Kapitel 24

Er schmeckte nach Feuerwhiskey.

Es war ein bestrafender Kuss. In dem Moment als sich ihre Lippen berührten, presste er ihren Körper gegen seinen. Die Hand um ihre Kehle rutschte nach hinten und zu ihrem Nacken, wo sich seine Finger in ihren Haaren vergruben, als der den Kuss vertiefte. Seine andere Hand legte sich für einen Moment auf ihre Wange, bevor sie ihren Körper entlang wanderte.

Er lehnte ihren Kopf weiter zurück als er sie küsste. Seine Zunge bahnte sich einen Weg in ihren Mund, bevor er sich zurückzog, um an ihrer Unterlippe zu knabbern. Stark genug, sodass es weh tat, aber nicht so, dass es das Bluten anfangen würde. Dann als sie nach Luft schnappte, zog er sich zurück und fing an, an ihrem Nacken entlang zu küssen.

Hermine war vor Schock wie erstarrt. Sie schmolz dahin und war gleichzeitig erstarrt in seinen besitzergreifenden Händen.

Er zog an ihren Klamotten. Sie spürte wie ihre äußere Robe auf den Boden fiel und wie er die obersten Knöpfe ihres Kleides öffnete, als sie kalte Luft des Anwesens sie steifte. Er riss die Knöpfe ab, als er sie entblößte und ihre nackte Haut erkundete.

Er presste sich gegen sie, als er das Kleid von ihren Schultern nach unten zu ihrer Hüfte zog.

Die kalte Luft war beißend auf ihrer Haut und sie spürte wie ihre Nippel in der Kälte hart wurden, als seine Hände nach oben zu ihren Brüsten wanderten und mit ihnen spielte. Sein Mund war in der kleinen Grube zwischen ihrem Hals und ihrer Schulter und er küsste und knabberte seinen Weg entlang ihres Nackens, als er plötzlich eine Stelle erreichte und sie – aufstöhnte.

Sie erstarrten beide.

Malfoy riss sich von ihr los.

Er stand da und schaute sie an. Sie war gegen die Wand gelehnt, halb nackt und – erregt.

Seine Augen waren geweitet, so als ob er sich erst jetzt bewusst wurde, was er getan hatte. Er stand für einige Momente geschockt da, bevor sich seine Maske plötzlich wieder sein Gesicht legte. Sein Ausdruck wurde angespannt und er grinste.

„Anscheinend hast du deinen Platzt akzeptiert.", sagte er mit einem anzüglichen Grinsen.

Dann drehte er sich auf dem Absatz um und verschwand in der Dunkelheit.

Hermine stand geschockt da. Sie fror und spürte wie das kalte Gefühl der Verheerung sich in ihr ausbreitete.

Sie war – sie ist ... empfänglich gewesen. Für Malfoy.

Ihre Willigkeit ist nicht durch die Fesseln erzwungen worden. Es ist ihr nicht mal in den Sinn gekommen ihn wegzudrücken. Es ist ihr nicht in den Sinn gekommen es nicht zu wollen.

Er hat sie geküsst und sie – hat ihn gewähren lassen. Sie hat sich nicht angeekelt gefühlt. Es hat etwas Einsames und Verlangendes in ihr angesprochen. Berührt zu werden. Jemand mit warmen Händen der sie liebkoste. Es war ein Verlangen, das durch jeder Faser ihres Körpers gewoben war.

Gefangen auf dem Anwesen, klammerte sie sich an jedes Fünkchen Nettigkeit, dass sie finden konnte.

Aber es war keine Nettigkeit.

Malfoy war nicht nett; er war einfach nur grausam. Er war nicht so schrecklich wie er es vielleicht sein könnte. Er besaß einen spärlichen Funken Anstand.

Anscheinend war in ihrem gebrochenen Verstand, das Fehlen von Grausamkeit, ein ausreichender Trost. Für ihr verhungerndes Herz war es genug.

Ein erstickter Schluchzer bahnte sich einen Weg aus ihrer Kehle und sie sammelte ihre Roben um sich selbst und floh zurück in ihr Zimmer.

Sie riss die Türen ihrer Kommode auf, nahm sich ein neues Set Roben heraus und knöpfte sie so schnell sie konnte zu. Dann schlang sie ihre Arme um sich, für ein zusätzliches Gefühl von Sicherheit. Von Anstand.

Sie war besser als das.

