Als die beiden Männer die Küche betraten, herrschte eine beängstigende Stille im Raum. Die beiden Männer blickten sich an, gingen dann zum Küchentresen und nahmen sich ebenfalls ein Tasse Tee vom Herd. Sirius lehnte sich gegen einen der Schränke, während Severus sich langsam im Zimmer umherbewegte. Er war es jetzt auch, der diese unerträgliche Stimmung durchbrach.
„Also im beleidigen Harry machst du deinem Vater alle Ehre", sagte er und zog eine Augenbraue hoch.
„Aber Sir, ich habe es doch nicht…."
„Sie waren zu hart zu dir Severus", kam von Tonks.
"Ach, deswegen das Schweigen." Sirius blickte durch die Runde.
"Wir mussten den beiden leider den Kopf waschen. Man geht so nicht mit einem Erwachsenen um", murrte Molly.
"Wir haben doch gesagt, dass wir es nicht so gemeint haben. Aber Professor Snape hat nicht reagiert und irgendwie...", brauste Ron auf.
Nun beruhigt euch mal. Ich bin weder dir, Harry und auch keinem anderen böse. Vielleicht habe ich es sogar einmal gebraucht", führte Severus fort, stellte sich jetzt hinter Poppy und legte seine Arme um sie.
Diese blickte zu ihm hoch und tätschelte mit ihrer sanft die seine. „Na Junge, alles in Ordnung?"
„Ja, danke dir, Poppy"
Ron starrte Severus verwirrt an. Erstens weil er ihn geduzt hatte und zweitens, weil er nicht glauben konnte, dass sein Zaubertranklehrer tatsächlich lächelte, als er Poppy umarmte.
Was so gut wie niemand wusste, dass Severus sich einzig und allein bei Madame Pomfrey hatte bisher fallen lassen. Bei ihr taute er auf und konnte er selbst sein. Wenn er verletzt von einem Todessertreffen kam, war sie es, die schon in seinen Gemächern auf ihn wartete, um ihn zu versorgen. So hatte sich in all den Jahren eine tiefe Freundschaft für ihn aufgebaut und er sah Poppy wie eine Art Mutterersatz.
„Schon irgendeine Besserung", fragte er sie.
„Sie schläft noch. Hermine hält Wache, falls sie aufwacht", antwortete sie.
Währenddessen saß Camillo in einer winzigen Einzelzelle in Askaban und wartete darauf, dass man ihm den Prozess machte. Eigentlich hatte er gedacht, dass man ihn sofort zu den Dementoren gebracht hätte, doch das Schicksal meinte es gut mit ihm. Grinsend saß er nun in auf dem kalten Steinboden und hatte sich einen teuflischen Plan zurechtgelegt, denn er hatte Severus eine für Melody fatale Lüge aufgetischt. Durch die Zerstörung des Ringes war zwar seine Fähigkeit zu zaubern verlorengegangen, aber da Melody schon mit diesem Fluch belegt war, konnte er sie immer noch mit bloßer Telepathie kontrollieren. Natürlich vermutete er, dass Severus sich sofort an den Trank gemacht hatte, aber dieser brauchte Zeit und diese wollte er jetzt für seine Zwecke nutzen „Ich mache dich fertig Snape", dachte er und konzentrierte sich.
Als Melody die Augen öffnete, verspürte sie ein eigenartiges Gefühl. Ein Gefühl, welches ihr sagte, dass zu ihm gehen müsste, da er der Einzige sei, der ihr helfen konnte. Aber wie sollte sie hier raus kommen, ohne dass jemand es bemerkte. „Wo sind denn alle, fragte sie leise und Hermine hob erfreut den Kopf.
„Unten in der Küche. Schön das du wieder wach bist. Wie geht es dir?", antwortete Hermine.
„Danke, viel besser. Kannst du mir bitte aus dem Schrank meine Strickjacke holen. Mir ist ein wenig kalt."
"Natürlich"
Hermine ging sofort zum Schrank und öffnete die Türe. Während sie das tat, stand Melody leise auf, griff sich den Kerzenleuchter, der neben ihr auf dem Nachttisch stand und stellte sich hinter ihre Cousine. Als die sich gerade wieder zu ihr umdrehte, erschrak sie fürchterlich. Doch ehe sie reagieren konnte, hatte Melody ihr den Leuchter auf den Kopf geschlagen und sie brach zusammen. Eilig zog die Braunhaarige sich ihren Mantel um, ging leise die Treppe hinunter und verließ den Grimmauldplatz. Molly, die gerade aus dem Salon kam, sah nur noch, wie die Haustüre sich schloss.
