So ihr Lieben, endlich wieder ein neues Kapitel. Das Ende dieser Geschichte steht auch schon fest und geht heute noch zur Beta! Viel Spaß!

19. Albus

Hermine und Ginny nickten begeistert, nur Phyllis lehnte ab.

Bitte, Phyllis, komm mit!"

Nein, lieber nicht, ich weiß doch, dass ich bei deiner Familie nicht gerne gesehen bin."

Es würde mich freuen, Mrs Prince, wenn Sie mitkommen würden", sagte Molly etwas steif.

Gerne, Mrs Weasley, gerne." Phyllis schenkte Molly ein offenes und ehrliches Lächeln, das die rothaarige Hexe nun auch erwiderte. Hermine zwinkerte Ginny zu und grinste von einem Ohr zum anderen.

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Ginny nippte an ihrer Teetasse und beobachtet dabei ihre Mutter, die versuchte, ein ungezwungenes Gespräch mit Phyllis zu führen. Ginny war der alten Hexe dankbar, dass sie es ihrer Mutter so leicht machte. Endlich schienen die Qualen ein Ende zu finden.

Die Tür schwang auf und Harry trat gemeinsam mit Ron ein. Harry stockte kurz, sah zu Molly und Phyllis und verzog dann beinahe unmerklich das Gesicht.

Hermine bemerkte die Reaktion nicht oder ignorierte sie.

„Harry, Ron, kommt, setzt euch! Wir waren gerade im St Mungos und stellt euch vor, Ginny bekommt ein Mädchen!", rief Molly.

Hermine zog Ron am Arm auf den Stuhl neben sich und gab ihm einen stürmischen Kuss.

Harry setzte sich eher widerwillig, auch vermied er, Ginny anzusehen. Er brummte nur eine Bestätigung, dass er Hermines Aussage vernommen hatte.

„Übrigens, Albus Dumbledore ist wieder aufgewacht", bemerkte Ginny so beiläufig sie es konnte. Doch ganz konnte sie die Genugtuung nicht unterdrücken.

„Was hat er gesagt?", platzte die Frage aus Harry heraus.

„Noch gar nichts; er ist am Aufwachen, doch der Heiler vermutet, es wird noch eine Weile dauern", erklärte Molly.

„Fawkes ist bei ihm", fügte Hermine hinzu und lächelte.

Harry zeigte ein ebenfalls aufrichtiges Lächeln und nahm sich einen Keks. „Dass Professor Dumbledore wieder aufwacht, heißt für mich lange noch nicht, dass er unschuldig ist!", wandte er dann aber doch ein.

„Aber ich danke ihnen, Mr Potter, dass sie Severus die Chance gaben, so lange zu überleben, bis Albus Dumbledore seine Version berichten kann."

Phyllis sah mit ihren trüben Augen zu Harry, der sich unter ihrem Blick wand.

„Ich habe das nicht für ihn getan", sagte er leise. Dann sah er zu Ginny, allerdings blickte er nicht in ihre Augen, sondern starrte auf ihre Schulter. „Ich war nicht besonders fair zu dir. Es tut … deshalb wollte ich …"

„Ist schon gut, Harry."

Ginny war einfach glücklich. Albus würde bald wieder aufwachen, Severus zurückkehren und Harry schien nicht mehr böse zu sein.

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Eine ganze Woche lang schwebte Albus zwischen Wachen und Ohnmacht.

Ginny besuchte ihn täglich, hoffte, wartete und verzweifelte beinahe. Doch dann erkannte er sie das erste Mal. Sie gaben ihm einen Kräftigungs- und einen Schlaftrank und der alte Zauberer schlief weitere sechs Stunden - eine ganze Ewigkeit, die Ginny wachend an seiner Seite verbrachte.

„Ginny, bist du noch da?", fragte Dumbledores heisere Stimme, der man den seltenen Gebrauch der letzten Monate deutlich anmerkte.

„Ja, Albus, ich bin hier. Es ist … ist so schön, dass du wieder da bist! Sie haben …" Tränen brachen aus ihr heraus und flossen über ihre Wangen.

Mühsam versuchte Albus, sich aufzusetzen, doch sogleich kam einer der Heiler herein und hinderte ihn daran.

„Sie sollen noch liegen bleiben, Professor Dumbledore. Sie müssen sich noch ausruhen!"

