Erst einmal sorry, dass dieses Kapitel soooo lange gebraucht hat. Zuerst war meine Muse in Urlaub, dann ich und schließlich musste ich Band sieben ja auch noch lesen. :D

Hier kommt nun also das letzte Kapitel sieser Geschichte. Lasst mir bitte ein Anschlussreview da.

Dan an looonieluu, Gabriell, Michi und franzii, der ich das Wort "kitschig" etwas übel nehme:D

Viel Spaß!

21. Zukunft

Sehen wir uns morgen bei Gran?", fragte er leise, ohne sich zu ihr umzudrehen.

Natürlich, ich werde Phyllis´ Geburtstag nicht vergessen."

Severus disapparierte und Ginny atmete tief aus.

Sie hatte ihm einfach alles an den Kopf geworfen; dabei war er noch keinen Tag aus Askaban zurück. Sie hätte für ihn da sein müssen. Ihn unterstützen und ihm Halt geben. Stattdessen hatte sie ihm Vorwürfe gemacht, ihn angeschrieen. Sie hatte alles vermasselt, Severus würde nie wieder mit ihr reden …

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Mit gemischten Gefühlen machte sich Ginny zurecht.

Sie wollte Severus nicht verlieren. Sie würde um ihn kämpfen; das war ihr in den schlaflosen Stunden dieser nicht enden wollenden Nacht bewusst geworden. Aber es fiel ihr schwer, auf ihn zu zugehen.

Er hatte sie verdächtigt fremdgegangen zu sein!

Nach einem langen Bad trat Ginny eingehüllt in eine duftende Wolke aus Pfirsich und Früchten in ihr Zimmer. Wenn dieser Geruch sie so sehr erinnerte, dass es wehtat, musste es doch auch bei ihm etwas bewirken. So hoffte sie zumindest …

„Ginny, bist du fertig? Dad und ich warten unten in der Küche. Ron und Hermine sind auch eben eingetroffen."

„Komme gleich!", antwortete sie ihrer Mutter durch die geschlossene Tür.

Unzufrieden schaute Ginny in den Spiegel. Sie hatte ihre Haare offen gelassen, doch leider hatten sie sich gegen das Frisieren erfolgreich gewehrt. Sollte sie noch schnell einen Zopf flechten? Nein, wenn sie in Eile war, sahen ihre Zöpfe immer fürchterlich aus. Dann sollten die Haare eben so bleiben.

Aufgeregt eilte sie die Treppe hinab. In der Küche des Fuchsbaus stand Arthur in seiner besten Robe. Wie immer, wenn er sich so herausputzen musste, zupfte er die ganze Zeit unbehaglich an dem Stoff. Molly zog noch schnell an der Schleife auf Phyllis Geschenk herum. Ginny wusste, dass ihre Mutter etwas unsicher war. Sie hatte sich viele Gedanken über ein Geschenk gemacht. Auf Ginnys Rat hin hatte sie eine Torte gebacken. Mollys Torten waren mehr als lecker, Phyllis würde sich sicher sehr freuen.

Hermine lächelte Ginny an, während Ron aussah, als habe er Zahnschmerzen.

„Schön, dass ihr auch mitkommt", sagte Ginny und lächelte zurück.

„Glaubst du, ich würde eine so nette Einladung ausschlagen? Du weißt, dass ich Phyllis sehr mag", entgegnete Hermine. Ron schnaubte nur abfällig.

„Hm", antwortet Ginny und sah zweifelnd zu Ron. Severus würde sich die dummen Kommentare ihres Bruders sicher nicht lange gefallen lassen. Wenn sie ehrlich war, hatte sie etwas Angst um Ron.

Doch auf der anderen Seite waren Phyllis und Albus da, sie würden Severus bremsen können. Wen Ginny Glück hatte, würde sich Ron gar nicht trauen, seinen ehemaligen Lehrer so zu nerven wie er es bei seiner Schwester tat.

Sie betraten alle fünf nacheinander Phyllis' Haus durch den Kamin. Albus war schon da und begrüßte sie erfreut. Sie nahmen im Wohnzimmer Platz, in dem mehr Sessel standen als gewöhnlich. Phyllis packte, nachdem sie ihre Gäste mit Getränken versorgt hatte, ihre Geschenke aus. Hermine hatte ihr eine Acapellapflanze (B/N:D Die Idee ist suuuuuuuuuuuuuper) mitgebracht. Wenn man die Blätter berührte, fingen die Blütenköpfe an schöne Melodien zu singen. Dann öffnete sie die Packung mit Mollys Torte.

