Das b... fanficnet hat mich ewig nix hochladen lassen. Daher nun etwas später das neue Kapitel.
Disclaimer: Wie immer gehört nix außer der Story mir ^_^
Und da es so lange gedauert hat, steigen wir diekt ein.
Siegel der Schatten
29. Schattenmonster
„Okay, starten wir mit einer ganz einfachen Übung."
Yami hielt seine Hand über die goldene Box mit dem Auge des Horus an seiner Hüfte und diese strahlte in goldenem Schein. Wie aus dem Nicht erschien vor ihnen in der Mitte des Quidditchfeldes eine Gestalt in hellgrüner Rüstung. Blondes Haar wurde vom Wind verweht und dabei wurde ersichtlich das der Krieger spitz zulaufende Elfenohren hatte. Die grünen Augen blickten ernst aber stolz zu seinem Meister hinüber und das Monster wartete auf die Befehle, die es bereitwillig ausführen würde.
„Das hier ist ‚Keltischer Wächter'. Ein Stufe 4 Krieger-Monster und dem Element Erde zugeordnet, was bedeutet Zauber, die sich auf dieses Element beziehen sind besonders effektiv. Außerdem kann er in normaler Landschaft mit seinen 1400 Angriffspunkten besonders effektiv kämpfen, ist dagegen in Wasser- oder Luftumgebung behindert. Es ist eines der starken Monster mit ungefähr gleicher Angriffs- und Verteidigungsstärke."
Hermine, Ron, Harry und Draco standen Yami und Yuugi mit einiger Entfernung gegenüber und das Schattenmonster war genau zwischen den beiden Parteien erschienen. Joey stand neben Seto etwas abseits und beobachtete aufmerksam, während der CEO der Kaiba-Corp stumm auf seinem Tablet herumwischte und keinen Blick für das Geschehen zu haben schien.
„Was genau sollen wir jetzt tun?" Hermine blickte etwas unsicher auf den großen Krieger vor ihr, der mit gezogenem Schwert aber mit dem Rücken zu ihnen regungslos da stand.
„Am besten wäre es, wenn einer von euch zuerst einmal versucht, ‚Keltischem Wächter' anstelle des Schwertes einen Holzstab oder irgendetwas hinzuzaubern. Damit geht euer Zauber nicht direkt auf das Monster, sondern nur auf seine Ausrüstung. Der nächste Schritt wäre dann, ihm einen zusätzlichen Ausrüstungsgegenstand anzuhexen, was ihn dann schon selbst beeinflussen müsste. Danach ein Verteidigungszauber um ihn zu schützen während ihn ein anderer von euch direkt angreift. Und wenn das alles geklappt hat, sehen wir weiter. Einverstanden?"
Yuugi sah die vier Freunde fragend an und diese nickten.
„Hermine, Verwandlungszauber kannst du am besten. Versuch, ihm statt eines Schwertes einen Besen zu geben."
Hermine nickte Ron zu und konzentrierte sich dann. ‚Keltischer Wächter' schien den Fokus ihrer Aufmerksamkeit auf sich zu spüren, denn er drehte sich von seinem Herrn Yami zu dem Mädchen und hob leicht das Schwert, ohne jedoch einen Schritt auf sie zuzugehen oder anderweitig anzugreifen. Dann bewegte Hermine den Zauberstab und murmelte leise „Metamorphus lignum", doch nichts geschah. Stirnrunzelnd senkte Hermine ihren Stab, blickte unverwandt auf das Monster und hob ihre Waffe dann erneut. Die Bewegung die sie nun ausführte war ungleich komplizierter und auch die Formel war länger. „Transphormus metamorphus ligneus" Dieses Mal glühte das Schwert ganz leicht auf, doch ‚Keltischer Wächter' blieb regungslos und mit Stahlschwert in der Hand stehen.
„Okay. Ich versuch's noch mal, aber ich fürchte wir werden schneller mit unserem Latein am Ende sein, als gehofft." Hermines Stimme klang zweifelnd, aber als sie den komplexeren Spruch ein zweites Mal aufsagte waren ihre Worte sicher und wohlbetont. Auch ihre Zauberstabhand bewegte sich wie im Lehrbuch, auch wenn nur sie selbst das beobachtete und einschätzen konnte. Wieder glühte das Schwert, aber die Verwandlung funktionierte nicht.
