Kapitel 6
**Trigger Warnung: Dieses Kapitel enthält eine Beschreibung von Vergewaltigung. **
Hermine sagte nichts. Sie schaute ihn nur an.
Sie war erleichtert, dass sie nicht zitterte.
Sie zwang sich dazu seinen Blick zu treffen, sie erinnerte sich daran, dass sie es nur für eine kurze Zeit aushalten musste – nur, bis sie einen Plan ausgearbeitet hatte.
Sie konnte es aushalten. Sie würde es aushalten.
Sie war sich nicht sicher, was sie tun sollte. Erwartete er, dass sie sich aufs Bett legte?
Er schritt an ihr vorbei zum Kleiderschrank und nachdem er seine Hand für einen kurzen Moment auf der Tür abgelegt hatte, riss er sie auf.
Vielleicht war Malfoy doch nicht ganz wie ein Mönch. Der Kleiderschrank hatte fast einen ganzes eigenes Zimmer in sich. Die Tür beinhaltete eine komplette Bar und Malfoy schnappte sich eine Flasche Feuerwhiskey von einem Regal und zog den Korken mit seinen Zähnen heraus. Er spuckte den Korken auf den Boden, hob die Flasche an seine Lippen und starrte sie an.
Hermine wartete nur.
Nach einer Minute zog er seinen Zauberstab raus und beschwörte einen Tisch mitten im Zimmer herauf. Hermine starre völlig verloren den Tisch an. Sie blickte wieder zu Malfoy zurück.
Er lächelte sie spöttisch an.
„Beug dich drüber.", sagte er in einer tiefen, höhnischen Stimme und gestikulierte in Richtung des Tisches.
Hermine hätte nicht gedacht, dass sie sich ihm gegenüber noch abgeneigter fühlen konnte, aber anscheinend schon. Sie biss sich auf die Innenseite ihrer Lippe, bis sie spüren konnte, wie die Haut nachgab und das Blut auf ihre Zunge floss, während ihre Beine automatisch gehorchten.
Sie lief langsam auf den Tisch zu, zögerte für einen Moment und lehnte sich dann darüber.
Das Holz drückte in ihre Hüftknochen. Sie legte ihre Hände an den Kanten ab und packte so fest zu, bis ihre Knöchel unter der Belastung knackten. Sie kämpfte darum nicht zu zittern. Ihr ganzer Körper fühlte sich an, als ob er, durch die Intensität ihrer Verletzlichkeit, unter Strom stehen würde. Sie strengte ihre Ohren an, um jedes Geräusch wahrzunehmen.
Einen Moment lang war es still. Dann hörte sie wie Malfoy langsam auf sie zukam.
Er machte direkt hinter ihr halt, dann war es wieder still. Sie konnte seine Augen auf sich fühlen.
Die Luft bewegte sich.
„Bist du noch Jungfrau, Schlammblut? Kannst du dich daran erinnern?"
Sie zuckte zusammen als sie bemerkte, dass sie sich nicht erinnern konnte.
Er kam näher. „Ich bin mir sicher, dass Weasley oder Potter bestimmt schon mal drüber gerutscht sind." Sie konnte den Spott in seinem Ton hören.
Seine Hand lag leicht auf dem unteren Teil ihres Rückens, als er ihr den Rock bis zur Hüfte hochzog. Sie spürte die kalte Luft seines Zimmers auf ihrer Haut. Sie zitterte so stark, dass der ganze Tisch wackelte.
„Naja ich denke wir werden es schon bald genug herausfinden." Sagte er und wie sie an, „mach deine Beine weiter auseinander."
Sie zwang sich dazu ihre Beine zu bewegen.
Sie fühlte seine Finger auf ihr und wich leichte zurück.
Er murmelte etwas vor sich hin und sie spürte etwas Warmes und Flüssiges in ihr. Ein Gleitgel Zauber. Sie versteifte sich so plötzlich, sodass die Tischbeine quietschend über den Holzboden rutschten.
