XI. Liebe in Zeiten des Friedens
Arthur steht am Eingang der Stallgasse hinter den Toren, während er darauf wartet, dass die Stallburschen Hengroen für ihn aufsatteln. Dabei mustert er Merlin, der auf der anderen Seite des Säulengangs im Schlosshof steht, mit zusammengezogenen Augenbrauen.
Merlin ist gerade dabei die Decke von Sir Ruperts Sattel zu richten, obwohl sie vollkommen gerade liegt, während er an Sir Rupert gewandt halblaut vor sich hin schimpft.
„Das ist einfach lächerlich! Als ob der Wald rund um das Schloss voller Banditen und böser Zauberer wäre, die nur darauf warten eine Gelegenheit zu bekommen ihn umzubringen. Ich meine, ernsthaft. Man sollte meinen, der König von Camelot wäre im Herzen seines Landes sicher. Und es ist ja nicht so, als ob er nicht auf sich selbst aufpassen könnte. Aber nein ich muss Arthur und Mithian zu ihrem Picknick begleiten. Denn, wie wir gerade festgestellt haben, ist absolut jeder da draußen hinter ihm her und alleine ist er schließlich vollkommen hilflos. Und natürlich habe ich auch nichts Besseres zu tun, als mit den beiden einen Ausritt zu unternehmen", endet Merlin sarkastisch, scheinbar immer noch vollkommen ahnungslos, dass Arthur nur ein Stück weit von ihm entfernt steht.
Merlin ist kurz zuvor mit einem mürrischen Ausdruck auf dem Gesicht die Treppe hinunter gekommen und geradewegs zu Sir Rupert gegangen, der bereits für ihn gesattelt worden ist und im Schlosshof auf ihn gewartet hat. Anscheinend hat Merlin dabei nicht bemerkt, dass Arthur im Eingang zu den Stallungen darauf wartet, dass ihm sein Pferd gebracht wird.
Der Stallbursche, der Mithians dunkelbraunen Hengst mit der langen schwarzen Mähne am Zügel hält und im Schlosshof bereits auf die Prinzessin wartet, wirft einen ängstlichen Blick von Merlin zu seinem König und wieder zurück, doch bevor Arthur etwas sagen kann, hört er Schritte und Mithian kommt einen Moment darauf die Treppe hinunter. Ihre Haare sind zu beiden Seiten ihres Kopf geflochten und sie trägt ein zweiteiliges Kleid bestehend aus einem weinroten Unterkleid mit weiten Rock und Mieder, sowie einem dunkelgrün und weinrot gemusterten und vorne offenen Überkleid mit aufwendigen Ärmeln. Das Überkleid ist geschnitten wie eine Art Mantel, vorne offen, mit einem hohen Kragen und wird von einem Gürtel um Mithians Hüften zusammengehalten. Da geplant gewesen ist, dass König Rodor und seine Tochter nach dem Turnier noch ein paar Tage in Camelot bleiben würde, wundert es Arthur nicht, dass Mithian neben ihren Kleidern für das Turnier und die Festessen auch Kleidung für einen Ausritt oder eine Jagd mit nach Camelot gebracht hat. [12]
König Llywarch und sein Sohn Owain sind zusammen mit den Rittern aus ihrem Königreich an diesem Morgen bereits wieder abgereist. Arthur hat sich danach mit König Rodor in der Ratshalle zu Verhandlungen über Gedref zusammengesetzt. Die Verhandlungen sind allerdings sehr schnell beendet gewesen, als Arthur Rodor eröffnete, dass er die Streitigkeit damit beilegen wollte, dass Gedref vollständig zurück an Nemeth fiel. Anschließend hat Arthur einem überraschten Rodor noch seine Einwilligung abgenommen, trotzdem noch ein paar Tage länger in Camelot zu bleiben, damit Arthur Zeit haben würde, Prinzessin Mithian besser kennenzulernen und Mithian für den Nachmittag zu einem Ausritt mit einem Picknick eingeladen.
Arthur beschließt, draußen auf den Stallburschen und Hengroen zu warten, und tritt aus dem Eingang der Stallungen auf den Schlosshof hinaus.
Mithian geht gerade zu ihrem Pferd hinüber und als sie Arthur entdeckt, wirft sie ihm ein Lächeln zu. „Bitte entschuldigt, dass ich Euch habe warten lassen, Sire, Lord Emrys."
Arthur schüttelt jedoch den Kopf. „Das habt Ihr keineswegs", versichert er und Mithians Lächeln wird daraufhin noch eine Spur breiter.
Aus den Augenwinkeln sieht Arthur, wie Merlin sich kurz mit einem finsteren Blick zu ihm umdreht, bevor er auf Sir Ruperts Rücken steigt. Der Stallbursche hilft Mithian währenddessen mit ihrem Kleid in den Sattel zu steigen. Einen Moment darauf wird schließlich auch Arthurs Hengst nach draußen gebracht und Arthur steigt ebenfalls in den Sattel.
Nachdem Mithian die Zügel ihres Pferdes aufgenommen hat, wendet sie sich an Merlin. „Lord Emrys, es ist sehr nett von Euch, dass Ihr uns zu unserem Schutz begleitet. Ich bin sicher, es gibt viele wichtige Dinge, die Eurer Aufmerksamkeit bedürfen."
Merlin versucht, ein höfliches Lächeln zustande zu bringen, aber bevor er etwas sagen kann, antwortet Sir Rupert für ihn. „Oh, die gibt es in der Tat, das versichere ich Euch, Milady. Die Pflichten eines Hofzauberers sind mannigfaltig und schier endlos."
Mithian sieht Sir Rupert mit großen Augen an und blinzelt ein paar Mal, als ihr klar wird, dass tatsächlich gerade das Pferd mit ihr gesprochen hat.
„Prinzessin Mithian, darf ich Euch Sir Rupert vorstellen", sagt Arthur mit einem amüsierten Schmunzeln. „Er ist eines von Camelots feinsten Streitrössern und bei einem Zwischenfall im letzten Jahr kam er mit einer beträchtlichen Menge Magie in Berührung und nun ist er genauso intelligent wie Ihr und ich."
Mithian lächelt unsicher, aber sie versucht, sich nichts anmerken zu lassen. „Es freut mich Euch kennenzulernen, Sir Rupert."
„Die Freude ist ganz auf meiner Seite", antwortet das Pferd und neigt den Kopf, wie zu einer Verbeugung.
Arthur wirft einen Seitenblick auf Merlin, der jedoch nicht so aussieht, als ob er noch etwas sagen würde, und so treibt Arthur sein Pferd an. Kurz darauf reitet er neben Mithian durch die Schlosstore und in Richtung der oberen Stadt, während Merlin ihnen mit ein paar Metern Abstand folgt.
Die Menschen auf der Straße machen ihnen Platz und neigen mit einem freundlichen Lächeln die Köpfe zu einer Verbeugung, als sie ihren König sehen, bevor sie weiter ihren Arbeiten nachgehen. Arthur nickt dem einen oder anderen kurz zu, während er mit seinem Geist Merlins sucht.
„Was ist los mit dir? Wenn du mir gesagt hättest, dass du nicht mitkommen willst, dann hätte ich Lancelot oder Galahad mitgenommen. Ich dachte nur, dass es schön wäre, wenn du und Mithian euch auch besser kennenlernen könntet."
Arthur glaubt, Merlin in Gedanken schnauben zu hören. „Wenn du es genau wissen willst, es gibt tatsächlich wichtige Dinge, um die ich mich kümmern müsste, anstatt durch den Wald zu reiten und ein Picknick zu machen."
„Wirklich? Das ist der Grund?", fragt Arthur, denn er kann nicht glauben, dass das tatsächlich der Grund für Merlins schlechte Laune sein soll.