Enttäuscht ließ die Gryffindor ihren Zauberstab sinken und sah von Harry zu Yami und Yuugi. „Ich weiß, dass ich alles richtig betont habe. Ich hoffe, dass ich es nur nicht kann und nicht, dass es ein systematischer Fehler zwischen unseren Magiearten ist."
Auch Yami und Yuugi standen mit gerunzelter Stirn da und Yami blickte dann zu Seto hinüber.
„Was sagen deine Sensoren?"
„Ich konnte zwar etwas anmessen und wir haben ja das Glühen auch gesehen. Aber die Intensität ist zu gering, als dass der PC es auswerten kann. Er kann mit der Energie nichts anfangen und interpretiert sie als von der Basislinie leicht abweichende Hintergrundstrahlung. Ich kann nur sagen, dass es funktioniert aber wir brauchen einen stärkeren Zauber, der ein eindeutigeres Signal gibt."
„Okay, vielleicht versuchen wir gleich einen Angriffszauber. Dazu werde ich aber ‚Magische Lichtschwerter' aktivieren. Die verhindern einen Angriff von ‚Keltischer Wächter', damit er nicht zurück schlägt ohne meinen Befehl abzuwarten, weil die fremde Magie ihn vielleicht dazu animiert."
Yami senkte die Hand wieder zur Hüfte und plötzlich fielen drei riesige Schwerter aus Licht vom Himmel und bohrten sich in einem Dreieck um ‚Keltischer Wächter'. Dieser hob drohend das Schwert gegen die Barriere, konnte sich sonst aber nicht bewegen.
„Draco, möchtest du es versuchen?" Auffordernd sah Yuugi den Blonden an und dieser nickte und trat einen Schritt vor.
„Bombada maxima!" Draco schrie den Spruch fast und legte alle Kraft und Konzentration in den Schlag und im Gegensatz zu Hermines Versuch war dieses Mal ein eindeutiger Effekt zu sehen. Die drei Lichtschwerter vibrierten und ‚Keltischer Wächter' konnte sich nur mit Mühe auf den Beinen halten, als rings um ihn die Erde explodierte und ein großer Krater entstand, in dessen Mitte er sich befand.
Joeys begeistertes „WOHOU!" zeigte deutlich wie sehr dieser Angriff den jungen Mann beeindruckt hatte und Seto quittierte das Sekunden später ebenfalls trocken: „Okay, also DAS habe ich gemerkt. Tut mir einen Gefallen und seid vorsichtiger, sonst muss ich morgen gleich neue Software aus London einfliegen lassen."
Draco grinste selbstgefällig zu Seto hinüber, senkte aber den Zauberstab und trat zurück neben Harry.
„Nichts gegen deine Zauberkunst Draco, aber wieso war dein Zauber so viel stärker. Ich hätte meine letzten Berti Botts Bohnen verwettet, das in einem Duell zwischen euch Herm gewinnen würde." Ron sah verdutzt zu dem Krater hinüber in dem das Elfenmonster unbewegt und von den Lichtschwertern umgeben noch immer stand.
Draco winkte nur ab und sagte nichts auf diese Zweifel Rons an seinen Fähigkeiten, auch wenn er sich ziemlich sicher war, dass der Rothaarige diese Wette verlieren würde. Harry und Draco hatten viel mehr Erfahrung im Kampf als Hermine und Ron, ganz einfach, weil sie immer an vorderster Front kämpften und das Ziel der obersten Todesser oder Voldemorts selbst waren. Hermine und Ron hatten zwar vermutlich ebenso viele Kämpfe wie sie beide überstanden, aber sie waren immer etwas abseits des zentralen Geschehens gewesen.
„Vielleicht hat es wirklich etwas damit zu tun, wer von uns angreift. Hermine ist eher auf dem Gebiet der Abwehr ein As, du Draco greifst viel lieber an. Und jetzt hast du auch noch mit aller Macht zugeschlagen. Hermines Spruch ist zwar ausgefeilter, aber sie brauchte dazu wesentlich weniger Angriffsmagie, als Draco. Daher war Dracos Attacke vielleicht wirklich einfach zu viel Macht und dafür reichte die Verteidigungskraft des Wächters nicht. Wir haben ja schon festgestellt, dass die Verteidigungssprüche der Schattenmagie nicht ganz so effektiv sind, wie unsere und daher braucht man nur genügend Macht, um erfolgreich zu sein. Wir sollten mal probieren ob ich einen Angriff des Monsters gut abwehren kann. Und danach sollte Hermine noch mal mit Dracos Spruch angreifen um zu sehen, ob der Erfolg wirklich Personen bezogen ist."
