Kapitel 19

Da war etwas –

Irgendetwas stimmte hier nicht, dachte sich Hermine, als sie gegen die Hecke gedrückt und ihr Kleid aufgerissen wurde.

Kalt.

Kalte Luft striff sie.

Sie spürte Zähne an ihrer Kehle. Es tat weh.

Es gefiel ihr nicht.

Sie versuchte sich weg zu drücken, aber ihre Hände wurden grob zur Seite geschoben und dann spürte sie Zähne auf ihren nackten Brüsten, bevor sie hinein bissen.

Hart.

Sie weinte – glaubte sie.

Finger waren zwischen ihren Beinen und stachen in sie. Stießen gewaltsam in sie.

Sie versucht ihre Beine zusammenzupressen, aber etwas klemmte sich zwischen sie.

Sodass sie es nicht konnte.

Sie glaubte nicht –

Die Hecke kratzte sie. Stach in ihren Rücken.

Finger sanken immer wieder in sie hinein und Zähne bissen in ihre Schulter und Brüste.

Dann lag sie am Boden.

Sie konnte den Kies des Weges unter ihren Händen spüren.

Scharfkantige, kalte kleine Steine.

Irgendetwas – das sie nicht wollte.

Es würde gleich geschehen.

Sie war sich nur –

Sie war sich nicht sicher was.

Hatte es etwas mit Malfoy zu tun?

Ein Mann kniete zwischen ihren Beinen. Montague.

Sie starrte zu ihm nach oben. Verschwommen.

Ihre Finger zuckten; kratzten durch den Kies.

Er lehnte sich zu ihr nach unten.

Sein Gesicht war ihrem sehr nahe.

Vielleicht wollte er ihr ein Geheimnis erzählen.

Etwas berührte sie zwischen den Beinen.

Sie hatte da Gefühl, dass sie wissen sollte was – aber sie konnte sich nicht erinnern.

Etwas das nicht passieren sollte.

Ein Geheimnis.

Vor Malfoy.

Aber – sie wollte nicht.

Malfoy würde es wissen – wenn sie ein Geheimnis hatte.

Er war immer in ihrem Kopf.

Sie versuchte es dem Mann zu sagen, aber sie weinte einfach nur.

Dann war der Mann plötzlich weg und sie hörte ein lautes, krachendes Geräusch.

Sie drehte sich und sah, dass der Mann in die Wand des Hauses gekracht war.

Malfoy trat ihn so aggressiv, dass man ein knackendes Geräusch hören konnte.

Hermine setzte sich hin und beobachtete.

Malfoy hob den Mann an seiner Kehle hoch und zog ihn nach oben an der Wand, bis sie auf Augenhöhe waren.

„Wie kannst du es wagen?", keifte Malfoy. „Hast du gedacht, dass du damit davonkommen würdest, Montague?"

„Es schien, als ob es dir egal ist, dass sie dir gehört, Malfoy.", keuchte Montague. „Ich hab angenommen, dass es dir nichts ausmachen würde zu teilen, wenn man bedenkt, wie du Astoria zum Spielen raus lässt. Das Schlammblut hätte mir gehören sollen. Du hast dich vorgedrängelt. Ich hab sie gefangen. Sie gehörte mir."

„Sie wird niemals dir gehören.", sagte Malfoy spöttisch, als er eine schnelle Stichbewegung mit seinem Zauberstab ausführte und durch Montagues Oberteil in seinen Bauch schnitt.

Ohne zu zögern oder Montague von dort runter zu lassen, wo er ihn festhielt, rammte Malfoy seine Hand in Montagues Bauchhöhle und fing an seine Organe raus zu ziehen und um seine Faust zu wickeln.

Montague schrie und schlug um sich.

Malfoy zog eine Handvoll seiner Innereien weit genug raus, damit sie im Mondlicht glitzerten.

„Wenn ich dich jemals wieder zu Gesicht bekomme, werde ich dich mit denen hier erwürgen.", sagte Malfoy mit einer tödlich ruhigen Stimme.

Er ließ die Gedärme los, sodass sie wie Uhrenketten vorne an Montague herunterhingen. Malfoy lies das Blut und anderen Flüssigkeiten mit einem Ratzeputz Zauber von seiner Hand verschwinden, als er Montague dabei beobachtete, wie er wegtaumelte, wimmernd und schluchzet und während er versuchte seine Gedärme wieder in seinen Bauch zu stopfen.

Malfoy drehte sich zurück zu Hermine. Sein Gesicht war weiß.

„Du Idiot – wieso bist du heute Nacht nach draußen gegangen?"

Hermine saß gemütlich im Kies und starrte ihn mit großen Augen an.

