,,..." jemand spricht

/.../ jemand denkt

~...~ Parsel

45. Kapitel Klärende Gespräche

Hermine pov

Gedankenverloren strich die junge Frau über den Kopf von Stupser. Da für Madam Merange noch kein Ersatz aufgetrieben worden war, hatten sie und die anderen Mädchen an diesem Mittwochnachmittag frei. Da sie als Siebtklässler die Erlaubnis hatten jederzeit hinunter ins Dorf zu gehen, hatten sie sich aufgemacht um Hogsmead unsicher zu machen. Alle bis auf sie und Tom. Ihr Blick wanderte zu eben jenem, er sass etwas Abseits auf eben jenem Stein, auf dem sie selbst im letzten Schuljahr gesessen hatte. Sie beide hatten nicht den Drang der Anderen nach Ablenkung des Schulalltags gehabt, sondern benötigten beide einen Moment um über alles in der letzten Tagen geschehene nach zu denken. Ihre Wesen waren jedoch seit ihrer Bindung noch sehr unruhig, wenn sie nicht beieinander waren und so hatte er sie in den dunklen Wald begleitet.

Ein Zupfen an ihrem Ärmel riss ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Thestral vor ihr. Er verlangte ihre Aufmerksamkeit und sie gewährte ihm diese. Gedankenverloren streichelte sie leise an zu summen, die schwarze Thestralhaut, während sie vor ihrem inneren Auge die letzten Ereignisse noch einmal durchging. Es hatte sie irgendwie nicht schockiert, dass Madam Merange anscheinend gemeinsame Sache mit Grindelwald machte. Sie hatte mit genügend Lehrern zu tun gehabt, welche sich am Ende als Feind herausgestellt hatten um sich von solch einer Wendung aus der Bahn zu bringen. Dennoch hatte es alte Wunden aufgerissen und auch die Tatsache, dass Tom nun ihre Vergangenheit kannte nagte noch etwas an ihr. Sie hatten zwar viel darüber geredet und auch wenn Tom und sie sich nicht in Allem einig waren, war das Beste die Sache vorerst ruhen zu lassen, bis sich die Dinge in dieser Zeit etwas beruhigt hatten.

Sie vertrat immer noch den Standpunkt, dass es sich bei dieser Zeit um ein Paralleluniversum handelte. Zum jetzigen Zeitpunkt konnte sie keine Erklärung finden, wie der junge Mann, welcher ihr Bindungspartner war zu solch einem Monster werden konnte. Tom konnte sich nur einen Grund vorstellen und dieser beinhaltete ihren Tod und seinen darauffolgenden Wahnsinn. Das war einer der Gründe, warum er sie so gut wie nicht mehr aus den Augen liess. Hermine fand das übertrieben, doch sie hatte seine Angst bereits mehrmals gespürt und miterlebt. Und es war ja nicht so, dass sie die Zeit mit ihm nicht genoss. Wenn es sie beide beruhigte wenn sie beieinander waren war dies doch eine legitime Sache. Hermine grinste, als ihr einfiel, dass Tom genau diese Worte vor kurzem als Erklärung verwendet hatte, als er sich mal wieder in den Mädchenschlafsaal geschlichen hatte. Dass er noch nie erwischt worden war, verwunderte sie von Nacht zu Nacht weniger.

Ihr Lächeln verblassten, als sie sich erinnerte, was auf diese neckischen und liebevollen Abend Ritualen meist folgte. Nachdem sie sich aneinander gekuschelt vom jeweiligen Tag erzählten schlief sie meist zuerst ein. In manchen Nächten erwachte sie dann später, da er sich im Schlaf so sehr an sie klammerte. Seine Okklumentikschilde waren zwar auch im Schlaf so stark, dass sie nichts von seinen Emotionen spüren konnte, doch seine Angst war unübersehbar. Wie sie vorher von Alpträumen geplagt war, war er es nun mit der Angst davor sie zu verlieren und ein Monster zu werden. Sie hoffte, dass diese Träume bald enden würden, sie konnte nichts tun, ausser ihm beruhigend Worte ins Ohr zu murmeln. Wenn sie es schaffte ihn aufzuwecken, so wollte er nicht darüber reden und schlief bald darauf wieder ein.

Am Tag liess er sich nichts von den Schrecken der Nacht anmerken und benahm sich normal. Doch sie wusste, auch wenn sie nicht mehr besprachen, seine Gedanken waren fixiert auf das Schlangenmonster und die Ungewissheit wann es gesehen würde. Es würde wohl noch einige Zeit vergehen, bevor er akzeptierte, dass sie nicht in den nächsten fünf Minuten tot umfallen würde. Sogar wenn dies wirklich geschehen würde, würde Tom dennoch nicht zu Voldemort werden. Hermine wusste dass ihr Tod auf sein Tod sein würde, wie der seinige auch der ihre. Obwohl sie nicht sagen konnte woher sie das so sicher wusste. Ihre Erinnerungen an das Ritual waren immer noch nicht mehr als Erinnerungsfetzten. Doch in dieser Sache war sie sich absolut sicher. Wenn einer von ihnen starb, würde es auch der andere tun. Und deswegen würde sie auf ihn aufpassen, während er versuchen würde sie vor allem zu beschützen.

Sie hatte ihm zwar davon erzählt, doch da sie keine Beweise vorbringen konnte verliess sich Tom lieber nicht darauf.