Yami nickte zu Harrys Worten nur und ließ dann die magischen Lichtschwerter verschwinden. Dann bedeutete er, dass Harry das Startsignal geben sollte und als dieser nickte, ließ der Pharao sein Monster mit einer Schwertklingenattacke angreifen. Yuugi beobachtete das Geschehen aufmerksam, bereit jeden Augenblick einen Schutzschild vor Harry zu zaubern, sollte dieser den Angriff nicht abwehren können. Und auch Hermine, Draco und Ron standen hochkonzentriert bereit ihren Freund zu schützen. Aber das war gar nicht nötig, wie sich Augenblicke später heraus stellte. Als ‚Keltischer Wächter' Harry erreichte, wurde er von einer massiven Wand aus Magie praktisch mitten im Lauf gestoppt und 10 Meter nach hinten über die Köpfe von Yami und Yuugi hinweg katapultiert.
Joey klatschte begeistert in die Hände und konnte gar nicht die richtigen Worte finden und Seto fluchte erneut und tippte hastig auf seinem Tablet die Fehlermeldungen weg. Yami und Yuugi hingegen sahen sich bezeichnend an, denn das was sie eben gesehen hatten, hatten sie halbwegs von Harry erwartet. Vielleicht ließ sich diese effektive Abwehr mit der größeren Kraft der Verteidigungszauber der hiesigen Magier erklären, aber die beiden Schattenmagier bezweifelten dass. Yuugi hatte schon beim Anblick der Aura Harrys vermutet, dass dieser eine viel höhere Affinität zu ihrer eigenen Magie besaß und dessen durchschlagender Erfolg soeben deutete darauf hin, das das nicht wirklich etwas mit der Magie an sich, sondern hauptsächlich mit Harry selbst zu zun hatte. Aber bevor eine endgültige Erkenntnis daraus gewonnen werden konnte, brauchten sie noch weitere Versuche.
Die Gryffindors hingegen sahen sich verblüfft und staunend an. Einen so schnellen Erfolg hatten sie besonders nach Hermines Anfangsschwierigkeiten nicht erwartet.
‚Keltischer Wächter' war benommen auf dem Boden liegen geblieben und Yami sandte ihn darauf hin zurück in die Schatten, um sich zu erholen. Nun rief er zwei neue Monster.
„So, das hat ja super funktioniert. Also gestalten wir die Versuche ein wenig anders. Das hier sind ‚Riesenschild Gardner' und ‚Kuriboh'. Ich möchte, dass ihr vier nacheinander und mit den gleichen Zaubern ‚Kuriboh' vervielfältigt und ‚Riesenschild Gardners' Angriffsschild verstärkt. Das sind Effekte die ich sonst mit meinen Zauberkarten bewirke und die somit für die Monster nicht fremd sind. Ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich von dir, Harry – nach dem was wir gerade gesehen haben – auf jeden Fall erwarte, dass es dir gelingen wird. Draco, du mit der gleichen Aura wie Harry, solltest ebenso erfolgreich sein. Was mich interessiert ist, ob es euch beiden auch gelingen wird." Damit sah der ehemalige Pharao Hermine und Ron an, ohne jedoch den Eindruck zu vermitteln, dass er es den beiden nicht zutraute, diese schwierige Aufgabe zu meistern. Yami war ehrlich neugierig auf das Ergebnis und das spürten die beiden Gryffindors und es spornte sie an, es auch mit aller Kraft zu versuchen.
Zwei Stunden und etliche Monster, Zauber und Versuche später stand fest, dass eindeutig Harry die größte Nähe zu Yamis und Yuugis Schattenmagie besaß. Ihm gelangen die einfachsten wie die schwersten Zauber auf Anhieb und er hatte weder Probleme seine Magie mit der Schattenmagie zu koppeln, Angriffe der Schattenmonster abzuwehren oder selbst effektiv Angriffe zu gewinnen. Seine Defensivzauber gegen eine Entdeckung durch Spezialeffekte der Monster oder durch Zauber- oder Fallenkarten waren fast nicht zu schlagen, doch darin standen ihm Hermine und Ron in nichts nach. An dem Fakt, dass die Magie der Hogwartszauberer in der Verschleierung der Schattenmagie weit überlegen war, hatte sich nichts geändert. In anderer Hinsicht waren die beiden Gryffindors jedoch nicht so erfolgreich. Meist blieben ihre Versuche, die Monster zu verändern, abzuwehren oder selbst anzugreifen bei einem goldenen aber effektlosen Leuchten.