Sie würde sich nicht von ihren psychologischen Überlebensinstinkten hinters Licht führen lassen, um sich in ein Monster zu verlieben; um die Aufmerksamkeit von einer Person zu wollen, die für den Beginn des Krieges verantwortlich war; um empfänglich zu sein für einen Mann, der ihre Freunde umgebracht hatte.

Sie würde es ihrem Verstand nicht erlauben, sich in ihren Vergewaltiger zu verlieben, nur aus dem Grund, weil er nicht ein so großes Monster war, wie er es sein könnte.

Sie konnte nicht. Sie würde nicht.

Würde nicht.

Würde nicht.

Sie konnte es ertragen von ihrem Körper verraten zu werden. Aber sie würde es nicht zulassen, von ihrem Verstand verraten zu werden.

Sie würde lieber verrückt werden.

Sie musste von dem Anwesen runter kommen.

Sie legte ihre Hand gegen die Fensterscheibe und starrte verzweifelt über die monderleuchteten Ländlichkeiten.

Dann zog sie ihren Kopf zurück und schlug ihn so fest sie konnte gegen das Glas.

Sie unkaputtbare Glasscheibe zerbrach nicht. Sie konnte es nicht.

Sie schmiss ihren Kopf noch einmal dagegen.

Und noch einmal.

Und noch einmal.

Blut strömte in ihre Augen, aber sie machte weiter.

Wieder.

Und wieder.

Ein Arm schloss sich um ihre Hüfte und eine Hand schloss ich um beide ihre Handgelenke, als sie vom Glas weggezogen wurde.

Sie kämpfte. Versuchte ihre Hände loszureißen. Die grub ihre Zehen in die Furchen des Holzbodens, um sich abzustoßen.

Schluchzend.

„Granger. Hör – Hör auf." Malfoys Stimme war ganz nah an ihrem Ohr.

Sie kämpfte vergeblich darum sich zu befreien, während sie schluchzte und schluchzte.

Sie hatte es so satt, verletzt und alleine zu sein. Sie wollte nicht mehr. Wenn sie weiter in diesem Haus existieren würde, würde sie versuchen Trost zu finden. Irgendetwas, um nicht kalt und für immer alleine zu sein.

Sie wollte berührt werden. Sie wollte sich sicher fühlen, auch wenn es nur eine einfache Illusion war. Sie wollte es –

Aber sie konnte es nicht.

Sie würde sie alle nicht so hintergehen. Harry. Ron. Minerva. Ginny...

Sie würde sich selbst nicht so hintergehen.

„Ich kann nicht – kann nicht –" Sie schluchzte und versuchte sich wieder loszureißen.

„Tu dir nicht weh. Granger, das ist ein Befehl. Tu dir nicht selbst weh." Malfoy knurrte die Anweisung, als er sie weiter vom Fenster wegzerrte.

Sie kämpfte weiter.

„Stopp."

Die Anweisung klang bissig.

„Hör auf zu versuchen dich körperlich zu verletzen." Seine Stimme zitterte.

Sie spürte wie die Fesseln um ihre Handgelenke heiß wurden, als er sie aktivierte und sie kämpfte gegen die Magie an.

„Nein –!" Sie schluchzte, als sie spürte wie die Magie mehr wurde, bis sie fast davon erstickt wurde und ihr Körper schlapp wurde.

Sie fiel gegen Malfoy. Er ließ ihre Handgelenke los und legte seinen Arm eng um ihre Schulter, als ob er erwartete, dass sie sich plötzlich wieder gegen das Fenster schmeißen würde.

Sie blieb einfach für ein paar Minuten, zitternd und weinend in seinen Armen. Blut floss an ihrem Gesicht entlang und tropfte von ihren Lippen über ihr Kinn auf den Boden.

„Also –", sagte er mit angespannter Stimme nach ein paar Minuten. „Wie ich sehe hast du einen Weg um die Fesseln gefunden."

Das hatte sie wohl, realisierte sie stumpfsinnig, während sie an ihm hing.

Die Zwänge existierten in ihrem Verstand. Die Anweisung ist es gewesen, sich nicht selbst zu verletzen, aber sie hat keinen spezifischen Unterschied zwischen psychischen und körperlichen Verletzungen gemacht. Also – in einem ausreichendem Zustand der geistigen Qual – war sie dazu in der Lage die zu umgehen. Sie wurde so oder so verletzt; sie konnte ihren Verstand nicht davon abhalten weh zu tun und verletzt zu werden. Der Zwang wurde annulliert.