Tom pov

Er konnte irgendwo im Unterholz ein Rascheln vernehmen. Er ignorierte das Geräusch und liess seinen Blick noch einen Moment länger auf Hermine verweilen, bevor er erneut die Umgebung mit seinen Augen absicherte. Er wusste, sie hielt sein Verhalten für übertrieben und vielleicht würde er ihr in ein paar Monaten Recht geben, wenn die schmerzhaften und schockierenden Fakten über seine Zukunft nicht mehr so neu und erschlagend waren. Doch im Moment konnte er nur daran denken, was dazu geführt haben könnte dass er dieses Monster wurde. Er fühlte sich ein bisschen ähnlich wie Hermine zu beginn ihrer Reise in seine Zeit. Nur dass sie die Personen alle neu kennenlernen musste und er mit ihnen seit Jahren befreundet war. Auch wenn er es versucht hatte zu verstecken, so hatte er ein zwei Tage benötigt, um in seinen Freunden seine Freunde und nicht die Vorfahren der Todesser und ihre Gräueltaten zu sehen.

Auch wenn er es versteckt hatte, wusste er, dass Abraxas, die Lestrange Zwillinge, Tobias und Hermine sein verändertes Verhalten bemerkt hatten. Er würde ihnen eine Erklärung liefern müssen. So wie sie von Hermine auch noch eine erwarteten über deren geheimen Raum, welchen sie vor ihnen versteckt hatte. Vorerst hatten ihre Freunde sie beide nicht bedrängt, damit sie sich von den Geschehnissen in Grindelwalds Lager erholen und ihre Bindung festigen lassen konnten. Doch diese Frist würde sicherlich bald ablaufen. Während Abraxas die Geduld zu warten hatte und Tobias zu diplomatisch dazu wäre, waren die Lestrange Zwillinge nicht für ihre Geduld bekannt. Hermine und er wussten noch nicht genau, was sie ihnen erzählen sollten.

Hermine hatte erwähnt, dass sie am liebsten Miranda alles erzählen wollte, doch einsah, dass dies nicht ginge. Tom war der Meinung, dass es machbar sein müsse, wenn sie einen unbrechbaren Schwur leisten würde, doch er würde lieber darüber mit seinen Eltern sprechen. Bis jetzt hatte er es nicht geschafft sie davon zu überzeugen es ihnen beiden zu sagen. Er war sich sicher, dass seine Eltern genügend Verstand und feingefühl besassen, dass das Risiko einer Einmischung gering wäre. Sie wären jedoch eine grossartige Hilfe, besonders da sie viele verborgene Informationsquellen in unterschiedlichen Teilen der Welt besassen. Sein Vater könnte ihnen sicherlich auch bei der Frage helfen wie viele Personen ohne Gefahr eingeweiht werden könnten. Hermines Meinung dazu war, dass es genau Null Personen sein sollten und sie hatte sich auch deswegen so lange gegen ihre Bindung gewehrt.

Tom konnte ihre Beweggründe verstehen, doch das Kind war bereits in den Zauberkessel gefallen und mit genügend Absicherung könnten sie es zumindest ihren Freunden erzählen. Ihn würde es zudem ungemein beruhigen, wenn Abraxas auch noch ein Auge auf ihn haben würde, falls er doch aus anderen Gründen als Hermines Tod zum dunklen Herrscher würde. Auch mit seinen Eltern würde er sich gerne darüber unterhalten. Vielleicht wussten sie wie man herausfinden konnte ob sein Schicksal wirklich unabwendbar war oder Hermine mit dem Paralleluniversum doch Recht haben könnte. Er wollte selbst so gerne ihrer Theorie Glauben schenken, doch er wusste durch Rowena, dass die Zeit ein sehr verwirrendes Konstrukt war, welches nicht gerne mit sich spielen liess. Er würde es gerne verhindern, dass das Universum aufhörte zu existieren, nur weil sie einen Zeitknotenpunkt lösten um seine Umwandlung zum dunklen Lord zu verhindern. Vielleicht gab es eine Möglichkeit herauszufinden welche Ereignisse Zeitknotenpunkte waren. Ob er Hermine dazu bringen konnte, dass sie Helag und Row auch einweihten? Alle vier Gründer als Unterstützer zu haben wäre sicherlich eine grosse Hilfe. Ausserdem kannte sich Rowena mit Zeitzaubern aus, vielleicht konnten sie so erfahren, wie Hermine in seine Zeit gelangt war. Durch ihre Erinnerungen konnte er die Antwort darauf nämlich nicht finden. Es beruhigte ihn zwar, dass sie nicht geschickt worden war um ihn zu töten, doch wenn sie nicht wussten wie sie in seiner Zeit gelandet war, könnte es geschehen, dass sie in ihre Zeit zurückgebracht wurde, ohne dass er es verhindern konnte.

Da er seine Liebste die gesamte Zeit nicht aus den Augen gelassen hatte und sich auch auf die Umgebung achtete, bemerkte er die Veränderung lange vor ihr. Ein Schatten an einem nahen Baum schien sich zu verdichten. Er sah das aufblitzen von zwei blauen Augen, welche Hermine aus den Schatten beobachteten. Der Jäger schien ab zu warten und die Lage ab zu schätzen. Als er die Situation als ungefährlich einschätzte, pirschte er sich langsam an Hermine heran. Etwas zu gross geratene schwarze Pfoten waren das Erste, was den Schatten verliess. Eine schwarze Schnauze war das Zweite, doch man erkannte bereits jetzt den Schattenwolf. Es wäre eine eindrückliche Erscheinung gewesen, hätte der Wolf nicht ein gelb rotes Federbüschel zwischen den Zähnen getragen. Tom unterdrückte ein Lächeln, als er bemerkte, wie Hermine immer noch gedankenverloren bei den Thestralen stand. Das die junge Frau trotz ihrer Vergangenheit es schaffte so wenig von ihrer Umgebung mit zu bekommen erstaunte ihn immer wieder.

