Da FFnet irgendwas mit meinem elften Kapitel verdumbeutelt hat, setzte ich das Kapitel einfach nochmal unter Kapitel zwölf rein.

Endlich geht es nun auch hier weiter. Ich hoffe keiner hat mir einen bösen Fluch auf den Hals gehetzt, weil ich zu langsam bin. ;D

Viel Spaß mit dem Kapitel (auch allen Schwarzlesern!) und lasst mir eine Nachricht da, wie es euch gefallen hat.

11. Von Wundern und Briefen

Dann begann er zu murmeln, leise und schwer verständlich, doch der jungen Hexe war so, als hätte sie ein paar Mal ihren Namen gehört. Sie würde ihm am nächsten morgen nicht ins Gesicht sehen können, ohne rot zu werden.

Severus Snape träumte von ihr ... und keinen sehr anständigen Traum, so wie es sich anhörte.

xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Ginny saß im Nachthemd auf der Bettkante und ihre Zehen spielten mit der bis auf den Boden hängenden Decke. Langsam wurde sie richtig wütend. Seit über drei Stunden wartete sie nun schon auf Severus. Genau genommen hoffte sie, dass er überhaupt wieder kommen würde … wenn sie doch nur eine Ahnung hätte, wo er hingegangen war ...

Als sie erwachte, war die Bettseite neben ihr kalt und verlassen.

Kein Zettel, kein Hinweis, keine Nachricht … nichts!

Ob sie nach draußen gehen und Jake suchen sollte? Ob er Severus gesehen hatte, als dieser ging?

Schritte auf dem Flur ließen sie aufhorchen. Doch sie hatte schon einige Male Schritte vernommen, ohne dass ihr Gefährte wiederkam. Doch diese Schritte verstummten vor der Zimmertür. Severus trat ein, einen Stapel Bücher und eine Zeitung unter dem einen Arm und eine braune Papiertüte unter dem anderen.

Ginny wäre ihm vor Erleichterung am liebsten um den Hals gefallen, obgleich sie ihm genauso gerne eine Ohrfeige verpasst hätte dafür, wie sehr er sie in Sorge versetzt hatte.

„Ach, sieh' an, wenn das nicht mein verschollener ‚Ehemann' ist", schnaubte sie.

„Ginny, lass' es – lass' mich einfach in Ruhe."

Seine Stimme war eisig und leise. Ginny ging hinüber zu dem kleinen Tisch, auf dem er seine Sachen abgelegt hatte, und griff nach der Zeitung. Es war der Tagesprophet! Und die Bücher waren Zauberbücher!

„Du warst in der Winkelgasse! Ohne mich! Verdammt noch mal!"

„Halte einfach deine Klappe und lass' mich in Ruhe!", fauchte Severus, wirbelte herum und verschwand schnellen Schrittes im Badezimmer. Die Tür schlug er hinter sich zu.

Verwirrt sah Ginny ihm nach ... was sollte das nun wieder? Dieser Mann war so … schwierig. Sie setzte sich mit dem Tagespropheten in der Hand wieder auf das Bett und betrachtete sich die erste Seite.

NEUES IM ENTFÜHRUNGSFALL WEASLEY

Wenige Tage nach der heimtückischen Entführung der jungen Miss Ginevra Weasley durch den brutalen Dumbledore - Attentäter Severus Snape (wir berichten täglich) haben die Auroren eine heiße Spur.

Mrs Phyllis Prince - eine nahe Blutsverwandte des gesuchten Verbrechers Snape - steht unter Verdacht, etwas über den Aufenthaltsort und das Befinden der entführten Miss Weasley zu wissen.

Da Mrs Prince nur zugab, zu wissen, dass die junge Hexe noch am Leben und physisch gesund sei, wurde sie in Beugehaft genommen, um den Aufenthaltsort zu erfahren. Sie wurde noch am selben Tag nach Askaban gebracht.

Mrs Molly Weasley, die Mutter der Entführten, brach ob der Neuigkeiten zusammen. „Wenn man sich vorstellt, was das arme Kind durchmachen muss!" In den barbarischen Klauen dieses perversen Todessers, wer kann da nicht mit der Mutter fühlen! Das so etwas in der Zeit des Friedens, die angebrochen ist, noch geschehen kann, ist unfassbar.

Immer für Sie am Puls der Zeit: ihre Rita Kimmkorn.

Darunter fanden sich einige Fotos. Eines zeigte Molly, die in Ohnmacht fiel und von Arthur aufgefangen wurde; Ginnys Herz krampfte sich zusammen, als sie die vergrämten Gesichter ihrer Eltern sah.

