,,,..." jemand spricht
/.../ jemand denkt
~...~ Parsel
-*...*- Hogwarts
55. Kapitel Der geheime Raum von Godric Gryffindor
Filius pov - Hogwarts England
Er rieb sich müde über die Augen und versteckte danach ein Gähnen hinter seiner Hand, es war gestern Abend eindeutig zu spät geworden, seine Hoffnung war, dass der Donnerstagmorgen Unterricht von Professor Slughorn nicht zu anspruchsvoll sein würde. Wenn er sah, wie tief die Köpfe seiner Hauskameraden über den Tischplatten hingen ging es ihm nicht als Einziger so. Ihr Lehrer für Zaubertränke kam gerade aus der Vorratskammer, Filius stupste seinen Freund Andre neben sich an, welcher auch fast schlief und richtete sich vollständig auf, um sich besser konzentrieren zu können.
,,Heute, werden wir ein kleines Projekt beginnen, heute wird der Theoretische Teil sein, ab der nächsten Unterrichtsstunde kann mit dem Brauen begonnen werden. Wir werden hierfür Gruppen bilden." Sofort stiess ihn nun Andre seinerseits in die Seite, um ihm zu verdeutlichen das er mit ihm zusammen ein Team bilden wollte. Filius wollte ihm gerade zustimmen, da sprach Professor Slughorn bereits weiter. ,,Damit wir nicht die gleichen Gruppen wie immer haben, werden wir die Schulhäuser mischen. Sie haben 5 Minuten um ihren Partner zu bestimmen, sonst teile ich sie ein." Der Ravenclaw schenkte seinem Freund ein entschuldigendes Lächeln und drehte sich danach zu den Slytherins um. Die Ereignisse in Hogsmead hatte dafür gesorgt, dass sich die Adler und die Schlangen untereinander gut verstanden, sie waren zwar nicht gerade alle Freunde geworden, allerdings herrschte eindeutig weniger Misstrauen als in den vorherigen Jahren.
Er fand mit seinen Augen recht schnell den Blick von Hermine und sah sie fragend an, die Slytherin schien sofort zu verstehen, was er fragen wollte und hob einen Daumen nach oben. Er konnte nur vermuten, dass sie damit ihre Zustimmung ausdrückte, zumindest im Zusammenhang mit ihrem Lächeln, was sie ihm schenkte. Sie wendete den Blick ab und drehte sich zu Tom um, der Halbkobold konnte nicht hören, was die beiden besprachen, doch er sah, wie sie Tom beruhigend kurz ihre Hand auf den Arm legte, anscheinend hatten die beiden es doch geschafft sich näher zu kommen. ,,Gut die Zeit ist um, bitte setzen sie sich mit ihrem Tränkepartner zusammen, die welche keinen Partner haben, werden von mir einen zugeteilt bekommen." Filius wollte sich gerade erheben um nach hinten zu Hermine zu gehen, als diese bereits neben ihm auftauchte. Andre machte ihr etwas grummelnd Platz und schlurfte danach, eindeutig immer noch nicht ganz wach, nach hinten zu Nelson, um mit ihm eine Gruppe zu bilden.
,,Was hat dem den Zauberstab verknotet?" Fragte die Braunhaarige verwundert, Filius winkte ab. ,,Er hat, wie jeder von uns, einfach zu wenig Schlaf erhalten. Mach dir keinen Kopf." ,,Ich hätte nicht gedacht, dass die gewissenhaften Ravenclaw sich nicht an die Sperrstunde halten." Neckte sie ihn, während sie beide beobachtete, wie Slughorn die restlichen Schüler einteilte und danach vor jede Gruppe ein paar Zaubertrankzutaten legte, wie er erkennen konnte, erhielt jeder Tisch andere Zutaten, wahrscheinlich um zu gewährleisten, dass jede Gruppe sich wirklich selbst um ihren Trank kümmerte. Er war froh, hatte er sich mit Hermine zusammen getan, Zaubertrank war für ihn ein Fach, welches ihm nicht so lag. Er konnte sich zwar die Zaubertrankzutaten erkennen und benennen, doch die Bauvorgänge blieben einfach nicht in seinem Gedächtnis. Es würde also hilfreich sein, mit jemandem in der Gruppe zu sein, welcher bis jetzt in diesem Fach nur geglänzt hatte.
Aus diesem Grunde drehte er sich zu seiner Gruppenpartnerin um und sah, wie die Braunhaarige gerade einen bösen Blick nach hinten schickte, weil sich Celina zu Tom gesetzt hatte und sich schon wieder an den Schwarzhaarigen ran schmiss. Er konnte dieses schamlose Verhalten seiner Haus Kollegin nicht nachvollziehen, es war doch ersichtlich, dass Tom kein Interesse an der blonden Veela hatte, doch anscheinend vergass sie in Gegenwart des Schwarzhaarigen ihren Stolz. Das etwas hilflose Lächeln Toms, welcher er Hermine schenkte, schien die junge Frau neben ihm allerdings wieder zu beruhigen. Um sie von der unlieben, jedoch Chancenlosen, Konkurrentin ab zu lenken, beschloss er ihre Aussage von vorhin doch noch zu kommentieren.