„Eine Selbstgebackene! Oh wie wundervoll! Ich liebe selbst gemachte Torten. Früher, als meine Augen noch besser waren und meine Finger noch nicht so fürchterlich ungeschickt, habe ich selbst viel gebacken. Was für ein schönes Geschenk, danke, Molly, Arthur."

Ginnys Vater lächelte. „Ich hatte da weniger mit zu schaffen, ich diene nur als Vorkoster und Bewehrter für die neuen Kreationen meiner Frau."

Ginnys Geschenk war ein Bilderalbum. Darauf stand in bunten Lettern ‚Mein erstes Enkelkind' und mehrere Luftballons schwebten unaufhörlich hin und her. Phyllis Augen wurden feucht. Sie öffnete den Deckel und sah in den Passepartouts je ein Foto von Ginny und eines von Severus, der, damals noch als Hogwartsprofessor, mit strenger Miene in die Runde sah. Dazwischen stand ‚Mein Papa und meine Mama'.

„Du kannst gerne ein anderes Foto von Severus hineintun, ich habe nur leider keines gefunden, auf dem er freundlicher schaut."

„Danke, Liebes. Ich bin mir nicht sicher, ob ich eines habe oder ob überhaupt eines existiert." Beide mussten lachen.

Severus betrat das Wohnzimmer seiner Großmutter. Seine Augen suchten Ginny und musterten eine ganze Weile die kichernde Hexe.

„Ah, Severus, schön, dass du auch hier bist", grüßte Albus.

„Schön dich zu sehen, Albus. Molly, Arthur, …" Sein Blick blieb erneut bei Ginny hängen.

„Der begrüßt sie nicht mal!", maulte Ron und kassierte einen bösen Blick seiner Mutter und einen Stoß in die Rippen von Hermine.

„Setz dich, Junge. So viele Gäste hatte ich schon lange nicht mehr an meinem Geburtstag. Es ist schön, dass ihr alle gekommen seid.

Ein Enkelkind … ein schöneres Geschenk hättest du mir gar nicht machen können, Ginny", setzte Phyllis verträumt nach.

„Ich war nicht ganz alleine daran beteiligt", sagte Ginny leise.

„Das wissen wir alle", zischte Ron und bedachte Snape eines abschätzigen Blickes.

„Bei Merlin, Ron, es reicht jetzt", schnappte Ginny, als sie sah, wie sich Phyllis' Mine verdunkelte.

„Was denn? Nur weil alle anderen es hinnehmen, dass du das Balg dieses Typen austrägst und dir auch noch einredest, es wäre dein Wille, muss ich es noch lange nicht kommentarlos hinnehmen!"

„Dass Sie schon immer etwas langsamer waren als andere, müssen sie nicht auch noch betonen", schnarrte Severus und fixierte Ron mit dunklem Blick.

„Sie können mich beleidigen, soviel sie wollen! Ich werde nie glauben, dass meine Schwester freiwillig mit jemandem wie ihnen das Bett geteilt hat", griff Ron erneut an.

„Was Sie glauben oder nicht, ist absolut irrelevant!" Langsam erhob sich Severus Snape von seinem Sitz und stand mit hoch erhobenem Kopf und einem herablassenden Blick da, dennoch schwang in seiner Stimme ein Unterton, der jederzeit einen Angriff vermuten ließ. „Doch wenn Sie noch einmal ihre Schwester oder meine Großmutter kränken, werden sie sehen, wie schnell ich Sie aus diesem Zimmer entfernen kann."

„Severus!", tadelte Albus.

„Nein, ich habe in Askaban lange genug stillhalten und alles schlucken müssen."

Ron ließ ein würgendes Geräusch vernehmen, doch dies brachte ihn nur einen weiteren Rippenstoss von Hermine ein.

„Phyllis, sei mir nicht böse, ich werde etwas an die frische Luft gehen. Ich muss etwas nachdenken. Ich bleibe nicht lange", sagte Ginny und noch bevor die alte Hexe antworten konnte, drehte sich Ginny um und verließ das Haus. Schnellen Schrittes eilte sie in den nahen Park.