Draco gelang da schon mehr. Er erreichte meist nicht den durchschlagenden und schnellen Effekt wie Harry, aber er konnte die gewünschte Wirkung wenigstens nach dem dritten oder vierten Versuch erreichen. Yuugi sah ihm zwar an, dass ihn das nicht befriedigte, aber der junge Mann vermutete, dass Draco mit ein wenig Gewöhnung an die Schattenmagie besser werden würde.
Bemerkenswert war auch, dass Harry besonders bei Monstern oder Fallenkarten, die Yuugi rief, eine sehr schnelle und besonders mächtige Reaktion auslösen konnte. Einige der Monster besaßen sowohl Yami als auch sein Hikari in ihrem Deck und als Yuugi dieser Effekt aufgefallen war, beschloss er dies genauer zu testen. Also riefen beide die gleichen Monster und ließen Harry nacheinander die gleichen Zauber auf sie anwenden. Jedes Mal war Harrys Angriff oder Abwehr bei Yuugis Monstern stärker, so als würde er mit dessen Magie noch ein bisschen besser umgehen können. Das überraschte nun Yami wiederum nicht sonderlich, denn er wusste vielleicht noch besser als seine andere Hälfte wie „licht" Yuugi wirklich war. Und somit passte Yuugi viel eher zu Harry als Yami mit seinen dunklen Seelenanteilen.
Irgendwann machten sie dann eine Pause und setzten sich alle gemeinsam am Fuß einer der Tribünen auf den Boden. Jeder für sich sprach einen Wärmezauber, denn die Herbstluft war doch empfindlich kalt geworden. Gemeinsam lauschten sie den Ausführungen Setos, der mit seinen Sensoren jedes Detail der letzten Stunden aufgenommen und ausgewertet hatte. Er kam zu einem ähnlichen Schluss, wie schon Yami und Yuugi während ihrer Experimente. Es schien darauf anzukommen, wer die Schattenmonster angriff, aber verteidigen konnten sich alle der Hogwartsschüler viel besser gegen die Monster, als es selbst Yami oder Yuugi vermocht hätten.
„Am effektivsten ist also vermutlich eine Strategie, bei der einer von euch mehrere Verteidigungszauber um euch selbst webt, damit Yamis und Yuugis gekidnappte Monster euch nicht schaden können. Das lenkt den Angriff der Monster weg von euch und hin zu uns Schattenmagiern – den ursprünglichen Herren. Dann könnten wir mit unseren Monstern Voldemorts angreifende Monster bekämpfen und dadurch schwächen. Und am Ende müssten Harry oder Draco mit ihrer großen Nähe zu unserer Magie ihre Macht durch Zauber auf unsere Monster-Duellanten übertragen. Dadurch müssten unsere Monster auch den Verteidigungszaubern beikommen, die von Voldemort auf die okkupierten Monster gelegt werden. Das müssen wir aber noch genauer testen, das sind bisher nur Hochrechnungen. Aber nicht mehr heute!" Seto ließ sein Tablett verschwinden, lehnte sich müde an Joey und schien beschlossen zu haben, dass er für diesen Tag genug analysiert hatte. Betrachtete man, wieviel er in den letzten Stunden beim Aufbau der ganzen Technik und davor in der Nacht bei der Planung geleistet hatte, konnten alle dem jungen Mann nur Ruhe gönnen. Außerdem war es nun schon dunkel und das Abendessen war nicht mehr fern. Trotzdem waren Yami und Yuugi noch neugierig auf eine Sache und so blickten sie Draco und Harry lang an.
„Wenn ihr beide nicht zu müde seid, könnten wir noch einen Test machen. Bisher haben wir nur mit Monstern geübt, die durch unsere Magie gerufen aber sonst nicht wirklich echt waren. Ein Angriff ihrerseits hätte euch allenfalls ein paar blaue Flecken beschert. Aber ihr habt vorhin das Schattenduell zwischen Seto und Bakura gesehen. Dabei wurde die Magie der Schatten als Begrenzung gerufen und die Monster waren wesentlich realer, als ohne die Anwesenheit der Schatten. Und um noch eine Stufe weiter zu gehen, die Monster die Voldemort nun hat, sind vollständig aus der Schattenwelt in die reale Welt getreten. Wir haben keine Kontrolle mehr über sie und sie sind nicht auf die Magie der Schatten als Nachschub für ihre Kraft angewiesen, wie es diejenigen Monster sind, die wir bisher in den Übungen mit euch gerufen haben."