,,Das ist eure Schuld." Stiess er aus und tatsächlich drehte sie sich sogleich neugierig zu ihm um. ,,Was ist unsere Schuld?" ,,Das wir seit einer Woche zu wenig Schlaf haben." ,,Ach und warum?" Fragte sie gespannt und legte sogar ihren Kopf etwas schief. Kurz schoss ihm, nicht zum ersten Mal, der Gedanke durch den Kopf, dass sie wahrlich eine Schönheit war, allerdings liess er sich davon nicht ablenken. ,,Ihr habt in Verwandlung mit diesen Wettkämpfen im Unterricht begonnen, das hatte sich herumgesprochen, nicht nur weil die Löwen es als Provokation sehen, sondern weil es auch interessant ist." Erläuterte er und besah sich danach die Kräuter, welche nun vor ihnen lagen. Er konnte ein paar Billywigstacheln, einige Pfefferminzzweige und ein Bund Liebstöckel direkt erkennen, was das geriebene Pulver in dem kleinen Flakon war, wusste er allerdings nicht.
Sie schien ihm gerade antworten zu wollen, jedoch unterbrach die Stimme von Professor Slughorn das rege Gemurmel der Schüler, welches mittlerweile im Tränkeklassenzimmer angeschwollen war. ,,Nachdem nun alle ihre Zutaten vor sich haben, wird ihre erste Aufgabe darin bestehen, anhand der Zutaten herauszufinden, um welchen Trank es sich handelt. Ich erwarte nächsten Freitag zwei Pergamentrollen mit der Auflistung der Trankzutaten, einer Beschreibung des Trankes, so wie einen Ablauf des Brauvorganges. Danach können sie mit den Brauen beginnen, dies wird in den nächsten drei Wochen stattfinden, bevor wir ihn in der letzten Stunde am Freitag in drei Wochen alle Tränke auf ihre Wirksamkeit testen werden." Das Gemurmel schwoll sofort wieder an, doch der dickbäuchige Lehrer liess sich davon nicht beirren. ,,Es ist also ratsam, bei der Herstellung, wie der Verarbeitung der Zutaten aufmerksam und gewissenhaft zu agieren. Sie dürfen nun beginnen sich zu beraten."
Während er sich bereits überlegte, um welchen Trank es sich handelte, obwohl er wenig Hoffnung hatte, drehte sich seine Arbeitspartnerin wieder zu ihm um. ,,Und warum sind wir nun Schuld, dass die gewissenhaften Adler sich nicht an die Sperrzeiten halten?" Er sah nicht auf, Lächelte allerdings auf ihre Frage hin breit. ,,Was viele nicht wissen, wir Ravenclaws haben einen ausgeprägten Sinn für Rätsel und Wettkämpfe. Ausserdem sind wir eher schlechte Verlierer." Sie nickte ihm zu, schien allerdings noch nicht ganz zu verstehen, worauf er hinaus wollte. ,,Das Problem bei diesem Wettkampf ist, dass er bei uns Adlern einfach kein Ende findet. Sogar wenn ein Gewinner feststeht, wird dieser sofort zu einer Revanche herausgefordert." Er gähnte verhalten und fuhr dann fort. ,,Gestern zum Beispiel musste ich sie alle drei Mal in Grund und Boden stampfen, bis sie endlich Ruhe gegeben haben." Er konnte nicht ganz verhindern, dass seine Stimme bei dieser Aussage vor Stolz anschwoll, waren seine Fähigkeiten in Verwandlung, neben seinem Können in Duellen, eines der wenigen Dinge, in denen er sich positiv von seinen Mitschülern abhob.
Seine Grösse, hatte es ihm gerade in der Anfangszeit in Hogwarts nicht immer leicht gemacht, zwar hatte er dadurch, dass er ein Halbblut war und sein Vater ein Mensch, vor seiner Verwandlung einen, für Kobolde, grossen Körper besessen, jedoch war er immer kleiner als seine Mitschüler gewesen. Bei den Kobolden hatte er von vornherein einen schlechten Stand, da er ein Bastard war und seine Mutter von einem Menschen geschändet wurde. Die Kobolde sorgten bereits seit Jahrhunderten dafür, dass die weiblichen Kobolde nicht in Kontakt mit den Zauberern kamen, eben weil es immer wieder zu Übergriffen gekommen war. Was der Grund dafür war, wusste keiner, so hatte man sich anstatt für Mutmassungen dazu entschieden sie nicht mehr mit in die Oberwelt, also die Welt oberhalb des Erdreiches, zu nehmen. Filius selbst hatte seine Kindheit, wie auch jedes andere Koboldkind, im Reich der Kobolde verbracht, er hatte allerdings nie Freunde gehabt und auch in deren Schule war er von den Kobold Lehrern nur geduldet gewesen.
Durch seine Aufnahme in Hogwarts hatte er eine Möglichkeit erhalten, sich vor Personen zu beweisen, welchen ihn nicht aufgrund seiner Herkunft verurteilten. Er kam mit den Sticheleien betreffend seiner Grösse besser zurecht, als mit den böswilligen Kommentaren gegenüber seiner Mutter. Seit seinem Erwachen im letzten Jahr hatte sich der Umgang der Kobolde ihm gegenüber etwas gebessert, zwar nicht in der Kolonie, aber zumindest in seiner Verwandtschaft. Sein Onkel hatte ihm sogar angeboten, dass er in Gringotts zu arbeiten beginnen konnte. Einerseits hatte es ihn gefreut, dass er langsam bei den Kobolden akzeptiert wurde und eigentlich hatte er sich mit dem Bruder seiner Mutter immer gut verstanden. Allerdings hatte er seit seinem ersten Schuljahr eigentlich bereits beschlossen, dass er nicht im Koboldreich leben wollte. Es gab noch viel, was er in der Oberwelt noch sehen und erleben wollte.
