Rückblick 4
April 2002
Als sie das nächste Mal an der Hütte ankam, ist die kaum durch die Tür getreten, als Malfoy plötzlich her appariert ist und fast auf ihr gelandet wäre.
Er hielt sie an den Schultern fest und drückte sie nach hinten an die Wand, seine Lippen prallten auf ihre.
Hermine hatte kaum Zeit nachzudenken oder zu reagieren. Ihre Augen weiteten sich vor Verwunderung als ihre Lippen seine trafen, ihre Blicke trafen sich und er drang abrupt in ihren Verstand ein.
Sie ist so überrumpelt gewesen, dass ihre Okklumentik Mauern gefallen sind. Die furchteinflößende Ablenkung, die sein Körper, der gegen sie gepresst war, auslöste, während er sie küsste, machte es schwer sich nur auf das Gefühl seines Verstandes, wie er sich einen Weg durch ihr Bewusstsein bahnte, zu konzentrieren.
Er überflog ihre neusten Erinnerungen; wie sie einen Unsichtbarkeitstrank braute, für den Ring, den er ihr gegeben hatte, wie sie mit Lee Jordan redete und ihn im St Mungos ablieferte. Er fand die Erinnerungen, von ihrem vorherigen Treffen.
Sie konnte spüren, wie er es erlebte, sogar während sie sich deutlich bewusst war, dass sich seine Lippen von ihren entfernten und ihren Kiefer entlang wanderten, während seine Hände ihren Körper entlang glitten.
Er fing an sich auf die Erinnerung, über ihr Gespräch mit Snape, zu zubewegen. Nein. Sie wollte nicht, dass er das sah. Obwohl sie sich fast sicher war, dass er wusste, was sie versuchen würde zu tun, wollte sie nicht, dass er die Bestätigung dafür bekam.
Sie zwang sich dazu die Erinnerung nicht wegzuziehen. Stattdessen griff sie nach der erst besten Sache, an die sie denken konnte und riss sie gewaltsam von im weg, tiefer in ihre Erinnerungen hinein. Malfoy muss gewusst haben, dass es nur eine List war, aber er jagte ihr spielerisch nach. Nachdem sie die Erinnerung für ein paar Sekunden von ihm fern gehalten hat, ließ sie zu, dass er sie fing.
Malfoy aus dem dritten Jahr stand vor ihr.
„Hast du jemals sowas erbärmliches erlebt?", sagte Malfoy. „Und er soll unser Lehrer sein!"
Harry und Ron gingen zornig ein paar Schritte auf Malfoy zu, doch Hermine war schneller – KLATSCH!
Mit aller Kraft, die sie aufbringen konnte gab sie Malfoy ein Paar gepfefferte Ohrfeigen. Ihre Hand brannte von der Kraft, mit der sie ihn geschlagen hatte und seine blasse Haut verfärbte sich sofort rot, da wo sie ihn getroffen hatte. Seine Beine zitterten, er schaute sie mit einem Mix aus Schmerz und Verwunderung an.
„Wag es nicht noch einmal Hagrid erbärmlich zu nennen, du Mistkerl – du Schuft –", schrie sie.
Malfoy zog sich abrupt aus ihrem Verstand zurück und ging einen Schritt zurück, er zitterte.
Hermine starrte ihn an, dachte er würde wütend sein, weil sie ihn mit dieser Erinnerung ausgetrickst hatte. Dann bemerkte sie, nach einem kurzen Moment, dass er lachte.
Das fühlte sich fast noch furchteinflößender an.
„Gut gemacht.", sagte er nach einer Minute, als er immer noch in sich hinein lachte. „Ich hatte angenommen, dass du länger brauchst, bis du das tun kannst."
Hermine stand gegen die Wand gepresst da und versuchte sich von dieser mentalen und körperlichen Belästigung zu erholen. Sie konnte schon spüren, wie sie anfing eine Migräne zu bekommen.
„Unterrichtest du immer so Okklumentik?", sagte sie nach einem kurzen Moment.
Seine Mundwinkel hohen sich leicht an.
„Nur mit dir.", sagte er mit einem dünnen Lächeln. „Ich kann es doch nicht riskieren, dass du Zweifel an meine Aufrichtigkeit bekommst, oder? Ich musste etwas tun um dich unvorbereitet zu erwischen. Also –", er zuckte mit den Schultern. „Zwei Gnome mit einem Kniesel. Ich bin mir sicher, dass du nicht erwartet hast, dass ich meine Hände komplett bei mir behalte."
Hermine unterdrückte den Drang, ihm eine höhnische Bemerkung entgegen zu schleudern.
„Soll ich, wenn ich das nächste Mal komme Seidenstrümpfe tragen?", fragte sie, ihre Stimme klang bissig.
Seine Augen verdunkelten sich.
„Hmm. Nein. Ich mag die so lieber. Dreckig und in Muggel Klamotten, das steht dir. Und ich heb mir dich für später auf. Du musst sie – noch – nicht tragen."
