Kapitel 18

Hermine blickte mit Fassungslosigkeit auf das Stück Papier, das sie in den Händen hielt.

Sie zog die Augenbrauen zusammen, während sie es in der Hälfte faltete und dann stoppte, sie wusste nicht mehr weiter.

Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, wie man einen Origami Kranich faltete.

Sie hatte mehr als tausend von ihnen gefaltet. Große und Kleine. Tag für Tag. Sie hatte Erinnerungen daran, dass sie sie gefalten hat.

Aber irgendwie –

Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, wie sie es machen musste. Sie versuchte es weiter, jeden Morgen, nachdem sie die Zeitung gelesen hatte, aber irgendwie konnte sie nicht herausfinden, wie sie sie falten musste.

Sie konnte sich nicht an die Reihenfolge der Falze erinnern. War es erst eine Diagonale? Vielleicht musste sie es in der Hälfte falten und dann nochmal? Sie versuchte es auf beide Arten.

Sie konnte sich nicht erinnern. Das Wissen darüber war einfach – weg.

Sie hatte keinen der zuvor gefalteten Kraniche mehr, damit sie es sich die Schritte ableiten könnte. Die Elfen ließen sie immer alle am Ende des Tages versschwinden.

Hermine seufzte und legte das Papier auf sie Seite.

Es muss während des Krampfanfalls verloren gegangen sein. Wahrscheinlich wurde ihr Gehirn verletzt.

Die Erinnerung – das Wissen – ist von dort verschwunden, wo sie es aufbewahrt hatte. Als ob es niemals existiert hätte. Nur wusste sie das es existiert hat. Sie erinnerte sich genau daran, dass sie in der Lage gewesen war, sie zu falten.

Es machte nichts.

Sie wusste nicht einmal, warum sie Kraniche gefalten hat. Sie konnte sich nicht daran erinnern, wann sie es gelernt hat. Vielleicht in der Grundschule, grübelte sie.

Sie zog ihren Mantel an und ging nach draußen.

Das Anwesen war trostlos und matschig. Der Winter war in seinen letzten Zügen, bevor der Frühling kam. Die Fenster waren noch ab und zu am Morgen mit Frost überzogen, aber die Tage wurden wärmer und es regnete Tagelang durch.

Es regnete nur leicht, also wagte sich Hermine nach draußen.

Sie konnte in der Zwischenzeit durch fast alle Gärten gehen, die das Haus umgaben; solange sie nicht zu weit im Offenen lagen. Offene Plätze – sie kam noch immer nicht damit klar.

Wenn sie ab und zu probierte, sich an den Hecken vorbei und ins Offene hinaus zu zwingen, fühlte sie sich, als ob jemand sie aufschlitzen würde; ihr die Nerven aus dem Körper schnitt und sie in der Kälte und im Wind ausbreitete. Ihr Verstand faltete sich einfach zusammen und ließ sie alleine in Schock zurück.

Sie kam nicht – nicht damit klar.

Sie fragte sich, ob sie jemals wieder damit klarkommen würde. Ob sie sich jemals von ihrer Agoraphobie erholen würde. Die Angst fühlte sich so an, als ob sie sich tief im ihrem Inneren und durch die hindurch verwurzelt hatte; von ihrem Gehirn und ihre Kehle hinunter, um ihre Lungen und Organe, wie eine invasive Rebe; die darauf wartete sie zu Tode zu würgen.

An den Tagen, wo es nicht wie aus Kübeln schüttete, verbrachte Hermine die meiste Zeit damit auf dem Anwesen umher zu wandern. Sie kam voller Schlamm wieder zurück und hatte keine andere Wahl, als eine Spur über die Veranda bis nach drinnen und durch die Gänge zu ziehen. In Zauberer Häusern gab es keine Tradition Fußmatten oder Abstreifer zu haben, wenn ein Schneller Ratzeputz Zauber den meisten Schlamm verschwinden ließ. Hermine murmelte jeden Tag Entschuldigungen für die Hauselfen in Gedanken.

Ihre Tage sind in eine abscheuliche Art von Monotonie über gegangen.

