,,,..." jemand spricht
/.../ jemand denkt
~...~ Parsel
-*...*- Hogwarts
57. Kapitel Der Geheime Raum von Helga Hufflepuff
Eileen Prince pov - Hogwarts, England
Sie hatte gerade die Unterrichtsstunde Verwandlung hinter sich gebracht, ein Fach was ihr nicht wirklich lag. Sie empfand Zauberkunst viel interessanter und nützlicher, doch nichts kam an ihr Lieblingsfach Zaubertränke heran, wie gerne würde sie nach ihrer Ausbildung in Hogwarts eine Ausbildung als Tränkebrauer beginnen um irgendwann in diesem Fach den Meister erreichen zu können. Allerdings wurden keine Frauen zu dieser Ausbildung zugelassen wie sie wusste, ausserdem auch wenn es so wäre, würde ihr als Reinbluttochter dieser Weg sowieso verwehrt bleiben. Sie wusste ganz genau, dass ihr Vater ihre Zukunft bereits jetzt bis ins letzte Detail geplant hatte.
Sie würde einen Mann heiraten, den ihre Eltern als Angemessen erachteten, oder ihrer Familie entweder Prestige oder Reichtum brachte, natürlich auch die Reinblutstandarts erfüllte und sie würde dann als dessen Ehefrau sich um die Verwaltung des Herrenhauses und der Erziehung der Kinder kümmern müssen, sowie diverse Feierlichkeiten ausrichten, wie es sich in ihren Kreisen gehörte. Wenn sie glück hatte, wäre es ein Mann, welcher ihr gestattete das Grundstück zu verlassen und Einkaufstouren in der Winkelgasse zu tätigen, wenn sie Pech hatte, endete sie so wie ihre Cousine, welche ihr Herrenhaus nicht verlassen und Briefe an die Familie nur an den Feiertagen versendete. Eileen war sich nicht einmal sicher, ob die Briefe, welche sie zwei Mal im Jahr erhielten, wirklich von ihr stammen, da sie so unpersönlich waren. Doch sie hatte in ihrer Erziehung gelernt, nicht zu sehr darüber nach zu denken, schliesslich war dies nicht, was sie in irgendeiner Weise würde beeinflussen, noch abwenden können.
Sie blickte auf, als der Klang des Untergrundes unter ihren Schuhen sich veränderte, ihre Füsse hatten sie wie von selbst zu einem ihrer Lieblingsorten in Hogwarts gebracht, neben dem Zaubertränke Klassenzimmer und der Bibliothek, war dieser kleine runde Hof, ausgelegt mit Kies ein häufig besuchter Platz. ,,Eileen." Rief ihr auch sogleich ihre Freundin Cloe zu, welche in der selbe Klassenstufe, allerdings in Ravenclaw war. Vielleicht war Freundin etwas übertrieben, sie waren eher Bekannte mit denselben Interessen. Sie waren auch im selben Schulclub, einer der wenigen, welcher Häuserübergreifend war, ihr Vater war zwar nicht wirklich erfreut über diese Freizeitbeschäftigung, doch zu ihrem Glück, sah ihr Grossvater dies anders, er sah es als günstige Gelegenheit, in der Schule Kontakte zu späteren reichen Reinblüter Ehefrauen zu bekommen. Schliesslich wusste man während der Schulzeit nie, in welches Haus sie hinein heiraten würden, dies war oft ein gut behütetes Geheimnis, auch vor den Kindern selbst, nicht dass diese während den Schuljahren plötzlich auf falsche Gedanken kämen oder noch schlimmer, ein uneheliches Kind zeugten.
Sie erinnerte sich noch sehr gut daran, wie ihre Grossmutter, seit sie 5 Jahre war, ihr bei jeder sich bietenden Gelegenheit vorgebetet hatte, dass ein Kind, welches ausserhalb der Ehe gezeugt wurde, immer ein Squib wurde und es eine grosse Schande für die Familie war. Ehrenlose Frauen, welche ihre Verlobten oder gar Ehemänner hinter gingen und einen Squib zur Welt brachten, ereilte immer ein schweres Schiksal. Entweder der gnädige sofortige Tod oder eine mysteriöse Krankheit, welche die Frauen über Wochen ans Bett fesselte und die nach ihrer Genesung sehr abgemagert und abgestumpft zurück liessen, wenn sie wieder in der Gesellschaft auftraten. Die Schwarzhaarige hatte allerdings viel eher die Vermutung, dass hinter dieser mysteriösen Krankheit viel eher mehrere Folterungen mit dem Cruciatus Fluch steckte. Eileen erinnerte sich mit Schaudern, an die Begegnung mit Miss Bullstronge vor ein paar Jahren, als diese mit der Ausrichtung des Weihnachtsballes beauftragt gewesen waren. Die stumme junge Frau, war nur noch Haut und Knochen gewesen und hatte starr in eine Ecke gestarrt, ohne irgendetwas in ihrer Umgebung wahr zu nehmen. Diese Darbietung war für sie und viele der anderen jungen Frauen eine eindrücklichere Warnung gewesen, als all die tausend Predigen ihrer Familien die Jahre davor.