Dort angekommen blieb Ginny unter einer alten Eiche stehen und atmete einige Male tief durch. Ihre Hände zitterten unablässig. Ein Umhang wurde über ihre Schultern gelegt. Sie erschrak, doch dann roch sie einen bekannten herben Kräuterduft.

„Danke."

„Ich will doch nicht, dass dir oder unserem Kind etwas passiert."

Mit einer schnellen Drehung stand Ginny direkt vor Severus. Ihre Augen bohrten sich fragend in die seinen. „Unser Kind? Seit wann denn unseres?"

„Immer noch sauer?"

„Ich weiß es nicht. Es tat sehr weh, dass du mir zugetraut hast, dich so hintergangen zu haben."

Beide gingen nebeneinander her, bis Severus stehen blieb und Ginnys Hand nahm.

„Wollen wir uns etwas auf die Bank setzen?"

Sie setzten sich und Ginny genoss das wärmende Gefühl der Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht. Sie schloss für einen Moment die Augen und erfreute sich an der Anwesenheit des Mannes neben ihr.

„Ginny, wie soll es nur weitergehen?"

„Ich habe gehört, du wirst eine Arbeitsgruppe leiten, die neue Zaubersprüche und Tränke prüft. Im Auftrag des Ministeriums.

Nun, ich werde einige Wochen nach der Geburt meine Stelle in Hogwarts annehmen. Mum freut sich, auf die Kleine aufzupassen. Ich habe mit Minerva gesprochen, ich werde nicht in Hogwarts wohnen und nachmittags und über das Wochenende nach Hause kommen." Fragend sah sie ihn an.

„Ich meinte mit uns." Er sah sie nicht an, sondern schob mit dem Fuß den Kies des Weges hin und her, bis kleine Häufchen entstanden waren.

„Was soll werden?"

„Gibt es … haben wir noch eine Chance?"

„Woher soll ich das wissen? Ich kann dir nicht einmal sagen, was ich genau will, wie soll ich dann wissen, was wir beide wollen?"

Ein drückendes Schweigen lastete auf ihnen. Ginny wusste nicht, was sie sagen sollte. Natürlich wollte sie noch mit ihm zusammen sein, doch den Mangel an Vertrauen wollte und konnte sie nicht vergessen. Fieberhaft suchte sie nach Worten.

„Weshalb … warum hast du so an mir gezweifelt, Severus? Wie konntest du annehmen ich hätte dich betrogen?", platzte es schließlich aus ihr heraus.

„Tage- und nächtelang haben sie mich aufgezogen, mich verhöhnt, mir unter die Nase gerieben, dass ich alter Sack von einem kleinen Mädchen an der Nase herum geführt wurde. Einem Mädchen, dass mir vorgaukelte, dass es mich liebe und nebenbei mit einem jungen Muggel anbandelte. Sie haben mir stundenlang die Artikel des Tagespropheten vorgelesen … immer und immer wieder. Vor allem den Artikel, in dem stand, dass nachgewiesen ist, dass das Kind nicht von mir ist …"

„WAS?", unterbrach ihn Ginny. „Was für einen Artikel? So einen hat es nie gegeben … solch einen kann es gar nicht geben, denn ich habe noch nie mit jemand anderem geschlafen!"

Sie war erschüttert. Wie sehr musste Severus dort gelitten haben? Schlafentzug, Psychoterror und immer wieder Lügen und Demütigungen. Er musste sehr mitgenommen sein, dass er solch ein leidenschaftliches Plädoyer hielt. Sie kam sich so dumm vor. Er brauchte sie und sie benahm sich wie ein bockiges Kind.

„GINNY! Mein Gott was für ein Zufall. Ginny!"

Die Angesprochene hob den Kopf und sah einen Rollstuhl auf sich zukommen. Jake! Der junge Mann rollte schnell auf die Bank zu und bremste heftig.

„Wie schön, dass wir uns wieder hier treffen. Wie ich sehe, hast du deinen Brummbären wieder. Das trifft sich hervorragend. Ich möchte dir jemand vorstellen.