Sie glaubte sie sollte etwas sagen. Aber – sie war sich nicht sicher, ob sie sich erinnern konnte, was sie sagen sollte.

Etwas über Malfoy – glaubte sie. Das war es was sie dem Mann sagen wollte. Montague.

„Malfoy, kommt immer für mich zurück.", flüsterte sie.

Er starrte sie an, sein Kiefer angespannt und seine Hände für einige Sekunden zu Fäusten geballt, bevor es so schien, als ob er etwas hinunterschluckte.

„Was hat er mit dir gemacht.?", sagte er mit einer tiefen Stimme, als er sich vor sie hinkniete.

Er probierte mehrere Gegenzauber an ihr aus, bevor einer plötzlich wirkte und die Realität wie Eiswasser auf Hermine hereinbrach.

Ein erstickender Schluchzer brach aus ihr heraus und sie schlang ihre Arme um sich selbst. Ihre Roben hingen nur noch in Fetzen und die konnte die Bisswunden auf ihrem ganzen Körper spüren. Sie konnte nicht aufhören zu zittern.

Malfoy kniete neben ihr, völlig ausdruckslos. Er steckte vorsichtig seinen Arm aus und nahm ihren Arm.

„Komm wir machen dich wieder sauber."

Mit einem Plop Geräusch tauchen sie wieder in ihrem Zimmer auf und er drückte sie sanft nach unten, sodass sie auf der Kante ihres Bettes saß, bevor er sich umdrehte und in das Badezimmer nebenan lief.

Es herrschte eine lange Stille, bevor er einige Minuten später wieder rauskam, er trug eine Waschschüssel mit nassen Tücher, die er ihr reichte. Hermine hatte aufgehört zu schluchzen und sie hatte immer wieder Schluckauf, als sie versuchte nicht zu weinen oder zu hyperventilieren.

Malfoy drehte sich um und starrte aus dem Fenster, als sie versuchte den ganzen Kies und Dreck abzuwischen, der an dem Blut in den vielen Bissen über ihrem Körper verteilt klebte. Manche waren so tief, dass sie eher wie tiefe Krater, als wie Zahnabdrücke aussahen. Sie fühlte wie das Blut aus ihnen ihren Oberkörper hinab lief. Ihre Hände zitterten so sehr, dass ihr das Tuch immer wieder in den Schoß viel.

Sie hörte ein irritiertes Zischen und plötzlich schnappte sich Malfoy das Tuch aus ihrer Hand. Sie schreckte zurück.

„Ich werde dir nicht weh tun.", sagte er mit angespannter Stimme und setzte sich neben sie aufs Bett. Er streckte langsam seine Hand aus und drehte sie and er Schulter leicht zu ihm, um den Schaden zu betrachten.

Sein Kiefer spannte sich an, als er sie anstarrte.

Er bewegte sich langsam, so als ob sie ein verschrecktes Reh wäre, er fing an ihren Schultern an. Er wischte vorsichtig das Blut weg und murmelte Zauber, um die Wunden zu verschließen. Sie versuchte nicht jedes Mal zusammenzuzucken, als er die berührte. Er arbeitete sich über ihre Schultern ihren Nacken nach oben. Bevor er sich den schlimmsten widmete; die sich auf ihren Brüsten befanden.

Seine Lippen waren zu eine dünnen Linie zusammengepresst, als er anfing sie zu heilen. Manche waren so tief und zerklüftet, dass es mehrere Sprüche brauchte, um sie zu heilen. Sein Ausdruck war sachlich und aufmerksam als er arbeitete. Hermine beobachtete ihn, sie war immer noch nicht dazu in der Lage, das Zittern aufzuhören.

Er hatte sie bis dahin kaum angefasst. Abgesehen von dem minimalen Kontakt, als er versucht hat sie zu schwängern, die einzigen Male als er die berührt hat war, als er sie davon abgehalten hat sich von der Brüstung zu stürzen, oder wenn er mit ihr appariert ist.

Er arbeitete effizient, schlussendlich rückte er von ihr ab und schaute weg.

„Noch irgendwo anders?", fragte er.

„Nein.", sagte Hermine mit angespannter Stimme, sie zog ihre zerfetzten Roben um sich herum und umarmte sich selbst.

Er schaute sie für einen Moment an, so als ob er abwog, ob sie die Wahrheit sagte oder nicht. Dann lies er die Waschschüssel mit Blut und Wasser verschwinden und stand auf.

„Ich werde dir einen Beruhigungstrank und den Schlaftrunk für Traumlosen Schlaf für die nächste Woche schicken lassen.", sagte er. „Ich bin mir sicher du hast gehört, dass ich für die nächsten Tage weg gehen werde. Du – solltest in deinem Zimmer bleiben, bis ich wiederkomme."

