Kapitel 3

Das Bett, das von Hannah besetzt gewesen war, war leer als Hermine zurück auf die Krankenstation von Hogwarts gebracht wurde.

Heilerin Stroud kippte einen Trank in Hermines Mund, sobald sie wieder in ihrem Bett lag. Die Schmerzen in Hermines Kopf ließen etwas nach. Sie blinzelte und die tanzenden schwarzen Flecken in ihrem Blickfeld fingen endlich an zu verblassen.

Hermine war übel. Ihr Inneres zog sich zusammen, als ob sie Gift im Innern hätte, das ihr Körper nicht austreiben konnte. Sie zitterte immer noch. Sie wollte sich nur auf die Seite drehen und in einen Ball zusammenrollen, aber sie konnte die Kraft dafür nicht aufbringen.

„Bewacht sie mit euren Leben. Wenn irgendjemand sie anfassen oder auch nur ansehen will, brauchen sie meine Genehmigung dafür.", hörte sie Heilerin Stroud sagen.

Hermine drehte sich und konnte vage zwei große Männer ausmachen, die hinter Stroud standen. Ihre Augen waren kalt, als sie auf Hermine hinab starrten.

Stroud vollführte mehrere Überwachungszauber über Hermine, die schimmernd um ihren Körper herum aufstiegen. Nachdem sie die Projektionen für einige Minuten betrachtet hatte, drehte sie sich um und ging weg, ihre Heiler Robe bauschte sich hinter ihr auf.

Hermine starrte nach oben an die Decke und versuchte zu verarbeiten, was ihr heute alles passiert ist.

Sie hatte das Gefühl, dass sie weinen sollte, aber sie schaffte es nicht ihre Tränen heraufzubeschwören.

Resignation und Hoffnungslosigkeit hatten sich in ihrer Seele verwurzelt, seit sie Harry sterben hat sehen.

Sie wusste, nachdem sie die meisten Menschen, die sie liebte in Höllenqualen hat sterben sehen, dass es nur eine Frage der Zeit war bis sie an der Reihe war zu leiden.

Nun war der Zeitpunkt gekommen.

Den Tod hat Hermine noch nie gefürchtet. Ihre Furcht lag immer in der Art und Weise zu sterben. Sie musste die schlimmsten Wege, die es gab zu sterben, mit ansehen.

Harrys Tod war gnädig, im Vergleich zu der Folter die die Weasleys, Remus und Tonks erleiden mussten.

Lucius Malfoy stand nur wenige Meter von wo Hermine eingesperrt war entfernt, als er zu Ron hochsah und wütend hervorstieß „Das ist für meine Frau!"

Dann hat er ihn verflucht, sodass Rons Blut Schritt für Schritt in geschmolzenes Blei verwandelt wurde. Hermine musste zusehen, wie sich der Fluch langsam seinen Weg durch Rons Körper gebahnte hat und ihn von innen heraus zerfressen hat. Sie ist hilflos gewesen, konnte nichts machen – zu hilflos, um ihn auf irgendeine Weise zu verschonen.

Arthur Weasleys Verstand wurde schon während des Krieges durch einen Fluch dauerhaft geschädigt. Er hat geweinte und hat noch nicht einmal verstehen können, warum er gerade Schmerzen hatte und starb.

Sie haben sich Molly bis zum Schluss aufgehoben. Sodass sie allen ihren Kindern beim Sterben zusehen musste.

Remus hielt Stunden länger aus als alle anderen. Seine Lykanthropie hat ihn immer wieder geheilt, bis er nur noch teilnahmslos dort gehangen hat. Schlussendlich hat jemand aus reiner Langeweile den Todesfluch auf ihn geschossen.

Ihre Morde hatten sich schon so oft vor Hermines Augen abgespielt, dass sie dachte, dass der Schmerz irgendwann einmal weniger werden würde.

Das war aber nie der Fall.

Jedes Mal war es ein Stechen. Genauso stark wie am Anfang.

Eine Wunde die niemals zuheilen würde.

Die Schuldgefühle der Überlebenden, überlegte sie, das war der Muggel Ausdruck dafür. So eine armselige Beschreibung. Es konnte nicht einmal einen Bruchteil des Leids in ihrer Seele beschreiben.

