Siegel der Schatten

Disclaimer: alles außer der Story gehört JKR und Takahashi-sama

Pairings: Yami Yuugi/Yuugi, Harry/Draco, Seto/Joey, Ryou/Bakura/Marik, Hermine/Ron, weitere kommen noch!

Siegel der Schatten

28. Schattenduelle

Draco verstummte und erneut breitete sich Schweigen zwischen ihm und Yuugi aus. Der junge Japaner musste erst einmal verdauen, was der Hogwartsschüler ihm soeben erzählt hatte. Das ließ Harrys und Dracos Verhalten Dumbledore gegenüber in einem ganz anderen Licht erscheinen und Yuugi wusste selbst nicht, wie er in der gleichen Situation gehandelt hätte. Dumbledore war rücksichtslos in seinem Kampf gegen das Böse und er opferte, was nötig war und zu einem Teil konnte Yuugi das nachvollziehen, denn auch er und Yami hatten schon viele Opfer gebracht. Aber bisher hatten diese Opfer nur sie selbst betroffen und Yuugi wusste, dass auch jetzt im anstehenden Kampf wieder die Gefahr für ihr Leben und das ihrer Freunde bestand. Aber Dumbledore hatte nicht sein eigenes Leben in Gefahr gebracht – nicht an erster Stelle jedenfalls. Damit ergaben im Nachhinein die Erzählung Dumbledores an ihrem ersten Tag im Krankentrakt von Hogwarts einen beunruhigenden Sinn: In viel größerer Gefahr waren in all den Kämpfen gegen Voldemort, die Harry ausgetragen hatte, immer der junge Mann und seine Freunde gewesen und Dumbledore hatte als großer Planer im Hintergrund dafür gesorgt, dass bei einem Scheitern seiner Ritter die nächste Front schon bereit stand. Das war zum einen nachhaltiges Taktieren, wie es auch Yami und er in jedem Schattenspiel für richtig und bewunderungswürdig empfinden würden und selbst praktizierten. Doch hier handelte es sich um die Realität und die Spielfiguren waren Menschen, deren Leben nicht zum Wohl des Sieges geopfert werden durften.

Aber dann wiederrum hielt sich Yuugi vor Augen wie lang der Kampf zwischen Dumbledore und Voldemort – oder Tom Riddle – schon währte und ihm wurde bewusst, dass jeder irgendwann in die gleiche Falle tappen musste, wie Dumbledore es getan hatte: Siegen um die Welt zu retten, selbst wenn einige Spielfiguren geopfert werden mussten – auch das hatten Yami und er schon oft in ihren entscheidenden Duellen getan. Er konnte Dumbledore keinen Vorwurf machen. Doch leider konnte auch nichts die Taten ungeschehen machen oder die Opfer wieder zurückbringen.

Aber für Draco und Harry musste das natürlich weniger einfach nachzuvollziehen sein und Yuugi konnte auch ihre Weigerung verstehen, weiterhin mit Dumbledore zu kämpfen. Sie mussten sich verraten fühlen und das war glücklicherweise etwas, was Yuugi noch nie selbst hatte empfinden müssen.

Sanft legte Yuugi nun wieder seine Hand auf Dracos Arm und dieser blickte ihn mit seinen unergründlichen, eisblauen Augen an. Es war erstaunlich, dass dieser Junge nach all dem, was er durchgemacht hatte noch so gefestigt war. Harrys Unterstützung trotz seiner eigenen traurigen und entbehrungsreichen Vergangenheit musste unendlich viel bewirkt haben und Yuugi bewunderte den Gryffindor nur noch mehr für seine seelische Stärke. Harry brach bei all dem was er erlebte niemals endgültig zusammen und hatte sogar noch die Kraft seinem Geliebten ebenfalls Halt in der Welt zu geben und dem Rest der Zauberergemeinschaft vorzuspielen, er wäre noch immer ihr erster Kämpfer für das Gute. Dies waren Verbündete die Yami und Yuugi unbedingt brauchten, dann ihre seelische Stärke stand der ihren in nichts nach.

„Ich bedaure was Ihnen widerfahren ist, aber ich hoffe das bedeutet nicht, dass Sie ihren Kampf aufgegeben haben."

Yuugi wusste nicht genau, was Draco dazu gebracht hatte, ihm so offen von der Vergangenheit zu erzählen und ihm einen so tiefen Einblick in seine Gefühlswelt zu erlauben. Er glaubte, Draco gut genug zu verstehen, dass er schlussfolgern konnte, dass er und Harry noch nicht aufgegeben hatten und nur wollten, dass Yami und er vor Dumbledore gewarnt waren. Aber er konnte sich auch täuschen und Draco wollte nicht mehr kämpfen und hatte ihm soeben versucht zu erklären, warum.

Doch Draco lächelte den älteren Mann ganz leicht an, als könnte er seine Befürchtungen erahnen.