Die trüben Gedanken von sich wegschieben, setzte sie sich zu Cloe und den beiden anderen Schülerinnen, welche alle bereits ihre Koboldsteine vor sich liegen hatten. Sie waren mitten in einem Spiel und Eileen unterbrach sie nicht, sondern besah sich einfach den Lauf des Spieles an. Im letzten Jahr war sie noch Leiterin des Klubs gewesen, da jedoch ihre Noten in Verwandlung von Erwartungen übertroffen auf ein Annehmbar herab gerutscht war, hatte ihr Vater verlangt, dass sie den Posten abgab. Sie verstand sowieso nicht, warum er solchen Wert auf ihre Noten legte, nach ihrem Schulabschluss würde sie sowieso nichts damit anfangen können. Aber vielleicht sah sie auch einfach das Grosse Ganze nicht, ihre Mutter sagte schliesslich immer, sie solle ihrem Vater vertrauen, er tue dies alles nur zu ihrem besten.
Das Klatschen ihrer Mitspieler riss sie aus ihren Gedanken, sie sah, dass Elena, eine andere Ravenclaw anscheinend dieses Spiel gewonnen hatte, sie versuchte sich an den Nachnamen der jungen Frau zu erinnern, doch er fiel ihr einfach nicht ein, schliesslich hatten sie ausser diesem Spiel keine gemeinsamen Berührungspunkte. In der nächsten Runde war dann auch Eileen mit von der Partie und schon als sie ihre ersten Stein Schnippte flammte in ihr, immer bei diesem Spiel, die Freude darüber auf. Das man bei einem Fehlwurf eine übelriechende Flüssigkeit ins Gesicht gespritzt bekam, war für sie nie abschreckend, sondern sogar noch reizvoller gewesen und der Geruch war nach einem Schnippen des Zauberstabes auch wieder verschwunden. Sie hatte von Klein auf immer ordentlich, akkurat und vor allem ruhig sein müssen, dieses Spiel stand im krassen Gegensatz zu ihrer ganzen Erziehung, war allerdings, wie auch Quidditch, als Sportart angesehen und durfte daher auch von den Damen der Gesellschaft ausgetragen werden, nicht dass eine Reinblutfrau jemals ein Quidditch Spiel bestreiten würde, diese Sportart war dann doch zu barbarisch und es wurde noch nie eine Frau in einem Schulteam zugelassen.
Während ihrem Koboldsteinspiel kamen ihr die Parallelen zu der Zaubertrank Herstellung, beziehungsweise Vorbereitung der Zutaten, in den Sinn, dieser Unterricht war auch nicht der Sauberste. Natürlich gab es mehr als die Zubereitung, was sie an diesem Fach faszinierte. Sie fand es ungemein spannend, dass ein harmloses Glasfläschchen alles mögliche beherbergen konnte, von einer heilenden Substanz, über eine lähmende Flüssigkeit bis hin zu einem tödlichen Gift. Wenn man sich damit befasste, konnte man den Inhalt eines fremden Trankes und dessen Wirkung anhand der Farbe und des Geruches erahnen, doch wirkliche Gewissheit hatte man nur, wenn man ihn analysierte oder verrückt genug war ihn zu trinken.
Sie konnte jedoch nicht abstreiten, dass gerade die Herstellung ein grosser Bestandteil ihrer Faszination ausmachte. Einfache, unscheinbare Zutaten verwandelten sich mit der richtigen Behandlung und Fähigkeit zu allem, was der Brauer sich vorstellen konnte und wollte. Dass bei der Zubereitung der Zutaten auch gerne einmal Schleim, Blut oder sonstige Sekrete flossen war ein weiterer Grund. Das Zaubertrank Brauen konnte eine saubere Arbeit sein, die Verarbeitung der Zutaten war es nicht. Man konnte einem Flubberwurm nicht damenhaft den Schleim abzapfen, Salamanderblut konnte man nicht in Flaschen kaufen und auch ein Drachenherz hinterliess blutige Finger wenn man es richtig zerteilte.
Nicht wenige Reinblutfrauen verweigerten genau aus diesen Gründen diesen Unterricht, was die junge Prince als wirklich dumm erachtete, nicht nur, dass sie sich dadurch selbst die Chance verwehrten, mögliche Heiltränke zu lernen, für Situationen, in denen Niemand ihnen einen solchen brauen würde. Sie schränkten sich auch noch selbst ein, bevor ihre Eltern oder ihr zukünftiger Ehemann dies übernahmen. Sie selbst hatte zwar vor ihrem Antritt in Hogwarts, wie jedes andere junge Mädchen in ihren Kreisen auch, eine genaue Unterweisung erhalten, musste sich nun seit zwei Jahren in jeden Ferien von einer Frauenheilerin untersuchen lassen und bekam immer wieder eingetrichtert wie sie sich zu benehmen hatte, dennoch hatte diese Behandlung nicht ihren Geist oder Willen gebrochen. Eileen wusste, dass sie ihrer Familie nicht würde entfliehen können, dazu war die Zaubererwelt einfach zu klein, doch solange sie noch keine Ketten umgelegt bekommen hatte, würde sie jeden Zentimeter Freiheit, denn sie erreichen konnte, auch nutzen.
Das war auch einer der Gründe, warum sie immer wieder die Nähe von Miss White suchte, sie hatten zwar bis auf das Gespräch am Slytherintisch letztes Jahr und einigen Begrüssungen auf den Gängen nicht wirklich miteinander gesprochen, doch die Schwarzhaarige konnte nicht bestreiten, das die junge Frau sie faszinierte. Sie hatte einige Wochen benötigt, um zu ergründen was es genau war, dass ihren Blick immer wieder zu der Braunhaarigen zog. Es war nicht nur, die Tatsache dass die junge Frau es geschafft hatte in den Bekanntenkreis von Abraxas Malfoy und Tom Riddle zu gelangen oder die überdurchschnittliche Intelligenz, welche sogar Professor Slughorn in Staunen versetzte, obwohl sie eine Frau war. Es war ihr Auftreten und ihre Überzeugungen, sie sagte, wenn ihr etwas nicht passte und setzte sich für ihre Meinung ein. Sie war zu jedem nett, egal aus welchem Hause, allerdings nur solange sie dieselbe Höflichkeit von ihrem Gegenüber erhielt. Sie mochte keine Ungerechtigkeit und scheute sich nicht gegen diese Vorzugehen und was Eileen besonders imponierte, sie bewertete niemand aufgrund dessen Familiennamen oder Blutstatus.