Yuugi blickte zwischen den beiden aufmerksam zuhörenden jungen Männern hin und her und fuhr dann fort: „Ich glaube nicht, dass wir die Monster so real hinbekommen, wie sie durch die Beschwörung in Voldemorts Händen nun sind. Aber durch das Rufen der Schatten hier in dieses kleine Areal um uns könnten wir die Gegebenheiten so nah wie möglich an die Realität anpassen. Wenn ihr diesem letzten Test für heute zustimmt, würdet ihr euch also gleich im Reich der Schatten befinden und dann wird das Monster für euch ausreichend real wirken. Yami und ich werden euch begleiten und beobachten und euch schützen. Ich will nicht nur erfahren, ob ihr die viel realeren Monster ebenfalls angreifen könnt, sondern auch, wie ihr mit der Schattenmagie und dem Reich der Schatten in seiner puren Form umgehen könnt."
Harry sah erst Draco und dann Hermine an. Das Mädchen hatte angesichts der Erfolge ihrer beiden Freunde erkannt, dass diese sehr viel besser mit der Macht der Schatten umgehen konnten, als sie selbst und dass ihre anfänglichen Warnungen für die beiden nicht nötig waren. Doch das jetzt war noch mal ein ganz anderes Kaliber und sie zweifelte, ob dieser Schritt nicht ein wenig zu früh kam. Auch Harry und Draco hatten diese Zweifel und dennoch nickten sie nach einigen Sekunden des Zögerns zu Yuugi.
„Ich gebe zu, ich habe vor diesem Experiment nun doch etwas Angst, denn ich verstehe trotz dieser ganzen Erfolge gegen eure Magie noch nichts vom Schattenreich und werde es wohl auch nie. Aber irgendwann müssen wir das sowieso ausprobieren, also warum nicht jetzt gleich. Ich vertraue eurem Urteil." Harry sprach aus, was Draco dachte. Wenn Yuugi der Meinung war, sie beide konnten das schaffen, dann würden sie es wagen. Ihnen allen war aufgefallen, dass Yuugi Ron und Hermine gar nicht erst gefragt hatte, denn aufgrund der vorrangegangenen Tests waren sie alle zu dem Schluss gekommen, dass Yuugis ursprüngliche Vermutung zutraf und Harry und Draco durch ihre komplett neutrale Seele – repräsentiert durch ihre Aura – die einzigen sein würden, denen das folgende gelingen konnte. Vielleicht kamen andere Zauberer später auch zu dem Punkt, an dem Harry und Draco jetzt schon waren. Aber vorerst waren nur diese beiden in der Lage, die wichtigsten Fragen für die Vorbereitungen des Kampfes mit Voldemorts gefangenen Schattenmonstern zu beantworten.
Yami erhob sich tatendurstig und zog seinen Geliebten auf die Füße. Ihnen folgten Harry und Draco, während der müde Seto weiter an Joey gelehnt sitzen blieb und nur halb aufmerksam zu sein schien. Hermine und Ron erhoben sich ebenfalls und zogen ihre Zauberstäbe, blieben jedoch am Rand des Feldes, um nur im Notfall ihre beiden Freunde mit den nachweislich so wirkungsvollen Zaubersprüchen zu verteidigen. Die vier Männer wanderten bis in die Mitte des Spielfeldes und dann konzentrierte sich Yuugi und rief die Schatten herbei.
Es wurde von einer Sekunde auf die andere dunkel um sie alle und Harry erschauderte. Selbst jetzt, wo er wusste, dass die Schattenmagie nicht böse war, hatte er doch ein mulmiges Gefühl. Dieses verstärkte sich noch, je weiter die Schatten ihren Kreis um die Männer vervollständigte und als sie ganz eingeschlossen und auch Hermine und Ron vor ihren Blicken verborgen waren, fühlte sich Harry mehr als nur unwohl.
„Okay. Das ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Seid ihr sicher, dass das Schattenreich uns nichts tun kann? Es fühlt sich so düster und bedrohlich an. Ich fühle mich, als würde ein Dementor nicht weit von hier schweben und nur darauf lauern, dass ich in meiner Aufmerksamkeit nachlasse, um mir die Seele auszusaugen."
