Kapitel 10

Ich versuche mich an dich zu erinnern

und

dich zur selben

Zeit

loszulassen.

Nayyirah Weheed

Harry Potter saß auf einem Hausdach, rauchte Zigaretten und blickte in die Ferne. Hermine kletterte aus einem Fenster, um ihm Gesellschaft zu leisten.

Was ist mit uns passiert, Hermine?", fragte er, als sie Näher kam.

Der Krieg.", sagte sie leise, sie streckte ihre Hand aus und drehte sein Gesicht in ihre Richtung. Er hatte eine Platzwunde auf seiner Stirn. Seine blasse Haut war noch leicht Rot von dem Blut, das er versuch hatte abzuwaschen. Sein Ausdruck war traurig, müde und wütend.

Wer von uns hat sich verändert? Du oder ich?", fragte er, während er sich mit den Fingern die Haare aus dem Gesicht hielt, damit sie die Wunder verschließen konnte.

Ich.", sagte sie und vermied seinen Blick.

Warum? Glaubst du, dass ich es nicht schaffen werde?", sagte er. „Versuchst du dich darauf vorzubereiten, dass ich scheitern werde?"

Sie führte einen Diagnostik Spruch über ihm aus. Er hatte zwei gebrochene Rippen und mehrere Blutergüsse auf seinem Bauch. Die drückte ihn zurück, damit er sich hinlegen würde, bevor sie damit anfing ihn zu heilen.

Ich glaube das du es schaffen kannst. Aber – die Prophezeiung. Es ist eine Glückssache. Nachdem Dumbledore gestorben ist –", sie stockte kurz.

Der Tod ist nur ein Fluch von uns allen entfernt.", sagte sie nach einem kurzen Moment. „Ich kann mich nicht einfach zurücklehnen und zuschauen, darauf warten, dass die Fifty-Fifty-Chance auf uns fällt und ich nicht weiß, wie es ausgehen wird. Nicht wenn so viele Menschenleben davon abhängen. Das was du hast, deine Art wie du Menschen liebst, ist rein und mächtig. Aber – wie oft hast du Tom jetzt schon umgebracht? Als Baby, wegen deiner Mutter. Im ersten und zweiten Jahr. Aber er ist immer noch hier. Er kämpft immer noch gegen dich. Ich will nicht einfach annehmen, dass irgendetwas genug sein wird."

Du denkst nicht, dass das Gute einfach gewinnen kann.", sagte Harry. Der Vorwurf in seiner Stimme wog schwer.

Alle die jemals gewonnen haben, sagen, dass sie gut waren, aber sie sind diejenigen, die die Vergangenheit schreiben. Ich habe noch nie etwas gelesen, das angedeutet hat, dass moralische Überlegenheit einen Unterschied gemacht hätte.", sagte sie, nachdem sie sie Sprüche murmelte, um die Brüche zu reparieren.

Du redest aber von der Muggel Vergangenheit. Magie ist anders. Die Magische Welt ist anders.", sagte Harry, und streckte seine Hand nach ihre Zauberstabhand aus, als sie gerade dabei war zur nächsten Rippe übergehen. Er ballte seine Hand zu einer Faust und ließ sie wieder sinken.

Hermine schüttelte augenblicklich ihren Kopf und Harrys Ausdruck verbitterte sich. Er schaute nach oben in den Himmel. Hermine schloss einen Barriere Zauber um ihre Hand und begann damit eine Bluterguss Paste auf Harrys Bauch und Rippen mit kleinen kreisenden Bewegungen zu verteilen.

Du warst mal anders.", sagte Harry, „Du warst mehr rechtschaffend, wie ich. Was ist mit .R. passiert? Dieses Mädchen hätte niemals gesagt, dass dunkle Magie es wert ist. Was ist passiert?"

Dieses Mädchen ist in der Krankenabteilung gestorben, als sie versucht hat Colin Creevey zu retten."

Ich war auch da, als Colin gestorben ist Hermine. Und ich habe mich nicht verändert."

Ich bin immer dazu gewillt gewesen, alles zu tun was nötig war, Harry. Unsere ganzen Abenteuer in der Schule. Wenn ich einmal dabei war, dann war ich dabei. Vielleicht ist dir nur nie aufgefallen, wie weit ich für dich gehen würde."

Als Hermine aufwachte, konnte sie sich an den Traum erinnern.