Es war in ihrem Kopf.

Die Interpretation der Zwänge ist schon immer das gewesen, was sie eingeschränkt hat. Der Befehl leise zu sein: sie hat es so interpretiert, dass Malfoy es ihr nicht gestattete ohne Erlaubnis zu sprechen, weil sie angenommen hatte, dass dies seine rachsüchtige Art war. Also hat sie nicht sprechen können. Wenn sie es als etwas einfacheres interpretiert hätte, wie nicht laut zu sprechen, dann hätte sie sprechen können; außer Malfoy hätte den Zwang mehr eingeschränkt und spezifiziert.

Die Zwänge wurden darauf begründet bewussten Ungehorsam zu vermeiden.

Wenn sie nicht über die Tatsache nachdachte, dass die ungehorsam war, wenn sie instinktiv reagierte oder sprach, ohne nachzudenken, ist sie immer dazu in der Lage gewesen die Zwänge zu umgehen. Es ist ihr einfach nur nicht aufgefallen.

„Ich nehme an das habe ich.", sagte sie leise, sie stellte sich wieder selbständig hin.

Seine Hände ließen von ihr ab. Etwas in Hermine zog sich zusammen, als der Kontakt abbrach.

Er drehte sie zu sich und benutzte einen Spruch, um das ganze Blut aus ihrem Gesicht verschwinden zu lassen und er benutzte einen Heilungszauber, wo ihre Haut aufgeplatzt war. Ihr Kopf pochte an der Stelle, wo sie ihn gegen die Scheibe geschlagen hatte.

„Warum?", frage Malfoy sie mit angespannter Stimme. „Warum das plötzliche Verlangen soweit zu gehen?"

Sie schaute ihn an. Sie standen nur wenige Zentimeter voneinander entfernt. Seine stählernen, grauen Augen beobachteten sie aufmerksam. Er hat einen Nüchternheitstrank genommen, seit er sie geküsst hatte; sie konnte ihn in seinem Atem riechen.

„Warum nicht?", sagte sie mit wehmütiger Stimme. „Die Möglichkeiten sind schon immer Flucht oder Tod gewesen."

„Aber das hier war das erste Mal, dass du versessen genug gewesen bist, um es tatsächlich zu tun. Warum heute und nicht gestern oder der Tag an dem ich nach Frankreich gegangen bin?"

Also hatte er bemerkt, dass sie ungewollt, mehr akzeptierend geworden ist. Hermines Mund zuckte und sie wandte ihr Gesicht ab, sie presste ihre Wange gegen ihre Schulter.

Rede nicht mit ihm. Er ist nicht dein Freund.

„Ich muss nicht mit dir reden, um die Antwort zu erhalten.", sagte er nach einigen Minuten. „Auch wenn ich annehme, dass du es bevorzugen würdest. Unsere Legilimentik Sitzung ist sowie so überfällig."

Hermine kniff ihren Mund zusammen, aber ihre Augen huschten zu ihrem Bett. Sie wollte nicht wieder auf einem Bett vor ihm liegen. Wenn er in ihre Erinnerungen eindringen würde, würde er sehen, wie hoffnungslos einsam sie war. Wie wichtig er ihr geworden war.

Wenn sie seine Frage beantwortete, hatte sie wenigstens etwas Kontrolle über die Art, wie sie es erzählen würde.

Sie öffnete ihren Mund ein paar Mal und hatte Schwierigkeiten damit, wo sie anfangen sollte. Ihr war so kalt, dass ihre Haut wehtat. Sie umarmte sich selbst, und rieb sich langsam über die Arme.

„Ich glaube ich fange an Stockholm Syndrom zu bekommen.", sagte sie schlussendlich leise. „Es ist eine Muggel Psychologische-Störung. Ich nehme an man könnte es einen Überlebensinstinkt oder Verarbeitungsmechanismus nennten."

Sie wurde still und blickte zu Malfoy. Er war ausdruckslos, anscheinend erwartete er, dass sie es weiter ausführte. Sie wandte sich wieder ab.

Er seufzte irritiert. „Also machen wir es auf den harten Weg. Nun gut. Dann also Legilimentik."