Yami und Yuugi sahen sich nachdenklich an. Von Dementoren hatten sie in den Büchern in der Bibliothek gelesen und wussten daher, worauf Harry hinaus wollte. Sie hatten befürchtet, dass so etwas geschehen würde. Bisher hatten Harry und Draco ja nur von außen ihre Macht gesehen, als sie sie bei ihrem Kampf mit den Todessern vor einer Woche beobachtet hatten. Die beiden waren jedoch noch nie so nah an das Schattenreich heran gekommen, wie jetzt. Kurz überlegten Yami und Yuugi, ob sie nicht doch etwas zu schnell vorgingen und es für heute lieber bewenden lassen sollten. Vielleicht sollten die Hogwartsschüler erst einmal Gelegenheit bekommen, sich an die Schatten zu gewöhnen. Doch Draco ahnte ihre Gedanken und sprach schnell hintereinander drei Zauber auf sich und seinen Geliebten.
Harrys Miene hellte sich danach auf. „Das ist besser!"
Yuugi sah den Slytherin fragend an und dieser erklärte nüchtern: „Ich habe unsere Verteidigungszauber erneuert und ich habe einen Patronuszauber eingewebt. Das ist der Zauber, der auch gegen Dementoren schützt und scheinbar hilft er Harry, die Schatten besser zu ertragen. Ich selbst fühle nur ein leichtes Unbehagen, aber Harry ist vielleicht einfach sensibler."
Besagter zuckte bei diesen sanft ausgesprochenen Worten trotzdem leicht zusammen und sah verlegen zu Draco. Dann jedoch rief er sich zur Ordnung und straffte die Schultern. „Das Schattenreich ist nicht böse, dass kann ich jetzt mit mehr Schutz deutlich spüren. Aber es ist älter als alles, was mir je begegnet ist. Ich verstehe seine Macht einfach nicht und daher fürchte ich es instinktiv. Ich frage mich ehrlich, wie ihr das ertragen und euch hier sogar wohlfühlen könnt."
Yami zuckte nur mit den Schultern, doch Yuugi trat einen Schritt näher zu Harry. „Ich verstehe, was du meinst. Es ist auch nicht so, dass wir den Aufenthalt im Schattenreich irgendwie genießen. Eigentlich empfinden wir nicht wirklich etwas dabei, hier zu sein. Es ist eine natürliche Umgebung für uns, weil wir sie schon so lange kennen und wissen, wie wir mit der Magie umgehen müssen. Sie hat fast keine Geheimnisse vor uns und wir verstehen sie auf jeden Fall besser als jeder andere, selbst Seto. Das Schattenreich ist älter als die Zeit und dadurch natürlich sehr fremd, aber mit den Jahren, in denen wir in ihm ein und aus gegangen sind, haben wir seine Eigenheiten verinnerlicht und so ist es für uns, als würden wir in der normalen Welt sein. Aber es gab eine kurze Zeit, als das alles auch für mich neu war. Damals, als ich das Puzzle gerade zusammensetzte und Yami noch nicht mit mir in Kontakt stand, da gelangte ich einige Male unbeabsichtigt ins Reich der Schatten. Ich verstand damals nicht, was es war, wo ich war – und ich weiß bis heute nicht, wie ich damals wieder zurück in die Realität fand. Aber damals spürte ich, genau wie ihr jetzt, diese alte und fremde Macht und fürchtete mich. Aber durch Yami habe ich das Schattenreich verstehen gelernt und nun ist es mein zu Hause, genau wie seines. Ihr werdet euch nie so sicher hier fühlen wie wir. Das wird gar nicht möglich sein, weil ihr ganz andere Macht nutzt als wir. Aber ihr müsst verstehen, was das Schattenreich ist, damit ihr an unserer Seite und gegen unsere Monster kämpfen könnt."
Harry und Draco nickten und der Slytherin meinte dann beherrscht aber drängend: „Ich denke, wir haben schon einen guten Eindruck gewonnen. Dennoch fände ich es gut, wenn wir nicht allzu lange hier sein müssten. Wir sollten jetzt ein Monster rufen, um es hinter uns zu bringen."
