasche nahm und ihn an der Tür traf. Sie lachte leicht und nickte, ihre Hand legte sich um das schwere Pergament der Briefe.

Albus hatte nur noch wenige Minuten bis sein Portschlüssel nach Rio de Janeiro sich aktivierte und er musste noch Odgerel finden. Er suchte auf jeder Anlage, dem Hauptgebäude und der Messehalle aber die ältere mongolische Hexe war nirgends zu sehen.

„Stephen!" Rief er über das Feld. „Hast du Odgerel gesehen?"

Stephen schüttelte den Kopf und zuckte mit den Schultern und liess seinen Koffer auf den Boden fallen. Er, Martha und ein paar andere waren bereit zu gehen und waren um den alten Besenstiel versammelt der sie ins Zauberer Rio bringen würde.

Albus sah auf seine Uhr. Er hatte zehn Minuten vor dem Portschlüssel und dann einen langen Tag mit Flohverbindungen welcher in einen noch längeren Flug enden würde vor ihm.

„Verdammt", knurrte er, schwang seinen Rucksack über seine Schulter und strich wieder zwischen den Gebäuden des Dorfes umher. Er ging dazu über Odgerels Namen immer wieder zu rufen und hoffte das er sie vielleicht finden würde.

Nach einer Minute entdeckte er sie wie sie aus einem Gebäude weiter unten kam, sie zog an einem Bademantel und ihre Haare waren im chaotischsten Knoten den Albus je gesehen hatte.

„Da bist du!"

„Albus du könntest die Toten wecken wenn du lauter schreien würdest", sagte Odgerel, ihre Stimme hatte einen starken Akzent und war vom Alter rau geworden. Albus ging auf sie zu und grinste zu ihr hinunter. Sie hatte einige Familienfotos mit der Gruppe geteilt und Albus wusste das sie zu ihren besten Zeiten klein gewesen war aber sie war beinahe winzig nachdem sie die Zeit zusammengepresst hatte.

„Ich bin überrascht das du mich gehört hast", stichelte Albus. „Ist das Gehör nicht das erste das geht?"

Sie schlug ihn auf den Arm grinste aber.

„Solltest du nicht gehen?"

„Ja, aber ich wollte dich sehen bevor ich gehe", begann Albus. „Ich wollte nur…ich wollte nur noch einmal danken dass du dich so um mein Bein gekümmert hast. Es war nicht einfach."

„Es war sicherlich nicht einfach wenn du geschrien und dich gewunden hast", beschwerte sich Odgerel. Sie starrte ihn freundlich an und Albus wusste das sie es nicht so meinte.

„Ja ich weiss. Ich habe ein paar schreckliche Sachen gesagt", stimmte Albus zu. „Aber zu meiner Verteidigung diese Heiltechniken waren brutal."

„Das sind sie tatsächlich." Sie nickte. „Vergiss Carlos nicht Albus. Ohne sein Wissen in Zaubertränke wären wir nicht sehr weit gekommen."

Albus sah auf seine Schuhe und versuchte sich fest Carlos vorzustellen während er Albus einen schrecklich schmeckenden Trank mit einem optimistischen Lächeln reichte und einen Witz in gebrochenem Englisch erzählte – nicht seinen verkohlten Körper als sie ihn aus dem Trümmern zogen.

„Bist du sicher das du nicht mit mir zurück nach England kommen willst?" fragte Albus. „Meine Tante ist die Zaubereiministerin. Wir könnten leicht einige Portschlüssel organisieren und du wärst Sonntag zurück in der Mongolei."

„Nein, nein, nein", sagte Odgerel. „Ich sagte ich bleibe hier und ich meine es. Die Leute hier können jede Hilfe brauchen um diesen Ort wieder zu dem zu machen was er war."

Albus konnte nicht anders als die verbrannten Bäume und reine Erde wo mal ein Bungalow gewesen war zu sehen.

„Ausserdem geht es meinen Kinder und Enkeln und Urenkeln gut", versicherte Odgerel ihm. „Sie brauchen mich im Moment nicht und da mein Ehemann nicht mehr ist…nun ist dies der Ort an dem ich am meisten Gutes tun kann. Ich will dort sein wo ich einen Unterschied machen kann."

„Du hast definitiv einen Unterschied für mich gemacht."

