Disclaimer: alles außer der Story gehört JKR und Takahashi-sama

Pairings: Yami/Yuugi, Harry/Draco, Seto/Joey, Ryou/Bakura/Marik, Hermine/Ron, Remus/Severus

Wie immer viel Spaß mit dem neuen Kapitel. Es ist ein wenig lang, aber ich denke, ihr werdet mir diesen Umstand verzeihen :)


Siegel der Schatten

32. Anubis

Mulciber schritt selbstsicher zusammen mit seinen drei Begleitern durch das kleine Dorf. Er musste sich nicht verstecken, denn er war den hier lebenden Zauberern und Schlammblütern weit überlegen und die Muggel sollten es nur wagen, ihn anzugreifen. Er würde sich einen Spaß daraus machen, die dummen Menschen mit einigen Cruciatus-Flüchen zu foltern und sich an ihrem Leid zu ergötzen. Eigentlich hoffte er sogar darauf, dass einer der Muggel, die verstohlen hinter ihren Vorhängen hervor lugten, so unvorsichtig sein würde und ihn und die drei anderen Männer angreifen würde. Vielleicht hatte ja einer eine dieser Pistilen, oder wie die Kugeln verschießenden Dinger hießen, im Schrank und fühlte sich dem schwarzgewandeten Todesser überlegen genug, um sein Glück zu versuchen. Mulciber brauchte mal wieder ein wenig Abwechslung und das Foltern eines hilflosen Muggels wäre da gerade das Richtige. Doch dummerweise besaßen die Männer und Frauen genug Selbsterhaltungstrieb und versteckten sich in der scheinbaren Sicherheit ihrer Häuser.

Also liefen Mulciber, Arien, Cadmus und Zack unbehelligt die Dorfstraße entlang zu ihrem Ziel. Der noch nicht ganz runde Vollmond ging eben über dem Horizont auf und beschien die beginnende Nacht. Mulcibers drei Begleiter waren entsprechend unruhig und ihre Natur begann sich schon langsam in ihrem Wesen zu zeigen. Die drei Werwölfe spürten die Verwandlung, die sich beim Vollmond in der nächsten Nacht ereignen würde. Da die drei Männer die Verwandlung jeden Monat aufs Neue willkommen hießen und genossen, zeigten sich schon jetzt, bevor der Mond die richtige Phase vollständig erreicht hatte, die ersten Anzeichen der Werwolfsnatur. Dennoch würden sich die drei Männer noch nicht verwandeln können, wie sehr sie es auch ersehnten. Mulciber hatte trotzdem seine drei Begleiter mit Bedacht ausgewählt, denn der Zauberer, zu dessen Bestrafung er gerade unterwegs war, fürchtete sich fast noch mehr vor Werwölfen, als vor den Konsequenzen, die seine Weigerung gegen die Wünsche des dunklen Lords nach sich ziehen würden. Der Mann, der ein Mitarbeiter im Zaubereiministerium war, hatte die Frechheit besessen, eine Anfrage eines Todessers nach Informationen über die fremden Magier abzuweisen, die seit über einem Monat in Großbritannien überall auftauchten. Doch die Anfrage eines Todessers abzuweisen, bedeutete, sich offen gegen den Lord zu stellen. Und das musste bestraft werden. Mulciber war mit dieser Aufgabe betraut worden und da er den Zauberer kannte, hatte er mit Bedacht die drei Werwölfe mitgebracht. Diese schnüffelten schon die ganze Zeit in der Nachtluft nach der sie umgebenden Angst der Muggel und Zauberer und ihren menschlichen Kehlen entkam ab und an ein vorfreudiges Grollen.

Mulciber war noch etwa zwei Häuser von seinem Zielort entfernt und Arien und Cadmus mussten Zack mit Macht zurück halten, damit dieser nicht mit gewaltigen Sätzen vorpreschen und die Tür einzutreten versuchte. Mulciber würde den Werwolf genau dies tun lassen, aber erst, wenn er sich vergewissert hatte, dass die Zauberer in dem Haus allesamt wach und sich der Gefahr vollauf bewusst waren. Sie sollten die Angst und Bedrohung spüren und erkennen, was sie sich mit ihrer Verweigerung der Gefolgschaft zu seinem Herrn aufgeladen hatten.

Doch soweit kam es nicht, denn plötzlich tauchte direkt vor Mulciber und den drei Männern eine dunkle, schattenhafte Wolke auf und daraus traten zwei weißhaarige Männer hervor, der eine mit bleicher und der andere mit stark gebräunter Haut. Mulciber erstarrte und schickte nach einigen Sekunden geistesgegenwärtig mehrere Flüche auf die Männer, während er sich zusammen mit den Werwölfen mehrere Schritte zurück zog. Er hatte die fremden Magier erkannt. Das waren die beiden, die schon seit über einem Monat gezielt Todesser jagten und Mulciber verfluchte sein Pech, dass er auf die beiden Männer getroffen war, nur mit den drei Werwölfen als Unterstützung. Werwölfe waren zu Vollmond überaus nützlich und es gab wenige Zauber, die gegen die animalischen Wesen ankamen und noch weniger Zauberer, die diese Zauber beherrschten. Doch einen Tag vor Vollmond waren die Männer nur einfache und zu Mulcibers Unglück auch nicht besonders gute Zauberer – Zack noch nicht einmal das, denn er war ein Muggel gewesen, bevor er gebissen worden war.

Zu Mulcibers Verwirrung und Erleichterung musste er sich jedoch nicht sofort nach dem Auftauchen der fremden Magier mit deren seltsamen stablosen Zaubern auseinander setzen. Normalerweise ließen sie die Sprüche der Todesser durch irgendeine fremde Magie abprallen und warfen sie teilweise sogar zurück. Und meistens kam dieser schwarze Nebel oder ein goldenes Leuchten oder seltsame Wesen, wie auch der Lord sie seit einigen Tagen an seiner Seite hatte und griffen die Todesser an. Nichts davon geschah. Statt anzugreifen, standen die fremden Magier nur regungslos da, nachdem sie seine ersten Angriffe wie immer mühelos abgewehrt hatten und erst jetzt hörte Mulciber deren leise geführte Diskussion.

„Wo glaubst du, sind wir hier?"

„Ich hab keine Ahnung. Ist ja nicht so, als hätte ich hier halt machen wollen."

„Ich kann ja nun auch nichts dafür, dass wir hier rausgekommen sind."

„Wieso bei Re kannst du uns nicht einfach zurück in die Schatten bringen?"

„Denkst du ich hab es nicht schon versucht? Irgendetwas hat uns gestoppt und aus den Schatten hervorgelockt. Und jetzt kommen wir so nicht mehr zurück."

„Heißt das, wir sind hier gestrandet?"

Verwirrt verfolgte Mulciber den schnellen Dialog der beiden. Teilweise bekam er nicht einmal mit, wer wen anfuhr, aber die Worte wurden hitzig und vorwurfsvoll gesprochen und da erkannte Mulciber, dass die Fremden gar nicht seine Pläne hatten durchkreuzen wollen. Sie schienen zufällig und ohne ihr Zutun aus ihrem seltsamen Transportzauber hervorgelockt und hier auf die Straße gerufen worden zu sein. Vielleicht waren sie doch nicht so mächtig, wie sie immer taten.

Gleich nachdem Mulciber diesen Gedanken gedacht hatte, wurde er eines besseren belehrt. Denn die beiden Weißhaarigen schienen sich wieder an ihre Umgebung erinnert zu haben und daran, dass da bei ihrem Auftauchen vier Gegner gewesen waren. Der zwingende und verachtende Blick aus zwei paar Augen fiel nun auf den Todesser und die drei Werwölfe. Gleichzeitig tauchte zwischen den Parteien eine ganze Reihe von Monstern in unterschiedlichen Stadien der Verwesung auf. Mulciber erinnerte sich von seiner letzten Begegnung mit allen vier der fremden Magier, dass die beiden weißhaarigen scheinbar die Herrschaft über zombiehafte Geisterwesen und Monster hatten, die selbst für ihn ungewohnt und abschreckend waren. Doch die Feinde kamen nicht dazu, mit ihren Monstern einen Angriff durchzuführen, denn plötzlich heulten Arien und Zack gleichzeitig auf. Mulciber warf einen verwirrten Blick neben sich auf die Männer und sah nur noch krallenbewehrte Hände, die sich die Kleidung vom Leib rissen. Und plötzlich hockten da neben ihm drei vollständig verwandelte Werwölfe, die sich anschließend sofort auf die ersten Monster vor ihnen warfen.

Verwirrt blickte Mulciber auf den noch immer nicht vollständig runden Vollmond im Osten und sah dann begeistert, aber ohne Erklärung dafür zu haben zu, wie die Werwölfe nach und nach die Monster mit Klauen und Zähnen angriffen und tatsächlich zur Auflösung brachten. Ohne dass sich die Monster wirkungsvoll gegen die Wölfe wehren konnten, wurden sie zerrissen und zerfetzt oder verschwanden von selbst in einer Wolke aus goldenem Sternenstaub. Mulciber zögerte nicht länger, denn auch wenn er nicht verstand, warum die Männer sich einen Tag zu zeitig verwandelt hatten, erkannte er instinktiv, dass er hier die Chance hatte, die fremden Magier zu besiegen.

