Rückblick 5
April 2002
Am folgenden Dienstag verhielt sich Malfoy ziemlich genauso wie die Woche zuvor.
Er unterrichtete sie in Okklumentik, er ließ sie die verschiedenen Arten und Techniken üben. Er machte es so, dass es nicht weh tat. Er sprach kaum ein Wort mit ihr. Er berührte sie nur einmal, um ihren Kopf weiter zurück zu legen, um den Blickkontakt herzustellen. Und dann – während er in ihrem Kopf war – konnte sie seine Hand immer noch in ihrem Nackenspüren, sein Daumen lag auf ihrer Kehle.
Er musste sie nicht berühren. Das wusste sie. Er könnte die Legilimentik auch ganz einfach aus mehreren Metern Entfernung durchführen.
Er war nicht neugierig. Er stocherte nicht in Erinnerungen herum, in denen sie ihn offensichtlich nicht haben wollte. Er ließ sie einfach seine Präsenz als eine Art Übungs-Dummy benutzen, um mentale Ausweichmanöver zu erlernen.
Als er sich zurück zog, starrte sie neugierig zu ihm hoch.
„Wo hast du das gelernt? Ich nehme mal an, dass deine Tante dir diese Technik nicht gezeigt hat."
„Das hat sie nicht." Sie konnte seine Zähne leicht hervorblitzen sehen, als er es sagte. „Ich hab darüber in einem Buch gelesen. Das Malfoy Anwesen hat eine große Bibliothek. Es würde mit den meisten Leuten nicht funktionieren, nur mit anderen natürlichen Okklumenten. Auch wenn jeder das Zeug dazu hat Okklumentik oder Legilimentik bis zu einem gewissen Grad zu lernen, dann ist es immer entweder schmerzhaft oder so geschickt, dass sie es kaum spüren können, dass es passiert."
Er schaute sie an und fügte mit einem Grinsen hinzu. „Du könntest praktisch sagen, dass ich mit dir experimentiere."
Hermine verdrehte ihre Augen.
„Hieß es in dem Buch auch, dass körperlicher Kontakt notwendig ist?", sagte sie mit süßer Stimme und beäugte spitz seine Hand.
Sie bereute sofort es gesagt zu haben.
Seine Hand spannte sich leicht an, nur genug, damit seine Hand nicht einfach nur noch da lag, sondernso, dass er sie festhielt. Seine Augen verdunkelten sich, als sich seine Pupillen schrittweiße erweiterten.
„Nein. Das – ist nur weil ich es kann."
Er grinste, als er sie zu sich zog und seinen Kopf nach unten beugte, um sie zu küssen.
Es war ein kalter Kuss. Seine Lippen, die sich auf ihre pressten, waren nicht wollend oder verlangend.
Es war eine einfache Erinnerung.
Daran, dass er es konnte.
Dass er zurückhaltend war. Dass, wenn er es wollte, er alles von ihr verlangen konnte, was er begehrte und sie hatte ihm ihre Einwilligung dafür gegeben.
Hermine erwiderte den Kuss nicht. Sie ließ einfach nur, ohne Widerstand, zu, dass seine Lippen auf ihre trafen, bis er sich wieder zurück zog.
„Hast du diese Woche irgendwelche Informationen?", fragte sie ihn, als er von ihr ab ließ und zurück trat.
Er zog eine Schriftrolle aus seinen Roben und reichte sie ihr.
„Zauberspruch Analysen und Gegenzauber für den neuen Fluch von der Fluch-Entwicklungsabteilung des Dunklen Lords.", sagte er. „Es wird gerade ein neues Set unterrichtet."
Hermine öffnete die Papierrolle und überflog die aufgelisteten Informationen. Severus hatte dem Orden schon all diese Details über den Fluch gegeben, aber das konnte Malfoy nicht wissen. Das er dies Informationen bekommen hat, war ein Zeichen dafür, wie nützlich und proaktiv er sein konnte. Falls sie Severus verlieren sollten, war Malfoy in der Lage sie mit dieser Art Informationen zu versorgen.
Ein exzellenter Spion.
„Das sind unbezahlbare Informationen.", sagte sie, sie packte die Rolle vorsichtig in ihre Umhängetasche.
Er zuckte mit den Schultern.
„Nein wirklich. Das hier wird Leben retten. Ich hab nicht mal daran gedacht danach zu fragen. Das du das getan – Ich weiß nicht, wie ich dir genug dafür danken soll."
Malfoy sah leicht unbehaglich, durch die Dankbarkeit, aus.
„Was auch immer. Es war eine offensichtliche Information, die ich zur Verfügung stellen konnte. Die Todesraten in deinem Widerstand werden langsam bemerkt."
Hermine spürte wie ihr das Blut aus den Gesicht wich und er schaute sie an. „Wie viel länger glaubst du, dass ihr noch kämpfen könnt?"
Ihre Kehle zog sich zusammen. „So lange es nötig ist oder bis keiner mehr übrig ist. Es gibt keinen Plan B, Malfoy. Aufzugeben ist keine Option für uns."
Er nickte. „Das ist gut zu wissen."
Er pausierte, so als ob er sich plötzlich an etwas erinnerte. „Gibt es ein Sicherheitshaus, dass viele Kinder beherbergt oben in Caithness?"
Hermine wurde blass. „Warum – warum fragst du?"