„Gerne, junger Mann, ich werde tun, was ich kann."

Der Heiler nickte, wollte sich beruhigt umdrehen und seine Augen weiteten sich, als Albus ergänzte: „Aber ich werde auch das tun, was ich tun muss!"

Er setzte sich ganz auf, ignorierte den protestierenden Heiler und nahm langsam Ginnys Hand." Was ist geschehen? Du bist ja ganz aufgeregt."

„Sie haben Severus eingesperrt, er ist in Askaban", Ginnys Stimme war schrill und aufgekratzt.

Der Heiler legte ihr die Hand auf die Schulter. „Bitte regen Sie sich nicht auf, Miss Weasley. Es ist nicht gut in ihrem Zustand."

„Was meint er mit deinem Zustand?", fragte Albus irritiert. Doch Ginny riss die Augen auf und sah dann verschämt unter sich.

„Das wissen Sie ja noch gar nicht, Mr Dumbledore! Miss Weasley wurde von Mr Severus Snape entführt und geschändet …"

„Das wurde ich nicht!", knurrte Ginny und unterbrach so das aufgeregte Geplapper des jungen Zauberers. Der Heiler lächelte entschuldigend zu Albus und zog Ginny zur Seite.

„Haben Sie wirklich gedacht, irgend jemand würde ihnen diese absurde Geschichte glauben? Sie hätten Mr Snape geholfen, um Professor Dumbleodre zu retten? Sie hätten eine Affäre mit diesem Todesser? Wären freiwillig mit ihm ins Bett gestiegen? Ich vermute, er hat Sie verhext, damit Sie sein Kind austragen!", zischte er.

„Ihre Vermutungen können Sie sich in die Haare schmieren!", fauchte Ginny erbost. „Wer sind sie denn, dass Sie sich solch ein Urteil überhaupt erlauben könnten?"

„Kind?", fragte Albus verdutzt, der das zwar leise aber nichtsdestotrotz gut verständliche Geplänkel mitbekam.

„Sie können anderen vielleicht etwas vorspielen, doch ich glaube diese ganze Geschichte nicht! Ich war ebenfalls Schüler dieses Monsters! Niemand, hören Sie, niemand will diese Kreatur anfassen! Oder gar von ihr angefasst werden!"

„Schwanger?", fragte Albus leise.

„Meine Beziehung zu Severus Snape geht sie überhaupt nichts an!", grollte Ginny und Zorn verdunkelte ihre Stimme.

Gerade als der junge Heiler zu einer Antwort ansetzten wollte, sprach Albus: „Ruhe jetzt, bitte!

Würden Sie uns einen Moment alleine lassen?", fragte er den Heiler, der mit einem letzten arroganten, überheblichen, anzüglichen Blick Richtung Ginny von dannen schlich.

„Nun zu dir. Du bist schwanger?"

Ginny spürte, wie ihre Wangen zu brennen begannen, deshalb senkte sie den Blick und nickte.

„Und Severus ist der Vater?"

Wieder nickte Ginny, wenn auch um einiges empörter.

„Kannst du mir bitte erklären, wie das geschehen konnte?"

Ungläubig starrte Ginny den alten Zauberer an. „Wie bitte?"

„Wie das physisch von statten geht, musst du mir nicht erklären … doch wie konntest du … er … wie konntet ihr?"

Doch er bekam keine Antwort. Stattdessen kaute die junge Hexe an ihrer Unterlippe.

„Nun?", setzte Albus nach.

„Es ist einfach so geschehen. Ich … ich mag ihn sehr … Du musst ihn retten, bitte. Sonst … sonst muss unsere Tochter ohne Vater aufwachsen."

„Ich kann nicht glauben, dass er das getan hat! Ich hätte es vorhersehen müssen …"

„Es war nicht … es ging nicht nur von Severus aus …"

„Das glaube ich dir ja gerne. Doch er ist ein paar Tage älter als du! Von ihm hätte ich etwas mehr Verstand erwartet!

Nun gut, was geschehen ist, ist geschehen. Ich werde mich anziehen und wir werden ihn da rausholen. Sofort!"

„Und Hagrid auch", fügte Ginny leise an.

„Sie haben Hagrid eingesperrt?" Wütend schüttelte der alte Zauberer den Kopf und quälte sich aus dem Bett.