Die beiden weißhaarigen Männer hatten sich beim ersten Angriff der Werwölfe nur höhnisch lachend hinter ihre Monster gestellt, doch ihr Lachen war schnell verstummt, als nach und nach diese Verteidigungslinie in sich zusammen brach. Und dann hatte Mulciber mit Freude festgestellt, wie sich der höhnische Blick der Männer in Furcht verwandelt hatte. Er erinnerte sich nun wieder, wie die beiden anderen Magier ihre Freunde genannt hatten – Grabräuber und Grabwächter. Und während Mulciber selbst nun über die Köpfe der Werwölfe hinweg mehrere Avada Kedavra- und Cruciatus-Flüche schickte, wurde er Zeuge, wie diese beiden sich mit ängstlichem Blick ansahen und dann in ein Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite flüchteten. Das Haus war nur noch eine bessere Bruchbude und stand offenkundig leer. Doch Mulciber hätte die nächsten Flüche auch ausgesandt, wenn es von Muggeln bewohnt gewesen wäre. Das hätte er sogar noch etwas mehr genossen. Innerhalb weniger Sekunden brannte der gesamte Dachstuhl in magischem Feuer nieder und auch die Wände wurden innerhalb von Augenblicken zu Asche verbrannte. Nur eine kleine Ecke der vorderen Front blieb erhalten und Mulciber sah auch gleich, warum. Dahinter versteckten sich die beiden Männer. Sie kauerten scheinbar auf dem Boden, denn er konnte nur ihre seltsam stacheligen Haarschöpfe sehen und ab und an den furchtsamen Blick, den sie den angreifenden Werwölfen zuwarfen. Diese drangen mit Klauen und Zähnen immer wieder auf das Holz ein, erreichten es aber nicht, denn eine schimmernde Wand aus durchscheinendem Nebel lag wie eine Glocke über den fremden Magiern und ihrem halben Versteck. Sie mussten eine Art Schutzschirm aufgebaut haben, denn auch Mulcibers Flüche prallten ab und hinterließen nur ein schwaches rotes Flackern. Dort, wo die Zähne der Wölfe auf das Nichts trafen, flackerte es ebenfalls immer wieder rot auf. Minutenlang verausgabten sich die Werwölfe scheinbar ohne Ergebnis aber auch unermüdlich an der Verteidigung der Fremden, doch diese machten auch keine Anstalten eines Gegenangriffs. Ganz offensichtlich kostete es sie alle Kraft, den Schutz aufrecht zu erhalten.

Mulciber lachte schallend und boshaft und schickte den fremden Magiern erneut mehrere Angriffsflüche entgegen.

„Tja, jetzt seid ihr nicht mehr so überheblich."

Zu seinem Bedauern durchdrangen seine Flüche den Schutzschirm immer noch nicht, doch das rote Leuchten des Schutzfeldes wurde intensiver und schien länger anzuhalten, bevor es erlosch. Mulciber war sich ziemlich sicher, dass es nur noch eine Frage von Minuten war, bis der Schild erlosch. Und dann würde er die beiden Männer gefangen nehmen und dem Lord seine Beute präsentieren. Der Zauberer, zu dessen Bestrafung er ausgesandt worden war, war längst zweitrangig geworden. Angesichts des Feuerwerks praktisch direkt vor dessen Haustür würde es Mulciber verwundern, wenn der Mann und seine Familie überhaupt noch da wären. Doch diese Bestrafung konnten andere Todesser später durchführen. Hier bot sich Mulciber eine einmalige Chance, die Gegner nicht nur empfindlich zu schwächen, sondern sogar mehr über die Fremden zu lernen. Wenn er nur einen der beiden Männer gefangen setzen und entweder vor Ort verhören oder besser noch, mit seinem Portschlüssel zum Versteck des Lords bringen würde, dann wäre ihm die Anerkennung seines Herrn sicher. Der Lord hatte von den gefangenen Monstern nicht viel über die fremde Magie erfahren. Es war nicht einmal sicher, ob die Monster vor dem Ritual in den Diensten der Feinde gewesen waren, oder ob sie diese nie zuvor gesehen hatten. Nur zwei der Monster waren überhaupt dazu in der Lage, mehr als grollende oder grunzende Laute von sich zu geben, aber gesprochen hatte keines von ihnen mehr als Ja oder Nein. Mulciber war beim Verhör der Monstren nicht anwesend gewesen, aber er wusste, dass Bellatrix voll auf ihre Kosten gekommen war und der Lord hinterher dennoch nicht mehr über die fremden Magier wusste, als das, was er aus den wenigen informierten Quellen im Ministerium und bei den Auroren erfahren hatte. Noch immer wussten die Todesser und ihr Herr nur, dass die Magier fremde Macht hatten, aber sie wussten nicht, woher die Magier kamen oder was ihre Ziele waren. Die Tatsache, dass sie mit den Auroren mittlerweile keine Kämpfe mehr austrugen und dass sie bei ihren wenigen Zusammenstößen mit Todessern oder Zauberern die Muggel geschont hatten, stellte sie auf jeden Fall auf die feindliche Seite. Doch es waren nur vier Magier und wie mächtig ihre Sprüche auch sein mochten, die Todesser unter ihrem mächtigen Herrn würden sie und Dumbledore leicht besiegen, wenn es zu einer echten Schlacht kam. Dumbledore traute sich schon lange nicht mehr aus Hogwarts heraus. Der Lord war mit den erbeuteten Monstern noch mächtiger geworden und immer mehr Reinblüter hatten sich ihm in den letzten Monaten angeschlossen. Mulciber drängte seinen Herrn zusammen mit dem inneren Kreis der Todesser in den letzten Wochen so unauffällig wie möglich und soweit sie es wagten immer wieder, endlich die finale Schlacht einzuleiten. So stark wie jetzt waren sie lange nicht mehr gewesen.

Und hier bot sich nun ein Informationsdetail, von dem Mulciber den klaren Vorteil immer mehr erkannte. Die Fremden waren von den Werwölfen angelockt und aus ihrem Zauber hervorgeholt worden. Nichts anderes ergab Sinn, denn nie zuvor hatte ein Todesser etwas solches berichtet. Natürlich waren auch schon zuvor in ihren Begegnungen mit den Fremden Werwölfe anwesend gewesen. Doch diese Kämpfe hatten niemals so nah um Vollmond herum stattgefunden. Die meisten Werwölfe hielten sich in den drei Tagen vor dem Mond versteckt und schonten ihre Kräfte, damit sie dann in der einen Nacht, in der sie ihrem Herrn wirklich mit ihrem wahren Wesen zu Verfügung stehen konnten, mit all ihrer Kraft bereit waren. Mulciber beobachtete weiter, wie die Fremden den Werwölfen immer wieder furchtsame Blicke zuwarfen, während er die Schutzbarriere angriff und war sich sicher, dass auch diese frühzeitige Verwandlung von den fremden Magiern beeinflusst war und das auf jeden Fall unbeabsichtigt. Die Wildheit der drei Werwölfe war die, welche sie nur in der Vollmondnacht hervorbringen konnten. Mulciber war sich ziemlich sicher, dass er selbst die Werwölfe nicht würde bändigen können, wenn die Schutzbarriere zusammenbrechen würde, doch was kümmerte es ihn, wenn die Feinde von den Wölfen gebissen wurden. Er würde die Männer gefangen nehmen und ohne die Werwölfe zum Lord transportieren. Sollten die drei Wölfe ihren Hunger und ihre Blutlust doch in dem Muggeldorf abreagieren. Es wäre eine passende Strafe dafür, dass ihm der Zauberer entkommen war, den er eigentlich hatte jagen sollen. Die fremden Magier hingegen würden nur solange leben, bis sie ihr Wissen an den Lord weitergegeben hatten. Sie würden nicht einmal die nächste Nacht erleben, um sich selbst in Werwölfe zu verwandeln und eventuell eine Gefahr darzustellen.

Was es auch immer war, was an der fremden Magie die Werwölfe zur Verwandlung gezwungen hatte, es machte den beiden Fremden offensichtlich selbst Angst und Mulciber wusste, dass er hier einen Glückstreffer gelandet hatte, der ihn im Ansehen seines Herrn noch mehr steigen ließ, wenn sie dieses Wissen gewinnbringend in einer Schlacht gegen die Fremden an Vollmond ausspielen konnten. Denn wie viel mehr Macht würden die Werwölfe wohl haben, wenn sie sich natürlicherweise verwandelt hatten, aber ihre animalische Seite von der fremden Magie noch mehr befeuert wurde?

Plötzlich erkannte Mulciber, dass das Flackern an manchen Stellen des Schutzschildes mehrere Augenblicke anhielt und er ahnte, dass die Verteidigung dort umso schwächer sein musste. Also schoss er gezielt mehrere Flüche genau auf eine dieser Stellen und tatsächlich brach der vierte durch und traf die Wand dahinter. Das Holz ging sofort in Flammen auf und verbrannte wie von Mulciber beabsichtigt innerhalb von Sekunden zu Asche. Dahinter kamen die beiden fremden Magier zum Vorschein, die den Werwölfen nun wieder von Angesicht zu Angesicht gegenüber hockten. Ihre seltsamen Augen weiteten sich tatsächlich furchtsam und Mulciber lachte erneut höhnisch auf. Doch da sah er auf dem Boden seltsame Schriftzeichen, die golden glühten und gleich darauf tauchte ein kleines aber intensiv schwarzes Portal wie ein Loch im Nichts hinter den Männern auf. Mulciber ahnte, dass die Männer ihm doch noch im letzten Augenblick entkommen würden und verstärkte seine Anstrengungen. Mehrere Flüche durchdrangen den Schutzschirm, doch die Fremden hatten erneut diese seltsamen Wesen beschworen und diese wurden statt ihrer von den Flüchen getroffen und zerstört. Wütend zischte Mulciber den Werwölfen Angriffsbefehle zu, doch wilder als sie sowieso schon die immer schwächer werdende Barriere aus rot pulsierendem Nichts angriffen, konnten die Tiermenschen nicht mehr werden. Gerade, als Mulciber hoffte, der Schutzschirm würde noch rechtzeitig zusammenbrechen und die Wölfe könnten sich auf die Fremden stürzen, da griffen sich die beiden Männer an der Hand und ließen sich rücklings in das schattenhafte Portal fallen. Die goldenen Schriftzeichen auf dem Boden glühten auf und verblassten, während sich auch die Umrisse der Fremden schnell auflösten. Gleichzeitig mit dem Verschwinden des Schutzschirmes sprangen die Werwölfe über die Überreste der Wände, doch ihre Zähne trafen nur leere Luft. Die Werwölfe heulten wütend und kämpferisch auf und begannen dann die Umgebung wie wild abzusuchen. Doch Mulciber wusste, die Fremden waren ihm doch noch entkommen. Fluchend sprach er ein paar Spürzauber auf, in der Hoffnung, den Ort zu finden, an den das Portal führte. Doch mit dem Verschwinden des letzten Restes an Dunkelheit nach nur wenigen Augenblicken, wurde auch diese Hoffnung getrübt. Und dann begannen die Werwölfe plötzlich zu jaulen und zu winseln und Minuten später lagen drei nackte Männer in den Überresten der Hütte. Für einige Augenblicke verstand Mulciber nicht, was dies zu bedeuten hatte, doch dann erkannte er, dass seine Vermutung korrekt gewesen war. Die fremden Magier hatten tatsächlich direkt die Verwandlung der Werwölfe ausgelöst und nun, da diese Magie wieder verschwunden war, wurde auch der unnatürliche Effekt umgekehrt.