Hermine sagte nichts. Sie klammerte sich an ihren Roben fest und zog sie enger um sich herum, während sie auf den Boden schaute. Sie konnte seine Schuhe sehen, die neben ihr standen. Dann drehte er sich um und ging aus dem Zimmer, er schloss die Tür hinter sich.

Hermine saß weiterhin wie erstarrt für einige Minuten da. Dann stand sie auf und ging ins Badezimmer. Sie ließ ihre Roben und das Kleid fallen, als sie dem Wasser dabei zuschaute, wie es die Badewanne füllte.

Sie ließ die Klamotten einfach auf dem Boden liegen und hoffte, dass die Hauselfen sie einfach verbrennen würden, anstatt sie zu reparieren.

Das Wasser verfärbte sich rot von all den Blutresten an ihr und sie ließ es ab und füllte die Wanne erneut, die schrubbte sich, bis sich ihre Haut wund anfühlte.

Sie konnte noch immer spüren, wie sich Montagues Zähne in ihr vergruben. Die Haut, die Malfoy geheilt hat, war immer noch neu und sehr empfindlich. Sie kämpfte gegen den Drang an sie sich aufzukratzen.

Sie saß in der Badewanne und weinte, bis das Wasser kalt wurde und sie das Zittern anfing.

Sie kletterte aus der Wanne und wickelte ein Handtuch um sich als sie zögernd zu ihrem Bett zurücklief. Zwei Fläschchen mit einem Trank standen auf ihrem Nachttischchen. Die trank den Schlaftrunk für Traumlosen Schlaf und krabbelte ins Bett.

Am nächsten Morgen blieb sie im Bett liegen. Es gab keinen Grund aufzustehen.

Sie wollte sich nicht bewegen. Sie wollte nicht nachdenken. Sie wollte einfach noch eine Dosis des Schlaftrunks für Traumlosen Schlaf. Egal wie sehr sie es auch versuchte, sie konnte nicht mehr einschlafen. Sie nahm den Beruhigungstrank und spürte wie sich der Knoten des Horrors in ihre Magen sich leicht löste und sie lag zusammengerollt in ihrem Bett.

Sie konnte ihre Gedanken nicht abschalte.

Ihr Verstand war nie leise. Es gab immer irgendwelche Erkenntnisse, Schuld und Trauer; irgendetwas zum von dem sie besessen war oder um das sie sich Sorgen machte.

Montague... sie wollte nicht mal über Montague nachdenken.

Es gab nur weniges von der Nacht zuvor, dass nicht furchteinflößend war.

Sie hatte irgendwie angenommen, dass die Situation für alle Mädchen im Züchtungsprogramm die gleiche war. Dass wem auch immer sie zugeteilt wurden, er sie gleich behandeln würde, wie sie auch behandelt wurde. Klinisch. Hauptsächlich in Ruhe gelassen. Die Befruchtungsversuche komplett ohne Lust für beide Partien.

Aber das war offenbar nicht der Fall. Im Nachhinein war es offensichtlich, dass die Leihmütter nie für diesen Zweck angedacht waren. Heilerin Stroud denkt vielleicht, dass das magisch-genetische Züchtungsprogramm etwas Seriöses ist, aber im Wesentlichen und viel wichtiger, war es eine Ablenkung. Es machte ein Spektakel aus den Todessern, aber es war auch eine Art Bestechung. Die Leihmütter waren Sexsklaven.

Hermines Erkenntnis kam mit einem bitteren Beigeschmack, sie ist so sehr von ihrer eigenen Situation eingenommen worden, dass ihr gar nicht in den Sinn gekommen war, wie viel schlimmer es für die anderen sein könnte.

Es hat offensichtlich schon immer so sein sollen. Kein BH. Keine Unterhosen. Die Art wie die Knöpfe an ihren Kleidern mit der leichtesten Bemühung abrissen.

Zugänglich.

Die Todesser waren dazu verpflichtet sie an ihren fruchtbaren Tagen zu vergewaltigen, aber die Anweisungen haben nie darauf hingewiesen, dass es nur auf die fruchtbare Periode beschränkt sein musste.

Sie hat irgendwie – Glück – gehabt, dass sie Malfoy zugeteilt wurde?

Er schien unpersönlich vorzugehen, wenn er sie benutzte.

Vielleicht einfach nur weil Voldemort sie intakt haben wollte, bis ihre Erinnerungen zurückkamen. Vielleicht war es ihm nicht erlaubt ihr wehzutun, oder sie so zu vergewaltigen, wie er es gerne hätte.