Sie ging ihn immer und immer wieder durch. Es war eine Erinnerung. Was sie etwas verängstigte, aber es schien nicht so, als ob irgendetwas besonders wichtiges darin vorgekommen wäre. Sie versuchte das Jahr einzuordnen.

Harry hat geraucht. Eine Angewohnheit, die er nach drei Jahren Krieg angefangen hat. Hermine hat das Dach nicht erkannt, aber das muss nichts heißen. Es hat so viele Sicherheitshäuser und Verstecke gegeben, die Hermine kaum besucht hat.

Eine neue Erinnerung an Harry zu haben, auch wenn es keine besonders glückliche war, fühlte sich wie ein unerwartetes Geschenk an. Sie vermisste ihn so sehr, dass es manchmal schwer war zu atmen.

Sie lag im Bett, ging es immer und immer wieder in Gedanken durch. Untersuchte jedes Detail. Das Licht in seinen Augen. Die nervöse und intensive Art wie er einen Zug von seiner Zigarette nahm und die Luft scharf einsog. Die Erschöpfung in seinem Gesicht. Die Art wie seine Haarspitzen abstanden.

Sie wünschte sich, dass sie ihn umarmt hätte. Oder seine Hand genommen hätte. Oder dass sie ihm in die Augen geschaut hätte und ihm gesagt hätte, wie wichtig er ihr ist.

Sie ihm gesagt hätte, wie sehr sie ihn brauchte. Das er ihr bester Freund ist. Das sie ihm bis ans Ende dieser Welt folgen würde. Das sie niemals darüber hinwegkommen würde, wenn sie ihn verlieren würde.

Sie wünschte sich, dass sie die Zeit zurückdrehen könnte, um das zu reparieren, was schief gegangen war. Was auch immer es war. Dass sie zurück gehen konnte, um Harry zu sagen das er am Tag der letzten Schlacht nicht nach Hogwarts gehen sollte.

Zurück zu gehen, um den Orden davor zu warnen, was passieren würde, wenn sie verlieren würden.

Die Diskussion in ihrer Erinnerung war kein Einzelfall. Hermine hat schon seit längerem gewollt, dass der Orden, nun, nicht unbedingt die Dunklen Künste aber Magie, die eher im grauen Bereich lag, benutzte. Je länger der Krieg angedauert hat, desto drängender ist sie geworden und es hat Spuren auf Beziehungen mit mehr Leuten als nur mit Harry hinterlassen.

Sie versuchte sich nicht zu lang mit der Frage, ob sie den Krieg hätten gewinnen können, wenn der Widerstand dazu gewillt gewesen wäre dunkle Magie zu verwenden, zu beschäftigen.

Der Krieg war vorbei und sie hatten verloren.

Sie presste ihre Hände auf ihre Augen und versuchte die Frage zu verdrängen. Egal was die Antwort wäre, sie wäre genauso schmerzhaft, wie sie auch nutzlos wäre.

Oh Harry...

Hatte sie ihm gesagt, dass sie ihn liebte, an dem Tag als er gestorben war? Hatte sie überhaupt mit ihm gesprochen?

Sie konnte sich nicht erinnern.

Hermine rollte sich zusammen und schloss ihre Arme um sich, als ob sie sich selbst umarmen würde. Als sie in ihrer Zelle gewesen ist, hatte sie sich gefragt, ob es möglich war von dem vernichtendem Gefühl der Einsamkeit zu sterben, dass sie verspürte.

Sie hat sich gefühlt, als ob ihr Herz gebrochen worden wäre.

Es fühlte sich immer noch so an.

Nach ein paar Minuten zwang sie sich dazu aufzustehen. Im Bett zu liegen und sich zu bemitleiden würde sie nicht weiterbringen.

Sie stoppe kurz am Fenster. Es hatte geschneit. Die Welt da draußen sah wie zugedeckt aus. Die Erleichterung von dem niemals endendem Grau war fast herzlich.

Zusammen mit dem Frühstück kam ein Fläschchen mit – irgendetwas. Hermine erkannte den Trank nicht. Sie starrte ihn an und roch daran, aber war sich nicht sicher. Sie stellte ihn auf die Seite. Man hatte ihr nicht befohlen ihn zu trinken und bis nicht dazu gezwungen wurde, hatte sie nicht vor irgendwelche unbekannten Tränke zu schlucken.