Der Schattenwolf hatte sich nun vollständig aus dem Schatten gelöst und setzte zum Sprung an. Die Thestralherde hatte den Neuankömling bereits bemerkt, seit er in den Schatten gesprungen war, doch da Schattenwölfe sie nie angriffen und sie die Wolf kannten, reagierten sie nicht auf ihn. Hermine war immer noch damit beschäftigt Stupser zu streichelen und hatte der Gefahr den Rücken zu gedreht. Tom beobachtete, wie sich der Wolf zum Sprung bereit machte. Ein schneller Satz und das schwarze Tier riss Hermine zu Boden. Die Thestrale stoben kurz auseinander, scharrten sich allerdings schnell wieder um die auf dem Boden liegenden. Tom stiess sich von dem Stein ab und schlenderte gemütlich auf das Geschehene zu.

Die Thestrale liessen ihn anstandslos durch, sie hatten ihn bereits akzeptiert, obwohl sie Hermines Anwesenheit seiner vorgezogen. Doch das war ihm ganz Recht, wenn die junge Frau sich nicht für die Pferde der Nacht interessieren würde, hätte er es wohl selbst auch nie getan. Als er sie erreicht hatte, hatte es Hermine gerade geschafft, sich unter dem schwarzen Fell hervor zu kämpfen und ihrerseits nun den Angreifer auf den Boden zu pinnen. Es war ein amüsantes Bild, dennoch war der Boden um diese Jahreszeit kein Ort um lange zu verweilen. ,,Ich habe dir ja gesagt, Shadow wird nicht drinnen bleiben." sagte er freundlich und reichte ihr seine Hand um ihr auf zu helfen, welche sie dankbar ergriff. Shadow hatte allerdings anderes vor als seine Gefährtin einfach so gehen zu lassen und sprang sie erneut an, während Tom sie gerade hochzog. Das Ergebnis war, dass sie nun alle auf dem Boden sassen, Tom halb über Hermine. Diese lachte auf und dadurch unterdrückte der schwarzhaarige seinen Impuls gleich wieder auf zu stehen. Es war schön sie so gelöst vor sich hin lachen zu sehen. Er konnte seinen Blick nicht von ihr lösen, doch bevor er die Gelegenheit bekam etwas Dummes zu tun, wie etwa sie hier auf dem Waldboden in eine kompromittierende Situation zu bringen, stiess Shadow ein Bellen aus. Tom setzte sich so weit auf, dass Hermine sich auch aufrichten und Shadow unter ihr hervor kriechen konnte. Als der Schattenwolf es geschafft hatte, warf er den Federball in Hermines Schoss. Firis trillerte kurz erbost, bevor sie die junge Frau glücklich an fiebte. ,,Oh Firis ist auch aufgewacht*" Glücklich rieb sie ihre Wange an dem weichen Federkleid.

Er sah wie Tränen über ihre Wangen liefen und er legte ihr eine Hand auf die Schulter, während sich Shadow neben sie auf den Boden legte. In den nächsten Minuten entschuldigte sich seine Geliebte bei ihren Begleitern dafür, dass sie sie solch einer Gefahr ausgesetzt hatte. Tom liess sie sprechen und drückte nur von Zeit zu Zeit mitfühlend ihre Schulter um ihr beizustehen. Als sie sich wieder beruhigt hatte, stand er auf und reichte ihr seine Hand. Sie lächelte ihn dankbar an und gemeinsam verabschiedeten sie sich von den Thestralen und machten sich auf den Rückweg ins Schloss. Shadow verschwand in den Schatten um sie in ihrem Klassenzimmer zu treffen. Sie hatten sich vorgenommen heute mit ihren Freunden erneut über die Ereignisse in und um Grindelwalds Lager zu sprechen.

Abraxas pov

Mit einem Stirnrunzeln betrachtete er seine beiden Freunde. Hermine und Tom hatten sie alle hierher gebeten und nun sass die gesamte Truppe in vertrauter Manier beieinander. Seit sie alle Sitzgelegenheiten zusammen geschoben hatten, hatten sie auch diese Sitzordnung beibehalten. Aufgeregtes Murmeln hallte durch den Raum, seit Tom erzählt hatte was wirklich mit Madam Merange geschehen war. Auch wilde Theorien betreffend Professor Slughorn und der offensichtlichen Liebelei zwischen den beiden Lehrkräften wurden in den Raum geworfen. Von Liebestränken, über Verfluchungen oder sogar dem Vielsafttrank war die Rede. Abraxas behielt seine Vermutungen für sich, diese Diskussion war zwar amüsant, doch er mochte es nicht mit Vermutungen um sich zu werfen. Er beruhte sich lieber auf Fakten und da die Auroren und Direktor Dippet die Wahrheit bereits von Beginn vor den Schülern geheim hielten glaubte er nicht daran, je die wahren Fakten zu erfahren.

Ausserdem hatte er selbst nie etwas mit der Professorin und deren Unterricht zu tun gehabt und deswegen keinen Bezug zu ihr. Was er allerdings tun würde, war seinem Vater einen Brief schreiben, dieser war schliesslich sowohl im Zauberer Magot, wie auch im Schülerrat. Er war gespannt, ob er von diesem auch die selben Informationen erhielt wie Tom von Salazar.