„Bis gestern Nacht hätte ich Ihnen auf diese Frage nur eine ungenügende Antwort geben können. Ich habe meine Narben, die mich an meinen Verlust erinnern, aber zum Wohl Harrys würde ich jede weitere Narbe mit offenen Armen empfangen. Ich werde kämpfen, selbst an Dumbledores Seite, denn dort ist trotz all seiner Fehler die größte Aussicht auf Erfolg. Aber ich hätte nicht gewusst, wie Harrys Ansicht dazu ist. Ihn hat meine Tragödie sehr schwer getroffen, denn es erinnert ihn an seine eigenen. Und ich glaube – nein ich weiß – wenn das damals nicht so ausgegangen wäre, wäre im nächsten Kampf Harry derjenige gewesen, den Dumbledore geopfert hätte. Und Harry ist das damals auch klar geworden und sein Vertrauen in den Schulleiter wurde so nachhaltig erschüttert, dass es wohl nie mehr zu kitten ist. Aber so wie ich um seinetwillen kämpfe, so kämpft er um meinetwillen und um die zu beschützen, die er liebt."

Kurz schwieg Draco und blickte Yuugi weiter unverwandt an. „Das ist etwas, was wir alle gemeinsam haben, nicht wahr? Sie und ihre Freunde kämpfen nicht um zu siegen oder um die Welt zu retten so wie Dumbledore. Sie und ich und Harry und unsere Freunde, wir kämpfen um den einen Menschen, den wir lieben zu beschützen. Vielleicht ist Dumbledores Ziel sogar edler als unseres. Er kämpft für Milliarden von Menschen, wir nur für einen. Aber ich finde unseren Kampf wichtiger."

Draco zuckte nur mit den Achseln und wandte sich wieder dem See zu, welcher von der untergehenden Sonne golden gefärbt wurde. Sein Schweigen schien zu sagen: ‚Das ist aber nur meine Meinung.' Doch Yuugi stimmte ihm stillschweigend zu. Für die Welt kämpften auch er und Yami nur in zweiter Instanz. Wichtiger war, dass sie sich gegenseitig und ihre Freunde beschützten – die Menschen, die sie kannten und liebten.

„Also hat Harry seine Meinung nun geändert?" Aber es war eigentlich keine Frage, denn Yuugi wusste die Antwort schon aufgrund der vorherigen Worte Dracos. Dieser nickte auch nur, fügte nach einigen Augenblicken aber dennoch hinzu: „Er war wohl nie wirklich der Meinung, sich aus allen Kämpfen raushalten zu können und glücklich zu sein. Er hat sich selber vermutlich sehr erfolgreich belogen und hat nun die Wahrheit auch für sich zugelassen. Wir haben jetzt mit Ihrer Macht an unserer Seite das erste Mal seit langem eine wirkliche Chance. Nicht so wie damals mit diesem ominösen Bannfluch. Wenn wir diese Gelegenheit ungenutzt verstreichen lassen, könnte niemand von uns mit ruhigem Gewissen weiterleben, denn wir würden alle wissen, dass es unser Versäumnis hier und heute war, der unsere Liebsten in Zukunft in Gefahr bringt. Dann wird alles Leid unsere Schuld sein und um unsere Liebsten vor Schaden und Unglück zu schützen, müssen wir jetzt handeln. Also ja, wir sind bereit für den Kampf und wir werden alles geben, was nötig ist. Und wenn wir sterben sollten, tun wir es in dem Bewusstsein, nichts versäumt zu haben und keine Schuld zu tragen."

Plötzlich spürte Yuugi ein warmes Gefühl in seinem Seelenraum, was ihn vorwarnte und Sekunden später erklang eine Stimme hinter ihm: „Ihr beide habt eindeutig zu tiefgründige Themen für einen solch schönen Herbstnachmittag."

Der Slytherin zuckte leicht zusammen und wandte sich zu Yami um, der leise und unbemerkt hinter sie getreten war. Dieser fuhr, hauptsächlich an den Blonden gewandt, fort: „Mr. Malfoy, wie wäre es, wenn Sie mir zusammen mit Yuugi ein wenig Gesellschaft beim Quidditchfeld leisten würden. Seto und Joey sind gerade wieder aus der Versenkung ihres Bettes aufgetaucht und ich habe vor, Ihnen mal ein ordentliches Schattenduell vorzuführen, damit Sie eine Ahnung haben, mit welchen Mächten Sie da Seite an Seite kämpfen wollen. Lust?!"

Draco blickte Yami verwirrt und auch etwas verunsichert an und der Pharao lächelte ganz sacht und entschuldigend, als er sich in die Hocke sinken ließ und Yuugi von hinten umarmte und ihm einen leichten Kuss auf den Nacken drückte. „Wie wir ja erwähnt haben, sind Yuugi und ich immer über unsere Seelenräume miteinander verbunden. Ich konnte nicht umhin einen Teil eures Gespräches mitzuhören. Aber es geht mich ja auch etwas an. Jedenfalls, wenn Sie sich schon entschlossen haben, mit uns zu kämpfen, sollten Sie sich schnell an die Schattenmagie gewöhnen und einige unserer Monster kennen lernen. Und vielleicht könnten wir schon mal Setos Computer mit ein paar Daten füttern, indem wir Ihre und unsere Magie versuchsweise verbinden. Ich bin sehr gespannt, was dabei rauskommt." Yami überging geflissentlich, dass Dumbledore gesagt hatte, keiner der Siebtklässler sollte an den Duellen mit den Schattenmagiern teilnehmen. Das galt vielleicht für die anderen Schüler aber Harry und Draco waren definitiv eine Ausnahme. Die beiden mussten vor allen anderen wissen, was ihre Verbündeten konnten. Nicht nur Yuugi spürte, dass diese beiden jungen Männer mit ihrer bewegten und traurigen Vergangenheit im kommenden Kampf unglaublich wichtig sein würden. Schon allein ihre exakt gleiche Aura – entstanden durch eben jene Vergangenheit und ihre seelische Verbundenheit, die der Yuugis und Yamis nicht viel nachstand – bewies, dass sie ebenso eine Macht waren, die die Waagschale beeinflussen konnte. Yami hatte das unbestimmte Gefühl, dass gerade diese beiden besonders gut mit seiner und Yuugis Schattenmagie zu Recht kommen würden und der Pharao wollte das so schnell wie möglich ausprobieren.