Sie machte sich auf den Weg zu der Treppe und starrte nach unten. Es war an der Zeit. Sie würde sie selbstständig hinabsteigen. Die Tatsache, dass sie es nicht schon längst getan hatte, war erbärmlich. Es war nur eine Treppe. Nur eine Treppe, die zu einem Hausflur führte, durch den sie schon mehrere Male mit Malfoy gelaufen war.

Ihr Schultern zitterten fast unmerklich und sie straffte sie.

Sie fühlte sich wie ein verängstigtes Kind.

Sie hasste es.

Sie presste ihre Lippen zusammen und atmete tief durch. Dann legte sie eine Hand an die Wand und ging langsam einen Schritt nach vorne.

Sie würde abhauen, sagte sie zu sich selbst.

Bevor sie schwanger werden würde, würde sie vom Malfoy Anwesen abhauen. Eines Tages würde sie zurückkommen und Malfoy umbringen.

Sie würde frei sein. Frei. Irgendwo mit Sonnenschein und Magie und Menschen die ihr nicht wehtun würden.

Sie konzentrierte sich auf diesen Gedanken, bis es keine weiteren Stufen gab, die sie hinabsteigen konnte.

Die schaute sich um. Ihre Hand war immer noch gegen die Wand gepresst. Sie konnte die Struktur der Tapete spüren. Sie Wand zu berühren schien ihr dabei zu helfen, ihren Herzschlag zu kontrollieren.

Sie ging in einen Tee Zimmer und in einen Salon und ein Garderoben Zimmer und ein Zeichenzimmer. Sie erkundete alle sorgfältig. Das Portrait folgte Hermine sie ganze Zeit.

Nichts. Nichts. Nichts.

Sogar die Bänder um die Vorhänge waren so verzaubert, dass man sie nicht runter machen konnte. Sie öffnete Schränke, Türen und Wäscheschränke und sie konnte nichts finden, das nützlich sein konnte. Keine Waffe die sie benutzen konnte, nichts für ihre Flucht.

Sie schloss frustriert eine Schublade.

Wenn sie irgendetwas nützliches finden wollte, müsste sie den bewohnten Teil des Anwesens erkunden. Es war einfach für Malfoy sicherzustellen, dass Hermine nichts zu ihrem Nutzen finden würde, in einem unbewohntem Teil des Hauses. Es würde schwerer sein so eine Sorgfalt auch in anderen Teilen des Hauses zu bewahren.

Astoria ist Hermine etwas gedankenlos vorgekommen. Da sie so darauf bedacht war Hermines Existenz zu ignorieren, würde sie wahrscheinlich nicht die gleiche Vorsicht walten lassen wie Malfoy.

Hermine kehrte langsam ich ihr Zimmer zurück und blickte über die unberührte Landschaft unter ihr. Sie fühlte sich von ihrer „Exkursion" ausgelaugt. Als ob sie einen Marathon gelaufen wäre.

Alles benötigte so viel Anstrengung.

Sie lehnte ihre Backe gegen die Fensterscheibe und spürte eine neue Welle der Verzweiflung auf sich zukommen.

Selbst wenn sie es schaffen würde, ihre Agoraphobie zu überwinden, dann was das noch nicht einmal ein richtiger Anfang. Die Wahrheit war, dass sie überhaupt keine Ahnung hatte, wie sie irgendetwas anderes erreichen sollte.

Sie starrte auf die Fesseln um ihre Handgelenke.

Sie hatte viel über deren Fähigkeiten nachgedacht und damit experimentiert. Seit Malfoy dazu in der Lage gewesen war, ihre Agoraphobie zu überschreiben. Sie hatte angefangen genauer zu analysieren, wie die Zwänge funktionierten.

Sie ist perplex gewesen, wie mächtig sie waren. Sie hat viele dunkle Artefakte währen des Krieges studiert. Die Artefakte waren nichts im Vergleich zu den Fesseln.

Sie begann ihre Experimente, indem sie versuchte den Zwang der Stille zu durchbrechen, indem sie versuchte zu schreien. Das Konzept dieses Zwanges, war weniger eingeschränkt als das der Gehorsamkeit. Es war ihr erlaubt Geräusche zu machen und zu sprechen, wenn mit ihr gesprochen wurde. Es schien, als ob dies der einfachste Zwang zu brechen war. Sie dachte, wenn sie nur stark genug dagegen ankämpfen würde, konnte sie sich einen Weg hindurch, durch reine Willenskraft, erzwingen. So wie sich willensstarke Leute irgendwann gegen den Imperiusfluch wehren konnten.