Im Augenblick war er selbst viel mehr daran interessiert, was ihm seine Freunde über die Hintergründe erzählen konnten. Er und seine Freunde waren immer noch Neugierig auf den Grund von Toms Entführung und was Hermine zu ihrem Versteck zu sagen hatte. Obwohl Abraxas ihr das nicht einen Moment Übel genommen hatte, er selbst hätte wohl etwas ähnliches gemacht, wenn er ein Flüchtling von Grindelwald gewesen wäre. Und es hatte ihn mächtig imponiert, wie lange sie den Raum vor ihnen hatte verbergen können.

Was ihn viel mehr interessierte war, was Tom in Hermines Vergangenheit gesehen hatte. Das es seinen Freund aus der Bahn geworfen hatte, war nicht von der Hand zu weisen. Er hatte schon länger vermutet gehabt, dass ihre Hintergrundstory so nicht stimmen konnte. Auch für ein Halbblut benahm sie sich einfach zu fremd. Er hatte selbst Verwandte in Frankreich und kannte demnach auch die Sitten und Gepflogenheiten des Landes. Er hatte diese Gedanken bereits seit ein paar Monaten nicht mehr gemacht, doch die neusten Ereignisse hatten diese Fragen wieder wach gerüttelt.

Als Tom das erste Mal nach der Flucht aus Grindelwalds Lager aufgewacht war, schien er sehr verwirrt und regelrecht panisch. Abraxas hatte es nicht geschafft mit ihm zu reden, bevor der Schwarzhaarige aus dem Raum gestürmt war. Etwas im Ausdruck seines Freundes hatte den Malfoyspross einen kalten Griff um sein Herz spüren lassen. Irgendetwas hatte sich verändert. Irgendetwas gravierendes und er konnte sich einfach nicht herausfinden was. Das beunruhigte ihn sehr. Als Tom das zweite Mal erwachte war er ruhiger. Zu ruhig, Abraxas hatte den Jungen jahrelang beobachtet und erkannte sofort, dass dieser seine Okklumentikschilde komplett oben hatte um keine Regung zu zeigen.

Er schien mit sich zu kämpfen, wollte sich jedoch augenscheinlich vor ihnen allen nicht die Blösse geben. Als Hermine ihm eine Hand auf das Knie legte und ihm etwas zu flüsterte fielen seine Schilde, gefolgt von einem kurzen Aufblitzen von Resignation. Er lachte leise und küsste kurz ihre Schläfe, während er etwas erwiderte. Was auch immer es war, es brachte ihm einen Klaps ein und die Situation schien gebrochen. Sie waren danach alle zusammen aufgebrochen um in der Grossen Halle das Abendessen ein zu nehmen.

Doch Abraxas war aufgefallen, dass Tom seine Partnerin seit dem Raum der Wünsche nicht mehr aus den Augen liess. Er hatte auch seither keine Nacht mehr in seinem Bett verbracht und auch wenn wenn es sicherlich als Gelegenheit hätte nehmen können um seinen Freund aufzuziehen, wie es Sac tat, beobachtete er eher still weiter. Sicherlich hätte man sagen können, Toms Verhalten sei auf die Bindung zurückzuführen, welche gerade erst abgeschlossen worden war, doch der Blonde junge Mann war sich sicher, es war mehr an der Sache dran. Es war die Art wie er sie ansah und dass er verborgen immer wieder die Umgebung nach Gefahren absuchte. Als käme jeden Moment jemand aus dem Hinterhalt um ihn und sie an zu greifen.

Der Vampir, um den sich seine Gedanken gerade kreisten räusperte sich und brachte die anderen zum Verstummen. Abraxas richtete sich etwas auf und hörte dem Bericht seines Freundes. ,,Von meinem Vater habe ich ausserdem erfahren, dass er wahrscheinlich der Grund war, dass ich entführt worden war. Es scheint, dass Grindelwald hinter dem Ring her war, welchen mir mein Vater vermacht hatte. Er bedauert es sehr und macht sich grosse Vorwürfe. Er bat mich, euch erneut seinen Dank zu übermitteln." Endete Tom und erneutes Murmeln erfüllte den Raum. Die eine Hälfte der Gruppe hatte schliesslich nichts vom Ring gewusst, wie sie auch Toms wahre Vergangenheit nicht gänzlich kannten. ,,Ähm Tom, verzeih, wenn ich Frage, aber wer sind deine Eltern?" Fragte dann schliesslich Mia und Abraxas unterdrückte ein Lächeln. Gespannt richtete er seinen Blick auf die Lestrange um ihre Reaktion zu sehen. ,,Ich meine wir haben sie kennengelernt, aber viel mehr als die Vornamen Sal und Ric haben wir…" Sie verstummte überrascht und Abraxas konnte das wölfische Grinsen von Tom fast spüren. ,,Was grinst ihr den alle so?" Fragte die junge Frau nun leicht verstimmt und errötete vor Wut.

Der Malfoyspross legte seinen Kopf schräg und verlor sich einen Moment in dem Anblick. Die junge Frau war in den letzten Jahren wirklich zu einer Schönheit herangewachsen. Und ihr erröten schmeichelte ihrer Schönheit umso mehr. Einmal mehr verfluchte der junge Malfoyspross, dass nicht sie die Person hatte sein können, für das sein Wesen sang. Ein kurzer Schmerz zog durch seine Brust, Schmerz zog durch seine Brust, wie immer wenn ihm dieser Umstand bewusst wurde. Er verfluchte einmal mehr dass das Schicksal ihm so übel mitgespielt hatte. Und der Erinnerung an einen anderen Schmerz.