„Wer ist denn da gerade aus dem Haus gegangen" fragte sie, als sie die Küche betrat.
„Hier ist niemand raus gegangen", antwortete Remus.
Severus hatte ein ungutes Gefühl und sprang auf, gefolgt von Charlie und Sirius. Sie rannten die Treppe hinauf in Melodys Zimmer und fanden dort die bewusstlose Hermine mit einer Platzwunde auf dem Boden liegen. Sirius lief ins Bad, doch von Melody war nichts zu sehen. "Sie ist nicht hier", rief er.
„Bei Merlin, was hat sie vor?", murmelte Severus.
"Wie müssen sie suchen. Charlie, du kümmerst dich um Hermine", sagte Sirius und lief schon mit Severus wieder die Treppe hinunter. "Jungs, wir brauchen eure Hilfe", schrie er und sofort kamen die anderen aus der Küche gerannt.
"Was ist los?", wollte Ron wissen.
"Melody ist weg und wir müssen sie suchen. Wir werden uns aufteilen. Fall jemand sie sieht, lasst rote Funken aufleuchten."
Und schon verließen sie das Haus und liefen in verschiedene Richtungen durch die Stadt.
Hermine war inzwischen wieder aufgewacht und war von Charlie in die Küche getragen worden. „Was ist denn genau passiert", fragte Ginny total verwirrt.
„Ich weiß nicht genau. Sie wollte ihre Jacke haben und als ich mich umdrehte, hatte ich auch schon den Leuchter auf dem Schädel. Aber das war nicht Melody. Ihr Augen waren so seltsam, hatten einen milchigen Glanz. Irgendetwas stimmt da nicht. Molly, kannst du mir nochmal das Buch holen. Vielleicht haben wir etwas übersehen", antwortete Hermine.
Severus rannte wie vom Teufel besessen. Er schaute in jede Strasse und in jede Gasse in der Hoffnung, sie irgendwo zu sehen. Seine Lunge brannte und sein Herz raste, doch er machte keine Rast. Auch Ron und Harry suchten Melody verzweifelt und langsam setzte die Dämmerung ein.
Und endlich erblickten sie die Braunhaarige. Sie bewegte sich langsam, fast wie in Trance die Strassen entlang. Ron wollte schon losschreien, doch Harry zog ihm am Pullover zurück.
"Das erregt zuviel Aufmerksamkeit. Wir gehen ihr erst einmal nach", sagte er.
Mit Abstand liefen die hinter ihr her und die beiden waren erstaunt, wie selbstverständlich sie die Gassen entlang zu lief und es schien so, als würde sie genau wissen, was die tat. Als sie in einer kleinen Seitenstraße vor einem Haus hielt und klopfte, versteckten sie sich hinter einer Säule und beobachteten sie. Die Türe öffnete sich und die beiden erschraken sich, als die Carrow erkannten, der sie mit einem Lächeln auf den Lippen hineinbat.
Vorsichtig liefen die beiden jungen Männer hinter das Haus, warfen einen vorsichtigen Blick durch das Fenster und rissen vor Entsetzten die Augen auf, denn dort stand Melody in der Mitte des Raumes, umzingelt von Lucius Malfoy, Yaxley, Mulciber, Carrow und Greyback.
"Was sollen wir jetzt tun", flüsterte Ron.
"Geh da hinten in diese Einfahrt und benachrichtige die anderen. Wir können da jetzt nicht einfach so reinmarschieren. Das wäre ihr Todesurteil", antwortete Harry. Ron nickte und schlich sich dann gebeugt durch das Gebüsch.
Melody wusste nicht wirklich, was los war. Doch in diesem Moment war es ihr egal, denn ihr Gefühl sagte ihr das sie am Richtigen Ort war.
"Er hat es tatsächlich geschafft, sie herzubringen", knurrte Greyback.
"Ich wollte es auch nicht glauben, als Camillo mir die Nachricht hat zukommen lassen, aber wie man sieht, wurde ich eines besseren belehrt", antwortete Lucius.