Aber – das passte nicht. Es schien, als ob er kein Interesse daran hätte. Es war nicht so, als ob er sich zurück hielt. Er schien immer der darauf bedacht zu sein, es so schnell wie möglich hinter sich zu bringen. Um von ihr weg zu kommen. Sie war eine lästige Pflicht für ihn.

Kann es sein, dass der Hohe General die am wenigsten unmenschliche Person in Voldemorts Regierung war?

Das passt aber irgendwie auch nicht. Nicht, nachdem sie gesehen hat, was er mit Montague gemacht hat. Zu beobachten, wie er lässig dastand, als er Montagues Innereien mit seinen bloßen Händen herausgeholt hat, war furchteinflößend.

Die Sachlichkeit.

Die Leichtigkeit.

Malfoy hatte genügend Brutalität in sich. Sie köchelte direkt unter der Oberfläche, wartete darauf rausgelassen zu werden.

Vielleicht war Vergewaltigung nicht sein Ding.

Ein seltsamer Gedanke, aber der einleuchtendste, den sie finden konnte. Er hasste es sie anzufassen; er vermied es so viel wie möglich.

Anscheinend war Malfoy kein komplettes Monster.

Nicht das es von Bedeutung wäre. Nichts davon war von Bedeutung. Nichts davon ist jemals von Bedeutung gewesen.

Es war das gleiche wie ihre Feststellung, das Voldemort am Sterben war. Fest zu stellen, das es für die anderen Mädchen schlimmer war, machte keinen Unterschied. Hermine konnte nichts dagegen tun.

Selbst wenn sie wie durch ein Wunder einen Weg finden würde, um abzuhauen, und das alleine war schon fast unmöglich, dann würde sich nicht Halt machen können, um jemand anderen auch noch zu retten. Sie müsste rennen. Sie würde rennen und rennen müssen. Das beste was sie tun könnte, wäre denjenigen zu finden der vom Orden noch übrig war und zu schauen, ob er einen Weg hatte, um alle anderen zu retten. Aber wenn es tatsächlich so etwas geben sollte, dann hätte es der Orden schon längst gemacht. Mit Sicherheit hätte der Orden die Leihmütter nicht so lange dort gelassen, wenn es einen Weg geben würde sie zu retten.

Hermine konnte sich niemand anderen vorstellen außer sich selbst der noch übrig sein könnte. Wenn sie die Informationen hatte, von denen Voldemort und Malfoy zu denken schienen, dass sie sie besaß, dann wäre die einzige Sache, die sie tun konnte, dass sie die Informationen von ihnen fernhielt.

Sie musste abhauen.

Ihr lief die Zeit davon.

Es schien, wie ein reines Wunder, dass sie noch nicht schwanger war. Sie war sich sicher gewesen, dass sie nach dem Fruchtbarkeitstrank schwanger sein würde.

Wenn sie einmal schwanger war –

Hermine fühlte sich, als ob sie nicht atmen konnte. Ihre Brust und ihre Kehle schnürten sich zu und sie fing das Zittern an, als sie versuchte nicht zu weinen.

Ihre Chancen abzuhauen fühlten sich jetzt schon extrem gering an. Wenn sie erst einmal schwanger war, würden sie praktisch nicht mehr existieren und sie würden nur kleiner und kleiner werden mit jedem weiteren Tag, der verging.

Sie konnte ja noch nicht mal über das Feld oder auf offenen Straßen laufen. Eine Flucht mit den zusätzlichen und sich entwickelnden Hindernissen, die eine Schwangerschaft mit sich bringen würden, wäre unmöglich.

Wenn sie erst einmal das Kind geboren hatte, würde Malfoy das Kind aus ihren Armen reisen (angenommen, dass er sie es halten lassen würde), dann würde er Hermine zu Voldemort bringen und er würde sie umbringen und sie würde von Voldemorts abscheulichen Pythons gefressen werden und ihr Baby würde allein gelassen werden in Malfoys schrecklichen Haus und von ihm und seiner schrecklichen Frau aufgezogen werden...

Hermines Brust bebte und bevor sie sich davon abhalten konnte, begann sie heftig zu schluchzen, so dass sie fast erstickte.

Selbst wenn sie entkommen würde, würde Malfoy niemals aufhören nach ihr zu suchen.

Es gab keinen Weg zu entkommen. Jede Idee, die ihr einfiel, ging schlussendlich nicht auf. Sie war wie ein Insekt, das auf einem Brett festgenagelt wurde.

Das Anwesen war ein perfekter Käfig.

Außer sie konnte Malfoy wie durch ein Wunder davon überzeugen, sie gehen zu lassen...

Es gab einfach keinen Weg.