Die Erinnerung an den qualvollsten Schmerz, welcher er je gespürt hatte, flammte vor ihm auf. Seine Gedanken wanderten ein ein paar Jahre zurück. Die Verwandlung des Malfoysprosses war etwas früher geschehen als normal. Seine Eltern glaubten dass es daran lag, dass sie beide Veelas waren, eine Verbindung, welche selten stattfand. Es konnte allerdings auch auf das Jahrelange training zurückzuführen sein. Da er entweder eine Veela oder ein Unerwachter werden konnte, da beide Elternteile Veela waren, wurde er sehr früh mit Unterricht für beide Szenarien unterwiesen. Er wusste, dass dies ein wirklich glücklicher Umstand war. Er kannte Familien, wo die Kinder, welche nach ihrem 16 Lebensjahr nicht erwacht waren aus der Familie verstossen worden waren. Anton Umbridge war so ein Fall. Er war zwei Klassen über ihnen und auch in Slyhterin. Er musste Hogwarts verlassen, da sie nicht weiter seine Schulkosten übernehmen wollten und ihn als Volljährig anerkannt haben, bevor sie ihn verstiessen. So musste er von einem Tag auf den anderen für sich selbst sorgen.

Sei es wie es sei, er erwachte bereits vor seinem vierten Jahr. In den Sommerferien, zwei Wochen vor Schulbeginn. Er war gerade mitten in einer Übungsstunde seines Vater, als er zusammenklappte. Er konnte sich noch undeutlich über die wütende Stimme seiner Mutter erinnern, die diesen ausgeschimpft hatte, während er sich durch den Schmerz der Verwandlung kämpfte. Um seinen Charme während dem Jahr zu dämpfen, welcher auch ein junger Männlicher Veela schwer beherrschen konnte, belegten sie ihn mit einer sehr dicken magischen Rüstung, welche das gesamte Jahr über halten würde. Es war kein schönes Gefühl gewesen die magische Rüstung zu tragen, es dämpfte nicht nur seinen Charme, er selbst bekam die Umgebung auch eher etwas gedämpft mit. Es war unangenehm, allerdings notwendig.

Da sich durch die Verwandlung auch sein Blut geändert hatte, mussten sie auch die Freigaben für die Verliese erneuern. So machten sich seine Eltern in der letzten Woche der Sommerferien auf um in Gringotts die benötigten Formulare und Rituale zu erledigen. Abraxas hatte die Kobolde noch nie wirklich gemocht, als Kind hatte ihr Aussehen ihn eher geängstigt. Ausserdem musste er sich für jedes Verliess erneut stechen lassen, was seine Laune bei der Anzahl der Verliese nicht wirklich besserte. Er war also erschöpft und wirklich, wirklich schlecht gelaunt, nachdem sie nach über vier Stunden die Oberfläche wieder sahen.

Beim Verlassen der Bank dies er mit einer jungen Frau zusammen. Er murmelte eine abgewürgte Entschuldigung aus, bevor er weiter hastete. Drei Schritt später war er erschrocken stehen geblieben, da das Gefühl durch seine Magische Rüstung zu ihm durchdrang. Ein Sog, gedämpft, doch eindeutig erkennbar. Ungläubig drehte er sich um und erhaschte noch einen letzten Blick auf eine braunhaarige junge Frau. Sie musste mindestens sechs Jahre älter als er sein. Überfordert von den Tatsachen, dass er sowohl so kurz nach seiner Verwandlung seinem Bindungspartner über den Weg lief und der dass sie so viel älter als er war, erstarrte er zur Salzsäule. Als seine Eltern aus dem Gebäude traten nahm er die Möglichkeit von hier zu fliehen war und verschwand mit seinen Eltern. Den Sog in seinem Innern ignorierte er konsequent und nach einiger Zeit spürte er ihn gar nicht mehr.

Als er schliesslich im Zug nach Hogwarts war konnte er sich einreden, dass er sich dies alles nur eingebildet hatte. Er kannte niemanden, der seinen Bindungspartner bereits eine Woche nach der Verwandlung gefunden hatte. Er beschloss darüber zu schweigen. Wenn sie wirklich seine Bindungspartnerin sein sollte, würder sie es nach seinem Abschluss auch sein. Er erzählte in der Schule niemandem von seiner Verwandlung, er würde sicherlich nicht die Aufmerksamkeit der anderen auf sich ziehen, weil er sich so früh und in einen Schattenveela verwandelt hatte. Nur seinen Freunden aus dem Schlafsaal erzählte er davon und Direktor Dippet war von seinen Eltern informiert worden, wie es Vorschrift war.

Zwei Monate nach dem Schulbeginn und erfolgreichen Verdrängung wurde er von einem heftigen Schmerz aus dem Schlaf gerissen. Es fühlte sich an, als ob jemand sein Herz aus seiner Brust reissen würde. Vor Schmerz gelähmt, den Mund stumm aufgrissen lag er durch die Nacht da. Er wusste nicht wie lange es dauerte, doch als der Schmerz abklang und er wieder klar denken konnte, war es bereits Morgen und seine Freunde brachten ihn in den Krankenflügel. Der zweite Schock folgte kurz darauf. Die Krankenschwester teilte ihm bedauernd mit, dass sein Wesens Magiekern fast ausgebrannt war. Dies geschah, normalerweise nur, wenn der Bindungspartner verstarb. Das Gesicht der Namenlosen Frau geisterte durch seine Gedanken.