„Wir können keine Verletzungen oder Infektionen riskieren, die deinen – Nutzen – beeinträchtigen würden", erklärte er in einem verachtenden Ton.
Sie hörte das Klicken seines Gürtels und dann, ohne Vorwarnung, stieß er in sie.
Sie versuchte den Schluchzer zurück zu halten, der sich einen Weg nach oben bahnte, aber das plötzliche Eindringen hatte sie zu sehr überrascht. Nach ihrem Schluchzer erstarrte er, nur für einen kurzen Moment, bevor er wieder anfing sich zu bewegen. Er berührte sie nicht, außer da wo sie verbunden waren. Seine rechte Hand hielt sich am Tisch, in der Nähe ihres Gesichtes, fest. Sie konnte einen schwarzen Ring an seiner Hand sehen, er glitzerte leicht.
Als er kam, wurden eine Bewegungen unregelmäßiger und härter und hörten dann, mit einem leisen Zischen seinerseits, komplett auf.
Er verweilte nur für eine Sekunde, bevor er sich mit einem Ruck zurückzog und wieder zur Bar rüber ging.
„Raus." Sein Ton war schneidend.
Hermine zitterte.
„Ich kann nicht." Sie versuchte nicht zu schluchzen aber ihre Stimme bebte. „Ich darf mich danach für zehn Minuten nicht bewegen."
Er knurrte wütend. Plötzlich verschwand der Tisch unter ihr und sie stürzte nach unten, ihr Kopf schlug hart am Boden auf.
„RAUS!"
Das Zimmer erbebte.
Als sie sich hochzog, rannte sie nach draußen. Sie stolperte schwindelig durch den Flur. Sie versuchte sich zu erinnern wo ihr Zimmer war.
Ihre Brust bebte, als sie versuchte nicht zu hyperventilieren. Sie konnte nicht klarsehen. Sie fasste sich mit der Hand an die Stirn, um herauszufinden, dass sie eine Platzwunde hatte, wo sie aufgeschlagen war. Blut strömte nach unten in ihre Augen.
Sie stand am Kopf der Treppe. Sie versuchte sich an den Weg zurück zu erinnern. Blut fülle ihre Augen. Sie konnte eine Flüssigkeit spüren, die zwischen ihren Beinen hervor und an ihren Oberschenkeln herunterlief. Sie zitterte. Sie versuchte sich zu erinnern wo ihr Zimmer war.
Wenn sie hierbleiben würde – würde Astoria sie finden und ihr die Augen ausstechen oder die Finger abschneiden oder die Zähne rausziehen.
Sie stolperte und viel fast die Treppe runter.
Sie holte kurz, schnell Luft und versuchte nicht laut zu weinen.
Sie verstand es nicht – sie hatte den Krieg überlebt. Sie hat dabei zugesehen wie ihre Freunde vor ihr ermordet wurden. Sie ist zurechnungsfähig geblieben, sie war alleine im Dunkeln in einer Zelle für über ein Jahr. Aber – dazu gezwungen zu sein, willig in ihrer eigenen Vergewaltigung zu sein. Sie konnte es nicht ertragen. Nicht wenn sie wusste, dass sie es m nächsten Tag wieder machen musste. Und am Tag danach. Und am darauffolgenden Tag.
Sie starrte schwindelig ins Foyer runter.
Wenn sie sich einfach die Brüstung runter stürzen würde, konnte Malfoy nichts dagegen tun.
Es wäre vorbei.
Sie lehnte sich vor und blickte nach unten auf den Tisch im Foyer. Nur noch ein bisschen weiter vor –
Ein schraubstockartiger Griff schloss sich um ihren Arm und riss sie zurück.
Sie drehte sich um und fand Malfoy vor sich, der sie wütend anstarrte.
„Wag -es -ja -nicht." Er stieß die Worte wütend hervor. Sein Gesicht weiß vor Rage.
„Bitte, Malfoy –" Sie schluchzte. „Bitte – "
Er zog sie die Treppen nach unten und durchs Haus, während sie weinte. Er trat fast schon die Tür zu ihrem Zimmer ein, als er sie rein schleppte und aufs Bett schmiss.