Sie wachte auf und aß Frühstück. Sie las mehrmals die Zeitung. Sie faltete Origami. Sie aß Mittagessen. Wenn es draußen nicht in Strömen regnete, ging sie nach draußen und erkundete das Anwesen für mehrere Stunden. Wenn es zu stark regnete, ging sie nur kurz nach draußen und trainierte dann in ihrem Zimmer, bis sie fast zusammenbrach. Sie duschte. Die erkundete das Haus. Die aß Abendessen. Manchmal kam Malfoy, um Legilimentik anzuwenden. Manchmal kam er und fickte sie reaktionslos über einem Tisch. Sie ging schlafen. Sie wachte auf und das ganze wiederholte sich.

Tag für Tag.

Es gab nichts neues, außer die Nachrichten.

Sie redete nie mit jemand anderem als Malfoy oder Stroud.

Dass sie wusste, dass das Züchtungsprogramm nur eine Ablenkung war, änderte nichts. Dass sie wusste, dass Voldemort sterben würde, dass er Horkruxe gehabt hat, änderte nichts.

Zu mindestens nicht für sie selbst.

Malfoy verbachte noch immer all seine Zeit damit, denjenigen zu jagen, der das Medaillon zerstört hatte. Als er kam, um sie zu inspizieren, sah er deutlich abgearbeitet aus. Er durchsuchte ihre Gedanken nur oberflächlich, so als ob er Angst davor hatte, noch mehr Schaden anzurichten oder noch einen Krampfanfall auszulösen.

Hermine hatte die Vermutung, dass Voldemort ihn regelmäßig mit dem Crutiatus Fluch folterte; jedes Mal, wenn Malfoy berichtete, dass er den Schuldigen noch immer nicht gefunden hatte.

Er kam nicht, wie sie feststellte, blass vor Wut zurück; er war blass durch die körperliche Erschöpfung, verursacht durch die Folter. Es sah fast so aus, als ob er täglich gefoltert wurde. Die Symptome zeigten sich deutlicher, jedes Mal, wenn sie ihn zu Gesicht bekam. Er schien sichtlich abgenagt; als ob er kurz vor dem Zusammenbruch war.

Der Cruciatus machte das mit einem. Wenn er zu regelmäßig benutzt wurde, auch wenn er einen nicht verrückt werden ließ, konnten sich dennoch Langzeitfolgen festsetzen.

Seine Hände – sie zuckten, so wie Hermines es immer noch ab und zu taten. Sie fragte sich, ob er wegen den Auswirkungen der Folter behandelt wurde. Ob er überhaupt Zeit dafür hatte.

Natürlich hatte er das, redete sie sich ein; er hat sie behandeln lassen, nachdem sie ihren Krampfanfall hatte. Er würde wahrscheinlich den gleichen Heiler benutzen. Er musste einen Heiler haben. Er hat sich wahrscheinlich schon während des Krieges einen Heiler gehalten. Er war nicht der Typ Mensch, der in einem St Mungos Wartezimmer sitzen würde.

Sie versuchte die Symptome nicht wahrzunehmen; die Blässe, das gelegentliche Krampfen seiner Finger, die erweiterten Pupillen. Sie erinnerte sich daran, dass er versuchte, das letzte Mitglied des Ordens zu jagen und zu töten; jedes Mal, wenn er gefoltert zurückkam, hieß das, dass er gescheitert war und der Orden überlebt hatte.

Aber es störte sie als Heilerin. Der Verfall; sie konnte sich nicht davon abhalten es zu bemerken und es nagte unerklärlicherweise an ihrem Gewissen.

Sie ignorierte es.

Voldemort war am Sterben. Voldemort war am Sterben und Malfoy wusste es und er hat darauf reagiert, indem er die Ränge aufgestiegen ist und den Orden ausgelöscht hat. Sie hatte sich gewundert, warum er fast sklavisch gehorsam war, sogar als er sie als Mutter seiner künftigen Kinder bekommen hat, jetzt wusste sie es. Natürlich würde er alles dafür tun, um gut es ging vor Voldemort dazustehen.