Sein Ausdruck spannte sich an. „Es ist bemerkt worden. Es wird ziemlich sicher Ende der Woche jemand hingeschickt werden, um es unter die Lupe zu nehmen. Lasst sie nichts finden."
Hermine nickte schnell. „Ich muss los.", sagte sie und eilte zur Tür hinüber.
Sie rief einen gestaltlichen Patronus durch reine Willenskraft hervor. Es ist schwer für sie geworden, einen heraufzubeschwören, seit sie ihre Eltern obliviiert hat. Sie hatte mehrere Jahre gebraucht, um dies Fähigkeit wieder zu erlangen und sie hatte es nie geschafft die volle silberne Leuchtkraft wieder herzustellen, wie sie es während des fünften Jahres geschafft hatte.
„Finde Minerva McGonagall.", sagte sie. „Sag ihr sie soll sich für eine Evakuierung vorbereiten."
Als der Otter wegflitzte, rief sie einen weiteren hervor. Die geschmeidige, schimmernde Kreatur stand auf ihren Hinterbeinen vor ihr und schaute zu ihr auf.
„Geh und finde Kingsley Shacklebolt. Sag ihm, dass wir ein neues Sicherheitshaus für Caithness brauchen."
Sie disapparierte, um Moody zu finden.
Kinder zu Evakuieren war langsam und anstrengend. Sie konnten alle nicht selber apparieren, was hieß, dass alle verfügbaren und einfach zu kontaktierenden Mitglieder des Widerstandes mobilisiert werden mussten, um sie mit einem Besen wegzufliegen, um wiederholt Seite an Seite zu apparieren oder um sie auf den Rücken von Thestralen wegzutragen. Portschlüssel herzustellen brauchte zu lange. Keins der Sicherheitshäuser konnte es riskieren eine Flohnetzwerk Verbindung zu haben.
Sie hatten keine Ausweichsicherheitshäuser für so viele. Die Kinder mussten auf ein Dutzend verschiedene Sicherheitshäuser aufgeteilt werden. Sie mussten in kleinen Gruppen in andere Bereiche der UK gebracht werden, sie mussten sich neu niederlassen, Räume mussten vergrößert werden und neue Betten transfiguriert werden.
Hermine machte drei Touren. Als sie von der letzten zurück kam, glitt sie vor Erschöpfung an einer Wand hinunter. Sie hatte mehrere kleine Kinder bis nach Nord Irland appariert. Sie hatten sich übergeben und geschrien und geweint mit jedr weiteren Apparation. Sie hatte anhalten und sie trösten müssen, bis sie still genug heilten, um sie sicher weiter zu apparieren, ohne jemanden zu zersplintern.
Minerva apparierte und stoppte vor Hermine, ihr Ausdruck war hin und her gerissen.
„Deine Informationen?", fragte Minerva leise.
Hermine nickte. „Moody wird jedem erzählen, der nachfrägt, dass er davon erfahren hat, während er einen Greifer verhört hat."
Minerva nickte kurz zur Anerkennung und presste ihre Lippen zusammen, währen sie Hermine für einige Sekunden anschaute.
„Du bist ein gutes Mädchen; ich hoffe, dass das nie von irgendjemanden angezweifelt wird. Bist du – okay?"
„Er hat bis jetzt noch nichts mit mir gemacht." Das war alles an Zusicherung, was sie ihr geben konnte.
Etwas entspannte sich in Minervas Ausdruck. Sie nickte kurz und verschwand dann wieder, um dabei zu helfen die Schutzzauber aufzulösen und die Möbel zurück schrumpfen zu lassen.
Hermine schaute auf die Uhr. Es war eine Vollmondnacht und sie brauchte Flussgras.
Sie stand auf und ging aus dem Pfarrhaus, bis sie den Rand der Anti-Apparations Barrieren erreicht hatte. Dann fing sie eine Reihe an Sprüngen an, um zurück nach London zu kommen.
Sie stoppte in einem großen Feld, in dem sie oft das Suchen anfing, es war in der Nähe des Forest of Dean. Sie hielt ihren Zauberstab ausgestreckt und zauberte einen Zeig-Mir Zauber und folgte ihm auf der Suche nach der unkrautartigen Pflanze.
Das helle Licht des Mondes ließ das Meer aus Gras in Schatten versinken. Die dichten Bäume in der Nähe hoben sich wie schwarze Vorhänge gegen den hellen Nachthimmel ab. Als Hermine einen kleinen Abhang hinunter glitt, rauschte ein leichter Windzug über das Feld, sodass es leise raschelte. Als das raschelnde Geräusch der Bewegung verblasse, drang ein tiefes Heulen aus der Windrichtung der Bäume zu Hermine.
Sie erstarrte.
Ein Werwolf.
Es sind noch nie zuvor Werwölfe in dieser Gegend gewesen. Sie ist so müde und abgelenkt gewesen, dass sie nicht einmal daran gedacht hatte, irgendwelche Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen.
Dann ertönte ein weiteres Heulen. Weiter entfernt. Zu ihrer Rechten.
Und ein weiteres Heulen.
Da war ein Rudel Werwölfe im Forest of Dean.
