Er saß auf dem Rücken des prächtigsten Pferdes in Kalifornien; in seiner rechten Hand lag eine perfekt geschmiedete und wohl ausbalancierte Waffe; bei nicht wenigen Soldaten sah er Zögern und die Angst, sich ihrer Nemesis zu stellen.

Die Versuchung Don Alejandros war groß, sich in diesen Kampf zu stürzen.

Es siegte jedoch seine Vernunft. Er durfte Zorros Geheimnis und damit auch das Leben seines Sohnes nicht in Gefahr bringen. Bedauernd ließ er die Klinge in den Schaft zurückgleiten und zwang sich, Toronados Zügel anzuziehen in der Absicht, das Pferd wenden zu lassen und sich aus dem Staub zu machen.

Der Hengst schnaubte unwillig. Vielleicht lag es am ungewohnten Reiter, vielleicht hatte der alte Vega in seinem Eifer die Zügel zu fest angezogen – auf jeden Fall weigerte sich das Tier, dem Befehl Folge zu leisten. Stattdessen blieb es stehen und scharrte nervös mit seinem rechten vorderen Huf.

Eine schnelle, reibungslose Flucht war dadurch unmöglich geworden.

Alejandro fluchte innerlich. Würde er nun doch kämpfen müssen?

Seine Entscheidung wurde ihm abgenommen, da plötzlich etwas von hinten angeflogen kam und kurz vor den Soldaten zischend auf den Boden landete. Es handelte sich um eine etwa faustgroße Kugel, wie er verwundert feststellte.

Zu seiner Überraschung begann diese nun, furchtbar zu qualmen und zu stinken. Gleichzeitig wurden weitere dieser geheimnisvollen Kugeln geworfen, so dass der Rauch von Sekunde zu Sekunde dichter und dichter wurde.

„Das ist ein Trick! Wir müssen…", rief einer der Soldaten, ehe ein Hustenanfall seine Rede unterbrach. Der Qualm behinderte nicht nur die Sicht, sondern führte auch zu einem Chaos unter den Männern, die sich hustend im Wege standen und sich unabsichtlich anrempelten und behinderten. Sicher hielten sich einige auch einfach zurück und hofften, nicht mit dem maskierten Outlaw kämpfen zu müssen.

Alejandro war erleichtert, dass der Wind in seinem Rücken war und er dadurch nur wenig von dem beißendem Geruch abbekam Erst jetzt nahm er Felipe wahr, der von hinten auf ihn zugeeilt kam. Eine weitere dieser Rauchbomben in seiner Hand entlarvten ihn als Urheber dieses Durcheinanders.

Ein Durcheinander, das ihm gerade vermutlich das Leben rettete oder zumindest die Flucht ermöglichen konnte.

Der Junge hatte sich vorher offensichtlich hinter einer Mauer versteckt und von dort gut platziert diese Bomben geworfen. Der Teenager mahnte ihn nun mit seinen Fingerbewegungen zur Eile. Alejandro vermutete, dass der Raucheffekt schon bald nachlassen würde.

Toronado war überraschend ruhig geblieben. Diego musste sein Tier auf solche Situationen vorbereitet und an diese qualmenden Kugeln gewöhnt haben.

Der alte Caballero versuchte daher erneut, das Pferd mithilfe der Zügel in eine andere Richtung zu lenken. Erleichtert bemerkte er, dass sich Toronado diesmal nicht sträubte und seinen Anweisungen folge leistete.

Hastig trieb er den Hengst an und galoppierte in die andere Richtung davon. Da der Rauch die Sicht für die Soldaten noch immer behinderte, nahm er den direkten Weg zur Höhle. Es blieb nur zu hoffen, dass er heil dort ankommen würde und nicht vom Pferd fiel.