Sie war sich nicht mal sicher, ob er sie weglaufen lassen könnte, selbst wenn er wollte. Es lag etwas in der Art, wie er die Fesseln ab und zu ansah, das Hermine glauben ließ, dass er nicht wusste, wie man sie entfernte.

Er konnte sie nur umbringen. Und das hatte er eh schon vor.

Sie drehte sich auf den Rücken und starrte in Verzweiflung nach oben an den Baldachin.

Es gab keinen Ausweg. Sie würde bald schwanger sein.

Sie würde niemals entkommen.

Die Welle der Depression ließ sie schlussendlich einschlafen.

Hermine ging kaum aus dem Bett für die nächsten paar Tage.

Sie starrte gerade nach draußen aus dem Fenster, als die Tür ihres Zimmers plötzlich explodierte und Astoria herein stürmte, den Zauberstab in einer und eine Zeitung in der anderen Hand.

Hermine sprang sofort auf und Astoria stoppte. Sie starrten sich für eine Minute einfach an.

Astoria war nicht mehr auf Hermine zugekommen, seit der Nacht als sie Hermine zu Malfoys Zimmer geführt hatte. Hermines Finger zuckten nervös. Astoria musste wegen Montague hier sein.

„Komm her Schlammblut.", wies Astoria sie mit schneidender Stimme an.

Hermine durchquerte widerstrebend das Zimmer und stand nur noch einen halben Meter von Astoria entfernt. Ihr Herz schlug ihr bis zu Hals und sie hatte das starke Gefühl, dass die Unterhaltung, die sie gleich haben würden, nicht gut enden wird.

Astoria war weiß. Gereizt. Sie war makellos angezogen und hergerichtet, aber sie hatte etwas aufgelöstes an sich. Die Ohrringe, die sie anhatte, wackelten leicht und ihre Augen waren zu Schlitzen verengt, als sie Hermine anstarrte.

„Ich weiß das du herumschnüffelst. Hast du diesen Artikel gesehen?", sagte Astoria und hob die Zeitung so an, dass Hermine das Bild auf der Titelseite sehen konnte.

Hermine ist so depressiv gewesen, dass sie seit der Party nicht mal den Tagespropheten gelesen hat. Ich Blick viel nach unten und sie betrachtete das Bild und ihre Augen weiteten sich.

Auf der Titelseite des Tagespropheten war ein Bild von Malfoy, wie er gelassen Graham Montague, in der Mitte des St Mungos Wartebereiches, den Bauch aufschlitzte.

Hermine konnte nur für einen kurzen Moment darauf starren, bevor Astoria ihre Hand wegzog und die Zeitung in der Hälfte faltete.

„Ich muss zugeben.", sagte Astoria mit einer unnatürlich ruhigen Stimme. „Als ich das erste Mal die Neuigkeiten gehört habe, dass Draco Graham öffentlich umgebracht hat, habe ich gedacht, dass er es endlich bemerkt hat."

Astorias Lippe zuckte und sie schaute von Hermine weg.

„Ich habe versucht die perfekte Ehefrau zu sein, als ich ausgewählt wurde.", sagte Astoria. „Draco Malfoys Ehefrau. Man konnte wirklich nichts damit vergleichen. Der mächtigste General in der Armee des Dunklen Lords. All die andern Mädchen waren eifersüchtig. Natürlich war es arrangiert, aber ich dachte, dass er irgendwann bemerken würde, dass ich die richtige für ihn bin. Dass ich eine Gute Ehefrau bin. Ich habe alles gemacht. Ich bin jedem Vorstand beigetreten, sogar Wohltätigkeitsveranstaltungen. Ich war die perfekte Ehefrau. Ich war perfekt. Aber es hat ihn nie interessiert."

Astoria zuckte mit den Schultern und gestikulierte wahllos mit ihrer Zauberstab Hand. Ihre Fingernägel waren silbern angelmalt und reflektierten das Licht.

„Die Leute wussten es nicht, aber er hat nicht einmal hier gelebt. Wir haben geheiratet und er – er hat mich einfach in diesem Haus zurückgelassen. Er hat mir nicht mal eine Tour durch das Haus gegeben. An unserem Hochzeitstag hat er mich hergebracht und mich im Foyer stehen lassen; er hat sich nicht mal die Mühe gemacht es zu vollenden, bis ich fruchtbar war. Und dann – als die Heiler feststellten, dass ich unfruchtbar war – Draco kam gar nicht mehr hier her. Er ist einfach – verschwunden. Ich wusste nie, wo er war. Ich konnte ihn nicht kontaktieren. Ich dachte vielleicht könnte ich seine Aufmerksamkeit bekommen, indem ich ihn eifersüchtig machte, aber es interessierte ihn nie was ich tat. Und so – hab ich angenommen, dass das einfach eine Art war."