Sie wäre fast disappariert aber sie stoppte, zögerte. Sie brauchte Flussgras. Wenn sie es nicht heute Nacht bekommen würde, dann würde sie einen ganzen Monat warten müssen, bis sie es wieder bekommen konnte. Sie musste den Trank machen. Severus würde nicht seine Hilfe anbieten oder sich die Zeit nehmen Tränke zu erfinden, wenn es nicht sehr dingend war.
Sie rannte den Hügel hinunter in die Richtung, wo der Lokalisierungszauber die führte.
Ein weiteres Heulen. Näher.
Sie zog schnell das Silbermesser aus ihrer Tasche und begann Bündel des Flussgrases so schnell sie konnte abzuschneiden, ohne die Wirksamkeit zu beeinflussen. Es war nicht genug.
Sie zauberte noch einmal den Lokalisierungszauber und rannte in die Richtung, in die ihr Zauberstab sie führte. Als sie dies tat, schaute sie auf und sah den deutlichen, gestreckten Schatten eines Werwolfes, der den Abhang in ihre Richtung hinunter schlenderte.
Sie rutschte ab und wäre fast hingefallen, als sie einen Fleck mit Flussgras erreichte und es in wenigen Sekunden abschnitt.
Der Werwolf war nur noch weniger als vier Meter von ihr entfernt und kauerte sich nach unten, bereit zu Absprung, als sie sich endlich auf dem Absatz umdrehte und zum nächsten Ort apparierte, an den sie denken konnte.
Hermine tauchte wieder auf den Stufen von Malfoys unortbarer Hütte auf. Sie schnappte nach Luft, sie ließ sich auf die Stufe fallen und saß keuchend da, als sie versuchte wieder zu Atem zu kommen.
Sie lehnte sich gegen die Tür und schloss die Augen, als ihr Herz weiter wie verrückt schlug.
Sie war überhaupt nicht mehr in Form. Sie konnte nicht glauben, wie schnell sie außer Atem war vom Rennen. Ihr Luftröhre brannte und da war ein schneidender, stechender Schmerz in ihrer Lunge, jedes Mal, wenn sie einatmete.
Außer durch die Natur zu streifen, um Zaubertrank Zutaten zu sammeln, betätigte sich Hermine in keinerlei körperlicher Aktivitäten. Nachdem sie von den Kämpfen abgezogen wurde, hatte sie keine Zeit mehr gehabt, um zu trainieren oder Übungen zu machen, geschweige denn sich Sorgen über ihre körperliche Fitness zu machen.
Beim Merlin, sie war nutzlos. Wenn sie sich jemals auf einem Schlachtfeld wiederfinden würde, würde sie vermutlich innerhalb von Sekunden getötet werden.
Ihr Atem hatte sich wieder normalisiert, aber sie blieb noch für eine weitere Minute sitzen, als sie versuchte ihren Herzschlag zu verlangsamen.
Die Tür hinter ihr wurde abrupt aufgerissen und sie viel nach hinten in die Hütte.
Ihr Kopf schlug auf das Holz auf und helle Flecken fingen an vor ihren Augen zu tanzen, als sie Malfoy entdeckte, der auf sie hinunter starrte, wütend.
„The Fuck, Granger, was tust du?"
„Malfoy?", sagte sie und schaute verwirrt zu ihm nach oben. „Was machst du hier?"
„Was ich hier mache?", zischte er. „Du hast die Schutzzauber aktiviert. Ich habe angenommen, dass du mir für irgendetwas brauchst."
Sie drehte sich zur Seite und stand auf.
Malfoy schaute sie von oben bis unten an.
„Was hast du gemacht?"
„Ich habe Flussgras gebraucht, das während des Vollmonds geerntet werden musste.", sagte sie, sie bemerkte, wie sie immer noch leicht keuchte. „Und dann waren da Werwölfe. Ich konnte nicht bis nächsten Monat warten. Also bin ich weggerannt und habe währenddessen das Gras gesammelt. Aber ich bin nicht mehr besonders fit. Es hat mich außer Atem gebracht. Das hier war der Ort, der am nächsten war, wo ich hin apparieren konnte. Also habe ich versucht mich kurz zu erholen."
„Wo hast du das Flussgras gesammelt?" Seine Stimme hatte etwas Angespanntes an sich.
Sie gestikulierte über ihre Schulter. „Da ist ein Feld in der Nähe von hier, im Forest of Dean. Es ist einer der Orte, wo ich normalerweise hingehe, um Zutaten für Tränke zu sammeln."
„Normalerweise –"
Es herrschte eine kurze Pause.
„Du wanderst nachts draußen rum. Zum Zutaten sammeln?" Seine Miene erstarrte.
„Ja." Hermine nickte, sie schaute verstohlen zu ihm. „Ich habe es schon zuvor erwähnt."
„Nein... Du hast gesagt, das zu Zaubertrank Zutaten besorgst. Ich habe angenommen, dass du einen Zulieferer hast." Sein Ausdruck verhärtete sich und seine Augen waren beschuldigend, so als ob sie ihn angelogen hatte.
Hermine schaute ihn ungläubig an. „Ich bin eine Terroristin. Es kostet ein Vermögen Zaubertrank Zutaten auf dem Schwarzmarkt zu besorgen. Ich werde mein Budget nicht verschwenden, wenn ich sie kostenlos und in besserer Qualität bekommen kann, wenn ich die Arbeit selber erledige."
„Also latscht du, nachts, durch die Natur im magischen Britannien, um Zutaten für Tränke zu sammeln? Alleine?"
