Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.

Autorin: madame. alexandra

Originaltitel: Babysitting

Beaufsichtigung

Es war ein besonders eintöniger, ereignisloser Tag – auf Hoth war eintönig und ereignislos gut, weil es bedeutete, dass die Basis immer noch unentdeckt geblieben war – aber die angenehme Eintönigkeit war gegen Mittag in Sterbenslangeweile umgeschlagen, weshalb Prinzessin Leia sich freute, als sie später am Abend eine Beschäftigung fand.

Trotz der Tatsache, dass es eine absolut absurde Art war, ihren Abend zu verbringen.

Sie saß oben auf der Rampe des Falken, ein wenig vor Blicken verborgen, und überwachte scharf den Ausgang, um Chewbaccas Bitte „bei Siths Gnade, lass Han nicht vom Schiff" nachzukommen. Bisher war es nicht schwer gewesen, diesen Auftrag zu erfüllen. Han hatte nur einmal versucht, das Schiff zu verlassen und trotz seines bedenklichen Zustandes hatte Leia ihn zum Stolpern gebracht.

Also war er im Moment in seiner Kabine und schmollte.

„Leia!"

Beim Klang von Lukes Stimme sah sie auf und lächelte. Als er die Rampe heraufkam, wurde er sich ihrer Position deutlich bewusst und schaute sie fragend an. Er verschränkte die Arme, spähte in das Schiff hinein und sah dann zu ihr herunter. Sie neigte den Kopf nach oben.

„Wie geht es den Tauntauns?", fragte sie. Luke hatte geholfen, sie mit Sätteln auszustatten – es hatte sich herausgestellt, dass sie es nicht wirklich mochten, wenn Menschen auf ihren bloßen Rücken aufstiegen.

„Gut", antwortete Luke. „Was machst du da?", erkundigte er sich amüsiert.

Er hörte und sah weder Han noch Chewie und er fand es seltsam, dass Leia so beiläufig den Falken bewachte. Zumindest hatte es ganz den Anschein, als würde sie das Schiff bewachen.

„Ich passe auf Han auf", erwiderte Leia unbekümmert.

Ungläubig legte Luke den Kopf schief.

„Du tust – was?", fragte er überrascht.

„Chewie will nicht, dass Han vom Schiff heruntergeht und in Schwierigkeiten gerät", erklärte sie.

Luke hielt einen Moment inne und schätzte dann, dass irgendetwas los sein musste – Han würde sich einer solchen Prozedur keinesfalls freiwillig unterwerfen. Er musste –

„Was stimmt nicht mit ihm?", erkundigte er sich vorsichtig.

„Er ist betrunken", entgegnete Leia.

Luke starrte sie an.

„Wie ist das passiert?", wollte er wissen.

„Er hat zu viel Alkohol getrunken."

Luke sah sie verärgert an.

„Ja – ich meine, es ist kein Geburtstag, oder? Die Dienstzeiten sind noch nicht vorbei, Leia", beschwerte sich Luke. „Er wird Ärger bekommen."

„Deswegen passe ich auf."

„Du hast zugestimmt, auf ihn aufzupassen, anstatt ihn zu melden?", fragte Luke skeptisch.

Leia sah leicht beleidigt aus und runzelte die Stirn. Sie betrachtete sich selbst nicht wirklich als Petze. Sie hatte stundenlange Folter ertragen, ohne auch nur ein Stück Information preiszugeben und sie wäre dankbar, wenn Luke sich daran erinnern würde.

„Es war eine Art Unfall", bemerkte Leia trocken.

Luke sah sich um, setzte sich ihr gegenüber und hob eine Augenbraue.

„Ich beiße ja schon an", erwiderte er. „Aber nur, weil Han wahrscheinlich der einzige Mensch ist, der sich aus Versehen betrinken kann – abgesehen von dir."

Gereizt sah Leia ihn mit offenem Mund an.

„Warum steckst du mich mit ihm in eine Schublade?!"

„Han ist ein Typ, der denkt, er kann damit umgehen und plötzlich viel zu viel trinkt, und du trinkst nie etwas", erklärte Luke schlicht. „Ihr bewegt euch an zwei komplett entgegengesetzten Seiten des Spektrums, was in der Regel dieselbe Schublade bedeutet."