Das erste was Draco hörte, als sie sich dem Quidditchfeld näherten, war ohrenbetäubendes Brausen. Verwirrt blickte er zu Yuugi Mutô und Yami Atemu hinüber, die neben ihm herliefen, aber diese zuckten nur mit den Schultern. Yami lächelte jedoch verhalten:

„Der Grabräuber ging vorhin in Richtung Quidditchfeld, als ich zu euch kam. Ich denke, er wird sich das simple Duellchen zwischen Joey und Seto nicht lang angesehen haben ohne zu motzen, was erfahrungsmäßig immer in einer Herausforderung von einer der drei Parteien endet. So sprunghaft Bakura auch ist, in dieser Hinsicht sind sie alle drei sehr berechenbar."

Yuugi konnte dazu nur zustimmend nicken.

Als sie dann eine der Tribünen erklommen hatten, sah Draco auch, wie Recht die beiden Männer hatten, auch wenn er nicht genau wusste, was er da unten zwischen den beiden Torbereichen genau sah. Als eine Stimme neben ihm erklang, wurde Draco bewusst, dass die beiden Japaner nicht ohne Grund diese Tribüne ausgewählt hatten.

„Also so wie ich das Spiel bisher verstanden habe, hat man am Anfang eine gewisse Anzahl an Punkten. In jedem Zug darf man eine begrenzte Anzahl von Monstern beschwören und Zaubersprüche für sofort oder später wirken. Wenn das Monster stärker ist, als das des Gegners darf man dessen Monster angreifen und vernichten und dadurch reduziert man die Punkte des Gegners. Manchmal muss man zum Beschwören der Monster auch eigene Punkte einsetzen. Und ich vermute mal, der der am Ende keine Punkte mehr hat, ist der Verlierer."

Yuugi nickte Hermine, die neben Ron und Harry in der ersten Reihe der Tribüne saß, zu und blickte dann wieder gespannt auf das Duell unter ihnen. Seto und Bakura standen sich gegenüber und beide hatten ein ansehnliches Set an Monstern und Fallenkarten aufgebaut. Von dem ersten Blick konnte der Duellant nicht sagen, welcher der beiden die besseren Züge zur Verfügung hatte. Aber eines wurde für ihn und Yami deutlich: Bakura musste es in seinen Beleidigungen Joeys dieses Mal stark übertrieben haben, denn die beiden Gegner spielten nicht nur – sie kämpften.

Harry musste das ebenfalls aufgefallen sein und er wandte sich an die offensichtlichen Experten unter ihnen:

„Das Spiel vorhin zwischen Mr. Kaiba und Mr. Wheeler war wesentlich leichter und entspannter. Ist Mr. Bakura immer so ernst, wenn es um einen Sieg geht?"

Yami schnaubte abfällig. „Der Grabräuber ist nicht glücklich, wenn er nicht mit allem kämpfen kann, was er hat und deshalb enden viele Duelle mit ihm so. Seto lässt sich allerdings auch selten nur die kleinste Beleidigung gefallen und er nimmt seine Duelle mindestens genauso ernst. Die beiden treffen nicht oft aufeinander, aber ich habe noch nie erlebt, dass sie sich einfach nur um des Duellierens willen schlagen. Sie machen es meist beide zu einer persönlichen Sache."

„Ja, aber normalerweise halten sie sich trotzdem mit ihren Highlevel-Monstern zurück. Aber das da unten sind schon schwere Geschütze. Ich hoffe die beiden haben eine Barriere um sich gezogen, denn spätestens in 2 Zügen könnte es nicht ohne Schaden am Quidditchfeld abgehen."

Doch gleichzeitig mit seinen Worten untersuchte Yuugi das Spielfeld auf Feldzauber und fand genügend abschirmende Karten und Schattenmagie um beruhigt zu sein. Und auch Yami winkte ab. „Egal wie ernst sie spielen, ihre Umgebung vergessen sie dann doch nicht. Sie sind Profis."

Yuugi nickte und wandte sich dann schweigend dem Geschehen unter ihnen zu. Auch die anderen folgten seinem Beispiel und einige Augenblicke sahen Harry, Draco, Hermine und Ron nur staunend den Angriffen und aufblitzenden Zaubern zu, die da unten gewechselt wurden. Da offensichtlich wurde, dass die vier Zauberer nicht begreifen konnten, wer welche Punkte machte und was die einzelnen Monster und Zauber bewirkten, begann Yuugi den Kommentator zu machen.

„Also Seto ist grad in einer etwas besseren Position, weil er 500 Lebenspunkte mehr als Bakura hat, aber Bakura ist jetzt dran." Besagter spielte ein verdecktes Monster als Verteidigung. Dann deckte er eine Fallenkarte auf.