Das sie mal zur Fortpflanzung von einem Todesser benutzt werden würde, ist ein Schicksal, über das sich Hermine noch nie Gedanken gemacht hatte. Vergewaltigt werden – das Risiko hatte sie schon bedacht. Es fühlte sich an wie Vergewaltigung in Zeitlupe. Wobei die Situation viel komplexer war als nur das. Was auch immer sie in ihrem Kopf versteck hatte, muss wichtig gewesen sein. Wichtiger als alles andere. Sie konnte es Voldemort nicht in die Hände fallen lassen.

Sie hatte keine Angst, dass ihre Leiche in der Großen Halle verrotten würde. Das war gar nichts verglichen damit, dass aufzugeben was sie beschützte. Oder vergewaltigt zu werden und ein Kind auszutragen, das ihr aus den Armen gerissen wird, sobald es geboren wurde.

Ihr wurde bewusst, dass abzuhauen mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Luxus war, den sie sich einfach nicht leisten konnte. Das wichtigste war schnell zu sterben, bevor man sie stoppen und an weiteren Versuchen hindern konnte.

Sie lang still im Bett und schmiedete Pläne.

Die Tage gingen langsam vorbei. Keiner der Gefangenen, die auf die Krankenstation gebracht wurden, wagten es mit Hermine zu sprechen, da die Wachen nie von ihrer Seite wichen.

Heiler kamen mehrmals am Tag vorbei, um sie zu beurteilen und zu behandeln. Sie nahmen Blutröhrchen ab und Haarproben zur Analyse. Ein Therapeut kam vorbei, um Hermine in Bezug auf die Folter zu behandeln. Wegen ihres Tremors.

Letztendlich stoppten ihre zeitweiligen Krämpfe fast komplett. Hermines Finger krampften sich noch immer bei unerwarteten Geräuschen zusammen.

Sie war nicht mehr an Lärm gewohnt.

Sie erinnerte sich daran, wie ihr Leben immer voller Lärm gewesen ist in der Vergangenheit; in Klassenzimmern, beim Essen, auf der Krankenstation nach Schlachten. Jetzt erwischte sie jedes unerwartetes Geräusch unvorbereitet. Ein Klopfen an der Tür oder das Klappern von Stiefeln, die Schallwellen – fühlten sich wie physische Wahrnehmungen auf ihrer Haut an.

Sie würde zusammenzucken.

Der nervöse Geist-Heiler kam regelmäßig mit Heilerin Stroud, um Hermines Gehirn und ihre psychologische Verfassung zu untersuchen. Es gab Bedenken zu ihrer allgemeinen mentalen Stabilität. Sie verwendeten Simulationszaubersprüche für ihr Gehirn, um zu sehen wie sie in Menschenmengen, engen Räumen, bei körperlichem Kontakt, beim Anblick von Blut reagieren würde. Falls sie zusammenbrechen sollte wollten sie, dass es hier auf der Krankenstation passierte.

Anscheinend wurde Hermine trotzt des Zuckens als stabil genug angesehen. Als das schlimmste Zittern nach vier Tagen aufgehört hatte, wurde entschieden das sie bereit für die Ausbildung war.

Am fünften Tag wurde sie von der Krankenstation entlassen. Die Wachtmänner brachten sie direkt in die Große Halle.

Die ganze Halle stand voller Stuhlreihen, die zur Stirnseite der Halle zeigten. Die Stühle waren gefüllt mit Frauen in eintönig grauen Kleidern.

Umbridge stand vorne auf dem Podium und redete mit zuckersüßer Stimme. Sie trug pastell rosane Kleidung mit einem großen Anhänger um ihren Hals. Eine ihrer Hände war mit dicken Verbänden eingewickelt.

„Ihr wurdet dazu auserwählt, beim Aufbau der Zukunft mitzuhelfen, die sich der Dunkle Lord vorgestellt hat. Ihr habt das Privileg diese Zukunft zu schaffen.", sagte sie und lächelte künstlich. „Ihr seid die wenigen, die für würdig befunden wurden."