Ron hatte Recht. Malfoy sah sich selbst wahrscheinlich als Nachfolger an. Wie könnte er es nicht? Der Hohe General. Die ‚Hand des Todes' vom Dunklen Lord. Wenn Voldemort schlussendlich verblasste, wer würde es wagen anzuzweifeln, dass Malfoy der nächste in der Reihe war? Es gab keinen Todesser, den man mit ihm vergleichen konnte.

Malfoy strebte offensichtlich an, der nächste dunkle Lord zu werden und außer Voldemort würde ihn vorher tötete, erwartete Hermine auch nichts anderes.

Sie fragte sich welche Art von Dunklem Lord Malfoy wohl sein würde. Was erwartete er sich überhaupt davon? Hermine wusste es immer noch nicht. Vielleicht würde sie es nie wissen. Sie hat immer schon gerätselt und ihn aber nie verstanden.

Er verdiente es zu sterben, dachte sie sich. Er verdiente es gecrutiot zu werden. Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn Draco Malfoy getötet oder geisteskrank werden würde.

Jedoch störte sie der Gedanke an ihn, wie er mit leblosen Augen auf der Janus Thickey Station liegen würde. Passiv die Auswirkungen der regelmäßigen Folter an ihm zu beobachten, gab ihr seltsamerweise ein schuldiges Gefühl.

Sie konnte nichts dagegen tun, sie erinnerte sich verbittert daran, als sie durch das Heckenlabyrinth ging, selbst wenn sie ihm helfen wollte. Was sie nicht tat. Er war ein Todesser. Es hat ihn ja niemand dazu gezwungen ein Todesser zu werden oder Dumbledore umzubringen oder den gesamten Orden des Phoenix zu ermorden und fast den gesamten Widerstand auszulöschen. Er verdiente jedes bisschen Leid, das mit seiner Gefolgschaft einher ging. Sogar noch mehr.

Wenn sie ihn schon nicht töten konnte, war die Ironie, dass es Voldemort sein würde, der langsam diese Tat vollzog, sowohl passend als auch zufriedenstellend, wenn man darüber nachdachte.

Größtenteils.

Hermine seufzte und blieb stehen, sie presste ihre Handballen gegen ihre Augen. Sie versuchte den Kopf frei zu bekommen.

Es schien, als ob sie selbst für ein solches Monster ein weiches Herz hatte. Sie hat schon immer die Idee von bloßer Folter verabscheut. Es hat sie sogar gestört, als sie Umbridges gesehen hatte. Anscheinend konnte sie nicht einmal Malfoys genießen.

Ihre nächste Fruchtbarkeitsperiode, wurde durch den Trank wesentlich schlimmer gemacht.

Als es so weit war, wurden ihre Brüste um einige Körbchengrößen größer, ohne einen BH, der sie stützen konnte, hingen sie nur da und taten weh und waren schmerzhaft empfindlich. Ihr Unterbauch schwoll an, sodass es tatsächlich so aussah, als ob sie in den ersten Monaten schwanger war. Es war entsetzlich. Hermine fand sich unausweichlich lebhaft damit konfrontiert, wie es sein würde schwanger zu sein, auf eine Art und Weise, die sie bis jetzt hatte ignorieren können.

Sie weinte. Ihre Klamotten passten ihr nicht. Sie konnte keine Übungen machen, es war zu unangenehm. Sie fühlte sich extrem müde und nervös. Sie verkroch sich einfach in ihrem Zimmer und versuchte all die Dinge zu ignorieren, die ihr Körper tat.

Als der Tisch auftauchte, war es fast schmerzhaft sich darüber zu lehnen, als sie das Gewicht spürte, das sich auf ihre Brust presste. Sie schluckte schwer. Ihr ganzer Körper fühlte sich empfindlich an, vor allem in Bereichen, an die sie auf keinen Fall denken wollte. Als sie die Tür hörte, konzentrierte sie sich komplett auf den Schmerz, sie lehnte sich noch mehr auf ihre Brüste, als es notwendig gewesen wäre und zwang sich dazu auf nichts anderes zu achten.

„Bitte werde nicht schwanger. Bitte werde nicht schwanger.", flehte sie ihren Körper an.

