Auch wenn die Alerts dieser Seite immer noch streiken, hier das nächste Kapitel. Nachdem ich euch mit dem letzten ja so geärgert habe ... :D Ich hoffe alle Bratpfannen und ähnliches mit dem mir gedroht wurde, sind wieder weggepackt und ich kann weiterschreiben. ggg

Viel Spaß und nicht hauen, ja?!

17. Das Ende

Deshalb erwägt das Gericht aufgrund der Heimtücke dieser Verbrechen den Strafantrag von lebenslänglich Askaban auf den Kuss des Dementores zu erhöhen."

Severus Gesichtsfarbe wich und mit einer totenblassen Mine sah er hinüber zu Ginny. Diese war auf die Beine gesprungen und wollte schreien, doch aus ihrem Mund drang nur ein schmerzvoller, verzweifelter Laut wie der eines verletzten Tieres. Sie spürte kraftlose Hände, die sie zu stützen versuchten, bevor sie auf die Erde aufschlug oder aufprallte. Sonst hast du zweimal spüren

Nach Luft ringend lag sie auf dem Boden.

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Grans Gesicht erschien dem vor ihrem, als Ginny die Augen öffnete.

„Liebes, was ist geschehen? Ist alles in Ordnung mit dir?"

Dann erschein auch Molly neben der alten Hexe; sie half ihrer Tochter auf die Beine.

„Ginny mein Schatz, was ist mit dir?!

„Sie dürfen ihn nicht ermorden!", flüsterte Ginny entsetzt. Ihre Stimme zitterte vor Schmerz und Fassungslosigkeit.

„Das ist kein Mord, das ist eine gerechte Strafe!", erwiderte eine Hexe aus dem Zuschauerraum gehässig (B/N: Dumme Kuh!), die dicht genug saß, um Ginnys Worte zu hören.

Alle waren gegen sie, alle wollten Severus tot sehen …

Ginny sah hinüber zu dem Tränkemeister, der sprachlos auf dem Angeklagtenstuhl saß und sie fassungslos anstarrte - ein Anblick, der Ginny unter anderen Umständen vielleicht zum Lachen gebracht hätte. Doch nun rannen ihr die Tränen in Strömen über die Wangen. Sie konnte ihn kaum noch sehen, so getrübt war ihr Blick.

Ihre Beine gaben erneut nach und Ginny sackte zusammen, doch diesmal hielten sie starke Arme von links und rechts sicher fest. Sie sah das Gesicht ihres Vaters neben sich, der wütend und besorgt seine Tochter schützte. Auf der anderen Seite stand … Harry!

Ihr Blick traf seine grünen Augen und sie konnte in ihnen das Feuer sehen, das ihn für sie früher so attraktiv gemacht hatte.

Doch es gab ihr keine Kraft, vermochte nicht ihre Seele zu berühren. Die beiden Zauberer halfen Ginny auf den Stuhl. Sie ließ ihren Kopf hängen und weinte leise; sie hatte das Gefühl, sogar die Kraft zum Sitzen verloren zu haben.

Dann geschah etwas, was Ginny nie erwartet hätte. Harry trat vor und sagte mit lauter und klarer Stimme: „Verehrter vorsitzender Richter Petterson, mit gegebenem Respekt möchte ich bitten, in Anbetracht dessen, dass die von ihnen geforderte Strafe eine schreckliche, jedoch nur sehr kurze Angelegenheit bedeutet, vom Kuss des Dementors abzusehen und den Verurteilten stattdessen lebenslänglich nach Askaban zu schicken. Er soll langsam in den Wahnsinn getrieben werden und nicht innerhalb kürzester Zeit den Verstand verlieren dürfen."

„So habe ich es noch gar nicht gesehen. Sie haben einen sehr interessanten Aspekt aufgebracht, Mr Potter."

Harry ging zu Ginny und nickte knapp. „Sie werden ihn nicht küssen, er wird unversehrt nach Askaban gehen." (B/N: OK, er ist doch nicht so verkehrt ... knapp die Kurve gekriegt!)

Der Richter sah sich zu den anderen Gamotmitgliedern um; diese murmelten und nickten dann zustimmend, und so verkündete der Richter: „Die Strafe für den verurteilten Verbrecher Severus Snape beträgt lebenslänglich Askaban."

Die beiden Wachen zerrten den Tränkemeister hinaus, der sich immer noch nicht aus seiner Starre befreien konnte. Das Letzte, das Ginny an diesem Tag wirklich wahrnahm, waren fassungslose schwarze Augen, die sie ansahen, bis sich eine erbarmungslose, hölzerne Tür zwischen diese Augen und die junge Hexe drängte.