Die Verbitterung in Astorias Ausdruck zog sich über ihr Gesicht und verwandelte sie gleichzeitig in etwas Hässliches und Furchterregendes.

„Aber dann kamst du.", Astorias Stimme zitterte vor Verbitterung. „Und dann zog er ein und hat das ganze Anwesen auf den Kopf gestellt, um es mit Schutzzaubern zu belegen und es sicher zu machen. Er ist auf Spaziergänge mit dir gegangen und hat die eine Tour durchs Haus gegeben."

Hermine starrte sie mit offenem Mund an, um sie darauf hinzuweißen, dass Malfoy angewiesen wurde diese Dinge zu tun.

„Sei still! Ich will nichts von dir hören.", sagte Astoria schnippisch, und entblößte ihre Zähne.

Die Zeitung war zusammengeknüllt in Astorias angespannter Faust und qualmte leicht.

„Und dann hat Graham angefangen mir Aufmerksamkeit zu schenken.", sagte Astoria, ihre Stimme zittere, als ob sie versuchte Tränen zurückzuhalten. „Er war so sympathisch und leistete mir Gesellschaft auf all den Veranstaltungen, auf denen Draco nie auftauchte. Er wollte alles sehen was ich geschafft habe und bemerkte all die Dinge, die ich getan hatte, um Draco zu beeindrucken. Er wollte, dass ich ihn auf dem Anwesen herumführe, um zu sehen, wie ich es dekoriert hatte. Es war seine Idee eine Neujahres Feier hier auf dem Anwesen zu feiern. Und Dinner Partys. Und sogar die Frühlingsanfangs Parts auf der Veranda des Nordflügels. Er war spezifisch, dass es auf der Seite des Nordflügels stattfinden sollte..."

Astorias Stimme verlor sich und sie starrte für ein paar Sekunden aus dem Fenster.

„Als ich gehört habe, dass Draco Graham umgebracht hat, habe ich gedacht, ‚Draco hat es endlich bemerkt, er war davor nur zu beschäftigt gewesen.' Aber dann fiel es mir auf – Graham kam das erste Mal, eine Woche nachdem der Tagesprophet den abscheulichen Artikel, darüber geschrieben hat, dass du hier lebst, auf mich zu. Er wollte unbedingt, dass wir hierherkamen und nicht in ein Hotel gingen oder in sein Stadthaus. Er war sehr beharrlich. Er wollte das Anwesen sehen, das Haus. Alle Zimmer, selbst wenn wir durch Zauber brechen mussten, um hinein zu kommen. Und dann ist es mir aufgefallen, wie Graham immer wieder mal verschwand; während der Neujahres Party und den Dinner Partys und der Garten Feier. Er verschwand... immer wieder."

Astoria verstummt für einige Sekunden. Hermine erschauderte, sie war nicht dazu in der Lage zu sprechen; nicht dazu in der Lage die Dinge richtig zu stellen. Sie wusste nicht, ob es überhaupt einen Unterschied machen würde, wenn sie es könnte.

„Es war wegen dir.", sagte Astoria schließlich. „Graham ist hier her gekommen wegen dir. Draco hat ihn umgebracht, wegen dir. Graham hat mich nur benutzt! Er hat mich benutzt, um an dich ranzukommen!"

Astoria schmiss die Zeitung auf den Boden. Sie Seiten breiteten sich auf dem Holzboden aus und zeigten Malfoy, wie er Graham Montage eiskalt ermordete, in einer schwarzweißen, endlosen Wiederholung.

Draco Malfoy tötet öffentlich anderen Todesser!

„Warum interessieren sie sich für dich?", fragte Astoria, sie kam auf Hermine zu und drückte ihren Zauberstab fest an Hermines Kehle. „Was ist an dir so besonders, dass Draco hier einzieht, in dieses Haus, dass er so offenkundig hasst? Dass Graham Monate damit verbrachte mich zu benutzen, um an dich ranzukommen? Warum schert sich überhaupt irgendjemand um ein Schlammblut? Warum denk jeder, dass du so wichtig bist?"

Das Glitzern in Astorias Augen, als sie Hermine anfunkelte, war verstörend.

Hermine öffnete ihren Mund und Astoria schlug ihr ins Gesicht.

„Ich will keine Erklärungen von dir hören.", keifte Astoria. „Ich habe dich gewarnt. Ich hab dir gesagt, dass du mir keine Probleme bereiten sollst."

Astoria bewegte plötzlich ihren Zauberstab nach oben in Hermines Gesicht zu ihren Augen. Hermines Brust zog sich zusammen und sie riss ihr Gesicht weg.