Umbridge hörte sich mechanisch an, sie starrte mit vor Hass funkelnden Augen auf die Mädchen hinab. Das falsche Lächeln zog sich nachdrücklich über ihr Gesicht. Ihre Augen huschten immer wieder in eine Ecke des Raumes.

Hermine drehte sich leicht, um sich umzusehen und entdeckte zwei unmaskierte Todesser; Corban Yaxley und Thorfinn Rowle. Sie beobachteten Umbridge mit einer Mischung aus Langeweile und Belustigung.

„Der Dunkle Lord hat angeordnet, dass sie ausgebildet werden, damit sie ihre Aufgaben ohne Fehler durchführen können. Es ist eine große Ehre, die er ihnen damit zugeteilt hat; sie wollen ihn nicht enttäuschen. Sie sind für den Dunklen Lord wichtig. Deshalb müssen sie vor anderen und vor sich selbst beschützt werden."

Umbridges Lächeln vertiefte sich plötzlich und nahm einen boshaften Zug an. Sie gestikulierte in Richtung der Todesser und Yaxley und Rowle kamen nach vorne gelaufen. Umbridge wandte sich den Gefängniswärtern zu, die an den Wänden aufgestellt waren.

„Betäubt sie alle. Seid gründlich."

Ein paar der Frauen zuckten zusammen oder versuchten auszuweichen, die meisten aber bewegten sich kaum, als die Wärter anfingen sie zu verzaubern. Sie Körper sackten in den Stühlen zusammen oder fielen auf den Boden.

Hermine stand im hinteren Bereich. Sie schaute dabei zu wie die Mädchen zusammensackten. Ein erkannte ein paar bekannte Gesichter; Hannah Abbott, Parvati Patil, Angelina Johnson, Katie Bell, Cho Chang und Romilda Vane. Die anderen sind wahrscheinlich in den Klassen über und unter ihr in Hogwarts gewesen. Ein paar etwas ältere Frauen waren auch dabei, wobei keine älter als dreißig aussah. Es waren insgesamt fast hundert.

Umbridge sah Hermine im hinteren Teil der Halle stehen.

„Sie auch", sagte Umbridge, sie blickte giftig zu Hermine herüber.

Sie zögerte.

Heilerin Stroud erschien an der Seite von Hermines Blickfeld.

„Betäubt sie", sagte sie mit einem knappen genehmigendem Nicken.

Hermine wurde ausgeknockt, bevor sie sich anspannen konnte.

„Rennervate"

Hermine setzte sich erschöpft auf. Sie hatten sie bewegt und sie fand sich selber neben den anderen Mädchen wieder.

Sie sind in Reihen ausgelegt worden. Manche waren noch immer bewusstlos, die Wächter gingen die Reihe entlang und weckten sie auf. Andere saßen aufrecht und starrten die Fesseln um ihre Handgelenke an. Die magischen Handreifen sahen anders aus; etwas breiter und ohne Verschluss. Ein perfekter Kreis aus Kupfer um jedes ihrer Handgelenke.

„Eigentum des Hohen Generals.", war in die schimmernde Oberfläche beider Fesseln eingraviert.

Was Hermine eher verunsicherte, war der kalte Gegenstand unter dem Metall, der sich leicht in die Innenseite ihrer Handgelenke drückte. Die Fesseln waren so eng angelegt, dass sie nicht darunter spitzeln konnte, um herauszufinden was es war. Es war offensichtlich – der Grund warum sie betäubt wurden, war das Entfernen und Austauschen der Fesseln. Vermutlich mit etwas Schlimmeren als zuvor.

Die Uhr an der Wand wies darauf hin das Stunden vergangen sind, seit sie betäubt wurden. Wie auch immer der Prozess aussah, er hatte seine Zeit gebraucht.

Ein großer Tisch war in der Großen Halle erschienen, befüllt mit Waffen.

Es hätte keine offensichtlichere Falle sein können.

Alle standen zurückhaltend da und schauten einfach nur.

„Kommt nach vorne", versuchte Umbridge sie mit schmeichelnder Stimme anzulocken. „Kommt. Seht es euch an."

Keiner bewegte sich.