„Ja, natürlich", antwortet Merlin schnippisch. „Was hast du denn erwartet? Es ist schließlich nicht so, als ob ich eifersüchtig wäre oder etwas in der Art, denn das wäre vollkommen lächerlich."
Arthurs zieht die Augenbrauen zusammen und er muss sich zusammenreißen sich nicht zu Merlin umzudrehen. „Du kannst nicht allen Ernstes eifersüchtig sein. Es gibt absolut keinen Grund für dich eifersüchtig auf Mithian zu sein."
„Natürlich nicht. Warum sollte ich eifersüchtig auf deine zukünftige Königin sein?", meint Merlin und er versucht, es ungerührt klingen zu lassen.
Das Problem mit einer Unterhaltung in Gedanken ist, dass man es nie ganz schafft, seine Gefühle dabei zu verbergen und Arthur spürt, dass Merlin tatsächlich eifersüchtig auf Mithian ist.
„Merlin, du warst derjenige, der gesagt hat, dass sie die perfekte Wahl ist, weil ich sie immerhin beim letzten Mal schon sehr mochte. Und du mochtest sie auch, wenn ich mich recht erinnere."
„Ich weiß", entgegnet Merlin gereizt. „Aber jetzt wo ich euch tatsächlich zusammen sehe, gefällt mir die Aussicht, dich mit ihr teilen zu müssen, überhaupt nicht mehr."
Arthur überlegt einen Moment lang, was er darauf antworten soll. Ihm fällt jedoch nichts ein. „Und was soll ich jetzt tun?", fragt er schließlich.
„Das weiß ich auch nicht! Es war meine Idee, aber da war mir noch nicht wirklich klar, dass ich dich schon so bald nicht mehr für mich alleine haben würde."
„Ich muss sie nicht gleich heiraten, Merlin", entgegnet Arthur sanft. „Ich hatte auch gar nicht die Absicht ihren Vater gleich um ihre Hand zu bitten. Nach Camelots alten Gesetzen wäre sie noch nicht einmal volljährig gewesen und ich hätte sie erst in drei Jahren zur Königin krönen können. Wir können uns noch ein paar Jahre Zeit lassen."
„Das würdest du tun?", fragt Merlin überrascht.
Arthur lächelt liebevoll und auch wenn Merlin es nicht sehen kann, weiß Arthur doch, dass Merlin seine Gefühle spüren kann.
„Ja, natürlich. Sie könnte noch ein paar Mal nach Camelot kommen oder ich könnte Nemeth besuchen. Und in einem Jahr oder zwei kann ich sie dann fragen, ob sie meine Frau werden will. Ich bin immer noch jung in dieser Zeit und Mithian ist es auch. Wir müssen nicht sofort heiraten. Das hier ist nur eine Gelegenheit, damit wir uns besser kennenlernen können. Und mit wir meine ich uns drei. Deshalb wollte ich auch, dass du bei diesem Picknick dabei bist."
Arthur spürt, dass Merlins Ärger sich in Luft aufgelöst hat und er sich stattdessen vorkommt wie ein Idiot.
„Es tut mir leid", sagt Merlin zerknirscht. „Ich weiß nicht, was plötzlich in mich gefahren ist."
„Schon gut. Mach dir keine Gedanken deswegen. Ich schätze, es ist meine Schuld. Ich hätte mit dir darüber reden sollen", antwortet Arthur nachdenklich.
„Nein, es nicht allein deine Schuld. Ich hätte auch etwas sagen können."
Arthur schmunzelt leise. „Na gut, einigen wir uns darauf, dass wir beide Schuld sind und dann lass uns ein wunderbares Picknick mit meiner womöglich zukünftigen Frau genießen. Ich verspreche dir sogar, dass ich dich dieses Mal nicht alle Körbe alleine tragen lasse", schlägt Arthur vor und er spürt, wie Merlin Mühe hat sich ein Lachen zu verkneifen.
„Nun wie hat Euch das Turnier gefallen, Prinzessin Mithian?", fragt Arthur, bevor er einen weiteren Schluck Wein aus seinem Becher trinkt.
Arthur liegt, seinen Ellbogen auf einem Kissen abgestützt, auf einer weinroten Decke, die sie auf einer kleinen, schattigen Lichtung ausgebreitet haben und Merlin hat das seltsame Gefühl, das es dieselbe Lichtung ist, auf der sie in der anderen Zeit auch gewesen sind.
Mithian sitzt Arthur gegenüber und am anderen Ende der Decke sitzt Merlin, ebenfalls mit einem Becher Wein in der Hand. Das Essen, das Arthur aus der Küche für sie hat einpacken lassen, ist vorzüglich und wenn Mithian es seltsam findet, dass Merlin bei ihnen sitzt, so lässt sie es sich nicht anmerken.
Mithian überlegt einen Moment lang und schluckt einen Bissen Pastete hinunter, bevor sie auf Arthurs Frage antwortet. „Es war eine eindrucksvolle Demonstration ritterlicher Fähigkeiten, Sire."
Arthur zieht die Augenbrauen nach oben. „Also hat es Euch nicht gefallen? Und Ihr könnt mich Arthur nennen. Wir sind hier ganz unter uns. Na ja, Merlin ist hier, aber er zählt nicht."
Mithian lächelt etwas verlegen und Merlin überlegt, ob es davon kommt, dass Arthur ihre sehr diplomatische Antwort durchschaut hat, dass er einen Witz auf Merlins Kosten gemacht hat, oder dass er ihr angeboten hat, ihn Arthur zu nennen. Mithian wirft einen Moment darauf einen kurzen Blick zu Merlin hinüber, um einzuschätzen, ob er sich durch Arthurs Kommentar verärgert fühlt, aber Merlin setzt ein gutmütiges Grinsen auf.
Mithian lächelt daraufhin kurz, bevor sie zu einer Antwort ansetzt. „Ich kann den Wunsch verstehen, die eigenen Fähigkeiten im Kampf gegen die Besten zu beweisen", sagt sie überlegt. „Aber ich bin mir nicht sicher, ob das Lanzenstechen dazu der beste Weg ist. Der Kampf zu Pferde ist ein wichtiger Bestandteil des Trainings eines Ritters, aber es gibt andere Möglichkeiten, um herauszufinden, welcher Ritter der Beste ist, anstatt gegeneinander zu kämpfen. Das Lanzenstechen ist ein gefährliches Unterfangen, das nur allzu oft mit schweren Verletzungen endet."
Mithian sieht Arthur abwartend und ein klein wenig herausfordernd an, aber Arthur nickt zustimmend. „Ich stimme Euch vollkommen zu."
„Das tut Ihr?", fragt Mithian daraufhin erstaunt.
„Ja und aus diesem Grund habe ich Merlin Schutzzauber auf sämtliche Rüstungen und Schilde der Ritter legen lassen."
Mithian bleibt der Mund offenstehen, als sie das hört und sie sieht zuerst zu Merlin, der ihrem Blick mit einem Grinsen begegnet und dann wieder zu Arthur, der mit den Schultern zuckt.
„Die Teilnahme an einem Turnier, das dazu gedacht ist den Besten zu ermitteln, ist das Risiko nicht wert dabei für den Rest seines Lebens zum Krüppel zu werden", sagt Arthur.
„Und deshalb habe ich dafür gesorgt, dass niemand bei dem Turnier ernsthaft verletzt wird", fügt Merlin hinzu.
„Ist das der Grund, warum Ihr Eurer Schwester erlaubt habt, bis zum Ende im Turnier zu bleiben?", fragt Mithian gerade heraus und Merlin stellt erfreut fest, dass sie immer noch genauso direkt ist, wie es die Mithian in der anderen Zeit gewesen ist.
Arthur setzt einen unschuldigen Gesichtsausdruck auf. „Ich weiß nicht, wovon Ihr redet."