Sie konnte spüren, wie ihr ein Schauer den Rücken runter lief; vor Angst, aber auch durch die Spannung zwischen ihnen, Feindseligkeit und Abwägung durchzogen die Luft zwischen ihnen.
Er kam näher auf sie zu und umfasste ihre linke Hand, er hob sie an, als er seinen Daumen über den Ring wandern ließ, der wieder auftauchte, als er auf ihn hinunter schaute.
„Wie funktioniert das?"
„Ein Trank, er basiert auf den magischen Prinzipien des Fidelius Zaubers.", sagte sie, sie befreite ihre Hand aus seinem Griff. „Er wird nur sichtbar, wenn du weißt, dass du danach suchen musst. Ansonsten ist er nicht aufspürbar. Nur du und ich können ihn sehen."
Malfoy zog anerkennend die Augenbraue nach oben.
„Ich habe, glaube ich, noch nie von diesem Trank gehört."
„Er ist neu.", sagte sie steif.
„Deiner?"
Hermine nickte zurückhaltend. „Er ist tatsächlich nicht so nützlich. Er funktioniert nur mit Metall."
„Interessant.", murmelte er und kam näher.
Jedes Mal, wenn er ihr näher kam, spürte sie aufs Neue die Erkenntnis, wie gefährlich er war. Die dunkle Magie ging von ihm in Wellen aus; sie hing in seinen Klamotten und seinen Haaren und strömte schon fast aus seiner Haut. Es war so, als ob er einen Mantel der Dunkelheit und Wut trug, den er einfach nur unter Kontrolle hielt, weil er in ihrer Nähe war.
Da war so viel Dunkelheit. All die Tode für die er verantwortlich war.
Er war von ihnen durchtränkt.
„Versuchen wir es noch einmal. Und schauen wir mal, wie lange du es aufrecht erhalten kannst." Seine Lippen verzogen sich zu einem kurzen Grinsen. „Ich werde dich nicht küssen – zu mindestens dieses Mal nicht."
Er fuhr wieder in ihren Verstand. Sie hielt ihn für eine Minute mit ihren Mauern draußen, während sie ihre Gedanken und Erinnerungen sortierte. Dann tat sie so als ob ihr Schutzschild nachgeben würde.
Sie war sich nicht sicher, ob sie tatsächlich gut darin war, oder ob er den Anstand hatte, sich davon abzuhalten, durch ihre Erinnerungen zu wühlen. Er erlaubte es ihren eifrigen Versuchen, ihn abzulenken, Erfolg zu haben. Als sie es erfolgreich mehrere Male getan hatte, zog er sich zurück.
Hermine hatte das Gefühl, als ob ihr Kopf kurz davor war aufzubrechen; als ob der Schmerz eine Art Druck wäre, der kurz davor war durch ihren Schädel zu brechen. Der Schmerz war qualvoll. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie biss auf ihre Lippe, als sie versuchte nicht das Weinen anzufangen. „Trink das.", forderte er sie auf, und legte ein Fläschchen mit gewöhnlichem Schmerzlinderungstrank in ihre Hand. „Sonst wirst du vielleicht ohnmächtig, wenn du versuchst zu appariere. Ich würde es nicht empfehlen."
Sie schluckte ihn, sie war sich ziemlich sicher, dass er sie nicht vergiften würde.
„Ist dir das schon einmal passiert?", fragte sie ihn, als die Schmerzen anfingen soweit nachzulassen, dass sie wieder sprechen konnte und ihr Blickfeld nicht mehr von schwarzen tanzenden Flecken durchzogen war.
„Mehr als nur einmal.", sagte er. „Mein Ausbildung war – nicht einfach."
Sie nickte. Es schien immer noch schwer zu glauben, dass er der gleiche Schultyrann war, den sie einmal gekannt hatte.
Kälte und Härte waren um ihn herum gebaut, wie die Mauern einer Burg. Diese ganze kaum unterdrückte Wut.
Der Junge, der Boxen voll Süßigkeiten bekommen hat und dem ein Platz im Quidditch Team gekauft wurde, der geweint und gejammert hat wegen einem Kratzer auf seinem Arm, war verschwunden. Alles weiche und träge und verhätschelte an ihm ist vom Krieg weggeschnitzt worden. Er hat sich seinen Weg durch Voldemorts Ränge nicht mit Galleonen erkauft. Er hat ihn mit Blut bezahlt.
Alles war so hart und anspruchsvoll. Sein Lächeln und sein anzügliches Grinsen, und die Launen seiner Großzügigkeit, alles fühlte sich wie ein Schauspiel an. Wie eine Maske, die er trug, um zu verschleiern, wie kalt er tatsächlich war.
Wenn sie erfolgreich sein wollte, dann musste sie hinter seine Maske aus Kälte und Wut kommen. Er hatte zwar vor sie nur für seine Rachsucht oder Belustigung zu benutzen, aber sie war immer noch dazu entschlossen, mehr als nur das zu werden.