Natürlich würde ihr Vater nun fragen, was sie als Reinblut sich Gedanken über ein wertloses Halbblut mache, doch Eileen konnte nicht anders als sie zu gleichen Teilen zu bewundern und zu beneiden. Hermine White war freier und stärker, als sie es je sein würde, egal was für ein Gewicht der Name Prince in der Zaubererwelt hatte. Und sie hatte es trotz ihres Blutstatus geschafft, sich mit einflussreichen Namen zu verbünden. Auch wenn die Lestranges Zwillinge nicht mehr als Reinblut angesehen wurden, ihre Familie war es dennoch immer noch und auch die Notts und die Parkinson's waren ebenso angesehen und beide Söhne waren oft in ihrer Nähe. Ausserdem wäre kein Reinblut und besonders kein Slytherin so blöde, die Fähigkeiten eines Wesens und dessen Macht in deren Zukunft in Frage zu stellen, ihr Vater hatte schliesslich selbst gehofft, sie mit dem jungen Malfoy zu verheiraten, gerade weil er eine männliche Veela war. Aber auch der Schulsprecher schien übermässig interessiert an der Jungen Frau zu sein und Eileen war sich sicher, dass die Frau nach ihrem Abschluss noch Grosses erreichen würde. Sie konnte sich einfach nicht vorstellen, dass die Braunhaarige sich auf ihrem Weg von irgendjemandem abhalten lassen würde.
Sie hätte gerne nähere Bekanntschaft, wenn nicht sogar Freundschaft mit der jungen Frau geschlossen, doch sie erinnerte sich zu gut daran, dass sie bei ihrem ersten Annäherungsversuch diese eher abgeschreckt hatte. Sie wollte mit einem interessanten, fast unbekannten Fakt über Thestrale und den Theorien über deren Knochen punkten, welche sie in der Hauseigenen Bibliothek im Prince Anwesen gefunden hatte. Doch sie hatte genau das Gegenteil bewirkt, wer hätte auch ahnen können, dass die junge Frau, die verfluchten Pferde der Nacht, von welchen Eileen in ihrer Kindheit nur in Schauergeschichten gehört hatte, mit Sympathie begegnete. Zwar behandelte sie die Braunhaarige nicht irgendwie abwertend seit dem, jedoch hatte die Schwarzhaarige es auch nicht geschafft mehr als ein zwei Wörter mit ihr zu wechseln. Ob sie wohl versuchen sollte, sie zu einer Partie Koboldsteinspiel einzuladen? Irgendwie bezweifelte sie, dass die junge Frau sich für dieses Spiel begeistern konnte.
Und auch die Nachfrage nach Nachhilfeunterricht in gewissen Fächern wäre wahrscheinlich schwierig, schliesslich waren sie nicht in derselben Klassenstufe und Hermine White befand sich in ihrem letzten Schuljahr und hatte sicherlich wichtiger Dinge zu tun, als ihr bei etwas zu helfen. Die junge Prince zerbrach sich wie so oft in den letzten Wochen den Kopf darüber, während sie beim Abendessen immer wieder verstohlene Blicke zu der Gruppe und insbesondere der jungen Frau warf, welche sie seit so langer Zeit beschäftigte. Das ihre Blicke keineswegs unbemerkt blieben, sondern von zwei goldenen Augenpaaren sehr wohl bemerkt worden waren, konnte die junge Frau in diesem Moment nicht wissen. Ebenso wenig, dass sie Hermine White auf eine andere Weise kennen und und später zu schätzen lernen würde, als sie sich es je hätte vorstellen können. Doch dies war eine Geschichte, für einen späteren Zeitpunkt.
Hermine pov - Hogwarts, England
Nachdem sie den geheimen Raum von Gryffindor so schnell gefunden hatte, war sie optimistisch eingestellt gewesen, die beiden anderen Räume ebenso schnell zu finden. Dieses Hochgefühl verpuffte bereits nach kurzer Zeit, als sie es in den darauffolgenden Tagen nicht einmal schaffte die Graue Dame in den Gängen des Schlosses aufzuspüren. Durch die Bilder erfuhr sie, dass diese sich um diese Jahreszeit immer sehr bedeckt hielt, weil es die Zeit gewesen war, in der sie starb. Ohne die Hilfe von Helena Ravenclaw würde es schwierig werden, die Magie deren Mutter zu analysieren und dadurch auch im Schloss zu finden. Es gab einfach viel zu viele unterschiedliche Magiesignaruren an den Wänden und den Räumen des Schlosses, zu viele Wesen und Zauberer hatten sich in ihrer Anwesenheit in den letzten Jahrhunderten im den Gemäuern verewigt. Zu viele Räume waren seit der Gründung Hogwarts hinzugefügt worden, um der steigenden Anzahl von Schülern und Lehrern gerecht zu werden.