Leia errötete leicht, fasziniert von dem Konzept – und speicherte es ab, um später darüber nachzudenken. Sie seufzte schwer, beugte sich nach vorne und streckte die Hände aus.

„Er hat mit der Renegaten-Staffel zu Abend gegessen", begann sie.

Luke stöhnte auf.

Die hatten alle vor zwei Stunden dienstfrei", bemerkte sie. „Laut Chewie – und Han, soweit ich es verstehen konnte", schnaubte sie, „hatte er ein paar Drinks mit ihnen, weil er so viel verträgt", zitierte Leia. „Aber er hatte vergessen, dass er heute Nachmittag eine doppelte Dosis Erkältungstabletten genommen hat."

Luke schüttelte ungläubig den Kopf.

„Offensichtlich reagiert der Alkohol in Kombination mit den Tabletten – ungewöhnlich."

„Lallt er sehr schlimm?", fragte Luke schnaubend.

„An sich lallt er nicht", antwortete Leia gelassen. „Vor allem spricht er Corellianisch und versucht, auf Shyriiwook zu singen."

„Wirklich?!"

„Chewie hat mich gebeten, ihn an Bord zu halten."

„Warum kann Chewie das nicht machen?"

„Chewie repariert etwas, das Betrunkener Han kaputtgemacht hat", sagte Leia leichthin.

Luke fluchte leise und grinste.

„Hast du Spaß mit Betrunkenem Han?", neckte er sie.

„Ich habe Betrunkenen Han schon einmal getroffen", erwiderte Leia trocken. Sie machte eine Pause und legte nachdenklich den Kopf schief. „Ich denke, er ist eher – ähm, durchgeknallt als betrunken", entschied sie.

„Erzähl mir alles", verlangte Luke.

Leia betrachtete ihn für einen Moment.

„Nun, es ist nichts Anstößiges", stellte sie klar. „Die meiste Zeit vergisst er, wo er ist oder was er tut. Obwohl ich denke, mittlerweile weiß er, dass er nicht gehen darf. Vor zwanzig Minuten wollte er jemanden namens Lando für ein Sabacc-Spiel finden."

„Wie hast du ihn aufgehalten?"

„Ich habe ihm ein Bein gestellt."

„Leia!"

Ihre Augen weiteten sich unschuldig.

„Was sonst hätte ich tun sollen?", fragte sie ernst. „Er ist doppelt so groß wie ich. Hebelwirkung ist Hebelwirkung!"

Luke versuchte, streng auszusehen – Han ganz oben auf der Rampe zum Stolpern zu bringen! Er hätte herunterfallen könne, er hätte –

„Was hat er getan?"

„Er ist hingefallen, ziemlich hart aufs Deck geknallt und hat sich dann umgedreht und mich angesehen, als hätte ich sein Haustier getötet. Danach", erzählte sie dramatisch, „ist er aufgestanden, hat mir gesagt, ich sei eifersüchtig und hat sich in seiner Kabine eingeschlossen."

„Eifersüchtig worauf?", kicherte Luke.

Leia zuckte die Achseln. Sie fühlte sich ein bisschen schlecht – Han war wirklich hart auf dem Boden aufgeschlagen und hatte ziemlich beleidigt ausgesehen, weil sie ihn aufhielt. Aber er hatte sie auch zweimal Malla genannt und sie begann, einen kleinen Komplex zu entwickeln, weil er sie mit Chewies Frau verwechselte.

„Wie lange ist er schon in seiner Kabine?", erkundigte sich Luke.

„Eine ganze Weile."

Luke hob eine Braue.

„Sollen wir nach ihm sehen?"

„Ich habe darüber nachgedacht", erwiderte Leia mit einer Grimasse, „aber warum sollten wir ihn aufregen?"

Luke lachte – sie sprach über ihn, als wäre er ein wildes Tier einer ungezähmten Spezies. Leia lächelte ihn gutmütig an und zuckte die Achseln. Abgesehen von einigen wenigen Gesprächsfetzen, die aus dem Hangar zu ihnen herüberdrangen, herrschte eine angenehme Stille. Dann rappelte Luke sich auf und klopfte seine Hände ab.

„Ich will das sehen", verkündete er.