Sie war sich sicher, dass sie sich als zu mindestens genug willensstarkes Individuum qualifizierte.

Als sie ihren Mund auf machte, um zu schreien – stoppte die einfach. Es war egal wie sehr sie sich anstrengte, um einen Ton heraus zu bringen. Sie mühte sich so lange ab, bis ihre Fesseln ganz heiß wurden.

Sie konnte sie nicht besiegen.

Irgendwann brach sie auf dem Boden zusammen, so ausgelaugt, dass sie Schwierigkeiten hatte bei Bewusstsein zu bleiben.

Als sie so am Boden lag und der Raum vor ihren Augen verschwamm, begann sie zu verstehen warum die Fesseln so mächtig waren. Sie verwendeten ihre Magie. Als Zauberer hatte man genauso viel Möglichkeiten die Magie in ihnen einzudämmen, wie man dafür hatte seine Nierenfunktion abzuschalten. Was auch immer sie an Kraft investierte, um die Fesseln zu bezwingen, das hatten die Fesseln ihr in gleicher Menge entgegenzusetzen.

Sie konnte nicht mal aus Frustration Schreien, als sie es verstand. Sie hatte so viel Frust in sich, dass sie das Gefühl hatte gleich in Flammen auf zu gehen.

Sie wollte etwas kaputt machen. Sie wollte ihre Magie verwenden, um etwas zum Explodieren zu bringen. Sie wollte etwas tun, dass wehtun würde.

Sie wollte in einen Spiegel schlagen, sowie es die Leute in Filmen immer taten. Sie wollte das Glas splittern sehen, bis es so aussah wie sie sich fühlte. Sie wollte das ihre Knöchel aufplatzten und sie blutete, sie wollte den Schmerz in ihrem Mittelhandknochen, durch ihre Hände bis zu ihrem Handgelenken spüren... Sie war verzweifelt, irgendetwas anderes zu spüren, als die emotionale Ausweglosigkeit, in der sie da Gefühl hatte zu ertrinken.

Aber sie konnte nicht.

Sie versuchte die Fesseln auf verschiedenste Art und Weise zu umgehen.

Der Zwang ging viel tiefer als nur nicht zu schreien, oder nur zu sprechen, wenn sie angesprochen wurde. Sie konnte nicht laut sein, weil sie die Anweisung erhalten hat leise zu sein. Dadurch, dass es ihr bewusst war, dass sie nicht leise war, wurden ihre Fesseln aktiviert. Alles was sie als laut, Widerstand, ungehorsam wahrnahm, konnte sie nicht machen.

Deshalb ist Heilerin Stroud so sehr darauf bedacht gewesen die Psychische Stabilität der Mädchen zu kontrollieren und zu sichern. Wenn sie verrückt werden würden, konnten die Zwänge sie nicht mehr kontrollieren. So war es dem schreienden Mädchen möglich, jemand andern anzugreifen.

Die Fesseln waren nur so eingeschränkt wie Hermines Kreativität.

Hermine versuchte sich auf etwas anderes zu konzentrieren, als sie versuchte mit den Füßen zu stampfen oder die Tür zuzuschlagen. Sie sagte gedanklich Arithmantik Formeln auf. Zählte gedanklich die Zutaten für den Trunk des Friedens auf. Die Fesseln aktivierten sich trotzdem.

Ihr waren die Ideen ausgegangen, wie sie die Fesseln sonst noch umgehen konnte.

Sie wandte sich von der verschneiten Landschaft ab und fing an Sportübungen zu machen. Es hat sich zu Beginn komisch angefühlt, unter der Beobachtung des Portraits, aber nach fast einem Monat, war es ihr inzwischen egal.

Sie hatte keine Lust mehr nachzudenken und immer wieder aufs Neue zu verzweifeln.

Nicht, dass sie sich wirklich vom Nachdenken abhalten konnte, nicht mal als sie ihr Füße unter die Kommode schob und anfing Sit Ups zu machen bis sich ihre Bauchmuskeln anfühlten, als hätte jemand Säure in sie rein gespritzt. Immerhin konnte sie so ihre Wut an etwas rauslassen.