Sie sah zu ihm auf und Albus wusste das seine Worte ins Schwarze getroffen hatten. Odgerel öffnete ihren Mund um zu sprechen konnte aber die Worte nicht finden und nickte einfach. Es erinnerte Albus an seine Grossmutter und sein Herz sehnte sich nach einer von Mollys warmen Umarmungen und Geflügel und Schinkenpastete.

„Wenn du irgendwann etwas brauchst melde dich bitte bei mir", sagte Albus. Er reichte ihr ein Stück Pergament. „Das ist meine Adresse und die Adresse meiner Eltern. Was du für mich getan hast…ist etwas was ich nie zurückzahlen kann aber wenn ich irgendwann etwas für dich tun kann lass es mich wissen. Ich werde in der Lage sein auf meiner eigenen Hochzeit zu tanzen. Nun – tanzen ist vielleicht etwas zu viel gesagt. Ich konnte nie gut tanzen trotz dem grössten Einsatz meiner Mum."

Odgerel sah einen Augenblick auf das Pergament bevor sie in Albus' Augen sah, ihr Gesicht verzog sich zu einem der freundlichsten Lächeln das er je gesehen hatte.

„Was du für mich tun kannst ist diesen Portschlüssel zu nehmen und nachhause zu gehen. Heirate deinen jungen gutaussehenden Mann."

Albus konnte das Grinsen beim Gedanken an Scorpius nicht bekämpfen.

„Ja ma'am", sagte Albus. „Das kann ich tun."

„Dann renn", sagte sie und schlug ihm mit dem Pergament auf die Schulter. „Geh."

„Danke Odgerel", sagte Albus erneut und trat zurück.

„Schick Hochzeitsbilder!"

„Das werde ich!"

Albus ging zurück zur Gruppe welche nun zu über zwanzig Leute angeschwollen war da die Abreise nahte. Die wenigen Mexikaner, Kanadier und Amerikaner welche im Programm gewesen waren standen um einen verbrannten Baumstumpf auf dem der alte Besenstiel wartete. Martha sah nervös auf ihre Uhr während sich alle umarmten, sich verabschiedeten und sich gegenseitig alles gute wünschten. Versprechen sich zu schreiben und in Kontakt zu bleiben wurden ausgetauscht und Albus wurde mit den anderen in die Herde gezogen.

Dieser Ort und diese Gemeinschaft, dachte Albus war wie er sich Hogwarts als Kind erträumt hatte und dieses Gefühl glücklich nachhause zu gehen war alles was er immer wollte. Er war glücklich hier gewesen zu sein, froh während einem Problem geholfen zu haben und dankbar etwas genossen zu haben was so bitter süss war um es gehen zu lassen.

Bei Gringotts vorbei zu gehen um einen Sack voll Galeonen aus dem Malfoy Verlies zu holen war für James nicht unerwartet. Der Trip nach Askaban aber war eine Überraschung.

Scorpius lief ihm voraus und nahm grosse Schritte als würden die wenigen Sekunden die sein Trip weniger dauerte einen Unterschied machen. James hatte die Vermutung das es nicht funktionieren würde. Die dunklen Gänge hatten ihn immer eingeschüchtert wenn er für Gringotts Geschäfte hier war – Diebe zu befragen war nicht lustig aber die Umgebung war so trostlos und voller Elend das er sich für den Rest des Tages schwer fühlte.

James hielt seinen Kopf hoch und ging schneller. Er konnte es sich nicht leisten sich schwer zu fühlen oder langsamer zu werden. Nicht wenn Ainsley krank war und ihn brauchte.

„Du musst nicht mit mir kommen", murmelte Scorpius als James aufschloss. Der Auror der sie zu Daphne Greengrass Zelle führte schien es nicht zu kümmern was sie sagten. In dieser Morgenstunde schien er nicht wach zu sein und es war beruhigend für James das wenigstens der Auror seinen Zauberstab noch hatte.

„Oh doch muss ich", erwiderte James. „Du siehst sie nicht allein. Ich weiss nicht wieso wir hier sind – was zum Teufel könnte sie uns sagen?"

„Daphne weiss wahrscheinlich am meisten über meine Familiengeschichte." Scorpius zog nervös an seinen Ärmeln und drehte den Stoff zwischen seinen Fingern. „Ich muss wissen was immer sie weiss. Sie hat einige Dinge zu mir gesagt als…"

Scorpius' Stimme verlor sich und seine Augen glitten in die Ferne als sie um eine Ecke gingen.

