Violas Sicht…
Meinen Heimweg ging ich hüpfend, so gut war meine Laune. Das Date ist perfekt gewesen, mein Zeugnis war gut und ich hatte sechs Wochen Freiheit vor mir. Warum sollte ich also schlecht gelaunt sein?
Ich bog um eine Ecke, schwang mich dabei elegant um eine Straßenlaterne und klackte einmal mit den Schuhen in der Luft gegeneinander, wie ich es schon so oft in dem Musical „West Side Story" gesehen hatte. Ich hüpfte die alte Steintreppe zum Park hinunter, tanzte Walzer an den Rosen- und Rhododendronbüschen vorbei und legte einen nahezu perfekten Foxtrott hin, als ich auf den letzten hundert Metern vor unserem Haus war. Total erschöpft knallte ich meinem Vater das Zeugnis auf den Esstisch, schenkte mir ein großes Glas Zitronenlimonade ein und legte mich in die Hängematte. Die Sonne stand schon auf Halbmast aber es war noch immer unerträglich heiß. Über mir saßen zwei Tauben im Baum und sahen mir beim Dösen zu und ein Schmetterlingspärchen vollführte seinen Balztanz hoch oben in der Baumkrone. Ich lächelte. Ob die Tiere wohl gute Omen für Jade und mich waren? Ich hoffte es so sehr.