Wie durch einen Schleier nahm sie die gemeinsame Rückkehr in den Fuchsbau wahr, nachdem sich Phyllis verabschiedet hatte. Sie bemerkte, dass Hermine neben ihr saß und ihre Hand fest in der ihren hielt.

Tröstend mit dem Daumen über den Handrücken fahrend versuchte die Freundin ihres Bruders sie zu beruhigen. Doch das einzige Mal, das Ginny aus ihrer Trance wirklich erwachte, war eine Hasstirade Rons, der Snape beschimpfte.

„Du hast doch nicht die geringste Ahnung, über was du da redest, Ron", sagte Ginny leise. Da sie bisher schweigend auf dem Sofa gesessen hatte, wirkte ihre gedämpfte Stimme wie ein Paukenschlag.

„Ginny, er hat dich benutzt, er ist kein guter Mensch. Was hat er nur mit dir getan, dass du das nicht siehst? Hat er dein Gehirn verrührt?"

„Ron! Lass Ginny in Ruhe!" Molly sah ihren jüngsten Sohn mahnend an, doch Ginny antwortete.

„Nein, Ron, er hat nichts mit meinem Kopf gemacht. Er mag auf den ersten Blick kein netter Mensch sein … zu den meisten. Doch es gibt auch einen anderen Severus Snape, auch wenn er diese Seite gut zu tarnen weiß. Er sorgt sich um die Menschen, die er liebt …", weiter kam die junge Hexe nicht, denn sie wurde rüde unterbrochen.

„Ist es das, was er dir erzählt hat? Er liebt dich? Ginny, dieser Drecksack weiß doch gar nicht, was das ist! Und du trägst auch noch seinen Bastard aus!" Ron war außer sich. „Ich hoffe, er krepiert in Askaban!", schleuderte er seiner Schwester entgegen und verschränkte dann seine Arme vor seiner Brust.

„RON!", schalt nun auch Hermine und schlug ihrem Freund auf den Oberarm, nachdem sie empört auf die Füße gesprungen war.

Ginny stand ebenfalls auf, doch langsam und mit hängendem Kopf. Sie sah Ron in die Augen und sagte mit fester Stimme: „Morgen muss ich nochmal ins St Mungos. Ich sage der Heilerin, dass ich das Kind behalten werde und sie kann mich noch einmal untersuchen. Nur, dass mich keiner sucht, wenn ich nicht da bin."

„Ich gehe mit dir, wenn du möchtest", bot Hermine an und lächelte.

„Gerne", antwortete Ginny und war froh, dass sie diesen Weg nicht alleine machen musste.

In ihrem Zimmer angekommen, legte Ginny sich hin und schlief auch gleich ein. Als sie wach wurde, hörte sie ihre Eltern streiten. Nur wegen ihr! Früher hatten sich die beiden nie gestritten … nun ja, nicht wirklich nie, aber doch so selten, dass es jetzt auffiel, wie oft sie sich in den Haaren hatten.

„Ich verstehe gar nicht, wie du so verdammt ruhig bleiben kannst, Arthur", hörte Ginny ihre Mutter zischen. „Es ist deine Tochter! Wie kannst du sie unterstützen, wenn sie ihr Leben an diesen Dreckskerl wegwerfen will? Selbst wenn er Albus nicht zu töten versucht hätte … wir reden über Snape!"

„Mollyröllchen bitte! Wenn Ginny sich dazu entschieden hat ihn zu mögen … aus welchen Gründen auch immer … sie ist unsere Tochter. Sie hat gesagt, dass Albus mit ihr gesprochen hat …"

„Das hat ihr diese Mistkrähe eingetrichtert! Er hat sie verwirrt und geschändet und dabei bleibt es!"

„Molly, Ginny sagt, sie hat die Stimme nicht nur gehört, sondern auch richtig mit ihm gesprochen. Ich glaube meiner Tochter!"

„Wie kannst du nur so leichtgläubig sein, Arthur? Warum willst du unbedingt glauben, dass Albus zu Ginny geredet hat?"

„Weil er dann noch lebt!", brach es aus Arthur heraus

An dieser Stelle brach das Gespräch ab und Ginny lag allein wach in ihrem dunklen Zimmer und weinte. Sie würde das Kind behalten und ihren Vater bitten, für sie im Ministerium ein gutes Wort einzulegen. Sie würde das schaffen! Severus würde Askaban überstehen und sie dieses Desaster und sobald Albus wieder aufwachte …

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Ginny stand vor Phyllis Haus und klopfte energisch an die Tür, ihren dicken Umhang fest um sich gezogen als Schutz gegen die Kälte. Der Winter war richtig kalt geworden in den vergangenen Wochen.