Sie musste sein Selbstbewusstsein herausfordern, bis sie seine Motivation verstand – bis sie seine Schwachstellen fand, durch die sie hindurch schlüpfen konnte.
Niemand war aus purem Eis. Nicht einmal Malfoy.
Er hatte etwas an sich. In seinen Augen. Etwas, das wie Feuer aussah, aber sehr tief vergraben lag. Sie musste einen Weg finden, um es zu erreichen und es dann anzuschüren, damit es zu etwas wurde, dass sie benutzen konnte.
Er erwartete, dass sie ihn hasste und versuchen würde ihn mit falscher Freundlichkeit und Sympathie zu manipulieren. Sie würde clever sein müssen. Cleverer als er es war.
„War das nach dem fünften Jahr?"
Er schaute sie mit zusammengekniffenen Augen an.
„Ja.", sagte er knapp.
„Deine Tante?"
„Hmm.", brummte er zustimmend.
Sie starrten sich beide aufmerksam an.
„Nicht das Einzige, was du den Sommer über gelernt hast.", sagte sie.
„Brauchst du ein Geständnis, oder was, Granger? Soll ich dir alles erzählen was ich getan habe?" Er ging auf sie zu, sodass er sich über sie aufbaute und spöttisch auf sie herab lächelte.
Sie zwang sich selbst dazu nicht zusammenzuschrumpfen oder zurück zu weichen. Sie schaute nach oben in seine Augen.
„Willst du?", fragte sie.
Man konnte ein winziges Aufblitzen von Überraschung in seinem Ausdruck sehen. Es schien, als hätte ihn die Frage unerwartet getroffen.
Er war einsam. Sie hatte schon so etwas vermutet, aber jetzt war sie sich sicher. Tote Mutter, verrückter Vater. Er stand weit oben in Voldemorts Rängen, und diese waren berüchtigt dafür, von Leuten geprägt zu sein, die sich gegenseitigen in den Rücken fielen. Wenn er jemals Zweifel gehabt haben sollte, hat er nie jemanden davon erzählt.
„Nein.", sagte er, seine Stimme war schneidend, als er sich von ihr entfernte.
Sie hakte nicht weiter nach. Wenn er dachte sie würde zu weit gehen, würde er sich wie eine Muschel verschließen. Sie musste es nicht wissen. Sie musste ihn nur dazu bringen, dass ihm klar wurde, dass er es jemanden erzählen wollte –
– dass er es ihr erzählen wollte.
Es würde sie emotional wichtig für ihn machen. Es wäre ein Anker. Eine Öffnung.
Es würde sie interessant machen.
„Wolltest du noch weiter machen?", fragte sie ihn nach einem kurzen Moment.
Er starrte sie mit silbernen, ausdruckslosen Augen an. „Als ich ausgebildet wurde, hatte sie jemanden, der mich gecrutiot hat, während sie versuchte in meinen Verstand einzubrechen. Das ist es, was vermutlich mit dir passieren wird, wenn sie dich jemals aufgreifen sollten."
Er gab ihr keine Zeit auf diese Informationen zu reagieren, bevor er sich seinen Weg hinein rammte. Als er aufhörte, wartete er nicht darauf, dass sie wieder zu Atem kam, er ließ eine Pergamentrolle mit Informationen neben sie fallen und verschwand.
In der gleichen Woche ging Hermine zurück nach Waterstones. Sie kaufte Bücher über die psychologischen Effekte von Einsamkeit. Bücher über Weisen. Forschungen über die Psychologie von Kinder Soldaten.
Sie zögerte nicht, als sie die Abschnitte über ihre Verletzlichkeit unterstrich; die Art, durch die sie empfänglich dafür sind ausgenutzt und manipuliert zu werden.
In einem Notizbuch, auf dem sie einen eher grausamen Sicherheitsfluch platzierte, zeichnete sie eine psychologische Skizze von Draco Malfoy. Was ihr an ihm aufgefallen war. Fragen und Theorien die sie hatte.
Sein Mittelpunkt – seine Motivation – blieb eine leere, mysteriöse Stelle. Aber sie hatte das Gefühl, langsam eine Ahnung von seinen Rändern zu bekommen.
Am darauf folgenden Diensttag fing er nicht damit an ihr seine Aufmerksamkeit aufzuzwingen. Er hatte sich darauf festgefahren sie auf andere Arten zu provozieren.
Er hielt sich nicht zurück als er in ihre Gedanken, für eine weitere Runde von Okklumentik Training, eindrang. Er durchwühlte die hintersten Ecken und schlängelte sich durch die Erinnerungen, an denen er vorbei kam. Er zwang sie dazu einige der Tode frei zu lassen, mit denen sie sich nicht beschäftigen wollte. Dann, durch Zufall fand er die Erinnerung, die direkt auf den Besuch bei Snape folgte. Sie zuckte als er in ihre Nähe kam und er sprang sofort nach vorne.