Leia verdrehte die Augen, winkte mit der Hand und bedeutete ihm zu gehen. Lieber er als sie – ein Grund, warum sie nicht nach Han gesehen hatte, bestand darin, dass ein kleiner Teil von ihr Angst hatte, dass er etwas mit ihr versuchen würde oder dass er in seiner Benommenheit alle seine Kleider ausgezogen hatte. Er befand sich wirklich in einem seltsamen Gemütszustand. Einige Augenblicke später erschien Luke mit einem gequälten Ausdruck auf dem Gesicht. Alarmiert lehnte Leia sich nach vorne.

„Was ist los?"

Luke hielt die Hände hoch.

„Er ist – ähm – ", plötzlich sah sein Ausdruck amüsiert aus und sie erkannte, dass Luke nicht verärgert war, sondern versuchte, nicht zu lachen.

Was?", fragte Leia und sprang auf – sie hatte Chewie versichert, sie würde ihn auf dem Schiff und von Ärger fernhalten! Wenn er noch etwas anderes kaputtgemacht hatte, weil er glaubte, es auszubessern –!

„Er steckt in Chewies Hängematte fest", brachte Luke heraus und versuchte, sein Gelächter zu unterdrücken.

Leias Augen weiteten sich. Sie starrte ihn für einen Moment an und schoss dann mit zusammengebissenen Zähnen an ihm vorbei – sie hatte noch nicht einmal in Betracht gezogen, dass Han, desorientiert wie er war, denken könnte, es sei eine lustige Idee, in der geliebten Hängematte des Wookiees ein Schläfchen zu halten. Leise vor sich hin murmelnd stürmte sie in die Mannschaftsquartiere – wie sehr steckte er fest und konnte sie ihn herausholen, bevor ein ziemlich missgelaunter Chewbacca ihn entdeckte?

Irgendwie hatte sich die Hängematte so verheddert, dass sie Han fesselte, und er starrte sie mit einem fassungslosen, glasigen Ausdruck in den Augen an. Erfolglos trat er um sich, um ihr dann einen bemitleidenswerten Blick zuzuwerfen.

„Hilfe", sagte er verloren.

Leia kam langsam näher und überblickte die Szene, die sich ihr bot. Träge spazierte Luke hinter ihr hinein und lehnte sich gegen die Tür. Er bedeckte seinen Mund und gab ein schnaubendes Lachen von sich; Han funkelte ihn halbherzig an, während Leia sich an den gewebten Seilen der Hängematte zu schaffen machte.

„Wie hast du das geschafft?", verlangte sie zu wissen.

„Es ist nicht meine Schuld", jammerte Han. „Mein Fuß ist stecken geblieben."

„Aber warum bist du überhaupt da drin?", fuhr Leia fort. Sie stemmte die Hände in die Hüften. „Das ist nicht dein Bett!"

„Nicht?"

Bist du ein Wookiee?"

Han blinzelte sie vage an. Seine Stirn runzelte sich.

„Nein", erwiderte er beleidigt.

Leia sah ihn scharf an und griff wieder nach den Seilen.

„Ich könnte ihn einfach losschneiden", bot Luke an und fingerte an seinem Lichtschwert herum.

„NEIN!", schrie Leia. „Chewbacca würde durchdrehen", murmelte sie dann.

Für einen Augenblick beäugte sie das Durcheinander, dann stellte sie sich auf die Zehenspitzen und streckte die Hand aus. Sie schob einen von Hans Stiefeln durch eine Schlaufe und zog mit der freien Hand an der Hängematte. Dann griff sie nach einem Ende und versuchte, es ein wenig zu schütteln, um ihn vielleicht dazu zu bewegen, sich selbst herauszuwinden, allerdings riss er seinen Fuß ein wenig zu fest zurück, was dazu führte, dass die Hängematte sich überschlug und ihn kurzerhand zu Boden beförderte.

Leias Lippen öffneten sich überrascht, als Hans Kopf gegen die Koje krachte, über der die Hängematte befestigt war. Luke zuckte bei dem Geräusch zusammen, das in der Kabine widerhallte und Chewie brüllte von irgendwoher eine Frage. Luke erblasste.

„Ich werde ihn ablenken", bot er an und schob sich durch die Tür.