„Offensichtlich.", sagte Hermine schnaubend. „Deshalb treffen wir uns Dienstag morgens, nachdem ich fertig bin."
Es herrschte eine lange Stille.
„Du wirst das nicht mehr tun.", verkündete er mit entschlossenem Tonfall. „Du wirst aufhören. Du wirst in dem traurigen kleinen Sicherheitshaus bleiben, in dem du die Leute heilst und du wirst nicht mehr Zutaten sammeln gehen."
Hermine starrte ihn entrüstet für einige erstaunte Sekunden an. „Das werde ich definitiv nicht tun! Du kannst nicht kontrollieren was ich tue."
Seine Miene spannte sich an, ein räuberisches Funkeln erschien in seinen Augen. „Das kann ich sehr wohl. Hast du es vergessen? Du gehörst mir. Wenn ich dir sage, dass du in diesem Zimmer sitzen sollst und bis nächste Woche an die Wand starren sollst, dann hast du dein Versprechen gegeben, dass du es tun wirst."
Hermine fühlte, wie sich die Wut in ihr ausbreitete. „Nein das würde ich nicht tun. Weil du mir dein Wort gegeben hast, dass du nicht meine Arbeit für den Orden beeinträchtigst. Zutaten sammeln ist ein Teil meiner Arbeit. Es steht nicht zur Diskussion. Wenn du alles kontrollieren willst, was ich tue, dann musst du warten, bis wir gewinnen. Du hast es genauso versprochen."
Malfoy stand da und funkelte sie an, seine Augen waren abschätzend. Dann wechselte er abrupt das Thema. „Du bist also vor einem Werwolf weggerannt?"
Sie errötete.
„Nein. Ich meine – sie waren nicht wirklich nahe, außer zu Schluss. Ich bin vielleicht nur so hundert Meter gerannt."
„Bist du deshalb immer noch außer Atem?", sagte er skeptisch.
„Ich – ich mach nicht viel andere körperlich anstrengende Arbeit außer das Sammeln. Es gibt nicht wirklich einen Grund für mich an meiner Ausdauer zu arbeiten.", sagte sie abwehrend.
Malfoys Mund klappte plötzlich auf; er machte ihn wieder zu und legte eine Hand für einige Sekunden über seine Augen, so als ob er sich erst einmal fassen müsste. Dann zog er seine Hand weg und starrte sie an.
„Wann genau war das letzte Mal, als dich jemand im Kämpfen unterrichtet hat? Ich nehme an, dass du die Grundlagen des Duellierens übst, gegeben, dass du so wichtig bist, dass sie dich nicht mal mehr kämpfen lassen. Deine Verteidigung muss mit Sicherheit unvergleichlich sein; wenn sie dich mitten in der Nacht alleine raus gehen lassen."
Hermine ließ ihren Blick sinken und fummelte an dem Träger ihrer Umhängetasche herum. „Ich bin sehr beschäftigt. Das ist einer der Gründe, warum sie mich aus den Kämpfen zurück gezogen haben, weil es so viele andere Dinge gibt, für die sie mich brauchen."
„Wie lange ist es her, Granger?" Seine Stimme war harsch.
Sie schaute sich im Zimmer um. Die dumme Hütte hatte nicht einmal etwas, wo sie so tun konnte, als ob sie es musterte. Sie konzentrierte sich auf einen Ast in den Dielen.
„Es ist – vermutlich so zweieinhalb Jahre her.", sagte sie leise.
Er ließ sein Gesicht in seine Hand sinken und war still, so als ob er es nicht einmal ertragen konnte sie anzuschauen.
Hermine verdreht ihre Augen.
„Nun ich geh dann mal wieder.", sagte sie schlussendlich mit rauer Stimme. „Es tut mir leid, dass ich dich gestört habe. Es wird nicht wieder vorkommen."
„Ich werde dich trainieren.", sagte Malfoy abrupt, er richtete sich auf und schaute auf sie hinunter.
„Was?" Sie schaute ihn verwirrt an.
„Ich werde dich trainieren.", sagte er langsam. „Da es anscheinend keine Option ist dich davon abzuhalten, Zutaten sammeln zu gehen. Ich werde meine Zeit nicht damit verschwenden einen neuen Vertrag mit dem Orden zu schließen, weil du nicht schlau genug warst um dich ausreichend fit fürs Kämpfen zu halten. Angesehen der Tatsache wie sie alle kämpfen, gehe ich davon aus, dass jede andere Person, die ich bekommen würde, scheiße in Okklumentik sein würde und viel leichter aufgegriffen werden könnten."
Nun, Malfoys Slytherin Selbsterhaltungsinstinkt war definitiv noch stark ausgeprägt. Hermine seufzte irritiert.
„Das ist wirklich nicht nötig. Ich kämpfe nicht. Es gibt kaum Probleme, wenn ich auf Zutatensuche gehe. Du musst dir keine Sorgen darum machen, deinen wertvollen Kriegs Preis zu verlieren."
„Ach wirklich?", sagte er, seine Stimme klang lässig als er auf sie zu kam. „Du willst nicht? Denn du wirst bald mit deinen Okklumentik Übungen fertig sein. Ich hatte gedacht, du würdest es eher bevorzugen, das Duellieren zu üben, als ein paar der anderen Aktivitäten, von denen ich verlangen könnte sie mit dir zu üben."