„Evanesco!", fauchte er, zielte mit seinem Zauberstab auf ihr Gesicht und plötzlich war das Blut in ihren Augen verschwunden. Darauf folgte ein Heilungszauber, dann stand er nur da und sah sie mit unverdeckter Wut an.
„Denkst du wirklich ich würde es nicht wissen, wenn du dich versuchst umzubringen, Schlammblut?", fragte er sie endlich, nachdem sie aufgehört hatte zu weinen.
„Lass mich doch einfach.", sagte sie. Hermines Stimme war hölzern, ihre Brust zitterte. „Ich bin mir sicher, dass sie dir ein neues Schlammblut zum Fortpflanzen zuteilen werden. Du hasst mich doch genauso, Malfoy. Willst du wirklich, dass ich die Mutter deiner Kinder werde? Das du mein Gesicht in ihnen siehst? Ich bin mir sicher, dass du dir eine überzeugende Ausrede für meinen Tod ausdenken kannst."
Malfoy stieß ein bellendes Lachen aus.
„Wenn es nur so einfach wäre, hätte ich dich schon längst getötet. Zum ersten Mal in deinem Leben scheinst du einen Wert zu unterschätzen. Der Dunkle Lord ist ganz begierig darauf zu sehen, was wir für Nachkommen produzieren werden. Nachdem du ein paar Erben für mich geboren hast, wird der dich weiterschicken, um zu sehen, was du für Erben mit anderen der ältesten Zauberer Familien hervorbringen wirst. Ihr kleinen Zuchtstuten seid recht praktische Gebrauchsgegenstände. Der Dunkle Lord hat ein ganzes Züchtungsprogramm geplant – über mehrere Generationen hinweg."
Hermine erstarrte vor Schock.
Er kam mit bedrohlicher Miene näher. „Und wir dürfen natürlich nicht deine Erinnerungen vergessen. Die Tatsache, dass du es für nötig erachtet hast etwas zu verstecken, obwohl der Krieg vorbei ist, ist ein Grund zur Beunruhigung. Bis ich herausgefunden habe wieso, wirst du nicht sterben. Was auch immer du für Freiheiten in diesem Haus hast – und wie oft ich dich überwachen muss, um deine Sicherheit zu gewährleisten – hängt ganz von deinen kleinen Selbstmord Absichten ab."
Hermine saß wie festgefroren da. Sie hatte angenommen, dass Malfoy ihr Ende wäre. Das er ihr ein Kind aufzwingen würde und sie dann los werden würde. Ihr ist es nicht in den Sinn gekommen, dass sie von einer zu nächsten Zauberer Familie weiter gereicht werden würde, bis ihr Körper nicht mehr mitmachte.
Malfoy blickte sich im Zimmer um und dann wieder zu ihr. Sein Gesicht war angespannt und seine Augen stahlhart.
„Nun:" sagte er und seufzte. „Ich hatte nicht vorgehabt, das hier direkt zu machen, nachdem ich dich das erste Mal gefickt hab – aber, wenn ich jetzt schon mal hier bin und da ich eh noch nichts für den Abend geplant habe. Was wäre ein besserer Zeitpunkt als jetzt gleich? Dann schauen wir mal was in deinem keinen Schlammblut Gehirn noch so vor sich geht. Wie viele andere Ideen hattest du noch?"
Bevor sie zurückweichen konnte, benutzte er seine Zauberstabspitze, um ihr Kinn nach oben zu zwingen und seine kalten grauen Augen sanken in ihren Verstand ein.
Er beschäftigte sich gar nicht erst mit ihren verschlossenen Erinnerungen. Er ging direkt zur Zeit nach dem Krieg, zu ihrer Gefangenschaft und arbeitete sich von da an vorwärts.
Hermine wehrte sich nicht. Wenn sie versuchen würde ihn raus zu halten würde es nur mehr weh tut und er würde sich seinen Weg hindurch erzwingen. Sie viel auf dem Bett zusammen als das Gewicht seines Geistes sich in ihren bohrte.