Yuugi nickte und konzentrierte sich. Erneut war es ‚Kuriboh', den der junge Mann rief, denn dieses Monster war ohne Zauberkarten am harmlosesten und sanftmütigsten. Harry erschauerte noch mehr und erstarrte beinahe zu einer Salzsäule, als der kleine braune Fellball leise quietschend zwischen ihnen erschien. Trotz der Zauber, die Draco noch gesprochen hatte machte es Harry nun eindeutig etwas aus, dieses Schattenmonster, welches er zuvor so mühelos besiegt hatte, nur vor sich zu sehen. Draco hingegen schien keine so starken Probleme zu haben. Ohne zu Zögern richtete er seinen Zauberstab auf ‚Kuriboh' und nutzte den gleichen Fluch, den er schon zuvor erfolgreich angewendet hatte, um das Monster zu besiegen. Der Effekt war zwar ungleich schwächer, als außerhalb des Schattenreiches, aber dennoch flüchtete ‚Kuriboh' erbärmlich quietschend hinter Yuugi. Draco drehte sich nun zu Harry um und sah ihn auffordernd an, doch dieser zitterte immer stärker und schüttelte nur den Kopf. Seine Zauberstabhand war an seine Seite hinab gesunken und er war nicht mehr in der Lage, sich zu bewegen. Das Schattenreich und dieses harmlose Schattenmonster waren wohl zu viel für seine Seele.
Yuugi schüttelte den Kopf und sah Yami und danach Draco an. „ Er hat nicht mehr genug Kraft, um das Schattenreich zu überstehen. Das muss für heute reichen. Vielleicht gelingt es Harry wenn er ausgeruht ist." Yuugi wollte schon die Schattenbarriere um sie herum auflösen, als Draco ihn mit einem halbleisen „Warte!" stoppte. Dann trat der Slytherin die zwei Schritte zu seinem Geliebten und umarmte ihn von hinten. In dem Moment, als sich seine Hände vor der Brust des Gryffindor trafen und den Kreis schlossen, erwachte Harry blinzelnd wie aus einem Traum und sah sich verwirrt um.
„Was ist passiert? Ich war einsam in der Dunkelheit, aber plötzlich war sie weg und ich bin wieder hier. Wieso sind wir immer noch im Schattenreich?"
Yami und Yuugi sahen sich und danach Draco überrascht an, welcher erleichtert lächelte und seine Umarmung um Harry noch verstärkte.
„Wie wir aufgrund unserer vorangegangenen Versuche schon vermutet hatten, seid ihr beide trotz eurer gleichen Seelen dennoch unterschiedlich. Draco fiel es viel leichter, das Schattenreich um sich herum zu akzeptieren, während du dich trotz der Verteidigungszauber fast nicht mehr bewegen konntest und die Furcht dich zu besiegen drohte. Wo du im Kampf gegen die Schatten und mit den Schatten an deiner Seite ein wahres Naturtalent bist, ist Draco in den Schatten viel effektiver. Zwar ist sein Angriff auf ‚Kuriboh' schwächer gewesen als draußen, aber ich denke mit etwas Übung wird sich das ändern. Aber scheinbar ist Dracos eigentliche Aufgabe nicht der Angriff, sondern dein Schutz. Jetzt ist nur noch die Frage, wie effektiv du ‚Kuriboh' nun hier im Schattenreich bekämpfen kannst, Harry?"
Und damit trat Yuugi unerbittlich zur Seite und lies einen schutzlosen ‚Kuriboh' zurück, der jedoch dem Angriff mutig entgegen sah. Harrys Fluch traf das Monster frontal und es löste sich sofort auf. Yami und Yuugi blinzelten verblüfft und Harry zuckte erschrocken zusammen.
„Hab ich ihn getötet? Das wollte ich gar nicht!"
Yuugi fasste an sein Deck und plötzlich erschien ‚Kuriboh' erneut. Als wäre nichts geschehen sah er seinen Meister an und drehte sich dann erneut zu Harry um. Doch seine Reaktion war etwas langsamer als zuvor und zumindest Yuugi und Yami sahen deutlich, dass Harrys Attacke nicht spurlos an ihrem Monster vorbei gegangen war. ‚Kuriboh' würde einige Tage Schonzeit im Reich der Schatten brauchen, um wieder zu seiner alten Stärke zurück zu finden.
Mit einem erleichterten Seufzer quittierte auch Harry das Auftauchen des Monsters. Jetzt, mit Draco zu seinem Schutz, schien er die furchteinflößende Aura des Schattenreich nicht im mindesten zu spüren. Dennoch hob Yuugi nun die Barriere um sie wieder auf und sie kehrten auf das nächtliche Quidditchfeld zurück. Hermine und Ron standen neben Seto und Joey und alle vier starrten gebannt auf das Tablett, welches der CEO wieder hervorgeholt hatte. Als die vier Männer nun wieder in der echten Welt auftauchten, hoben sie die Köpfe und sahen ihnen mit rätselhaften Blicken entgegen.
„Was war los? Ist was Besonderes anzumessen gewesen?" Yami wandte sich mehr als nur gespannt an Seto und der Mann nickte knapp.