„'Raumzyklon' schwächt jetzt Setos ‚X-Y-Z-Kanone' und hängt einen Aufbau ab. Dadurch reduzieren sich die Angriffs- und Verteidigungspunkte des Monsters. Und jetzt braucht Bakura nur noch mit seinem ‚Überlebenden' angreifen und schon zerstört er die Kanone. Dadurch verliert Seto 200 Lebenspunkte." Bakura folgte dem für ihn allerdings nicht zu hörenden Ratschlag augenblicklich und die digitale Anzeige, die hinter Seto in die Luft projiziert wurde, sank auf 2200 Punkte. Dann legte Bakura noch eine verdeckte Karte, die Yuugi als Fallenkarte erklärte und Seto war wieder am Zug.

Seto legte erst einmal kein neues Monster, sondern opferte ‚Apparatetriebwerk' aus seiner Hand. „Dadurch kann er jetzt alle seine aufgedeckten morphtronischen Monster in den Angriffsmodus überführen und angreifen." Das waren insgesamt drei und die reduzierten Bakuras Lebenspunkte jeweils um 300. Der ‚Überlebende' wurde dabei zerstört und die restlichen Angriffe gingen direkt auf Bakura selbst, da keine offenen Monster mehr lagen.

Doch Bakura lächelte nur und auch Yuugi nickte beifällig. „Das war nur ein geringer Preis und es erstaunt mich, dass Seto angegriffen hat, ohne noch eine Falle aufzubauen. Bakura wird jetzt seine eigene Falle zuschnappen lassen." Und so war es.

„Du hast ‚Deckverwüstung' aktiviert! Ich opfere ein Finsternis-Monster aus meiner Hand und du darfst jetzt mal schön deine Handkarten nach den sinnlosen Minimonstern absuchen, die du so gern fusionierst." Bakura rieb sich die Hände und lachte Seto hämisch an. Der blieb jedoch ungerührt und warf zwei Karten ab. Außerdem mussten noch zwei seiner drei morphtronischen Monster dran glauben.

Yuugi fügte erklärend hinzu: „Seto musste jetzt alle Karten abgeben, die 1500 Angriffspunkte oder weniger haben. Das gilt außerdem für die nächsten zwei Züge. Daher kann er nur hohe Monster über Spezial- oder Tributbeschwörungen rufen und hat keine kleineren Monster, die seine Lebenspunkte verteidigen."

Bakura zerstörte daher im nächsten Zug Setos letztes morphtronische Monster mit seinem verdeckten ‚Zombiemammut', welches er nun aufdeckte.

Die nächsten drei Runden vergingen relativ schnell. Beide Gegner bauten eine neue Strategie auf, indem sie mehrere verdeckte Monster und Fallenkarten legten. Währenddessen konnte jeder den Gegner nur um 150 Lebenspunkte schwächen und dann war Bakura wieder an der Reihe. Er legte ein kleineres Monster ohne es zu zeigen auf den Friedhof und holte durch die besondere Fähigkeit seines ‚Zombimeisters' ein weiteres Zombimonster von seinem Friedhof zurück. Dann aktivierte der Grabräuber eine Zauberkarte aus seiner Hand.

„Das ist die ‚Pyramide der Wunder'. Die gibt allen von Bakuras Zombiemonstern 200 Angriffspunkte mehr. Damit schwächt er Seto ziemlich empfindlich."

Damit hatte Bakura jetzt vier Monster der Kategorie Zombie auf dem Feld, die nacheinander angriffen und Setos Monster in der Verteidigungsposition vernichteten. Das letzte Monster löste zwar Setos Fallenkarte ‚Halb oder Gar nicht' aus, doch dadurch reduzierte Bakura nur die Angriffspunkte seines Monsters um die Hälfte. Seto musste immernoch 750 Lebenspunkte aufgeben. Und Bakura war noch nicht am Ende. Jetzt spielte er ‚Kasha' als Spezialbeschwörung aus seiner Hand.

„Für diese Beschwörung muss Baku alle Zombies auf dem Feld opfern, aber da das vier sind, erhält ‚Kasha' auch die Angriffsstärke von 4000 Punkten. Durch ‚Halb oder Gar nicht' reduziert sich das zwar auf 2000, aber dadurch wird Seto trotzdem fast geschlagen. Der Zug war nicht schlecht. Ohne die Falle wäre Seto jetzt besiegt."

Der junge Firmenchef endete nach ‚Kasha's Angriff mit nur 50 Lebenspunkten und ohne die Fallenkarte, die ihn soeben gerettet hatte. Harry und die anderen fragten sich, wie er den Rückstand wieder aufholen sollte. Erstaunlicher Weise blieb der jedoch gelassen und zog nur ruhig seine Karten. Dann legte er drei relativ niedrige Monster offen in Angriffsposition. Außerdem hatte er noch eine Zauber- und drei Fallenkarten verdeckt auf seiner Seite des Feldes schweben.

„Durch die Spezialfähigkeit des ‚Schnellen Läufers' erhält sein ‚Ölmann' 200 zusätzliche Angriffspunkte. Das reicht noch nicht, aber das ist wohl eher für den Schlussakt gedacht." Yuugi war selbst gespannt, wie sich Seto mit seinen wenigen Lebenspunkten über die Ziellinie retten wollte. Doch dann deckte der Mann eine der Fallenkarten auf.