Mulciber lachte zufrieden auf und kümmerte sich nicht um das Jaulen und Jammern der drei Männer, als er sie mit einem Schlenker seines Zauberstabes nackt wie sie waren zu sich zauberte. Er wusste, dass er seinem Herrn sofort diese Nachricht überbringen musste, denn vielleicht konnten sie so noch schnell genug planen, um sich diesen Vorteil der fremden Magie schon in der folgenden Nacht nutzbar zu machen. Die Fremden hatten offensichtlich nichts von ihrem Effekt auf die Werwölfe gewusst und mehr als eine Hinhaltetaktik und einen Fluchtzauber hatten die sonst so überheblichen Magier nicht zustande gebracht. Wenn sich die Todesser also beeilten, würden die fremden Magier auch in der Vollmondnacht in 24 Stunden keinerlei Verteidigung gegen ihre eigene Magie haben und es würde den Todessern ein leichtes sein, diese Männer gefangen zu nehmen. Derzeit waren mehrere Rudel Werwölfe in Vorbereitung auf den Vollmond im Verließ des Verstecks des Lords untergebracht und sein Herr würde weitere Rudel herbeirufen können. Mulciber ahnte sogar, dass hier noch mehr Potential existierte, als nur die Gefangennahme der fremden Magier. Vielleicht konnte sich sein Herr deren ungewollten Einfluss auf die Werwölfe sogar zunutze machen. Mit einem der Fremden als ihrem Gefangenen, könnten sie die Werwölfe unabhängig vom Vollmond vielleicht jederzeit aus ihrem menschlichen Körper hervorlocken. Mulciber schwebte eine ganze Angriffsflanke aus den Bestien vor, mit der sie vielleicht schon bald Hogwarts und seine so ekelhaft guten Zauberer angreifen könnten. Doch die Gelegenheit zu Gefangennahme mindestens eines der Fremden würde nur morgen Nacht bestehen, denn natürlich würden auch die Feinde an einer Strategie zu ihrer Verteidigung arbeiten. In einem Monat konnte es vielleicht schon zu spät sein. Eile war also geboten.

Also holte Mulciber den Portschlüssel aus seiner Tasche und ließ sich eilig zusammen mit den drei noch immer nackten und aufgrund der Rückverwandlung vor Schmerz winselnden Männern zu ihrem Herrn transportieren.


Bakura brach neben Marik auf dem Gras zusammen und blickte für einige Sekunden nicht auf. Yuugi begann sich schon fast, ein wenig Sorgen zu machen, als sich die beiden Männer aus ihren zusammen gekauerten Haltungen nicht erhoben, sondern nur so da saßen, als wäre ihnen schlecht. Kurz überlegte er, ob sie die Fallenkarte ‚Die Kräfte der Finsternis' zu spät eingesetzt hatten, um Bakura und Marik ohne Einsatz der Schattenmagie durch den Rückholzauber der Fallenkarte nach Hogwarts zurück zu transportieren, doch das konnte eigentlich nicht sein.

Plötzlich brach Marik zusammen und gab glucksende Geräusche von sich und gleichzeitig sprang Bakura auf, raufte sich erst die Haare und funkelte den Pharao dann wütend an:

„Das verzeihe ich dir nie! Mich so zu demütigen und dazu zu zwingen, wegzulaufen!"

Mariks Glucksen wurde nun als hilfloses, fast ersticktes Kichern erkennbar und der Mann kugelte sich zu Bakuras Füßen vor Lachen und bekam ein ganz rotes Gesicht. Bakura sah entnervt auf seinen Partner zu seinen Füßen hinab, sah dann wieder Yami an, der mit verschränkten Armen und ungerührtem Blick einfach nur neben ihrem Rückkehrort stand und hockte sich dann grummelnd wieder auf den Boden. Erst nach Minuten beruhigte sich Marik und meinte dann zwischen immer noch mühsam unterdrückten Lachanfällen:

„Oh, das war das beste Schauspiel, was wir je gegeben haben, Bakulein. Der Todi hat nicht einmal geblinzelt und uns jede Sekunde geglaubt!"

Yuugi hatte so viel schon geahnt, denn sonst wäre Bakura nicht so wütend gewesen.

„Der ‚Elektromagnetische Schild' hat also auch funktioniert?"

Marik erhob sich aus seiner zuletzt ausgestreckten Position im Gras und setzte sich neben Bakura. Dann wuschelte er dem grummelnden Mann, der nun eindeutig wieder Ryou war, einmal durch das Haar. Der japanische Duellant schien aber mit dem Ausgang des Täuschungsmanövers ebenso unzufrieden zu sein, wie sein dunkler Seelenteil und sagte nichts. Immerhin beschimpfte er aber Yami auch nicht, dessen Plan das alles gewesen war.

Marik sah Yuugi an und nickte noch immer mit ab und an vor unterdrücktem Lachen zuckenden Schultern: „Sehr gut sogar. Der Schild hat effektvoll unsere eigentliche Abwehr der Werwolfangriffe getarnt und bei den Avadas mussten wir uns nicht einmal besonders anstrengen. Wir haben ihn dann genau im richtigen Moment zusammenbrechen lassen, bevor ihr uns mit ‚Kräfte der Finsternis' zurückbeschworen habt. Bakura hat sogar extra zur Tarnung noch ein paar goldene Runen auf den Boden gezaubert. Ein Glück, dass der Todesser kein Altägyptisch verstehen kann, besonders nicht Bakus ollen Dialekt. Wenn er gelesen hätte, wie Baku ihn beschimpft hat, dann wäre die ganze Scharade umsonst gewesen."

Yuugi schüttelte den Kopf. Das war wiedermal typisch Bakura. Aber auch Yuugi wäre es vermutlich nicht leicht gefallen, den Hilflosen zu spielen, besonders dann, wenn man den Gegner jederzeit und vermutlich nur mit zweimal Fingerschnippen besiegen konnte.

„Ihr könnt euch ja hoffentlich morgen direkt bei dem Todesser revanchieren. Glaubt ihr, er läuft direkt zu seinem Herrn?"

Ryou schnaubte aufgebracht. „Das sollte er besser. Ich will morgen Nacht definitiv einen Rückkampf. Diese Schmach kann ich wirklich nicht auf mir sitzen lassen. Ängstlich in die Gegend gucken….Pah! Das musste ich nicht mehr machen, seit Baku da ist. Und ihr solltet mal hören, wie er innerhalb des Milleniumsringes vor sich hin flucht. Davon bekommt man doch Kopfschmerzen." Noch immer grummelnd ließ Ryou sich von Marik auf die Füße helfen und meinte dann zu Yami:

„Wenn es morgen keinen Kampf gibt, dann werde ich Bakura auf dich los lassen. Sonst ertrag ich das echt nicht."

Yami hob eine Augenbraue und meinte dann mit einem sarkastischen Lächeln: „Wenn der Grabräuber drauf besteht, stehe ich zu seiner Verfügung. Aber ich denke, das wird nicht nötig sein. Wenn ihr eure Rollen so gut gespielt habt, wie ihr andeutet, dann wird dieser Todesser Mulciber schon jetzt seinem Herrn von unserer vermeintlichen Schwäche berichten. Und dann wird dieser es gar nicht vermeiden können, seinen scheinbaren Vorteil direkt beim morgigen Vollmond auszuspielen. Er muss ja befürchten, wir finden ein Gegenmittel gegen seine Werwölfe. Ich denke, damit haben wir ihn genau da, wo wir ihn morgen haben wollen."

Ryou und Marik nickten bestätigend, um noch einmal zu bekräftigen, dass alles nach Plan gelaufen war und sie sich perfekt an ihr Skript gehalten hatten. Und dann liefen die vier Schattenmagier zuversichtlich über den Rasen zum Schlossportal zurück um Dumbledore, Harry und den anderen Zauberern und Auroren Bericht zu erstatten. Und um mitzuteilen, dass die Vorbereitungen für die Endschlacht in der nächsten Nacht ohne Unterbrechungen fortgesetzt werden konnten.

Zufrieden dachte Yuugi an den Plan zurück, den Yami und er vor 25 Stunden entwickelt hatten. Alles hatte damit begonnen, dass sie Remus und Professor Snape nahe des Verbotenen Waldes getroffen hatten.