Mithian mustert ihn einen Moment lang forschend, bevor ein wissendes Lächeln auf ihren Lippen erscheint und sie einen Schluck aus ihrem Becher trinkt. „Ich denke, was Prinzessin Morgana getan hat, war sehr mutig", sagt sie dann.
Arthur schnaubt. „Ja, aber auch sehr riskant und überheblich."
„Vielleicht", entgegnet Mithian unbeeindruckt. „Aber sie hat gewonnen."
Arthur nickt. „Das hat sie. Und ich bin sehr stolz auf sie."
Mithian sieht ihn zweifelnd an. „Ich habe Euch während des Festes mit König Llywarch reden hören. Ihr habt gesagt, dass Ihr nicht die Absichten hättet den Kodex der Ritter zu ändern und Prinzessin Morgana zum einem Ritter zu schlagen."
Arthur seufzt und verzieht kurz das Gesicht, bevor er mit den Schultern zuckt. „Ich habe ihm gesagt, was er hören wollte. Ich habe sehr wohl die Absicht, das Gesetz zu ändern. Und ich werde Morgana offiziell in den Stand eines Ritters erheben, wenn sie denselben Test besteht, den jeder andere Ritter auch bestehen muss: eine Umdrehung des Stundenglases gegen mich im Zweikampf durchzuhalten. Aber ich bin mir sicher, dass sie es schaffen wird, sie hat mich immerhin das erste Mal in einem Zweikampf besiegt, als ich sieben Jahre alt war."
Mithian lacht leise und Arthur grinst amüsiert, bevor er weiterredet. „Und Morganas Halbschwester Morgause und Lady Isolde werden den Test ebenfalls bestellen und Ihr könnt Euch sicher sein, dass ich sie dabei nicht mit Samthandschuhen anfassen werde."
Mithian grinst und schüttelt dann staunend den Kopf. „Und dann wird es weibliche Ritter in Camelot geben."
Arthur zuckt mit den Schultern. „Es ist eine schöne neue Welt. Aber Männer wie mein Vater oder Eurer, oder König Llywarch sind in der alten Welt, in der sie aufgewachsen sind, gefangen. Ich verurteile sie nicht dafür, aber ich denke, dass es an der Zeit ist neue Wege zu gehen."
„Und dazu gehört es auch die Benutzung von Magie wieder zu erlauben und einen Hofzauberer zu ernennen", stellt Mithian fest.
Arthur nickt mit einem verschmitzten Lächeln. „Ganz genau."
Mithian sieht einen Moment lang nachdenklich aus, und schließlich wandert ihr Blick zu Merlin hinüber, bevor sie ein wenig zögerlich sprechen beginnt. „Ich habe gehört, dass Ihr der persönliche Diener des Prinzen und dann des Königs gewesen seid, bevor Ihr Hofzauberer wurdet, stimmt das, Lord Emrys?"
Merlin nickt freimütig. „Ja, das stimmt."
„Ihr solltet ihn besser Merlin nennen, er mag seinen Titel nicht besonders", sagt Arthur mit einem Grinsen.
Mithian mustert Merlin erstaunt, der daraufhin etwas verlegen mit den Schultern zuckt. „Es klingt irgendwie seltsam, wenn man mich einen Lord nennt."
„Aber es ist gut, dass er jetzt Hofzauberer ist, denn als persönlicher Diener war er eine wahre Schande", meint Arthur hinter vorgehaltener Hand und mit gesenkter Stimme, aber Merlin kann natürlich trotzdem jedes Wort verstehen.
„Hey!", beschwert er sich augenblicklich, aber er ist natürlich nicht wirklich verärgert.
„Wie dem auch sei, wir haben uns kennengelernt, nachdem Merlin nach Camelot kam, um der Lehrling unseres Hofarztes Gaius zu werden", erzählt Arthur. „Am nächsten Tag hat er einen Streit mit mir angefangen und mich beleidigt, ohne zu wissen, wer ich war, und dafür hat er die Nacht in einer Zelle verbracht und dann den ganzen nächsten Vormittag am Pranger gestanden."
„Ja", antwortet Merlin und ein schadenfrohes Grinsen tritt auf sein Gesicht. „Und am nächsten Tag habe ich dich zum Zweikampf herausgefordert dafür gesorgt, dass du auf deinem Hintern gelandet bist."
Arthur hebt einen Zeigefinger. „Weil du mit Magie betrogen hast! Glaub nicht, dass mir das mittlerweile nicht klar geworden ist."
Merlin grinst und zuckt mit den Schultern. „Tja, ich musste dich ja schließlich irgendwie von deinem hohen Ross herunterholen. Du warst damals ein ziemlich arroganter Arsch."
Arthur setzt einen betroffenen Gesichtsausdruck auf, der allerdings von seinem Grinsen zu Nichte gemacht wird und Mithian neben ihm lacht leise. Arthur lacht ebenfalls und wirft Merlin einen liebevollen Blick zu. „Ein paar Tage später hat er mir das Leben gerettet, als eine Zauberin versucht hat, mich und meinen Vater umzubringen, und mein Vater hat ihm als Belohnung dafür die Anstellung als mein persönlicher Diener gegeben."
Merlin schnaubt. „Ja und wie geehrt ich mich gefühlt habe den Boden deiner Räume zu wischen und deine Socken zu waschen."
Mithin lacht daraufhin lauter und hält sich eine Hand vor den Mund. Immer noch mit einem Grinsen greift sie schließlich nach ihrem Becher, um einen Schluck Wein zu trinken, und mustert Merlin und Arthur dabei einen Moment lang, bevor sie kaum merklich den Kopf schüttelt.
Arthur bemerkt ihren Blick und sieht sie fragend an. „Was ist?"
Mithian wirkt überrascht und lächelt höflich, während sie den Kopf schüttelt. „Nichts", beteuert sie, aber Arthur legt den Kopf schief.
„Kommt schon. Ich habe den Blick auf Eurem Gesicht gerade eben gesehen", sagt er.
Mithian sieht verlegen auf die Decke, auf der sie sitzen und sie scheint sich eine Antwort zu überlegen, bevor sie den Blick wieder hebt und Arthur direkt ansieht. „Ihr seid nur so vertraut miteinander, als ob ihr bereits seit Jahren enge Freunde wärt, und ihr streitet euch wie ein altes Ehepaar. Es ist schwer zu glauben, dass Merlin noch vor einem halben Jahr Eurer Diener gewesen ist."
Dann wendet Mithian ihren Blick wieder ab, als ihr bewusst wird, dass sie gerade sehr frei und offen mit dem König von Camelot gesprochen hat.
Arthur tauscht einen kurzen Blick mit Merlin. Ihnen ist nicht bewusst gewesen, wie vertraut sie miteinander umgehen, auch wenn sie nicht alleine sind, denn niemand hat sie natürlich bisher darauf angesprochen. In Gegenwart der Ritter oder Morgana ist das etwas anderes, aber in der Öffentlichkeit sind sie immer darauf bedacht gewesen zumindest den Schein zu wahren. In ihren Rollen als Prinz oder König und Diener haben sie sehr viel Übung gehabt, aber seitdem Merlin Hofzauberer ist, scheint auch die letzte Grenze zwischen ihnen immer mehr verblasst zu sein. Andererseits haben Arthur und Merlin auch nie versucht, ihre Vertrautheit wirklich zu verbergen.