Hermine versteifte sich und zog ihre Schultern schützend nach vorne. „Es ist etwas, dass manchmal auftritt, wenn eine Geisel anfängt sich zu ihrem Kidnapper hingezogen zu fühlen – aufgrund ihrer Abhängigkeit." Sie zwang die Worte dazu aus ihrem Mund zu kommen, ihre Stimme zitterte. Sie sah Malfoy nicht an.

Sie zwang sich dazu weiter zu reden.

„Ich weiß nicht sehr viel darüber. Ich hatte nicht viel Zeit dazu Psychologie zu studieren. Aber ich glaube ich fange an dein Verhalten zu rationalisieren; versuche zu rechtfertigen, was du tust. Ein Mangel an Grausamkeit wird zu Nettigkeit. Es ist – es ist ein Überlebensmechanismus, er funktioniert durch unbewusste Reaktionen und Anpassungen. Bei dem Versuch authentische, emotionale Verbindungen herzustellen, ich entwickle vielleicht Gefühlt für dich..." Ihre Stimme brach ab und verlor sich für einen Moment.

Es herrschte eine kurze Stille.

„Um ehrlich zu sein würde ich lieber von deinem Vater vergewaltigt werden, als Gefühle für dich zu haben.", sagte sie schließlich und starrte auf das Blut am Boden.

Es herrschte ein überwältigendes Schweigen und sie sah, wie sich Malfoys Hände langsam an seiner Seite zu Fäusten ballten.

„Nun.", sagte er nach einigen Sekunden. „Mit etwas Glück bist du jetzt schwanger und musst weder die Aufmerksamkeit von ihm noch die von mir ertragen. Du wirst einfach in Ruhe gelassen."

Er wandte sich ab, um weg zu gehen. Ohne nachzudenken, schoss ihre Hand nach vorne und griff nach seinen Roben. Er erstarrte. Sie schluchzte atemlos, als sie den Stoff noch fester umfasste und ihren Kopf gegen seine Brust sinken ließ. Er roch nach Moos und Zeder und sie schluchzte und presste sich gegen ihn. Seine Hände wanderten nach oben und ruhten auf ihren Schultern, bis sie spüren konnte, wie sich deren Hitze langsam in ihr ausbreitete, seine Daumen streichelten leicht über ihre Schultern, bis sie aufhörte zu zittern.

Seine Hände hörten auf sich zu bewegen und er schob sie gewaltsam von sich weg. Hermine stolperte zurück und wäre fast gegen ihr Bett gefallen, als er sich von ihr entfernte. Seine Augen waren kalt und sie konnte etwas Undeutbares in seinem Ausdruck erkennen, dass sie nicht einordnen konnte.

Er schaute für einen Moment auf sie herab, sein Kiefer zuckte, dann holte er tief Luft und stieß ein leises, verbittertes Lachen aus.

„Du hast kein Stockholm Syndrom." Er zog eine Augenbraue nach oben.

„Du machst dir nichts daraus zu überleben. Gryffindors sind schon immer erpicht darauf gewesen zu sterben." Seine Lippen verzogen sich spöttisch als er ‚Gryffindors' sagte. „Immerhin malst du dir schon seit Monaten einen großartigen Doppelselbstmord für uns beide aus. Nein, das was dich auffrisst ist das Überleben; es ist die Isolation. Arme kleine Heilerin, mit niemanden der sich um dich kümmert. Niemand braucht dich. Oder will dich."

Hermine starrte ihn an als er fort fuhr.

„Du kannst es nicht ertragen allein zu sein. Du weißt nicht, wie du funktionieren sollst. Du brauchst jemanden zum lieben; du würdest alles dafür tun damit jemand dir erlauben würde, sie zu lieben. Das ist es was der Krieg für dich war, oder? Du wolltest kämpfen, aber du wars schlau genug, um zu wissen, dass ein anderer tollkühner siebzehnjähriger Duellant nicht das Ende des Krieges ändern konnte – nicht so wie ein Heiler es konnte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendwer deiner Freunde es jemals wertgeschätzt hat, was du getan hast, oder? Dass die Wahl ein Opfer für dich gewesen ist."

Hermine spürte, wie sie immer blasser wurde.