Das Schloss war seit jeher ein wachsendes und sich veränderndes Gebäude gewesen, hatte sie genau das früher so fasziniert, war es nun eine Tatsache, welche sie vor Frustration fast schreien liess. Erschwerend kam hinzu, dass sie sich immer wieder von ihren Freunden wegschleichen musste, wenn sie alleine ihre Erkundungstouren im Schloss drehte, sie war sich auch ziemlich sicher, dass Dumbledore von den Bildern darüber unterrichtet worden war, wenn sie die Blicke, welche er ihr in den Unterrichtsstunden und während den Mahlzeiten in der Grossen Halle zu warf, richtig deute. Und auch Tom schien langsam misstrauischer zu werden, es war zum Haare raufen, dass diese beiden Zauberer sie immer mehr im Auge zu behalten schienen.
Hinzu kam, dass sie sich, wie ihre Freunde auch, in ihrem letzten Schuljahr und dementsprechend gab es einiges zu lernen, wenn sie die Abschlussprüfungen zu ihrer Zufriedenheit abschliessen wollte. Die Lehrer hielten sich nicht zurück und während draussen der Frühling erblühte verwelkten viele der ältesten Schülern und Schülerinnen im Innern der Schule aufgrund der enormen Menge an Hausaufgaben. Die von den Slytherins gerne durchgeführten Zauberei-Wettbewerbe waren zwar eine gute Übung für die praktischen Teile der Prüfungen, würde ihnen in den schriftlichen Teilen nur bedingt weiterhelfen. Sie hatten zumindest das Glück, dass sie als Schüler des Hauses Slytherin ausserhalb der Schulstunden auch den Zaubertrank Klassenraum benutzen durften, wenn auch nur, weil Tom Professor Slughorn dazu überredet hatte und auch nur mit ihren eigenen Trankzutaten Vorräten.
Die Wochen waren daher reichlich gefüllt, so dass ihr neben den Schulstunden, Hausaufgaben und Lerneinheiten kaum Zeit für etwas anderes blieb, nicht selten fiel sie am Abend wie Tod in ihr Bett und bemerkte erst am Morgen, dass Tom sich erneut zu ihr geschlichen hatte. Die Suche nach den geheimen Räumen rückte daher nach und nach auch etwas in den Hintergrund, auch wenn sie sich stets bemühte zumindest einmal in der Woche sich danach auf die Suche zu machen. Leider kamen die Besuche bei Hagrid und auch den Thestrale vorübergehend ganz zum Erliegen. Shadow und Firis nahmen es ihr auch etwas übel, dass sie so gar keine Zeit mit ihnen verbrachte und zogen immer mehr alleine los. Die junge Frau hoffte dass es in den kurzen Frühlingsferien im März besser werden würde, sonst würde ihre Kraftreserven wahrscheinlich bis Ende Jahr nicht reichen.
Stumm fragte sie sich, wie sie es in ihrer Zeit geschafft hatte, den Unterrichtsstoff zu lernen und gleichzeitig mit Harry und Ron immer wieder die Schule zu retten. Am Ende kam sie zu dem Schluss, dass sie in dieser Zeit niemand gehabt hatte, welcher sie geistig so herausgefordert hatte wie in dieser. Sie plante nicht als Beste Schülerin abzuschliessen, doch es war schwierig neben Abraxas und Tom nicht auch in diesen totalen Lernrausch zu verfallen. Sie war froh, dass Mia sie manchmal aus dieser Konstellation rausnahm, damit sie etwas zu ruhe kam. Dennoch war das Pensum, welches sie sich zu mutete immer noch gewaltig, doch sie drei waren so in ihrem Lernmodus, dass es schwer war sie davon abzubringen, erst ein grösseres Ereignis brachte sie drei dazu einen Gang zurückzuschalten und sich gegenseitig etwas Luft und Freiraum zu gönnen.
Beim Training der Slytherin Hausmannschaft, war es durch einen verhexten Klatscher zu einem schweren Unfall gekommen, bei welchem ausgerechnet Andrew der Leidtragende war. Der Klatscher hatte ihn nicht nur vom Besen gefegt, so dass der junge Mann mehrere Meter zu Boden gestürzt war, er hatte auch danach nicht von ihm abgelassen und ihn insgesamt 26 getroffen, bevor er von den anderen Spielern unschädlich gemacht werden konnte. Verschiedene Lehrer versuchten seit dem heraus zu finden, was für Zauber auf dem Schulball lagen und wer ihn damit belebt hatte. Andrew lag unterdessen bewusstlos im Krankenflügel, er hatte über 43 Knochenbrüche und einen von blauen Flecken überzogenen Körper. Da er ein Schattendämon war, reagierte sein Organismus auch nicht so gut auf die Heiltränke, da diese zum grössten Teil Weissmagich waren und gegen dessen Magie arbeitet, welche selbst versuchte seinen Körper zu heilen. Madam Berron konnte ihm aus diesem Grunde nur wenige Tränke verabreichen.
Sac, welchen die Ohnmacht seines besten Freundes schwer traf, war nicht von dessen Bett weg zu bekommen. Er gab sich selbst eine Mitschuld, weil Andrew mit ihm am Abend vorher für die Prüfungen in Zauberkunst gelernt hatte und sicherlich übermüdet gewesen war. Es traf ihn auch schwer, dass er als Mensch seinem Freund auch nicht mit Wesensmagie helfen konnte, während Tobias ihm versuchte zu erklären, dass es nicht seine Schuld sei und auch er als Vampir nicht viel für ihren Freund ausrichten konnte. Der magische Körper konnte viele Verletzungen ertragen und war auch imstande sich fast von allen zu heilen, wenn sie nicht zu schwerwiegend oder anhaltend wie zum Beispiel durch Gift waren, dies alles benötigte einfach Zeit und kostete Magie.