Nach dem fünften Tag, als Malfoy vorbei kam, um ihre Erinnerungen zu untersuchen, schien er etwas weniger nervös. Nicht ganz so leichenblass. Weniger zeitnah gefoltert. Er sah sich Hermines Erinnerung mit Ron mehrere Male an, als ober er nach Details suchen würde. Als er ihre Besorgnisse über seine Foltersymptome fand, zog er sich aus ihren Gedanken zurück.

„Du machst dir Sorgen um mich, Schlammblut?", sagte er spöttisch. „Ich muss zugeben, ich hätte nicht damit gerechnet, so einen Tag jemals zu erleben."

„Du solltest es nicht als Kompliment verstehen.", sagte Hermine steif. „Es tat mir auch für Umbridge leid, als er sie gefoltert hat, und dennoch tanze ich voller Freude auf ihrem Grab."

Sein Mund verzog sich vor Belustigung. „Leider haben die Schlangen sie gefressen."

Hermine musste grinsen, bevor sie sich davon abhalten konnte. Malfoy stieß ein bellendes Lachen aus.

„Du bist ein Miststück.", sagte er mit einem leichten Kopfschütteln.

Hermines Grinsen verblasste. „Manche Leute verdienen es zu sterben.", sagte sie kühl. „Und andere, die es nicht verdient haben – tötest du trotzdem."

Er verdrehte die Augen, als ob sie lediglich seine Manieren kritisiert hat.

„Ich hab das getan, was mir befohlen wurde.", sagte er mit einem Schulterzucken.

„Redest du dir das ein, um dein Gewissen zu erleichtern?", bemerkte sie höhnisch, als sie sich im Bett aufsetzte. „Als du sie aufgehangen und zum Verrotten dort gelassen hast? Denkst du, du warst großmütig?"

Er schenkte ihr ein dünnes Lächeln und zog eine Augenbraue nach oben. „Dein Widerstand war ziemlich unermüdlich, sogar nachdem Potter vor ihren Augen gestorben war. Sie waren die Art, die den Berichten der Todesser, über die Tode, nicht geglaubt haben. Wie viele Kämper glaubst du, hätten versucht abzuhauen, wenn sie nicht die verrottenden Leichen mit ihren eigenen Augen gesehen hätten? Ich bin mir sicher du würdest es nicht für gutheißen, Selbstmordoptimismus zu unterstützen?

„Irgendjemand ist noch da draußen.", sagte sie. „Irgendjemand den du noch nicht gefangen hast."

Er grinste leicht. „Nicht mehr für lange."

Hermine spürte, wie ihr das Blut so schnell aus dem Gesicht wich, das sich ihr Kopf ganz hohl anfühlte. „Hast du –?" Ihre Stimme Zitterte.

„Noch nicht. Aber ich kann es praktisch garantieren.", sagte er mit einem grausamen Lächeln. „Lange bevor der Dunkel Lord verschwindet, wird das letzte Mitglied des Ordens tot sein und dein wertvoller kleiner Widerstand wird nicht einmal wissen, dass es jemals existiert hat."

„Das kannst du gar nicht wissen.", sagte Hermine entschlossen.

„Ich weiß es.", sagte er und sein Ausdruck wurde so hart, er hätte aus Marmor gemeißelt sein können. „Das ist eine Geschichte mit nur einem Ende. Wenn dein Orden ein anderes hätte haben wollen, dann hätten sie andere Entscheidungen treffen müssen. Vermutlich ein paar härtere und realistischere. Sie hätten von ihren Märchenvorstellungen ablassen müssen, dass sie eine Krieg gewinnen können, ohne sich die Hände schmutzig zu machen. Sie waren Idioten, fast alle von ihnen." Er schaute spöttisch auf sie herunter. „Weißt du wie einfach es ist jemanden zu töten, wenn sie dich nur betäuben wollen? Sehr einfach. So einfach, dass ich es in der Zwischenzeit sogar im Schlaf könnte."

Hermine schaute ihn an, beobachtete wie sich sein Mund vor Spott verzog und sah die Wut in seinen Augen, als er sprach.

„Wen – hasst du so sehr?", fragte sie. Weil sie immer noch nicht verstand. Es schien die Grenzen der Magie zu überschreiten.

„Sehr, sehr viele Leute.", sagte er mit einem unverschämten Schulterzucken. Dann Lächelte er. „Die meisten von ihnen sind jetzt Tod."

