Ich hoffe euch gefällt das Kapitel ... Dank an Looonieluu für die Review. Übrigens ist heute auch das neue Kapitel der Maus online gegangen. Viel Spaß!
18. Phönix aus der Asche
Eisiges Schweigen breitete sich aus, eisiger als die klirrend kalte Luft, die sie umgab.
Jake holte aus seiner Tasche einen kleinen Zettel hervor und gab ihn Ginny. „Das ist meine Adresse. Wenn du Hilfe brauchst oder jemanden zum Reden, komm' vorbei. Und grüße den Brummbären von mir, falls du ihn siehst. Ich muss dann mal wieder."
Er lächelte aufmunternd, doch seine Augen schimmerten verräterisch feucht.
Minutenlang sah Ginny hinter dem Rollstuhl her, bis er hinter einem Auto verschwand.
Sie fühlte sich schlecht.
Doch hätte sie ihn anlügen sollen?
Sein Angebot annehmen?
Würde Albus überhaupt wieder aufwachen?
Und … würde Severus zurückkommen?
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Beinahe war es schon etwas peinlich.
Eigentlich sollte es nur eine Routineuntersuchung sein, doch an diesem Tag schleppte Ginny einen ganzen Tross hinter sich her.
Molly wollte unbedingt dieses Mal dabei sein. Ginny hegte den Verdacht, dass ihre Mutter sich immer mehr mit dem Gedanken an ein Enkelkind anfreundete. Phyllis war ebenfalls mitgekommen und Hermine hatte sie bisher immer begleitet. Die vier Hexen stiegen die Krankenhaustreppen nach oben.
Überrascht sah Mrs Green auf, grüßte dann allerdings freundlich die kleine Gesellschaft.
„Sie kommen nicht alleine, wie ich sehe."
Ein schiefes Grinsen lag auf den dünnen Lippen der Heilerin.
„Sind es zu viele? Ich kann auch draußen warten", bot Hermine an, die sich sichtlich deplaziert fühlte im Kreis der Familie.
„Oh nein, du hast mir bis jetzt treu zur Seite gestanden, jetzt werde ich dich nicht wegschicken. Es stört doch nicht, wenn sie auch bleibt, Mrs Green?"
„Natürlich stört ihre Freundin nicht. Ein entstehendes Leben ist doch etwas wunderbares und es ist schön, wenn sich so viele mitfreuen."
„Wenn schon der Vater nicht dabei sein kann …", sagte Phyllis traurig und sehr leise. Ginny war sich sicher, dass der Satz nur für sie gesprochen war, doch da die alte Hexe nicht mehr gut hörte, konnten alle anderen sie ebenfalls verstehen. Hermine ignorierte die Aussage im Gegensatz zu Molly, die ein ganz klein wenig den Kopf schüttelte.
Die Heilerin führte Ginny mit einem betont neutralen Gesichtsausdruck zur Liege. Sie wartete, bis die rothaarige Hexe lag, und fuhr dann mit den Zauberstab über den Unterleib.
Über Ginnys Körper sammelte sich ein weißer Nebel, dann wurden in den weißen Wirbeln Bildteile sichtbar, bis ein etwa sieben oder acht Zentimeter großes Wesen zu erkennen war, das einen viel zu großen Kopf und winzige Ärmchen und Beinchen hatte. Ginny schluckte … ihr Baby …
Molly stand da und dicke Tränen rannen über ihre Wangen, und dieser Anblick brachte Ginny auch fast zum Weinen. Sie war so glücklich, dass ihre Mutter sich endlich auch ein wenig über das Kind freute. Phyllis trübe Augen schimmerten ebenfalls verdächtig feucht.
„Möchten Sie das Geschlecht erfahren, Miss Weasley?", unterbrach Mrs Green ihre Gedanken.
„Was? Äh, Sie meinen, das kann man jetzt schon sehen?"
Skeptisch betrachtete Ginny das Abbild ihres Kindes in dem Nebel über ihr … sie konnte beim besten Willen nichts in dieser Art erkennen.
„Es ist schwierig, es zu sehen, doch mit einem Diagnosespruch kann ich es herausfinden." Fragend sah sie Ginny an.
Doch Ginny war sich nicht sicher. Wollte sie wirklich wissen, was es werden würde?
Sollte sie sich schon einen Namen aussuchen?
Oder sollte sie warten, bis Severus bei ihr war?
Was, wenn er erst nach der Geburt freikäme?
Was, wenn Albus gar nicht wieder erwachen würde?
Ein dicker Kloß bildete sich in Ginnys Kehle und sie versuchte ihn hinunterzuschlucken.
„Alles in Ordnung, Ginny?", fragte Molly besorgt über das angespannte Gesicht ihrer Tochter.