Es dauerte eine ganze Weile, bis sich die Tür endlich öffnete. Malik miaute zur Begrüßung und seine gelben Augen funkelten von Ginny zu Phyllis und zurück. Der Kater hatte sich schon an Ginnys regelmäßige Besuche gewöhnt. Das Tier lag gerne stundenlang auf Ginnys Schoß, während sie das beruhigende Gefühl seines langen weichen Fells unter ihren Fingern genoss.

Phyllis hatte schon Tee gerichtet und tippelte wieder ins Wohnzimmer. Ihren Umhang ausziehend atmete Ginny erleichtert auf.

Endlich Feierabend - der heutige Tag war sehr anstrengend gewesen. Ihr Lehrherr hatte sie aufgefordert, sich etwas auszuruhen, wenn es ihr zu viel wurde, doch Ginny wollte ihre Schwangerschaft nicht in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses rücken. Sie war froh, dass sich anscheinend nur noch wenige Zauberer für sie und das Kind interessierten. Keine Reporter mehr, die ihr nachstellten und nur noch wenige kritische Seitenblicke, die sie trafen.

Doch diese Ruhe hatte zur Folge, dass sie noch mehr Zeit hatte, an Severus zu denken. Er fehlte ihr, doch außer Phyllis konnte sie das niemandem sagen; es würde außer der alten Dame niemand verstehen. Nachts weinte sie sich mehr als einmal in den Schlaf und ging am nächsten Morgen mit geschwollenen Augen zur Arbeit. Das Weihnachtsfest, das in ihren Gedanken für sie schon zu einem Horrorszenario geworden war, hatte sie deswegen bei Phyllis verbracht. Ihre Mutter war immer noch verärgert.

„Du denkst wieder an ihn, nicht wahr?", fragte Phyllis.

Ginny schreckte aus ihren Gedanken auf und lächelte dann viel sagend.

„Ich hoffe so, dass er bald wieder nachhause kommt. Er soll dir doch beistehen, mein Kind. Ich habe gar nicht mehr gehofft, dass er eine Frau finden würde. Und dann noch so eine nette …"

„Ich bezweifle langsam, dass Albus je wieder aufwachen wird", seufzte Ginny.

„Wann hast du ihn das letzte Mal besucht?", fragte Phyllis und nahm sich einen Shortbread Finger zu ihrem Tee.

„Du weißt doch, dass Schwangere nicht nach Askaban dürfen …", antwortete Ginny schärfer als sie es beabsichtigt hatte.

„Ich meinte Albus, mein Kind." Die alte Hexe verzog ihren runzligen Mund zu einem liebevollen Lächeln. „Wie geht es im Ministerium?"

„Entschuldige Phyllis, ich wollte nicht …" Ginny seufzte. „Am Montag war ich das letzte mal bei Albus. Übermorgen werde ich wieder kurz vorbeischauen, ich muss sowieso ins Hospital zu einer Untersuchung. Die Heilerin sagte, dann könne man schon Herztöne hören; willst du mitkommen?"

Phillys strahlte und ihre Augen schienen für eine Weile ihren grauen Schleier verloren zu haben. Die alte Hexe nickte lächelnd.

„Im Ministerium läuft es gut. Mr Ashcroft, mein Boss, hat gesagt, ich könne ab nächster Woche alleine meine Aufträge bearbeiten. Die Zeit in der Muggelwelt hat mich viel gelehrt. In den vergangenen Wochen habe ich dann noch so einiges mitbekommen ... und dass Muggel ihre Post zurückverfolgen können habe ich ja schmerzlich lernen müssen."

„Machst du dir immer noch Vorwürfe? Kind, Kind …"

Beide tranken schweigend ihren Tee. Sie schwiegen oft, doch es war keine drückende oder peinliche Wortlosigkeit. Es war ein vertrautes, angenehmes Schweigen, das herrschte.

„Ich gehe noch ein wenig in den Park an der Ecke, die frische Luft wird dem Kind und mir gut tun. Kommst du mit, Phyllis?"

„Nein, mein Kind, das feucht kalte Wetter macht meinen Knochen zu schaffen. Aber geh du, solange es noch hell ist. Nicht, dass euch noch etwas passiert."

Ginny verabschiedete sich von der alten Hexe und versprach, sich bei ihr zu melden, sobald sie wieder zuhause war. Dann ging sie langsam in den Park. Bei dem ungemütlichen Wetter waren nicht viele Spaziergänger unterwegs.