Er ging aus dem Zimmer, bevor sie irgendetwas anderes fragen konnte.

Nach fast einem Monat fing Montague wieder an das Anwesen zu besuchen. Hermine ist zu der Feststellung gekommen, dass er ziemlich wahrscheinlich kein Mitglied des Ordens war. Wenn dem so wäre, hätte Voldemort, Malfoy schon längst auf ihn gehetzt.

Als sie eines Tages von ihrem Spaziergang zurückkam, waren ein halbes Dutzend Hauselfen auf der Veranda des Nordflügels und stellten Große Tische auf und drapierten eine riesige Mengen Blumen überall. Einer von ihnen verschwand sofort mit einem lauten Plop, als er sie erblickte und einen Moment später erschien Topsy und kam auf Hermine zu.

„Die Gebieterin feiert heute Abend eine Ostara Party. Das Schlammblut hat außer Sichtweite zu bleiben.", sagte Topsy.

Hermine blinzelte und schaute sich auf der Veranda um, die eher so aussah, als ob sie für eine Hochzeitsfeier vorbereitet wurde, nicht für eine Feier des Frühlingsanfangs.

„Okay.", sagte Hermine und suchte sich einen anderen Eingang zum Haus. Sie beobachtete die Vorbereitungen von den Fenstern in den oberen Stockwerken und folgerte, dass der Frühlingsanfang, nur eine Ausrede für Astoria war, um eine Party zu schmeißen. Man konnte keine Rituale oder Traditionen erkennen, außer die Unmengen an Blumen.

Hermine beobachtete wie die Gäste ankamen, Todesser, jeder einzelne von ihnen. Sie gingen steif und formell miteinander um, bis die Getränke großzügig ausgeschenkt wurden.

Als jeder platzgenommen hatte und das Essen im vollen Gange war, trat Hermine von ihrem Platz am Fenster zurück, von dem sie sie beobachtete, hatte und schnappte sich ihren Mantel. Sie huschte einen leisen Gang hinunter und schlüpfte nach draußen in den Garten. Sie konnte die Stimmen von der Party über die Hecken hören. Wenn sie eine gute Position finden würde, konnte sie die Leute vielleicht belauschen. Vielleicht würde jemand etwas Nützliches über den Orden oder den Widerstand sagen. Oder über die anderen Leihmütter.

Der Tagesprophet war immer voller Spekulationen, aber es war schwer herauszufinden, was tatsächlich wahr war.

Sie folgte den geschwungenen Wegen des Hecken Labyrinths. Ihre Schritte waren leise. Ihr ist nicht gesagt worden, dass sie nicht nach draußen kommen darf.

Es war eine Erleichterung, zu versuchen, das zu belauschen, was eindeutig zu einer betrunkenen Dinnerparty wurde. Hermine fühlte sich – lebendig. Anstatt sich nur wie eine mechanische tote Kreatur zu fühlen, die Tag für Tag damit verbrachte, Origami zu falten, zu trainieren und zu warten, dass ein Tisch in der Mitte ihres Zimmers auftauchte, damit sie klinisch darüber gefickt werden konnte und sie dann für einen weiteren Zyklus zurückgelassen wurde.

Die Veranda war nur auf der anderen Seite der Hecke. Sie konnte die Stimmen klar verstehen.

„Sie hat kaum noch irgendwelche Finger.", beschwerte dich die Stimme. „Sowas kann ich nicht rumzeigen. Das ist verdammt widerlich. Als erstes konnte ich kaum einen hoch bekommen, um sie zu vögeln. Aber jetzt, wo sie schwanger ist, hat sie die geilsten Titten bekommen. Das macht die Sache mit den Fingern definitiv wieder gut."

Hermine erstarrte. Sie redeten über die anderen Mädchen. Wahrscheinlich Parvati oder Angelina. Beide hatten kaum noch Finger.

Manche der Mädchen waren schwanger.

„Immerhin hat deine beide Augen.", mischte sich eine andere Stimme ein. „Meine ist grausam anzuschauen. Ich vögle sie nur von hinten oder leg etwas über ihr Gesicht, damit ich nicht in das verdammte Loch in ihrem Kopf starren muss. Ich hab ihr jetzt eine Augenklappe besorgt, aber trotzdem..."

