Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.
Autorin: madame. alexandra
Originaltitel: Scars
Narben
Ihr Atem war so sanft und ruhig, dass er dachte, sie sei eingeschlafen. Er überlegte, ob er aufstehen sollte, um einige Arbeiten am Falken zu erledigen, ohne sie aufzuwecken, als sie ihren Kopf von seiner Schulter hob und auf das Kissen legte, während ihre Hand von seinem Bauch zu seinen Rippen glitt.
„Han?", fragte Leia leise.
Er wandte den Kopf, um sie erwartungsvoll anzusehen.
„Kann ich dich etwas fragen?"
Sie rückte näher, ihre Hand fuhr über seine Seite und ihre Fingerspitzen wanderten über die Ränder eines rauen Fleckens Haut, den sie zuvor bemerkt hatte. Er trug ähnliche Unvollkommenheiten am ganzen Körper – am Kinn, an der linken Schulter und am Oberschenkel. Er dachte einen Moment nach, fragte sich, was kommen würde, und nickte.
„Woher hast du das?", erkundigte sie sich, ihre Finger hielten an seinen Rippen inne und drückten sich leicht an die Narbe, damit er wusste, wovon sie sprach.
Sie war ihr bei den seltenen Gelegenheiten aufgefallen, wenn sie ihn ohne Hemd gesehen hatte, früher, bevor sie angefangen hatte, nackt mit ihm in Betten zu liegen. Es hatte sie immer neugierig gemacht – und jetzt so viele weitere Narben an ihm zu sehen, Narben wie die an seinem Bein, die sie ohne ihre kürzlich entstandene Intimität niemals zu Gesicht bekommen hätte, weckten in ihr ein tieferes Interesse daran, wer er war.
Er schaute hinunter und neigte den Kopf, um zu sehen, auf welche sie deutete – da war noch eine kleinere Narbe tiefer an seiner Hüfte, wenn er sich korrekt erinnerte. Er hob die Hand, um einen Moment lang über die Narbe zu reiben, seine Finger stupsten ihre weg, dann räusperte er sich.
„Sie stammt von einer Vibroklinge", antwortete er.
„Sie wirkt…schaurig", bemerkte sie leise, während ihre Finger den Umriss nachzeichneten.
Er zuckte die Achseln.
„Das war es auch", erwiderte er trocken. „Es hat höllisch wehgetan und ewig gedauert, bis es abgeheilt war."
„Was ist passiert?"
Er verzog leicht das Gesicht und hob dann eine Augenbraue.
„Willst du das wirklich wissen?", fragte er.
Er klang ein bisschen verlegen und sie schob einen Arm angewinkelt unter ihren Kopf und benutzte ihren Ellenbogen als Kissen. Dann nickte sie, viel zu neugierig, um jetzt zurückhaltend zu sein.
„Ich, ah, wurde beschuldigt, bei einem Sabacc-Turnier mit sehr hohen Einsätzen geschummelt zu haben", entgegnete er langsam. „Barabel mögen es nicht, wenn man unfair spielt."
„Barabel mögen gar nichts", merkte Leia an. „Hast du geschummelt?"
Han machte eine Pause.
„Das hängt davon ab, in welchem System du dich befindest."
„Welch eine entsetzlich diplomatische Antwort."
„Hey, du färbst auf mich ab, Hoheit", neckte er sie. Er drehte sich auf die Seite und zog sie näher an sich, indem er ihr den Arm um die Taille legte. „Wortwörtlich", fügte er hinzu und beugte sich vor, um sie zu küssen.
Sie bewegte ihre Hand von der Narbe an seinen Rippen zu der an seinem Bein und ihre Berührung sandte Schauer durch sein Rückgrat, angenehme Schauer. Als er sich von ihr löste und seine Lippen zu ihrem Hals gleiten ließ, drückte sie ihre Finger gegen die Narbe.
„Diese hier?", flüsterte sie in sein Ohr.
Er zog den Kopf zurück und dachte einen Moment lang nach.
„Du erinnerst dich nicht?", fragte sie mit zusammengepressten Lippen, fast amüsiert.
„Ich war in ziemlich viele Kämpfe verwickelt, Prinzessin", gab er zurück. „Viele üble Situationen."
„Wie viele davon hast du provoziert?", forderte sie ihn heraus.
Er grinste charmant.
„Sie stammt von einem Gaffi-Stab", teilte er ihr mit. „Eine beliebte Waffe auf Tatooine."
„Lukes Heimat", murmelte Leia.
„Mein altes Revier."
„Das Territorium der Hutten", erinnerte sie sich. Sie schürzte die Lippen. „Hast du damals auch jemanden betrogen?"
Er lachte und schüttelte den Kopf.
„Tusken handeln mit menschlichen Sklaven", sagte er. „Ich wollte nicht lebendig mitgenommen werden."
„Luke hat mir erzählt, dass Menschen selten gegen diese Dinger gewinnen."