Seine Eltern kamen in die Schule und er erzählte ihnen von der jungen Frau bei Gringotts. Die Erklärung, dass die Berührung ausgereicht hatte, damit die Wesen in ihnen die Verbindung erkannt hatten, trieb ihn fast zur Verzweiflung. Solch eine starke Verbindung vor der Bindung war sehr selten und sprach für eine sehr starke Magie Vereinigung. Was allerdings auch bedeutete, dass die junge Frau verstorben war. Hätte Abraxas nicht die magische Rüstung getragen und wären er und die junge Frau verbunden gewesen, wäre sein magischer Kern unwiderruflich verbrannt. Er war also knapp dem Tode entkommen, ob er allerdings in seinem Leben wieder einen Bindungspartner finden würde war eine andere Angenheit. Er wusste bis heute weder den Namen der Frau, noch wie sie gestorben war.

Als Tom den Namen seines Vater sagte holte dies Abraxas aus seinen schmerzhaften Erinnerungen. Sein Herz erwärmte sich beim Anblick der fassungslosen und sprachlosen Lestrange. Dass Magenta mit einem leisen Quieken bei der Offenbarung in Ohnmacht gefallen war, war nicht genug um seine Aufmerksamkeit von der blonden Frau zu nehmen. Er genoss den ungewöhnlichen Anblick, der sonst so redegewandten Slytherin. Sie öffnete immer wieder lautlos den Mund. Versuchte zum sprechen ansetzen, während sie sich hilfe suchend umsah, als erwartete sie, dass jemand los lachte oder eröffnete dass dies ein Scherz sei. Er prägte sich diesen seltenen Anblick ganz genau ein. Das Flattern seines Herzens und den kleinen Stich einmal mehr ignorierend.

Newt pov

Der Ausdruck des Unglaubens auf Mirandas Gesicht wäre sicherlich erheiternd gewesen, doch hinter den dichten Mauern seines Okklumentik erreichten ihn solche Gefühle kaum. Ebenso wenig die Ironie, dass er sich, sobald er einmal eine Situation erlebt hatte, welche ihn so sehr geängstigt hatte, er nun zu den Mitteln seines Vaters griff um nicht den Verstand zu verlieren. Ihm war bewusst, dass er gerade gegen seine normale Verhaltensweise verhielt, da er sonst wo immer er konnte, gegen seinen Vater und dessen Methoden rebelliert hatte. Doch auch diese Gedankengänge waren hinter seinen Okklumentikwänden nur Worte, ohne Bedeutung und Gewicht.

Während dem Angriff und der Befreiung von Tom hatte er solche Gefühle nicht gehabt. Diese erschienen erst nachdem sie alle wieder sicher in Hogwarts gewesen waren. Nachdem der Trubel in seinem Innern sich gelegt hatte und er erfassen konnte, was alles geschehen war. Schweissgebadet war aus dem Schlaf geschreckt, die Schreie der Männer und Frauen noch in den Ohren. Verzweifelt hatte er sich darauf hin in die Okklumentik geflüchtet. Er hatte intuitiv Mauer um Mauer um sich gezogen und die Erinnerungen an den Angriff auf Hogsmead und das Lager von Grindelwald so weit von sich geschoben wie er konnte.

Alle seine schmerzhaften Gedanken waren sicher verwahrt in einem Bodenlosen Loch, welches mit dicken Holzbrettern vernagelt war. Für ihn im Moment die Einzige Möglichkeit, nicht ständig die Schreie der Männer zu hören, der Geruch des verbrannten Fleisches zu riechen und das Beben des Bodens zu spüren. Flackernde Erinnerungen, welche ihn quälten, wann immer er seine Schilde fallen liess. Seine Nächte waren seit letzter Woche sehr kurz gewesen und er hatte Kaffee sehr zu schätzen gelernt. Er verbrachte auch weniger Zeit mit seinen Freunden, er las in der Bibliothek gerade alles was er zu Abwehr und Angriff finden konnte. Er wollte sich nie mehr so hilflos fühlen wie damals. Wie vor diesem Mann. Ein Zucken seiner Finger, war die Einzige Reaktion gegen Aussen, als er seine Gedanken unweigerlich auf den Grund seines selbstgewählten Exils hinter seinen Okklumentikwänden stiessen. Die Holzbretter über dem Schwarzen Loch knackten und knirschten, allein aufgrund der kurzen Erinnerung an diesen Mann. Bevor seine Gedanken dessen Namen formen konnte, wandte er sich entschlossen den Geschehnissen im Raumes zu.

Die Situation schien sich inzwischen beruhigt zu haben, obwohl Miranda etwas blass um die Nase aussah. Sicherlich war ihr gerade bewusst geworden, wie sie sich als Frau gegenüber jemand so hoch angesehenes verhalten hatte. Auch wenn die junge Frau, mit ihrer Unglücklichen Verwandlung auch ihre gute Etikette abgelegt zu haben schien, war sie schliesslich dennoch wie alle anderen Reinblut Kinder von Klein auf über die Etiketten erzogen worden. Tom ergriff wieder das Wort. ,,Mein Vater bat mich ausserdem euch zu fragen, ob jemand ein junges Mädchen gesehen hat? Relativ klein und mit schwarzem Schulterlangem Haar. Ihr Name lautet Masana."

Newt versuchte zwanghaft die in ihm aufsteigenden Erinnerungen zu unterdrücken. Doch er roch dennoch verbrannte Haare und Haut, den Geruch von Blut und unter das Murmeln seiner Freunde mischten sich die Schreie von panischen Männern und Frauen. Er versuchte die Bilder und Eindrücke von sich zu schieben um sich auf andere Dinge die er im Lager gesehen hatte zu konzentrieren. Es gelang ihm schlecht, doch er schaffte es nach und nach den Ton seiner Erinnerungen zu dämpfen und nur noch Bilder wahr zu nehmen. Und dann sah er sie. Er hatte ein junges Mädchen mit schwarzen Haaren in einem der Käfige gesehen, welches er dann befreit hatte. ,,Ich habe ein solches Mädchen gesehen, obwohl ich nicht weiss wie es heisst oder ob es das Mädchen ist, das ihr sucht. Ich hatte es aus einem der Käfige befreit, allerdings habe ich sie unmittelbar danach im Tumult aus den Augen verloren." Gab er seinen Freunden die Informationen weiter, an die er sich erinnern konnte. Tom nickte ihm dankbar zu und wandte sich danach wieder an die anderen, doch von diesen erhielt er nur ein Kopfschütteln.