Sie würde nicht dazu in der Lage sein Malfoy umzubringen. Die Fesseln machten das unmöglich.

Sie konnte aber auch nicht alleine abhauen.

Umbridge hatte sich nicht mal darum bemüht, eine Anweisung nicht abzuhauen mit einzuarbeiten. So sicher waren sie und Heilerin Stroud sich, dass sie die Fesseln nicht abbekommen würden. Dieses Detail, war das einzige Hintertürchen, das Hermine gerade finden konnte. Sie konnte Dinge tun mit der Absicht abzuhauen.

Sie hatte alles was sie über die Fesseln wusste genau überdacht. Hannah hat nie die Andeutung gemacht das es irgendjemanden, jemals gelungen war die Fesseln abzubekommen, egal was für eine nachlässige Kameradschaft mit den Wachen entstanden war. Die Fesseln hatten eine Spur auf sich und Angelina hatte sogar versucht die Spur zu stehlen, anstatt sie von den Fesseln runter zu bekommen.

Nicht nur einer Person war es gelungen von Hogwarts abzuhauen. All die Leute die Malfoy umgebracht hat. Niemand ist jemals erfolgreich abgehauen, denn keine konnte die Fesseln abbekommen.

Was hatte Hannah gesagt? Außer sie würde es schaffen sich ihre Hände abzuschneiden, würde sie niemals abhauen können.

Wie konnten die Fesseln entfernt werden.

Zwei Todesser sind an dem Tag nach Hogwarts gekommen, an dem sie ihre neuen bekommen haben. Yaxley und Rowle. Sie sind nach vorne gerufen worden, als die Wachtmänner angefangen haben alle Frauen zu betäuben und sie sind wieder verschwunden gewesen, als Hermine wieder zu sich gekommen ist.

Nur Todesser mit einem Dunklen Mal konnten die Fesseln entfernen.

Sie hatte zwei Optionen. Sie musste Malfoy entweder dazu bringen sie zu töten oder ihr bei der Flucht zu helfen. Es gab keine Möglichkeiten ohne ihn. Es wäre egal ob sie ein komplettes Campingset, einen Korb voller Portschlüssel und eine Waffe, die sie tatsächlich benutzen konnte, finden würde, solange sie die Fesseln nicht runter bekommen würde, wären sie nutzlos.

Sie schlaubte leise vor Frustration und drehte sich auf den Bauch und fing an Liegestützen zu machen, bis sie sich nicht mehr vom Boden hochheben konnte.

Sie rollte sich auf den Rücken du schaute an die Decke.

Draco Malfoy wo ist der Schwachpunkt in deiner perfekten Rüstung?

Wie wenn man vom Teufel spricht öffnete sich die Tür und Malfoy kam herein gelaufen. Sie drehte ihren Kopf auf die Seite, um ihn anzuschauen, immer noch zu müde, um vom Boden aufzustehen.

Her blickte auf sie herab und etwas blitzte in seinen Augen auf.

„Ein Muggel Ding, nehme ich an", sagte er.

Hermine verdrehte ihre Augen und zwang sich dazu aufzustehen. Es fühlte sich an, als ob ihr ganzer Körper aus Wackelpudding gemacht war.

Er schaute sich im Zimmer um. Seine Augen landeten auf dem Fläschchen mit Zaubertrank, den Hermine sich heute Früh geweigert hatte zu nehmen. Er rief das Fläschchen ohne Zauberstab zu sich und fing es mit seiner rechten Hand auf.

„Mir fällt auf, dadurch das du ein Gryffindor bist, dass du manche offensichtlichen Dinge einfach nicht begreifst. Ich denke ich sollte nicht überrascht sein, dass du die angedeutete Anforderung, diesen Trank zu nehmen, verfehlt hast.", sagte er, sein Mund zuckte leicht vor Belustigung.

Hermine verschränkte stur ihre Arme. Auch wenn es strategisch wahrscheinlich gut wäre nachgiebig und gehorsam zu reagieren, als ehemalige Zaubertrank Meisterin war sie viel zu paranoid, um so etwas einfach zuzustimmen.

„Was ist da drinnen?", fragte sie.

Malfoys Ausdruck wurde schadenfroh.

„Das sag ich dir, wenn du jeden Tropfen davon wie ein gutes Mädchen runterschluckst.", sagte er und ein fieses Grinsen huschte über sein Gesicht.