„Potter und der Rest deiner Freunde waren zu dämlich und idealistisch, um deine Entscheidungen wertzuschätzen. Eine ganzschöne Last eine der wenigen Leute zu sein, die schlau genug waren, um zu realisieren, was nötig war, um den Krieg zu gewinnen; eine derjenigen zu sein, die tatsächlich dazu gewillt waren den Preis zu bezahlen, den ein Sieg verlangte. Sie haben nie irgendetwas davon gewürdigt. Du hast dich von ihnen wegschicken lassen. Dann bist du zurück gekommen und hast dich von ihnen zu Tode arbeiten lassen. Es gibt nicht viel Wert und Ruhm für Heiler, nicht so wie für Kämpfer. Sogar Ginny ist das aufgefallen. Als Creevey gestorben ist, haben sie Potter tagelang freigegeben, um zu trauern, nur weil er es gesehen hatte. Du bist diejenige gewesen, die den Jungen versucht hat zu retten und was hast du bekommen? Vier Stunden und dann wurde erwartet, dass du wieder deine Schicht antrittst?"

„Das ist – das ist nicht – wie – es – war." Hermines Hände waren so fest zu Fäusten geballt, dass ihre Knochen wehtaten.

„Das – ist genau wie es war. Du kannst dich vielleicht selber täuschen, aber ich habe so viele Stunden in deinen Erinnerungen verbracht, dass ich sie vermutlich besser kenne als meine eigenen. Du hättest alles für deine Freunde getan; du hättest all die schweren Entscheidungen getroffen und den Preis dafür bezahlt, ohne dich zu beschweren; hättest dich für die Kriegsanstrengungen sogar prostituiert. Aber sag mir, denn ich bin wirklich neugierig, was hat Potter jemals für dich getan, um das zu verdienen?"

Sie schaute zu ihm auf. „Harry war mein Freund. Er war mein bester Freund."

Malfoy schnaubte. „Na und?"

Hermine schaute weg und atmete zittrig ein. „Ich hatte nie Freunde – als sich aufgewachsen bin. Ich war zu seltsam, ein Bücherwurm. Ich wollte sie mehr als alles andere haben, aber niemand wollte je mein Freund sein. Als ich von Hogwarts erfahren habe, habe ich gedacht- habe ich gedacht, dass es anders sein würde, dass ich immer nicht dazu gepasst habe, weil ich eine Hexe war. Aber – als ich dort ankam – war ich immer noch seltsam und ein Bücherwurm und keiner wollte etwas mit mir zu tun haben. Harry – Harry war die erste Person deren Freund ich sein durfte. Ich hätte alles für ihn getan." Sie stieß einen trockenen Schluchzer unter ihrem Atem aus und versuchte ihn runterzuschlucken. „Außerdem – ich hätte nie eine Chance ohne ihn gehabt."

Es herrschte eine lange Stille.

„Das ist das erbärmlichste, was ich je in meinem Leben gehört habe.", sagte Malfoy schließlich und strich seine Roben glatt. „Und jetzt? Bin ich eine Ersatz-Potter?" Er schnaubte spöttisch. „Wenn jemand nur so viel tut wie mit dir zu sprechen, klammerst du dich an ihn? Prostituierte in der Nokturngasse kosten mehr als du."

Hermines Kinn zitterte, aber Malfoy war noch nicht fertig. „Lass mich eines klarstellen, Schlammblut. Ich will dich nicht. Ich wollte dich noch nie. Ich bin nicht dein Freund. Es gibt nichts das mir mehr Freude bereiten würde, als endlich mit dir fertig zu sein."

„Ich weiß –", sagte Hermine mit leiser, hohler Stimme.

„Obwohl...", sagte Malfoy nacheiner kurzen Pause, „Ich muss schon sagen, dass du besser geworden bist. Ich sollte mein Dankeschön an Stroud schicken."

Er ließ seine Augen über ihren Körper wandern. Hermine sog scharf die Luft ein und schaute ihn an.

Sie schnaubte spöttisch. „Ach wirklich? Deswegen hast du mich geküsst? Wegen dem Trank?"

Er zuckte mit den Schultern und starrte kalt in ihre spöttischen Augen. „Was soll ich sagen? Vergewaltigung ist nicht wirklich meine ‚Ding'. Wie dem auch sei ist deine wachsende Anhänglichkeit beides faszinierend und belustigend mit anzusehen. Ich hätte dich nicht für den Typ Mensch gehalten, der darüber fantasiert, dass meine Zuwendung, zu der ich verpflichtet bin, eine Art Zuneigung sein könnten. Ich kann mir nur vorstellen wie amüsiert der Dunkle Lord sein wird, wenn er es in ein paar Tagen sehen kann. Potters Schlammblut, die sich in ihren Todesser Vergewaltiger verliebt. Ich hätte nicht gedacht das es möglich ist, dass du noch erbärmlicher wirst, aber anscheinend gibt es immer einen noch tieferen Punkt für Schlammblüter."

