,,,..." jemand spricht
/.../ jemand denkt
~...~ Parsel
-*...*- Hogwarts
54. Kapitel Der Geheime Raum von Salazar Slytherin
Dumbledore pov - Hogwarts, England
Das neue Jahr begann genau so kalt und stürmisch wie es aufgehört hatte, der Schnee lag auf den Ländereien bereits einige Zentimeter hoch und der Hausmeister wäre wohl verzweifelt beim Schneeschippen, wenn nicht alle Wege einen Zauber auf sich tragen würden, welcher verhinderte, dass die weisse Pracht liegen blieb. Gerade hatte sich das Wetter etwas beruhigt und die Flocken fielen in einen taumelnden Tanz sanft zu Boden, der schwarze See hatte einen Eisring am Ufer und die Seebewohner waren nur noch selten ausserhalb ihrer Behausungen zu entdecken. Davon bekamen die Schüler und Schülerinnen der Schule für Hexerei und Zauberei allerdings nicht viel mit. Die Weihnachtsfeiertage waren vorüber und der Schulalltag mit seinen Tests und Aufgaben hielten sie alle wieder auf Trab.
Der stellvertretende Schulleiter und Lehrer für Verwandlung liess in der ersten Woche nach den Weihnachtsferien die gerade zu unterrichtenden Sechstklässler einen Test schreiben. Dadurch war es im Klassenzimmer so ruhig, wie selten während seinem Unterricht, nur das kratzen der Federn auf dem Pergament durchbrach die Stille, welche herrschte. Nur manchmal hörte man ein unterdrücktes Seufzen oder das leise knarzen eines Stuhles, wenn jemand unruhig darauf herum rutschte. Dies geschah zumeist von denjenigen Schülern oder Schülerinnen, welche es versäumt hatten, die als Aufgabe gegebenen, Passagen im Schulbuch gründlich genug zu lesen. Einer der Schüler war gar so verzweifelt, das er es aufgegeben hatte die Fragen zu beantworten und einfach seinen Kopf auf der Tischplatte abgelegt hatte, stumm trauerte er seinem neuen Besen hinterher, welcher er zu Weihnachten bekommen hatte und nun wahrscheinlich bald wieder abgegeben musste, wenn seine Eltern den Test sehen würden.
Von den Leiden seiner Schüler bekam der Verwandlungslehrer nichts mit, er war mit seinen eigenen inneren Dämonen beschäftigt, nach Aussen jedoch wirkte er ganz normal. Er sass an seinem Lehrerpult und hielt ein Buch in den Händen, manch einer seiner Schüler hätte sich wohl über den Inhalt dieses Buches gewundert, enthielt es doch einige Anleitungen zum Bauen von Muggel Gegenständen, doch jeder von ihnen war zur Zeit zu sehr mit dem Fragebogen beschäftigt um sich um die Lektüre ihres Lehrers zu kümmern. Dass er das Buch überhaupt in den Händen hielt, war dem Rothaarigen allerdings nicht mehr bewusst, die geschrieben Worte waren längst den Bildern seiner Erinnerungen gewichen, seit Minuten hatte er weder eine Seite umgeblättert, noch konnte er sich daran erinnern, was das letzte gewesen war, was er gelesen hatte.
Er war mit seinen Gedanken, wie so oft in letzter Zeit, bei Gellert, dessen Verhandlung in wenigen Tagen beginnen würde und sie würde sicherlich die gesamte nächste Woche dauern. Albus hatte bereits zwei Vorladungen für eine Aussage, vorher musste er vor dem Zaubergamot noch einmal genau das Duell und die Festnahme schildern, bevor dann die Verhandlungen beginnen und damit auch beschlossen wurde was mit dem dunklen Magier geschehen würde. Es hatten sich zahllose Personen für die Verhandlungen angemeldet und auch verschiedene Länder hatten um Übergabe des Gefangenen ersucht. Obwohl ein Grossteil der Anfragen abgelehnt worden und auch nicht jeder Reporter zur Verhandlung zugelassen war, musste der grösste Verhandlungsraum benutzt werden. Und obwohl sie nicht an der Verhandlung teilnehmen durften, reisten seit Tagen aus verschiedenen Ländern immer wieder Schaulustige an, um vielleicht doch noch in die Hallen gelassen zu werden. Auch verschiedene Vertreter reisen an, um die Herausgabe des Gefangenen an ihr jeweiliges Land zu verlangen und Albus hoffte, dass es nicht die Amerikaner sein würden, die seinen ehemaligen Jugendfreund in die Hände bekamen.
Ihm war bewusst, dass Gellert zu viele Taten begangen hatte, als das man ihn noch frei herumlaufen lassen durfte, dennoch konnte er nicht anders, als sich nicht den Tod für ihn zu wünschen, auch wenn das bedeutete dass Grindelwald bis an sein Lebensende in einer Zelle sitzen würde. Sollte Gellert in England verurteilt und auch hier inhaftiert werden, würde ihm sicherlich Askaban drohen, Albus wusste allerdings, dass das Zaubereiministerium dieses für die Verwahrung eines solch mächtigen Schwarzmagiers noch zu unsicher hielt. Es war erst seit wenigen Jahren ein Zauberergefängnis, es hatte lange gedauert, die Besetzung durch die Dementoren zu zerschlagen und einen Weg zu finden, dass die Dementoren auf die Weisungen des Zaubereiministerium hörten, nun ja zum Grössten Teil und auch nicht vollständig. Es starben immer wieder einmal Häftlinge, weil sich ein Dementor nicht zurückhalten konnten und auch die Insel selbst war mit ihrem hohen Grad an schwarzer Magie bereits von sich aus ein gefährlicher Ort. Es stimmte, dass es keinen Weg von der Insel gab, dennoch bestand immer noch die Gefahr, dass Gefangene darauf auch verschwanden. Weswegen Albus sich ziemlich sicher war, dass Gellert nicht in England verbleiben würde, schon nur um dann nicht Schuld an dessen Tod zu sein, bevor alle Untersuchungen zu begannen Verbrechen des Angeklagten abgeschlossen waren, was sicherlich einige Jahre dauern würde.