Ihre Finger zuckten unfreiwillig, aber ansonsten bewegte sie sich nicht.
Er huschte schnell über all die langen, stillen, isolierten Monate und bewegte sich langsamer als sie aus ihrer Zelle gezogen wurde, gefoltert, bewegungslos und dann erneut gefoltert, da man sie nicht betäubt hatte, als man die Bewegungslosigkeit aufgehoben hatte. Er nahm ihre Unterhaltung mit Hannah zur Kenntnis und die Beschreibungen der Heilerin über Hermines Zustand. Er betrachtete Voldemorts und Snapes Vorgehensweisen, die sie benutzt hatten, um zu versuchen, die verschlossenen Erinnerungen aufzubrechen. Er war besonders an ihren Selbstmord und Flucht Plänen interessiert. Sie konnte seine herablassende Belustigung darüber spüren, wie sie versucht hatte sich auszumalen, wer der Hohe General sein könnte; wie sie sich gewundert hatte, ob sie ihn benutzen konnte, um sie umzubringen.
Hermine konnte keinen Weg finden ihre Gedanken wegzuzerren oder sie zu verstecken. Jedes Mal, wenn sie mehr als nur einen Funken Magie gesammelt hatte, konnte sie spüren wie das Kupfer in ihren Fesseln es ihr entriss.
Er achtete genau auf die Fesseln. Die Anweisungen die verankert wurden. Das schreiende Mädchen, das durchgedreht ist und fast jemanden zu Tode geknüppelt hätte. Hermines Ankunft auf dem Anwesen und ihre Reaktion als sie ihn zum ersten Mal sah. Ihre Theorien über ihn und Astoria. Die vorsichtige Erkundung ihres Zimmers und die Panik Attacken, als sie versucht hatte in den Flur zu gehen.
Es dauerte Stunden.
Er überschaute jedes Detail. All ihre Überlegungen, Zweifel, Fragen und Theorien in ihrem Kopf. Endlich, als er die Erinnerung von Astoria erreichte, wie sie ihn ihrer Zimmertür erschien, zog er sich zurück. Er war anscheinend nicht daran interessiert, ihre Sichtweise darauf zu sehen, wie es ist von ihm vergewaltigt zu werden.
Hermine fühlte sich, als ob ihr Kopf zertrümmert worden ist. Sie zuckte nicht mal mehr, als er dastand und auf sie runter blickte.
„So viele Pläne.", sagte er, als er sich aufrichtete und seinen Kopf zurück neigte, um sie mit kalten, spöttischen Augen anzusehen. „Aber wie gesagt, ich wäre enttäuscht gewesen, wenn du mich nicht mit mindestens einem Plan, wie du mich umbringen willst oder abhauen könntest, unterhalten hättest. Ich kann es kaum erwarten zu sehen, was du dir als nächstes überlegen wirst."
Er lehnte sich über ihr Bett, bis sein grausames Gesicht nur noch einen Atemzug von ihrem entfernt war.
„Denkst du wirklich zu kannst mich dazu bringen dich zu töten?"
Hermine wand ihren Blick von seinem ab und starrte nach oben an den Baldachin.
„Du kannst es gerne versuchen.", sagte er mit einem Grinsen, „sobald du es schaffst alleine aus der Tür zu laufen."
Danach richtete er sich wieder auf und der ganze Humor verschwand aus einem Gesicht.
„Halt dich von meinem Zimmer fern. Ich will dich nicht noch einmal dort vorfinden. Ich werde hierherkommen, um es zu tun.", schnauzte er sie an.
„Ich werde einen Tisch schicken, damit du weißt wann du mich zu erwarten hast."
Er drehte sich auf dem Absatz um und ging ohne ein weiteres Wort aus dem Zimmer.
Hermine bewegte sich nicht.
Nicht als sich die Tür zu zog.