Umbridge sah enttäuscht aus. Die hatte offensichtlich gehofft, dass jemand dumm genug ist, um nach vorne zu stürzen und sich zu bewaffnen.

„Du da. Komm her." Umbridge zeigte mit dem Finger auf ein Mädchen in der Gruppe. Hermine glaubte sich zu erinnern, dass das Mädchen in ihrem Jahrgang gewesen ist. Sie glaubte es war Mafalda aus Slytherin.

Das Mädchen gehorchte langsam, und erschauderte in dunkler Vorahnung.

„Heb etwas auf.", wies Umbridge sie an.

Mafalda griff langsam nach vorne, als sie jedoch nur noch wenige Zentimeter von einem Messer entfernt war, zuckte sie mit einem erschrockenen Aufschrei zurück.

Umbridge grinste triumphierend.

„Kommt alle her, versucht etwas zu nehmen und schaut was passiert."

Die Frauen schleppten sich alle widerstrebend nach vorne. Hermine näherte sich mit steigender Furcht, ihre Gedanken am Kreisen. Es musste den Fesseln ein Barriere Zauber hinzugefügt worden sein; irgendetwas, dass sie davon abhielt, bestimmten Objekten zu nahe zu kommen.

Sie steckte ihre Hand von einer gewissen Entfernung aus aus und näherte sich langsam. Als ihre Finger nur noch zehn Zentimeter von einem Dolch auf dem Tisch entfernt waren, fing ein Brennen an sie zu umhüllen. Sie zog ihr Hand verbittert zurück. Ihre Optionen Suizid zu begehen limitierten sich dramatisch. Sie überblickte die verschiedenen Gegenstände: Armbrust Pfeile, Messer, Schwerter, Äxte, Küchen Messer, Brieföffner, sogar große Stahlnägel. Der Zauber, um die Bestrafungsbarriere zu erstellen muss umfassend gewesen sein. Sie katalogisierte jeden Gegenstand sorgfältig.

Aber das konnte nicht alles sein, was die neuen Fesseln konnten. Der Eingearbeitete Barriere Zauber war einfache Magie. Das neue Set Fesseln hatte etwas Komplexeres an sich.

Hermine schaute nach unten und untersuchte sie noch einmal.

„Die neuen Armreifen werden für eure Sicherheit sorgen und sicherstellen, dass der neue Haushalt, in den ihr kommt, sich gut um euch kümmert. Das Oberhaupt des Haushalts wird einen Talisman tragen, der ihm immer erlaubt euch zu finden und zu wissen, ob ihr euch gerade in irgendeiner Gefahr befindet. Durch die" – Umbridge lächelte herzlich – „gefährliche, gewaltsame Natur, die unter Muggel verbreitet ist, werden euch die Fesseln von Gewalttaten aller Art abhalten, auch gegen auch selbst. Sie werden euch damit helfen, sich der großzügigen Gelegenheit, die euch der Dunklen Lord gegeben hat, gewollt zu unterwerfen."

Einige Frauen fingen hörbar das Weinen an.

„Immerhin sind es die wichtigsten alle Zauberer, denen ihr dienen werdet. Wir brauchen keine Fehler oder Unfälle, die ihnen Unannehmlichkeiten bereiten.

Ein Barriere Zauber, wahrscheinlich irgendeine Art von Zwang-Zauber gepaart mit Überwachungszaubern – den Gegenstand den Hermine unter ihren Fesseln gespürt hat – ein kleiner Überwachungsmonitor, der ihr körperliches Wohlbefinden überwachte.

Überwachungszauber wurden üblicherweise in Psychiatrischen Abteilungen in Krankenhäusern verwendet, um Heiler zu alarmieren, wenn die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass sich Patienten verletzten oder kurz davor waren verrückt zu spielen. Es werden Herzrhythmus und Hormone überwach, Anstiege und Steigerungen wahrgenommen. Komplexere Varianten konnten sogar ein wenig an das Bewusstsein anzapfen. Es war nicht direkt Gedankenlesen, es gibt einem jedoch Eindrucke über den Status und die Neigungen des Trägers.