+-+-+-+-Flashback+-+-+-+-+

Sie hatten sich kurz nach der letzten Unterrichtsstunde abgeseilt. Zwar war es wichtig, so viel Trainingszeit insbesondere mit Harry und Draco zu absolvieren, wie möglich, aber Yuugi und Yami brauchten auch mal wieder ein wenig Zeit für sich. Insbesondere Bakura und Marik waren teilweise unerträglich. Marik hatte sich in den ersten Tagen seiner Anwesenheit in Hogwarts noch stark mit den Zauberern und deren Magie abgelenkt. Bakura hatte sich durch die Slytherins ebenfalls leicht ablenken lassen. Doch mittlerweile gingen beide Männer sowohl dem Pharao als auch seinem Hikari auf die Nerven, indem sie ständig nörgelten, wieso denn noch kein Großangriff auf Voldemort gestartet worden sei. Die beiden Männer waren ganz heiß darauf, den Todessern endlich zeigen zu können, welche Magie sie beherrschten und wie überlegen sie den Gegnern waren. Das Problem war nur, Yami und Yuugi waren sich noch immer nicht sicher, ob dies so uneingeschränkt galt. Eigentlich hatten sie erwartet, dass der Grabräuber und der Grabwächter ebenfalls zu dieser Erkenntnis kommen würden, je mehr Zeit sie in der magischen Welt verbrachten. Ihre Schattenmagie war mächtig, aber sie war nicht ultimativ. Yuugi war sich sogar ziemlich sicher, dass die beiden Schattenmagier dies ebenfalls erkannt hatten. Dennoch brannten sie darauf, endlich in den Kampf zu ziehen, vielleicht auch gerade weil sie ihres Sieges nicht so sicher sein konnten, aber den Beweis erbringen wollten, dass sie siegen konnten. Yami und Yuugi waren es irgendwann leid geworden, immer und immer wieder die gleichen Argumente vorzubringen, wieso der Angriff der Schattenmagier nur gemeinsam mit den Zauberern erfolgen konnte. Doch das Ministerium und die Auroren waren noch immer nicht so überzeugt wie die Professoren von Hogwarts, dass eine Zusammenarbeit mit den Schattenmagiern sinnvoll sein würde. Also zögerten sie und Dumbledore musste all seinen Einfluss und seine Überzeugungskraft einsetzen, um die restlichen Zauberer außerhalb von Hogwarts davon zu überzeugen, dass die Schattenmagier trotz ihrer geringen Zahl ihre beste Chance sein würden, Voldemort zu besiegen. Seit drei Tagen ging dieses Spiel zwischen Dumbledore und dem Ministerium hin und her und genauso lange versuchten Bakura und Marik den Pharao und Yuugi davon zu überzeugen, dass ein Alleingang von ihnen, Isis und Seto vielleicht zusammen mit Harry und Draco alles war, was sie brauchen würden. Nachdem Yami und Yuugi mit Argumenten nicht mehr weiter gekommen waren, hatte Yami sich einfach darauf beschränkt, den beiden Männern einen Alleingang zu verbieten.

Dummerweise wirkten Verbote bei Bakura und Marik nie sonderlich gut. Ja die Männer hielten sich daran, nachdem ihr Pharao ihnen ihr Wort abverlangt hatte, nicht auf eigene Faust los zu ziehen und Voldemort zu suchen oder dessen Todesser anzugreifen. Aber sie taten es mit dem größtmöglichen Widerstand und ließen ihren Unmut deutlich zu Tage treten. Yuugi war fast froh gewesen, als Joey am vergangenen Abend den Raum der Wünsche entdeckt und im Folgenden dessen Eigenschaften Marik und Bakura erfolgreich abgelenkt hatten. Soweit der Japaner es wusste, waren die drei Geliebten, seit dem sie gestern in Mariks kleiner Sexhölle verschwunden waren, nicht wieder aufgetaucht. Zwar würde es nun um so schwerer werden, Bakura und Marik dazu zu bringen, wieder einen sinnvollen Anteil an den Vorbereitungen für ihren kommenden Kampf zu übernehmen, aber das war ein Preis, den Yami und er zu zahlen bereit waren. Sollten die Männer eben auf diese Weise ihren Frust von der Seele lassen. Harry und Draco waren bereit. Die Zaubersprüche zur Verbesserung der Schattenmonster und die Konterattacken zur Bekämpfung der durch Voldemort erbeuteten Monster standen fest und eigentlich warteten auch Yami, Yuugi und Seto nur darauf, dass die Zauberer sozusagen über ihren Schatten sprangen und die fremde Magie als Hilfe akzeptieren konnten.

Nachdem also der Grabräuber und der Grabwächter nicht mehr ständig nervend um die beiden Duellanten herum liefen, hatten sich Yami und sein Hikari nun auf den Weg zum Verbotenen Wald gemacht. Yuugi mochte die Ruhe und Stille des magischen Ortes und gemeinsam genossen sie ihren Spaziergang unter den altehrwürdigen Bäumen. Sie drangen nicht so tief ein, um den Zentauren zu begegnen, obwohl deren Feierlichkeiten seit einigen Tagen offiziell beendet waren und der Wald nunmehr auch wieder für die Professoren frei zugänglich war. Ohne zu sprechen, sondern einfach nur die Gegenwart des anderen genießend, wanderten Yuugi und seine andere Hälfte Hand in Hand dahin. Irgendwann suchten sie sich einen mächtigen Baumstamm, Yami breitete seinen Mantel als Decke unter ihnen aus und sie setzten sich aneinander gelehnt an den Stamm.

„Was glaubst du, wie lange das Ministerium sich noch quer stellen wird?"

Yuugi lehnte mit dem Rücken mehr an Yami, als an dem Baum und musste ein wenig aufblicken, um in dessen Gesicht sehen zu können. Der Blick seines Aibou war in die Ferne gerichtet, doch die Stimme des Mannes hatte den gleichen ungeduldigen Tonfall gehabt, den auch Bakura und Marik in den letzten Tagen hatten vernehmen lassen. Und auch Yuugi konnte seine Ungeduld nur noch mit Mühe unterdrücken. Sie waren bereit. Das Warten auf ein Duell war immer die schlimmste Zeit und auch wenn Yami und ihm klar war, dass dieser Kampf mit Voldemort und seinen Todessern auch herbe Verluste bringen konnte, waren sie erpicht darauf, dass die Warterei endlich ein Ende hatte. Auch ein Schattenduell war nicht frei von Gefahren. Gerade dort hatten sie schon viel zu oft ihre Seele aufs Spiel gesetzt. Der Kampf hier in der Zaubererwelt war nicht weniger gefährlich, doch sie wussten beide, dass weiterer Aufschub nur zermürbend sein würde.

„Ich denke, lange können sie sich Dumbledores Argumenten nicht mehr verschließen. Und sollten sie sich in der nächsten Woche nicht einigen, dass sie uns vertrauen können, werden wir wohl nicht darum herum kommen, ohne Zustimmung des Ministeriums Voldemort zu suchen."

Yami nickte düster. „Anders wäre es mir lieber. Gerade weil wir in diesem Kampf nicht allein da stehen werden, kann zu viel schief gehen. Ich würde es ungern sehen, wenn Harry oder Draco die leidtragenden in diesem Kampf sind, der eigentlich von Dumbledore und dem Ministerium entschieden werden müsste."

Yuugi lächelte. Der ehemalige Pharao schien die beiden Schüler ebenso zu mögen, wie der Japaner selbst es tat. Das war allerdings auch nicht besonders schwer. Die beiden jungen Männer waren sich ihrer Fähigkeiten bewusst und auch ihrer Verantwortung. Sie waren genauso bereit, ihre Welt zu verteidigen, wie er und Yami es schon immer in ihren Kämpfen gewesen waren. Sie hatten aber auch schon einiges durchgemacht und Harry und Draco hatten eigentlich nichts als eine glückliche Zukunft ohne Todesgefahren für sich und ihre Freunde verdient. Wenn es nach Yami gegangen wäre, hätten sie den Kampf ganz ohne die Schüler ausgetragen. Doch spätestens nach dem Ritual Voldemorts und dessen Erbeutung ihrer fünf Monster hatte sich diese Hoffnung in Luft aufgelöst.

Doch Yuugi hatte keine Lust, sich erneut mit den düsteren Gedanken zu beschäftigen und so drehte er sich in Yamis Umarmung noch etwas weiter um und fing dessen Lippen in einem langen, zärtlichen Kuss ein. Dessen Körper reagierte nicht ganz überraschend schnell und heftig und Yami presste schamlos seine hart werdende Männlichkeit an Yuugis Bein.

„Wenn du so weiter machst, werden wir noch einen Feldzauber brauchen. Dann schaffen wir es nämlich nicht mehr zurück ins Schloss, bevor ich dir die Kleider vom Leib reiße." Yamis Stimme war lustdurchtränkt und Yuugi lächelte in ihren erneuten Kuss. Dann drehte er sich ganz im Schoß des Pharaos um und meinte leichthin: „Es ist November, es ist kalt, das Schloss ist weit weg. Wer sollte uns hier stören. Ich sehe nicht ein, wieso wir unsere Magie für einen Feldzauber verschwenden sollten."

Yami blickte seinen Hikari interessiert an. „So, du akzeptierst also die Gefahr, dass uns Joey mit Seto hier mitten im Wald in flagranti erwischen könnte?"

Das brachte Yuugi kurz zum Nachdenken, doch dann lächelte er seinerseits verschmitzt auf und rieb seinen Po in der Lederhose herausfordernd an Yamis ausgebeultem Schritt.

„Nun, vielleicht finde ich das besonders anregend. Ich könnte mir zum Beispiel auch den neidischen Blick Bakuras vorstellen. Dass ich dich haben kann, während er das nie geschafft hat."