„Weist du.", sagte Astoria mit einem zitternden, trällernden Unterton in der Stimme, sie packte Hermines Kinn. „Marcus sagt, dass er es kaum aushalten kann seine Leihmutter anzuschauen, weil das Loch ihrem Kopf so widerlich aussieht. Vielleicht würde Draco weniger Zeit damit verbringen von dir besessen zu sein, wenn du zwei davon hättest."

Hermine stolperte nach hinten.

„Steh still.", befahl Astoria.

Hermine erstarrte und Astoria kam näher.

Malfoy würde kommen. Malfoy würde kommen. Malfoy würde kommen.

Malfoy war in Rumänien.

Astoria packte Hermine wieder am Kinn.

„Mach deine Augen weiter auf, Schlammblut.", befahl Astoria.

Hermine konnte spüren, wie sie das Zittern anfing, als sich ihre Augen weiteten.

„Bitte... nicht!"

„Halt den Mund.", sagte Astoria kalt, als sie Hermines Gesicht näher zu sich zog. Astoria presste die Spitze ihres Zauberstabes in den äußeren Augenwinkel von Hermines linkem Auge; sie drückte die Spitze nach hinten in ihre Augenhöhle. Sie grinste höhnisch in Hermines Gesicht. „Ich hoffe, dass ich hier bin, wenn Draco dich das nächste Mal sieht. Selbst wenn er mich umbringt, die Genugtuung wird es wert sein."

Hermine versuchte ihr Gesicht wegzuziehen und Astoria zog ihren Zauberstab kurz zurück, um sie mit einem schnellen Zauber bewegungslos zu machen, Hermine erstarrte an Ort und Stelle, bevor sie ihren Zauberstab wieder gewaltsam in die Seite von Hermines Auge rammte.

Der Schmerz in Hermines Auge nahm immer mehr zu, sie konnte spüren, wie ihr Augapfel kurz davor war herausgerissen zu werden. Ihr ganzer Körper zitterte und sie konnte sich nicht bewegen.

Das Geräusch ihres panischen Atems bahnte sich einen Weg durch die surreale Realisation, dass Astoria Malfoys Gesicht, vielleicht das letzte sein würde, was sie jemals sehen würde. Sie hörte ihren eigenen erstickenden Schrei, als sie spürte, wie etwas in ihrem Auge nachgab und ihre Sicht einseitig wurde.

Plötzlich war da ein krachendes Geräusch in der Ferne, so abrupt, dass das ganze Haus erbebte. Astoria zuckte vor Überraschung zusammen aber hörte nicht auf.

„Expelliarmus!", stieß Malfoy wütend hervor, als er wie aus dem Nichts auftauchte.

Der Zauberstab, der sich immer tiefer in Hermines Auge gegraben hat, verschwand und Astoria wurde durch das Zimmer geschleudert und schlug mit einem widerlichem Krachen gegen eine der Wände, bevor sie auf den Boden fiel.

Hermine blieb weithin mit ihren offenen Augen starr auf der Stelle stehen, sie schluchzte hysterisch, bewegungslos wo Astoria sie zurückgelassen hatte.

Malfoy eilte zu Hermine, er setzte den Bewegungslos Zauber außer Kraft. Hermine brach auf dem Boden zusammen. Malfoy kniete sich vor sie hin und drehte ihre Gesicht zu sich nach oben. Sein Gesicht war blass, eiskalt und sein Ausdruck wurde noch erschrockener, als er ihr Gesicht sah.

Er führte einen Diagnostik Spruch über ihr aus. Nach einer Minute schluckte er und atmete ein paar Mal tief ein und aus, um sich zu beruhigen.

„Dein Auge ist halb aus der Augenhöhle herausgerissen und du hast eine tiefe Stichwunde im weißen Teil deines Auges.", sagte er schließlich. „Was sind die Zauber, um es zu reparieren?"

Hermine starrte ihn benommen an. Weinend. Ihr Gesicht verzogen sich, als sie in seiner Hand zitterte und sie spürte, wie sich ihre Tränen an seinen Fingern sammelten. Sie konnte ihn durch ein Auge sehen aber die linke Seite war nur dunkle Verschwommenheit.

Sie konnte nicht aufhören zu weinen und zu zittern, als sie zu Malfoy aufblickte.

Sie wusste, dass sie die Antwort auf seine Frage wusste, aber sie konnte sich nicht daran erinnern. Sie konnte nur die Stelle spüren, an der Astoria in ihr Auge gestochen hatte.

Sie konnte nicht sehen...

Malfoy sog scharf die Luft ein und sein Ausdruck verhärtete sich als er sie noch genauer betrachtete.