Er fühlte sich auch nach seiner Verwandlung immer noch wohl in der Zaubererwelt, dass dadurch seine Grösse in den nächsten Jahren noch geringer werden würde, störte ihn zwar etwas, dennoch fühlte er sich nun eher wie etwas Ganzes und nicht mehr wie zwei halbe Wesen an. Da er seit letztem Jahr nur zwei Zentimeter seiner Grösse eingebüsst hatte und es sein letztes Jahr war, musste er sich auch nicht hinter einer magischen Rüstung verstecken.
Ihr Lachen riss ihn aus seinen Gedanken. ,, Aber wäre es nicht klüger gewesen, sie gestern gewinnen zu lassen und dadurch genügend Schlaf zu erhalten, um sie heute Abend richtig fertig zu machen?" Er sah sie schockiert an. ,,Wir Ravenclaw würden niemals einen Wettkampf absichtlich verlieren." Ihr Grinsen wurde grösser. ,,Das ist der Unterschied zwischen euch und uns, ihr wollt jeden Wettkampf gewinnen, wir konzentrieren uns auf den Endkampf." Er warf kurz einen Blick zu Professor Slughorn, dieser schenkte ihnen beiden allerdings gerade keine Beachtung. ,,Das ist wirklich Slytherin, immer nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht." Raunte er ihr zu und ihre Augen funkelten vergnügt, sie beugte sich verschwörerisch nach vorne. ,,Wir lassen eben die Klingen unserer Feinde stumpf werden, um unseren Reichtum zu vermehren." Sagte sie mit einem Zwinkern.
Ihm fiel vor Schreck die Pfefferminzweige aus den Händen, mit welchen er gespielt hatte, sie landete ohne grosses Geräusch auf dem Holz, doch er schenkte ihr keine Beachtung. Hatte sie gerade wirklich die Begrüssungsfloskeln der Kobolde verwendet? Hatte sie dies getan um sich über ihn lustig zu machen? Wusste sie, dass er ein Halbkobold war, obwohl nicht einmal seine Hausgenossen dies wussten? Und woher kannte sie diese Begrüssung überhaupt? In seinem Kopf überschlugen sich die Gedanken, nicht wissend, wie er auf ihre Bemerkung reagieren sollte. Sie schien seine Verunsicherung zu spüren und wechselte das Thema. ,,Wollen wir dann mit dem Rezept beginnen?" Dankbar nickte er und schob die Zutat vor sich missmutig auf der Tischplatte hin und her. ,,Weisst du bereits welcher Zaubertrank es ist?" Fragte er gespielt teilnahmslos, um sich nicht vor ihr direkt die Blösse zu geben, dass er es nicht wusste.
,,Ja, Du auch?" Fragte sie und grinste ihn so hinterlistig an, das es ihm kurz kalt den Rücken lief. ,,Natürlich." Erwiderte er und ein Blickduell begann, welches er allerdings schnell aufgab. ,,Nein." Seufzte er ergeben, sie nickte so, als hätte sie mit dieser Antwort bereits gerechnet. ,,Ich könnte dir natürlich die Antwort sagen, doch wie du weisst, sind wir nur auf unseren eigenen Vorteil bedacht, also Flitwick, was bietest du mir für diese Information?" Er schluckte kurz, sie hatte ihm die Aussage von eben anscheinend doch übel genommen. Er überlegte sich kurz ob er sich weigern sollte darauf ein zugehen, schliesslich würde sie auch Punkteabzug erhalten, wenn sie die Aufgaben nicht erledigte. Er traute ihr allerdings auch zu, dass sie den gesamten Vorgang alleine durchführen würde. Er könnte sie in diesem Falle auch einfach zurücklehnen und sie machen lassen, doch dies war nicht die Arbeitsweise eines Adlers. ,,Was möchtest du den haben?" Wenn sie erhoffte Gold oder sonstige Reichtümer zu erhalten, hatte sie den falschen Zauberstab ergriffen, allerdings gefiel ihm ihr Lächeln auf diese Aussage nicht wirklich. Und dass sie kurz in die hintere Bankreihe, wo Tom sich aufhielt, schielte um zu sehen ob er sie beide beobachtete, verstärkte dieses Gefühl nur noch.
,,Nicht viel. Wir Slytherins haben selbst ein paar kleine Wettkämpfe, welche wir immer wieder veranstalten." Fing sie an und klang dabei als ob sie über eine unbedeutende Sache sprach. ,,Mir geht es bei meinem Wunsch weniger darum, dass ich gewinne, viel eher finde ich es ungerecht, dass früher oder später immer Tom gewinnt. Von daher würde ich gerne einen weiteren Mitspieler in diese Wettkämpfe einbauen." ,,Du glaubst doch nicht wirklich, dass ich Tom in irgendetwas schlagen kann?!" Sie musste verrückt sein, Tom Riddle war der beste Schüler in Hogwarts, es gab kein Fach, wo er nicht ausnahmslos die besten Noten holte. Er war auch Schulsprecher, Filius würde keine Chance haben. Wollte sie ihn bloss stellen?