Nun schnaubte Yami verächtlich, fuhr aber liebkosend mit den Händen unter Yuugis Mantel über dessen Rücken. „Der Grabräuber hat mit Marik und Ryou alle Hände voll zu tun. Der sollte sich nicht beschweren."

Yuugi konnte seinem Partner hier natürlich nur zustimmen. Und da er eigentlich wirklich keine Lust hatte von vorbeiwandernden Schülern, Professoren und ganz besonders nicht von Seto und Joey überrascht zu werden, rief er tatsächlich die Zauberkarte ‚Magischer Spiegel' auf, um so ihren Ort des Liebesspiels zu verschleiern. Yami rief gleichzeitig einen Wärmzauber um sie herum und dann begannen sich die beiden Duellanten gegenseitig von ihrer Kleidung zu befreien. Yuugi behielt seine Position auf Yamis Schoß dabei hartnäckig bei, was das gegenseitige Ausziehen nicht gerade einfacher gestaltete. Doch als Yami sich endlich von seiner Lederhose befreit hatte, senkte sich Yuugi fast unmittelbar auf Yamis Schritt und ließ dessen Penis tief in sich eindringen. Ihr gemeinsames Stöhnen durchschnitt den stillen Wald und sie genossen den Körper des anderen so unmittelbar an sich und in sich, als wäre es ihr erstes Mal. Dann begann sich Yuugi auf Yami zu bewegen und ihre Hände verflochten sich ineinander, während sie sich gleichzeitig atemlos küssten. Immer wieder gelang es Yuugi, ihre Höhepunkte hinauszuzögern, indem er seine Bewegungen stoppte und erst, als Yami ihn in Gedanken so wunderbar um Erlösung anflehte, gab Yuugi nach und ritt gemeinsam mit seinem Aibou über die Klippe.

Keuchend brach Yuugi anschließend auf Yami zusammen und es dauerte mehrere Minuten, bis sie ihren Atem wieder unter Kontrolle hatten. Zufrieden hob sich Yuugi von dem Mann unter ihm herunter und kuschelte sich nackt an den anderen. So lagen sie weitere Minuten reglos, bis Yami erneut den Wärmezauber aufrufen musste, um die herbstliche Kälte zu vertreiben.

„Wir sollten zum Schloss zurück gehen. Vielleicht ist Dumbledore-sama schon zurück und hat Neuigkeiten mitgebracht." Yuugi erhob sich trotz seiner eigenen Worte nur widerstrebend und begann sich dann anzuziehen. Yami machte keinerlei Anstalten, sondern genoss nur den Anblick seines Hikaris im Dämmerlicht. Erst als Yuugi seinen Mantel wieder überwarf und einen lustvollen Blick auf den nackten Körper warf, der noch immer am Baum lehnte, bewegte sich auch Yami und erhob sich langsam und mit herausfordernden Bewegungen. Er trat an seinen Aibou heran, presste seinen nackten Körper verheißungsvoll an den mit Leder bedeckten des anderen und ihre Lippen fanden sich zu einem langen und tiefen Kuss. Doch der Pharao wusste genauso gut wie Yuugi, wenn er sich nicht bald bedeckte, würden sie an diesem Abend nicht mehr aus dem Wald herauskommen. Und ihr gemeinsames Bett war so viel bequemer als ein kalter Waldboden. Also zog sich auch Yami wieder an und sie liefen einige Zeit später Hand in Hand zufrieden ihren Gedanken nachhängend durch den Wald Richtung Schloss.

Als sie kurz vor dem Waldrand um einen besonders großen Baumstamm bogen, liefen sie allerdings beinahe in Remus Lupin und Severus Snape hinein. Die beiden Professoren standen dicht umschlungen an den Baumstamm gelehnt und küssten einander. Neben Professor Snape stand ein kleiner Korb, der halb gefüllt mit Pflanzen und Pilzen war, die vermutlich alle teuflisch giftig aber unumgänglich für irgendwelche Zaubertränke waren. Der Kuss der beiden Männer war innig und die beiden strahlten eine solche Zufriedenheit und Liebe aus, dass Yami und auch Yuugi lächeln mussten. Sekundenlang bewegten sich die beiden Duellanten nicht und genossen nur den Anblick. Doch dann realisierte Yuugi, was sie hier gerade taten und dass er und der ehemalige Pharao auch ungern Zeugen hatten, wenn sie sich so ineinander verloren. Also blickte sich Yuugi etwas verlegen nach dem besten Weg um, um ungesehen von den beiden Professoren wieder zu verschwinden. Bisher schienen die beiden Duellanten noch nicht bemerkt worden zu sein. Doch bevor sich Yami und Yuugi bewegen konnten, fuhr Remus wie von der Tarantel gestochen aus dem Kuss zurück und starrte die beiden jungen Männer wütend an.

„Was zum Teufel macht ihr hier. Verzieht euch!"

Angesichts des wütenden Blicks des sonst so sanften und ruhigen Professors blickten sich der Pharao und sein Hikari alarmiert an. Von Professor Snape hätten sie eine solche Reaktion halbwegs erwartet, denn der dunkle Mann mochte es eindeutig nicht, wenn seine Privatsphäre Zielscheibe öffentlicher Diskussionen wurde. Dieser schien jedoch ebenfalls über die heftige Reaktion seines Partners überrascht zu sein und blickte Remus verwirrt an.

Yuugi hob besänftigend die Hand und meinte mit einem verlegenen Lächeln: „Wir sind schon weg. Wir haben Sie überhaupt nicht gesehen, Lupin-san, Snape-sensei." Damit wollte sich Yuugi an den beiden Männern vorbei schieben, doch Remus reagierte mit übermenschlicher Schnelligkeit und ergriff Yuugis Arm. Doch auch Yuugi und Yami reagierten unmittelbar und als Einheit und dazu mussten sie sich noch nicht einmal in ihrem Seelenraum absprechen. Blitzschnell entzog Yuugi seinen Arm dem noch wütender aussehenden Professor für Verteidigung, wich mit kampfbereiter Haltung zwei Schritte zurück und Yami rief mit einer leichten Handbewegung zu seinem Deck an seinem Gürtel ‚Silberfang' herbei, der sich mit drohendem Knurren zwischen Remus und Yuugi materialisierte.

/Vollmond ist doch erst in zwei Nächten, richtig?/ Yamis Augen blickten finster auf Remus, der nun eindeutig animalisch in die Runde blickte. Snape hielt den Mann von hinten fest umschlungen, denn auch er hatte die drohende Gefahr augenblicklich erkannt. Leise flüsterte der Professor für Zaubertränke auf seinen Partner ein und dies in Kombination mit dem Rückzug Yuugis aus Remus' Reichweite schien den Mann wieder etwas zur Besinnung zu bringen.

‚Ja. Und dennoch sieht er so aus, als würde er sich jeden Augenblick verwandeln. Was hat das zu bedeuten?' Yuugi hatte sich mittlerweile wortlos soweit von Remus zurück gezogen, dass er wieder neben Yami stand und Snape schickte ihnen einen fast verzweifelten Blick zu. Ganz offensichtlich fürchtete der Professor das Gleiche, was Yuugi in ihren Gedanken gerade ausgesprochen hatte und er konnte es sich genauso wenig wie die beiden Duellanten erklären.

/Yuugi, du erinnerst dich doch, dass Remus schon beim letzten Vollmond so animalisch war. Das kam uns damals ja schon so seltsam vor. Es scheint nun schlimmer zu werden. Ich frage mich, ob das etwas mit uns zu tun hat./

Yuugi blickte seinen Aibou nachdenklich an und sah dann wieder auf Remus. Der Mann grollte mittlerweile tief aus der Kehle und seine Hände hatten sich zu Klauen gekrümmt. Seine Augen wiesen sogar einen Hauch von gelb auf und Snape hatte Mühe, den anderen Mann zu bändigen. Und die ganze Zeit fixierte Remus die beiden Duellanten, während er ‚Silberfang' vor sich völlig ignorierte.

„Bitte geht zurück. Ich weiß nicht, was Remus hat. Bis eben war er noch völlig friedlich. Aber ich kann ihn nicht mehr lang halten." Snapes Stimme war leise wie immer, aber seine Augen offenbarten seine beginnende Panik.

Wortlos nickten Yami und Yuugi, doch anstatt einfach rückwärts aus Remus Sichtfeld zu verschwinden, riefen sie die Schatten herbei und betraten diese. Fast im gleichen Augenblick erschienen sie nahe Hagrids Hütte wieder aus den Schatten und hörten von ferne aus dem Wald das schmerzhafte aber doch menschliche Schreien eines Mannes.

Sorgenvoll blickte Yuugi in den Wald an die Stelle 500 Meter entfernt, an der sie soeben noch gestanden hatten. „Lupin-san war nahe daran, sich zu verwandeln. Seine Aura war komplett schwarz und alles an ihm schrie nach dem Wolf. Doch wie kann das sein?"

Yami rief ‚Silberfang' wieder zu sich, der ihnen in die Schatten gefolgt war und strich nachdenklich über das Fell des Wolfes.

„Es ist eigenartig. Professor Lupin hat ‚Silberfang' beim letzten Vollmond als Hilfe akzeptiert und er hat nie so eigenartig reagiert, als er bei unseren Trainings den Schatten nahe kam. Sind wir es, auf die der Werwolf reagiert oder ist es die Schattenmagie selbst?"

Yuugi nickte, sah Yami aber nachdenklich an. „Lupin-san hat ‚Silberfang' gerade völlig ignoriert. Er fühlte sich durch uns bedroht, nicht durch das Schattenmonster. Und Lupin-san war einer der ersten, die wir mit dem Schattenreich konfrontiert haben. Das war vor fast zwei Wochen, nur wenige Tage nach Neumond. Jetzt haben wir fast Vollmond. Ich denke, das ist kein Zufall."

