Alejandro hatte beschlossen, nicht den direkten Weg zu nehmen, sondern einen Bogen zu reiten. Sollte jemand ihn – also Zorro – von weitem herannahmen sehen, so würde er keine Rückschlüsse auf das Versteck ziehen können. Vielleicht war diese Furcht etwas übertrieben, aber er würde alles tun, um seinen Sohn zu schützen und das Geheimnis zu wahren.
Weiter hatte er beschlossen, zunächst in gemächlichem Tempo zu reiten, auch wenn es ihm schwerfiel. Er ritt Toronado zwar nicht das erste Mal – trotzdem blieb die Tatsache, dass es nicht sein, sondern das Pferd seines Sohnes war. Der Hengst zeigte sich zahm und folgte willig Alejandros Anweisungen, ganz so, als wüsste er, dass diese Aktion zum Wohle Diegos geschah – es blieb jedoch die Tatsache, dass das Tier nicht im klassischen Sinne gezähmt war und dazu noch ein äußerst feuriges Temperament hatte. Sollte Toronado ihn abwerfen und davongaloppieren, war alles verloren. Der alte Don konnte nur hoffen, dass sich das Pferd während ihres Rittes an ihn gewöhnte, so dass er ihm während der anstehenden Flucht die Sporen geben konnte. Alejandro ging fest davon aus, dass er vor den Soldaten flüchten musste, sobald er sie davon überzeugt hatte, dem echten Zorro gegenüberzustehen.
Dazu war es notwendig, das Verhalten des Banditen nachzuahmen, so gut es eben ging. Etwas, was ihm nicht einfach fallen würde, denn diesmal wusste er – im Gegensatz zu damals – dass er eben gerade NICHT der echte Zorro war. Um glaubwürdig zu wirken, würde er zumal noch mit Victoria flirten müssen, was sich angesichts dessen, dass er sie als seine zukünftige Schwiegertochter ansah, mehr als nur seltsam anfühlte.
Die Reitstiefel seines Sohnes drücken, und doch waren sie ihm viel zu groß*.
Innerlich seufzend ritt er entschlossen weiter. Hoffentlich hatten der Umweg und sein langsames Reittempo nicht zu viel Zeit gekostet und Diego in Gefahr gebracht. Glücklicherweise war die Hacienda schon in Sichtweite.
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*Bezieht sich auf die Redensart „Die Schuhe sind einem viel zu groß" die bedeutet, dass man sich zu viel vorgenommen hat oder jemanden nacheifern möchte, dies aber nicht schafft, da die Voraussetzungen nicht vorliegen.