Nicht als die Zeiger der Uhr unermüdlich tickten und anzeigten das es drei Uhr morgens war.
Nicht als sie sich über das verkrustete Gefühl an ihren Oberschenkeln, das leicht wunde Gefühl zwischen ihren Beinen und das ungewohnte Ziehen in ihrem Unterleib bewusst wurde.
Sie lag einfach nur da.
Es war einmal vor langer, langer Zeit... ein Mädchen, das gekämpft hatte. Eins das geglaubt hatte, dass Bücher und Klugheit und Freundschaft und Mut alles überleben konnten.
Aber jetzt –
– gab es dieses Mädchen nicht mehr.
Sie ist während des Krieges gestorben.
Und jetzt – hat Draco Malfoy dieses Mädchen innerhalb eines Abends zu Staub zertreten.
Er hat körperlich und geistig jeden letzten Funken dieses Mädchens zu Tode vergewaltigt.
Hermine lag da und starrte den Baldachin über ihrem Bett an.
Sie hatte nicht viel Hoffnung in ihre Pläne gelegt. Sie wusste das ihr Chancen ungemein gering waren. Aber jetzt – hatte Malfoys Spott das Gefühl der Niederlage in ihr besiegelt.
Sie bewegte sich nicht.
Der Morgen kam, sie wachte nicht auf. Es war später Nachmittag, als sie sich endlich aus dem Bett aufrappelte und ins Badezimmer ging.
Malfoy hatte sie kaum angefasst, aber sie schrubbte dennoch jeden Zentimeter ihres Körpers, mit dem Versuch jede Spur von ihm auszulöschen.
Unterdessen bemerkte sie eine dünne erhobene Narbe auf ihren Rippen, sie konnte sich nicht erinnern, wie sie sie bekommen hatte, genauso wie ein schwaches Netzt aus Narben an ihrem Handgelenk und ihrem oberen Brustteil.
Sie untersuchte sie vorsichtig, aber sie fand nur eine große Lücke vor über wie sie sie erhalten hatte. Sie konnte sich nicht erinnern in der finalen Schlacht groß verletzt worden zu sein. Für mehrere Jahre bevor der Krieg vorbei gewesen ist, ist sie in keinen Raubüberfällen oder Auseinandersetzungen mehr verstrickt gewesene.
Als sie ihr Handgelenk nochmals untersuchte, suchte sie in ihrem Kopf alle Flüche, die sie kannte, die solche Narben hervorrufen würden. Es war eine so lange Liste. Voldemort hatte eine Abteilung in seiner Armee geschaffen, die darauf spezialisiert gewesen ist neue Flüche zu entwickeln. Hermine konnte sich an keine Schlacht erinnern, die nicht zahlreiche Todesopfer gefordert hat, einfach weil sie die ganzen neuen Flüche nicht schnell genug identifizieren konnte.
Das Wasser um sie herum wurde kalt, aber sie stieg erst aus der Wanne, als sie vor Kälte das Zittern anfing. Als sie ins Zimmer zurück ging sah sie, dass Abendessen für sie aufgetaucht war. Sie stocherte lustlos darin herum.
Sie ging zur Zimmertür und stand für einige Minuten zitternd davor, bevor sie sich wieder abwand.
Sie starrte die kalte nebelige Wiltshire Landschaft außerhalb ihres Fensters entlang. Sie genoss den scharfen, kalten Schmerz auf ihrer Haut, als sie ihre Stirn gegen das Glas presste. Sie wünschte sich, dass der Schmerz weiter in sie vordringen würde, um sie geistig zu betäuben.
Sie wusste nicht was sie tun sollte außer weitere, aussichtslose Plane zu schmieden.
Es gab nichts anderes zu tun. Keine Bücher zum Lesen. Nichts was ihre Gedanken ablenken konnte, außer die ganzen Zaubersprüche und Arithmantik Probleme und Zaubertrank Rezepte, die sie sich schon tausende Male vorgesagt hat.