Er drehte sich um, um zu gehen hielt dann aber inne. „Ich werde später zurück kommen um mich um deine Erinnerungen zu kümmern. Bitte nimm nicht an, dass ich tot bin, nur weil ich ab und zu etwas Besseres mit meiner Zeit anzufangen weiß, als durch dein tragisches kleines Leben zu stöbern."

Er schnaubte ein letztes Mal spöttisch und stolzierte aus Hermines Zimmer.

Als er am nächsten Tag zurück kam, hatte Hermine sich kaum bewegt. Er starrte sie für einige Minuten an. Sie schaute nicht auf, um ihm Aufmerksamkeit zu schenken.

„Bett.", befahl er ihr schlussendlich.

Hermine stand, ohne etwas zu sagen, auf und setzte sich auf die Kante des Bettes. Sie starrte nach unten auf den Boden. Er brauchte ihre Augen nicht.

Es gab eine kurze Pause, bevor er sich seinen Weg in ihre Gedanken erzwang.

Er verbrachte die meiste Zeit damit ihre Erinnerung an Snape zu untersuchen. Er überflog ihre jüngsten Erinnerungen nur grob. Als er bei der Gegenwart ankam zog er sich zurück und ging ohne ein weiteres Wort.

Hermine fühlte sich – tot. Wenn sie in den Spiegel schauen würde und herausfinden würde, dass sie ein Geist wäre, würde es sie nicht wundern.

Ein kaltes Nichts.

Das ist alles was sie spürten konnte.

Sie lag im Bett und murmelte Entschuldigungen für ihre Freunde, dafür das sie gescheitert war.

Als Stroud sechs Tage später ankam, durchquerte Hermine wortlos das Zimmer und ließ sich auf der Kante des Untersuchungstisches nieder; die öffnete wie ferngesteuert ihren Mund für das Veritaserum.

„Sie sehen recht blass aus.", sagte Stroud, ihr Mund verzog sich leicht, als sie sie begutachtete. „Wie haben die Empfängnis Versuche diesen Monat gekappt?"

„Ich weiß es nicht. Ist das nicht der Grund, warum sie hier sind?", sagte Hermine mit verbitterter Stimme, sie starrte nach unten in ihren Schoß und rollte den Stoff ihrer Roben zwischen ihren Fingern.

Stroud gab ein kaltes Lachen von sich. „Clever."

Es herrschte eine kurze Stille, während Stroud den Schwangerschaftsnachweis Zauber ausführte. Dann herrscht eine noch längere Stille.

„Sie sind schwanger." Strouds Ton klang triumphierend.

Hermines Hände stoppten mitten in ihrer Bewegung.

Nein. Bitte, nicht.

Es fühlte sich so an, als ob Hermine plötzlich tief unter eiskaltes Wasser gedrückt wurde; keine Luft, und ein Druck, der sie von allen Seiten zu erdrücken schien. Sie konnte hören, wie ihr Herzschlag in die Höhe schoss, bis sie fast nichts mehr außer das Rauschen ihres Bluts wahrnehmen konnte.

Stroud begann zu sprechen, aber Hermine konnte kein Wort verstehen.

Sie konnte nicht atmen.

Stroud redete immer und immer lauter mit ihr. Es wirkte, als ob sie die Worte lautlos mit den Lippen formte und sie waren nicht zu entziffern. Hermine keuchte und versuchte Sauerstoff in sich hinein zu bekommen, aber ihre Kehle fühlte sich wie zugeschnürt an – als ob sie erwürgt wurde.

Ihr Herz schlug so schnell, dass sie ein scharfes, stechendes Gefühl in der Brust bekam.

Nein. Bitte, nicht.

Stroud stand vor ihr und starrte in Hermines Gesicht. Stroud sagte etwas immer und immer wieder. Die Bewegung von Strouds Lippen war jedes Mal die gleiche, als die Heilerin näher auf sie zu kam und gestikulierte. Hermine konnte die Worte nicht entziffern. Strouds Gesichtsausdruck wurde ersichtlich ungeduldiger, als sie sich immer wieder wiederholte. Das Geräusch verschwamm einfach und wurde zu einem unverständlichen Getöse.