„'Schädelzoma' ist ein Monster, welches als Spezialbeschwörung gerufen wird. Es hat 1800 Punkte. Das ist auch nicht schlecht, reicht aber für die 4000 von Bakuras ‚Kasha' immer noch nicht." Dann tat Seto etwas völlig verrücktes, er griff mit seinem schwächeren Schädelzoma Bakuras ‚Kasha' an und hätte unweigerlich die Differenz an Lebenspunkten verloren. Doch gleichzeitig deckte Seto seine letzte Fallenkarte auf und schützte einmalig seine Lebenspunkte vor einem Abziehen der verlorenen Punkte.

Harry und die anderen verstanden diese Strategie jedoch erst, als Yami und Yuugi begeistert klatschten und Yuugi den Schülern lächelnd erklärte: „Setos ‚Schädelzoma' hat die besondere Fähigkeit, die Differenz der Angriffspunkte beider kämpfenden Monster bei seiner Zerstörung vom Gegner zu entziehen. Dadurch verliert Bakura 2200 Lebenspunkte und wäre geschlagen."

Doch natürlich war es nicht so leicht und weder Seto, noch Bakura oder Yami und Yuugi hatten mit dem soeben von Yuugi erklärten Ausgang gerechnet. Sie alle hatten die Fallenkarte auf Bakuras Seite nicht vergessen, die sich nun aktivierte und ein 1500-Wassermonster als Spezialbeschwörung rief. Dadurch wurde erst dieses Monster vernichtet und nur die übrigen 700 Punkte wurden Bakura direkt abgezogen. Er hatte immer noch mehr als genug übrig. Aber Seto war noch nicht fertig. Er spielte seine letzte Zauberkarte ‚Straße der Computerbugs' und beschwor ‚Aufziehkrieger' offen in Angriffsposition aus seiner Hand.

„Bakura könnte jetzt auch ein Monster aus seiner Hand rufen, aber er hat nur ein verdecktes auf dem Spielfeld und daher gilt der Spezialeffekt des ‚Aufzieh-Kriegers' nur für Seto. Und diesen wird er sicher auch wählen, um die Angriffspunkte durch den zweiten Effektes des ‚Aufzieh-Kriegers' um 600 zu erhöhen."

Genauso war es auch. Der ‚Schnelle Läufer' und der ‚Ölmann' griffen zuerst an. Das verdeckte Monster Bakuras wurde vernichtet und weitere 600 Punkte gingen von Bakuras Konto verloren. Und dann griff der ‚Aufzieh-Krieger' mit seinen 1800 Punkten an und Bakura hatte nichts mehr, um sich zu verteidigen. Die Punkteanzeige erlosch augenblicklich und die Monster auf Setos Seite verschwanden ebenfalls. Noch immer standen seine 50 Punkte unangetastet hinter ihm, bevor auch diese erloschen und das Computersystem die Holografien beendete.

Harry und seine Freunde konnten jedoch bis hier oben den keuchenden Atem beider Kontrahenten hören und Bakura löste sich nur allmählich aus seiner Erstarrung. Der Schaden, den Seto in seinen Lebenspunkten angerichtet hatte, war am Ende direkt auf ihn zurück gefallen, denn sie hatten mit echten Monstern und dem Schattenreich als Barriere um sich gespielt. Erst jetzt begriffen Hermine, Ron, Draco und Harry wirklich so richtig, was ein Schattenduell für die Duellanten bedeutete. Und sie konnten sich nun sehr gut vorstellen, dass ein Angriff der fünf Monster, die durch Voldemorts Beschwörung in die reale Welt transferiert worden waren, alles anrichten konnte. Das konnte wirklich tödlich ausgehen, wenn sie keine Vorsichtsmaßnahmen trafen. Umso wichtiger war es, die beiden Magiearten genau zu verstehen und Schnittpunkte zur Fusion zu finden. Doch als die Zuschauer nach dem Duell die Tribüne verließen, fragten sich Harry und Draco, wie dann ein Kampf dieser beiden Männer gegen einen Feind aussehen musste, wenn sie sich schon mit einem Freund so erbarmungslos duellierten. Sie gesellten sich zu Seto und Joey und man konnte dem jungen Firmenchef ansehen, wie nah dieses Kartenspiel doch einer Schlacht gekommen war. Harry und Draco konnten sich fast nicht vorstellen, dass es da noch Steigerungsmöglichkeiten gab, aber dennoch musste es so sein, sonst wären Yami und Yuugi nicht so sicher, dass sie ihre Monster und Voldemort besiegen konnten.