„Nun ja, die meisten Menschen haben keinen ausgewachsenen Wookiee, der ihnen den Rücken deckt", gab Han zurück.
Leia fuhr sich mit der Zunge über die Lippen.
„Ich nehme an, ich möchte nicht wissen, was mit dem Tusken-Räuber passiert ist."
Han schüttelte den Kopf. Sie fuhr noch ein wenig mit den Fingern über die Narbe und zog dann zu seiner Bestürzung die Hand von seinem Oberschenkel weg und legte sie unschuldig auf seine Brust.
„Und die Schramme an deinem Knie? Die eine – diese hier, an deiner Hüfte?", fragte sie.
Han schaute sie neugierig an und räusperte sich dann.
„Ahhh, das Knie, das kommt von der Akademie", erklärte er langsam. „Ich habe mich beim Kampftraining geschnitten."
„Wie?"
„Ich habe die Metallkante des Rings erwischt", brummte er rau, hob die Hand und gestikulierte damit. „Des – des Trainingsrings." Einen Augenblick lang dachte er über seine Hüfte nach und reichte abwesend hinunter, um über die dünne, rote Unebenheit zu reiben.
„Eine Kneipenschlägerei", bemerkte er. „Sie hat tiefer gezielt, aber sie war betrunken."
Leia hob die Brauen und verstand die Andeutung, was das eigentliche Ziel gewesen war, genau.
„Hast du ihr das Herz gebrochen?", fragte sie und ihre Augen funkelten.
„Ha", schnaubte er leise. „Nein. Ich habe – ihre, äh", er brach ab.
„Du musst es mir nicht sagen", beschwichtigte Leia schnell.
Er schwieg einen Moment lang – es war nur so, dass er keine anderen Frauen ins Gespräch bringen wollte, während er mit ihr im Bett war. Er glaubte nicht, dass Leia naiv genug war, anzunehmen, dass sie die Einzige war, aber er hatte im Allgemeinen die Regel aufgestellt, nicht so – unehrenhaft zu sein.
„Es macht mir nichts aus, es dir zu sagen", erwiderte er und überraschte sich damit selbst – es stimmte, es machte ihm wirklich nichts aus. Er wollte, dass sie ihm vertraute, und das bedeutete, ehrlich mit ihr zu sein.
Sie sah ihn einen Augenblick lang aufmerksam an und räusperte sich dann leise.
„Sie war eine alte Geliebte", vermutete sie.
„Nein, der Schütze nicht", merkte Han trocken an. „Ich – habe mit ihrer Ehefrau geschlafen."
Leia hob den Kopf und ihre Augenbrauen wanderten weiter nach oben.
„Ihre Ehefrau?", murmelte sie. Ihre Brauen zogen sich zusammen. „Du – wenn die beiden Frauen miteinander verheiratet waren, warum sollte die Ehefrau dann an dir interessiert sein?"
„Die Ehefrau hatte keine Präferenz, was Geschlecht oder Spezies angeht", meinte Han trocken. „Und ich wusste nicht, dass die Ehefrau eine Ehefrau hat."
Leia sah ihn einen Moment lang ungläubig an, dann kicherte sie und ihre Wangen färbten sich rot. Es schien, als ob sein Talent dafür, sich selbst immer in den wildesten Situationen wiederzufinden, schon jahrelang bestand. Han grinste sie an und zuckte sorglos mit den Schultern – das war Chewies Lieblingsgeschichte.
„Wie hast du dir die Nase gebrochen?", fragte Leia.
„Welches Mal?", erwiderte er trocken.
Sie lächelte und rückte näher an ihn heran.
„Beide Male."
Nachdenklich rieb er sich über die Nase.
„Lando hat mich geschlagen, als ich den Falken von ihm gewonnen habe", bemerkte er gefühllos. „Schlechter Verlierer", murmelte er dann.
„Lando, der Mann, dem wir unser Vertrauen schenken?", erkundigte sie sich und dachte an Bespin, das immer näherkam, als die Tage verstrichen.
Han gab ein unverbindliches Grunzen von sich.
„Männer schlagen sich gegenseitig und kommen über Dinge hinweg", erklärte er flapsig. „Frauen hegen ihren Groll über Jahrhunderte hinweg."
„Denkst du das?", fragte sie milde.
„Was mich zu meinem nächsten Nasenbruch bringt", seufzte er dramatisch. „Ihr Name war Xaverri. Ich dachte, wir wären im Guten auseinandergegangen."
„Hast du ihr das Herz gebrochen?"
Han warf ihr einen Blick zu.
„Denkst du, ich bin durch die Galaxie gelaufen und habe in meiner Freizeit Herzen gebrochen?"
„Ich ziehe eine logische Schlussfolgerung basierend auf all den Gelegenheiten, bei denen ich dir körperlichen Schaden zufügen wollte", antwortete sie klug. „Das Gewaltpotential wurde jedes Mal höher, wenn du kurz davor warst, einen Nerv zu treffen."