Ihr ist nicht bewusst gewesen, was für ein komfortables Nichts es gewesen ist, als sie nichts sehen, kaum etwas hören konnte und nicht wusste wie viel Zeit vergangen war. Wieder in der richtigen Welt zu sein, war ein heftigeres Gefühl von Verzweiflung als ihre letztendliche Akzeptanz der Zelle. Zu realisieren, wie wenig sie noch sie selbst war. Festzustellen, dass kein Buch, das sie je gelesen hat oder Zauberspruch, den sie gelernt hat, ihr eine Lösung für ihre Umstände geben konnte...
Sie wusste nicht, wie sie darüberstehen sollte.
Sie wusste nicht einmal, wie sie es durchstehen sollte.
Sie wollte einfach nur sterben.
Selbst das schien unerreichbar.
Der Tisch erschien um Punkt 7:30 Uhr abends in ihrem Zimmer.
Sie hatte erst wenige Stunden zuvor gebadet, also starre sie ihn nur an. Wappnete sich selbst. Wägte ab.
Immerhin was es nicht persönlich.
So erniedrigend und entsetzlich es auch war. Immerhin musste sie Malfoy nicht ansehen, wenn er es tat. Sie musste ihn nicht anfassen.
Sie wollte ihn nicht sehen.
Eine Minute vor acht Uhr, ging sie zum Tisch und lehnte sich darüber. Sie spreizte ihre Beine und drehte ihren Kopf so, dass sie die Uhr sehen konnte.
Als sie das Klicken der Tür hörte bewegte sie sich nicht.
Malfoy sagte kein Wort. Er ging zu ihr hinüber und stoppte hinter ihr.
Hermines Hände begannen zu zittern, aber sie weigerte sich, sich zu bewegen. Sie würde ihn nicht ansehen.
Sie kniff ihre Augen zusammen und begann Heilungszauber aufzusagen; die längsten und komplexesten die sie kannte. Sie übte die Zauberstabbewegungen in ihrem Kopf.
Ihr Rock wurde angehoben und sie spürte wie sich das Zittern auf den Rest ihres Körpers ausbreitete.
Sie hörte den gemurmelten Zauber. Warm und nass.
Sie knirschte mit den Zähnen, als sie ein Stechen zwischen ihren Beinen spürte.
Als er in sie sank, zitterte sie, aber sie weinte nicht.
Als er anfing sich zu bewegen, zwang sie sich über etwas nachzudenken – etwas Neues. Irgendetwas das sie nicht schon zu Tode gedacht hatte.
Die Zeilen eines Gedichtes erschienen ihr langsam.
„Ich fühlt' Begräbnis, im Gehirn,
Und Trauergäste her und hin
Die trampelten – und – trampelten
In meinem Kopfe schwer –"
Das Tempo der Bewegungen änderte sich, und sie suchte verzweifelt nach den Worten, die als nächstes kamen.
„...in meinem Kopfe schwer –
Und als sie endlich saßen,
Die Andacht, trommelgleich –
Sie hört nicht auf zu schlagen – schlagen,
Und schlug das Hirn mir weich – "
Malfoy kam plötzlich, als sie versuchte sich and die nächsten Zeilen zu erinnern. Er zog sich schnell zurück.
Hermine bewegte sich nicht.
Einen Moment später hörte sie das Klicken der Tür.
Hermine versuchte sich and den dritten Vers des Gedichtes zu erinnern, aber es driftete in die Weiten ihrer Erinnerungen zurück.
Sie erinnerte sich – an einen Sessel und ein Gedichte Buch. Tröstliche Arme, die um eine kindliche Hermine gewickelt waren und Frauen Hände, die durch Seiten blätterten. Eine Stimme, an die sie sich nicht länger erinnern konnte...
Ihre Mutter –
Sie glaubte, dass es ihre Mutter gewesen ist, die ihr das Gedicht beigebracht hat.
Sie öffnete die Augen und starrte die Uhr an.
Das unvollständige Gedicht, das Hermine sich selbst vorsagt ist
„I felt a Funeral, in my Brain" (340) von Emily Dickson.