„Ist schon gut, Mithian. Ihr habt nichts Unhöfliches gesagt", antwortet Arthur. „Ich war nur überrascht, dass Ihr so aufmerksam seid, aber ich schätze, damit hätte ich rechnen müssen. Ihr seid sehr klug und sehr einfühlsam. Und Ihr habt recht, Merlin und ich waren uns schon immer sehr vertraut, von dem Moment an, als wir uns zum ersten Mal getroffen haben. Wir haben eine besondere Verbindung zueinander und es war leicht, zu vergessen, dass er eigentlich ein Bürgerlicher ist. Ich hatte zuvor nie einen richtigen Freund, jemanden dem ich alles anvertrauen kann und bei dem ich keine Angst haben muss, dass er mich nur zu seinem eigenen Vorteil benutzt. Und als ich Merlin zum Hofzauberer gemacht habe, ist er schließlich jemand geworden, mit dem ich auch in den Augen der Gesellschaft befreundet sein kann und es gibt seither keinen Grund mehr, dass wir uns verstellen. Um ehrlich zu sein, hat es mich auch vorher nie gekümmert, was andere über mich und Merlin denken. Ich bin der König. Sie haben kein Recht, eine Meinung zu äußern, solange Camelot durch unser Verhalten keine Gefahr droht."
Mithians Blick ist immer noch auf die Decke gerichtet und als sie Arthur und Merlin wieder ansieht, weiß Merlin, dass sie selbst nie jemanden gehabt hat, der ihr so nahe stand. Genau wie Arthur ist sie die Thronerbin eines großen Königreiches und diese Position kann sehr einsam sein.
„Ich freue mich für Euch. Für euch beide", sagt Mithian schließlich aufrichtig. Sie lächelt und Merlin glaubt, dass sie ahnt, dass er und Arthur sich noch viel näher stehen, als das selbst bei engen Freunden der Fall ist.
Als sich Arthur, Mithian und Merlin nach dem Picknick zurück in Richtung Schloss aufmachen, erzählt Mithian Arthur von ihrem Hengst Arion, auf dem sie reitet. Das dunkelbraune Tier mit der langen schwarzen, gewellten Mähne ist der ganze Stolz von Nemeths Zucht. König Rodor hat schon vor mehreren Jahren unter einigen Anstrengungen mehrere Pferde vom Festland über das Meer bringen lassen, um seine eigenen Tiere eleganter und anmutiger zu machen. Als Mithian davon erzählt, welch unglaubliches Tempo der Hengst auf kurzen Strecken erreichen kann, weckte sie damit augenblicklich Arthurs Neugier und er fordert sie zu einem Wettrennen heraus. Sir Rupert ist davon ebenfalls begeistert und auf ein Signal von Arthur hin, preschen sie los. Am Anfang sieht es noch so aus, als ob Hengroen und Sir Rupert Mithians Hengst bis zum vereinbarten Ziel einholen könnten, aber als Mithian Arion noch einmal antreibt, gewinnt sie mühelos ein gutes Stück an Vorsprung, das weder Sir Rupert noch Hengroen wieder aufholen können. Mithian wartet bereits mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht, als Merlin und Arthur ihre Pferde neben ihr wieder durchparieren. Ihr Hengst tänzelt noch ein wenig auf der Stelle hin und her, die Nüstern gebläht und die Ohren gespannt nach hinten gelegt.
Als sie schließlich durch die Tore zurück ins Schloss reiten, sind alle drei Pferde noch immer verschwitzt. Mithian besteh darauf das Fell ihres Pferdes selbst zu waschen und glatt zu bürsten, anstatt diese Aufgabe einem der Stallburschen zu überlassen. Sir Rupert wiederum hält das ebenfalls für eine hervorragende Idee und da der junge William an diesem Nachmittag frei hat und Sir Rupert was seine Stallburschen angeht, sehr speziell ist, findet Merlin sich kurz darauf mit einer Bürste in der Hand an einer der Putzstangen in der nachmittäglichen Sonne hinter dem Stall wieder.
Arthur hat König Rodor versprochen mit ihm an diesem Tag noch einige weitere Punkte zu besprechen, nachdem die Streitigkeit um Gedref beigelegt ist und so sind es nur Merlin und Mithian, die ihre Pferde mit einem Eimer Wasser abwaschen, sie anschließend in der Sonne trocknen lassen und nun das Fell der Tiere mit einer Bürste wieder glatt streichen.
Merlin fährt mit seiner Bürste an Sir Ruperts Hals entlang, während er über dessen Rücken hinweg zu Mithian hinübersieht.
„Und wie gefällt Euch Camelot bis jetzt?", fragt er schließlich, um eine Unterhaltung zu beginnen.
Mithian lächelt höflich. „Es ist beeindruckend und sehr schön."
Merlin nickt, aber Mithian sagt nichts weiter und so herrscht wieder Stille zwischen ihnen.
„Kann ich Euch etwas fragen?", fragt Mithian schließlich nach einer Weile und sie klingt ein wenig zurückhaltend.
Merlin sieht sie neugierig an und zieht die Augenbrauen zusammen. „Ja, natürlich."
Mithian fährt mit der Bürste in ihrer Hand über Arions Rücken. „Mein Vater glaubt, Arthur würde um meine Hand anhalten." Sie lässt die Frage in dem Satz unausgesprochen und wirft Merlin stattdessen einen fragenden Blick zu.
Merlin überlegt, was er antworten soll, aber je länger er nachdenkt, desto verwirrter wird Mithians Gesichtsausdruck und so beeilt er sich etwas zu erwidern. „Ähm, nun ja, Arthur ist immer noch ein sehr junger König. Ich meine, er herrscht noch nicht einmal seit einem Jahr. Natürlich würde sein Rat es gerne sehen, wenn er heiratet und Camelot so bald wie möglich einen Erben schenkt, aber er wird nicht irgendeine Prinzessin heiraten, um seinen Rat zufriedenzustellen", sagt er spöttisch, doch dann wird ihm klar, wie sich das gerade angehört haben muss und er beeilt sich, es richtigzustellen. „Ähm, das hat sich falsch angehört. Es tut mir leid, ich wollte nicht…"
„Nein. Nein, schon in Ordnung", unterbricht Mithian sein Gestammel mit einem Lächeln. „Ich glaube, ich verstehe, was Ihr mir sagen wollt."
„Ach ja?", fragt Merlin überrascht. Er ist sich nicht einmal sicher, ob er selbst verstanden hat, was er eigentlich sagen wollte, aber Mithian nickt zufrieden.
„Ja. Vielen Dank, Merlin."
Merlin sieht nachdenklich auf Sir Ruperts graues Fell, während er überlegt, was Mithian wohl aus seinem unzusammenhängenden Gestammel heraus gehört hat.
„Nur aus Neugier", fragt er dann nach einiger Zeit. „Wäre Arthur denn jemand, den Ihr Euch vorstellen könntet zu heiraten? Nur theoretisch, meine ich."
Merlin sieht wie Mithian versucht sich ein Grinsen zu verkneifen. „Ich denk, dass sich jede Prinzessin bei der Aussicht Arthur Pendragon zu heiraten glücklich schätzen würde. Besonders seit er König von Camelot geworden ist."
Merlin legt den Kopf schief, während er das Gefühl hat, dass sie beide vollkommen unterschiedliche Unterhaltungen führen. „Das war nicht die Antwort auf meine Frage", sagte er schließlich.
Mithian sieht kurz zu Boden. „Ich weiß. Aber es ist die einzige Antwort, die ich Euch geben kann." Sie sieht wieder auf und wirft Merlin ein schmales Lächeln zu. „Ich bin die Prinzessin von Nemeth. Ich habe schon vor langer Zeit akzeptiert, dass der Mann, den mein Vater als meinen Ehemann aussucht, aus politischer Sicht die beste Wahl für unser Königreich sein wird."
„Aber, wenn Ihr mehr haben könntet als das? Wenn Ihr aus Liebe heiraten könntet? Denn genau das hat Arthur vor, ganz gleich wie sehr sein Rat versucht, ihn zu drängen."
Mithin lächelt, doch das Lächeln erreicht ihre Augen nicht. Sie schüttelt sachte den Kopf, während sie mit der Bürste weiter über den Hals ihres Pferdes streicht. „Das ist ein sehr schöner Gedanke, Merlin. Aber auch ein sehr gefährlicher."