Sollte er nach Amerika überwiesen werden, würde er sicherlich nach wenigen Wochen tot sein, der Aufstand wäre dann in diesem Lande auch nicht so gross, wenn es den so geschähe. Der Hass auf Gellert und der Wunsch nach Rache würde so gross sein, dass nach dem Tod des Schwarzmagiers sicherlich nicht genug übrig bleiben würde für eine Untersuchung, weder von Gellert selbst, noch von dem Gefängnis, in welches er verlegt werden würde. In Amerika gab es einfach zu viele, welche nicht damit zufrieden wäre, dass Gellert Grindelwald einfach nur in einem Gefängnis festsass, der grösste Teil des Landes wollte Rache. Und diese würde kurz und schmerzvoll sein, ein Schiksal, welches sich der Lehrer für Verwandlung seinem ehemaligen Jugendfreund nicht wünschte. Das Zaubereiministerium von England war sich dieser inoffiziellen Tatsache auch bewusst und es war in der letzten Sitzung des Zaubergamot, zu welchem Albus seit neustem gehörte, Hauptthema gewesen.
Frankreich war auch eines der Länder, welches um die Auslieferung bat, es gab einige Anschuldigungen, welcher der Schwarzmagier in diesem Land begangen haben solle, jedoch waren bei vielen die definitive Abklärung noch nicht abgeschlossen und soweit Albus informiert war, hatte Frankreich auch nicht vor den Gefangenen in einem Gefängnis zu verwahren. Viel eher wollten sie für die Verurteilung ein magisches Gerät zum Einsatz bringen, welches seit dem 18. Jahrhundert in Frankreich nicht verwendet worden war. Die magische Guillotine, sollte den Angeklagten zu hundert Tode durch Enthauptung verurteilen. Das Gerät, welches dafür sorgte, dass die Opfer durch die Enthauptung nicht starben, solange sich der Hals im Halsbrett befand, hatte auch die ekelerregende Eigenschaft den Kopf des Verurteilten immer wieder anwachsen zu lassen, so dass er von Neuem hingerichtet werden konnte. Natürlich würde der Vertreter von Frankreich gegenüber dem Zaubereiministerium niemals die geplante Ausführung einer solchen Methode bestätigen.
Deswegen hoffte Albus, dass das vierte Land, welches die Herausgabe des Schwarzmagiers forderte, die Verwahrung übernehmen würde. Österreich wollte zwar auch Rache, doch der Zaubereiminister, ebenso wie der Minister der Muggel sahen es als grössere Schmach an, wenn Gellert lebenslang hinter Gitter und ohne Zauberei verbringen müsste. Da Gellert Jahrlang in diesem Land gelebt und sogar seinen Hauptstützpunkt dort aufgebaut hatte, glaubte Albus dass sie gute Chancen hatten, dass die Wahl für das Gefängnis auf sie fallen würde. Wie er durch einen Freund aus Österreich wusste, hatte man bereits begonnen, das ehemalige Hauptquartier von Gellert, Nurmengard, zu eben diesem Zweck um zu bauen, obwohl noch nichts entschieden worden war. Die Österreicher würden nichts unversucht lassen, diejenigen zu sein, welche den Tyrannen, welcher sowohl ihrer magischen Seite, wie auch der Muggelseite hart mitgespielt hatte, ein langes und einsames Ende zu bereiten.
Da Gellert mitverantwortlich gewesen war, dass auf der Muggelseite Adolf Hitler solch grossen Einfluss gewonnen hatte, hätte auch Deutschland eigentlich ein Anrecht auf dessen Verwahrung. Dieses Land hatte allerdings strikt abgelehnt und untersagt Gellert auch nur in die Nähe ihrer Landesgrenze zu bringen. Sie wollten nach Beendigung des zweiten Weltkrieges, welche zahlreiche Opfer auf der magischen und nichtmagischen Seite gefordert hatte, die letzten Jahre einfach nur vergessen. Es litten immer noch etliche Muggel, wie auch Zauberer durch die Nachwirkungen der Tränke, welche über Jahre in ihr Grundwasser geschüttet worden war und dessen einzelne Wirkungsweisen noch immer nicht vollständig geklärt worden waren. Es gab nicht genug Geisterheiler um die entstandenen seelischen Schäden aller Opfer zu behandeln und was vom Land selbst noch übrig war, reichte kaum zum Überleben. Dazu die Wiedergutmachungen, welche das Land für die begangenen Gräueltaten leisten mussten und die Tatsache, dass sogar Gringotts ihre Filiale dort geschlossen hatte, stellte das Land gegenwärtig vor mehr Probleme als es bewältigen konnte. Das Zaubereiministerium hatte gerade selbst genug damit zu tun, die entstandenen Schäden irgendwie zu beheben.
Das Geräusch einer zu Boden gefallenen Schreibfeder riss ihn aus seinen Gedanken, das Mädchen, dessen Schreibfeder runtergefallen war bückte sich mit roten Wangen danach und beugte danach schnell ihren Kopf wieder über ihr Pergament. Albus sah sich kurz im Klassenzimmer um, das Kratzen der Federn war immer noch eines der einzigen Geräusche, welches zu hören war. Er bemerkte, dass es Robert anscheinend aufgegeben hatte den Test auszufüllen und sich anscheinend gedanklich bereits auf das Nachsitzen vorbereitete, so wie er seinen Kopf auf die Tischplatte gelegt hatten. Es beruhigte ihn, dass die Schüler alle noch beschäftigt waren und niemandem seine geistige Abwesenheit aufgefallen zu sein. Ein Blick zur Uhr teilte ihm mit, dass es noch zehn Minuten dauerte, bevor die Unterrichtsstunde vorbei sein würde. ,,Noch 10 Minuten." Informierte er seine Schüler und erschrak selbst etwas über seine Stimme, sie war nicht nur etwas rau, weil er knapp ne Stunde nicht gesprochen hatte, sie klang auch irgendwie kraftlos, als ob er einen Marathon gelaufen wäre und nicht einfach nur auf einem Stuhl gesessen hatte.