Hermine rührte sich nicht vom Fleck. Malfoy lächelte leicht als er sie ansah.

„Komm her, Schlammblut.", ordnete er nach einem kurzen Moment an.

Hermine funkelte ihn an, als ihr Füße sie widerwillig durch das Zimmer zu ihm trugen. Sie hörten nicht auf, bis sie nur noch ein paar Zentimeter von ihm entfernt war, so nah, dass ihre Roben, die seinen berührten.

Sie schaute elendig auf seine Schuhe.

„Schau mich an, Schlammblut."

Ihr Kinn hob sich wie von selbst an, bis sie ihm in die Augen schaute. Er lächelte immer noch.

„Ich bin mir sicher, dass du weißt, dass ich dich nicht töten werde.", sagte er. Seine Augen funkelten vor grausamer Belustigung. „Wenn dies der Fall wäre, kann ich mir vorstellen, dass du sofort angerannt kommen würdest."

Hermine glühte. Ja das wusste sie selbst, aber Gift war nur eines der unzähligen Dinge, mit denen er sie dosieren konnte. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals und sie konnte das Rauschen des Blutes in ihren Ohren hören.

„Mach deinen Mund auf.", wies er sie an, er öffnete das Fläschchen, um es in ihren offenen Mund zu schütten. „Schluck alles runter."

Hermines Mund schloss sich und sie schluckte. Der Trank schmeckte bitter, mit einem leicht kribbelnden Effekt auf ihrer Zunge und in ihrem Rachen, als er in ihren Magen hinunter sackte. Sie konnte spüren, wie er dort kurz verweilte, bevor er sich in ihrem System verteilte.

Es fühlte sich an, als ob jemand ein Ei über ihrem Verstand aufgeschlagen hatte. Etwas Kaltes floss über ihr Bewusstsein, bis es sich so anfühlte, als ob ihr ganzer Kopf davon umhüllt war. So als hätte jemand ihr Gehirn ausgesteckt und in einen Eimer voller Eiswasser gelegt. Ihr Körper war da, aber ihr Geist war es – nicht. Es war, als ob sie sich selbst in der dritten Person wahrnahm.

Ihr Plus verlangsamte sich zu einem gleichmäßigem pochen.

Sie sollte panisch werden. Es war, als ob ihr Bewusstsein von ihrem Hormonsystem abgeschottet wurde. Es gab keine Flut von Adrenalin oder Noradrenalin. Keine Angst.

Es war ausschließlich eine Beobachtung: sie sollte Panik bekommen. Tat es aber nicht.

Sie schaute zu Malfoy auf.

Ihr war bewusst, dass sie ihn hasste. Es war ein Stück Information, das sehr wichtig schien und sie konnte es dennoch nicht fühlen. Hass war mehr ein Konstrukt als eine Emotion.

Er schaute aufmerksam auf sie herab.

„Wie fühlst du dich, Schlammblut?", fragte er nach einem Moment Stille. Seine aufmerksamen Augen nahmen jedes Detail war, beobachteten ihr Gesicht und ihr Augen und wie sie vor ihm stand. Ihr Hände hatten das Krampfen aufgehört; sie bemerkte es als sie nach unten schaute. Es war als würde er sie katalogisieren. Hermine spürte wie ihre Haut unter der Erkenntnis kribbelte, sie spürte, wie ihr ein leichter Schauer den Rücken runter lief, aber sie konnte die normalerweise einhergehende Angst nicht spüren. Nur Erkenntnis.

„Kalt.", antwortete sie. „Mein Gehirn fühlt sich kalt an. Was hast du mit mir gemacht?"

„Es dient dazu dich an das Anwesen zu gewöhnen.", sagte er, er ging einen Schritt zurück, als er die weiter vorsichtig beobachtete. „Damit ich dich nicht weiter persönlich beaufsichtigen muss."

Hermine sagte nichts. Ihr Gehirn analysierte.

Das Ungewohnte dieser Situation ärgerte sie. Das Unbekannte. Es machte sie panisch. Aber der Trank blockierte es. Ihre Trauer war weg. Ihre Wut.

Sie war – nichts.

Sie existierte einfach in einem kalten Nichts.

Sie schaute zu Malfoy auf. „Fühlt es sich so an, du zu sein?"