Er beobachtete, wie sie ihre Gesichtszüge kritisch begutachtete, bevor sie in die Dusche stieg. Und als sie wieder raus kam und ihren nackten Körper im Spiegel in Augenschein nahm, er blieb stehen und starrte, gefolgt von ihren gedanklichen Fehlersuche. Sie sträubte sich vor Verlegenheit und er konnte es spüren.
Er blieb länger in der Erinnerung, als sie dauerte und zog sich dann aus ihrem Verstand zurück.
„Nun.", sagte er, er sah so aus, als ob er gleich das Lachen anfangen würde. „Das ist definitiv ein Weg, um einen Legiliment abzulenken."
Sie blickte kurz zu ihm nach oben. Sie verspürte das starke Verlangen ihm in die Eier zu treten und dann seine Zehne auszuschlagen.
„Gefällt dir was du gekauft hast?", ihre Stimme war bröckelig.
Er lachte kurz in sich hinein. „Du bist ziemlich dürr. Wenn du mir die Erinnerung vorher geschickt hättest, dann hätte ich vielleicht nach jemand anderen gefragt.", sagte er als er einen Schritt zurück ging und sie nochmal in echt begutachtete.
„Wie schade für uns beide.", sagte sie, ihr Mund verzog sich, als sie ihre Arme schützend verschränkte.
„Vermutlich... Aber nun ja, wenn ich dich nicht bekommen hätte, dann hätte ich nie die Chance bekommen, ein Gehirn zu sehen, dass wie ein Aktenregal organisiert ist." Seine Stimme war leicht und zwanglos, aber seine quecksilbernen Augen verhärteten sich abrupt. Er legte seinen Kopf leicht zur Seite. „Moody hat dich nicht ausgebildet. Du bist eine natürliche Okklumentin."
Hermine nickte ergeben. Sie hatte angenommen, dass es ihm irgendwann auffallen würde. Als sie die Lüge erfunden hat, hat sie nicht damit gerechnet, dass er so viel Zeit damit verbringen würde, in ihrem Kopf rumzustochern.
„Dann also selbständig erlernt?"
„Ich hatte ein Buch.", sagte sie steif.
Er stieß ein bellendes Lachen aus. „Natürlich."
Er starrte sie mit einem Ausdruck an, den sie nicht ganz einordnen konnte. So als ob er sie neu einschätzen würde. Diese Erkenntnis schien ihn dazu zu veranlassen, etwas an ihr neu zu evaluieren.
Hermine wollte nicht, dass er sie neu evaluierte. Wenn er das tat, dann entschied er sich vielleicht dazu seine Strategie zu ändern. Sie mochte es so wie es gerade war, wo sie keinen Sex mit ihm hatte.
„Was?", platze sie ungeduldig heraus, in der Hoffnung seine Gedankengänge zu unterbrechen. Es schien zu funktionieren, der zusammengekniffene Ausdruck seiner Augen lockerte sich leicht.
„Nichts." Er winkte ab. „Ich hab nur bis jetzt noch nie eine getroffen."
Er grinste.
Sie starrte ihn mit ihren eigenen zusammengekniffenen Augen an.
„Du bist auch einer.", sagte sie mit größer werdender Furcht. Sie versuchte an den Schutzmauern von jemanden vorbei zu kommen, der auch seine Emotionen und sein Verlangen wegschließen und isolieren konnte.
Er verbeugte sich spielerisch vor ihr.
„Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit?", philosophierte er mit einem leichten Schulterzucken.
Es herrschte eine lange Stille.
Sie evaluierten beide neu.
„Wirst du mich trotzdem weiter in Okklumentik unterrichten?", fragte sie ihn.
„Ja...", sagte er langsam. „Es wäre ein Flüchtigkeitsfehler es nur halb zu tun. Du wirst dazu in der Lage sein schneller zu lernen als ich ursprünglich gedacht habe."
„Richtig." Sie nickte und wappnete sich selbst.
Er kam näher auf sie zu. Ihr Herz stolperte.
Die Bewegung erinnerte sie an ein Tier, das sich an seine Beute anpirschte. Langsam, scharfsinnig, schrittweise und dann plötzlich – war es zu nah.
Sie schaute ihm ins Gesicht, damit sie sich nicht auf das körperliche konzentrierte, darauf wie leicht er sie mit seinen bloßen Händen zerquetschen konnte.
Seine Finger wanderten nach oben und berührten sie leicht am Kinn, bewegten ihren Kopf weiter nach hinten, sodass sich ihr Hals entblößt anfühlte.
„Du bist so voller Überraschungen.", sagte er, sein Blick wanderte über ihr Gesicht, bevor er auf ihren Augen landete.
Hermine verdrehte ihre Augen.
„Sagst du das zu jedem Mädchen?", sagte sie mit einem sarkastisch, süßem Unterton.
Sie bemühte sich gar nicht erst darum äußere Mauern aufzustellen, als er in ihr Bewusstsein eintauchte. Der Prozess des Durchbrechens, war das, was ihr am meisten Kopfschmerzen bereitete. Sie fühlte sich schon recht sicher darin, vorzutäuschen, dass sie leicht einzureißen waren.