Irgendwie musste sie ihnen eine Nachricht zukommen lassen, dass es ihr gut ging. Ein anders Bild zeigte zwei Auroren, die sehr unsanft die alte Mrs Prince mit sich zerrten. Ginny wurde wütend; wie konnte man nur eine so liebe und nette alte Dame so behandeln.

Deshalb hatte Severus so reagiert, er hatte Angst um seine Großmutter …

Sie legte die Zeitung beiseite und erhob sich. Ihren Mut zusammen nehmend betrat sie das Badezimmer. Severus saß auf der zugeklappten Toilette und hatte das Gesicht in den Händen vergraben.

„Ich habe es gelesen", sagte sie kurz.

Doch der Tränkemeister rührte sich nicht.

„Sie werden ihr nichts antun. So etwas macht doch keiner …"

Ginny wusste nicht, was sie noch sagen sollte.

„Geh', lass mich alleine! Ich brauche dein Mitleid nicht."

Seine Stimme klang rau und brüchig – Snape weinte! Ruckartig hob er den Kopf und sah sie mit geröteten Augen an; doch bei seinem mordlüsternen Blick sahen seine Augen eher blutunterlaufen aus.

„Schau' nur genau hin, das hat außer dir noch niemand gesehen! Du kannst dann deinen Freunden erzählen, dass du Severus Snape weinen gesehen hast." Er stand auf und packte Ginny an den Schultern. „Und nun kannst du wieder gehen!"

Doch die junge Hexe blieb wie angewurzelt stehen und ließ sich nicht nach draußen schieben. Severus gab es auf und setzte sich wieder auf das WC; wie ein Häuflein Elend in sich zusammengesunken kauerte er da. Er tat Ginny so unendlich leid; von aller Welt verlassen schien er zu sein.

„Dann ergötze dich noch weiter an meinem Anblick, wenn du willst", schnaubte er verächtlich.

Ganz tief atmete Ginny durch, bevor sie zu Severus ging und ihn einfach in den Arm nahm. Nach anfänglichem Sträuben ließ er es zu und umarmte sie zögerlich.

„Es tut mir so leid", flüsterte Ginny.

„Mir auch … alles", gab er genauso leise zurück.

Eine ganze Weile standen sie so da. Severus auf dem Deckel der Toilette sitzend, seine Arme um Ginnys Oberkörper geschlungen und den Kopf an ihre Brust gedrückt, mit geschlossenen Augen ihrem Herzschlag lauschend; Ginny direkt zwischen seinen Beinen, seinen Kopf und Oberkörper fest an sich gedrückt und ihr Gesicht in seinen Haaren vergraben. Seine Hand strich ununterbrochen über ihren Rücken. Diese Berührung verursachte bei Ginny eine Gänsehaut, jedoch keine unangenehme.

„Severus!", donnerte plötzlich Albus' Stimme durch ihren Kopf. „Severus Snape, denke daran, wer du bist, wer sie ist und was ihr hier macht!"

Severus stieß Ginny förmlich von sich und sprang auf seine Füße. Er eilte wortlos an der jungen Hexe vorbei und stürmte zu dem Tischchen an der Wand, packte eines der Bücher, schlug es schnell auf und holte beinahe nebenbei allerlei Zutaten aus der braunen Tüte. Ginny stand etwas verdutzt in der Badezimmertür und beobachtete ihn, wie er sich mit einem auffällig unauffälligen Übereifer in die Arbeit stürzte.

„Severus hat einen Weg gefunden, mich in meinen Körper zurück zu bekommen. Er war schon im St Mungos und hat meinem Körper den notwendigen Trank gegeben. Nun muss er noch mein Bewusstsein aus seinem Körper bringen ... und dann müsst ihr nur noch warten, bis ich wieder aufwache. Es wird alles wieder gut werden, Ginny!", erklärte Albus. „Ginny, wenn du willst, geh' und hole eine kleine Flasche Sekt, es wird nicht mehr lange dauern und wenigstens ihr könnt auf unseren Erfolg anstoßen. Ich werde noch warten müssen, um mit euch zu feiern; Severus denkt, es wird noch einige Tage dauern, bis ich wieder zu Bewusstsein komme. Und nun geh', mein Kind."

Ginny nahm ihre Kleidung und verschwand im Bad. Wenig später kam sie angezogen und zurechtgemacht wieder heraus und legte ihr Nachthemd auf das Bett.

„Ich gehe dann", sagte sie in den Raum.

Severus brummte nur etwas vor sich hin, doch Albus verabschiedete sich schon bei ihr, falls er nicht mehr Severus' Körper teilte, wenn sie zurückkam. Severus' Verhalten machte sie ganz nervös ... er war so launisch. Manchmal war er so nett und vorhin beinahe zerbrechlich, doch dann verzog er sich wieder in seinen Panzer und biss wie ... eine Schildkröte?