Sie bezweifelte, dass er tatsächlich die Absicht hatte, seine schlecht verschleierte Drohung wahr werden zu lassen, da er keine spezifische Neigung dafür gezeigt hat. Wenn er sie im Duellieren unterrichten wollte, dann würde ihr das nicht schaden. Sie würde es definitiv vorziehen. Sie musste weiter Zeit mit ihm verbringen. Sie würde ihre Mission nicht erreichen, wenn sie keine Zeit miteinander verbrachten.
„Also gut.", sagte sie schnippisch, ihr Ausdruck war leicht von Hohn durchzogen.
„Du siehst so verbittert aus." Sein Gesichtsausdruck sah fast boshaft vor Spott aus. „Hast du gedacht, dass ich es einfach veralngen werde, dass du mich vögelst, anstatt es nicht zu tun. Entäuscht?"
„Nur in deinen Träumen.", sagte sie und funkelte ihn böse an.
„Jede Nacht."
Sie verdrehte die Augen.
„Erkaufst du dir all deine Gesellschaft?", sagte sie, ihre Stimme war süß und ihr Ausdruck herablassend. Er blinzelte nicht einmal.
„Ich genieße Professionalität.", sagte er einfach, er schaute nach oben an die Decke, so als ob er ein Mantra aufsagte. „Klare Linien. Kein Drama. Ich muss nicht so tun, als ob ich mich sorge."
Er grinste höhnisch bei den letzten Worten, so als ob sich Sorgen zu machen das beleidigenste Konzept ist, was die Menschheit je gesehen hat.
„Natürlich. Das ist so typisch du."
„Durchaus.", stimmte er mit einem dünnen Lächeln zu.
Es herrschte eine Stille. Hermine wollte ihm sagen, dass er abscheulich war, aber sie war sich sicher, dass er das schon wusste. Sie war müde und es brachte sie dazu grausam sein zu wolle.
„Redest du mit ihnen und weinst, erzählst ihnen wie traurig und einsam sein Leben ist? Oder beugst du sie einfach ohne eine Wort vornüber?", fragte sie, ihre Stimme strotzte nur so vor Spott.
Seine Augen blitzen auf.
„Willst du, dass ich es dir zeige?", seine Stimme war schneidend und so kalt wie ein Eissplitter.
Durch Hermines beinahe Zusammenstoß mit einem Werwolf rauschte das Adrenalin immer noch durch sie hindurch. Sie war an hohe Stresslevel, durch ihre Arbeit auf der Krankenstation, gewohnt, aber es war immer das Leben von jemand anderen. Sie fühlte sich wie high, durch ihre nahe Begegnung mit dem Tod. Sie verstand Harry auf einmal. Sie fühlte sich, als ob sie alles tun konnte.
Ein Gedanke schoss ihr, bei Malfoys Drohung, plötzlich durch den Kopf.
Sie schaute zu ihm nach oben und hob ihr Kinn an.
„Du wirst es nicht tun."
Seine Augen wurden grausam, aber bevor er antworten konnte fuhr sie fort. „Es wäre zu real für dich. Es mit jemanden zu tun, den du kennst. Jemanden, den du wieder sehen würdest. Es würde deine klaren Linien durcheinander bringen."
„Versuchst du mich zu testen, Granger?" Seine Stimme war tief und zärtlich.
Sie starrte ihn an.
„Ich nehme an das tue ich.", sagte sie kalt, aber ihr Herz begann wie verrückt zu schlagen, als ihr bewusst wurde, was sie gerade getan hat.
Er lehnte sich nach unten, seine Augen waren steinhart, bis sein Gesicht nur noch wenige Zentimeter von ihrem eigenen entfernt war.
„Zieh dich aus."
Hermine bewegte sich nicht und er tat es auch nicht, also kam er langsam noch näher, bis sie zurück wich. Er ragte über sie hinaus. Seine Augen glitzerten.
„Es bringt dich um, oder? Das Ungewisse. Du hast von mir erwartet es sofort zu tun. Das Warten – Versuchen zu erraten, wann es vielleicht passieren wird – das stört ich mehr, als der Gedanke, mich tatsächlich vögeln zu müssen."
Er grinste höhnisch. „Nun – du hast meine Aufmerksamkeit. Zieh dich aus."
Hermine starrte zu ihm nach oben, sie spürte wie ihr Gesicht heiß wurde, als der Rest ihres Körpers immer kälter wurde.
„Du willst mich nicht einmal. Warum hast du mich in deine Forderungen eingeschlossen? Was ist der Sinn dahinter?", fragte sie. Ihr Stimme war wütend und verwirrt.
Er grinste. „Du hast recht. Ich will dich nicht."
Es hätte nicht weh tun sollen, als er das sagte, aber irgendwie tat es das. Vor allem durch den rachsüchtigen Spott, der in seiner Miene zu sehen war, als er auf sie hinunter starrte.
„Wie dem auch sei, es wird niemals alt werden dich zu besitzen. ‚Jetzt und nach dem Krieg.' Ich kann es kaum abwarten zu sehen, wie bitterlich du diese Worte bereuen wirst. Also, zieh dich aus." Seine Stimme wurde tiefer. „Oder soll ich es für dich tun?"