Er machte die Invasion nicht schmerzhaft. Was sie aus der Bahn warf. Sie hatte angenommen, dass Legilimentik von Natur aus schmerzhaft war. Stattdessen fühlte es sich so an, als ob ihr Bewusstsein ein Denkarium war, in das er einfach eintauchte. Ihr Bewusstsein und seines verschmolzen ineinander.
Er schien ihren natürlichen geistigen Zustand in sich aufzunehmen.
Ohne die Schmerzen der Legilimentik Attacke, war Hermine dazu in der Lage mehr nuanciert und bewusster an ihre Strategie ranzugehen. Sie mischte ihre Erinnerungen mit fälschlicher Gleichgültigkeit umher, zog seine Aufmerksamkeit auf sie und ließ bestimmte Erinnerungen in die hintersten Ecken ihres Gedächtnisses verschwinden.
Es – war als ob man tanzen lernte. Oder vielleicht Martial Arts. All die Bewegungen wurden langsam ausgeführt. Ohne Zwang.
Er gab ihr Zeit, um die Techniken zu erlernen. Zu spüren, wie es war, es richtig zu machen. Um über die Formalitäten zu gehen. Es wieder und wieder durchzugehen, bis sie es instinktiv tun konnte, ohne dass sie nachdenken musste.
Schlussendlich zog er sich zurück und schaute nach unten auf ihr Handgelenk. „Wir haben überzogen."
„Oh.", sagte sie, gedanklich war sie noch immer bei der Technik, die sie versucht hatte richtig hinzubekommen.
Er schaute auf sie hinunter, bis sie sich aufrichtete und zu ihm aufschaute.
„Hast du irgendwelche Informationen diese Woche?"
„Nicht wirklich. Es kommen mehr Vampire aus Rumänien diesen Monat. Es gibt bis jetzt keine spezifischen Details."
„Wenn –" Hermine zögerte.
Er zog eine Augenbraue nach oben, schaute nach unten und wartete.
„Wenn – wir etwas brauchen würden. Könntest du es für uns besorgen?", fragte sie.
„Es kommt drauf an was es ist."
„Ein Buch."
Er schnaubte.
„Es heißt Geheimnisse der dunkelsten Künste. Ich habe alles versucht um es zu finden. Aber die Ressourcen des Ordens sind eingeschränkt."
„Ich werde sehen, was ich tun kann." Er stieß einen irritierten Seufzer aus.
„Sei vorsichtig.", hörte sie sich selbst sagen.
Er schaute sie überrascht an.
„Du würdest nicht wollen, dass Voldemort rausfindet, dass du danach suchts."
„Wie wichtig ist dieses Buch?", fragte er mit verengten Augen.
„Ich weiß es nicht. Vielleicht ist es nichts. Oder vielleicht ist es sehr wichtig. Aber – lass deine Deckung nicht dafür auffliegen."
Er verdrehte seine Augen.
„Als ob ich das tun würde.", murmelte er, bevor er sie schneidend ansah. „Du solltest gehen. Ich bin mir sicher Potter, verlangt schon nach dir."
Hermine sammelte ihre Umhängetasche voller Zutaten für die Tränke zusammen und schlüpfte aus der Hütte.
Malfoy schaute ihr nach nachdenklich nach, als sie die Tür hinter sich zuzog und disapparierte.
Sie kehrte zum Grimmauld Platz zurück, sie war nachdenklich, als sie die Zutaten abfüllte und vorbereitete.
Malfoy war nicht so wie sie es erwartet hatte.
Er war viel weniger grausam, als sie es erwartet hatte. Sie wartete die ganze Zeit darauf, dass seine Boshaftigkeit durch seine Fassade schneiden würde. Aber entweder er war weniger boshaft, als sie dachte oder er wollte etwas komplexeres und feinfühligeres von den Interaktionen mir ihr.
Sie konnte es nicht fest machen, was es war, dass er wollte.
Severus lag richtig. Malfoy bewies sich schon jetzt als exzellenter Spion. All die Informationen, die er Moody gegeben hatte, waren von hoher Qualität und sehr nützlich. Der Orden hat erfolgreich ein Gefängnis angegriffen und konnte mehr als fünfzig Leute befreien.
Jedoch blieben seine Motive ein Mysterium.
Sie konnte nicht verstehen, was er für einen Vorteil daraus zog zu spionieren. Mit seiner Stellung in Voldemorts Armee, würde er enorme Belohnungen mit dem Untergang des Ordens bekommen.
Wenn der Orden gewinnen würde, sogar mit einer Begnadigung, würde er für den Rest seines Lebens ein Ausgestoßener der Zauberwelt sein. Spione und Verräter erhielten nur wenig Respekt, egal wie wertvoll ihre Beiträge waren.