,,Es geht nicht darum dass du ihn schlägst, es geht darum, dass die Anderen sehen, dass nicht immer wir drei an der Spitze stehen. Das mindert den Spielspass und früher oder später möchten sie dann nicht mehr mitmachen und das fände ich schade." Beruhigte sie ihn, er liess es sich kurz durch den Kopf gehen. Wenn es nur darum ging mit zu spielen und nicht darum zu gewinnen, sah er dabei eher kein Problem. ,,Was genau ist das den für ein Wettkampf?" Fragte er dann jedoch zur Vorsicht, man wusste schliesslich nie. ,,Eine unbedeutende kleine Spielerei, welche sich hauptsächlich mit Kenntnissen aus Zauberkunst und Verwandlung auseinandersetzt." Erwiderte sie mit einem Achselzucken.
Das waren beides Fächer, in denen er wirklich gute Noten hatte und da sie nicht die Verwandlungswettkämpfe meinen konnte, machte die Sache für ihn umso interessanter, auch wenn er befürchtete einer neuen Wettkampf Sucht zu verfallen wenn er sich darauf einliess. Professor kam langsam in ihre Richtung geschlendert, er blieb bei jedem Tisch stehen und besah sich die jeweiligen Fortschritte. Filius würde sich also schnell entscheiden müssen, ausserdem hatte ihm die Braunhaarige bis jetzt noch keinen Grund gegeben ihr zu misstrauen und sie war immer freundlich, auch zu seinen Hauskameraden, natürlich mit einer Aussnahme. ,,Gut, wenn ich nicht gewinnen muss, bin ich dabei. Was nicht heisst, dass ich nicht versuchen werde zu gewinnen." Stiess er aus und ergriff die Hand, welche sie ihm als Besiegelung ihrer Vereinbarung hinhielt.
,,Miss White, Mister Flitwick, wie weit sind sie beide bereits?" Erklang in diesem Moment die Stimme des Professors neben ihnen und die Braunhaarige drehte sich zu diesem um. ,,Wir haben den Trank bereits als den Euphorie Trank bestimmen können und besprachen gerade unseren Termin für das verfassen der Aufsätze." ,,Wunderbar, dann können sie genauso weiter verfahren." Mit diesen Worten ging der Slytherin Hauslehrer zum nächsten Tisch. ,,Nun sag schon, was ist das für ein Wettkampf, auf den ich mich eingelassen habe?" Platze es aus ihm heraus, sobald der Tränke Lehrer verschwunden war. Sie grinste erneut breit und ihm lief erneut ein kalter Schauer über den Rücken. ,,Zauber-Reimketten." sagte sie verschwörerisch, er musste zugeben, das klang zugegebenermassen sehr interessant, er glaubte allerdings, dass das etwas sein könnte, was ihn noch mehr Schlaf kosten würde. Doch er wäre kein Ravenclaw wenn seine Neugierde nicht stärker als sein Bedürfnis nach Schlaf sein würde.
Hermine pov - Hogwarts, England
Sie hatte, nachdem sie den Raum von Salazar gefunden hatte, begonnen ihre Spaziergänge durch das Schloss und den Besuchen der Bilder wieder auf zu nehmen. Durch die Ereignisse in den letzten Monaten war diese Tätigkeit sehr nach hinten gerückt. Sie bemerkte an einigen Reaktionen, dass das eine oder andere Gemälde, ihr ihre lange Abwesenheit übel nahmen. Doch bereits nach wenigen Tagen wurde sie wieder freundlich gegrüsst und in Gespräche verwickelt. Diese Besuche hatten mehrere Gründe, zu einem kleinen Teil war das schlechte Gewissen, diesen Bewohnern des Schlosses in letzter Zeit zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt zu haben, es war allerdings auch eine einfache Methode, sowohl ihre Freunde ihre Abwesenheit zu erklären, wie auch sich verschiedene Gänge mit der Aura Sicht an zu sehen, ohne sich einen plausiblen Grund für fragende Lehrer zurecht zu legen. Es war zwar nicht verboten ausserhalb der Schulzeiten in Hogwarts herum zu stromern, allerdings wurde es nicht gerne gesehen, wenn man sich in der Nähe von fremden Gemeinschaftsräumen aufhielt. Das war in ihrer Zeit nicht anders gewesen, die Ironie an der Sache war, dass man als Schüler oder Schülerin eines anderen Hauses in der Regel gar nicht wusste, wo sich die anderen Gemeinschaftsräume befanden, ausser man war ein Mitglied des Schulsprecher oder Vertrauensschüler Amtes.