Newt unterdessen konzentrierte sich darauf, alle Erinnerungen der Ereignisse wieder so tief wie möglich in sich zu vergraben. Die darauffolgenden Gespräche bekam er nur noch gedämpft mit. Hermine entschuldigte sich gerade bei allen, dass sie einen Raum vor allen versteckt hatte. Sie fuhr weiter aus, dass sie dies getan hatte um Erlebnisse aus ihrer Vergangenheit zu verarbeiten. Der junge Parkinson dachte nicht weiter darüber nach. Er vergrub sich tiefer in seine Okklumentikwände.

Dumbledore pov

Nachdenklich starrte der Lehrer für Verwandlung aus dem Fenster seines Arbeitszimmers. Er sah weder das sich immer mehr verdunkelnde Schlossgelände, noch schenkte er den Eulen oder Fledermäusen, welche zu dieser Stunde über dieses kreiste. Die einzige Bewegung, welche für lange Zeit von dem bärtigen Mann erfolgte, war das langsame streichen seines Bartes. Seine Gedanken jedoch wanderten stetig umher, er durchlief gedanklich immer wieder mehrere Jahre, bevor er schliesslich immer wieder an demselben Punkt landete. Er war sich sicher, dass Grindelwalds Schergen ihre Finger in Hogmsead im Spiel hatten. Und diese Tatsache beunruhigte ihn. Kurz geisterte das Gesicht eines jungen schönen Mannes, er hatte schulterlange blonde Locken und einem Lächeln, dass jedem die Knie weich werden liess vor seinem inneren Auge vorbei. Er konnte sich nicht dagegen wehren, dass seine Gedanken einen Moment abschweiften, einen Moment verharrten bei den vollen Lippen und Erinnerungen an geteilten Küssen flammte in ihm auf. Tage und Nächte voller schöner Momente und geflüsterten Liebeleien. Er rief sich zur Beherrschung, riss seine Gedanken von den zerknüllten Laken weg und unterbrach seine Erinnerung, bevor er zu den Ereignissen kam, welche dazu geführt hatten, dass seine Schwester starb.

Er zwang sich wieder an den Überfall zu konzentrieren. Dieser Mann, welche den Befehl gegeben hatte die wehrlosen Schüler an zu greifen, war nicht mehr der Junge von damals. Die Ereignisse in diesem Sommer hatte nicht nur Dumbledores Leben zerstört, sondern auch einen Wahn in dem blonden Mann erwachen lassen. Gellert war regelrecht davon besessen ihn dafür zu bestrafen, dass ihm wegen Albus eine ungeheure Gelegenheit an Macht zu kommen zerstört worden war. Albus verzog abfällig seinen Mund über die verzerrte Darstellung von Gellert über die Tatsache der Geschichte. Obwohl Dumbledore seine Mitschuld nicht von der Hand weisen konnte.

Diese Schuld lastete schwer auf seinen Schultern. Er konnte nicht bestreiten, dass er Mitschuld am Tod von Ariana hatte. Doch noch mehr schmerzten zwei andere Gedanken, welche er immer wieder tief in sich vergrub und nie in seinem Leben laut aussprechen würde. Der Eine Gedanke, welcher stechend schmerzte war, dass es am Ende vielleicht besser für seine Schwester gewesen war. Der zweite, welcher sich immer dumpf unterschwellig im Hintergrund hielt war, dass er ihn dennoch immer noch liebte. Er hatte auch nach all diesen Jahren nicht herausgefunden, welcher der beiden Gedanken der Schmerzvollere war.

Er zwang sich erneut sich zur Besinnung zu kommen. Gellert war nicht mehr der Mann von damals, so wie auch Albus nicht mehr der Selbe war. Es half nichts den alten Zeiten nach zu trauern, sie würden nie zurück kommen. Dass er so nahe an der Schule angegriffen hatte musste ein direktes Zeichen an ihn sein. Es war besorgniserregend dass ausserdem ein Lager von Gellert gefunden wurde, auch wenn die Zeitungen etwas anderes behaupteten. Albus hatte ihn soweit es ging ignoriert. Solange der blonde Mann im Ausland agiert hatte, hatte er sich einreden können nicht ein zu greifen. Auch wenn es in den letzten Jahren zu dem einen oder anderen Mord Versuch an ihm durch Handlanger gekommen war, hatte ihn dies nie zum Handeln bewegen können.

Sein Blick schweifte zu einer grossen Kommode mit allerlei Fächern in der Nähe seines Schreibtisches. Verschiedene seltsam aussehende magische Gerätschaften stapelten sich dort. Viele belächelten diese Geräte wenn sie das erste Mal in dieses Büro kamen. Sie hielten ihn wahrscheinlich für etwas paranoid, aber Albus war dies egal. Diese Personen kannten schliesslich Gellert Grindelwald nicht und seinen Drang offene Rechnungen zu begleichen.