Hermines Hände wanderten nach oben zu dem Kragen ihrer Bluse und hielten ihn schützend fest. Sie war verängstigt und wütend, sodass sie das Gefühl hatte, gleich das Weinen anzufangen. Er besaß sie. Sie hatte dem Ganzen zugestimmt. Ihr Kinn bebte und ihre Hände fingen das Zittern an.
„Macht, turnt dich an, oder?" Ihre Stimme zitterte vor Rage, als sie sich dazu zwang, den obersten Knopf ihrer Bluse zu öffnen. „Jemandem weh zu tun, der sich nicht wehren kann – oder sich nicht – wehren wird. Das zu verwenden, worum sich Menschen sorgen, um sie zu foltern und sie zu Dingen zu zwingen. Du bist genauso wie Voldemort."
Die Boshaftigkeit in Malfoys Gesichtsausdruck verschwand plötzlich und er wurde blass. Die Mauern um seine Rage verschwanden plötzlich und Dunkelheit und Magie strömte aus ihm in Wellen heraus, es füllte und wand sich durch die Luft.
Die eiskalte Wut, die in seinem Ausdruck erschien war niederschmetternd. Seine Augen wurden schwarz, seine Lippen verzogen sich bissig und er wurde immer blasser und blasser als er sie anstarrte.
Hermines Augen weiteten sich vor Horror und sie wich zurück, machte sich bereit.
„Raus!", zischte er.
Hermine starrte ihn an, bewegte sich nicht. Wie ein Tier, das vor Furcht erstarrt war.
Er schäumte vor Wut. Plötzlich krachten die Türen der Hütte so gewaltsam auf, dass die Scharniere nachgaben und die Tür auf den Boden viel.
„RAUS!", brüllte er.
Er musste es Hermine nicht noch einmal sagen. Sie stürzte auf die Tür zu und apparierte, sobald sie spürte, dass sie hinter den Schutzzaubern war.
Als sie durch die Tür am Grimmauld Platz ging, brach die am Boden des Vorraums zusammen, zitternd vor Furcht.
Dumm. Dumm. Dumm. Schimpfte sie sich selbst, als sie sich zum
Atmen zwang. Sie hatte das Gefühl, eine Panik Attacke zu bekommen.
Sie konnte nicht verstehen, was sie geritten hat, dass sie ihn so provoziert hat. Wenn es nicht mitten in der Nacht wäre, hätte die ihren Kopf wegen ihrer eigenen Dummheit gegen den Boden geschlagen.
Nachdem sie Harry schon unzähligen Male über die Konsequenzen seiner Nervenkitzel suchenden Aktionen ausgeschimpft hatte; sie hatte das ganze vermutlich noch getoppt.
Sie war eine Idiotin.
Sie presste ihre Hand über ihr pochendes Herz und ließ ihr Gesicht in die Ellenbeuge fallen. Sie wimmerte leise.
Draco Dormiens Nunquam Titillandus.
Außer dass sie keinen schlafenden Drachen gekitzelt hatte. Ihre Aktion kam eher dem gleich, dass sie zu ihm hin spaziert ist und ihm eine mit einem Klatscher Schläger übergezogen hatte.
Sie brauchte Malfoy. Die brauchten ihn unbedingt und ein bisschen Adrenalin hat sie ihren Kopf verlieren lassen.
Er hatte recht, sie kam mit der ungewissen Furcht nicht klar. Die dauerhafte Ahnung. Ihre Erschöpfung, durch die dauerhafte Frage was er wollte. Was er mit ihr vor hatte. Ständig auf die nächste Hiobsbotschaft zu warten. Es fraß sie bei lebendigem Leib auf.
Wenn er ihr weh tun würde oder sie ficken würde, dann wollte sie es einfach wissen und dass er es hinter sich brachte.
Jede Woche zu ihm zu gehen, ohne zu wissen, was er als nächstes vor hatte –
Es zerbrach sie in kleine Teile.
Sie biss sich auf die Lippe, als sie sich gegen die Tür lehnte. Sie versuchte nicht in Tränen auszubrechen, als die Welle des Noradrenalins nachließ und sie in ein tiefes Loch fiel. Sie wurde von Horror und Verzweiflung überflutet.
Sie vergrub ihr Gesicht in ihren Händen und schluchzte leise.
Ihre Angst hat dem Orden gerade vermutlich den Sieg gekostet. Oder zu mindestens unzählige Menschenleben.
Sie musste einen Weg finden, um es wieder gut zu machen.
Sie schlang ihre Arme um sich selbst und versuchte runterzukommen und nachzudenken.
Atme. Atme. Atme.
Als ihre Brust endlich nicht mehr von Schluchzern erschüttert wurde, stand sie auf und wischte sich ihre Tränen weg.
Sie ging nach oben zu ihrem Zaubertrank Vorratsschrank, sie verstaute das Flussgras und verbrachte mehrere Minuten damit ihre Gedanken zu organisieren, sie zwang ihre Hände dazu, das Zittern aufzuhören.
Sie ging zu ihrem Zimmer.
Sie Tür war nur angelehnt. Was seltsam war, weil sowohl sie selbst als auch Ginny normalerweise sehr sorgfältig waren die Türen zuzumachen und abzuschließen. Grimmauldplatz war zwar zur eingeschränkt für Mitglieder des Widerstandes zugänglich, aber es gab immer mal wieder ein paar neugierige Individuen, mit wenig Respekt für Privatsphäre oder persönliches Eigentum hatten.