Außerdem – Lucius Malfoy war eine hingebungsvoller Gefolgsmann von Voldemort. Er gab Ron und Harry die Schuld für Narcissas Tod und er lenkte fast all seine Energie darauf Rache zu nehmen. Auch wenn Malfoy vielleicht nicht dieses Gefühlt teilte – sich selbst schlecht mit seinem Vater zu stellen schien fragwürdig. Er hat zu Schulzeiten so sehr zu seinem Vater aufgeschaut und er ist über die Haftstrafe seines Vaters in Askaban, am Ende des fünften Lehrjahres erzürnt gewesen.
Hermine legte ein ganzes Tablett voller Diptams und führte einen Hitzezauber mit der Spitze ihres Zauberstabes aus. Sie massierte ihre Schläfe mit ihrer anderen Hand, während sie den Blättern dabei zuschaute, wie sie gleichmäßig trockneten.
Malfoy war nicht an ihr interessiert; nicht körperlich. Zu mindestens nicht mehr, wie ein Mann an einer irgendeiner zufälligen Frau interessiert war. Sie hat die Physiologie von sexueller Anziehung studiert und er hat fast keine Anzeichen davon gezeigt, nicht mal, nachdem er mehrere Minuten schamlos auf ihr nacktes Spiegelbild geschaut hat.
Sie errötete. Diese Erfahrung war eindeutig eine der peinlichsten Momente in ihrem Leben.
Also worum ging all das? Warum das küssen und herumtappen? Selbst wenn alles nur dazu da war, um sie zu provozieren und sie sauer zu machen, dann war da immer noch die Frage warum.
Warum wollte er sie provozieren? Was trieb die verschiedenen Taktiken an, die er verwendete?
Zu Beginn hatte er offensichtlich erwartet, dass sie so voller Hass auf ihn sein würde, dass sie sich nicht zurück halten können würde. Dann als er die aggressiv abgeknutscht hat, um durch ihre Okklumentik Schutzschilde zu brechen, hatte er anscheinend gedacht, dass er es benutzen konnte, damit sie von ihren Emotionen verschlungen werden würde, und sie nicht klar denken können würde. Die Art wie er sie im Spiegel angesehen hat, war auch offensichtlich dazu gedacht gewesen, um ihr einen Seitenhieb zu verpassen.
Er wollte, dass sie ihn hasste.
Aber er hatte bemerkt, dass sie eine Okklumentin war, er hatte sich anscheinend dazu entschieden schon wieder die Taktik zu ändern. Er hat endlich verstanden, warum er sie nicht leicht provozieren konnte und er hat sich schon wieder angepasst.
Aber sich für was angepasst? Was war der Sinn dahinter?
Sie konnte es nicht verstehen.
Hermine platzierte die ganzen trockenen Diptams Blätter in einem großen Mörser und begann sie zu einem Pulver zu zermahlen.
„Mione?" Charlie steckte seinen Kopf zur Tür des Aufbewahrungszimmers herein.
„Ja?"
„Snape ist vorher vorbei gekommen und hat nach dir gesucht."
„Oh. Hat er gesagt warum?"
„Er hatte eine neues Rezept für dich, glaube ich. Er hat es Poppy gegeben. Um einen neuen Fluch zu heilen, bei dem er geholfen hat ihn zu erfinden."
Charlies Miene war vor Wut verzerrt. Viele der Ordensmitglieder, gaben Severus die Schuld für jeden Fluch, der in Voldemorts Fluch-Entwicklungsabteilung erfunden wurde. Sie dachten, wenn Severus tatsächlich auf der Seite des Ordens wäre, dann würde er einen Weg finden, um das ganze Ding zu stoppen.
Hermine verdrehte ihre Augen.
„Du weißt, dass wenn wir ihn nicht hätten, wir noch viel mehr Leute verlieren würden, bevor wir einen Gegen Zauber finden würden. Seine Informationen sind auschlaggebend, damit ich mich richtig vorbereiten kann."
„Ja und wie viele unserer Leute denkst du das er umgebracht hat, um diese Informationen zu bekommen? Das sind unsere Leute, mit denen sie experimentieren, um die Zauber zu erfinden. Er ermordet Leute, aber das ist alles okay, weil er uns mit Informationen und Gegen Zaubern versorgt. Funktioniert es tatsächlich auf diese Art?"
Hermine hörte auf den Diptams zu zermörsern.
„Er ist ein Spion, Charlie. Das sind die Dinge, die sie tun müssen, um ihre Deckung zu behalten. Wenn er sie aufgeben würde, um eine Gruppe Gefangener zu retten oder versuchen würde das Ganze zu sabotieren, dann würde Voldemort eine neue Abteilung ins Leben rufen und wir würden die Informationen verlieren. Der Verlust würde sich aufs große Ganze gesehen niemals lohnen."
„Das sagst du so.", sagte Charlie, seine Lippen zu einer dünnen Linie zusammengepresst und seine Augen verengt, er drehte sich um und ging weg.
Hermine mörserte den Diptams noch für einige Minuten weiter, bevor sie ihn in ein Glas umfüllte.