Er fühlte sich auch erschöpft und ausgebrannt, der Kampf mit Gellert sass ihm immer noch in den Knochen, auch wenn es längst nicht mehr die körperliche Seite war, welche noch heilen musste. Er fragte sich, wie lange es dauern würde, bis seine Seele von den unsichtbaren Wunden geheilt werden würde. Die mahnenden Worte seiner Mutter kamen ihm in den Sinn, nicht seinen Geist von dunklen Gedanken vergiften zu lassen, doch schnell scheuchte er seinen Geist von dieser Erinnerung fort. Seine tote Mutter war eines der letzten Dinge, an die er gerade denken wollte und so landete er wieder bei Gellert.
Albus nahm sich fest vor, bei seiner Aussage vor dem Zaubereiministerium den Vorschlag zu machen, dass Gellert nach Österreich überstellt werden sollte. Er war sich sicher, dass die ehemalige Festung ein gutes Gefängnis abgeben würde und dass er selbst dann die Möglichkeit bekommen würde, diesen ab und an besuchen zu dürfen. Ob er dies überhaupt wollte wusste er noch nicht einmal, doch dass die Möglichkeit überhaupt im Raum stand beruhigte ihn auf seltsame Art und Weise. Er sandte ein stummes Gebet zu Merlin, dass Gellert seine Gefängnisaufenthalt wirklich in Nurmengard absitzen würde. Denn wenn er vielleicht noch einmal mit diesem sprechen würde, würde er vielleicht verstehen, was ihn an der letzten Begegnung mit seinem einstigen Jugendfreund einfach nicht mehr los liess. Vielleicht würde er dann verstehen, woher dieses klemende Gefühl herrührte, warum die Erleichterung einfach nicht einsetzte. Warum er immer noch ständig das Gefühl hatte, über seine Schulter blicken zu müssen.
Er fand an diesem Tag, wie an jedem Tag davor keine Antwort auf diese stummen Fragen. Gefühlt um Jahre gealtert, liess er sich an diesem Abend auf dem Sofa in seinen Privatgemächer fallen. Weder die Gesellschaft seines Phönixfreundes, noch die fröhliche Hauselfe Lanny, welche ihm Elbenwein und Zitronenkuchen brachten, schafften es ihn an diesem Abend auf zu heitern und so fiel er irgendwann erschöpft in sein Bett, wo die nicht enden wollenden Gedankenspirale sich in seinen Träumen manifestierte und ihn auch dort nicht in Ruhe liess.
Hermine pov - Hogwarts, England
Die Weihnachtsferien waren schön gewesen, es hatte ihr gut getan ein paar Tage in Slytherin-Gryffindor Castle zu verbringen und die beiden Gründer wieder zu sehen, besonders den für sie überraschenden Besuch von Newt Scamander und seinen magischen Tierwesen, welche er in seinem Koffer bei sich trug, hatte ihr sehr gefallen. Durch das Treffen mit diesem eigenbrötlerischen, jedoch stets freundlichen Mann, war ihr eines bewusst geworden. Viel lieber als eine Stelle im Ministerium, würde sie gerne wie er durch die Welt reisen und neue Dinge entdecken, Bücher verfassen und ihr Wissen weitergeben. Nicht, dass sie sich wirklich ernsthafte Gedanken darüber machte, ohne Ziel durch die Weltgeschichte zu reisen war nichts was sie sich je würde leisten können. Wer könnte voraussehen, was für ein heilloses Durcheinander sie im Zeitstrom verursachen würde, wenn sie durch ihr Wissen aus ihrer Zeit Dinge entdeckte, welche erst Jahrzehnte später von jemand anderem aufgedeckt werden sollte. Dennoch war es schön davon zu träumen mit Tom die Welt zu bereisen, weit weg von England, wo die Schatten ihrer Zukunft sie immer einzuholen drohten.
Doch sie wäre nicht Hermine, wenn sie sich durch solche Tagträume lange ablenken liesse, solange noch eine unerledigte Aufgabe vor ihr lag. Die neue Aura Sicht beherrschte sie mittlerweile ziemlich gut, am Anfang hatte sie nur die Magiearten wirklich sehen können, die gesamte Welt erschien ihr auf einen Schlag in weiss und schwarz. Nach ein paar Tagen hatte sie die grautöne dazwischen entdeckt und danach waren langsam farbige Punkte aufgetaucht, welche sich mit mehr Übung zu Flächen ausbreiteten, bis sie darin die jeweiligen Auramagie erkennen konnte. Es war interessant die Welt durch diese neue Fähigkeit zu sehen, alles bestand aus schwarz und weiss, doch keiner der beiden Farbe überwog gänzlich und je nach Magieart veränderten sie die Aura der Zauber welche darauf gesprochen worden waren, so wie jeder Zauber sich wie vorgefertigt in das weiss und schwarze Muster einfügte.
Sie hatte in den Weihnachtsferien sowohl genügend Zeit gehabt sich mit der Magie von Ric und Sal vertraut zu machen und hatte es dazu geschafft aus den beiden Gründern selbst einen kleinen Anhaltspunkt zu erhalten wie ihre Suche beginnen sollte. Es war eine gute Idee gewesen, sich im Castle vollständig mit ihrer Fähigkeit vertraut zu machen, es war nicht nur viel kleiner als Hogwarts, es war auch nicht mit solch viel Magie durchtränkt wie die Schule. Im Zuhause von Ric und Sal gab es immer wieder schwarz-weisse Flecken, welche unberührt waren von externer Magie, in der Schule allerdings erstrahlte jeder einzelne Zentimeter aus so viel externer Magie, das es wirkte, als seien überall Farbbomben explodiert. Dieser Vergleich war vielleicht sogar recht passend, da es ja zum Teil wirklich Magiebomben gewesen waren, welche die Wände und Böden getroffen hatten. Es machte es ihr allerdings nicht einfacher die gesuchte Magiesignatur unter allen anderen zu finden.