Die Zauberer sahen kurz Bakura hinterher, der ihnen und seinem vorherigen Gegner schon längst den Rücken gekehrt hatte und nun langsamen aber festen Schrittes aus der Quidditcharena hinausstapfte. Es war deutlich zu erkennen, dass der Grabräuber weder wütend noch niedergeschlagen war. Die Tatsache, dass er nur mit 50 Punkten Unterschied verloren hatte, tröstete ihn offenbar über den verlorenen Sieg hinweg. Und wie hatten Yami und Yuugi zuvor gesagt: Bakura und Seto waren Profis. Sie hatten zwar mit allem gekämpft, was sie aufbringen konnten, aber an einem anderen Tag würde das Spiel genau entgegengesetzt ausgehen und Seto würde knapp verlieren. Sie hatten beide das Spiel genossen und bei beiden war schon bald nach Beginn des Kampfes der Grund vergessen gewesen, warum sie sich überhaupt zu dem Duell gefunden hatten. Was ab einem gewissen Zeitpunkt für alle Schattenmagier galt, war, dass sie des Duells wegen kämpften und natürlich um zu siegen. Wenn in einem Freundschaftsspiel ein Sieg nicht möglich war, war das nichts verheerendes, solange für beide Parteien sicher war, dass jeder mit ganzem Herzen und mit allem was er geben konnte gespielt und dem Anderen nichts geschenkt hatte. Das war für die Gryffindors und Draco durch die Kommentaren Yuugis und Yamis noch klarer ersichtlich geworden als nur durch das Duell an sich.

Entsprechend zufrieden sah Joey auch seinen Geliebten an, denn längst hatte auch er den Grund des Duells vergessen. Der Grabräuber ärgerte ihn sowieso jede zweite Minute, also lohnte es sich überhaupt nicht, sich darüber länger als nötig aufzuregen. Im Gegenteil genoss Joey die Streitereien ab und an sogar, denn manchmal tat Seto dann etwas so romantisches wie gerade eben und verteidigte ihn mit allem, was ihm möglich war, ohne dass ihm bewusst war, was das für Joey bedeutete. Der junge Mann musste an sich halten, sich nicht sofort nach dem Ende des Duells auf Seto zu stürzen und ihm hier und jetzt zu beweisen wie dankbar er ihm für dessen Liebe und dessen Schutz war und wie sehr ihn das anmachte. Aber dann wurde er sich glücklicher Weise der beobachtenden Blicke der Zauberer und Yami und Yuugi bewusst und begnügte sich damit, Seto einen kurzen Kuss auf die Lippen zu hauchen. Das war schon mehr, als Seto sonst in der Öffentlichkeit duldete, denn so leidenschaftlich er im privaten Rahmen war, so unnahbar war er in der Öffentlichkeit. Doch Seto musste ahnen, wie gern Joey eigentlich sein Glück und seine Liebe geäußert hätte und er ertrug diesen kurzen Kuss daher ohne zu Murren.

Yami und Yuugi, die das Duell im Gegensatz zu den vier jungen Zauberern von Hogwarts durchaus würdigen konnten, begannen mit Joey und Seto eine kurze Fachsimpelei über die Monster und Strategien, die sie eben gesehen hatten. Doch dann erinnerte sich Yami wieder an den Grund, warum sie überhaupt hier ins Quidditchfeld gekommen waren.

„Seto, du hast doch hier schon alle Sensoren an dein System verlinkt oder?"

Seto nickte bei Yamis Frage. „Die Daten von Joeys und meinem Duell hab ich zum Konfigurieren genutzt." Er blickte kurz auf sein Tablett, welches er aus den Schatten hervorholte. Das überraschte weder die Japaner, noch die Hogwartsschüler, denn die einen nutzten die Schatten selbst oft um Dinge, die gerade nicht nötig waren, zwischenzuparken und die anderen nutzten Zauber dafür und waren dergleichen ebenso gewöhnt. Es war entspannend, sich mal nicht vorsehen zu müssen, dass andere Menschen ihre Magie nicht bemerkten, dachte Yuugi bei sich.

„Das Duell eben ist ebenfalls aufgezeichnet und analysiert worden. Die Sensoren laufen alle perfekt."

Yami nickte und wandte sich dann an die vier jungen Zauberer. „Wenn Sie einverstanden sind würden wir gern testen, ob wir unsere Monster mit ihren Zaubern kombinieren können. Keine Angst, wir werden kein Duell anfangen. Dazu kennen Sie die Regeln nicht genau genug und wissen zu wenig über unsere Monster und deren Eigenschaften. Was mir vorschwebt ist eher eine Art Waffenvergleich. Damit hätten wir einen ersten Eindruck, ob die Verknüpfung prinzipiell möglich ist und wie einfach oder schwer es ist. Und Sie werden unsere Magie etwas näher kennen lernen."

Draco und Harry nickten begeistert und Ron war auch sofort Feuer und Flamme. Erstaunlicher Weise war es Hermine, die zögerte.

„Ich weiß nicht, ob das eine so gute Idee ist. Ich denke, wir sollten vielleicht erst einmal einen der Professoren versuchen lassen mit dieser neuen Magie zu Recht zu kommen."

Harry und Ron blickten ihre Freundin verwirrt an. „Ist das dein Ernst? Das ist die Gelegenheit diese neue Magie kennenzulernen. Sogar aus erster Hand und nicht nur durch Zusehen. Das müsste doch gerade dich brennend interessieren!"

Hermine runzelte die Stirn und sah von Ron zu dem zustimmend nickenden Harry, bevor sie kurz zu Yuugi und Yami schaute und den Blick dann eilig senkte.