Zu versuchen sich umzubringen, ohne irgendeine Art von Waffe, gefangen unter einer Art von Kontrollzauber und ohne eine gedankliche Indikation zu geben, beziehungsweise einen Anstieg des Herzrhythmus – es wird praktisch unmöglich sein.

Hermine stand wie fest gefroren in der Großen Halle und versuchte alles zu verarbeiten.

Die Tage verschwammen ineinander zu einem Dunst aus Angst.

Sie wurden ausgebildet.

Umbridge hielt immer etwas hoch das aussah wie eine kleine Laterne und erteile Anweisungen. Wenn die fertig gesprochen hatte glühte die Laterne leicht auf und die Fesseln wurden warm, als die Magie in sie hineinsank.

Sie verankerte die Zwänge in ihren Köpfen.

Es wurde stufenweise gemacht. Es schien, als ob die Anweisungen Zeit brauchten sich in ihrer Psyche festzusetzen. In Ihr Verhalten überzugehen.

Du wirst leise sein.

Du wirst gehorsam sein.

Du wirst niemanden verletzten.

Du wirst die Ehefrauen nicht kränken.

Du wirst dich nicht wehren, wenn du zum Beischlaf niedergelegt wirst.

Nach dem Beischlaf wirst du dich zehn Minuten nicht bewegen.

Du wirst alles dafür tun schnell schwanger zu werden und um gesunde Babys zu produzieren.

Du wirst mit keinem Mann Sex haben, außer der der dir zugewiesenen Mann wurde.

Als die Tage verstrichen, konnte Hermine die Effekte der Anweisungen an den anderen Frauen beobachten.

Sie wurden leiser und leiser. Während der ersten paar Tage, war nachts noch leises Geflüster zu hören. Am dritten Tag war der ganze Raum leise bis auf ein paar vereinzelte Schluchzer.

Hermine wurde etwas abseits von allen gehalten. Es war immer ein Wärter in ihrer Nähe, der sie flankierte.

Umbridge hielt sich von Hermine fern, obwohl ihre Augen sie jedes Mal triumphierend ansahen, wenn eine neue Anweisung verankert wurde.

Die dunkle Magie, die für den Zwang-Zauber verwendet wurde, war empfindlich. Mit jeder neuen Anweisung, kamen Heiler herein gefegt und führten Diagnosesprüche über den Mädchen aus.

An einem Tag drehte eins der Mädchen einfach durch und stand schreiend auf. Sie schnappte sich einen Stuhl und riss ihn in die Luft, bevor sie ihn auf die Frau neben sich nieder krachen lies. Bis die Wachen es geschafft hatten sie zu betäuben und wegzuzerren, war die Schulter der anderen Frau bereits zertrümmert.

Wahrscheinlich waren noch Mehr Anweisungen geplant aber nach diesem Zwischenfall entschied Heilerin Stroud, dass das was bis jetzt programmiert war ausreichen musste.

Hermine lag jede Nacht im Dunkeln und schmiedete Pläne.

Wenn sie abhauen könnte, war ihre größte Hoffnung durch die Hand des Hohen Generals zu sterben.

Er war, von dem was sich Hermine zusammenreimen konnte, sehr schnell im Ermorden. Wenn sie ihn dazu provozieren konnte, ohne zu denken zu handeln, würde er sie eventuell umbringen, bevor er sich stoppen konnte.

Wenn sie – Erfolg hatte, würde Voldemort eventuell den Hohen General als Bestrafung töten. Was die Welt bei weiten einen besseren Platz machen würde.

Sie müsste schnell und clever sein. Wenn er so ein guter Gedankenleser war wie Snape angedeutet hatte, würde der Hohe General ihre Absichten sofort in ihren Gedanken entdecken.

Vielleicht wäre es ja egal.

Jemand der so voller Hass war – ist wahrscheinlich viel schneller emotional statt überdacht zu Handeln. Sie konnte das zu ihrem Vorteil nutzen und so eine Schlinge um deren beiden Hälser ziehen.

„Zieht euch aus", sagte Umbridge ein paar Tage später.

Hermine war sich nicht sicher, ob es der verankerte Zwang war oder die Zwecklosigkeit eines Widerstandes, die sie dazu brachte einfach zu gehorchen.