Auch wenn sie sich aus diesem Grunde noch nicht in die Nähe des Gryffindors Gemeinschaftssaals begeben hatte, konnte sie auf ihren Erkundungstouren dennoch wieder neue Bereiche und auch Geheimgänge entdecken. Viele verborgene Orte, welche man nur durch die Aura Sicht entdecken konnte begeneten ihr so auf ihrem Weg und warfen einige Fragen betreffend der Gründer auf. Warum zum Beispiel hatte Gordic im dritten Stock einen leeren Raum angefertigt, welcher kaum grösser war als eine Besenkammer? Oder auch, dass Salazar einige Räume in den oberen Stockwerken eingerichtet hatte, welche mittlerweile als Abstellräume dienten, früher aber sicherlich einen anderen Zweck hatten. Sie fand auch einen Raum, welcher voller Bilder waren, jedoch ohne Menschen darin, entweder war nur noch der Rahmen vorhanden, oder es zeigte nur einen Ausschnitt eines Hintergrundes. Nachdem sie im zweiten Stock allerdings über einen Geheimraum gestolpert war, welcher nur gestrickte Gegenstände enthielt hatte sie aufgehört sich darüber zu wundern. Sorgsam hatte sie die Tür wieder geschlossen und stellte sich mit einem Lächeln vor, wie sehr sich der Dumbledore in ihrer Zeit über diesen Raum gefreut hätte, schliesslich war er damals ab und an mit einem Heft über Strickanleitungen anzutreffen gewesen.
Es waren nicht nur die Räume, welche sie oft vor offene Fragen stellte, es gab auch einige Geheimgänge mit dem selben Ergebnis. Warum es zum Beispiel Geheimgänge gab, welche nur auf derselben Etage blieben und parallel zu den Hauptgängen verliefen. Oder Geheimgänge, welche plötzlich mitten im Weg aufhörten und keine Tür, sondern nur eine feste Steinwand aufwiesen, als ob sich eine Wand verlängert hätte und diesen abgetrennt hatte. Sie fand auch Geheimgänge, welche einem unverhofft an die Aussenmauer des Schlosses brachten, im fünften Stock war die Aussicht zwar phänomenal, aber auch genauso furchteinflössend, wenn der Weg so abrupt in solch einer Höhe endete. Sie bemerkte, dass es um einiges mehr Geheimgänge gab, als sie bis jetzt angenommen hatte, selbst die Karte des Rumtreibers aus ihrer Zeit hatte nur einen Bruchteil der Gänge aufgezeigt.
Sie fand bei ihren Streifgängen durch das Schloss einige Zauber Signaturen, welche nicht den beiden Gründern gehörten, die sie bereits kannte, jedoch waren es mehr als zwei weitere und sie wusste daher nicht, welche zu Rowena oder zu Helga gehörten. Auch gab es Punkte, wo die Zauber einander überlappten, was wohl nicht verwunderlich war in einem magischen Gebäude, welches über so viele Jahrhunderte von so vielen unterschiedlichen Zauberern bewohnt gewesen war und es immer wieder den Bedürfnissen seiner Bewohner angepasst hatten. Wie sie sich die Zauber Signaturen dieser beiden Gründerinnen ansehen sollte, wusste sie noch nicht. Bei Rowena hoffte sie auf die Hilfe von Helena, mit welcher sie bereits letztes Jahr einige Gespräche geführt hatte. Allerdings war die graue Dame, wie der Geist genannt wurde, eher schüchtern und sprach nicht gerne über ihre Mutter, sie würde sich also behutsam an das Thema herantasten müssen.
Diesem Problem würde sie sich zu einem anderen Zeitpunkt widmen, denn heute war der perfekte Tag um sich in das Gebiet der Löwen einzuschleichen und dort nach dem geheimen Raum von Godric Gryffindor zu suchen. Dumbledore würde heute den gesamten Tag abwesend sein, da er vor Gericht zu Grindelwald aussagen musste. Auch wenn sie etwas Mitleid für ihren früheren Mentor empfand, welcher sich sicherlich schwer damit getan hatte, seinen einstigen Jugendfreund und Liebhaber zu besiegen und ihm dem Ministerium auszuhändigen und sie gleichermassen Respekt ob dieser Handlung und das magische Können in seinen jungen Jahren empfand, würde sie sich so eine Gelegenheit nicht entgehen lassen. Denn dadurch müsste sie sich nur noch vor den Gryffindor Schülern selbst in Acht nehmen und dass sie diesen gewachsen war, hatte sie bereits mehrfach unter Beweis gestellt.
Ausserdem war heute auch eine Sitzung der Vertrauensschüler und der Schulsprecher, welche einige Stunden dauerte, auch dadurch würden weniger Schüler unterwegs sein. Hermine mochte zwar Celin immer noch nicht und hätte es lieber gehabt, wenn Tom gerade nicht mit ihr in einem Zimmer gesessen hätte, besonders seit sie sich in Zaubertränke jede Unterrichtsstunde so an ihn heran schmiss, für ihre Pläne kam ihr dieser Umstand allerdings gerade gelegen. Seit die Ravenclaw so anhänglich geworden war, hatte Tom nicht mehr so viel Zeit während diesen Sitzungen per Gedanken mit Hermine zu sprechen, folglich bekam er auch weniger mit, wo sie gerade war und was sie machte. Da sie sich zudem die Mittagspause für ihre Suche gewählt hatte, waren nur einzelne wenige Schüler überhaupt auf den Gängen.