Hermine konnte nicht atmen; ihre Lungen brannten, als sie es versuchte. Die Ränder vom Gesicht der Heilerin verschwammen, als ob sie sich in der umgebenden Luft auflösen würde.

Alles wurde immer und immer mehr verschwommen. Hermine bekam das Gefühl, als ob Nadeln in ihre Arme und Hände sinken würden.

Plötzlich war Malfoy vor ihr; seine Hände auf ihren Schultern.

„Beruhige dich."

Seine scharfe Stimme schnitt durch die Verschwommenheit.

„Atme."

Hermine schnappte nach Luft, zog hektisch die Luft ein; dann brach sie in Tränen aus.

Nein. Nein. Sei nicht schwanger. Übergebt sie an Lucius, er soll sie vergewaltigen und sie zu Tode foltern.

Jedes Mal, wenn sie einen Atemzug nahm, fühlte es sich an, als on ein Messer nach innen in ihre Speiseröhre gerammt wurde.

„Oh Gott – Nein...", sie presste die Worte immer und immer wieder schluchzend heraus, während sie zitterte.

„Atme. Atme weiter.", sagte Malfoy. Sein Ausdruck war angespannt. Sein Kiefer spannte sich an, als er auf sie hinabblickte und beobachtete, wie sie versuchte zu atmen.

Sie brauchte mehrere Minuten, bis sie es endlich geschafft hatte aufzuhören, zitternd die Luft einzuatmen und allmählich anfing, abwechselnd ein und auszuatmen. Sein Griff lockerte sich leicht und er drehte sich langsam um, um Heilerin Stroud wütend anzustarren. Sein Gesichtsausdruck war rasend.

„Sie wissen, dass sie anfällig für Panik Attacken ist. Sie können sie nicht einfach mit Informationen überrollen.", sagte er mit wutentbrannter Stimme, er hielt Hermine noch immer beharrlich an den Schultern fest, als sie weiter weinte.

„Ich dachte, die Panik beschränkt sich ausschließlich auf offene Plätze." Stroud verschränkte ihre Arme vor ihrer Brust und hob ihr Kinn an. „Da sie so Angst vor ihrem Vater hatte, habe ich gedacht, dass sie erleichtert sein würde."

„Vielleicht versuchen sie mal etwas mehr nachzudenken.", sagte Malfoy mit eiskalter Stimme. „Ich fange an anzunehmen, dass sie sie mit Absicht traumatisieren wollen. Sie haben ihr mit meinem Vater gedroht und sie mit einem Aphrodisiakum dosiert, ohne sie zu warnen. Versuchen sie sie dazu zu bringen, einen mentalen Zusammenbruch zu erleiden?"

Heilerin Stroud schnaubte, als sie einen Diagnostik Spruch über Hermine ausführte. „Ich tue nichts, was die Erinnerungen gefährden würde; es gibt keinen Grund dafür sich Sorgen zu machen. Ich bin sehr um die Wiedererlangung der Erinnerungen bemüht, seit ich herausgefunden habe, dass sie für Sussex verantwortlich ist." Stroud warf Hermine einen kühlen Blick zu. „Ich bin neugierig, wie eine Hexe, die nicht mal einen Abschluss von Hogwarts hat und keine offizielle Ausbildung hat, es geschafft hat ganz alleine eine Bombe zu konstruieren, die all meine Kollegen umgebracht hat."

Es herrschte eine lange Stille, die nur durch ihre gebrochenen Schluchzer unterbrochen wurde, als Malfoy Stroud anstarrte.

„Sie war eine Widerstandsterroristin, die in ganz Europa ausgebildet wurde, um eine Heilerin zu werden, die sich auf das Dekonstruieren von Sussex Flüchen spezialisiert hat; ganz zu schweigen von der Zaubertrank Meister Titel, den sie trägt. Wenn sie einen Fluch auseinandernehmen und neutralisieren kann, dann kann sie ihn auch benutzen. Wenn sie so neugierig gewesen sind hätten sie mich auch einfach fragen können.", sagte er mit kalter Stimme. „Sie mental zu foltern, wird ihnen keine Antworten bringen, vor allem, da sie keine Erinnerungen daran hat. Ihr Programm ist keine Möglichkeit, um ihre Rachefantasien auszuleben. Sie scheinen vergessen zu haben, dass ich es nicht zulasse, dass sich Idioten an ihr zu schaffen machen."