Yami stimmte zu. „Der Wolf in Professor Lupin reagiert auf unsere Schattenmagie. Er spürt sie in uns natürlich weit mehr, als in unseren Monstern. Aber er hat sich ‚Silberfang' auch erst nach einem Kampf untergeordnet, bei dem er unterlegen war."

Yuugi führte die Gedanken des Pharaos fort, als wären es seine eigenen. „Jetzt bei der Nähe zum Vollmond ist der Wolf dicht an der Oberfläche und wird von unserer Magie bedroht. Aber kann er deshalb seiner Natur zuwider schon vor dem eigentlichen Vollmond durchbrechen? Das wäre wirklich bedenklich."

Doch Yami lächelte plötzlich unergründlich und selbst Yuugi ahnte dieses Mal nicht, was sein Aibou dachte und plante. Doch dass der König der Spiele soeben einen Plan ausgeheckt hatte, wurde ihm sofort klar.

‚Weihst du mich ein?'

Yami blickte noch immer lächelnd auf Yuugi und meinte dann mit einem enthusiastischen Funkeln in den Augen: „Lass mich erst meine Theorie bestätigen. Aber wenn ich Recht habe, werden wir Voldemort übermorgen zu einem Kampf in unser Spielfeld locken können und wir werden die Bedingungen bestimmen, ohne dass er es überhaupt ahnt."

Interessiert beobachtete Yuugi nun, wie Yami halb in den Schatten verschwand, nur um Augenblicke später mit einem Blatt Papier und einem Stift wieder aufzutauchen. Hastig schrieb er eine kurze Nachricht auf den Zettel und gab diesen dann ‚Silberfang' ins Maul, bevor er den Wolf mit einem leisen Befehl zu Professor Snape schickte. Wenige Minuten nachdem ‚Silberfang' in den Schatten verschwunden war, tauchte der Professor am Waldrand auf und schritt eilig aber allein auf Yami und Yuugi zu. In den Minuten, die der Professor für Zaubertränke brauchte, um die beiden Duellanten zu erreichen, hatte Yami seinen Hikari in seinen knappen Plan eingeweiht und so erwarteten die beiden den Zauberer gespannt. Ohne auf Yamis oder Yuugis Fragen zu warten, erklärte der ältere Mann übergangslos:

„Remus ist wieder er selbst. Er kann sich seine Reaktion selbst nicht erklären. Er war sich die ganze Zeit seiner Umgebung bewusst und er meinte, es war wie bei der Verwandlung unter Vollmond, nur ohne Wolfsbanntrank. Und ja, er glaubt ebenfalls, dass er auf etwas in Ihrer Magie reagiert."

Yami hatte seinen Verdacht zusammen mit seiner Bitte, dass, falls Professor Lupin wieder normal war, der Zaubertränkelehrer allein zu ihnen kommen sollte, mit dem Zettel an Professor Snape übermitteln lassen. ‚Silberfang' würde derweil auf den DaDA-Professor achten und diesem Gesellschaft aber auch Unterstützung bieten.

„Wir vermuten, dass es sogar soweit kommen könnte, das Lupin-san sich in der Nähe unserer Magie auch in dieser Nacht schon verwandeln könnte. Ganz ohne Vollmond. Und wenn das so ist, glauben wir, dass wir einen Weg gefunden haben, diese Verwandlung auch wieder umzukehren."

„Oder ihr haltet euch einfach von Remus fern." Snapes Stimme war grimmig und Yuugi und Yami konnten dessen Bedürfnis, seinen Geliebten vor allem Schaden zu bewahren, deutlich heraus hören.

Yuugi nickte und meinte besänftigend. „Unter normalen Umständen würden wir das natürlich auch tun. Aber zum einen ist es auch für Lupin-san besser, wenn wir wissen, ob unsere Magie wirklich einen so großen Einfluss auf ihn hat. Und außerdem hoffen wir, dass wir dadurch seinen Fluch auch zu Vollmond direkt kontrollieren können."

Das machte den Professor für einen Augenblick sprachlos und dann erkannte er nicht nur den Nutzen für seinen Partner. Yami konnte in Snapes Augen erkennen, dass dieser den gleichen Gedanken hatte, den auch er selbst nur Minuten zuvor in einen Plan umgewandelt hatte. Sie würden Voldemort damit vielleicht in eine perfekte Falle locken können.

„Ich muss Remus erst fragen, was er dazu sagt. Wenn es schief geht, wäre Remus vielleicht mehr als zwei Tage länger als Werwolf gefangen als er es sein müsste." Nichts konnte mehr die Hingabe dieses Mannes zu seinem Partner deutlich machen, als diese knappen Worte. Professor Snape musste zwar ahnen, dass Remus Lupin der Letzte war, der bei einer Aussicht auf einen solchen Vorteil dem Lord gegenüber sein eigenes Wohl vor das aller stellen würde, aber allein die Tatsache, dass er diese Entscheidung nicht ohne dessen Zustimmung treffen wollte, sprach für den Mann.

Yami und Yuugi nickten, denn sie hatten nichts anderes erwartet. Also warteten sie erneut, während Snape zurück in den Wald ging und sich mit seinem Geliebten über den Plan beriet. Sie hatten ausgemacht, dass Snape rote Funken aus seinem Zauberstab aussenden würde, wenn sie den Plan ausprobieren wollten, aber gelbe Funken aufsteigen würden, wenn Remus nicht einverstanden wäre und sie erst einmal in Büchern oder anderen Quellen nach möglichen anderen Erklärungen suchen mussten. Doch wie zu erwarten gewesen war, stiegen schon wenige Minuten nach Snapes Eintauchen in den Wald rote Funken über den Bäumen auf und Yami und Yuugi nickten einander zu.

Ihre eigenen Vorbereitungen hatten sie während der Wartezeit schon getroffen und so standen Seto und Bakura direkt neben den beiden Duellanten und hielten ihre eigenen Milleniumsgegenstände bereit. Seto blickte ein wenig zweifelnd zwischen dem Stab in seiner Hand und der Waage in Yuugis Rechter hin und her. Nicht das er der Magie der Milleniumsgegenstände nicht vertraute, denn dazu hatte er sie nun schon zu lange getragen. Der junge Firmenchef hatte sich mittlerweile damit abgefunden, dass er trotz seiner Skepsis tatsächlich in der Lage war, die ihm anvertrauten Artefakte wirklich zu beherrschen. Auch die Tatsache, dass Yuugi die an Seto übergebene Waage für den folgenden Plan ausgeliehen hatte, war nicht das Problem. Der junge Firmenchef zweifelte wohl eher an der Gesamtheit des Planes und überlegte offensichtlich, wie er ihn noch verbessern oder erfolgsversprechender machen konnte. Bakura hatte sich nur einen Umhang übergeworfen und Yuugi wollte gar nicht wissen, was oder wie wenig der Mann darunter trug. Sie hatten den Grabräuber direkt aus dem Raum der Wünsche gerufen und anfangs hatte der Mann gar nicht reagiert. Als er ungehalten ihren Ruf beantwortet hatte, hatten allerdings wenige Worte ausgereicht, um den Räuber zu ihnen an den Verbotenen Wald zu bringen. Marik stand etwas hinter den vier anderen und hielt das Milleniumsauge in der Hand. Auch er trug nur einen Umhang und Yuugi war sich sicher, dass Marik darunter völlig nackt war. Das Milleniumsauge spielte in ihrem Plan nur eine untergeordnete Rolle und Marik sollte eher aus der Ferne beobachten und die Gedanken des Werwolfes erforschen. Doch natürlich hatte sich Bakuras Partner um nichts in der Welt davon abhalten lassen, bei dem folgenden Plan zumindest dabei zu sein. Dies konnte die entscheidende Wendung bringen, damit Bakura und Marik endlich ihren Kampf mit den Todessern bekommen würden. Sie gingen sogar die Gefahr ein, dass sie den Raum der Wünsche nie mehr in dem Zustand würden herbeizaubern können, den sie in den Stunden zuvor genossen hatten. Doch das hier war wichtiger als alle Lust und wenn es darauf ankam, waren auch der Grabräuber und der Grabwächter professionell.

Odion und Isis standen vor den Toren Hogwarts Wache. Odion würde Isis beschützen und Isis wiederrum würde mit ihrer Milleniumskette Ausschau nach der Zukunft halten. Sollte ihr Plan scheitern und Remus Lupin ein Wolf bleiben, waren sich alle einig, dass Remus sich vor der geballten Macht der Schattenmagier in Sicherheit bringen und daher Zuflucht in Hogwarts suchen würde. Und dann würde es Isis Aufgabe sein, die Zauberer zu warnen und die Schüler so lange zu schützen, bis Yami und die anderen Schattenmagier einen Weg gefunden hatten, den Werwolf zumindest vom Schloss fortzulocken.

Doch sowohl Yami als auch Yuugi waren zuversichtlich, dass ihr Plan Erfolg haben würde und sie Remus mit der Macht der Milleniumsgegenstände wieder aus seinem Werwolfmodus befreien konnten. Als nun die roten Funken aufstiegen, nickten sie einander zu und traten dann durch die Schatten direkt neben Remus, ‚Silberfang' und Professor Snape. Bakura, Seto und Marik folgten dichtauf und plötzlich sah sich der bis eben noch ruhig dasitzende Remus einer Übermacht an Schattenmagiern gegenüber. Erneut konnten Yami und Yuugi regelrecht beobachten, wie der Werwolf in dem ausgezehrten Körper binnen Sekunden die Oberhand gewann.