„Ich erinnere mich nicht an den Namen den sie gesagt hat", gab Scorpius zu als der Auror langsamer wurde und seinen Zauberstab zog. Er schluckte hart und wrang seine Hände schon beinahe brutal. James bemerkte was er tat – er drehte den Ring um seinen Finger.

Der Auror hob seinen Zauberstab an die Zellentür und James starrte auf die Tafel daneben.

Daphne A. Greengrass.

Er hatte Daphne nur einmal getroffen und sie war denkbar unfreundlich gewesen. Wann immer Ainsley sie vorbrachte schien es unabsichtlich zu sein und sie würde das Thema so schnell wie möglich wechseln.

„Daphne wird das hassen", erinnerte James Scorpius.

„Ich weiss, aber die Alternative war meinen Vater zu informieren und ihn einen Grund finden lassen wieso wir warten sollten oder mehr Möglichkeiten herausfinden oder Ainsley bitten herzukommen."

James erinnerte sich an das letzte – und einzige – mal das Ainsley ihre Mutter besucht hatte. Sie war erschüttert und verzweifelt an seiner Wohnung aufgetaucht und war noch drei Tage später ruhig und reserviert.

Seine Gedanken wanderten direkt zu Albus und wie Daphne ihn verkrüppelt hatte. James drängte die Schuld über die er nie sprach zurück – das er dort hätte sein sollen. Er hätte helfen sollen und früher nachhause kommen. Er hätte seinen kleinen Bruder beschützen sollen aber er war zu selbstsüchtig und blind gewesen und Albus hatte Hogwarts mit der Hilfe eines Stockes beenden müssen.

Scorpius rieb seine Handgelenke und James biss sich auf die Lippen als der Auror die Türe auf schwenkte und sie herein winkte.

„Greengrass Sie haben Besucher."

„Schicken Sie sie weg."

Daphnes Stimme kam aus der anderen Ecke des Raums wo sie auf dem Bett zusammengerollt war ihr Rücken zur Tür – ein blosser Haufen Decken mit menschlicher Gestallt.

„Ich denke du wirst mit mir sprechen wollen", sagte Scorpius seine Stimme fest und unbefangen.

Daphne richtete sich langsam auf und drehte ihren Kopf um, um sie anzusehen als der Auror die Tür hinter James schloss. Ihre Augen waren kalt und leblos mit dunklen Schatten unter ihnen und ihr Haar lag matt gegen ihren Schädel.

Ainsley sagte immer das sie sowohl nach ihrer Mutter als auch ihrer Tante kam aber James konnte es nicht sehen. Seine Freundin war hübsch und freundlich. Daphne war ein gehässiges menschliches Desaster.

„Was willst du?" fauchte Daphne und starrte Scorpius so intensiv an das James sich fragte ob sie überhaupt bemerkte das er da war.

„Ich habe ein paar Fragen an dich. Denkst du, du könntest vielleicht aufstehen und mit mir sprechen?"

„Absolut nicht", sagte Daphne und fiel zurück auf ihr Bett. „Auror! Bringen Sie sie weg – ich will keine Besucher."

Draussen schlurfte der Auror laut.

„Es ist ihr Vorrecht", fauchte James. Scorpius nickte und starrte sie noch immer an als sich die Tür wieder öffnete.

„Gentlemen wenn sie mir folgen."

„Es geht um Ainsley." Scorpius' Stimme war klinisch und berechnend. Sein Mund war eine schmale Linie als er seine Tante anstarrte. Der Auror trat hinter ihnen herein.

Daphne rollte sich herum und sah sie an. Sie sah Scorpius böse an als der Auror nach ihm griff um ihn umzudrehen und sie heraus zu scheuchen.

„Was ist mit Ainsley?"

„Sie ist krank", sagte Scorpius.

Eine schwere Stille hing ihm Raum. Scorpius und James standen still warteten das Daphne sich entschied und der Auror sah zwischen ihnen her.

„Ms. Greengrass?"

Daphnes' Stimme erklang nicht lauter als ein Flüstern. „Lassen Sie sie bleiben."

Scorpius wartete bis der Auror zurücktrat um in den Raum zu treten, seine Arme hatte er über der Brust verschränkt.

„Was ist los mit ihr?" fragte Daphne und starrte abschätzig auf den Boden.

„Du weisst was mit ihr los ist."