Das einzig Gute daran war, dass es vergängliche und anhaltende Zaubersprüche gab. Ein von ihr gezauberter Wingardium Leviosa malte eine silberne Schleife in die Luft, genau dort wo ihr Zauber das Objekt durch diese gewirbelt hatte und sie hinterliess auf dem Objekt einen silbernen Fleck, dort wo der Zauber dieses getroffen hatte. Wenn man dies wusste, war es einfach zu erkennen von wo nach wo ein Objekt gezaubert wurde, schwieriger war es jedoch zu erkennen von wem dieser verzaubert wurde, da die Fläche sehr klein war. Diese Art von Magie verblieb nicht lange auf den Dingen, sie löste sich je nach Zauber zwischen einigen Stunden bis Tagen wieder auf und verschwand als sei nie etwas gewesen.
Ein Gegenstand jedoch, welcher aus einem Zauber heraus entstand und welcher in seiner Gestalt verweilte, sah mit der neuen Aura Sicht auch komplett anders aus. Der Stuhl, welchen sie als Versuch gezaubert hatte, war ein silbernes Gebilde, welches von grossen Blüten durchzogen war, es sah so schön aus, dass sie es schade fand, dass man es nur durch die Aura Sicht sah. Mit blossem Auge war es einfach ein normaler Holzsstuhl mit Sessel und Sitzfläche aus grünem Samt. Sie benötigte einige Zeit um herauszufinden, dass gerade diese Blütenblätter das war, was einen die Magie unterscheiden liess. Denn betrachtete man einen Zauber nur anhand seiner Farbe, war es schwierig ihn auf eine Person fest zu legen, die Farbe wurde stark durch die Magieart beeinflusst, so waren weissmagische Zauber heller als dunkle, die Farbe alleine sagte allerdings eher etwas über die Rasse aus, welche den Zauber gewirkt hatte, soweit sie es bis jetzt herausfinden konnte. Den Salazar und Tom hatten beide eine grüne Aura welche mit einem schwarzen Muster bedeckt war, während die von Ric orange mit weissen Linien war war und dieselben Farben sah man auch bei ihren Zaubern.
Nachdem sie dies herausgefunden hatte hatte sie sich die Räume in Slytherin-Gryffindor Castle ganz genau angesehen und hatte besonders Salazars Magiesignatur mit der von Tom verglichen. Tom war gerne bereit ihr zu helfen, auch wenn er glaubte, sie übe immer noch die ursprüngliche Form der Aura Sicht. Sie hatte versucht es ihm zu sagen, ohne Hogwarts zu erwähnen, doch ein Zauber schien sie davon ab zu halten. Sie akzeptierte dies vorläufig so und fühlte sich erneut in ihrer Vermutung bestärkt, dass Hogwarts nicht wollte, dass sie jemandem davon erzählte oder sich zu viel Hilfe holte. Zuerst war sie sehr wütend darüber, dass es einfach so ungefragt erneut einen Zauber auf sie gelegt hatte, dann fiel ihr allerdings ein, dass das Schloss es wahrscheinlich einfach nicht mehr gewohnt war mit seinen
Insassen, über alles was es tat, zu sprechen. Sie würde dennoch zu einem späteren Zeitpunkt ein ernstes Gespräch mit diesem führen müssen.
Während sie die Aura und auch die Zauber von Tom mit denen von Sal im Castle verglich, fielen ihr nach und nach die Unterschiede auf. Toms Aura war durchzogen von schwarzen feinen Ranken, Kringel und Knoten, bei Salazar war das Muster eher mit einem dichten Blattwerk zu vergleichen, dessen Blätter sich immer wieder überlappten, die schwarze Konturen hoben sich nur dezent von dem dunklen grün,welche seine Aura aus machte, ab. Ric hatte eine orange Aura, welche manchmal einen leicht braunen Touch hatte, das weisse Muster bestand aus einzelnen Blüten, welche einer Orchidee glichen und einem Geflecht, was sie an Farn erinnerte.
Auch wenn sie die Aura von Ric mit seiner orangenen Farbe und dem markanten Muster als auffallender und dadurch eventuell als einfacher zu entdecken einstufte, hatte sie beschlossen ihre Suche in den Kerkern von Hogwarts zu beginnen. Das hatte den ganz einfachen Grund, dass Salazar geheimer Raum sich irgendwo in den Kerkern befinden musste, während sie den Raum von Ric irgendwo in der Nähe der Türme vermutete. Und das Letzte was sie wollte, war bereits so früh bei ihrer Suche in das Radar von Dumbledore zu geraten, dieser würde sicherlich misstrauisch werden, wenn er eine Slytherin so nahe beim Gemeinschaftsraum der Löwen entdeckte und sie danach sicherlich noch genauer im Auge behalten.
Sie hatte es nur mit Mühe und Not geschafft, die Anderen davon zu überzeugen sie alleine gehen zu lassen, ihre Freunde sassen gerade alle zusammen in ihrem geheimen Klassenzimmer und vertrieben sich ihre Zeit mit einem Verwandlungswettkampf. Dies war mittlerweile ein beliebter Zeitvertreib unter den Slytherinschüler geworden, sie hatten sogar eigens dafür eine Tafel in diesem Raum hingezaubert, um die Punktestände zu notieren. Dennoch war es schwer gewesen, Mia und gerade Tom davon zu überzeugen, dass sie etwas Zeit für sich benötigte und ohne Firis und Shadow wäre wohl jede Diskussion vergebens gewesen. Sie musste sich für ihre nächsten Erkundungen unbedingt etwas anderes einfallen lassen. Der Schwarzhaarige war zwar, seit sie die Kette mit dem Ortungszauber trug etwas beruhigter, dennoch wusste sie, dass er wahrscheinlich ab und an nachsehen würde, was sie gerade tat. Sie konnte ihm zwar nicht den Zugang zu ihren Gedanken komplett verwehren, da er dadurch wahrscheinlich schneller bei ihr aufschlagen würde als sie Quidditch sagen könnte, sie konnte allerdings den Grund und den Ursprung ihrer Suche zumindest verschleiern.