Hermine spitzelte ins Zimmer und sprang dann überrascht zurück.
Ginny und Harry waren halb nackt, wenn sie es nicht schon ganz waren, es schien, als ob sie nur Sekunden davon entfernt waren, es zu tun.
Hermine führte einen schnellen Privatsphäre Zauber über der Tür aus und eilte davon. Sie pausierte und zögerte kurz auf dem Treppenabsatz. Die Zimmer des Grimmauldplatzes waren momentan alle gefüllt. Ein paar der älteren Kinder von Caithness sind hier her gebracht worden.
Die Stube im Erdgeschoss wurde momentan von all den Schlaflosen beschlagnahmt. Es waren nicht viele Orte übrig, wo man schlafen konnte.
Sie war so müde. Ihre Heul-Attacke von vorher ließ sie innerlich hohl fühlen.
Sie krabbelte auf ein Fensterbrett und versuchte einzuschlafen, aber ihre Gedanken wollten keine Ruhe geben. Sie wiederholte immer wieder die Unterhaltung mit Malfoy in ihrem Kopf. Machte sich Sorgen um den Trank, den sie brauen musste. Sie durchlebte wieder den Moment, als all die Wut aus Malfoy herausgekommen ist und er sie angebrüllt hat.
Er hat ihr nicht weh getan.
Er hat die Gelegenheit dazu gehabt und mehr als genug Wut, aber er hat es zurück gehalten und hat sie stattdessen weggeschickt.
Ein mörderischer Todesser, mit einer Art moralischem Code. Ein Oxymoron, wenn es jemals so etwas geben sollte.
Es musste mit seinen Motiven, den Orden zu unterstützen, zusammenhängen.
Was wollte er?
Es ärgerte sie zutiefst, dass sie es nicht herausfinden konnte.
Nachdem sie sich für eine halbe Stunde auf dem Fensterbrett hin und her gewälzt hatte, stand sie mit einem Seufzen auf. Sie wollte nicht versuchen Severus Trank zu brauen, bevor sie richtig ausgeruht war. Sie stand auf und ging ins oberste Stockwerk des Hauses. Dort war ein Übungsraum.
Sie schaute hinein und sah, dass er leer war.
Sie ging in die Mitte des Raumes und zog ihren Zauberstab hervor und ging ein paar der Duellier Figuren durch.
Als sie von ihrer Heilerinnen Ausbildung aus Europa zurück gekehrt war, hat sie nur an zwei kleinen Kämpfen teilgenommen, bevor der Orden entschieden hat, sie komplett aus den Schlachten raus zu halten. Nach Jahren, in denen sie nicht mehr gekämpft hatte war sie etwas eingerostet, viel weniger geübt, wie all die anderen in ihrem Alter. Der Rest der DA waren schnell und konnten mächtige Zauber ausführen, ausweichen und ihren Zauberstab schwingen, während sie immer noch mit exzellenter Genauigkeit aus weiter Entfernung kämpften.
Heilen war raffiniert. Man musste sich eher zurückhalten. Nahe Arbeit mit Aufmerksamkeit für die kleinsten Details.
Wieder zu versuchen zu duellieren, war so ein Gegensatz in den Techniken, sodass sie grottenschlecht gewesen ist.
Ron und Harry haben einiges ihrer Zeit dafür benutzt ihr dabei zu helfen aufzuholen, aber bevor sie dies tun konnte, hat Kingsley vorgeschlagen sie ganz aus den Schlachten raus zu halten. Niemand hat auch nur so viel wie ein Murmeln dagegen einzuwenden gehabt.
Hermine konnte es rational nachvollziehen, aber selbst Jahre danach, tat die Entscheidung immer noch weh. Sie fühlte sich, als ob sie irgendwie versagt hätte und abgeschoben wurde – weg von allen anderen.
Die originale DA sind ein eingespieltes Team geworden, von dem sie kein Teil war.
Hermine biss sich auf die Unterlippe und zauberte einen Protego Zauber so stark wie sie konnte. Das Schild leuchtete vor ihr auf.
Sie seufzte vor Erleichterung, als sie den Zauber wieder abklingen ließ. Immerhin bekam sie das noch hin.
Sie schickte eine Reihe von Sprüchen auf die Dummys am anderen Ende des Zimmers. Die Hälfte davon traf ihre Ziele. Keiner von ihnen war präzise.
Sie errötete und versuchte es noch einmal. Sie war irgendwie noch schlechter beim zweiten Mal.
Hermine fluchte über sich selbst. Sie bewegte sich nicht. Sie war nicht auf einem Schlachtfeld. Es wurden ihr keine anderen Sprüche entgegen geschleudert.
Sie war beschissen.
Falls das Unerwartete passieren sollte, und Malfoy sie trainieren sollte, dann würde er sie nieder machen, wie unbeholfen sie geworden ist.
Sie straffte ihre Schultern und versuchte es noch einmal.
Sie zauberte ein paar komplexere Flüche.
Nun das bekam sie immerhin hin.
Es fehlte ihr nicht an Kenntnissen, wenn es zu Kampf Magie kam. Sie war einfach nur grottenschlecht, was das eigentliche Kämpfen betraf.
Das war immerhin ein kleiner Trost.
Nun, eigentlich nicht wirklich.