James hatte genug Zeit mit Scorpius verbracht um zu wissen das er normalerweise nicht so mit den Leuten sprach. Fröhlichkeit, ferne Blicke und Sorge – das war Scorpius Malfoy.

„Nein", sagte Daphne trotzig. „Nein das ist falsch."

„Es ist wahr", bestätigte Scorpius. „Nun ich musst du mir alles sagen was du über den Fluch weisst."

Daphne setzte sich weiter auf und schwang ihre Beine über die Kante. Er erinnerte sich nicht gut an sie von den vorherigen Malen die sie gesprochen hatten aber er wusste sie hatte nicht so ausgesehen – verwelkt und gebrochen. Er fragte sich ob ihr Gesicht so verzogen festgefroren war – ein Ausdruck von dem er sicher war das nur Ainsley heranreichen konnte.

Scorpius packte den Stuhl von dem metall Tisch an der Wand und drehte ihn herum damit er sich vor seine Tante setzen konnte. James sah wie er sich darauf sinken liess, seine Arme verschränkt seine Hände fest an den Seiten unbehaglich aber unnachgiebig.

„Wieso?" krächzte Daphne. „Man kann nichts machen wenn es der Blutfluch ist. Ich dachte…"

„Ich weiss was du dachtest", sagte Scorpius.

„Ich nicht." James sprach ohne nachzudenken und bereute es sofort als Daphne ihn Böse ansah.

Scorpius' Augen verliessen Daphne nie aber er drehte sich etwas um ihn anzusprechen.

„Daphne hatte den Eindruck das meine…ungewöhnlichen Fähigkeiten ein Zeichen sind das der Greengrass Fluch verblasst ist", erklärte Scorpius. „Offensichtlich lag sie falsch."

Daphne sah nun Scorpius böse an aber ihre Lippen zitterten als sie sprach.

„Wie schlimm ist es? Geht es ihr gut?"

Scorpius öffnete den Mund um zu sprachen überlegte es sich aber anders. Er strich mit der Hand durch seine Haare und seufzte. Er tippte mit den Zehen nervös auf den Boden.

„Es ist noch nicht schlimm", sagte Scorpius ihr. „Aber wir denken das es einen Weg gibt ihn loszuwerden."

Daphne erstarrte und packte die dünne Decke auf ihrem Bett.

„Astoria."

„Wir können die Vergangenheit nicht ändern." Scorpius' Stimme war angespannt. „Aber wir können Ainsley helfen wenn du mir sagst was du weisst."

Daphne betrachtete ihn einen Augenblick dann sah sie zu James. Ihre Unterlippe zitterte auf die selbe Art wie es Ainsleys tat wenn sie aufgebracht war und er verschränkte die Arme plötzlich sehr angespannt und bewusst das sein Zauberstab weg war.

„Sie ist mit dir zusammen oder?"

„Ist sie meine Freundin? Ja."

Daphne blickte ihn angeekelt an dann sah sie wieder zu Scorpius.

„Meine eigene Tochter", murmelte sie. „Eine der letzten Reinblütigen Hexen in Grossbritannien und sie ist mit einem Potter zusammen."

„Ich erinnere dich daran das ich es auch bin und danke dir wenn du nicht schlecht über meinen zukünftigen Schwager sprichst."

Ihr Augen entflammten.

„Blutsverräter alle beide", spie sie. „Wenigstens wirst du keine Kinder haben – ein kleiner Segen nehme ich an – „

Scorpius war schnell auf seinen Füssen und ragte über ihr auf. James trat vor merkte aber schnell das er sich nicht einmischen sollte als Scorpius seine Tante auf dem Bett bedrängte näher als James erwartet hätte nach allem was sie ihm angetan hatte.

Dann wiederrum merkte James das er nicht genau wusste was passiert war. Er hatte nie mehr gefragt als Albus angeboten hatte.

„Daphne du hast zwei Möglichkeiten", sagte Scorpius. Seine Stimme war gefährlich leise und James ging näher zu ihnen er hatte plötzlich Angst das er Scorpius zurückhalten musste. „Du kannst mir entweder sagen was du weisst oder ich kann es aus dir herauszwingen."

„Sie haben unsere Zauberstäbe", murmelte James. „Sie weiss das."

„Oh ich brauche keinen Zauberstab", sagte Scorpius. „Das weiss sie auch und das ist nicht etwas was sie mir beim Betreten abnehmen können oder?"