Auf dem Flur traf sie Jake. Er trug wie letztes Mal eine gammelige Jeans und ein löchriges Sweatshirt.

„Hallo Ginny, na, hast du die Nase voll von deinem Brummbär?"

„Du solltest nicht so frech sein, Jake, wenn es dein Vater hört, ist wieder die Hölle los."

„Der alte Mistbock kann mich mal. Wenn der mich noch einmal anmacht, werde ich gehen."

„Wohin willst du denn?", fragte Ginny.

„Egal, alles ist besser als hier. Wo willst du denn hin?"

„Nur einkaufen. Sag mal, weißt du, wie man Briefe verschickt?"

Jake sah sie stirnrunzelnd an. „Wie man Briefe verschickt? Meinst du das ernst? Du hast noch nie einen Brief mit der Post geschickt?"

Ginny schüttelte den Kopf.

„Schreibe den Brief einfach und dann gib ihn mir. Mein Vater schickt seine Post durch eine Frankiermaschine, da fällt ein Brief mehr oder weniger nicht auf und du musst nichts bezahlen."

„Toll, Jake, vielen Dank! Ähm … du hast nicht zufällig auch noch Papier?"

„Willst du ihn auch gleich bei mir schreiben?", fragte Jake grinsend.

„Das wäre nett."

Jake sah sie überrascht an und deutete ihr, ihm zu folgen. Der Junge bewohnte eines der Hotelzimmer. Die Unordnung und die voll gestopften Regale erinnerte Ginny an ihre Brüder Fred und George. Der seltsame süßliche Duft, der in dem Zimmer hing, kitzelte Ginny in der Nase. Jake schob den Kram auf seinem Schreibtisch etwas zur Seite und legte Ginny ein Stück Papier und einen merkwürdigen Stift hin.

Interessiert nahm sie das Ding, bei dem es sich anscheinend um ein Schreibutensil handelte, und drehte es neugierig um, doch sie konnte nirgends eine Spitze entdecken. Jake seufzte und nahm den Stift, drückte auf das obere Ende und unten erschien eine Rundung, die mit Tinte beschmiert schien. (B/N:-D) Dann setzte er den Stift auf ein Buch, dass neben dem Blatt lag und schrieb.

„Ein Kugelschreiber! Sag' mal, wohnt ihr hinter dem Mond? Dein Typ ist ein alter Sack, doch dass er so antiquiert ist … mit was schreibt ihr denn?", spöttelte er.

„Mit Feder und Tinte, wie sonst?", antwortete Ginny und begann den Brief an ihre Mutter.

Hallo Mum,

Ihr braucht Euch keine Sorgen um mich zu machen. Es geht mir wirklich gut. Verzeiht, dass ich erst jetzt etwas von mir hören lasse, doch es ging nicht früher.

Leider kann ich Euch nicht genauer erklären, was geschehen ist, doch mir wurde nichts angetan.

Alles Liebe

Eure Tochter

Ginny

PS: Mrs Prince weiß wirklich nicht, wo ich bin!

Unschlüssig überflog Ginny nochmals ihre Sätze; ihr schien es billig und emotionslos. Doch es fiel ihr nichts ein, was sie noch schreiben konnte, ohne den Aufenthaltsort oder Albus´ oder Severus´ Vorhaben zu verraten. Wenigstens wusste ihre Mutter nun, dass sie noch lebt und dass es ihr gut ging. Sie faltete den Brief und hielt ihn Jake unter die Nase.

„Das war schon alles?" Er holte aus dem Chaos aus Papier auf dem Tisch einen Umschlag hervor und gab ihn Ginny.

„Musst nur noch die Adresse draufschreiben."

Daran hatte Ginny gar nicht gedacht. Muggel benutzten ja keine Eulen; doch der Fuchsbau hatte keine Muggeladresse. Wie sollte sie nur …

Hermine! Von ihr wusste sie die Muggeladresse, da sie identisch mit der magischen war, die sie für gewöhnlich der Eule nannte!

Schnell schrieb sie die Anschrift, die sie sonst der Eule sagte, auf den Umschlag und fügte hinzu ‚zu Händen von Molly und Arthur Weasley'. So müsste der Brief ankommen.

Sie gab das Schriftstück Jake, der ihn zuklebte und ihr zusicherte, es gleich zur Post zu geben.

„Was machst du jetzt?", fragte Jake neugierig.

„Ich gehe noch kurz in den Laden vorne an der Ecke. Willst du mit?"