Mit einem wilden Grollen tief in der Kehle sprang der schmächtige Mann auf und sowohl Snape als auch Marik und Seto wichen einen Schritt zurück. Bakura rührte sich nicht und Yami ging sogar noch einen Schritt auf den Werwolf zu, dessen Augen gelb aufleuchteten. Mit einem fast schon wölfischen Knurren bleckte Remus Lupin die Zähne und starrte die drei ihm am nächsten stehenden Feinde wild an. Gleichzeitig mit Yami hob Yuugi beide Arme wie zu einer Beschwörung. Yuugi hielt den Milleniumsschlüssel in die Höhe, ohne jedoch dessen Macht schon zu aktivieren. Er ließ allein die Form des Anch, welches als Zeichen des Lebens auch ein Würdenzeichen Anubis', des Gott der Schakale und Wolfsartigen darstellte, auf den Professor für Verteidigung wirken. Gleichzeitig hielt Yami sein Milleniumspuzzle in die Höhe und konzentrierte sich darauf, die Präsenz des Gottes Anubis selbst auferstehen zu lassen. Es wirkte genau wie bei der Kahneng-Löwin zuvor. Der Werwolf in Remus spürte die Schattenmagie um sich herum und gleichzeitig folgte er als Sohn Anubis' dessen Ruf und brach mit plötzlicher Heftigkeit hervor. Remus hatte nicht einmal die Gelegenheit, sich die Kleidung herunterzureißen. Der Wolf brach regelrecht aus Remus' Haut hervor und stand zum einen angriffslustig, aber zum anderen auch verunsichert der ihm so fremden Bedrohung gegenüber. ‚Silberfang' drückte sich gegen Professor Snape, da dieser aussah, als wolle er sich ebenfalls sofort die Kleidung fortzaubern und als Animagus seinen Partner unterstützen. Doch damit der Plan gelingen sollte, musste der Werwolf der Schattenmagie schutzlos gegenüber stehen. Teil eins hatte immerhin schon einmal funktioniert. Es war Yami mit der Beschwörung der Schattenmagie in seinem Puzzle fest zu problemlos gelungen, den Werwolf aus dem Mann hervor zu locken. Nun galt es, den Wolf zurück zu drängen.

Yami hielt die Pyramide weiter hoch erhoben über den Kopf, trat aber drei Schritte zurück und nun bewegten sich Seto, Bakura und Yuugi auf den Werwolf zu. Yuugi senkte beide Hände ausgestreckt vor sich, hielt den Schlüssel aber noch immer so, dass der Anch-förmige Griff zu sehen war. Der Wolf fauchte und fletschte die Zähne, wagte es aber nicht, sich zu rühren. Hätte er sich umgewandt, hätte er der Bedrohung den Rücken kehren müssen. Doch auch für einen Angriff war seine Situation noch nicht aussichtslos genug und so stand er nur abwartend da und konnte sich nicht zwischen Flucht und Attacke entscheiden. Seto trat als erstes direkt zwischen Yami und Remus und hob den leuchtenden Milleniumsstab vor die Brust. Damit konnte er nun die Gedanken des Werwolfes kontrollieren und verhinderte von nun an aktiv, dass der Werwolf sich für eine der Möglichkeiten entscheiden konnte. Als nächstes drehte Yuugi den Schlüssel in der Hand um und ließ nun tatsächlich den Schlüsselbart auf Remus zeigen. Der Milleniumsschlüssel leuchtete sofort intensiv golden auf, als Yuugi dessen Macht aktivierte und zeitgleich jaulte der Werwolf erbärmlich auf und presste sich fast verzweifelt auf den Boden hinab. Snape zuckte mitleidig zusammen und machte eine Bewegung, um auf Remus zuzugehen und ihm zu helfen. Doch er rief sich selbst wieder zur Ordnung und es brauchte Yamis Geste zu ‚Silberfang' nicht, um den Mann von unbedachtem Eingreifen abzuhalten. Der Schlüssel drang in die Seele des Werwolfes ein und befreite Remus aus seinem Gefängnis innerhalb des eigenen und doch verwandelten Körpers. Der Professor würde spätestens jetzt alles um sich herum deutlich wahr nehmen und wurde nicht mehr wie sonst während des Vollmondes von dem Werwolf unterdrückt.

Als nächstes hob Bakura den Milleniumsring mit beiden Händen auf Augenhöhe. Die fünf kegelförmigen Anhänge richteten sich auf den Werwolf und das Milleniumsauge im Zentrum des Ringes leuchtete simultan mit dem Auge an Setos Stab und Yamis Puzzle golden auf. Der Wolf jaulte erneut auf und versuchte sich verzweifelt rückwärts zu schieben. Doch Setos Stab verhinderte diese Bewegung und außerdem war nun in Yuugis zweiter Hand die Waage erschienen. Die beiden Flächen der Waage pendelten mehrfach fast bis zum Anschlag zur einen und anderen Seite hin und her und gleichzeitig vibrierten die Kegel an Bakuras Ring hektisch und mit hoher Frequenz.

Keiner der Schattenmagier sprach während der Zeit auch nur ein Wort und die gespenstische Stille wurde nur von Snapes hektischen Atemzügen und dem Jaulen und Wimmern des Werwolfes unterbrochen. Dann, als sich die Wage begann, einzupendeln und als die Kegel an Bakuras Milleniumsring nur noch starr in die Richtung des Werwolfes zeigten, ohne sich zu bewegen, konzentrierte Yami sich intensiv auf die Pyramide in seiner Hand und plötzlich erstrahlte diese in hellem goldenen Licht und überstrahlte alle Einzelheiten auf der kleinen Lichtung. Nach Sekunden, die sich jedoch zu Ewigkeiten zu dehnen schienen, begann das Jaulen des Werwolfes zu einem menschlichen Schrei zu werden und als Yami, Yuugi, Bakura und Seto danach ihre Milleniumsgegenstände senkten, lag am Boden ein nackter und zitternder, aber sonst durch und durch menschlicher Remus Lupin.

Severus ließ sich nun nicht mehr von ‚Silberfang' zurückhalten, doch Yami gab diesem auch gleichzeitig ein Signal und der große Wolf verschwand in den Schatten. Der Zaubertränkemeister eilte auf Remus zu, band eilig seinen Umhang ab und hüllte den schmächtigen Mann mit den vielen Narben am Körper zärtlich in den schwarzen Stoff. Ohne sich um die Anwesenden zu kümmern, hob der dunkelhaarige Mann den Kopf des Professors für Verteidigung an und sah diesem in die schmerzverzerrten Augen.

„Sprich mit mir!" Snapes Stimme war ein Flehen und Yuugi fieberte mit dem Mann mit, während sie alle auf die Reaktion des Mannes warteten, der noch Sekunden zuvor in der Gestalt des Werwolfes gefangen gewesen waren.

Diesem entkam nur ein leises Krächzen, doch seine Arme schoben sich unter dem Umhang hervor und umschlangen Snapes Oberkörper. Remus presste seinen Oberkörper an den des Zaubertränkelehrer und ihre Lippen fest aufeinander. Sekunden vergingen, in denen sich die beiden Männer selbstvergessen küssten und erst, als sich Yuugi leise räusperte, trennten sich die beiden Männer voneinander. Remus Wangen wurden von einem leichten Rotschimmer verziert, aber Snape sah unnahbar und ungerührt wie eh und je zu dem Duellanten, als fragte er sich, was die fünf jungen Männer noch um sie herum zu suchen hatten. Eigentlich fragte sich auch Yuugi das, denn ganz offensichtlich wollten die beiden Männer nach den Geschehnissen allein sein und Yuugi konnte es ihnen nicht verdenken. Doch es gab noch eine Sache zu klären, bevor sie Remus und Professor Snape allein lassen konnten.

„Remus-san. Spüren Sie den Wolf noch? Versucht er angesichts der Schattenmagie hier ringsum erneut durchzubrechen?" Yuugi wechselte automatisch zu der vertrauteren Anrede, denn durch den eben durchgeführten Verbannungszauber hatte der Japaner das Gefühl, die Seele des Professors so gut zu kennen, wie die eines langjährigen Freundes.

Remus blickte bei Yuugis Worten auf und horchte dann in sich hinein. Dann schüttelte er verblüfft und erleichtert den Kopf. „Er ist noch da, ich kann ihn spüren. Aber es ist, als wäre er in einem Verließ in meinem Innersten eingesperrt und ich hätte den Schlüssel dazu in der Hand. Ich könnte ihn herauslassen, wenn ich wollte, aber ich muss es nicht. Und ich weiß absolut sicher, dass der Vollmond den Wolf nun nicht hervorlocken könnte, selbst wenn der Wolf es wollte. Ich verstehe nur nicht, wie das möglich ist." Remus' heisere Stimme war voller Dankbarkeit und Verwunderung und Yami lächelte den Mann sanft an.

„Die Milleniumsgegenstände haben den Wolf in Ihrem Inneren gezähmt und der Ring hat ihn in einem Teil Ihrer Seele eingeschlossen. Doch wir haben Ihnen die Fähigkeit gelassen, diesen Teil herauszulassen, wenn Sie es wünschen, denn Sie müssen Herr über Ihre eigene Seele bleiben. Zu Vollmond werden Sie also weiterhin in der Lage sein, den Werwolf frei zu lassen, aber ich denke, Sie werden feststellen, dass er nunmehr ein gezähmtes Biest ist, was sich Ihren Wünschen unterordnet und nicht mehr als Tier, sondern als Verlängerung Ihres Willens fungiert."

„Ein Privileg, welches nicht alle Werwölfe haben werden, wenn wir mit ihnen fertig sind." Bakuras Einwurf erfolgte mit einem zufriedenen Grinsen und dann ließ der Mann seinen Milleniumsring in den Schatten verschwinden, drehte sich zu Marik um und trat mit diesem grußlos in die Schatten. Seto ließ den Stab ebenfalls verschwinden und nahm wortlos von Yuugi die Waage wieder entgegen, bevor auch er durch die Schatten zu Joey in ihr gemeinsames Zimmer in Hogwarts verschwand.