Leia beugte sich zur Koje, schob unbeholfen die Hängematte zur Seite und duckte sich darunter. Han, der seinen Kopf mit den Händen bedeckte, rollte sich auf den Rücken und zog die Knie an. Er stöhnte kläglich und öffnete dann ein Auge.

„Das ist das zweite Mal, dass du mich heute umgeworfen hast", knurrte er leise.

Sie senkte den Kopf, um ihn sich nicht an der niedrigen Decke der Koje zu stoßen und griff nach seiner Hand. Geräuschvoll atmete sie ein – die Verletzung war nicht schlimm, es waren eher Kratzer und Prellungen als eine offene Wunde. Sie legte ihre Finger darauf.

„Dieses Mal war es deine eigene Schuld", teilte sie ihm mit, während sie seinen Kopf untersuchte.

Hans Hände fielen zu seinen Seiten herunter; seine Augen folgten ihr, als sie die Beule betrachtete.

„Wie soll ich das dem Kommando erklären?" meckerte Leia. „Sie haben wegen deiner anmaßenden Haltung ohnehin schon ein Problem mit dir."

„Sag ihnen, dass du mich geschlagen hast."

„Ich habe dich nicht geschlagen, Han, du bist aus einer Wookiee-Hängematte gefallen."

„Es wäre mir wirklich lieber, wenn du ihnen sagen würdest, dass du mich geschlagen hast", entgegnete er trocken.

Leia dachte einen Moment darüber nach und lächelte dann. Er erwiderte ihr Lächeln mit einem schiefen Grinsen.

„Also gut", stimmte sie zu. „Wie lautet die Hintergrundgeschichte?"

„Hm?"

„Warum habe ich dich geschlagen?", wollte sie wissen. „Damit ich die Lüge bestätigen kann."

Mit leicht geöffnetem Mund dachte er darüber nach. Dann grinste er sie an.

„Du hast mich geschlagen, weil ich so – so", er stockte, „süß bin."

Leia unterdrückte ein Kichern – süß? Wenn sie nur genug Nerven hätte, ihn in betrunkenem Zustand aufzunehmen, würde ihr das einiges an Erpressungsmaterial einbringen, aber obwohl sie das Wort süß vorher nie mit dem Schmuggler in Verbindung gebracht hätte, war er in seinem aktuellen Zustand fast –

„Du bist hübsch", flüsterte er ihr geheimnistuerisch zu.

hinreißend.

„Danke", wisperte Leia im selben Ton zurück. „Warum gehst du nicht und legst dich in dein eigenes Bett, Han?", schlug sie vor.

Sanft rüttelte sie an seiner Schulter und er setzte sich auf und rieb sich den Kiefer. Als sein Kopf anfing zu pochen, zuckte er zusammen und blinzelte – er fühlte sich benommen und überhaupt nicht klar im Kopf und konnte sich nicht genau daran erinnern, warum – oder warum ausgerechnet Leia sich um ihn kümmerte.

„Bin ich krank?", fragte er.

Leia zögerte.

„Naja, etwas stimmt definitiv nicht mit dir", scherzte sie.

Han wich zurück und sah sie – naja, um es einfach auszudrücken – schmollend an.

„Du bist gemein zu mir", informierte er sie ernst.

Leia versuchte, nicht zu lachen und setzte einen zerknirschten Gesichtsausdruck auf – für einen Moment hatte sie einen Eindruck davon bekomme, wie Han als kleines Kind ausgesehen haben musste und sie fragte sich, ob seine Eltern angesichts dieses charmanten, gekränkten Ausdrucks überhaupt dazu imstande gewesen waren, ihn zu bestrafen.

„Es tut mir leid", sagte Leia. „Es ist nur zu deinem Besten."

Han schaute sie misstrauisch an. Dann wanderte sein Blick über ihre Schulter und er legte den Kopf schief.

„Wedge!", grüßte er munter.

[Nein, das ist Luke, du Idiot], knurrte Chewie ungeduldig, der mit Luke an seiner Seite erschienen war.

Han runzelte bestürzt die Stirn. Leia wich zurück und verschränkte die Arme.