Merlin presst die Lippen aufeinander, nickt aber, als er versteht, was sie damit sagen will. „Es tut mir leid. Ich wollte Euch nicht zu nahe treten."
Er widmet sich wieder Sir Ruperts Fell und sieht erst wieder auf, als Mithian nach einiger Zeit unvermittelt wieder zu sprechen beginnt.
„Um Eure Frage jedoch zu beantworten, ich denke, Arthur Pendragon ist nicht nur der König von Camelot, und zudem sehr attraktiv, er scheint auch ein guter Mensch zu sein. Gerecht und gütig und loyal seinen Freunden gegenüber. Ich kenne ihn erst seit ein paar Tagen, aber das sind alles Eigenschaften, die ich an einem Mann sehr schätze."
Merlin kann sich ein Grinsen nicht verkneifen, als er das hört. „Nun, dann ist es gut, dass Ihr noch ein paar Tage länger in Camelot sein werdet und die Gelegenheit bekommt Arthur noch ein wenig besser kennenzulernen."
Mithian sieht auf und erwidert Merlins Grinsen mit einem Lächeln.
Nachdem auch König Rodor und Prinzessin Mithian abgereist sind, kehrt schließlich wieder Ruhe in Camelot ein.
An einem sonnigen Nachmittag kommen Arthur und Merlin von einer Ratssitzung zurück in Arthurs Gemächer und Merlin ist mit seinen Gedanken immer noch bei dem, was in der Ratshalle kurz zuvor diskutiert wurde. Er schließt die Tür hinter Arthur und als er zum Tisch hinüber gehen will und gerade dazu ansetzt, weiter auszuführen, warum er der Meinung ist, dass Lord Allendale unrecht hat, fällt sein Blick auf etwas, das mitten im hinteren Teil des Zimmers steht und er bleibt abrupt stehen. Dann zieht er die Augenbrauen zusammen und dreht sich zu Arthur um, der in der Mitte des Zimmers stehen geblieben ist und ihn aufmerksam beobachtet.
„Was ist das?", fragt Merlin und macht eine Handbewegung hin zu dem Pranger, der ein Stück hinter dem Fußende von Arthurs Bett steht.
Arthur zieht die Augenbrauen nach oben. „Ich glaube du weißt ganz genau, was das ist."
Merlin legt den Kopf schief. „Na ja schon", antwortet er gedehnt. „Aber was macht der Pranger in unseren Räumen?"
Arthur grinst selbstzufrieden. „Ich habe ihn hier herauf bringen lassen."
„Und warum solltest du so etwas tun?"
„Nun vor nicht allzu langer Zeit hatten wir eine Unterhaltung darüber, wie ich dich ganz für mich alleine an den Pranger stellen würde und deswegen habe ich Leon befohlen, den Pranger hier herauf bringen zu lassen", sagt Arthur, während er hinter Merlin tritt und seine Hände von hinten um Merlins Hüften legt. Einen Moment darauf hört Merlin Arthurs leise Stimme direkt an seinem Ohr. „Ich verspreche dir, dass du es nicht bereuen wirst."
Ein Schauer läuft Merlin den Rücken hinunter und auch er erinnert sich noch sehr gut an ihr Gespräch, bei dem Arthur ihm eröffnet hat, dass er all die Jahre über die gleichen Fantasien in Bezug auf diesen Pranger gehabt hat, wie Merlin.
„Aber ich habe nichts getan, wofür du mich bestrafen könntest", gibt Merlin zu bedenken und versucht sich ein Grinsen zu verkneifen.
Arthur gibt einen nachdenklichen Laut von sich. „Ich bin sicher, da fällt mir schon etwas ein", meint er.
Anschließend löst sich Arthur von ihm und geht auf den Pranger zu, bevor er daneben stehen bleibt und Merlin auffordernd ansieht. „Also dann, du weißt sicher noch, wie das geht."
Merlin rollt mit den Augen, bevor er sich hinter den Pranger stellt und Arthur zieht die Keile aus dem oberen Brett.
„Ich denke allerdings, du solltest zuerst deine Robe und dein Hemd ausziehen", mein Arthur und Merlin zieht die Augenbrauen nach oben.
„An diesen Teil erinnere ich mich nicht", antwortet er, während er so tut, als ob er angestrengt darüber nachdenken würde.
Arthur grinst. „Nun Merlin, wir können schließlich nicht zulassen, dass du dich langweilst, deswegen dachte ich mir, dass ich ein paar Dinge ändern sollte."
Merlin schmunzelt amüsiert und während er seine Robe ablegt und dann sein Hemd über den Kopf zieht, fällt ihm auf, dass das untere Brett des Prangers ziemlich tief angebracht ist. Damals auf dem Marktplatz musste er nur etwas nach vorne gebeugt stehen, aber dieses Mal wird er sich viel weiter nach unten beugen müssen.
Nachdem Merlin sein Hemd bei Seite gelegt hat, hebt Arthur das obere Brett an und Merlin beugt sich nach vorne und legt seine Handgelenke und seinen Kopf in die dafür vorgesehenen Vertiefungen. Arthur lässt das Brett wieder herunter und steckt die Keile durch die Öffnungen, um das obere Brett zu fixieren. Dann schließt er die eisernen Handfesseln um Merlins Handgelenke, damit er seine Hände nicht wieder herausziehen kann und anschließend geht Arthur um den Pranger herum und stellt sich hinter Merlin. Seine Finger bewegen um Merlins Hüften herum und öffnen die Schnürung von Merlins Hose. Dann zieht Arthur sie ihm nach unten, bis sie als zusätzliche Fessel um Merlins Knöchel hängt. Als Nächstes spürt Merlin eine Hand in der Mitte seines Rückens, bevor Arthur seine Finger über Merlins Seite bis zu seinem Hintern hinunter wandern lässt.
„Genau wie ich dachte, ein hervorragender Anblick. Es ist eine Schande, dass keiner der Ritter hier ist, um das zu sehen."
Merlin lacht erstickt auf und rollt mit den Augen. „Du bist so ein Arsch."
„Oh, ich denke, wir sollten uns lieber um deinen Arsch kümmern", meint Arthur amüsiert. „Ich war schon immer der Meinung, dass es eine viel zu geringe Strafe für dich gewesen ist nur mit fauligem Gemüse beworfen zu werden. Ein paar Schläge auf den Hintern schienen mir da immer viel angebrachter. Und ich erinnere mich daran, dass du vor nicht allzu langer Zeit ziemlich leichtsinnig gewesen bist, obwohl du mir versprochen hattest, dir von Nimueh helfen zu lassen. Ich denke, dafür hast du eine Strafe verdient."
Arthurs Hand verschwindet und einen Moment darauf zuckt Merlin zusammen und keucht dann erstickt auf, als Arthurs Handfläche mit einem lauten Klatschen auf seinen Hintern trifft. Es ist jedoch mehr die Überraschung, als wirklicher Schmerz, der Merlin hat aufkeuchen lassen. Arthur gibt ihm kaum Gelegenheit das Gefühl zu verarbeiten, denn bereits im nächsten Moment trifft seine Hand Merlin erneut.
Merlin beißt sich auf die Unterlippe, während Arthur seine Handfläche gegen Merlins Hintern und seine Oberschenkel klatschen lässt, und Arthurs Worte kommen ihm wieder ins Gedächtnis. Er denkt daran, wie er Arthur versprochen hatte sich von Nimueh dabei helfen zu lassen Myror während des Turniers in Camelot unschädlich zu machen und wie er dieses Versprechen gebrochen hat. Tiefe Schuldgefühle ergreifen von ihm Besitz und durch seine Verbindung zu Arthur hindurch spürt er, wie viel Angst Arthur gehabt hat, als er Merlin in Gedanken nicht mehr hatte erreichen können; als er Myror in Merlins Gestalt sein Schwert durch den Bauch gestoßen hat und als er Merlin schließlich bewegungslos auf dem Boden der Taverne gefunden hat. Lähmende Furcht, Wut und Enttäuschung brechen mit einem Mal über Arthur herein und Merlin kann spüren, dass Arthur nicht damit gerechnet hat, dass diese Gefühle noch immer so stark in ihm sind.