Ginny nickte, dann schnaubte sie, wie um ihre Sorgen zu vertreiben. „Ich wüsste gerne was es wird!", sagte sie dann bestimmt.
Mrs Green sprach den Spruch und lächelte dann.
„Sie sollten sich ...", sie machte eine Pause, um die Spannung zu steigern, bevor sie fortfuhr; „nach einem Mädchennamen umsehen, Miss Weasley."
„Ein Mädchen!" Molly quietschte diese Worte beinahe und Hermine kicherte im Hintergrund über den Gefühlsausbruch ihrer zukünftigen Schwiegermutter.
„Wie willst du sie denn nennen? Es gibt so viele schöne Mädchennamen. Wir hatten so schöne Namen gefunden, als du unterwegs warst!"
„MUM! Lass mir doch etwas Zeit!", lachte Ginny.
„Entschuldige, mein Schatz. Ich bin nur so aufgeregt!"
„So, Miss Weasley, das wäre es. Es ist alles in Ordnung, Sie und das Kind sind gesund, die Kleine entwickelt sich prächtig. Wir sehen uns zur nächsten Vorsorgeuntersuchung. Falls etwas Unvorhergesehenes geschehen sollte, melden sie sich bitte sofort."
„Danke, Mrs Green. Bis zum nächsten Mal."
Die vier Hexen verließen das Behandlungszimmer und standen auf dem Flur.
„Kommt ihr alle mit zu Albus?", wollte Ginny wissen.
„Natürlich werden wir ihn besuchen", antwortete Hermine und Molly nickte nur, immer noch mit einem seligen Ausdruck im Gesicht.
Sie gingen langsam, um auf Phyllis Alter Rücksicht zu nehmen, durch das Hospital.
„Ginny! Hermine! Schön euch zu sehen! Mrs Weasley, Madam …", grüßte ein freundlich lächelnder Neville Longbottom.
„Neville, es freut mich, dich zu treffen." Hermine lächelte zurück.
„Hallo Neville, darf ich dir Mrs Prince vorstellen? Sie ist Severus' Großmutter. Phyllis, dies ist Neville Longbottom, ein Freund", stellte Ginny Phyllis vor.
„Oh ja, ich kenne ihre Großmutter, Mr Longbottom. Wie geht es Augusta?"
„Danke … gut … Mrs Prince", stammelte Neville und starrte dann von Phyllis zu Ginny und zurück.
„Severus? Du meinst … Snape?" Nevilles Gesicht wurde käsig. Dann fragte er Ginny: „Du bist wirklich … also, schwanger … von ihm?"
„Ja, bin ich. Es wird ein Mädchen", strahlte Ginny.
„Tut mir leid, dass er … du weißt schon … nicht bei dir …"
„Keine Sorge, er kommt sicher frei, sobald Albus Dumbledore wieder aufwacht. Und ich weiß, dass er wieder aufwachen wird!"
Neville sah sie verwirrt an. Dann umarmte er Ginny stürmisch.
„Ich hoffe dass du recht hast. – Aber du bist dir ganz sicher, was deinen … äh, Partner angeht?" Den letzten Satz hatte er geflüstert. (B/N: könnte Neville dafür drücken, dass er so reagiert Er ist einfach nett!)
Ginny löste sich von ihrem Freund und lächelte. „Ja, das bin ich!"
„Bist du auf dem Weg zu deinen Eltern?", fragte Molly.
„Ja, Mrs Weasley. Grandma ist eine Freundin besuchen, daher habe ich beschlossen, meine Eltern wieder einmal zu besuchen." Neville war sichtlich erfreut, das Thema Severus Snape fallen zu lassen.
Der junge Zauberer verabschiedete sich höflich und zog von dannen. Die Hexen gingen weiter, als Phyllis sich räusperte.
„Der junge Mann scheint Severus nicht besonders zu mögen … war er auch einer seiner Schüler?"
„Ja, Neville war eines der liebsten Opfer für Snapes Erziehungsmethoden", zischte Hermine, stockte aber und sah dann mit großen Augen zu Phyllis. „Entschuldigung …"
Doch die alte Frau lächelte. „Keine Angst, ich kenne meinen Enkel … was ihn bewogen hat, Lehrer zu werden, weiß ich bis heute nicht. Dumbledore hin oder her, es war eine abstruse Idee." (B/N: ggg klasse – die Frau hat Realitätssinn und Humor)
Hermine kicherte verhalten, bis schließlich auch Ginny und Phyllis in das Gelächter einfielen. Molly schüttelte den Kopf, doch ein leichtes Grinsen konnte selbst sie sich nicht verkneifen.
In einem anderen Flur grüßte Ginny einen Heiler.
„Guten Tag, Mr Park, wie geht es ihm heute?"