Schattendämonen waren eine Wesensgruppe, welche sich schwer tat mit fremder Magie, es kam nicht selten vor, dass sie fremde Magie abstiessen, auch wenn sie zur selben Magieart gehörte. Dennoch versuchten sie es und da sie ihren Freund bereits seit mehreren Jahren kannten und sowohl Andrew, wie auch sein Wesen Ignis ihnen vertrauten liess sie ihre Magie zu. So liehen ihm Tom, Abraxas, Tobias, Elliot und Nelson von Zeit zu Zeit etwas von ihrer Magie, den Rest musste sein Körper selbst machen. Hätten sie ihm nicht helfen können, hätten die Eltern von Andrew übernehmen müssen, doch die Freunde wussten, dass deren Magie von ihrem Freund nicht angenommen worden wäre.
Ausserdem wurde der Vater von Andrew zwar von der Schule über den Vorfall unterrichtet, er hielt es allerdings nicht für nötig seinem Sohn einen Brief zu schreiben, oder gar auf zu tauchen. Worüber allerdings niemand wirklich traurig war. Durch dieses Ereignis verlagerte sich der Fokus der Slytherin Truppe von den Kerker hinauf in den im ersten Stock gelegenen Krankenflügel. Madam Belton war zwar nicht sehr erfreut, über die ständige Anwesenheit der Schüler, allerdings brachte sie es nicht über ihr Herz die Schüler fort zu schicken, besonders weil Andrew der einzige Patient und die Slytherin stets ruhig waren. Sie gestand gegenüber Hermine auch ein, dass sie sich etwas schuldig fühlte, dass sie dem jungen Schattendämonen schlecht helfen konnte. Deswegen liess sie die Schülergruppe weitestgehend gewähren, auch weil sie sich auch anständig benahmen.
Wenn sie nicht im Unterricht waren, dann lernten und assen die Schlangen die nächste Zeit im Krankenflügel. Einzig zur Sperrstunde wurden sie hinausgeworfen und mussten in ihren Gemeinschaftssaal zurückkehren, egal wie sehr sie sich dagegen sträubten, da liess Madam Belton nicht mit sich verhandeln. Die Schüler waren sowieso darüber erstaunt, dass der Direktor aber auch Dumbledore zuliessen, dass sie so viel Zeit im Krankenflügel verbrachten, doch diese waren vollauf damit beschäftigt den Vorfall mit dem Klatscher auf zu klären und herauszufinden wer dafür verantwortlich war. Die auf dem Klatscher gesprochenen Zauber konnten schnell herausgefunden werden, doch schwieriger sah es da mit dem Täter aus, da man hierfür den Zauberstab des Schuldigen benötigte und ausserdem mit dem Prior Incantato konnte man nur den zuletzt verwendeten Zauberspruch erkennen. Solch eine Untersuchung hätte nur Erfolg gehabt, wenn man unmittelbar nach der Tat die Zauberstäbe sämtlicher Schüler untersucht hätte.
Hermine würde niemals den Vorfall mit Andrew als glücklichen Zufall betiteln, jedoch war er es, welcher ihr am Ende dabei half den nächsten geheimen Raum eines Gründers zu finden. Auch wenn sie auf den Grund natürlich wirklich gerne verzichtet hätte. Als sie nach einem sehr langen und lernreichen Sonntag für das Abendessen von der Krankenschwester aus der Krankenstation geworfen wurden, sah sie aus dem Augenwinkel ein Flirren. Sie schob es auf ihre müden Augen vom Stundenlangen Lernen und erst ein paar Stunden später, als sie im Bett am einschlafen war, kam ihr in den Sinn, dass sie ja kurz vorher ihre Aura Sicht eingesetzt hatte um bei Andrew seinen Magiefluss im Körper anzusehen. Dennoch mass sie diesem Ereignis zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu viel Gewicht bei, zum einen gab es viele versteckte Räume in Hogwarts, zum anderen hatte weder die Magiesignatur von Ravenclaw studieren können, noch war sie sich sicher wie diejenige von Hufflepuff aussah.
Einen Zusammenhang würde sie erst drei Tage später machen können, als sie während des Kräuterkunde Unterricht zufällig ein Gespräch zwischen Professor Beery und einer Gryffindor Schülerin über da Gewächshaus mitbekommen hatte. Die Schüler mussten zum umtopfen der zuschnappenden Lilyen diese mit nach draussen nehmen, weil die fleischfressenden Pflanzen durch die direkte Sonnenstrahlen ruhiger waren. Der Professor hatte eine der Schülerin gerügt, sie solle vorsichtiger sein, wenn sie die die Töpfe aus dem Gewächshaus hinaustrage, da das Gebäude von Helga Hufflepuff selbst erbaut worden sei. Hermine hätte daraufhin fast ihren Topf fallen gelassen vor Überraschung. Sie hatte natürlich gewusst, dass Helga Hufflepuff für ihre Leidenschaft für Heilkräuter bekannt gewesen war und vielleicht hätte sie von selbst auf die Idee kommen sollen, dass diese die Gewächshäuser auf den Ländereien gebaut hatte.