Als die Ritter und Arthur Merlin in dieser Nacht zum Schloss zurückgebracht hatten, sind sie beide zu erleichtert gewesen, dass der andere noch am Leben war und als die Wirkung des Giftes am nächsten Morgen vollständig nachgelassen hatte, hat Merlin sich bei Arthur entschuldigt und Arthur hat ihm vergeben. Anschließend haben sie sich wieder auf das Turnier konzentriert in dem Glauben, dass die Sache damit erledigt gewesen wäre.
Merlin schnappt nach Luft, als ihm mit einem Mal wirklich klar wird, was er getan hat. Seine Überheblichkeit hatte Arthur glauben lassen, Merlin könnte tot sein und Merlin erinnert sich noch mit erschreckender Klarheit daran, wie er in der anderen Zeit in Camlann für einen Moment ebenfalls gedacht hatte, Arthur wäre tot und wie schrecklich dieses Gefühl gewesen ist.
Die Schläge auf seinen Hintern hören mit einem Mal auf und als Merlin die Augen öffnet, wird ihm bewusst, dass Tränen seine Wangen hinunter laufen. Arthur taucht vor ihm auf und Merlin hebt den Kopf, als Arthur vor ihm in die Hocke geht.
Merlin blinzelt, um klar sehen zu können, und schluckt schwer. „Es tut mir leid", sagt er mit erstickter Stimme.
Arthur presst die Lippen aufeinander, während er eine Hand hebt und Merlin die Tränen von der Wange streicht. „Ich weiß", sagt er leise. „Und mir tut es auch leid."
Merlin schüttelt den Kopf und blinzelt die Tränen weg. „Nein, ich schätze, das haben wir beide gebraucht."
Arthur sieht ihn mit einem gequälten Ausdruck auf dem Gesicht an. „Alles in Ordnung?"
Merlin nickt und bringt ein schmales Lächeln zustande. „Ja, alles in Ordnung."
Arthur mustert Merlin noch einem Augenblick lang, bevor er Merlins Gesicht mit seinen Händen umfängt und ihn zärtlich küsst. Merlin drückt sich Arthur entgegen, so gut er kann, um ihm noch näher zu kommen, und er spürt, wie sie beide ein Gefühl der Leichtigkeit umfängt, als sie diese Sache nun hinter sich lassen können. Der Kuss wir daraufhin schnell leidenschaftlicher und härter und als sich Arthur schließlich schwer atmend von Merlin löst, bemerkt Merlin, dass seine Körper wieder angefangen hat Interesse zu zeigen.
Arthur bemerkt es durch ihre Verbindung hindurch ebenfalls und er sieht Merlin forschend an. Merlin nickt jedoch nur und das scheint Arthur zu genügen, denn ein Lächeln umspielt seine Mundwinkel.
„Ich denk, ich sollte es ausnutzen, dich in dieser Position zu haben, immerhin haben die Wachen den Pranger extra den ganzen Weg hier herauf getragen", sagt er und steht dann wieder auf.
Merlin sieht zu ihm hoch und beobachtet Arthur dabei wie er seine Hose öffnet. Dann macht Arthur einen Schritt nach vorne und Merlin weiß genau was Arthur vorhat. Merlin öffnet den Mund und Arthur schiebt sich zwischen seine geöffneten Lippen, bevor er mit einer Hand in Merlins Haar greift, um ihn festzuhalten.
Merlin schließt die Augen und stöhnt leise, als Arthur anfängt sich zu bewegen, und das Gefühl, dass Arthur sich nehmen kann, was er will, und Merlin nichts weiter tun muss, als ihn gewähren zu lassen, ist unglaublich befreiend. Außerdem hat er das seltsame Gefühl Arthur auf diese Weise etwas geben zu können, als Wiedergutmachung dafür, dass er ihm solche Sorgen bereitet hat.
Merlin verliert sich ganz in seiner Aufgabe und er hat die Augen geschlossen, während er sich auf nichts anderes konzentriert, als Arthur mit seinen Lippen und seiner Zunge zu verwöhnen. Arthur lässt ihn zwischen seinen Bewegungen immer wieder gewähren und Arthurs leises Stöhnen ist Musik in Merlins Ohren.
Nach einiger Zeit zieht Arthur sich wieder zurück und streicht Merlin mit dem Daumen über die Unterlippe, bevor er wieder um den Pranger herumgeht und hinter Merlin tritt. Kurz darauf spürt Merlin Arthurs Finger, die sich mit Öl benetzt in ihn schieben. Er lässt den Kopf nach vorne fallen und stöhnt leise, während Arthur seine Finger in ihm bewegt.
„Stell dir vor ich hätte das getan, als du eines Nachts am Pranger gestanden hättest", sagt Arthur leise und Merlin stöhnt laut auf, als die Szene unweigerlich vor seinem inneren Auge Gestalt annimmt. Er selbst hat sich genau das mehr als nur ein Mal vorgestellt.
Arthur lässt seine Finger währenddessen immer wieder über diesen Punkt in ihm gleiten, der Merlin wahnsinnig macht und Merlin stöhnt jedes Mal laut auf. Schließlich zieht Arthur seine Finger wieder zurück und einen Moment darauf dringt er bereits mit einem langen Stoß in Merlin ein.
Merlin schnappt nach Luft und lässt den Kopf nach vorne fallen. Arthur hält einen Moment lang still, bevor er Merlin an den Hüften festhält, und dann anfängt sich zu bewegen. Seine Stöße sind hart und schnell und wieder kann Merlin nichts anderes tun, als sich Arthur entgegen zu drücken und bei jedem Stoß erstickt aufzustöhnen. Die Vorstellung, dass Arthur das hier tatsächlich getan hätte, als Merlin des Nachts am Pranger auf dem Marktplatz gestanden hat, zusammen mit Arthurs harten Stößen, wird schnell zu viel für Merlin und als Arthur seine Finger um Merlins Erektion schließt und sich im Rhythmus seiner Stöße auf und ab bewegt, kommt Merlin mit einem heiseren Stöhnen zum Höhepunkt.
Arthurs Bewegungen hinter ihm werden daraufhin schneller und seine Finger krallen sich fester in Merlins Hüften, bevor er ebenfalls mit einem lauten Stöhnen seinen Höhepunkt erreicht.
Schweißnass und immer noch schwer atmend, stehen sie einen Moment lang bewegungslos da, bevor Arthur eine Hand über Merlins Rücken hinunter wandern lässt und sich dann aus ihm zurückzieht. Einen Augenblick später öffnen sich die eisernen Handfesseln um Merlins Handgelenke mit Magie und die Keile ziehen sich von selbst aus dem oberen Brett, bevor Arthur schließlich das Brett anhebt.
Merlin verzieht das Gesicht, als er sich aufrichtet und sein Körper protestiert, aber das war es wert.
„Geht es dir gut?", fragt Arthur leise und sieht Merlin dabei forschend an.
Merlin lächelt. „Ja, alles gut. Mehr als gut sogar", antwortet er und zieht Arthur dann zu einem Kuss zu sich heran.
Als sich ihre Lippen wieder voneinander lösen, legt Merline seine Stirn gegen Arthurs und fährt ihm mit einer Hand durch die Haare.
„Ich liebe dich", sagt er leise und gleichzeitig lässt er Arthur durch ihre Verbindung spüren, dass Worte nicht einmal im Ansatz ausdrücken können, was er für Arthur empfindet.