„Ah, Miss Weasley, schön Sie zu sehen. Bei Mr Dumbledore ist alles unverändert. Aber gehen Sie ruhig hinein. Die Damen!", grüßte er die anderen und ging in ein angrenzendes Zimmer.
Im Krankenzimmer, das von den Heilern liebevoll eingerichtet worden war, lag der angenehme Geruch frischer Blumen. Ein großer Strauß stand auf dem Beistelltischchen neben dem Bett.
Ginny ging zum Bett und setzte sich auf einen der beiden Stühle, die neben dem Bett standen, Phyllis nahm den anderen, Molly stellte sich hinter ihre Tochter und Hermine stand daneben. Außer Ginny sahen die Hexen fassungslos den alten Zauberer an, der bleich und farblos in seinem Bett lag. Die dünnen Lippen waren glänzend; anscheinend hatte gerade einer der Pfleger oder Heiler die Lippen des Patienten mit Creme versorgt.
Sie nahm, wie jedes Mal, wenn sie hier war, die Hand des alten Zauberers in die ihre und sah ihn an.
Anfangs hatte Ginny versucht, gedanklich Verbindung mit Albus auszunehmen, fast gewaltsam wollte sie ihre Gedanken übermitteln, doch außer Kopfschmerzen hatte es ihr nichts eingebracht. Ein tiefer Seufzer entrann ihrer Kehle. Molly drückte aufmunternd Ginnys Schulter.
Die vier Hexen wachten schweigend am Krankenbett. Wie lange sie so da saßen und standen, konnte später keine mehr sagen.
Die alte dünne Hand regte sich in Ginnys Fingern und Ginny schrie erschrocken auf.
„Albus?"
Hermine und Molly eilten sofort zu Ginny ans Bett. Albus Dummbledore lag ruhig und regungslos da.
„Du hast dich geirrt, Ginny", sagte Hermine.
„Nein, nein, seine Hand hat sich bewegt!"
„Ginny …", begann Molly, doch ihr Satz wurde durch ein leises Stöhnen unterbrochen.
Albus' Augenlider begannen zu flattern man konnte sehen, wie die Augäpfel sich darunter bewegten. Dann stöhnte er nochmals und zuckte mit der Hand.
Molly stürmte nach draußen und rief nach dem Heiler, während Hermine schluchzte und versuchte, die Tränen, die in ihre Augen schossen, zu unterdrücken.
Der kleine ältere Zauberer namens Park kam im Laufschritt ins Zimmer und drängte sich an den Hexen vorbei ans Bett. Er sprach einige Diagnosezauber und lächelte dann zufrieden.
„Sie haben recht, er scheint aufzuwachen. Doch es wird noch eine Weile dauern, bis er wieder ganz bei uns ist. In seinem Körper kehrt die Vitalität zurück, doch seine höheren Gehirnfunktionen sind noch sehr träge. Wir sollten ihm Ruhe gönnen."
Lautes Klopfen und Pochen an der Scheibe zog die Aufmerksamkeit der Anwesenden auf sich.
Ein Phönix saß dort und hackte gegen die Scheibe. (B/N: Jaaaaaaaa!!!!!!!)
„Fawkes?", fragte Hermine. „Das ist Fawkes! Lassen Sie ihn herein!"
Das magische Tier flatterte in das Zimmer und setzte sich zu Albus auf das Bett. Hermine umklammerte Ginnys Arm und drückte ihn bis es schmerzte.
„Jetzt wird alles wieder gut! Er wird aufwachen. Hagrid wird freikommen …", wisperte die braunhaarige Hexe.
„… und Severus auch", setzte Ginny hinzu.
„Dürfte ich die Damen nun bitten zu gehen? Wir müssen noch einige Untersuchungen machen. Ich melde mich bei ihnen, Miss Weasley, ich weiß, wie wichtig es für sie ist."
„Danke, Mr. Park, sehr liebenswürdig", sagte Ginny und blieb regungslos stehen. Nur widerwillig ließ sie sich von Hermine nach draußen ziehen.
„Kommt alle mit, wir sollten gemeinsam feiern. Ich lade euch ein zu Tee und Kuchen im Fuchsbau", Molly strahlte.
Hermine und Ginny nickten begeistert, nur Phyllis lehnte ab.
„Bitte, Phyllis, komm mit!"
„Nein, lieber nicht, ich weiß doch, dass ich bei deiner Familie nicht gerne gesehen bin."
„Es würde mich freuen, Mrs Prince, wenn Sie mitkommen würden", sagte Molly etwas steif. (B/N: bekommt Sympathiepunkt )
„Gerne, Mrs Weasley, gerne." Phyllis schenkte Molly ein offenes und ehrliches Lächeln, das die rothaarige Hexe nun auch erwiderte. Hermine zwinkerte Ginny zu und grinste von einem Ohr zum anderen.
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