Doch wenn sie ehrlich war, hatte sie nie geglaubt, dass die Gewächshäuser bereits vor so vielen Jahrhunderten erbaut worden waren, noch dass es sich dabei immer noch um die gleichen Gebäude handeln sollten, auch wenn sie zugeben musste, wenn sie sie nun mit denen aus ihrer Zeit verglich diese hier viel weniger Fenster hatten und ein grosser Teil des Gebäudes aus Lehm und Stein gebaut worden schien. Als der Unterricht zu Ende war blieb ihr leider keine Zeit sich näher damit auseinander zu setzten, da sie wie jeden Montag nach Kräuterkunde direkt danach Verwandlung im vierten Stock hatten. Hermine war erstaunt, wie viele der Löwen es auch nach so langer Zeit nicht schafften pünktlich zum Unterricht ihres Hauslehrers zu erscheinen. Wenn sie da an Professor McGonagall dachte, hätte sich das in ihrer Zeit höchstens die Weasley Zwillinge getraut.
Allerdings war nicht nur ihr aufgefallen, dass der Stellvertretende Schulleiter seit der Verhandlung von Gellert Grindelwald eher in sich gekehrt war, es fiel nicht direkt auf, da er immer noch sehr normal wirkte, wenn er jedoch während dem Unterricht glaubte, das er nicht beobachtet wurde, sah Hermine immer wieder, wie sein Blick in die Ferne glitt. Ausserdem hatte sie in ihrer Zeit viele Gelegenheite gehabt seinen vermeindlich unbekümmerten Gesichtsausdruck zu studieren, wenn er nicht wollte, dass die Schüler merkten dass etwas nicht stimmte. Hinzu kam, dass auch sie das Buch von Rita Kimmkorn nach Dumbledores Tod gelesen hatte. Nicht dass sie diesen Käfer als gute Autorin oder das Schandwerk "Leben und Lügen des Albus Dumbledore" als gute Lektüre beschimpfen würde, allerdings lagen zwischen all den Falschaussagen und den Übertreibungen, zu der die Blonde Schreiberin tendierte, immer ein Fünkchen Wahrheit und Hermine glaubte, dass gerade die Geschichten über den jungen Grindelwald und Dumbledore so eine dieser Wahrheiten war.
Was auch immer es war, die Slytherins hatten andere Probleme als sich mit dem Gemütszustand eines ihnen nicht nahestehenden Lehrers zu beschäftigen und sie genossen es alle, dass die Unterrichtsstunden im Moment ruhig abliefen. Nach dem Verwandlungsunterricht, machte sich Hermine erneut auf den Weg zu den Gewächshäusern, während ihre Freunde sich mit Proviant aus der Küche auf den Weg in den Krankenflügel machten. Sie hatte ihnen erzählt, sie wollte sich kurz mit Hagrid treffen und war daher froh, den Halbriesen auf ihrem Weg zu ihrem eigentlichen Ziel anzutreffen. Sie mochte es nicht sie zu belügen, insbesondere Tom, gerade weil dieser es immer spürte wenn sie sich von ihnen abkapseln wollte und sie ihm nicht das Gefühl geben wollte, es hänge mit ihm, beziehungsweise Lord Voldemort zusammen.
Während sie also Hagrids ausschweiffenden Erzählungen darüber lauschte, wie dieser sich im Augenblick um die Bowtruckel im dunklen Wald kümmerte, welche aus ihrem Winterschlaf erwachten und wie schwierig er es fand für diese kleinen Zweigwesen genügend Insekten zu fangen, konzentrierte sich die Braunhaarige auf ihre Augen und liess ihre Magie durch sie hindurchfließen. Als die Gewächshäuser in Sicht kamen erstrahlten diese sogleich in einem schillernden Gelb Pink, sie liess sich nichts anmerken und schlenderte näher um es sich genauer an zu sehen. Schnell fiel ihr auf, dass die Gewächshäuser aus mehreren Magiesignaturen bestand, der Unterbau, alles aus Stein war in ein sattes, sanft wirkendes Gelb getauch, welches mit saftigen weissen Efeuranken durchzogen war und die grossen Glasfenster, welche in scharfen Kontrast in einem tiefen Pink dagegen strahlten und ein Muster aus Zweigen mit kleinen runden Blättern in einem tiefen schwarz.
Es schien, dass die Gewächshäuser zu einem späteren Zeitpunkt von jemand anderem umgebaut worden zu sein, wahrscheinlich da sich die Art dieser Häuser in den Jahrhunderten auch geändert hatten. Hermine war sich sicher, dass die warme und sanfte gelbe Magie Signatur diejenige sein musste, welche Helga Hufflepuff gehören musste. Die Farbe passte zu der fröhlichen und warmherzigen Person, welche Hermine in den Erinnerungen von Tom kennengelernt hatte. Sie prägte sich die Farbe und das Muster genau ein und verabschiedete sich danach von Hagrid um zurück ins Schloss zu gehen. Sie beschloss für sich, dass sie bald wieder eine Tasse Tee mit dem Halbriesen trinken musste, sie hatte ihn in der letzten Zeit einfach zu wenig gesehen.
Als sie zurück zum Krankenflügel kam fiel ihr wieder das Flackern im Augenwinkel auf und dieses Mal erkannte sie deutlich das vorhin so sorgfältig studierte gelb. Da sie allerdings bereits zu lange von ihren Freunden getrennt war, ging sie zuerst zu ihnen, damit diese nicht noch Verdacht schöpften. Sie würde später in einer ruhigen Minuten alleine hier her kommen und sich überzeugen, dass es sich bei dem Flackern wirklich um die Signatur von Helga Hufflepuff und vielleicht sogar wirklich um ihren geheimen Raum handelte.