„Ich hab nicht –"

„Sie haben. Der Dunkle Lord hat sie in meine Obhut gegeben. Sie wissen, wie instabil sie ist. Ich habe Unmengen an Geld und Mühen aufgebacht, um sie in ihrem Umfeld zu stabilisieren. Da der Dunkel Lord nichts dagegen einzuwenden hatte, als ich einen seiner Diener mit dunklem Mark hingerichtet habe, weil er sich eingemischt hat, glauben sie wirklich, dass er sich für sie die Mühe machen würde?"

Strouds wurde totenblass. „Mein Programm –"

„Ist eine Farce.", sagte Malfoy verachtend. „Der einzige Grund, warum sie nicht neben ihren ‚Kollegen' in Sussex gestorben sind, ist dass ihr Vorhaben sich nicht als wissenschaftlich wichtig genug, für ein Labor dort, qualifiziert hat. Wo sind ihre Kontrollen? Oder Statistiken und historische Daten? Das Spektakel, das sie so gewillt mit den Gesellschaftsseiten teilen ist finanziert und mit ausreichend Personal versehen, so dass es ganz einfach ohne sie weiter laufen kann." Malfoys Augen glitzerten gehässig, während er redete. „Das ist die einzige Warnung, die sie bekommen werden. Sie sind nicht mehr länger erlaubt alleine mit ihr zu sein. Ihr heutiger Termin ist vorbei. Wenn sie weitere Anweisungen haben, die ihre Behandlung betreffen, dann teilen sie es mir mit. Topsy!"

Die Hauselfe tauchte mit einem Plopp auf. Malfoy ließ Stroud nicht aus den Augen.

„Begleite Stroud zum Zeichenzimmer. Ich werde nach unten kommen, wenn ich mit der Situation hier fertig bin."

Stroud schnaubte beleidigt, aber sie sah immer noch blass aus und ihre Hände zitterten, als sie ihre Unterlagen zusammen sammelte, Malfoy drehte sich wieder um, um zu Hermine zu schauen. Sie hatte aufgehört zu weinen und versuchte gleichmäßig zu atmen.

Er seufzte kurz und zog sie dann auf ihre Füße.

„Komm.", sagte er und führte sie quer durchs Zimmer zu ihrem Bett, während er sie aufmerksam beobachtete, bevor er in seine Robe griff und ein Fläschchen Schlaftrunk für Traumlosen Schlaf heraus zog. „Angesichts der kürzlichen Geschehnisse, muss ich zugeben, dass ich dir nicht bei Bewusstsein und alleine traue. Nimm das."

Hermine streckte bleiern ihre Hand aus und nahm das Fläschchen, starrte dann aber nur darauf herunter. Ich Atem stockte immer wieder.

„Manche Tränke können in Missbildungen des Fötus enden. Ich kann mich nicht – erinnern, ob Traumloser Schlaf sicher ist oder nicht.", sagte sie mit zittriger Stimme.

„Er ist sicher."

Sie schaute zu Malfoy nach oben. Wie zur Hölle konnte er das wissen?

Ihre Blicke trafen sich. „Ich hatte befürchtet, dass so etwas passieren würde, wenn du schwanger werden würdest. Ich habe es nachgeprüft."

Sie zögerte immer noch.

„Ich habe dich nicht darum gebeten. Wenn du dich weigerst zwinge ich dich dazu.", sagte er mit harscher Stimme.

Hermine presste ihre Lippen zusammen und schluckte schwer, als ihre Brust weiterhin von unterdrückten Schluchzern erschüttert wurde. Sie zog den Korken wackelig aus dem Fläschchen und hob es an ihre Lippen. Sie schluckte den Inhalt, sie verschluckte sich und brach wieder in Tränen aus. Das Fläschchen fiel ihr aus der Hand und zersplitterte auf dem Boden.

„Oh Gott..." Sie schluchzte in ihre Hände, als der Trank sich in ihr ausbreitete und sich über ihren Verstand legte, wie ein schwarze Gezeiten Welle. Sie sank aufs Bett zurück. „Oh Gott... oh Gott... bitte."

Ihre Augen schlossen sich als sie weiter weinte. Sie bemerkte schwach wie ihre Beine auf die Matratze gehoben wurden. Die Dunkelheit verschluckte sie.

Es tut mir leid, Granger."