Hannah Abbott.

„Sie sind nicht dafür gedacht sie anzuschauen.", unterbrach Astorias schneidende Stimme.

Es ertönte betrunkenes, wieherndes Lachen nach dieser Bemerkung.

„Du solltest sehen, wie ich meine trainiert habe.", sagte eine andere Stimme. „Ich muss nur mit den Fingern schnippen und sie beugt sich vorn über. Ihre Fotze ist so ausgeleiert, ich vögle sie lieber in den Arsch, außer es ist an einem der vorgeschriebenen Tage. Muss wohl eine ziemliche Schlampe damals in Hogwarts gewesen sein, aber sie weiß, wie man einen Schwanz lutscht. Ich hab sie unterm Tisch, jeden Morgen, wenn ich Frühstücke."

Hermine fühlte sich, als ob ihr jemand ein Messe in den Rücken gerammt hatte. Das Grauen, das sie verspürte, war körperlich schmerzhaft.

Es gab viele zustimmende Laute der Bewunderung.

„Du hast das Schlammblut, oder Malfoy? Ich hab den schönen großen Artikel darüber im Tagespropheten gesehen."

„Ja da habe ich.", sagte Malfoys eisige Stimme.

„Die Gefängnisdirektorin hat sie in der Schule damals schon gehasst. Ich wette sie nur noch in Stücken zu dir gekommen."

„Nein.", sagte Malfoy knapp. „Der Dunkel Lord wollte das sie intakt bleibt."

„Glücklicher Mistkerl.", murmelte jemand.

„Es muss Spaß machen in ihr kleines Besserwisserinnen Gesicht zu schauen, wenn du in sie rammst. Weint sie? Ich hab mir immer vorgestellt, dass sie weinen würde. Ich hatte so viele Fantasien, damals zu Schulzeiten, wie ich sie auf einem Schreibtisch festhalte, während ich in sie stoße und sie am Heulen ist."

Hermines Haut krabbelte und sie zog ihren Mantel fester um sich.

„Ich hab nie wirklich drauf geachtet.", antwortete Malfoy mit einem gelangweiltem Unterton. „Was der Dunkle Lord anordnet, werde ich tun, aber es gibt nichts an ihr was mein Interesse wecken könnte."

Einige Stimmen grummelten irgendetwas über Malfoy aber die Unterhaltung ging zu einem anderen Thema über.

Hermines Ohren spitzten sich. Die diskutierten Umbridges Tod. Sie beschwerten sich über die Patrouillen im Verbotenen Wald und was für eine Schererei die Zentauren waren. Es schien so als ob keiner von ihnen etwas von den Horkruxen wusste. Es war enttäuschend aber nicht überraschend.

Sie hörte weiter zu.

Malfoy wurde nach Rumänien geschickt. Das waren Neuigkeiten. Es waren Hinrichtungen geplant und Voldemort wollte, dass sie mit einer Zeremonie durchgeführt wurden. Eine Demonstration der Stärke, falls irgendwelche der europäischen Länder den Attentat auf Thicknesse als Zeichen der Schwäche sehen sollten. Der Hohe General würde sie selbst durchführen.

Hermine wunderte sich, ob das der Grund dafür war, dass Voldemort aufgehört hatte Malfoy zu foltern. Er musste in bester Form sein, um sein Talent fürs Morden in Rumänien zur Schau zu stellen.

Man konnte gemurmelte Eifersucht über Malfoys Auftrag hören. Hermines Lippen verzogen sich. Welche Art von widerlichen Kreaturen wurde eifersüchtig, weil jemand anders Leute umbringen durfte?

„Wirst du sie alle Avadern?", fragte jemand mit ehrfürchtiger Stimme.

„Das ist die Tradition.", sagte Malfoy so gekünstelt, dass Hermine das Augenverdrehen praktisch vor sich sehen konnte, das sicherlich mit der Aussage einher ging.

Sie wusste nicht was sie mehr aus der Fassung brachte, Malfoys Gleichgültigkeit oder die Bewunderung des andern Todessers.