Am Ende standen nur noch Yami und Yuugi neben den beiden Professoren und Remus blickte die beiden Männer noch immer voller Dankbarkeit an. Bevor der Mann seine Worte jedoch aussprechen konnte, lächelte Yuugi nun ebenfalls sanft.

„Dank ist nicht nötig. Sie haben so viel gelitten, Remus-san. Selbst wenn es nur darum gegangen wäre, Ihren Werwolf zu zähmen und zu bannen, hätten wir es getan, ohne zu zögern. Doch der Erfolg unserer Magie zeigt uns, wie wir die perfekte Falle für Voldemort aufbauen können und das ist noch viel mehr wert. Erholen Sie sich. Wir werden Dumbledore-sama und Harry und Draco informieren. Wenn Sie sich kräftig genug fühlen, sollten Sie sich im Schloss zu uns gesellen. Ich denke, Yami hat auch schon einen Plan, wie er die Falle schon übermorgen zuschnappen lassen kann. Wenn alles gut geht, werden wir nach dem nächsten Vollmond unsere Feinde besiegt haben und das haben wir nur Ihnen zu verdanken."

Angesichts von Yuugis Worten senkte Remus verlegen den Blick und verkroch sich etwas mehr in Professor Snapes noch immer um ihn gelegten Armen. Doch Yuugi und Yami zogen sich nun ebenfalls taktvoll zurück, denn was weiter zwischen den beiden Geliebten vorging, ging auch sie beide nichts an.


Als Yami und Yuugi ins Schloss zurück kehrten, war Dumbledore schon von seinem täglichen Besuch im Ministerium zurück. Dennoch dauerte es fast 30 Minuten, bis alle Hogwartslehrer, die im Orden des Phönix Mitglied waren, sowie Harry, Draco, Ron und Hermine zusammen mit Yami und Yuugi in Dumbledores Büro versammelt waren. Die Hogwartszauberer stellten solange ungläubige Gegenfragen und sahen Yami und Yuugi nur verblüfft an, bis Professor Lupin und Professor Snape etwas später im Büro des Schulleiters eintrafen und mit ihrem eigenen Bericht über das Geschehen am Rande des Verbotenen Waldes den Zweifeln ein Ende bereiteten. Erst danach konnte Yami damit beginnen, seinen Schlachtplan darzulegen, der sich innerhalb der letzten Stunde in seinem Kopf geformt hatte. Zur Unterstützung und besseren Absprache waren Seto und Isis auf Yuugis Bitte über die Schatten ebenfalls zur Besprechung erschienen und auch Bakura und Marik hatten sich halbwegs zivilisiert bekleidet erneut aus dem Raum der Wünsche zu ihnen gesellt.

Yamis Plan stand und fiel mit der Tatsache, dass sie Voldemort glauben machen mussten, dass ihre Magie die Werwölfe beeinflussen konnte und das dies für sie nicht nur unerwartet, sondern sogar bedrohlich war. Yuugi erklärte sich im Laufe der Planung freiwillig bereit, diesen schauspielerischen Part zu übernehmen, doch Yami hatte diese Rolle schon längst Bakura und Marik zugedacht. Der Ägypter und sein japanischer Partner protestierten anfangs vehement, konnten sich aber am Ende Yamis Logik nicht widersetzen. Es würde viel glaubhafter sein, wenn die beiden Schattenmagier, die die Todesser bisher am meisten gejagt hatten, diejenigen waren, die scheinbar von der Wirkung ihrer eigenen Magie überrascht wurden und furchtsam vor den Werwölfen fliehen mussten.

Die Problematik, einen Werwolf in freier Wildbahn in der Nähe eines Todessers aufzustöbern, beschäftigte die Zauberer zu Yamis Überraschung nicht sehr lange. Yami und Bakura hatten gerade erst begonnen, laut zu überlegt, ob sie irgendwo einen Werwolf anhand seiner Aura aufstöbern konnten, um ihn dann in der Nähe eines Todessers frei zu lassen, der auf Patrouille oder Muggelfoltermission war. Dass dieses Unterfangen nicht unauffällig zu bewerkstelligen war, ohne sofort die Falle zu verraten, war ihnen sofort klar gewesen. Doch schon nach wenigen Minuten stoppte Dumbledore ihre immer abstruser werdenden Pläne mit einer einfachen Lösung. Der Schulleiter hatte im Ministerium am Vormittag während seiner endlosen Sitzungen mit den verschiedenen Ministern davon erfahren, dass unter anderem auch einer der Zauberer der Mysteriumsabteilung von Todessern bedroht worden war, um Informationen über die fremden Magier an die Gefolgsleute des Lords zu verraten. Dieser Zauberer, ein gewisser Mortimer Leach, sollte nun bis nach dem Vollmond unter den Schutz einiger Auroren gestellt werden, denn die Todesser hatten offen damit gedroht, ihm die Werwölfe, die er so sehr fürchtete, auf den Hals zu hetzen, wenn er nicht kooperierte.

Diese Gelegenheit war zu gut, um sie nicht zu nutzen und so entstand schnell der Plan, den Bakura und Marik am nächsten Abend in die Tat umsetzen würden. Der Orden musste dafür sorgen, dass die Todesser noch am Freitag davon erfuhren, dass Leach nicht bereit war, seine Informationen preiszugeben, was ja immerhin auch stimmte. Der Mann hockte derzeit verängstigt und panisch im Ministerium und traute sich ohne mindestens eine Aurorenwache nirgendwo hin. Wenn sie den Todessern also unauffällig die Kunde überbringen konnten, dass Leach nicht nur nichts verraten, sondern sogar in der Nacht vor Vollmond die Flucht antreten würde, dann würden die Todesser hoffentlich ihre Strafexpedition schon in der nächsten Nacht durchführen. Und wenn nicht, dann konnten Yami und Bakura noch immer auf Werwolfjagd gehen.

Doch wie erwartet, gelang es Dumbledore bei seinem nächsten Besuch im Ministerium am Folgetag problemlos, alles in die Wege zu leiten, damit die Weichen für das geplante Schauspiel gelegt waren. Nachdem Dumbledore also mit der Information nach Hogwarts zurück gekehrt war, dass Mortimer Leach sich zitternd und panisch, aber unter dem Schutz dreier Zauberer des Ordens auf den Weg in sein eigenes Haus gemacht hatte, hatten sich Bakura und Marik nur noch genau vor diesem Haus auf die Lauer legen müssen. Ein wenig Schattenmagie zum Hervorlocken der Werwölfe hatte den Plan komplettiert. Yami und Yuugi hatten am Rand des Verbotenen Waldes konzentriert auf das Zeichen ihrer beiden Verbündeten gewartet, um deren Exitstrategie mit ihren Zauberkarten einzuleiten und zu aller Freude hatte dieser erste Teil von Yamis Plan insgesamt wunderbar funktioniert.

+-+-+-+-+-+-Flashback Ende+-+-+-+-+-+

Den zweiten Teil des Planes hatte Dumbledore bei seinem Besuch im Ministerium am Freitag gleich mit in Gang bringen müssen, aber der alte Zauberer war zuversichtlich gewesen, dass auch dies wunschgemäß funktioniert hatte. Während all seiner Verhandlungen mit dem britischen Zaubereiminister hatte Dumbledore niemals bestätigt, dass die fremden Zauberer sich in Hogwarts aufhielten. Natürlich wusste sowohl der Orden, als auch der innere Kreis der Auroren Bescheid. Doch alle hatten gewusst, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für Spione Voldemorts in den unteren Reihen der Auroren und in allen Ebenen des Ministeriums war. Deshalb hatten sie alle geschwiegen und der Zaubereiminister wusste noch nicht einmal, dass es sich nicht nur um vier fremde Magier handelte, sondern um sechs. Letztere Information wurde von Dumbledore auch weiterhin streng gehütet, doch die Anwesenheit der fremden Magier in Hogwarts erzählte er nun bei seinem Besuch praktisch jedem, der es hören wollte. Er tat es natürlich immer hinter vorgehaltener Hand und unter dem Siegel der Verschwiegenheit und so hatten die Spione im Ministerium in London den Eindruck, endlich einmal erfolgreich Informationen erlauscht zu haben, die etwas bei ihrem Herrn wert waren.

Insgesamt waren beide Teile von Yamis Plan wertlos ohne den jeweils andern. Leider konnten die Schattenmagier und die Zauberer von Hogwarts nicht wissen, ob die Information über den Aufenthalt der Fremden in Hogwarts Voldemort rechtzeitig erreichen würde. Doch die Tatsache, dass die Information über die Flucht von Mortimer Leach es bis an die Ohren des Lords geschafft hatte, ließ hoffen, dass auch der zweite Teil gelungen war.

Und so brach in Hogwarts hektisches aber heimliches Vorbereiten aus. Die Slytherins durften von allen Vorkehrungen natürlich nichts erfahren, aber dennoch mussten die Schilde und Zauber um Hogwarts für die kommende Schlacht verstärkt werden. Die Geheimgänge mussten für die Flucht der Schüler und die Ankunft der Ordensmitglieder und Auroren vorbereitet werden. Die Schattenmagier mussten ihre Kräfte sammeln, um ihre Monster mit all ihrer Kraft rufen zu können. Und Harry und Draco mussten sich bereit halten, um nicht nur ihre Magie zu nutzen, sondern auch die Schattenmagie in ihrer geballten Macht zu ertragen.

Und dann kam der Samstag. Der Tag des Vollmondes und der finalen Schlacht gegen Voldemort und seine Getreuen.


So, und da sind wir. Im nächsten Kapitel kommt endlich die finale Schlacht. Bis dahin.

LG. Fly.