Aber sag, wie geht es dir? Ich habe jetzt eine eigene Wohnung, nicht mehr in der WG. Mein neues Domizil liegt übrigens ganz in der Nähe des Hotels meines „Stiefvaters". Aber dem hat die Gesundheitsbehörde eh den Laden zu gemacht. Soweit ich weiß, hat er sogar das Land verlassen. Ich bin nicht wirklich traurig.

Dhara! Dhara, komm´ mal hier herüber!"

Severus hatte ob des Redeschwalls des jungen Mannes erstaunt die Augenbraue erhoben. Er konnte den Argwohn gegen Jake nicht ganz unterdrücken.

„Stell dir vor, meine Krankengymnastik macht Fortschritte. Die Ärzte glauben, dass ich in einigen Monaten wieder laufen kann.

Ah, Dhara. Darf ich dir meine Freundin vorstellen?"

Eine junge Frau mit einigen Piercings und einer Hose mit Tarnmuster über hohen geschnürten Stiefeln kam zu ihnen. Einen Moment konnte Ginny nicht sagen, woher ihr das Gesicht gekannt vorkam, doch dann grinste sie.

„Ich dachte, du magst dunkle Badboytypen?", fragte Ginny die junge Frau, in der sie die Verkäuferin aus dem Second Hand Laden erkannt hatte.

„He, du bist die Kleine mit dem Vampir! Oh, da sind Sie ja, Sir!" Ginny kicherte, während sich Severus empört räusperte.

„Ihr kennt euch?", fragte Jake überrascht.

„Ja, flüchtig. Deine Freundin und ihr Partner waren im Laden meines Vaters."

„Und du bist mit Jake zusammen?" Ginny hoffte, dass sie nicht zu skeptisch klang, denn sie wollte weder Jake noch Dhara beleidigen

„Ja, wir haben uns auf der Straße kennen gelernt. Eigentlich mag ich ja keine jüngeren Partner … doch was soll ich sagen", antwortet Dhara grinsend, doch dann sah sie auf ihre Armbanduhr. „Wir müssen los. Hopp, Jake sonst sind wir zu spät!"

Entschlossen schnappte sie die Griffe des Rollstuhles und schob ihn an. Jake verdrehte die Augen. „Sie ist fast wie eine Mutter", scherzte er und erntete eine Kopfnuss. „Versprich mir, dass wir uns mal wieder treffen", rief er über seine Schulter.

„Es freut mich für die Beiden", seufzte Ginny.

„Du magst ihn wirklich." Severus stellte keine Frage; es war nur eine Feststellung.

„Darf ich keine Freunde mehr haben?"

„Entschuldige."

Beide schwiegen wieder eine Weile.

„Hast du schon einen Namen?", durchbrach Severus die Stille.

„Was hältst du von Emily?"

„Ein schöner Name."

„Findest du wirklich?"

„Ja."

Beide hatten sich zueinander gedreht und sahen sich lange an. Dann nahm Severus sie in die Arme und drückte sie ganz fest an sich.

„Wir sollten zurückgehen, es wird kalt."

Mit diesen Worten hatte er die junge Hexe losgelassen und stand vor der Bank.

Nebeneinander herlaufend warfen sie sich immer wieder Blicke zu.

„Du riechst schon wieder wie ein verdammter Nachtisch!", brummt er.

„Das ist Zufall. Und außerdem riechst du verdächtig nach einem mir bekannten Duschgel."

„Purer Zufall!" Ein kurzes Lächeln zeigte sich auf seinen schmalen Lippen. Dann wurde er wieder ernst. „Wir sollten es noch einmal versuchen … miteinander, meine ich."

„Versprichst du mir, meinem Bruder nichts zu tun?"

„Das kann ich dir nicht versprechen!"

„Nichts, was einen bleibenden Schaden verursacht?"

„In Ordnung, das bekomme ich hin."

Beide lächelten und gingen dann schweigend weiter. Doch diesmal war dieses Schweigen nicht drückend oder unangenehm.

Dann stahl sich ein Grinsen auf Ginnys Gesicht. Sie legte den Arm um seine Taille und schnupperte an ihm. „Was für ein Zufall", sagte sie erklärend.

„Wie bitte?", fragte Severus irritiert.

„Wir sind schon zwei … Nachtisch mit Kräutern!"

Auch der Tränkemeister legte den Arm um sie und lächelte. „Was für ein Zufall … wir sollten Albus für seinen missglückten Plan danken."

„Sollten wir."

Ende