Sie hatte beim geheimen Raum von Salazar zuerst an die Kammer von Slytherin gedacht und dem Gründer hierzu in den Ferien einige Fragen gestellt, welche ihre Vermutung allerdings dementiert hatten. Durch Sal hatte sie erfahren, dass diese von ihm nur als Wohnstätte der Basilisken gebaut worden war, so wie die umliegenden Gänge und Räume auch. Der kleine Raum hinter der Kammer, den sie auch bereits kennen gelernt hatte, diente lediglich als gelegentlicher Rückzugsort, zum beispiel wenn einer der Basiliken krank geworden war und er sich um ihn kümmern musste. Es hatte ihr in der Seele weh getan, den Schilderungen des Schwarzhaarigen darüber zu hören, dass die Bailiskendame aus ihrem Wurf die Einzige gewesen war welche überlebt hatte. Sie empfand nicht wirklich Sympathie zu der riesigen Schlange, besonders durch ihre Vergangenheit mit dieser, doch Salazar war durch den Verlust schwer getroffen gewesen.
Sie erfuhr auch, dass er das Basilisken Weibchen gerne mit in die Elbenwelt genommen hätte, er sie allerding in Hogwarts liess, weil ihr Blick bereits zu dieser Zeit tödlich gewesen war und er die Elben nicht noch unnötig weiter verärgern wollte, als er es ohnehin mit seiner Anwesenheit tat. So trug er ihr schweren Herzens auf, auf die Schule auf zu passen und verliess sie mit dem Wissen, dass er wahrscheinlich nie zurückkehren können würde. Auf ihre Frage wie er dies meinte erklärte er ihr, dass Hogwarts Magiekern aus der Magie aller vier Gründer entstanden sei und das Schloss so nun beide Magiearten beherbergte. Wenn Sal als Schwarzmagier und Gründer zurückkehren würde, wäre das Schloss dadurch aus dem Gleichgewicht gebracht, auch wenn Ric ihn begleiten würde könnte man nicht sicher sein, dass es reibungslos abliefe, so oder so wäre es durch die Freisetzung der Magie von Hogwarts zu auffällig für die beiden, schliesslich hatten sie offiziell keine Verbindung zu Hogwarts und dieses würde ihre Anwesenheit nicht verschleiern können wenn sich dessen Magie durch sie erneuerte. Sie hätte ihn gerne noch weiter ausgefragt, doch er wollte ihr nicht mehr mitteilen und sie konnte nicht weiterfragen ohne Hogwarts zu erwähnen.
Sie ging zuerst in Richtung ihres kleinen Tränkelabors, welches sie, seit sie nicht mehr so viele Stärkungstränke benötigte nur noch selten nutze. Ihr Vorrat an Schmerz-, Blut- und Heilungstränken war auch bereits beachtlich und sie würde in nächster Zeit wohl nur noch aus Spass mit Tom einige Tränke brauen, die sie im Buch gefunden hatte, welches sie von Sal zu Weihnachten geschenkt bekam. Ihre Schritte klangen laut in den leeren Gängen, Shadow schlich als schwarzer Schatten lautlos neben ihr her, er war mittlerweile vollständig ausgewachsen und sein Rücken war auf Höhe ihrer Hüfte. Sie konnte bequem ihre Hand in dem warmen Fell vergraben, während er so neben ihr her lief. Firis war mittlerweile auch zu gross, dass sie sie noch auf ihrem Kopf durch die Gegend tragen konnte, was die Phönixdame nur schwer hatte akzeptieren können und nun ihre Schulter als neues Transportmittel auserkoren hatte. Sie gab immer darauf acht, dass sie mit ihren scharfen Klauen nicht Hermines Kleid oder Schulter verletzte, so spürte die junge Frau, abgesehen vom Gewicht des Feuervogels, nur deren Schwanzfedern ab und an über ihren Rücken streifen.
Sie war froh, dass sich der Trubel um die Tatsache, dass sie einen Phönix hatte mittlerweile gelegt hatte, was auch daran liegen könnte, dass Firis sich mit ihren Auftritten zurückhielt wenn andere in der Nähe waren und sie die meiste Zeit des Tages zusammen mit Shadow und Nagini durch das Schloss und die Ländereien streifte. Hermine wusste, dass sie sie auch oft verborgen aus den Schatten beobachteten, doch sie nahm es ihnen nicht übel, sie wusste, dass sich die Tierwesen eben so grosse Sorgen um sie machten, wie Tom. Sei seufzte lautlos, wie gerne hätte sie ihnen diese Angst genommen, doch sie konnte es nicht. Sie konnte weder versprechen, dass sie nicht sterben würde, wie sie nicht mit Sicherheit wusste, ob sie nicht irgendwann doch wieder in ihre Zeit zurückkehren würde. Ihre Kehle zog sich bei diesem Gedanken zusammen, seit sie wusste, dass Harry es auch ohne sie geschafft hatte Voldemort zu besiegen und es ihm gut ging, war der Druck in ihre Zeit zurückkehren zu müssen von ihr gewichen und hatte sich nach und nach durch Angst davor ersetzt. Nicht zu wissen, was der Auslöser sein würde, das Tom zu dem werde würde, wer er in ihrer Zeit war und ihre starke Vermutung, dass sie dabei eine wichtige Rolle spielte zehrte auch an ihren Nerven, auch wenn sie es bis jetzt schaffte den Schwarzhaarigen nichts davon bemerken zu lassen. Sie betete einmal mehr stumm zu Merlin, dass sie sich wirklich in einer Parallelwelt befand und den Schrecken aus ihrer Zeit nie geschehen möge.
Sie war bei ihrem Tränkelabor angekommen und sah nun etwas unsicher die leeren Gänge hinunter. Alles grübeln half nichts und so vergrub sie ihre Zweifel und Sorgen über die Zukunft tief hinter ihren Okklumentikwänden und konzentrierte sich. Das mittlerweile vertraute Kribbeln setzte bei ihrem Herzen ein und wanderte viel schneller als früher hinauf zu ihren Augen. Sogleich wichen die steinernen Wände und Böden dem mittlerweile bekannten Muster aus schwarz und weiss. Einen Moment später bekam alles um sie herum einen blau rosa Schimmer, wie sie wusste war das die Magie von Hogwarts selbst und nicht das was sie suchte. Es dauerte noch ungefähr eine halbe Minute, bevor im Gang vor ihr noch andere Farben auftauchten, sie erkannte ein schimmerndes silber an der Tür, welche sie selbst verborgen hatte, eine blaue Signatur um die Fackeln, welche dafür sorgte dass diese sich selbst entzündeten, einzelne verschiedene Flecken, wo jemand einen kaputten Stein repariert hatte und eine purpurne Spur in der Luft, wo jemand vor kurzem etwas durch den Gang transportiert hatte.