Die Gelegenheit kam wenige Tag später, Sac war am Vorabend aus dem Krankenflügel entlassen worden und sie hatten bis spät in die Nacht seine Entlassung gefeiert, nun schliefen alle solange wie möglich,bevor der Unterricht begann, ausser Tom, welcher eine Sitzung mit dem Schülerrat hatte. Hermine blieb so etwas mehr als eine Stunde, bevor der Unterricht beginnen würde, auch wenn sie leider auf das Frühstück würde verzichten müssen. In diesen frühen Stunden waren kaum andere Schüler an zu treffen, besonders auf dem Weg vom Kerker in den ersten Stock und so kam sie unbehelligt vor dem Krankenflügel an. Da auch in diesem kein Licht brannte, ging sie davon aus, dass auch Madam Belton noch nicht wach war, dennoch schlich sie leise weiter und blieb dann vor der Wand neben dem Krankenflügel stehen. Sie benötigte mittlerweile nur einen Moment um die Aura Sicht in ihren Augen einzusetzen und die Magie um sich herum zu sehen.
Kurz flackerte es in dem bekannten schwarz weissen Muster um sie herum, bevor dann alles wie durch Aquarell übermalt wurde. Sogleich sah sie das bereits gesuchte warme Gelb mit den weissen Efeuranken, mit einem Lächeln fuhr sie eine Ranke nach und suchte nach einer Klinke in der Wand. Als sie sie fand atmete sie noch einmal kurz tief ein, bevor sie sie hinunter drückte und zur Sicherheit direkt eintrat. Auch wenn es nicht der geheime Raum sein sollte, war die Stelle zu öffentlich um lange auf dem Gang dort zu verweilen. Leise schloss sie die Tür hinter sich und drehte sich dann zum Innern des Raumes um.
Wie auch bereits bei dem Raum von Ric, war sie sich ziemlich schnell sicher, dass dies der geheime Raum war, jedoch warf er etwa ebenso viele Fragen auf, wie der fast leere Raum des Gründers vorher. Was ihr auffiel war, dass auch hier eher wenig Staub herum lag, es war mehr als beim Raum von Godric, doch bedeutend weniger als bei Salazar. Zwar tanzten Staubkörner durch den Raum und waren durch die grossen Lichteinlassenden Fenster auf der gegenüberliegenden Seite gut erkennbar, auch einzelne grosse Spinnennetze spannten sich durch den Raum und über verschiedene Holzgebilde und unförmige Haufen, deren Sinn sie erst bei zweiter Betrachtung erkannte und noch mehr Fragen in ihr auslösten. Sie erkannte mehrere Spinnräder und zwei grosse Webstühle, die unförmigen Haufen waren Säcke und als sie in einen hinein sah erkannte Stoffe darin, beim nächsten hätte sie jedoch fast laut aufgeschrien, als ein paar grosse Augen sie daraus anstarrten. Sie benötigte mehrere Sekunden, in denen sie dachte, ihr Herz bleibe stehen, bevor sie erkannte, dass es eine sehr groteste Nachbildung eines Hauselfen in Lebensgrösse aus Stoff war.
Ihre Lumos Kugel flog durch den Raum und in die letzten Dunklen Ecken, hunderte Knopfaugen spiegelten das Licht zurück und sie fühlte sich an die Puppensammlung ihrer Grosstante Margarete erinnert, welche ihr ganzes Haus mit verschiedenen Porzellanpuppen vollgestopft hatte. Hermine entdeckte zahllose verschiedene Puppen aus Stoff, manchen waren an magischen Tieren angelehnt wie die Drachen, Niffler oder geflügelten Pferden. Andere passten in beide Welten wie die Löwen, Schlangen oder Hunde. Es gab allerdings auch solche welche sie nicht ganz verstand wie Karotten mit Augen, oder Alraunen und sogar ein Buch aus Stoff. Manche sorgfältig gearbeitet,mit kleinen fast unsichtbaren Stichen, Andere wild zusammengewürfelt aus verschieden farbigen Stoffstücken. Als sie sich weiter durch den Raum bewegte, sah sie auch einige Kleidungsstücke und grosse Kissen, über und über mit verschiedenen Stoffstücken vernäht und in unterschiedlichen Grössen. Bei jedem neuen Gegenstand, welchen sie fand, hatte sie zehn neue Fragen, welche sich in ihrem Kopf bildeten.
Sie hielt gerade eine Puppe einer Alraune in den Händen und betrachtete das sorgfältig gestickte Gesicht, als eine Stimme sie vor Schreck zusammenfahren liess. -*Ich hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, dass du diesen Raum noch findest kleine Schlange. Es freut mich, dass es dir doch noch gelungen ist.*- Die Alraune flog mit einem grossen Bogen durch die Luft und wirbelte bei ihrem Aufprall eine Staubwolke auf, welche die junge Frau, welche hektisch atmete, husten liess. -*Nana, es würde Helga gar nicht gefallen, wenn sie sehen würde, wie du mit ihren Lieblingen umgehst. Sie hatte sich soviel Mühe mit ihnen gegeben.*- Erklang die Stimme Hogwarts in ihrem Kopf und sie beobachtete immer noch nach Luft ringend, wie die Stoff Alraune vom Boden hoch schwebte und sanft wieder auf dem Regal landete, wo sie sie vor kurzem herausgenommen hatte.