Wahrscheinlich beides.

Zusammen mit dem Rest der Frauen, knöpften sie sich ihre eintönig grauen Kleider auf und zog ihre Unterwäsche aus. Sie standen fröstelnd in dem kalten Raum. Es waren noch zweiundsiebzig von ihnen übrig. Zwanzig wurden von Heilerin Stroud aussortiert, da die Gefahr bestand, dass sie genauso ausrasten würden wie das schreiende Mädchen.

Sie waren alle splitternackt bis auf die schimmernden Kupfernen Armreifen um ihre Handgelenke, zusammengekrümmt, um irgendwie ihre Körper vor den gierigen Blicken der Wachtmänner zu verstecken.

„Zieht euch das hier an."

Mit einer Bewegung ihres Handgelenkes deckte Umbridge einen großen Stapel an Klamotten auf. Helle, scharlachrote Roben. So rot wie Blut.

Keine Unterwäsche.

Hermine war dünn genug, sodass sie es kaum vermissen würde einen BH zu tragen aber das Fehlen von Unterhosen war ein unangenehmes Gefühl. Wie ein offen liegender Nerv.

„Und die hier, für die Winterkälte.", sagte Umbridge grinsend, als sie einen weiteren Stapel Klamotten aufdeckte. Oberschenkellange Stricksocken.

Dann fügte Umbridge einen Stapel weißer Hauben und scharlachroter flacher Schuhe hinzu.

Hermine zog sich alles an.

Die Haube als letztes. Die Flügel blockierten fast die gesamte Sicht auf ihr Umfeld. Sie dämpften ihr Gehör.

Sie konnte nur geradeaus schauen. Wenn sie irgendetwas zu ihrer Linken oder Rechten sehen wollte musste sie ihren gesamten Kopf übertrieben drehen.

Die Hauben sind durchdacht hergestellt worden, um sie verletzlicher zu machen.

Sie konnten kaum sehen, kaum hören, sich nicht wehren, nicht widersprechen, nicht abhauen.

Ihr Wohlbefinden hin ganz und gar davon ab, sich ihren Besitzern hinzugeben.

Damit sie anpassungsfähig sind.

„Wenn sie das Haus verlassen, dem sie zugeteilt sind, müssen sie die Hauben tragen. Sie dürfen nicht angeschaut werden.", befahl Umbridge. „Das ist da Ende ihrer Ausbildung. Ich kann es kaum abwarten, die Kinder zu sehen die sie hervorbringen werden."

Umbridges Augen lagen auf Hermine, der Hass in ihnen so dick, dass sie ihn fast auf ihrer Haut spüren konnte. Umbridge lächelte war kalt und schadenfroh, als sie sich umdrehte und ging.

Jemand streifte Hermines Arm. Jemand so nah, dass sie ihn nicht einmal sehen konnte als sie ihren Kopf drehte, da sie verschleiernden Flügel ihrer Haube im Weg waren.

„Es tut mir so leid", flüsterte Angelinas Stimme. Ihre Stimme brach, als ob sie ein Schluchzten unterdrücken würde. „Du hattes Recht. Wir hätten auf dich hören sollen."

Hermine öffnete ihren Mund, um Angelina zu fragen was sie meinte. Bevor sie die Frage aber loswerden konnte, packte sie eine starke Hand um ihren Arm. Sie wurde weggezogen in ein kleines Zimmer.

Heilerin Stroud saß hinter einem großen Schreibtisch, der voller Papierkram gestapelt war. Eine Akte lag offen da, sie enthielt scheinbar einen Kalender. Die Kästchen waren mit Haken gefüllt, um Tage abzuhaken.

Hermine erkannte, dass es Mitte November 2004 war. Ihr was das Datum bis zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen.

„Miss Granger", sagte Heilerin Stroud als sie aufblickte, „Ich bin sehr zufrieden damit, dass ich sie im Programm behalten konnte."

Hermine antwortete nicht. Sie blickte starrsinnig auf die Frau vor ihr.