Da sie sich nun sicher war, dass sich ihre Augen genug an die neue Sicht gewöhnt hatte lief sie langsam los. Sie hatte sich bereits ein gutes Stück von ihrem kleinen Labor entfernt und die Magiesignatueren wurden immer weniger, je weiter sie sich von dem Gemeinschaftsraum entfernte. Sie stockte, als sie die ihr vertraute Signatur von Salazar entdeckte, es war in einer kleinen Abzweigung, welche ihr nicht aufgefallen wäre, hätte sie nicht auf die Signatur geachtet. Als sie näher trat, erkannte sie, dass es ein Fackelhalter war, welcher grün leuchtete, da sich die Fackel nicht enzündtete, obwohl sie direkt davor stand, kam sie zu dem Schluss, dass Sal dafür gesorgt hatte, dass sich die Fackel nicht entzündete. Die Dunkelheit war mit der Aura Sicht allerdings kein Problem für sie, da sie die Wände und den Boden immer noch ohne Probleme erkennen konnte, also schritt sie in den dunklen Gang hinein. Es fiel ihr schnell auf, dass es hier keine anderen Magiesignaturen gab, alleine das blau und rosa von Hogwarts war als Schimmer in den Wänden zu erkennen.
Firis, der die Dunkelheit mehr ausmachte als ihr schmiegte sich an ihren Hals und plusterte sich etwas auf, während Shadow unbekümmert weiterlief. Sie war froh, dass sie Nagini nicht mitgenommen hatte, die gezischten Fragen der Schlange hätte sie nun wirklich nicht beantworten wollen. Sie mochte Nagini wirklich sehr, doch die Schlange war sehr neugierig und hätte ihr keine ruhige Minute gelassen, bis sie ihr erzählt hätte was genau sie suche. Da waren ihr im Augenblick Shadow und Firis wirklich lieber als Begleiter. Sie folgte weiterhin den grünen Fackeln von Salazar in dem Labyrinth von Gängen, auch wenn sie ab und an das Gefühl hatte im Kreis zu gehen, vertraute sie darauf, dass sie im schlimmsten Fall Hogwarts um Hilfe bitten konnte, wenn sie sich wirklich verirren sollte. Firis trillerte leicht ungeduldig und sie strich ihr beruhigend über ihr Federkleid, kurz fragte sie sich, wie lange sie bereits unterwegs war, jedoch wurde sie von einem Flackern in der Nähe abgelenkt.
Sie hatte sich nicht getäuscht, dachte sie erfreut, als sie näher auf den dunkelgrünen Fleck an einer der Steinwände heran schritt, das Grün war so dunkel, dass sie es trotz ihrer Aura Sicht fast übersehen hätte. Einzig alleine die Tatsache, dass sie genau nach so etwas ausschau gehalten hatte, war es zu verdanken, dass ihr der Unterschied zur Umgebung aufgefallen war. Aufgeregt trat sie näher und besah sich den grünen Fleck genau, ohne ihn jedoch zu berühren, ihr Herz klopfte vorfreudig in ihrer Brust und ihre Augen huschten immer wieder über das grüne Gebilde, dass verdächtig wie eine Tür aussah. Sie zog ihren Zauberstab aus ihrem Armreif und richtete die Spitze auf den Teil der Steinmauer, der sich von blossem Auge nicht von der Wand neben ihm unterschied. Sie merkte verärgert, dass ihre Hand etwas zitterte, Shadow winselte verwirrt und schnupperte an der Wand, schien allerdings nicht zu verstehen, was sie daran so zu faszinieren schien.
Sie murmelte einen Zauberspruch, welcher ihr die auf die Tür gesprochenen Zaubersprüche aufzeigen sollte und runzelte danach verwirrt die Stirn als vor ihr das Wort Colloportus vor ihr erschien. ,,Ein einfacher Versperrzauber? Das kann nicht sein.. Wie wird dann die Tür unsichtbar sein?" Murmelte sie misstrauisch und zugleich fasziniert. Neugierig ging sie in die Hocke und erhellte mit einem geflüsterten ,,Lumos" Das Wandstück vor ihr, silbernes Licht kringelte sich um sie und es sah eher wie ein Feuerwerk aus, als die sanfte Lichtkugel, welche sie normalerweise zauberte. Sie lächelte leicht, als ihr auffiel, dass sie vergessen hatte, dass sie immer noch die Aura Sicht benutze und beugte sich näher zur Wand. Nachdem sie sich kurz konzentriert hatte spürte sie, wie ihre Magie aus ihren Augen wiede zurück in ihren Magiekern schnellte. Die weiss schwarze Umgebung wich grauem dunklen Stein und die Lichtkugel war wieder die sanfte Lichtkugel, welche sie seit Jahren kannte.
Konzentriert liess sie ihren Zauberstab über den rauen Stein vor ihr gleiten und stoppte schliesslich. Ein Lächeln breitete sich auf ihrem Gesicht aus, welches immer breiter wurde, bis sie, immer noch auf dem Boden kniend, über beide Ohren grinsend die Wand ansah. Hätte sie ein Aussenstehender so gesehen, hätte er sie auf der Stelle für verrückt erklärt. Die beiden Tierwesen an ihrer Seite mochten sie zu sehr um sich von solchen Dingen beeinflussen zu lassen und das Schloss tat seine Meinung zu ihrem Verhalten nicht kund. Shadow, welcher ihre Freude gespürt hatte, wedelte mit dem Schwanz und legte sich an ihre Seite. Sie kraulte ihn hinter dem Ohr, während sie mit einem liebevollen Lächeln sagte. ,,Die beiden sind sich wirklich wahnsinnig ähnlich." Sie löste ihre linke Hand aus dem schwarzen Fell und berührte kurz die kleine, filligrane Rune, welche sich sich kaum von der Kontur des Steines um sie herum abhob. Sie glaubte eine abgewandelte Form der Algiz Rune zu erkennen, welches als Schutzzeichen galt, doch es wirkte anders, als das was sie im Unterricht alte Rune gelernt hatte. Als sie ihre Lichtkugel weiter schwenken liess bemerkte sie weitere Runen, welche alle dieselbe Form hatten, sie war sich sicher, dass diese die Tür vor neugierigen Augen verbarg.