„Es geht dir noch nicht gut genug! Willst du dich nicht erst noch ein wenig ausruhen?"

„Nein, ich musste schon lange genug schweigen! Komm, hilf mir!", bat er und streckte seine Hand Ginny entgegen.

Ginny half Albus, der seinen Krankenhauskittel in eine buntglitzernde Robe zu verwandeln. Aus ein paar Pantoffeln wurden unter Ginnys Händen ein Paar Schuhe und so gekleidet verließ Albus Dumbledore das St Mungos Hospital gegen den ausdrücklichen Rat der Heiler und eilte mit Ginny zum Ministerium.

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Aufgeregt stand Ginny neben Albus Dumbledore in einem stickigen Büro und wartete.

Sie wartete darauf, dass Severus aus Askaban zu ihnen her gebracht wurde. Immer wieder ihre schwitzenden Handflächen an ihrer Robe reibend versuchte Ginny, Ruhe zu bewahren, bis nach einer halben Ewigkeit endlich die Tür aufschwang und der Tränkemeister eskortiert von drei Auroren den Raum betrat.

Sie hatten ihm die Möglichkeit gegeben, sich zu säubern und er trug neue Kleidung, doch er war abgemagert, seine Augen wirkten eingefallen und stumpf. Ginny schlug sich die Hand vor den Mund und hatte Mühe, sich zusammenzureißen, nicht loszustürmen und ihn zu umarmen.

Dumbledore nickte und bedankte sich dann bei den Auroren. Der Zaubereiminister drückte in unendlich vielen Worten sein Bedauern aus, versicherte, dass auch Rubeus Hagrid bald entlassen werde und verabschiedete sich, nicht ohne Ginny einen anzüglichen Blick zuzuwerfen.

„Es schmerzt mich sehr, zu wissen, dass du so lange aushalten musstest, Severus."

„Ging schon. Schön, dass du es überhaupt geschafft hast", brummelte der Tränkemeister und warf Ginny einen vernichtenden Blick zu.

Irritiert sah die junge Hexe auf und versuchte Blickkontakt herzustellen, doch Severus starrte nun hartnäckig zu Dumbledore.

„Dann werde ich euch beide mal kurz alleine lassen … auch wenn ich mich später über Dinge wie „Verantwortung" und „Versprechen" mit dir unterhalten möchte …"

Dumbledore blickte streng von Severus zu Ginny, die ein leichtes Zucken um die Mundwinkel des alten Mannes und ein verräterisches Blitzen seiner Augen erkennen konnte.

„Ich wüsste nicht, weshalb ich Zeit alleine mit Miss Weasley verbringen sollte."

„Wie bitte?", flüsterte Ginny und es fühlte sich an, als ob ein rostiges Messer ganz langsam in ihr Herz getrieben würde.

Auch Albus blieb stehen und warf einen fassungslosen Blick auf den jüngeren Zauberer, dessen Augen kalt und hart die gegenüberliegende Wand fixierten.

„Weshalb ist sie überhaupt hier? Sollte sie nicht beim Vater ihres Kindes sein … diesem Jungen? Jake oder wie er noch schnell heißt?"

Tränen schossen in Ginnys Augen … Severus … er dachte …dachte, dass sie … ihm fremd …

„Du", hauchte Ginny.

Schäumende Wut mischte sich in ihren ohnmächtigen Schmerz und schnürte ihre Kehle zu.

Sie hatte so lange gegen alle Widrigkeiten gekämpft, zu ihm gestanden. Doch er ließ sich von solch einem dummen Gerücht überzeugen, ohne auch nur mit ihr gesprochen zu haben!

„Was ist mit mir, Miss Weasley?", fragte Severus höhnisch.

Das war zuviel für Ginnys Nerven, sie hob die Hand, um ihn zu schlagen, doch dann senkte sie langsam ihren Arm und seufzte.

„Du bist so erbärmlich, Severus Snape", sagte sie ganz leise.

Hoch erhobenen Kopfes schritt Ginny an dem verdutzt dreinschauenden Albus Dumbledore vorbei, hinaus in den Flur. Dort spürte sie wie ihr schwindelig wurde und sie in einer tiefen Schwärze versank.

tbc

Nicht hauen ... bitte nicht hauen! Straft mich mit einem Review. ggg