Sie benutze einen der neu entdeckten Geheimgänge vom ersten in den siebten Stock und gelangte so zu einem Wandvorhang, auf welchem ein Drache und eine Nixe abgebildet waren. Zur Sicherheit lauschte sie einige Momente angestrengt, bevor sie ihn zur Seite schob und auf den Gang hinaus trat. Wie immer waren Firis und Shadow an ihrer Seite, wobei der Schattenwolf jederzeit bereit war, in den Schatten zu verschwinden, falls ihnen jemand entgegenkommen würde. Mittlerweile hatte er auch eine Grösse angenommen, wo man ihn als bedrohlich bezeichnen konnte. Sie stockte kurz, als sie den Gang vor sich hinunter blickte, es war nicht das erste Mal, seit sie in dieser Zeit war, dass sie diesen Gang betrat, dennoch durchfuhr sie, wie auch die Male davor, ein leichtes wehmütiges Gefühl, schliesslich war sie diesen Gang in ihrer Zeit unzählige Male auf und ab geschritten. Er lag genau so ausgestorben vor ihr, wie sie es gehofft hatte, weswegen sie die Aura Sicht anwendete und dann den Gang langsam Stück für Stück in Augenschein nahm.
Sie achtete darauf, fürs erste nicht in Sichtweite der fetten Dame beziehungsweise rote Dame, wie sie in dieser Zeit hiess, zu kommen. Ihre Schritte halten gespenstisch in dem leeren Gang hinunter und auch wenn es mitten am Tag war und sie weder etwas verbotenes tat, noch es vorhatte kam sie sich vor, wie damals als sie sich mit Harry und Ron in der Nacht aus dem Gemeinschaftsraum gestohlen hatte. Sie war froh, dass diese beiden Unruhestifter die Geheimgänge, welche sie neu kennengelernt hatte, nicht gekannt hatten. Sie hätten sicherlich noch viel mehr Unfug betrieben. Sie schob die Gedanken an ihre Freunde auf die Seite, es war weder der rechte Ort, noch die rechte Zeit sich damit auseinander zu setzten. Ausserdem befand sie sich auf feindlichem Gebiet und sollte daher stets wachsam sein, wie es Moody immer zu sagen pflegte.
Das Erste was ihr auffiel war, dass es in diesem Stockwerk viel weniger fremde Magie Signaturen gab, als in anderen. Das konnte zum einem entweder daran liegen, dass dieses Stockwerk bereits alle Räume bot, welche man benötigte, oder was sie als wahrscheinlicher erachtete, in der Nähe des Gemeinschaftsraums der Löwen keine Zauber von den jeweiligen Direktoren gestattet worden waren. Was auch immer der Grund war, es half ihr jedenfalls sehr bei ihrer Suche. So hatte sie relativ schnell und wenige Meter nach dem benutzen Geheimgang eine weitere verborgene Tür entdeckt, welche auch relativ schnell mit einem Alohomora geöffnet werden konnte. Da es der Beginn ihrerer Suche war, enttäuschte es sie nicht allzu sehr, dass es sich hierbei um einen weiteren Geheimgang handelte, welcher bereits nach wenigen Metern endete.
Die zweite Tür brachte sie zu dem selben Ergebnis, nur dass sie am Ende des Ganges nicht vor einer Wand, sondern wieder einmal vor einem Abgrund stand. Sie glaubte sich zu erinnern, dass es bereits auf der fünften Etage einen Geheimgang gegeben hatte, welcher zum selben Punkt führte und tatsächlich, als sie sich etwas vor lehnte und nach unten blickte, konnte sie das flimmern einer magisch verborgenen Tür an der Fassade ausmachen. Neugierig geworden und dadurch abgelenkt, besah sie sich den Boden in einigen Metern tiefe, sie sah auf den Kiesplatz hinunter, welcher von den Schülern gerne als Pausenplatz genutzt wurde und sich wie ein Innenhof zwischen die Mauern von Hogwarts schmiegte. Sie fragte sich, ob hier ursprünglich ein weiterer Turm geplant gewesen war oder ob es einen anderen Grund für diese zur Aussenmauer führenden Gänge gab. Sie nahm sich vor Hogwarts bei nächster Gelegenheit danach zu fragen und ging, nach einem letzten Blick in die schwindelerregende Tiefe, wieder zurück.
Sie fand im siebten Stock noch eine Besenkammer, welche nicht aufwändig versteckt war, jedoch über die Zeit in Vergessenheit geraten schien. Zumindest aufgrund der dicken Staubschicht und den auseinanderfallende und verrotteten Besen darin. Wobei es auch das ehemaliger Lager der Gryffindors für ihre Schulbesen gewesen sein könnte, doch dieser Raum war nicht interessant genug ,dass sie sich wirklich mit ihm auseinandersetzen. Sie bemerkte, dass sie dem Porträt der roten Dame immer näher kam und somit auch dem Herz des Löwen Gebietes. Obwohl sie die ganze Zeit damit gerechnet hatte, erschrak sie dennoch, als sie plötzlich Stimmen hörte. Sie versteckte sich schnell in einer kleinen Nische, wo eine Ritterrüstung davor stand und lauschte mit klopfenden Herzen der vorbeigehenden Schülerschar. Als sie zwischen dem Arm der Rüstung hervor schielte, sah sie die Trainingskleidung der Quidditch Spieler, es musste also das Schulteam sein, welches vor dem Mittagessen noch eine Trainingseinheit eingelegt hatte.
Sobald die Stimmen verklungen waren, warf sie zur Sicherheit einen Tarnzauber auf sich selbst und trat dann wieder auf den Gang hinaus, durch den Zauber um sie herum, war es schwierig etwas mit der Aura Sicht zu erkennen, dennoch befand sie es als sicherer so an dem Gemeinschaftsraum der Gryffindors vorbei zu schleichen. Als sie um die nächste Ecke bog und aus der Sichtweite des Gemäldes war, konnte sie den Zauber bereits wieder lösen.