Vorfreudig und Stolz darüber, dass sie den Raum so schnell gefunden hatte erhob sie sich und liess die Kugel mit einem Handwink neben sich schweben, dann richtete sie den Zauberstab erneut gegen die kalte Steinwand. ,,Alohomora" stiess sie aufgeregt heraus und wäre vor Freude fast gehüpft, als sie das unverkennbare Geräusch eines öffneten Schlosses hörte. Die Wand öffnete, obwohl es so klang, als sei sie aus Holz und sie zog sie aufgeregt ganz auf und trat schnell ein. Mehrere grosse Kerzenständer an den Wänden entzündeten sich mit leisem Zischen und erhellten nach und nach den Raum. Das grosse Grinsen in ihrem Gesicht wich auf einem Schlag einem ungläubigen Gesichtsausdruck.
Kessel und Staub. Grosse Kessel, kleine Kessel, aus Bronze, Silber, Gold mit dicken Bäuchen und manche so klein und filigran, dass Hermine nicht glaubte, dass sie auch nur einen Brauvorgang überstehen würden, reihten sich neben einander her. Alles war von einer dicken Staubschicht bedeckt. Ungläubig wanderte ihr Blick weiter durch den Raum. Schöpfkessel, aus verschiedenen Materialien und Länge nahmen an einem robusten Holzgestell einen grossen Teil einer der Wände ein. Auch Schneidemesser, Lappen, Bürsten und Brennholz befand sich in dem Raum. Es schien Salazars Lagerraum für die Zaubertränke gewesen zu sein. ,,Das kann doch nicht sein." Murmelte sie ungläubig und musste prompt anfangen zu husten, da sie Staub eingeatmet hatte. Tränen schossen ihr in die Augen und es dauerte einige Augenblicke, bis sich ihr Hals beruhigt hatte. Sollte dies wirklich der geheime Raum von Salazar Slytherin sein? Da sie noch nicht aufgeben wollte, konzentrierte sie sich auf ihre Magie und liess sie erneut in ihre Augen fliessen. Zähe Sekunden vergingen, während sie darauf wartete, dass die Aura Sicht ihre vollständige Macht entfaltete. Doch sie sah nichts. Versessen darauf etwas zu finden, ging sie andächtig durch den gesamten Raum, sah sich die Wände, Regale, den Boden und auch die Gegenstände darin genau an. Doch nichts. Keine versteckten Zauber, keine geheimen Türen oder Klappen, keine Fallen oder sonst irgendetwas.
Dies schien der Magie Loseste Raum in ganz Hogwarts zu sein. Sie wusste zwar, dass man riet die Werkzeuge für die Zaubertrank Herstellung nicht mit zu viel Magie in Kontakt treten zu lassen, doch Salazar hatte wie so oft in ihren Augen masslos übertrieben. Die Gewissheit, dass dies wirklich nicht der gemeinte Raum sein konnte, bahnte sich immer mehr in den Vordergrund, bis sie es nicht mehr leugnen konnte und und bodenlose Enttäuschung machte sich in ihr breit. Niedergeschlagen verliess sie den Raum wieder und schloss die Tür hinter sich, das Einrasten des Türschlosses passte sehr gut zu ihrer missmutigen Stimmung und hatte etwas endgültiges.
Firis trippelte unruhig auf ihrer Schulter herum, während Shadow seine Schnauze in ihre Hand schob, sie lächelte ihre beiden Tierwesen sanft an. Sie sollte nicht so schnell aufgeben. ,,Was hast du erwartet? Dass du es innerhalb weniger Minuten findest, nachdem es so viele hundert Jahre niemand gefunden hat?" Schimpfte sie sich selbst und straffte ihre Schultern, sie würde nicht so schnell aufgeben. Sie lief entschlossen und mit trotzigen Gesichtsausdruck weiter, sie würde diesen Raum finden, auch wenn sie noch Stunden suchen musste. Das sie die Anderen suchen würden, wenn sie wirklich so lange verschwunden sein würde ignorierte sie rigoros. Ihr Gryffindorstolz war verletzt und liess sie, wie so manchen dieser Hausgenossen vor ihr, mit zornes geröteten Wangen blind vorwärts stürmen.
Hogwarts pov
Er musste sich das Lachen wirklich schmerzhaft verbeissen, er hatte schon etwas Mitleid mit der kleinen Schlange, welche sich bereits am Ziel ihrer Suche geglaubt hatte , nur um dann die falsche Tür zu erwischen. Während die junge Miss White daraufhin wutentbrannt weiter durch den Gang stürmte, schloss er lautlos die von ihr offenen gelassene Lagertür. So wie sie durch die Gegend rannte, würde sie vorerst keine weiteren Geheimnisse entdecken können, er würde warten, bis sie sich beruhigt hatte. So kümmerte er sich zuerst um seine Abendbeschäftigungen, er versicherte sich, dass alle Fenster geschlossen waren, was in dieser kalten Jahreszeit eigentlich immer der Fall war, er liess den durch den Tag angefallenen Schnee von seinen Zinnen fallen und überprüfte, dass kein Tierwesen sich noch auf den Ländereien befand, bevor der Hausmeister das Haupttor für die Nacht abschloss.