Daphne glitt als Antwort von ihm zurück.

„Ich war nie gut in Legilimentik. Dad hat vor langer Zeit versucht es mir beizubringen aber es hat nie funktioniert. Ich bin nie weit gekommen. Ich war schlampig – er sagte das ich riskierte den Geist einer Person zu beschädigen."

Daphne schluckte hart ihre Augen weit.

„Aber Ainsleys Leben ist mehr wert als dein Verstand und ich würde nicht blinzeln um deine geistige Gesundheit zu ruinieren um alles herauszufinden was du weisst."

James trat vor seine Besorgnis wuchs. In all den Jahren in denen er Scorpius kannte hatte er ihn noch nie so gesehen.

„Kumpel das ist ein bisschen viel."

Scorpius hob seine Hand um ihn zum Schweigen zu bringen seine Augen bohrten sich in Daphnes während er auf Antworten wartete.

„Was wird es sein?" fragte Scorpius ungeduldig.

Daphne atmete tief durch und sah von Scorpius zu seinen makellosen Turnschuhen.

„Was willst du wissen?" fragte Daphne und als er anfing Antworten auf seine Fragen zu verlangen wusste James genau weshalb Scorpius nach Slytherin gekommen war.

„Das ist ziemlich wenig um damit zu arbeiten." James sah über Scorpius' Schulter als sie zum tropfenden Kessel gingen. Es war beinahe 8.00 Uhr und James fing an sich zu Sorgen das Draco Malfoy an einer Ecke auftauchen würde und seinen Sohn zu Boden reisen würde.

Das Pergament in Scorpius' Hand enthielt nur wenige Details – das Abel Gringras in mitten der 1670er verflucht worden war. Er war etwas wie ein feudaler Lord gewesen und hatte die Loyalität der Dorfbewohner gesichert in dem er magische Lösungen für alltägliche Probleme bot in dem er sie als Segen oder Medizin tarnte. Sie hatte nicht mehr gewusst – nicht die Art Fluch oder wer verantwortlich war.

„Es ist fast nichts", stimmte Scorpius zu, seine Knöchel waren weis als er den Griff der Aktentasche packte. Er war jetzt nervöser als je zuvor in seinem Leben – „Ich weiss nicht ob es einen Unterschied machen wird. Vielleicht nicht aber es war einen Versuch wert."

Sie traten in das falle Licht des tropfenden Kessels und Scorpius rieb sich die Augen. Er hatte die Nacht zuvor zwischen umhergehen und packen und sich zu fragen ob er das richtige tat nur wenig schlaf bekommen.

Ich will es nur erledigen, dachte er immer und immer wieder.

„Bist du sicher das du das machen willst Kumpel?" fragte James.

Sein Ausdruck war neutral aber seine Stimme war besorgt und für eine Sekunde hatte Scorpius Angs das James wusste das er Krank war. Seine Finger zogen sich um die Aktentasche zusammen.

„Natürlich", versicherte Scorpius ihm. „Ich will es nur erledigen. Ich will ihr helfen bevor es schlimm wird. Bevor es die Chance gibt das sie verletzt wird."

James summte und nickte zustimmend und nahm etwas Flohpulver aus dem Becher in der Nähe der offenen Verbindung im Hauptraum.

„Nach Victoria?" fragte James.

Scorpius nickte zögernd und nahm Flohpulver für sich selbst. Er hasste das Flohzentrum und hatte es immer seid er als Kind dort verloren ging aber es war ein notwendiges Übel um von hier nach Paris zu kommen und von Paris nach Kiew und dann mit dem Portschlüssel nach Almaty… Scorpius' Kopf schmerzte bereits.

„Bereit?"

Und dann stand er vor dem Kamin James sah in erwartungsvoll an als dachte er Scorpius würde zurückschrecken und sagen er könnte nicht gehen.

Scorpius schluckte und nickte seine Entscheidung war fest.

„Bereit."

Er trat in den Kamin ohne zurückzusehen und ohne Bedenken. Er hatte was er hoffte ein Koffer voller Antworten auf ein Problem war das seine Familie seit Jahrhunderten belastete – eines von dem er vorsah es zu lösen.

Er und Ainsley sollten nicht verflucht sein. Sie sollten lange glückliche Leben umgeben von Leuten die sie liebten führen und Scorpius würde alles tun was er konnte um Albus bis ins hohe Alter zu nerven.