„Und ich liebe dich", antwortet Arthur, während er Merlin ebenfalls zeigt wie unglaublich viel er ihm bedeutet und ihn dann zu seinem weiteren Kuss zu sich zieht.
Es ist noch früh am Morgen, als Arthur die Treppen zu Morganas Turmzimmer hinaufsteigt. Die Sonne wirft bereits ihre hellen Strahlen durch die schmalen Fenster und alles sieht danach aus, dass es ein sonniger und warmer Frühlingstag wird.
Eigentlich sollte Arthur wie jeden Montagmorgen um diese Zeit mit Merlin und Morgana in seinen Räumen beim Frühstück sitzen, aber Morgana ist an diesem Morgen nicht erschienen und nachdem Arthur und Merlin eine Zeit lang gewartet haben, hat Arthur sich auf den Weg gemacht, um nachzusehen, was sie aufhält.
Als Arthur schließlich die Tür zu Morganas Räumen erreicht, klopft er und es dauert einige Zeit, bis die Tür einen Spalt breit geöffnet wird und Morgana den Kopf herausstreckt.
„Arthur, was machst du hier?", fragt sie erstaunt.
Arthur zieht die Augenbrauen zusammen. Morgana sieht aus, als ob sie gerade eben erst aus dem Bett gestiegen wäre und ihre schwarzen Locken fallen ihr wild und ungeordnet über die Schultern. Allerdings hat sie die Vorhänge bereits aufgezogen, den immer Zimmer hinter ihr ist es hell.
„Ich bin hier, um nachzusehen, warum du nicht zum Frühstück gekommen bist. Es ist Montag", antwortet Arthur.
Morgana stöhnt gequält auf, während sie für einen Moment die Augen schließt. „Es tut mir leid, Arthur. Heute ist Gwens freier Tag. Ich muss verschlafen haben." Sie lächelt entschuldigend. „Ich werde mich schnell anziehen. Warum gehst du nicht zurück zu Merlin, ich komme dann zu euch", schlägt sie vor.
Arthur kommt jedoch irgendetwas an dem Lächeln auf ihren Lippen seltsam vor und außerdem bemerkt er, dass Morgana sich anscheinend ihre Bettdecke um den nackten Körper geschlungen hat, bevor sie zur Tür gegangen ist, denn sie trägt kein Nachthemd.
„Ist alles in Ordnung?", fragt er deshalb.
Morgana sieht Arthur jedoch amüsiert an und schüttelt den Kopf, während sie leise lacht. „Aber sicher."
In dem Moment ertönt ein dumpfes Geräusch aus dem Inneren des Zimmers und einen Augenblick darauf hört Arthur jemanden unterdrückt fluchen. Morganas Augen weiten sich alarmiert, als Arthur den Kopf schief legt und ihr einen ungläubigen Blick zuwirft. Dann schiebt er die Tür auf und drängt sich an Morgana vorbei ins Zimmer.
Der Anblick, der sich ihm bietet, lässt Arthur jedoch bereits nach ein paar Schritten abrupt wieder stehen bleiben, denn was auch immer er erwartet hat, nichts hätte ihn darauf vorbereiten können Gwaine mitten in Morgans Zimmer stehen zu sehen – vollkommen nackt. Er hat einen schmerzverzerrten Ausdruck auf dem Gesicht und hält sich mit beiden Händen sein rechtes Knie, mit dem er anscheinend gerade gegen das Tischbein von Morganas Schreibtisch gelaufen ist.
„Gwaine?!", fragt Arthur entgeistert.
Gwaine richtet sich auf und hebt abwehrend die Hände. „Ah… ich kann das erklären."
Arthur wirft einen kurzen Blick durch das Zimmer. Auf dem Fußboden liegen verschiedene Kleidungsstücke und am Fußende des Bettes stehen ein Paar Stiefel, das eindeutig nicht Morgana gehört. Außerdem sind die Decken des Bettes vollkommen zerwühlt und Arthur verdrängt eilig die Bilder, die vor seinem inneren Auge entstehen, als ihm klar wird, was hier los ist.
„Oh, wirklich?", fragt er spitz und stemmt die Hände in die Hüften, während er Gwaine herausfordernd ansieht.
Gwaine verzieht das Gesicht. „Vielleicht auch nicht."
Arthur schnaubt, bevor er sich zu Morgana umdreht. „Du und Gwaine?", fragt er ungläubig und Morgana verschränkt demonstrativ die Arme vor der Brust. Arthur schüttelt den Kopf. „Wie lange geht das schon?"
„Ein paar Wochen. Seit dem Turnier", antwortet Morgana knapp.
Arthur zieht die Augenbrauen nach oben und sieht dann wieder zu Gwaine hinüber. „Seit dem Turnier? Soll das heißen, ihr habt angefangen miteinander zu schlafen, nachdem sie dich im Halbfinale besiegt hat?"
Gwaine zuckt mit den Schultern und ein verzücktes Grinsen erscheint auf seinem Gesicht.
Arthur rollt mit den Augen und stöhnt vernehmlich auf, bevor er sich wieder zu Morgana umdreht. „Und wann hattest du vor mir davon zu erzählen?"
„Oh, bitte!", entgegnet Morgana gereizt. „Ich bin kein Kind mehr. Ich kann tun und lassen was ich will und mit wem ich es will."
Arthur verzieht das Gesicht und lässt seine Hände wieder sinken. „Ja schon, aber muss es denn unbedingt Gwaine sein?"
„Hey!", beschwert Gwaine sich augenblicklich. „Was soll das bitte heißen?" Er stemmt nun seinerseits die Hände in die Hüften, während er immer noch vollkommen nackt mitten im Zimmer steht.
Morgana stöhnt genervt auf. „Oh ihr Götter! Hört auf damit, alle beide! Und Gwaine könntest du bitte…?" Sie macht eine vielsagende Handbewegung, aber Gwaine sieht sie unbeeindruckt an.
„Was? Das hier ist schließlich nichts, was die Prinzessin noch nicht gesehen hätte."
Im Zimmer herrscht für einen Moment vollkommene Stille, während Arthur den Impuls unterdrückt sich mit der flachen Hand gegen die Stirn zu schlagen.
„Was hast du gerade gesagt?", fragt Morgana einen Augenblick darauf gefährlich leise.
Gwaine versucht, eine unschuldige Miene aufzusetzen. „Ähm… nichts?"
„Morgana, es ist nicht so, wie du denkst…", beginnt Arthur zu erklären, aber Morgana lässt ihn nicht ausreden.
„Oh, ich glaube das einfach nicht!", sagt sie und wirft die Hände in die Luft, während sie zuerst Arthur und dann Gwaine mit einem entrüsteten Blick betrachtet. „Du warst mit Arthur im Bett?"
„Äh… vielleicht?", antwortet Gwaine, sichtlich überfordert mit der ganzen Situation und wirft dann einen hilfesuchenden Blick zu Arthur.
Arthur überlegt, was er sagen könnte, aber bevor er sich etwas überlegen kann, schnaubt Morgana abfällig.
„Das ist einfach unglaublich", sagt sie. „Weiß Merlin davon?"
Wieder kommt Arthur nicht zu Wort, nicht, dass er wüsste, was er darauf erwidern sollte, doch Gwaine antwortet bereits.
„Das will ich doch wohl hoffen, er war immerhin dabei."
Arthur unterdrückt ein gequältes Stöhnen, während er für einen Moment lang die Augen schließt. Was auch immer die richtige Antwort auf Morganas Frage gewesen wäre, das war es nicht.
„Was?", fragt Morgana und dieses Mal hat ihre Stimme einen derart gefährlichen Unterton angenommen, dass Gwaine anfängt, den Ernst der Situation zu verstehen. „Du warst mit Merlin und Arthur im Bett und du hast nicht gedacht, dass das etwas wäre, das ich wissen sollte?"