„Ich…ja ich bin schon neugierig….aber diese Magie die Sie und Ihre Freunde haben, Mr. Mutô…" Hermine zögerte erneut und wagte nicht aufzublicken. Ihre Freunde sahen sie nachdenklich an. Sie alle drei hatten schon gefährlichere Dinge getan, als eine fremde Magie unter Aufsicht derer auszuprobieren, die diese Magie absolut beherrschten. Dass die sonst zwar mahnende, aber nie furchtsame Hermine nun diesen Schritt nicht wagen wollte, zeugte davon, dass sie seit gestern schon ausgiebig über dieses Thema nachgedacht haben musste – wesentlich intensiver jedenfalls als die anderen drei Zauberer. Wie üblich hatte sich das Mädchen viel mehr Gedanken über die möglichen Gefahren gemacht und war zu dem Schluss gekommen, dass dies vielleicht ein Wagnis sein könnte, was sie nicht eingehen wollte.

„Sie haben Angst!" Yamis Stimme war kalt, aber ohne Vorwurf.

Hermine blickte kurz zu ihm auf und schüttelte dann den Kopf. „Eigentlich nicht unbedingt Angst, eher Bedenken. Ihre Magie ist so fremd und düster. Ich würde sie sehr gern kennen lernen, aber sie ist so anders als alles, was ich bisher gelernt habe. Ich glaube nicht, dass es so klug wäre, mit einer praktischen Lektion zu beginnen. Wir sollten durch Zusehen erst einmal ausloten, ob wir überhaupt in der Lage sind, diese Magie zu kontrollieren, wenn sie mit unserer gekoppelt ist. Was, wenn es Wechselwirkungen gibt, die auch niemand von Ihnen absehen kann. Wir sind trotz allem, was wir schon erlebt haben, nur Schüler und wenn jemand den praktischen Versuch machen sollte, dann Prof. Lupin oder Prof. Dumbledore oder Prof. McGonagall. Jemand, der schneller und auf vielfältigere Weise auf eine Gefahr reagieren könnte, als wir. Denn Sie kennen unsere Magie genausowenig wie wir die Ihre und daher können auch Sie nicht abschätzen, was selbst bei der harmlosesten Versuchsplanung wirklich passieren wird. Ich habe Angst dass ein Unfall passiert, weil wir zu wenig wissen."

Harry und Draco hatten während Hermines Worte mit dem Kopf geschüttelt, doch das Mädchen hatte ihre stummen Proteste ignoriert und mit festem Blick auf Yami Atemu weiter gesprochen.

Doch es war Yuugi, der auf sie zutrat und ihr beruhigend die Hand auf die Schulter legte. Eindringlich sah er sie an: „Jetzt unterschätzen Sie Yami und mich ein bisschen. Besonders Yami kennt die Schattenmagie sein ganzes Leben lang und dieses währt nun schon 3000 Jahre. Wir werden keine Vorsichtsmaßnahme zu Ihrem Schutz außer Acht lassen und wir werden es merken, wenn unsere Magie nicht mit Ihrer harmonieren wird und Sie bedroht."

„Yuugi hat recht. Ihnen wird nichts geschehen. Außerdem werden wir erst einmal damit anfangen, dass Sie Ihre Magie auf unsere Monster projizieren. Die Monster haben eine eigene Intelligenz und wissen genau, wann sie eine Gefahr darstellen und unseren Wünschen zuwiderhandeln würden. Wir werden nur solche Monster nutzen, die wir schon unsere ganze aktive Spielzeit nutzen und daher sehr gut kennen – und die Monster kennen daher auch uns sehr genau. Jeder Angriff eines Monsters wird von ihnen selbst schon im Keim erstickt, weil wir als ihre Meister es nicht wünschen werden. Lieber vernichten sich unsere Monster selbst und kehren in die Schatten zurück, als uns zu schaden."

„Und wenn es einer versuchen sollte, dann gerade wir. Besonders du kennst fast genauso viele Zauber wie Remus, vielleicht sogar mehr. Und erzähl mir nicht, du glaubst, du hättest nicht immer genau den richtigen Spruch zur richtigen Zeit gefunden – ganz besonders in Stresssituationen. Und Draco, Ron und ich, wir haben zumindest schon einiges an Übung, schnell auf einen Angriff zu reagieren. Wir sollten noch viel eher als die Professoren versuchen mit dieser Magie zu Recht zu kommen, denn es ist hauptsächlich unser Kampf. Wir haben Du-weißt-schon-Wen immer an vorderster Front bekämpft. Wir werden es immer sein, die ihm zuerst begegnen, denn Dumbledore wird sich in der Hinsicht nicht geändert haben. Wir müssen wissen, ob wir hierdurch stärker werden können und wenn ja, dann müssen wir das nutzen. Das allein sichert uns die besten Chancen."

Harrys grüne Augen blickten das Mädchen eindringlich an und diese nickte zögernd.

„Du hast ja Recht. Aber mir ist einfach nicht wohl dabei. Es ist sehr unsicher!"

Ron schnaubte kurz: „Als wär das das Gefährlichste was wir je getan haben. Immerhin passen Mr. Atemu und Mr. Mutô auf uns auf und Mr. Kaibas Copumuter-System beobachtet doch auch alles. Wir sollten eher so schnell wie möglich loslegen, bevor sich der Schulleiter überlegt, es uns zu verbieten. Dann müssten wir nämlich schon wieder 'ne Schulregel brechen und dann komm ich bald mit zählen echt nicht mehr hinterher."

Alle Vier lachten leicht bei dem Gedanken. Oh ja zum Zählen aller bisher missachteten Regeln und Verbote der Professoren reichten zwei Hände schon lange nicht mehr aus.