Nachdem er sich auch versichert hatte, dass die meisten Schüler sich in ihren Gemeinschaftsräumen befanden und auch sonst nichts verdächtiges in seinen Mauern geschah, richtete er seine Aufmerksamkeit wieder auf seine Kerker. Die Gruppe Slytherins befanden sich immer noch in ihrem Klassenzimmer, sie hatten allerdings aufgehört zu spielen und unterhielten sich miteinander. Er bemerkte, dass sowohl die Werwolffrau, wie auch Tom langsam unruhig wurden, anscheinend vermissten die beiden Jemanden. Er lächelte warm über dieses Bild, wer hätte vor ein paar Jahren gedacht, dass der junge Slytherin-Gryffindor, solch einen Gesichtsausdruck beherrschte. Dadurch konzentrierte er sich nun selbst auch auf die junge Frau und sah, dass sie ihre Suche für den heutigen Tag wohl aufgegeben hatte, sie hatte den tiefsten Teil von Salazars Labyrinth hinter sich gelassen und war wieder auf dem Rückweg zum Gemeinschaftsraum. Der Phönix und der Schattenwolf waren immer noch an ihrerer Seite, es hätte ihn auch erstaunt, wenn sie ihre Gefährtin alleine gelassen hätten.
Die drei passierten gerade die Tür, welche die junge Frau vor einer Stunde so enthusiastisch geöffnet hatte und diese blieb vor dieser stehen. Er sah wie sie der nicht sichtbaren Tür einen bösen Blick zu warf und er wäre nicht erstaunt, gewesen, wenn sie dagegen getreten hätte. Die Braunhaarige schien ihren inneren Dialog beendet zu haben und lief nun weiter, nur um nach wenigen Schritten erneut zu stoppen. Er sah Unglaube auf ihrem Gesicht und wie sich ihr Mund fassungslos stumm öffnete. Wäre sie in einem Fackel besetzten Bereich gewesen, hätte sie sicherlich gesehen, wie die Flammen vor stummem Lachen geflackert hätten, doch so fiel ihr seine Erheiterung über sie nicht auf. Sie äusserte einen Fluch, welcher selbst ihm die Schamesröte auf die Aussenfassade trieb und tratt zögerlich auf die eben so unscheinbare Tür zu, welche sich nur wenige Schritte neben dem Eingang zum Lagerraum befand. Sie murmelte einen Zauberspruch, welcher er nicht verstand und musterte danach das Ergebnis konzentriert.
Neugierig beobachtete er sie dabei, wie sie verschiedene Zauber auf die Steinwand warf, bis diese schliesslich ein Klacken von sich gab, bevor sie lautlos aufschwang. Eindeutig misstrauierscher als der letzte Mal zog sie dieses Mal das als Stein getarnte Holz komplett auf und erwartete anscheinend, auch dieses Mal einen verwaisten und verstaubten Raum vor zu finden. Wieder konnte er beobachten, wie ihre Kinnlade nach unten klappte und sie ungläubig das Innere des Raumes musterte. Er hätte sie zu gerne mit ihrem Gesichtsausdruck aufgezogen, doch er wartete geduldig, bis sie das Gesehene begriff und danach andächtig in den bereits von Kerzenlicht erhellten Raum eintrat. Sie war so in die Musterung des Raumes versunken, dass ihr gar nicht auffiel, dass er die Tür lautlos hinter ihr schloss. Der Schattenwolf warf der Tür zwar einen kurzen mistrauischen Blick zu, doch wendete sich danach wieder seiner Gefährtin zu, welche sprachlos in dem gut ausgerüsteten und blitzeblanken Zaubertranklabor von Salazar Slyhterin stand.
Die Feuestellen sahen zwar ohne die dazugehörigen Kessel etwas leer aus, jedoch verloren sie dadurch nur wenig von ihrem imposanten Erscheinung. Es gab auch etliche Regale, welche mit Zaubertrankzutaten gefüllt gewesen waren, doch diese wurden von dem Gründer bei der Abreise alle mitgenommen, da die Zutaten nach all dieser Zeit sowieso unbrauchbar gewesen wären. Auch den grössten Teil der Zaubertrankbücher hatte er mitgenommen, so dass nur noch ein kleiner Teil, zumeist eher unnütze Trankbücher verwaist in den Regalen standen. Einige leere Schriftrollen, welcher er als Notizen für mögliche Tränke benutzt hatte lagen auch noch herum.
Er gab ihr noch einen Moment sich alles an zu sehen, auch wenn der Raum ohne die einnehmende Erscheinung Salazar Slytherin nur halb so beeindruckend wirkte, während er selbst in Erinnerungen schwelgte. Der Schwarzhaarige hatte hier Stunden verbracht, tief über die Kessel gebeugt hatte er so manchen Heiltrank aber eben so viele Gifte zusammen gemischt. Hogwarts wusste noch genau, dass während der gesamten Anwesenheit Salazars in diesen Kerkern nur genau fünf Kessel in die Luft geflogen waren und drei davon hatten irgendetwas mit dem Blondhaarigen Gefährten des Gründers zu tun gehabt. Einmal war auch ein grosser Teil des Ganges dabei eingebrochen, zum Glück war er zu dieser Zeit noch nicht wirklich fertiggestellt gewesen, so dass es zu keinen grösseren Schäden oberhalb der Kerker gekommen war. Er hatte den Gründer nie so losgelöst gesehen, wie wenn er einen Zaubertrank braute, er konnte sich freuen wie ein Kind, wenn er es schaffte einen neuen Trank zu entwickeln, er konnte allerdings ebenso einen Tobsuchtsanfall bekommen, wenn sich die Fehlschläge häuften. Und wenn er einen besonders guten Tag hatte, hatte der Schwarzhaarige sogar manchmal leise vor sich hingesumtt, auch wenn Hogwarts sich sicher war, dass dieser dies vehement abstreiten würde.
Das Schloss kam zum Entschluss, dass er der Braunhaarigen nun genug Zeit gelassen hatte. -*Guten Abend kleine Schlange, wie ich sehe, kann dir zu deinem ersten Erfolg gratulieren. Du hast das geheime Labor von Salazar Slytherin gefunden. Nun fehlen nur noch drei weitere Räume. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg.*- ,,Ähm vielen Dank. Du hättest nicht zufällig noch einen Hinweis für mich?" Dieses Mal war sein Lachen deutlich an den flackernden Kerzenlichtern zu erkennen. Er mochte den Humor dieser kleinen Schlange.