„Mir ist klar, dass sie sich das hier nicht ausgesucht haben, aber angesichts der Seite, die sie während des Krieges gewählt haben, sind sie sicher erleichtert, dass ihre magischen Fähigkeiten anerkannt werden." Stroud studierte Hermines Gesichtsausdruck, ihre Augen waren seltsamerweise hell und freundlich. „Nach dem hier wird es nicht mehr die reinblütigen achtundzwanzig geben. Die Zukunft wird einfach magisch sein. Ich bin mir sicher sie können den Vorteil in all dem sehen."

Hermine stand einfach nur da und wunderte sich über die verdrehte Logik, die die Frau vor ihr offensichtlich hatte, um sich ein reines Gewissen zu bewahren.

Sie brauchte ein paar Sekunden, um zu realisieren das eine Antwort angebracht wäre. Strouts Ausdruck nach zu urteilen auch erwartet wurde.

„Sie schicken mich los, um vergewaltigt zu werden und sie wollen das ich den Vorteil darin sehe?", sagte sie schlussendlich und sog die Augenbrauen nach oben.

Heilerin Strouts Augen blitzten kurz auf, bevor ihr Blick kalt wurde.

„Ich bin nicht für die Sicherheitsentscheidungen zuständig. Es überrascht sich wahrscheinlich das zu hören, aber mir liegt ihre Gesundheit und ihr Glück am Herzen."

„Auch wenn ich unfruchtbar wäre?"

Hermine schaute nach unten, um den umgedrehten Kalender zu studieren, sie versuchte die Zahlen zu lesen, um das genaue Datum herauszufinden.

Heilerin Stroud verdrehte ihre Augen und seufzte. „Offensichtlich kann man sich mit ihnen nicht vernünftig unterhalten. Sie sind immer noch so emotional mit allem. Vielleicht schafft es eine Hexe mit ihrer Intelligenz es irgendwann einmal wertzuschätzen, was ich hier versuche zu tun."

Hermine sagte nichts. Sie kniff die Augen zusammen und versuchte noch einmal den Kalender zu lesen. Ihre Finger zuckten.

Heilerin Stroud platzierte eine Akte darüber und stand auf. Hermine blickte auf.

„Dem Dunklen Lord war es wichtig, dass sie sich unter der Aufsicht von jemanden befinden, der ihre Gedanken im Auge behalten kann. Ich hatte eine Verlängerung beantragt, damit ich beobachten kann, wie sich ihre Ausbildung auf sie auswirkt, aber sie erreichen in ein paar Tagen ihr fruchtbares Fenster und der Dunkle Lord möchte, dass sie so schnell wie möglich schwanger werden. Ich hätte ihnen dabei geholfen sich körperlich darauf vorzubereiten, aber sie scheinen meine Hilfe nicht zu wollen. Der Hohe General ist verheiratet. Ich bin mir sicher er weiß was er zu tun hat und ihm wird es bestimmt nichts ausmachen sie selbst so auszubilden, damit sie seinen Vorlieben gerecht werden."

Heilerin Stroud schenkte Hermine ein kaltes, dünnes Lächeln und Hermine zuckte zusammen. Ihr Bauch verdrehte sich schmerzhaft.

Heilerin Stroud griff in ihre Schublade und zog eine Tasche heraus.

„Das hier wird dich zu Anwesen des Hohen Generals bringen. Du wirst bereits erwartet."

Sie reichte es Hermine entgegen. Hermine wich erschrocken zurück.

Sie senkte ihr Kinn ab und versuchte zu atmen. Sie brauchte nur einen kurzen Moment, um sich zu fassen. Um sich darauf vorzubereiten, was auf sie zukam – und was sie vorhatte zu tun.

„Streck deine Hand aus.", sagte Heilerin Stroud als sie um den Tisch herum auf Hermine zu ging. Hermines Herz pochte schmerzhaft in ihrer Brust, als sie in ihre Lippe biss und versuchte das Grauen, das wie eine Flut in ihr aufstieg, runter zu schlucken.

Hilflos. Schutzlos. Gehorsam.

Du wirst gehorsam sein.

Hermines Hand hob sich wie von alleine an. Eine Münze fiel in ihre Hand. Sie spürte sofort einen Ruck hinter ihrem Bauchnabel, als sie davongezogen wurde.