Melody blickte sich zuerst im Raum um begutachtete die Männer vor sich. Wie von alleine bewegte sie sich dann auf Lucius zu und presste begierig ihre Lippen auf die seinen.
Er grinste in den Kuss, griff in ihr Haar und zog sie eng an sich. "Geht", raunte er.
"Viel Spass", kam noch von Greyback, ehe er die Türe hinter sich zuzog.
Melody presste ihre Zunge gegen seine Zähne, verlangte nach Einlass, die er ihr gewährte und stöhnte leise auf, als sie endlich seinen Mund eroberte. Lucius hielt seine Augen geöffnet und beobachtete wie sie den Reißverschluss ihres Kleides öffnete, es von den Schultern streifte und nur noch im schwarzen BH und Slip vor ihr stand. "Nun kann ich den guten Severus verstehen", keuchte er in ihren Mund. Mit einem Griff hatte er ihre Hüften gepackt, hob sie vom Boden um sie ihm nächsten Moment an die Wand zu pinnen. Er verließ ihren Mund, wanderte mit seiner Zunge ihren Hals entlang, wo er eine feuchte Spur hinterließ und biss dann in ihre Schulter, sodass sie kurz aufschrie. "Das gefällt dir wohl?"
"Ja, das tut es. Und nun will ich dich ganz. Lass mich runter", keuchte sie. Er ließ sie hinab und im nächsten Moment waren ihren Hände an seiner Hose, nestelten an seinem Reißverschluss und befreiten seine Härte, die schon gegen die Shorts drückte. Lucius ließ eine Hand gegen die Wand fallen, als sie ihre Zunge kurz über die Eichel schnippen ließ und dann die gesamt Länge in ihren Mund aufnahm.
Harry, der die Situation draußen vor dem Fenster beobachtete, fühlte sich unsagbar hilflos. Natürlich wäre er am liebsten sofort dort hineingestürmt, denn er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Melody das was sie dort gerade tat, freiwillig machte. Ein Rascheln lenkte ihn kurz ab und er blickte mit gezücktem Zauberstab in die Richtung, aus der das Geräusch kam. Er spürte sofortige Erleichterung, als er sah, dass es Ron in Begleitung von Severus und Sirius war. Doch sofort verschwand dieses Gefühl wieder, als er in Severus Augen blickte, die ihn fragend ansahen.
"Wieviele sind es Harry", wollte Sirius wissen.
"Drinnen im Salon waren es eben fünf. Ich weiß aber nicht, ob sie noch mehr dort aufhalten. Jetzt sind nur noch Melody und Lucius im Raum", antwortete er. Severus wollte gerade einen Blick hinein werfen, als Harry ihm am Ärmel zurück hielt. "Bitte machen sie das nicht, Sir."
"Warum"
"Es würde ihnen nicht gut tun Sir. Machen sie es einfach nicht."
Doch er hatte schon seinen Kopf gehoben und was er dort sah, brachte ihn fast um den Verstand. Er wollte in das Zimmer stürmen und sie auseinander reißen, doch er wusste, das wenn er das tun würde, wäre Melody verloren. Sirius blickte jetzt ebenfalls durch das Fenster und schluckte hart, als er sie auf dem Tisch liegen sah und Lucius, der immer wieder hart in sie stieß. Sein Blick ging zu Severus, dessen Blick voller Hass blickten und sanft drückte er ihn an den Schultern wieder nach unten.
"Sieh es dir nicht an. Da ist nicht die Melody, die wir kennen. Irgendetwas ist mit ihr", sagte er. Er spürte, wie sein Freund zitterte und hob jetzt eine Hand unter dessen Kinn. "Sieh mich an, Severus"
Der Tränkemeister hob den Kopf und Sirius sah die Tränen, die sich ein seinen angsterfüllten Augen sammelten. "Das ist sie nicht! Das ist Camillos Werk. Hast du mich verstanden?" Als Antwort erhielt er nur ein leichtes Nicken.
Lucius knöpfte sich gerade seine Robe zu und beobachtete Melody, die noch immer wie in Trance vor ihm saß.
„Da hat Camillo ganze Arbeit geleistet. Ich werde mich ausgiebig bei ihm bedanken", sagte er, zog sie erneut an sich und drückte ihr einen Kuss auf die Lippen. „Du wirst mich begleiten. Der dunkle Lord wird erfreut sein, dich zu sehen. Vor allen Dingen können wir dann sicher sein, dass deine Geliebter bald auftauchen wird."