Gwaine sieht Morgana mit großen Augen an und zuckt dann mit den Schultern. „Na ja …", entgegnet er unsicher, aber Morgana hat scheinbar bereits genug gehört, denn sie schnaubt und schüttelt den Kopf.
„Morgana, bitte", sagt Arthur schließlich in dem Bemühen die Situation zu entschärfen. „Es war nur eine Nacht und es ist schon Monate her."
Morgana zieht die Augenbrauen nach oben und wendet ihre ganze Aufmerksamkeit nun Arthur zu. „Und das soll es besser machen?", fragt sie ungläubig.
Arthur hat erneut keine Ahnung, was er darauf antworten soll und schließlich zuckt er genauso wie Gwaine zuvor mit den Schultern. „Na ja, irgendwie schon?"
Morgana schnaubt erneut, bevor sie Arthur und Gwaine einen wütenden Blick zuwirft. „Männer! Ich habe jetzt wirklich keinen Kopf für so etwas", sagt sie schließlich, bevor sie sich umdreht, zu ihrem Kleiderschrank geht und ihren Morgenmantel herausnimmt. Mit ihrem Rücken zu Gwaine und Arthur lässt sie die Bettdecke zu Boden fallen - Arthur beeilt sich, eilig den Blick anzuwenden - und zieht ihren Morgenmantel und ein paar Stiefel an, bevor sie ohne ein weiteres Wort zur Tür hinaus verschwindet.
Nachdem die Tür hinter Morgana ins Schloss gefallen ist, hört Arthur Gwaines Stimme hinter sich.
„Das hätte besser laufen können."
Arthur schnaubt und dreht sich wieder zu Gwaine um. „Ach, glaubst du?", fragt er spöttisch.
Gwaine zuckt mit den Schultern. Dann zieht er allerdings die Augenbrauen zusammen und mustert Arthur abschätzend. „Also, nur um sicherzugehen, du hast nicht vor mich jetzt auf der Stelle niederzustrecken, oder?"
Arthur legt den Kopf schief. „Das kommt darauf an."
„Worauf?", fragt Gwaine, ohne Arthur dabei aus den Augen zu lassen.
„Darauf, ob Morgana nur ein netter Zeitvertreib für dich ist", entgegnet Arthur und sieht Gwaine eindringlich an.
Gwaine schüttelt den Kopf und sein Blick wird ernst. „Das ist sie nicht", antwortet er, ohne zu zögern, während er Arthur geradewegs ansieht. „Das schwöre ich."
Arthur kennt Gwaine lange genug, um zu wissen, wann er tatsächlich etwas ernst meint und nach einem Moment nickt er zufrieden. „Also gut. Dann viel Glück mit ihr."
Arthur kann sich ein schmales Grinsen nicht verkneifen, als er sich umdreht und zur Tür geht. Kurz bevor sich die Tür hinter ihm wieder schließt, hört er noch Gwaines Stimme aus Morganas Zimmer, als Gwaine scheinbar bewusst wird, dass er derjenige ist, dem die Aufgabe zukommt, Morgana wieder zu besänftigen.
„Oh, komm schon. Das ist nicht fair!"
Als sich die Tür öffnet und Arthur das Zimmer wieder betritt, ist das erste, was Merlin auffällt, dass Arthur alleine zurückgekommen ist. Gerade als er fragen will, warum Morgana nicht bei ihm ist, sieht er den seltsamen Ausdruck auf Arthurs Gesicht. Außerdem geht Arthur zielstrebig auf den Tisch zu und als er ihn erreicht, greift er nach dem Krug mit Wein, der dort steht. Er schenkt sich einen Becher ein und trinkt ihn in einem Zug aus, bevor er dasselbe mit einem zweiten Becher noch einmal macht. Dann stützt er sich mit den Händen auf der Tischplatte ab und atmet ein Mal tief durch.
Merlin zieht die Augenbrauen zusammen. „Alles in Ordnung?", fragt er vorsichtig.
Arthur schüttelt den Kopf, als er sich wieder aufrichtet und Merlin ansieht. „Nein", antwortet er gefasst. „Gib mir noch einen Moment."
Merlin mustert Arthur verwirrt. „Was ist denn passiert?"
„Ich habe gerade Morgana und Gwaine zusammen im Bett erwischt."
Merlin starrt Arthur einen Moment lang an, bevor er in der Lage ist zu antworten. „Oh", sagt er schließlich unintelligent. Nun ergibt auch Arthurs seltsames Benehmen einen Sinn.
„Ja, oh", antwortet Arthur bestätigend.
Merlin zieht die Augenbrauen zusammen, während er sich diese Entwicklung durch den Kopf gehen lässt. „Das habe ich nicht kommen sehen", gesteht er.
Arthur schnaubt. „Nein, ich auch nicht."
Schließlich zuckt Merlin mit den Schultern. „Na ja, beim letzten Mal hat sie ihn bei zwei Gelegenheiten gefoltert und ihn dann umgebracht. Ich schätze, das ist eine deutliche Verbesserung."
Arthur wirft ihm einen skeptischen Blick zu und Merlin wird mit einem Mal bewusst, welche offensichtliche Frage er bisher noch nicht gestellt hat. „Geht es Gwaine gut?"
Arthur rollt mit den Augen. „Ja, natürlich geht es Gwaine gut. Er hat mir versichert, dass seine Absichten in Bezug auf Morgana ehrbar und aufrichtig sind. Offensichtlich schlafen die beiden schon seit dem Turnier in Camelot zusammen, kurz nachdem Morgana Gwaine im Halbfinale besiegt hat."
Merlin kann ein kurzes Auflachen nicht unterdrücken, als er das hört und er grinst. „Irgendwie macht das erschreckend viel Sinn. Also ist alles gut, oder?"
„Ja klar", entgegnet Arthur spöttisch. „Bis auf die Tatsache, dass meine Schwester und ich und du auch mit demselben Mann im Bett waren und seltsamerweise findet Morgana das gar nicht lustig."
Merlin legt die Stirn in Falten. „Woher weiß sie das denn?"
„Gwaine kann seine Klappe nicht halten und Morgana hat eins und eins zusammengezählt", erklärt Arthur knappt.
Merlin verzieht das Gesicht. „Oh."
„Ja, oh."
Arthur schenkt sich aus dem Weinkrug noch einen weiteren Becher ein und trinkt einen Schluck, während er auf die Tischplatte starrt.
„Glaubest du, dass das funktionieren wird?", fragt Merlin schließlich nachdenklich. „Morgana und Gwaine, meine ich?"
Arthur zuckt mit den Schultern. „Wir werden sehen. Noch ist es zu früh, um das zu sagen. Aber Morgana kann jemanden brauchen, der ihr hilft etwas lockerer zu werden und Gwaine braucht eindeutig eine Frau, die ihm die Stirn bieten kann. Anscheinend hat es ihm ziemlich gut gefallen, dass Morgana ihn beim Lanzenstechen geschlagen hat - nachdem er darüber hinweggekommen ist, dass er von einer Frau besiegt worden ist, natürlich."
Merlin schnaubt amüsiert und grinst, während er zu Arthur an den Tisch hinüber geht. „Es ist schon witzig, wie einige Dinge genauso bleiben,wie sie waren und andere Dinge sich so drastisch verändern", meint er und Arthur seufzt, bevor er nachdenklich nickt und einen weiteren Schluck aus seinem Becher trinkt.
[12] Mithians Kleid für den Ausritt, allerdings ist es tatsächlich ein Kleid gewesen. www (Punkt) pinterest (Punkt) de /pin/AdkiRTAlf7EZMr_I_HewvT8mUWZlnxVMJlqk2BQDaLRHkYOfz1_uITY/