„Es gibt noch einen Grund, warum Sie es zuallererst testen sollten."

Die Hogwartsschüler drehten sich fragend zu Yuugi, der aber auch von Seto und Joey verwirrt angesehen wurde.

„Besonders Ihre Auren, Mr. Malfoy und Mr. Potter, lassen uns hoffen, dass Sie besonders gut mit unserer Magie umgehen könnten."

Überrascht blickten Harry und Draco den jungen Japaner an. „Unsere Auren?"

„Haben Sie noch nie Ihre Aura erspürt? Vielleicht über die Pilahs?"

Draco verneinte doch Harry nickte zögernd. „Schon. Sie ist halb Gold, halb Silbern. Was keine Überraschung ist, da ich schon viele Dinge im Kampf tun musste, auf die ich nicht stolz bin. Und ich habe viel Leid gesehen und Menschen auch selbst verletzt. Und ein Teil kommt wohl auch von dem Schutz den meine Mutter mir durch ihren Tod verliehen hat."

Yuugi nickte. „Eben. Und Ihre und Mr. Malfoys Aura sind exakt gleich."

Harry blickte seinen Geliebten verblüfft und auch ein wenig erschrocken an, doch dann dachte er an all das, was er über den Blonden wusste. Ihre Lebensgeschichten ähnelten sich nicht wirklich, aber was die Kämpfe, das Leid und den Hass auf Voldemort und seine Todesser anging, waren ihre Geschichten gleich. Und auch was den Schutz durch die Liebe einer Mutter anging. Draco hatte im selben Moment diese Erkenntnis, denn sein Blick wurde leicht trüb, so wie er es immer wurde, wenn der Slytherin an seine Mutter dachte. Narzissa hatte sich wie Lily vor ihren Sohn geworfen, um ihn vor dem Tod durch Voldemort zu schützen. Damit waren beide durch einen Schutzschild namens Liebe umgeben und dadurch mussten ihre Auren zwangsläufig ähnlich sein. Doch gleich?!

„Das ist eine Chance von Eins zu einer Million oder Milliarde, dass zwei Auren einander gleichen", sprach Draco Harrys Gedanken aus und es war Yami, der nickte und seiner anderen Hälfte beipflichtete.

„Und eben deshalb glauben wir, dass das kein Zufall ist. Sie sind nach der Aurenlehre zur Hälfte dunkel und zur Hälfte hell. Eine sehr seltene Kombination, die noch unwahrscheinlicher doppelt auftaucht. Und das lässt nur den Schluss zu, dass es kein Zufall ist. Sie haben die beste Chance mit unserer so verschiedenen Magieform umgehen zu können, denn Sie sind selbst in Ihrem Charakter nicht eindeutig zu einer Seite festgelegt. Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich zweifle nicht daran, dass Sie auf der richtigen Seite kämpfen – auf der, auf der auch Ihre Freunde sind, die Sie schützen wollen. Aber ich denke, wenn Sie gezwungen werden, die Mittel zu wählen, mit denen Sie einen Sieg erringen können, würden Sie ohne zu zögern auch die dunkelsten nutzen. Und ohne Bedauern."

Harry und Draco sahen sich betroffen an, denn dieser Mann, den sie erst etwas mehr als einen Monat kannten, durchschaute sie schon besser, als viele andere die sie länger zu ihren Freunden zählten. Doch gleichzeitig erkannten beide auch, warum das so war. Sie hatten die Aura Yami Atemus doch auch durch das Pilah im Vorbereitungsraum der beiden Geschichtslehrer gesehen. Auch dieser Mann besaß eine halb positive und halb negative Aura, sofern man nach den Aurenfarben Werte vergab. Wenn einer wusste, wie ein Charakter mit einer solchen Aura handelte, dann der ehemalige Pharao.

Kurz schwiegen alle und bevor sich das Gespräch weiter in eine verwirrende Richtung bewegen konnte, trat plötzlich Joey zwischen die Gruppe.

„Das ist ja alles super und so, aber ich finde, bevor ihr hier die Couch hervorholt und einen völligen Seelenstriptease hinlegt, könnten wir doch endlich das machen, was eh alle hier schon die ganze Zeit tun wollen. Let's duel!"

Seto nickte zustimmend. „Ich will noch die Sensoren am See begutachten und ich hab nicht den ganzen Tag Zeit. Legen wir also los."

„Okay, aber vorher eins noch: Harry, Draco, Hermine, Ron; bitte, bitte nennt mich Yuugi! Und Yami auch Yami. Ich fühl mich immer so alt, wenn ihr mich Mr. Mutô nennt, obwohl ich nur 3 Jahre älter bin als ihr. Und Yami ist zwar ein paar tausend Jährchen älter, aber wenn ihn jemand Atemu nennt, zucke ich immer zusammen und denke, wir sind wieder im alten Ägypten und Yamis altes Pharao-Ich kommt um die nächste Ecke. Wir sind ab jetzt Kampfgefährten und da ist diese Distanz irgendwie unangebracht. Einverstanden?"

Die vier Zauberer mussten da nicht lang nachgrübeln und nickten zustimmen. Und dann klatschte Harry in die Hände und blickte tatendurstig um sich. „Also dann Yuugi und Yami, gebt mir ein Monster, was ich verhexen kann."

Das ließen sie sich nicht zweimal sagen.