„Das mit der Hängematte tut mir leid, Chewie", sagte sie schuldbewusst. „Ich dachte, er wäre sicher in seiner Kabine."

[Warum nimmst du ihn nicht mit auf dein Zimmer und hältst ihn mir vom Leib?], grummelte Chewie.

Leia blinzelte ihn verständnislos an.

„Er hat gesagt", begann Han gähnend, „dass ich mit auf dein Zimmer gehen und dort schlafen soll."

Geschockt sah Leia zwischen ihnen hin und her. Han zuckte verwirrt die Achseln. Luke starrte den Wookiee böse an.

„Ich kann ihn nicht quer durch die Basis führen; irgendjemand wird auf jeden Fall merken, dass etwas nicht stimmt", argumentierte Leia.

[Ich kann auf dem Schiff nichts erledigen, wenn ich jede seiner Bewegungen überwachen muss! Der einzige Grund, warum ich dich gefragt habe, ob du mir hilfst, ist, weil er nicht aufgehört hat, von dir zu sprechen!]

„Was hat er gesagt?", fragte Leia Han gereizt – das letzte Mal war 3PO da gewesen, um zu dolmetschen.

Han konzentrierte sich. Er sah verwirrt aus und übersetzte dann:

„Du musst bleiben, weil ich die ganze Zeit nach dir gefragt habe." Plötzlich sah er seinen Co-Piloten empört an. „Das habe ich nicht!"

[Wo ist Leia, ich will Leia – Leia, Leia, Leia!] Chewies Brüllen war weiterhin zu hören, als er den Flur hinunterging und sich entfernte. Luke sah die beiden verlegen an.

Leia schaute einen Moment hinunter auf ihre Füße und seufzte dann. Han lehnte sich gegen die Wand und sackte zusammen.

„Wenn mich jemand braucht, sag ihnen einfach, Captain Solo hat auf dem Schiff meine Hilfe benötigt", sagte sie. „Irgendetwas in einem kleinen Raum, in den nur ich hineinpasse oder etwas in der Art."

„Was machst du jetzt?", fragte Luke.

„Ich bleibe hier bei ihm", entschied Leia, „bis er seinen Rausch ausgeschlafen hat."

Luke zog die Augenbrauen nach oben, schüttelte den Kopf und wandte sich zum Gehen. Er schleifte mit den Füßen über den Boden und machte sich nicht die Mühe, die Kabinentür zu schließen. Leia spürte eine leichte Feindseligkeit von ihm ausgehen. Sie runzelte ein wenig die Stirn – wann würde dieser Junge über seine Schwärmerei für sie hinwegkommen? Für sie war er Familie, wie ein Bruder – warum spürte er das nicht auch?

Dem Eingang den Rücken zuwendend, setzte sie sich auf die Koje, streckte die Hand aus und berührte Hans Schläfe.

„Lass mich etwas Bacta dafür besorgen", schlug sie vor.

Han machte ein unverbindliches Geräusch in seiner Kehle und blinzelte sie müde an, seine Sicht war offensichtlich ein wenig verschwommen. Er lehnte sich nach vorne und legte den Kopf auf ihre Schulter, während er die schweren Lider schloss. Sein Kiefer war warm und seine Haare kitzelten an ihrem Hals. Überrascht rückte sie ein wenig zur Seite.

„Träume ich?", fragte er nach einem Augenblick, immer noch mit dem Medikamenten- und Alkoholcocktail ringend. Leia lächelte ein wenig. Sie legte ihre Hand auf seinen Kopf und fuhr mit den Fingern durch seine Haare.

„Ja", neckte sie ihn sanft.

Er bewegte leicht seinen Kopf und blinzelte, dann seufzte er zufrieden.

„Weck mich nicht auf", befahl er bestimmt.

Leia presste die Lippen zusammen – sie hatte einen Scherz erwartet, irgendetwas darüber, dass sie nackt wäre, wenn es sich wirklich um einen Traum handeln würde, aber es kam nichts. Stattdessen wurde sein Atem auf wundersame Weise ruhiger, sogar in dieser absurd unbequemen Position.

Trotzdem bewegte sie ihn nicht. Wenn seine Träume so unschuldig waren, dass sie aus seinem Kopf auf ihrer Schulter bestanden, würde sie ihn nicht darin stören.