Die Unterhaltung änderte das Thema und bot nicht nützliches mehr an. Man hörte das Geräusch von Stühlen, die über den Boden schabten und Leute, die aufstanden und Astoria hörte nicht auf von den Blumen in ihrem Treibhaus zu faseln.

Hermine schlüpfte durch die Hecken zurück zum anderen Eingang des Anwesens. Sie wollte nicht aus Versehen von einem der Todesser entdeckt werden, falls er sich dazu entschied die Hecken zu erkunden.

Sie hatte fast das Haus erreicht, als plötzlich,

Immobulus.

Der Zauber traf sie an der Seite ihres Kopfes. Sie erstarrte an Ort und Stelle, als Graham Montague durch die französischen Türen des Anwesens trat.

„Wer hätte gedacht, dass sich abzuseilen, um zu pissen, mir so viel Glück verschaffen würde?" Er schien verwundert als er auf sie zukam. „Mit all den Schutzzaubern die Malfoy deinem Flügel des Anwesens hinzugefügt hat, hatte ich schon fast Angst, dass ich dich nie wieder erreichen würde. Hat er dich schon geschwängert?"

Er führte einen Schwangerschaftsnachweis Zauber aus und grinste, als er negativ war.

„Ich hätte nie gedacht, Astoria dazu zu bringen eine Frühlingsanfangs Party zu schmeißen, die Sache wäre, die endlich funktionieren würde.", sagte er und lachte in sich hinein. Er beobachtete ihr Gesicht, sein Ausdruck war triumphierend, so wie er es auch an Silvester gewesen ist. Er knöpfte ihren Mantel auf und streifte ihn von ihren Schultern. „Fuck. Die hattest du das letzte Mal noch nicht."

Ihre Brüste waren immer noch durch den Fruchtbarkeitstrank etwas angeschwollen. Er grabschte an ihre linke Brust und drückte sie als er näherkam, sodass ihre Körper fast aneinandergepresst waren. Er vergrub seine Nase in ihren Haaren und roch an ihnen. Er roch säuerlich vom Wein. Betrunken.

„Du hättest mir gehören sollen weißt du.", sagte er und ging leicht zurück, damit er sie nochmal von oben bis unten anschauen konnte. „Ich war derjenige der dich gefangen hat, als du Sussex angegriffen hast. Als ich dich da unter dem Himmel aus brennenden Dementoren gesehen habe – ich wollte dich gleich da auf dem Feld ficken." Sein Griff um ihre Brust verstärkte sich als er sprach, deine Finger gruben sich in ihr Fleisch. Wenn sich Hermine nur irgendwie bewegen hätte können, hätte sie vor Schmerzen nach Luft geschnappt. „So hab ich mein Mal bekommen, weißt du, indem ich dich gefangen habe. Mein außergewöhnlicher Dienst für den Dunklen Lord. Als ich dich in Sussex gesehen hab, habe ich dich aus dieser Höhle wiedererkannt. Erinnerst du dich wie ich gefragt habe, ob ich dich haben kann. Ich hab den Dunklen Lord an dich erinnert, für das Züchtungsprogramm. Er hat gesagt das du mir gehören würdest. Aber dann hat er seine Meinung geändert und dich zu Malfoy gegeben."

Montague zischte und drehte ihre Brust fest in seiner Hand. „Verdammter Malfoy bekommt alles. Aber ich schulde dir so viele Schmerzen dafür, dass du mich mit diesen vergifteten Messern gestochen hast, ich werde ihn mir nicht in die Quere kommen lassen. Ich hab schon so lange darüber fantasiert. Ich hab extra ein Denkarium gekauft, damit ich dir so oft ich will dabei zuschauen kann, wie du meine Hose aufknöpfst."

Hermine würde zittern, wenn sie sich bewegen könnte. Sie wusste nicht wovon Montague redete, aber sie erkannte den Ton aus grausamer und besessener Rache wieder. Er grinste sie an und platzierte die Spitze seines Zauberstabes auf ihrer Stirn.

„Wir wollen ja nicht, das Malfoy kommt und uns unterbricht, richtig? Confundo."

Hermines Verstand verschwamm als der Immobilisierungszauber aufgehoben wurde und sie brach in seine wartenden Arme zusammen.