Sie machte weiter, bis ihre Hände vor Erschöpfung das Zittern anfingen. Dann ließ sie sich auf die Trainingsmatten fallen und schlief ein.
„Hermine, was zur Hölle? Warum bist du hier drinnen?"
Hermine blinzelte am nächsten Morgen und fand Ron wie er über ihr stand, flankiert von Ginny, Neville, Dean, Seamus, Lavender, Parvati, Padma, Fred und Angelina.
Sie setzte sich mit einem stöhnen auf und rieb sich die Augen.
„Mein Bett wurde während der Wiederunterbringung beansprucht.", log sie und warf Ginny einen wissenden Blick zu. „Ich bin hier her gekommen, um zu schlafen."
„Oh.", sagte Ron. „Nun wir werden eine Angriffs Formation üben, bevor Neville und Seamus für diese Aufklärungsmission raus müssen. Also – wir brauchen das Zimmer."
Hermine nickte und stand auf.
„Kann ich zuschauen?", hörte sie sich selbst fragen.
Ron runzelte die Stirn und schaute sie an.
„Ja. Sicher. Wenn du Zeit dafür hast. Halte einfach – dein Schild aufrecht. Es werden einige Sprüche umher fliegen."
Hermine zog sich in eine Ecke zurück und beobachtete wie Ron die Strategie darlegte. Sie konnte den ganzen Bezeichnungen, die er benutzte nicht folgen. Es waren keine traditionellen Kampf Begriffe, eher eine Art Kurzform, die sich unter den Kämpfern mit der Zeit eingebürgert hatte. Ihre eigene Sprache.
Als sie sich im Zimmer verteilten, zauberte sie ein Schild um sich selbst. Ron aktivierte einen der Zauber, die auf dem Zimmer lagen und dann fingen alle an Sprüche in Richtung der Wände zu schicken.
Die Sprüche sprangen zurück und prallten ab und schossen durch das Zimmer. Schon bald war das komplette Zimmer voller herumfliegender Magie.
Hermine beobachtete, wie die Mitglieder der DA anfingen durch die Angriffs Formation zu gehen. Ihre Sprüche waren präzise. Ihre Schilde Mächtig. Keiner von ihnen wurde auch nur von einem der herumfliegenden Sprüche gestreift. Es war instinktiv für sie. Sie wussten, wann ihre Schilde erneuert werden mussten. Sie wussten wie all die Anderen kämpften; wer sie decken würde. Sie kämpften eng zusammen und ohne Worte.
Ihre Kampf Fähigkeiten waren ihren eigenen weit überlegen. Es würde eine Wunder brauchen, damit sie das aufholen konnte.
Sie beobachtete, wie sie zwei Mal die Formation durchgingen, bevor sie sich abwand und aus dem Übungsraum schlüpfte.
Sie ging zu ihrem Zaubertrank Vorratsschrank, sammelte die Zutaten zusammen und machte sich fertig, um das Brauen anzufangen.
Am folgenden Dienstag apparierte sie nach Whitecroft und ging langsam auf die Hütte zu.
Sie fragte sich, ob Malfoy da sein würde. Sie betete das er es sein würde.
Sie hatte keine Ahnung wie sie die Dinge wieder gerade biegen sollte, wenn er nicht auftauchte. Sie konnte einfach nur hoffen, dass was auch immer ihn antrieb zu spionieren, ausreichend genug war, sodass ihr Verhalten ihn nicht davon abhalten würde.
Wenn er nicht da sein sollte, dann würde sie warten.
Wenn er da sein sollte – dann hoffte sie, dass er sie einfach bestrafen würde und es hinter sich bringen würde, anstatt sie es dauernd erwarten und fürchten zu lassen.
Die Tür ist repariert worden. Sie wappnete sich selbst und stieß sie auf.
Leer.
Nachdem sie eine Minute gewartet hatte, ging sie zum Stuhl beim Tisch hinüber. Ihr Magen verknotete sich vor Angst und sie versuchte sich selbst abzulenken, indem sie Arithmantik Formeln durchging, während sie da saß.
Sie musste nur aufhören darüber nachzudenken, was als nächstes passieren würde.
Plötzlich ertönte ein lautes Plopp und sie stand auf und drehte sich schnell um, als Malfoy auftauchte. Er stand da und starrte sie an, seine Miene war undurchschaubar.
Hermine sagte nichts. Sie schaute ihn an. Sie war erleichtert, dass sie nicht Zitterte.
Sie zwang sich dazu ihm in die Augen zu schauen. Das nadelartige Gefühl der Furcht begann ihre Wirbelsäule nach oben zu wandern. Ihr wurde auf einmal kalt. Sie konnte spüren, wie sich die Haare in ihrem Nachen aufstellten, als sie sich selbst wappnete.
Sie konnte sehen, wie sich sein Kiefer anspannte und er von ihr wegschaute.
Er hatte anscheinend nicht vor als erstes zu reden.
Sie holte tief Luft. Sie brauchte ihn. Er war offensichtlich immer noch wütend auf sie, aber sie musste es wieder gerade biegen. Egal was es kosten würde.
„Es tut mir leid.", sagte sie verzweifelt. „Ich habe meinen Kopf verloren und eine Grenze überschritten. Es tut mir leid. Was auch immer ich tun kann, um es wieder gut zu machen – ich mach was auch immer du willst. Lass es mich einfach wieder gerade biegen."