„Erst konnte der Computer nur das normale Schattenfeld anmessen, welches völlig den Daten entsprach, die wir schon von unseren eigenen Duellen haben. Dann blitzte kurz eine Energiespitze auf und danach folgten zwei sehr starke Ausbrüche kurz hintereinander. Was genau habt ihr da drin gemacht?"
Yami berichtete knapp und Seto nickte verstehend, als der Pharao geendet hatte. „Das heißt, die schwache Energiespitze war Dracos Angriff auf ‚Kuriboh' und die beiden Ausbrüche danach waren Dracos Schutz für Harry und dessen Angriff. Das ist erstaunlich. Ich muss noch analysieren, ob die Energieausbrüche vom Schattenreich selbst stammen, oder ob es Harrys und Dracos Magie ist, die durch die Barriere hindurch gelangte."
Seto musste niemandem erklären, dass der letztere Fall der weitaus bemerkenswertere wäre, bedeutete dies doch, dass Harry und Draco selbst in der für sie nicht heimischen Umgebung des Schattenreiches sehr mächtige Zauber anwenden konnten, die das Schattenreich vielleicht sogar verlassen konnten.
„Versteh ich das also richtig? Harry ist ein perfekter Kämpfer an der Seite eurer Magie, aber wenn er direkt von ihr betroffen ist, dann benötigt er Draco zum Schutz, ist dann aber noch mächtiger?" Ron blickte etwas verwirrt, doch Yuugi nickte.
„Ihr beide und vermutlich auch die ganzen anderen hochrangigen Zauberer hier im Schloss könnt euch sehr gut gegen die Schatten verteidigen und ihr werdet mit der Zeit auch in der Lage sein, unsere Monster mit eurer Magie zu verstärken. Aber ein durch euch durchgeführter direkter Angriff auf die gestohlenen und von Voldemort noch mit seinen Zaubern verstärkten Monster wird vermutlich nie besonders erfolgreich sein. Draco wird beides mit einiger Übung sehr gut beherrschen, aber Harry hat eine natürliche Affinität zu den Schatten. Und gleichzeitig wird er durch das Schattenreich abgestoßen und benötigt den weniger empfindsamen Draco als Schutzschild. Es ist, als würde das Schattenreich spüren, dass Harry seine Macht mit der des Schattenreiches kombinieren, sie aber auch als Waffe dagegen einsetzen kann und daher verteidigt es sich, indem es Harry die geballte Macht entgegen wirft. Das kann Harry nicht ertragen, denn obwohl das Schattenreich nicht böse ist, ist es auch nicht so ‚gut' wie eure Magie, sondern älter, archaischer und gefährlicher. Draco scheint damit aber sehr gut umgehen zu können."
Harry grinste leicht, lehnte sich an seinen Geliebten und meinte respektlos: „Der hier ist eben ein Stein. Ohne Gefühle kann man auch keine Angst haben."
Draco verzog kurz das Gesicht, umarmte Harry dann beinahe grob und meinte sarkastisch: „Ja und du bist eine empfindsame Pflanze. Ich werde dich in einen Glaskasten stecken müssen, damit du nicht eingehst, falls mal die Sonne auf dich scheint."
Empört drehte sich Harry um und wurde von Dracos Lippen empfangen, die sich sanft auf seine legten. Beide lächelten in den Kuss und trennten sich dann wieder.
„Das war doch aber sehr lehrreich für nur einen Nachmittag. Mit den ganzen Daten sollten die weiteren Tests leichter zu planen und auszuwerten sein." Yuugi drehte sich fragend zu Seto um und dieser nickte zuversichtlich.
„In ein paar Tagen werde ich mehr wissen. Wir müssen auch noch mit den Professoren ein paar Experimente machen und auf jeden Fall müssen wir testen, wie gut die Hogwartsmagie gegen Monster ankommt, die mit der gleichen Magie geschützt sind. Aber daraus lässt sich dann schon einiges machen."
„Dann können wir ja jetzt endlich essen gehen?!" Rons Magen knurrte zur Bestätigung protestierend und alle stimmten in das folgende Lachen ein. Pärchenweise wanderten sie hinauf zum Schloss und waren sehr zufrieden mit sich.
Es scheinen ja doch wieder einige Leser vorbei zu kommen. Es ist schön, dass ich das nicht nur für mich update.
Lasst doch ein Review da und sagt, wie euch die letzten Kapitel gefallen haben ^_^ Knuddel. Fly