Severus muss einen Trank entwickelt haben, um den Säurefluch zu behandeln. Sie hoffte, dass es ein anderer war, wie der an dem er gearbeitet hat, als sie in ihn Spinners End besucht hatte.
Sie hatte kein Acromantula Gift. Ministeriums Identifikation war notwendig, um bei Apothekern einzukaufen. Sie würde eine Quelle vom Schwarzmarkt finden müssen; es würde sie vermutlich mehrere hundert Galleonen kosten. Der Orden hatte eh kaum noch Geld.
Die Kobolde nahmen eine neutrale Position im Krieg ein, und obwohl Gringotts weiter für den Orden geöffnet war, in die Bank zu kommen, ohne verhaftet zu werden war eine Herausforderung. Ganz zu schweigen, dass es ein Verhaftungsgrund war, Muggel-geboren zu sein.
Sie meisten Mitglieder des Widerstands konnten nicht arbeiten, entweder wegen ihres Blutes oder wegen den Gesellschaften, die sie pflegten.
Es ist ein riesiges Glück gewesen, dass Harry ein so großes Verlies hatte, sonst wären sie schon lange zu Grunde gegangen.
Wenn der Trank Acromantula Gift benötigte – nun hoffentlich wäre Severus dazu in der Lage ihr ein paar Tropfen zu geben. Wenn nicht, glaubte sie kaum, dass der Orden es finanzieren würde, außer der Fluch würde häufig benutz werden.
Sie drückte ihre Daumen und ging zu Poppy.
Die Krankenstation war wieder komplett gefüllt.
Die Rettungsaktion der Gefangenen ist ein Erfolg gewesen, aber viele der Insassen hatten Verletzungen durch die Folter und sie waren unterernährt. Es hat ein Gefecht gegeben, während des Ausbruchs und ein paar brutale Flüche sind benutzt worden.
Die mit kleineren Verletzungen, sind zu anderen Sicherheitshäusern geschickt worden, aber Grimmauld Platz beherbergte die mit den komplexesten und kompliziertesten Verletzungen, damit sich Hermine und Poppy um sie kümmern konnten.
Poppy huschte um das Bett von Rolanda Hooch. Eine winziger Stecknadel großer Einschnitt in Hoochs Luftröhre tauchte immer wieder auf und wurde langsam immer größer, egal was sie versuchten um ihn zu heilen. Wer auch immer gerade Dienst auf der Krankenabteilung hatte, musst einen zwei Minuten Wecker bereit halten, um den Schnitt ständig unter Beobachtung zu behalten und zu heilen.
„Irgendwelche Veränderungen?", fragte Hermine, sie beugte sich, neben Poppy, nach unten und begutachtete die Verletzungen.
„Oh Hermine du bist zurück.", sagte Poppy mit trauriger Stimme. „Severus ist vorbei gekommen und hat es sich angeschaut. Er hat gesagt, dass es keiner von Voldemorts neuen ist. Also – ist es vermutlich eine falsch gezauberter Fluch."
Hermine seufzte vor Erleichterung, bevor sie eine starke Welle der Schuld traf. Wenn es eine falsch gezauberter Fluch war, dann war es unwahrscheinlich, dass es nochmals passieren würde. Aber es hieß auch, dass sie vermutlich nicht in der Lage sein würden Rolanda zu heilen. Hermine hatte alles versucht, um die Verletzung mit Zauberanalysen zu dekonstruieren und den Fluch aufzudecken, aber ohne Erfolg. Die Struktur war so entstellt und ungleichmäßig, dass es unmöglich war sie zu neutralisieren.
„Wie viel länger glaubst du, dass die Heilungszauber noch wirken werden?", fragte Pomfrey sie leise, sie blickte traurig nach unten auf ihre langjährige Kollegin.
Hermine errechnete in Gedanken die Zeit, die vergangen war, seit Madam Hooch hergebracht wurde. Es war ein düsteres Stück Information, aber nach einiger Zeit verloren Heilungszauber ihre Wirkung, wenn sie zu oft hintereinander verwendet wurden. Nicht mal Magie konnte einen Körper dazu bringen sich über einen gewissen Punkt hinaus immer und immer wieder zu heilen.
„Wenn wir sie weiter alle zwei Minuten heilen, dann wird der Zauber vermutlich noch für weitere vierundzwanzig Stunden wirken.", teile Hermine ihr sanft mit.
Poppy nickte und deckte Rolanda vorsichtig zu.
„Severus hat ein neues Rezept für dich da gelassen.", teilte sie Hermine mit. „Er hat gesagt du solltest eine Flasche davon vorbereiten."
Poppy griff in ihre Tasche und zog eine kleine Rolle Pergament und ein kleines Fläschchen hervor.
Hermine hob das Fläschchen nach oben an und hielt es ins Licht.
Zwei Tropfen Acromantula Gift. Vermutlich mehr wert als fünfzig Galleonen.
Sie konnte sich keine Fehler erlauben. Sie steckte das Fläschchen in ihre Tasche und rollte das Rezept auseinander, um zu sehen, was sie benötigte, um es zu brauen.