„Natürlich wird er das. Der Trottel kann ohne mich doch gar nicht mehr", zischte Melody. Sie blickte zu ihm auf und er sah den weißen Schleier, der um ihre Augen gelegt war. Er wollte ihr gerade seinen Arm reichen, als es im Vorzimmer laut krachte. Kingsley Shacklebolt hatte die Eingangstüre aus den Angeln gehoben und lief jetzt in Begleitung von Dädalus, Remus und Tonks in das Haus. Sirius, Severus, Harry und Ron kamen von der Hinterseite und liefen sofort den Flur entlang.
"Expelliarmus", schrie Ron, als Carrow aus dem Nebenzimmer trat und seinen Zauberstab auf Harry richtete.
Severus war sofort an Sirius vorbeigestürmt und schockte Fenrir, der sofort auf den Boden krachte. "Lucius gehört mir", sagte er nur zu Sirius und lief dann weiter. „Stupor" rief Remus und dann wieder „Expelliarmus."
Tonks stürzte sich von hinten auf Mulciber, der von Harry mit der Ganzkörperklammer belegt wurde und entzog ihm den Zauberstab.
Severus hatte die Türe, hinter der Lucius und Melody waren fast erreicht, als diese von innen geöffnet wurde. Schnell huschte er hinter eine Statur und als Lucius seinen Kopf hinausstreckte, sprang er hervor, hielt ihm seinen Zauberstab mit der rechten Hand an die Brust. während er mit der linken nach Lucius Gehstock griff. "Geh zurück", knurrte er.
„Melody, komm zu rüber", wie er sie an.
„Ganz bestimmt nicht", zischte sie und spuckte ihm vor die Füße.
Severus schob Lucius so weit zurück in das Zimmer, dass er mit dem Rücken an der Wand stand.
„Was habt ihr mit ihr gemacht", fauchte er ihn an.
"Ich habe gar nichts mit ihr gemacht. Sie ist freiwillig schätze mal, ich habe sie so gut durchgevögelt, dass ihr Hirn jetzt wieder frei atmen kann", kam spöttisch von dem Blonden.
Severus verstärkte den Druck auf Lucius Brust, denn er kochte vor Wut. Er bemerkte nicht, dass Sirius jetzt hinter ihm erschien.
„Aber ich muss sagen, dass ich der Kleinen nichts mehr beibringen muss. Aber ich schätze, du weißt, was sie mit ihrem Mund so alles anstellen kann", führte Lucius fort.
„Severus, mach nichts Unüberlegtes. Wenn du jetzt einen Unverzeihlichen benutzt, landest du genau so wie dieses Gesocks in Askaban", sagte Sirius.
„Bring Melody hier raus", presste Severus durch die Zähne.
„Fass mich ja nicht an", kreischte sie als Sirius auf sie zukam. Doch er packte sie am Arm und zog sie trotz kräftiger Gegenwehr aus dem Raum.
Die Türe war noch nicht ganz geschlossen, da holte Severus aus und seine Faust landete in Lucius Gesicht. Noch während er aufschrie und wankte, traf ihn die Faust erneut und er fiel auf seine Knie. Das Blut lief aus seinem Mund und er leckte es mit seiner Zunge auf und blickte finster auf Severus.
„Ich brauche keinen Zauberstab Malfoy, um dich fertig zu machen. Dieses Mal wird es für dich kein Askaban geben." Und ehe Lucius noch etwas sagen konnte, hatte Severus seine ganze Wut und seinen ganzen Schmerz gesammelt, den Kopf des Blonden zwischen seine Arme genommen und brach ihm das Genick mit bloßen Händen. Dann ließ er ihn los und der tote Körper krachte zu Boden.
Für einen kurzen Moment stand Severus stumm auf der Stelle, ehe er begriff, was er gerade getan hatte. Er schnappte nach Luft, weil er das Gefühl hatte zu ersticken. Mit zwei Schritten war er an der Türe und als er diese öffnete, warteten schon Sirius und Tonks auf ihn.
Als Tonks in das Zimmer hineinspähte, blickte sie ihn erschrocken an. „Severus, du konntest doch….."
„Doch ich konnte", knurrte er und drückte sich an ihr vorbei.