„Gerne … äh … kaufst du mir dort eine Flasche Schnaps?" (B/N: ARGH! Es gibt Dinge, auf die man sich nicht einlassen sollte ...)

„Weshalb kaufst du dir nicht selbst eine?"

„Weil ich noch nicht alt genug bin. Du bekommst auch das Geld."

Er zeigte ihr ein Bündel Muggelgeldscheine und lächelte unschuldig. Ginny lachte und winkte ab.

Jake brachte den Brief zu den anderen hinter die Rezeptionstheke und ließ ihn durch eine Maschine laufen, die ein Muster auf das Papier malte. Dann warf er ihn in eine Kiste und kann zu Ginny zurück.

„Alles erledigt, wir können gehen."

Auf dem Weg zum Laden ulkten die beiden auf der Straße herum, bis Jake sie ernst ansah und fragte: „Warum nur hast du diesen alten Knacker geheiratet? Du bist doch wirklich in Ordnung. Obendrein bist du nicht mal hässlich, sogar dein Kupferkopf hat was."

Ginny boxte ihn auf den Arm und zischte: „Na, besten Dank auch!"

„Nun sag' schon, was gefällt dir denn an dem? Ich meine, eine gesunde Gesichtsfarbe sieht anders aus ... und dieser Zinken im Gesicht … stimmt der alte Spruch ‚Wie die Nase eines Mannes, so sein …'"

„JAKE! Ich wüsste nicht was dich der … nun, was dich dieses Teil angeht!"

„Och, jetzt sei nicht so! Sag' schon, ist er so lang und krumm?"

Ob ein Penis überhaupt so krumm sein könnte? Nein, oder doch … woher sollte sie das denn wissen? So viel sie sich erinnerte, hatte sie seit zehn Jahren nur zweimal das zweifelhafte Vergnügen gehabt, überhaupt so etwas zu sehen. Einmal hatte sie ihren Vater in der Badewanne überrascht und einmal ihren Bruder Bill beim Umziehen. Doch auch bei diesen Gelegenheiten hatte sie nicht so genau hingesehen. Zwar hatte sie Severus bisher nur einmal in seinen Unterhosen gesehen, doch da konnte man nicht erkennen, ob ...

‚Bei Merlin, was habe ich denn das für Gedanken? Was bitte schön geht es mich an, wie Severus' Penis aussieht? Es sollte mich nicht mal interessieren, ob er überhaupt einen hat … Blödsinn, natürlich hat er einen, er ist ein Mann und schließlich sieht man eine Beule in seiner Muggelhose … nicht schon wieder …'

Ginny schüttelte die Gedanken ab und spürte, wie ihre Wangen zu glühen begannen. Jake sah sie nur grinsend an und lachte dann los.

„Also doch, hatte ich mir schon gedacht."

Zum Glück hatten sie den Laden erreicht und Ginny schien regelrecht hineinzuflüchten. Sie nahm einen der Gitterwagen und ging durch die Flure. Bei den Spirituosen hielt sie an. Jake stellte eine Flasche Wodka in den Wagen und grinste verschlagen.

„Eigentlich sollte ich dich einfach hängen lassen, so frech wie du bist, Jake."

„Dazu bist du doch viel zu lieb. Außerdem magst du doch schwierige Fälle! Sonst wärst du nicht mit deinem Brummbären zusammen!"

Ginny seufzte und nahm eine Flasche Sekt aus dem Regal.

‚"Mein" Brummbär.' Ginny kicherte innerlich, wie schnell doch die Tierarten wechseln konnten. 'Ein schwieriger Fall … so konnte man ihn wahrhaftig nennen. Undurchschaubar wie Londoner Nebel, blitzschnell und giftig wie eine Klapperschlange und doch manchmal so sensibel wie eine Mimose.'

Sie schüttelte den Kopf. Nun verglich sie Severus schon mit Blumen ... wenn sie so weiter machte, vergaß sie zum Schluss noch, dass sie hier an Snape dachte.

Als Ginny und Jake den Laden verließen, nieselte es, und auf dem Weg zum Hotel begann es zu regnen. Die Beiden huschten von einem Vordach zum nächsten. Als sie endlich den Eingang erreicht hatten, sah Ginny in der dreckigen Eingangsscheibe, dass sich ihre Haare von der Feuchtigkeit kräuselten (B/N: beruhigend, dass es nicht nur mir so geht ...). Sie zupfte sie etwas glatt während Jake schon hineinging.

tbc

Mal sehen ob sie Albus loswerden und was dann geschieht, wenn die vernünftige Stimme in Snapes hinterkopf weg ist. gggg