„Du musst dich beruhigen, damit du mir sagen kannst, wie man es heilt.", sagte Malfoy. Der Befehl war deutlich herauszuhören.

Hermine erstickte einen Schluchzer und versuchte zu atmen. Die wollte ihre Augen schließen, aber die konnte nicht, weil Astoria versucht hatte, eines davon herauszureißen.

Sie schnappte ein paar Mal abgehackt nach Luft und versuchte sich zu fassen. Dann brachte sie sich selbst dazu auf die Diagnostik Abbildung zu schauen, die noch immer vor Malfoys Zauberstab zu sehen war.

Sie war eine Heilerin. Jemand hatte ihr Auge verletzt. Sie musste effizient arbeiten, wenn sie ihr Sehvermögen behalten wollte.

„Für eine durchstoßene Sklera.", sagte sie mit wackeliger Stimme, sie brachte ihren Verstand dazu sich zu fokussieren, als sie versuchte sich zu erinnern, während sie das Abbild analysierte. Malfoy hatte eine detaillierte Diagnostik ausgeführt und sie konnte sehen, dass der Schaden umfassend war. „Sklera Sanentur. Du musst es rhythmisch sagen, fast singend. Und bewege die Spitze deines Zauberstabes über dem Einstich."

Malfoy wiederholte die Bewegung und den Rhythmus und sie nickte kurz. Er machte damit weiter es über ihrem Auge auszuführen. Sie wimmerte leicht, als sie spürte, wie der Einstich anfing zu heilen.

„Und dann – für ein – ein luxiertes linkes Auge.", sagte sie mit einer Stimme, die sich ruhiger anhörte, als sie sich fühlte. „Ist es oculus sinister retreho. Und die Zauberstab Bewegung –"

Sie griff vorsichtig, halb blind nach Malfoys linker Hand und als er sie nicht von ihr weg zog, schloss sie ihre Finger um seine und demonstrierte die filigrane Spiralförmige Bewegung.

„Mach es nicht zu schnell oder du wirst es zu weit zurückziehen.", fügte sie hinzu.

Malfoy nickte.

Hermine spürte, wie ihr Auge wieder an seinen Platz zurück rutschte. Die dunkle Verschwommenheit wurde etwas heller, aber es war noch immer so, als ob die durch ein stark nebeliges Fester schauen würde.

Malfoy führte einen neuen Diagnostik Spruch aus.

„W-wie viel kannst du sehen?", fragte er und drehte ihr Gesicht wieder nach oben zu seinem, seine Fingerspitzen lagen leicht auf ihrem Kinn.

Sie schaute zu ihm nach oben und bedeckte ihr rechtes Auge mit ihrer Hand. Sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von ihrem entfernt.

„Du bist blond. Ich glaube – ich kann sehen, dass du blond bist und wenn ich mich anstrenge kann ich deine Augen und ein bisschen was von deinem Mund erkennen –", ihre Stimme brach durch ein Wimmer ab und sie verschluckte sich fast, als sie wieder das Weinen anfing. Ihre Hand rutschte von ihrem rechten Auge und sie schlug sie über ihren Mund, als sie darum kämpfte nicht zu schluchzen.

„Was muss ich sonst noch machen? Wie kann ich es heilen?", fragte er.

„Diptams.", sagte sie. „Diptams Essenz, ist vielleicht dazu in der Lage den Rest der Verletzung zu heilen. Aber es ist selten. Es wird wahrscheinlich schwierig sein es – rechtzeitig – zu bekommen."

„Topsy!" Malfoy rief sofort die Elfe herbei. „Bring mir Diptams Essenz."

Die Hauselfe verschwand sofort wieder.

Malfoys Hände verweilten weiter auf ihrem Gesicht, bis sich ihre Schluchzer wieder beruhigten und er sie dann langsam zurückzog.

„Warte hier. Ich muss mich um Astoria kümmern.", sagte Malfoy.

Hermine nickte und wischte sich übers Gesicht, sie bemerkte, dass sie Blut weinte. Sie beobachtete wie Malfoy zu seiner Frau ging und sie vom Boden levitierte und sie in den Stuhl fallen ließ, bevor er einen Diagnostik Spruch über ihr ausübte. Die Unausgeglichenheit in Hermines Sicht machte es schwer etwas zu erkennen, als sie versuchte das Abbild durch das Zimmer zu lesen. Sie glaubte, das Astoria einige gebrochene Rippen und eine Gehirnerschütterung hatte.

Malfoy heilte die Brüche mit geübter Leichtigkeit und blickte dann für einige Minuten auf Astoria hinunter, bevor er sie wieder aufweckte.