Doch sein Blick war nicht auf die spiegelnden, pfeifenden und sich bewegenden Gerätschaften gerichtet. Sein Blick lag auf der dritten Schublade von links in der vierten Reihe von oben. In diesem mehrfach gesicherten Fach lag die zweite Ausrede für sein Nicht-Handeln. Es lagen zwei Gegenstände darin, eine kleine schwarze Phiole und ein Ein kleiner filigraner Anhänger, er wirkte wie aus Glas und darin eingeschlossen zwei Blutstropfen.

Der Beginn vom Ende und die Besiegelung des Unterganges. Sein grösster Fehler und zeichen seiner Schmach. Dieser Anhänger war das Ergebnis eines Blutschwurs, welcher er in diesem verhängnisvollen Sommer mit Gellert ausgeführt hatte. Dieser Schwur verhinderte, dass einer den anderen verletzten oder gar töten konnte. Er hatte es vor ein paar Jahren geschafft diesen an sich zu bringen und hatte einen Weg gefunden den Schwur auf zu heben. Doch bis jetzt hatte er es nicht über sich gebracht, diese letzte Verbindung zu trennen. ,,Du alter Narr." murmelte er gedankenverloren und liess seinen Blick auf die magischen Gegenstände auf der Kommode schweifen, auf der Suche nach einer Ablenkung, diese schmerzhafte Entscheidung noch ein wenig länger hinaus zu zögern.

Ein kleiner Runder Spiegel im vorderen Teil schaffte es seine Aufmerksamkeit zu fesseln. Dieser war ein Feindglas. Es zeigte Personen an wenn sie feindliche Absichten gegen einen an. Die Personen wurden deutlicher, je näher die Person kam. Darin zu sehen waren immer wieder schemenhafte Gestalten, mal mehr, mal weniger sichtbar. Doch ein Mann mit blonden Haaren und stechenden Augen, war in den letzten Jahren immer deutlicher geworden. Kurz suchte er nach vertrauten Zügen zu seiner einstigen Liebe, doch er fand in diesem verbitterten Mann keine Spur des blonden lockigen Jüngling von damals. Sein Blick verweilte an Gellerts linker Schulter, dort war ein Schatten zu sehen, den er bereits vor ein paar Wochen bemerkt hatte. Doch so deutlich wie heute war er noch nie gewesen. Der schwarze Schatten war zu einer schwarzen Silhouette herangewachsen. Albus verliess seinen Platz um die Person besser erkennen zu können. Er glaubte darin einen jungen Mann mit schwarzen Haaren zu sehen, doch das Gesicht war nicht zu erkennen.

Nun rätselte der Verwandlungslehrer über die Identität der neuen Person im Spiegel. Kurz fragte er sich warum diese Gestalt nicht wie die anderen Feinde als Einzelfigur aufgetaucht war, doch er glaubte, dass es daran lag, dass die Person besonders eng mit Gellert verbunden war. Immer und immer wieder fuhren seine Augen die schwarzen Schattengestalt und suchte nach Erkennungsmerkmalen. Ein leises Trillern riss ihn schliesslich aus seinen Überlegungen. Er wandte sich dem roten Federball zu, welcher es sich auf seinem Schreibtischstuhl gemütlich gemacht hatte. ,,Ah Guten Abend. Schön, dass du mich wieder besuchen kommst." Sprach er den jungen Phönix an, welcher in seit Monaten von Zeit zu Zeit besuchte.

Er hatte den damaligen Rat von Miss White befolgt gehabt und war auf dieses schlaue Wesen geraten. Er wusste nicht woher die junge Frau gewusst hatte, dass sich der Phönix für ihn zu interessieren schien. Vielleicht hatte sie auch nur das Gerücht gehört, dass jeder Dumbledore einen Phönix als Begleiter hatte. Es stimmte, dass sein Grossvater einen besessen hatte und ihm ein guter Gefährte gewesen war, aber weder sein Vater, noch Aberforth, noch er hatten je einen zu Gesicht bekommen. Nun gut wie es schien war ihm Fortune in dieser Sache nun anscheinend wohl gesonnen. Er würde sehen, ob das kluge Tier nach seinem ersten Brandtag interesse an einem Bund hatte oder ob er doch nur wegen den Schweinsteak kam, welcher er ihm immer wieder anbot.

Ein erneutes Triller erklang von dem jungen Phönix und er schlug zweimal mit den Flügeln, ohne sich in die Luft zu erheben. Albus Blick schweifte zu einer Standuhr in Nähe der Tür. ,,Oh, du hast Recht. Das Abendessen beginnt gleich. Vielen Dank." Er zog seinen Zauberstab und zauberte neues Holz in den noch brennenden Kamin. "Lanny" sprach er in den Raum hinein und durch ein Plopp erschien seine persönliche Hauselfe, wie sie jeder Lehrer in Hogwarts hatte. ,,Professor Dumbledore hat Lanny gerufen." Er lächelte, als er sah, dass die Elfe bereits mit einem Teller des Gewünschten vor ihm stand.

Wie sie immer wieder erriet, was er erbitten wollte, blieb ihm ein Rätsel. ,,Vielen Dank meine Liebe." Sagte er und liess die drei Schweinesteaks vom Teller hinüber zum Feuer schweben. ,,Bitte mein Freund. Vielleicht treffen wir uns später noch." Sagte er zu dem Phönix, welcher bereits ins Feuer gehüpft war und die Fleischstücke etwas auf dem Feuer hin und her schob. Mit einem Lächeln wandte er sich an die Elfe, welche immer noch mit dem leeren Teller da stand. ,,Und würdest du mir nach dem Abendessen ihr beim Dessert Gesellschaft leisten?" ,,Gerne Professor Dumbledore, Zitronenkuchen?" ,,Zitronenkuchen." Sagte er lächelnd und verliess den Raum um beim Abendessen teilzunehmen.