Ginny kam das gerade recht, denn so konnte sie besser ihren Gedanken nachhängen. Noch fünf Monate und sie würde ihr Kind bekommen. Mr Ashcroft hatte versprochen, dass sie bis dann auch ihren Abschluss in der Tasche hätte. Danach wollte sie einige Monate zuhause bleiben um sich einzugewöhnen und dann hatte Minerva McGonagall versprochen, dass sie als Lehrerin beginnen konnte, ohne auf Hogwarts zu wohnen. Ihre Mutter Molly würde dann auf das Kind aufpassen.

„Ginny?" Eine Stimme riss die junge Hexe aus ihren Gedanken. Sie sah sich verstört um und erkannte einen Rollstuhl mit einem jungen Mann … Jake.

„Jake! Was machst du denn hier?" Sie versuchte den jungen Mann vor ihr so gut es ging zu umarmen. „Was für ein Zufall! Wie geht s dir denn?"

Der junge Mann grinste breit. „Mir geht es gut. Ich wohne nicht weit von hier in einer Wohngemeinschaft für „behinderte junge Menschen" ... Krüppel meinen sie damit,

Aber vermutlich nicht mehr lange.

Ginny, stell dir vor, ich kann meine Zehen wieder spüren. Die Ärzte sagen, es würde vermutlich alles wieder gut!"

Sein Gesicht verdunkelte sich.

„Doch sag', wie geht es dir? Polizisten oder so etwas ähnliches waren bei mir und haben mich verhört. Sie sagten, dein Brummbär wäre ein Gewaltverbrecher, er habe dich entführt und vergewaltigt.

Warum hast du denn nichts gesagt? Ich hätte dir doch geholfen!"

„Ach Jake, das ist alles ein riesiges Missverständnis." Ginny seufzte betrübt. „Severus hat den alten Mann nicht umgebracht und er hat auch mir nichts getan. Glaubst du, ich wäre freiwillig bei ihm geblieben und hätte ich verteidigt, wenn er mir etwas getan hätte?"

Jake sah sie fest an. „Glaube mir Ginny, du wärst nicht die Erste. Was glaubst du, wie viele Frauen geschlagen, gedemütigt und unterdrückt werden? Trotzdem bleiben sie bei ihren Peinigern, erfinden Ausreden oder verstehen die schwierigen Umstände im Leben des Tyrannen. Wie viele dieser Typen habe ich gesehen! Kerle, die sich nur dann als ganzer Mann fühlen, wenn sie die Frauen niederhalten und unterwerfen.

Die Frauen belügen sich selbst, es wäre Liebe, wenn sie trotz Schmerzen, Demütigung oder sogar Verletzungen bei diesen Typen bleiben! Das ist irgend so ein psychologisches Ding."

Er schwieg kurz und zog seine Unterlippe zwischen die Zähne. „Ginny! Ich würde dich nie enttäuschen … ich würde mich um dich kümmern, um dich und das Kind!"

Es dauerte eine kleine Weile bis Ginnys Gehirn Jakes Aussage ganz begreifen konnte. Ungläubig sah sie ihn an.

„Aber Jake, ich …"

„Ich weiß, du liebst ihn." Jake senkte den Kopf. „Und was solltest du auch mit besser: von einem Krüppel wollen …"

Die junge Hexe atmete tief durch und legte Jake dann ihre Hand auf die Wange. „Rede keinen Unsinn, Jake! Du wirst wieder gesund. Das hast du selbst gesagt! Aber Jake … ich … ich liebe dich nicht."

„Das weiß ich, es würde mich nicht stören", antwortete er trotzig.

„Nun bist du derjenige, der sich selbst belügt! Du hast eine Frau verdient, die dich genauso liebt wie du sie. Ihr wirst du ein guter Partner sein.

Doch wir, du und ich, wir können nur Freunde bleiben."

Eisiges Schweigen breitete sich aus, eisiger als die klirrend kalte Luft, die sie umgab.

Jake holte aus seiner Tasche einen kleinen Zettel hervor und gab ihn Ginny. „Das ist meine Adresse. Wenn du Hilfe brauchst oder jemanden zum Reden, komm' vorbei. Und grüße den Brummbären von mir, falls du ihn siehst. Ich muss dann mal wieder."

Er lächelte aufmunternd, doch seine Augen schimmerten verräterisch feucht.

Minutenlang sah Ginny hinter dem Rollstuhl her, bis er hinter einem Auto verschwand.

Sie fühlte sich schlecht.

Doch hätte sie ihn anlügen sollen?

Sein Angebot annehmen?

Würde Albus überhaupt wieder aufwachen?

Und … würde Severus zurückkommen?

tbc

Vergesst mir den Kommi nicht!