Sofort fiel ihr eine verborgene Tür auf, welche in dem ihr so vertrauten orange, durchzogen mit weissen Blumen und Farnblätter, leuchtete. Überrascht blieb sie so einen Moment davor stehen, sie hätte nicht gedacht, dass sich so nahe am Eingang zu den Räumen der Löwen ein geheimer Raum befand. Bevor sie sich länger darum Gedanken machte und doch noch erwischt wurde, bewarf sie die Tür mit dem Alohomora. Nichts geschah, weder das sonst zu vernehmende leise Klicken beim Öffnen des Schlosses, noch sprang die Tür von alleine auf.
Sie versuchte noch zwei weitere Öffnungszauber, obwohl sie keine Grosse Hoffnung hatte, schliesslich waren diese Zauber in dieser Zeit noch nicht entwickelt worden und tatsächlich geschah auch dieses Mal nichts. Etwas entmutigt jedoch (aufgrund fehlender anderer Ideen) ergriff sie den orange schimmernden Türknauf und drehte ihn nach links. Mit offenen Mund verfolgte sie mit ihren Augen das aufschwingen der Tür, da sie plötzlich wieder Stimmengewirr aus der Nähe vernahm, trat sie schnell in den Raum hinein und schloss die Tür hinter sich. Mit klopfenden Herzen lehnte sie sich von ihnen gegen die Innenseite der Tür und lauschte, dass die Stimmen vorübergehen würde. Warum dies nicht geschah und das Stimmengewirr sogar noch etwas lauter wurde, erkannte sie erst, als sie den Raum in seiner Gänze in Augenschein genommen hatte.
Das erste was ihr Auffiel war, dass im Gegensatz zu anderen geheimen Räumen, welche sie bereits entdeckt hatte, hier kein einziges Staubkorn lag. Sie wusste nicht ob es an einem Zauber oder an den Hauselfen lag, doch diese Überlegungen rückten bei der Besichtigung des Raumes immer mehr in den Hintergrund. Was ihren Blick als erstes auf sich zog, war ein riesiges Fenster, welches den Blick über die Ländereien und den schwarzen See freigaben. Dass sich weder Schüler auf den Wegen zu den Gewächshäusern, noch sonst auf dem Gelände befanden, rührte daher, dass die Mittagspause immer noch im vollen Gange war, doch sie wusste, dass sie nicht mehr allzu viel Zeit haben würde, bis ihre nächste Unterrichtsstunde begann.
Sie liess ihren Blick aus diesem Grunde weiter durch den Raum schweifen, was ihr auffiel war, dass im Gegensatz zu den vielen verschiedenen und dominierenden Rottönen im Gemeinschaftssaal der Gryffindor, der Raum ihres Gründers nur zwei rote Bereiche aufwies. Zum einen der Teppich, welcher den kompletten Boden des Raumes ausfüllte und so weich wirkte, dass es herrlich sein musste mit nackten Füssen darüber zu gehen und das Gryffindor Wappen, welches über einer gemütlichen Sofaecke aus dunklem blauen Stoff hing. Es gab noch eine grosse Standuhr aus dunklem Holz, mit einem weissen Ziffernblatt und einem Hängegewicht, welches einen Löwennkopf darstellte und ihr bestätigte, dass sie wirklich bald los musste, wenn sie den Unterricht bei Professor Verron nicht verpassen wollte. Sonst war nicht viel mehr in diesem Raum, es gab noch zwei hohe Regale, welche bis auf ein paar Kerzenstummel darin allerdings leer waren.
Ein lautes Lachen liess sie erschrocken zusammenzucken, ihr Herz pochte laut in ihrer Brust, als weitere fröhliche Stimmen dazu kamen. Ungläubig trat sie auf die Mauer neben dem Sofa zu und lauschte erneut. Sie konnte eindeutig das brummen und Schnattern verschiedener Stimmen ausmachen, durch ihre Aura Sicht sah sie allerdings, dass die Steinmauer vor ihr eindeutig echt und massiv war. Dennoch war es möglich einen Teil der Geräusche im Gemeinschaftsraum der Löwen zu hören, nicht so deutlich, dass man einem Gespräch folgen konnte, allerdings deutlich genug, dass die Stimmen zu einem angenehmen Hintergrundmurmeln verklangen.
Sie war immer noch bei der Überlegung betreffend des Nutzens und den Gründen, dass man die Stimmen der Gryffindors vernehmen konnte, als eine andere, deutlich nähere Stimme sie aus dieser riss. -*Wie ich sehe kleine Schlange, hast du auch den zweiten Raum eines Gründers gefunden. Dieses Mal den von Godric Gryffindor. Ich gratuliere Dir dazu. Es verbleiben nur noch zwei Räume, welche es zu finden gilt. Bleibe weiterhin so fleissig.*- Dieses Mal schaffte sie es schneller sich zu räuspern um zu antworten. ,,Vielen Dank. Könnte ich noch eine Frage stellen?" -*Wenn man davon absieht, dass dies bereits eine Frage war, lautet meine Antwort ja. Allerdings werde ich dir nicht verraten wo die anderen Räume sich befinden.*- ,,Das verstehe ich, alerdings kenne ich weder die Magie Signatur von Rowena Ravenclaw, noch von Helga Hufflepuff."