,,Entschuldige, es war keine Absicht. Du hast mich einfach erschrocken. Was ist das hier?" -*Ich dachte, dies sei offensichtlich, es ist der geheime Raum der Gründerin Helga Hufflepuff.*- Die junge Frau gab sich grosse Mühe, dem Reiz ihre Augen zu verdrehen nicht nach zu geben. Sie fragte sich, ob die Fähigkeit des Schlosses nie eine Frage ihrerseits wirklich zu beantworten, eine Eigenart des alten Gemäuers war oder einfach bewusste Schikane. Der Sprecher kam ihr zwar nicht bösartig vor, doch die Gespräche mit ihm liessen sie stets ratlos und frustriert zurück, irgendwie konnte dies doch kein Zufall mehr sein. "Das hatte ich vermutet, allerdings verstehe ich nicht ganz, was all diese Puppen und Kleidung hier sollen." Eine lange Zeit war es still und sie glaubte wie so oft keine Antwort zu erhalten, doch dann erklang die mittlerweile vertraute Stimme wieder in ihrem Geist.
-*Helga hat die meisten der Dinge hier genäht. Ich weiss nicht, ob es dir bekannt ist, in den Anfangsjahren meiner Entstehung, als der Grosse Rat noch jung und sein Einfluss klein war, erholte sich die Zaubererwelt von dem grossen Krieg der Wesen, welcher fast die gesamte Welt vernichtet hätte. Hogwarts war für eine sehr lange Zeit nicht nur eine Schule, sondern auch Zuflucht für viele Wesenskinderwaisen. Der Raum konnte auch nur von diesen Entdeckt werden, er diente auch als ihr Rückzugsort und nicht selten übernachteten sie in den Stoffhaufen. Helga hat ihnen Beigebracht zu Nähen und Kleidung herzustellen, damit sie sich nicht länger in Lumpen kleiden mussten. Die Puppen konnten zwar verlorene Familienmitglieder niemals ersetzen, doch gerade den jüngeren Kindern halfen sie in ihrer Trauer sehr. Und jedes dieser Kinder hinterliess bei seinem Abschluss sein Spielzeug den nachfolgenden Kindern, als einzige Hilfe die sie ihnen gewähren konnten. Irgendwann hatte sich die Zustände auf der Welt beruhigt, andere Schulen öffneten und es kamen nur noch selten Waisen hier her. Irgendwann, lange nach der Abreise von Helga, geriet dieser Raum in Vergessenheit.*-
Die Stille welche sich nach dieser langen Rede, die längste die sie je von ihm gehört hatte, wie sie glaubte, über den Raum legte, hatte zugleich etwas bedrückendes und doch tröstendes an sich. Als die junge Frau nun erneut durch den Raum sah, hatte sie kurz das Gefühl, einen Blick in eine längst vergangene Zeit zu erhaschen. Sie glaubte die kleinen verlorenen Kinder durch diesen hindurch huschen sehen zu können, wie sie sich um die Puppen kümmerten, wie sie einander beibrachten Löcher zu flicken, sich gegenseitig trösteten, gemeinsam Lieder sangen und inmitten dieses bunten, traurigen Haufens erstrahlte kurz Helga in einem hellen gelb, wie die Hoffnung und Geborgenheit selbst. Es war, als würde sie aus einem Traum erwachen, als sie das nächste Mal die Stimme des alten Gemäuers hörte.
-*Nun gut, genug der alten Geschichten, drei Räume hast du gefunden, fehlt nur noch einer kleine Schlange. Bitte versuche dich etwas zu beeilen, schliesslich liegt nach dieser Aufgabe eine weitere vor dir und das Schuljahr ist kurz. Es gibt noch viel zu tun, wenn du den sein solltest, für was du dich ausgibst*- Hermine konnte nichts darauf erwidern, die Eindrücke in diesem Raum hatten ihr die Kehle zugeschnürt. Ausserdem wusste sie auch, dass es nichts bringen würde, ihm mitzuteilen, dass sie keineswegs bei ihrer Suche trödelte. Sie war etwas erstaunt, dass ein Gebäude mit solch langer Lebensdauer dennoch einen so kurzen Geduldsfaden zu besitzen schien. Sie verabschiedete sich und ging direkt zum Klassenzimmer für Geschichte der Zauberei, hunger hatte sie nach diesem Erlebnis nicht und der Unterricht würde in wenigen Minuten beginnen.
Während der späteren Unterrichtsstunde Zauberkunst, welche sie mit den Hufflepuff zusammen hatte, kam sie nicht umhin über dieses oft unterschätzte Haus nach zu denken. In ihrer Zeit waren sie immer belächelt worden, es galt zwar nicht als Schande Hufflepuff zu sein, jedoch gab es nicht Wenige, welche auf keinen Fall dort hin wollte. Sie schämte sich, dass sie selbst sich nie mit ihnen auseinander gesetzt hatte, obwohl sie es doch besser wissen müsste. Schliesslich war Scamander auch ein Hufflepuff gewesen und beim Trimagischen Turnier in ihrer Schulzeit war Hogwarts schliesslich durch einen Hufflepuff vertreten worden. Einem grossartigen, liebenswerten und sehr klugen Hufflepuff. Sie schwor sich stumm, diesen Fehler nie wieder zu begehen und versuchte noch in dieser Stunde ein unbedeutendes, doch freundschaftliches Gespräch mit Irma Birnbaum, welche am Tisch neben ihr sass, zu beginnen. Sie würde zwar ihre Fehler aus der Vergangenheit nicht mehr ändern können, doch sie solle verdammt sein, wenn sie weiterhin so ignorant durchs Leben ging.