Sie hatte all die Zutaten da. Außer Flussgras, was sie während eines Vollmondes ernten musste. Sie rechnete den nächsten Mondzyklus aus. Sie würde eine weitere Woche warten müssen, bevor sie eine Portion des Trankes machen könnte.
Wenn der Fluch so ernst war, wie Severus es angedeutet hatte, würde sie hoffen müssen, dass es keine Auseinandersetzungen vor dem nächsten Vollmond geben würde. Was ziemlich sicher eine wahnhafte Hoffnung war.
Am Ende des Rezepts hatte Severus den Gegen Zauber für den Säure Fluch, in seiner gezackten Handschrift angefügt. Sie schaute kurz darüber. Er war einfach, so wie er es gesagt hatte.
Hermine kopierte den Gegen Zauber auf ein frisches stück Pergament. Eine Verletzung, die durch Säure verursacht wurde, würde sofort behandelt werden müssen. Ein paar extra Sekunden zu warten, um einen Heiler zu holen oder zu apparieren, würde dem Heilungsprozess Tage hinzufügen. Der Gegen Zauber war einfach genug; jedes Mitglied des Widerstands würde ihn lernen können.
Sie schrieb eine kurze Notiz mit einer Erklärung auf das Pergament und mit der Bewegung ihres Zauberstabes, faltete es sich zu einem kleinen Papierflugzeug zusammen und sie ließ es durch das Haus fliegen, um Harry zu finden.
„Könntest du deine Schicht früher antreten?", sagte Poppy.
Hermine schaute auf und bemerkte, dass Poppy ganz grau vor Trauer war.
„Natürlich.", sagte Hermine schnell.
„Ich möchte Filius, Pomana und Minerva schreiben. Sie wollen vielleicht vorbei kommen, um sich zu verabschieden.", sagte Poppy, ihre Schultern sackten nach unten. „Ich habe alles was ich getan habe ins das Logbuch aufgeschrieben und ich habe den Schnitt gerade eben noch einmal geheilt."
Hermine beobachtete Poppy Pomfrey, wie sie mit langsamen schweren Schritten von der Krankenstation lief.
Hermine ging zum Logbuch hinüber und sie schaute hinein. Es gab nichts Ungewöhnliches zu lesen. Sie ging leise von Bett zu Bett. Sie waren alle noch am Schlafen und ein paar sind mit dem Trank der Lebend Toden dosiert worden.
Es war eine Möglichkeit sie am Leben zu behalten, während spezielle Zaubertränke gebraut wurden, die lange brauchten bis sie fertig waren, um sie zu heilen. Sie führte sorgfältig einen Diagnostik Zauber über jedem Körper aus und sie ging in Gedanken eine Checkliste durch, welche Tränke sie als nächstes brauen musste. Sie musste die erste Dosis des Wolfsbanntrankes an die Lykanthropen des Ordens schicken lassen.
Es war ein ruhiger Tag in der Krankenabteilung. Abgesehen von dem dauerhaften Erneuern des Heilungszaubers von Madame Hooch, benötigten die meisten der anderen Verletzungen nur eine sorgfältige Überwachung und Zeit.
Hermine saß da und spekulierte darüber, wie Malfoy wohl während ihres nächsten Treffens sein würde.
Die Tatsache, dass er ebenfalls ein natürlicher Okklument war, war – problematisch, wenn man es mild ausdrücken wollte.
Es bedeutete, dass seine Kontrolle tief verankert war. Einen Weg zu finden hinein zu kommen und in loyal zu machen war praktisch unmöglich, wenn er dazu in der Lage war jede Auswirkung, die sie auf ihn hatte auszusortieren und wegzuschließen.
Wenn sie eine Chance auf Erfolg haben wollte, würde sie langsam und hinterlistig vorgehen müssen. Sie würde sich so tief in seine Psyche graben müssen, dass er sie nicht mehr herausziehen oder herausfiltern konnte. Sie musste einen Weg in sein Herz finden. Der einzige Ort, den Okklumentik nicht berühren konnte, egal wie sehr man es auch versuchte.
Sie erschauderte leicht.
Sie hat sich noch nie zuvor grausam gefühlt. Kalt. Gefühllos. Sie ist schon als all das bezeichnet worden und sie hat sogar geglaubt, dass es vielleicht wahr war. Aber grausam, war eine Grenze von der sich immer gedacht hat, dass sie darüber liegt. Aber was sie plante, war vermutlich eines der grausamsten Dinge, die ihr in den Sinn kamen.
Ich quetschte ihr Zögern zusammen.
Er war derjenige, der nach ihr verlangt hat.
Jetzt und nach dem Krieg.
Es war ihr gutes Recht sicher zu stellen, dass er den vollen Preis für seine Anforderungen bezahlte. Wenn er sie nicht gewollte, dann hätte er nicht fragen sollen.
Sie sammelte sich wieder und rief ein Buch aus ihrer Tasche herbei.