-*Diese zu finden gehört zu deiner Aufgabe.*- ,,Natürlich, allerdings weiss ich nicht, ob ich zum Beispiel Helena nach etwas fragen kann, was ihre Mutter geschaffen hat." Darauf folgte eine lange Stille, solange dass sie sich bereits fragte, ob sie überhaupt noch eine Antwort erhalten würde. *-Es erstaunt mich zwar, dass du von Helena weisst, wenn du es allerdings schafftst, dass sie mit dir darüber spricht, werde ich dies nicht zu deinem Nachteil auslegen. Allerdings darfst du weder ihr, noch jemand anderem erzählen, warum du nach diesen Dingen suchst.*- ,,Natürlich." Erwiderte sie und verbiss sich den Kommentar, dass sie es ja gar niemandem erzählen können würde, da immer noch der Schweigezauber auf ihr lag. Bevor einer der beiden noch etwas sagen konnte, sprangen die Zeiger auf dem weissen Zifferblatt auf die volle Stunde und ein dumpfer Gong klang durch den Raum. -*Der nächste Unterricht beginnt, beeile dich besser. Aber sei vorsichtig, die Löwen verlassen auch gerade ihren Gemeinschaftssaal*-
Tatsächlich schwoll die Lautstärke im Raum nebenan, gerade beträchtlich an, allerdings verstand man immer noch keine Worte aus dem Gemurmel. ,,Vielen Dank für die Warnung." Sie beendete ihre Aura Sicht und bewarf sich mit einem Unsichtbarkeitszauber, bevor sie zur Tür eilte und diese vorsichtig aufzog. Sie konnte bereits die ersten Schritte und das Geplapper der Schüler hören, allerdings war noch keiner von ihnen auf dem Gang, auf welchem sie sich gerade befand. Sie bewarf ihre Füsse noch mit einem Lautloszauber und rannte dann, wie von einem Billywig gestochen, los. Sie schaffte es ausser Atem gerade noch rechtzeitig ins Klassenzimmer für Verteidigung, Professor Verron besah sie zwar mit einem etwas strengen Blick. Doch sie hatte sich immerhin noch die Zeit genommen gehabt, in einer nahen Nische ihre Bücher aus ihrer kleinen Perlenhandtasche zu nehmen und mit einem schnellen Zauber ihr Äusseres wieder vorzeige tauglich zu machen, gegen die roten Flecken auf ihren Wangen ob des schnellen Laufens konnte sie nicht viel tun.
Als sie nun dem Lehrer bei seinem Vortrag über die Gefahren und richtige Anwendung des Brandzaubers zuhörte, beruhigte sich ihr Herzschlag und ihre Atmung langsam. Nun hatte sie auch die Zeit sich mit den vorhergegangenen Ereignissen auseinander zu setzten. Da Tom immer noch in der Sitzung war, hatte sie auch niemanden, welcher sie von ihren Gedanken ablenkte. Sie überlegte sich Godric nach dem Sinn des geheimen Raumes zu fragen, verwarf diese Idee allerdings ganz schnell wieder. Wenn Hogwarts schon nicht wollte, dass sie mit einem Geist, oder auch ihren Freunden, über die Aufgaben, welche er ihr aufgetragen hatte sprach, wollte er sicherlich noch weniger, dass sie die Gründer in die Sache involvierte.
Da sie sich nicht mit dem Zweck des Raumes beschäftigen konnte und die Einrichtung, abgesehen, vom Löwenkopf und der grossen Fensterfront, nichts weiter spannendes darin entdecken konnte, endeten ihre Gedanken irgendwann bei der unverschlossenen Tür. Sie fragte sich, ob die Tür wirklich seit der Abreise der Gründer offen gewesen war und ob dies der Grunde sein könnte, dass er auch nach all diesen Jahrhunderten so staubfrei gewesen ist. Unweigerlich kam sie dadurch zur Frage, ob er in ihrer Zeit auch noch nicht abgesperrt gewesen war, etwas daran liess sie Zweifeln. Schliesslich hatten die Weasley Zwillinge zu ihrer Zeit nichts unversucht gelassen, alle Geheimnisse von Hogwarts zu entdecken. Eine Tür, auch wenn sie nicht sichtbar war, so nahe am Eingang zum Gemeinschaftssaal der Gryffindors, wäre diesen beiden Unruhestifter doch sicherlich in ihren sechs Jahren im Schloss früher oder später aufgefallen. Oder hatten sie ihn vielleicht gefunden und einfach niemandem davon erzählt? Nicht einmal Harry als sie ihm die Karte ausgehändigt hatten und auch nicht, als sie wussten dass sie ihren Abschluss vorziehen und Hogwarts verlassen würden?
Sie konnte auf ihre stummen Fragen an diesem Tag keine Antwort finden, all zu bald musste sie sich vollständig auf den Unterricht konzentrieren, weil Professor Verron dazu überging, sie in Gruppen auf zu teilen, in denen eine Person den Brandzauber ausführen und die Andere ihn mit einem Schutzschild abhalten sollte. Hermine konnte sich es daher nicht mehr leisten, mit ihren Gedanken an einem anderen Ort zu sein und irgendwann zwischen dem beschwören ihres Schildes und dem Einschlagen diverser Brandzauber auf diesem, vergass sie die ungeklärten Dinge über den Raum von Gryffindor fürs erste.