„Ich habe dir nicht das Herz gebrochen."
„Noch nicht", informierte sie ihn leise.
Er fuhr mit seiner Hand ihren Rücken hinauf und massierte einen Augenblick lang leicht ihren Nacken, bis er schließlich die Hand an ihre Wange legte. Er runzelte die Stirn und suchte nach etwas, das er sagen konnte; wie konnte er ihr ein Versprechen geben, wenn er nicht wirklich wusste, was ihr das Herz brechen würde?
„Leia", begann er.
„Warum hat sie dir die Nase gebrochen?", unterbrach Leia ihn mit Nachdruck – sie wollte nicht hören, was er sagen würde; für sie war es beängstigend genug, so offen mit ihm zu sein und ihre Kontrolle für ein solches Risiko aufzugeben – sie wollte nicht wissen, was er plante, sobald der Falke repariert war und er sie zurück zur Rebellion gebracht hatte.
Er seufzte.
„Ich habe von ihr gestohlen", stellte er einfach fest.
„Also hattest du es verdient, auch Jahre später noch", bemerkte Leia kokett.
„Ich habe die Güter recht und billig nach dem Schmugglerkodex gestohlen", gab er zurück.
„Schmuggler haben einen Kodex?", murmelte Leia.
„Sicher, Schätzchen", sagte er gedehnt. „Aber viel weniger würdevoll als euer Senatskodex."
Sie betrachtete ihn einen Moment lang und schüttelte den Kopf.
„Ich glaube nicht, dass er es tatsächlich ist", merkte sie an. „Der Senat war sehr halsabschneiderisch", fügte sie grimmig hinzu – Politik war in mancher Hinsicht so brutal wie ein Verbrecherleben, und das Schlimmste daran war, dass die illegalen Aspekte unter dem Deckmantel der Höflichkeit stattfanden. „In deiner Welt ist die Doppelzüngigkeit wenigstens offensichtlich."
Er nickte, plötzlich sehr neugierig darauf, wie ihr Leben in dieser imperialen Arena ausgesehen hatte. Sie war so jung gewesen – sie war immer noch so jung – und sie hatten sie vom ersten Tag an beobachtet und gejagt.
„Du hast alle deine Narben aus dem Senat, nicht?", fragte er.
Sie schaute ihn einen Moment lang an, dann senkten sich ihre Wimpern, als ihr Blick nach unten wanderte.
„Nein, nicht aus dem Senat", sagte sie leise. „Vom Imperium."
Sie sagte nichts weiter, während sie die Laken unter ihnen betrachtete und die Hand hob, um an einigen Fäden zu ziehen. Er strich ihr das Haar hinters Ohr und schaute auf sie hinunter, seine Augen wanderten über sie – er drängte sie nicht weiter, er war nicht dumm. Er hatte die Narben an ihrem Körper gesehen – nicht nur gesehen, er hatte sie berührt – sie waren so verborgen, dass sie von ihren Entführern offensichtlich sorgfältig platziert worden waren; sie hatten ihr Gesicht ausgespart, jede Stelle ausgespart, die ein sofortiger Nachweis für die Misshandlung hätte sein können. An ihren Rippen und entlang ihrer Wirbelsäule befanden sich verblassende Male und sie hatte gezittert, als er eine alte Brandnarbe tief auf ihrem Brustbein geküsst hatte.
Er beugte sich vor, um sie wieder zu küssen, aber sie zog sich zurück und fing aufmerksam seinen Blick auf, ihr Gesichtsausdruck war fast hart.
„Willst du nicht danach fragen?", erkundigte sie sich angespannt.
Sie hob die Hand von seiner Brust und berührte die Brandmale auf ihrer. Indem sie die Laken von sich schob, ermöglichte sie ihm eine bessere Sicht auf den Bluterguss an ihrer Hüfte, der nie ganz verheilt war, das Ergebnis der experimentellen Verwendung eines Serums, um Schmerzen zuzufügen, und auf die entzündlichen roten Flecken, die dauerhaft in ihre Haut gebrandmarkt waren.
Er hatte sie noch nie zuvor gesehen, nicht bis vor ein paar Nächten, als sie zum ersten Mal so zusammen gewesen waren wie jetzt – und da war das Licht gedimmt gewesen. Er hatte Narben erwartet – sogar wenn er nicht gewusst hätte, dass Vader sie furchtbar misshandelt hatte, hätte er Narben erwartet. Er kannte einfach niemanden, Frauen eingeschlossen, der nicht an irgendeinem Punkt in seinem Leben durch die Hölle gegangen war, und vielleicht hatte er deswegen nicht gefragt.
Er räusperte sich leise.
„Warum sollte ich dich dazu bringen, darüber zu reden?", fragte er schließlich.
„Ich habe dich zum Reden aufgefordert", erwiderte sie heiser. „Ich wollte, dass du mir all das erzählst."
Er schüttelte den Kopf.
„Das ist etwas anderes", entgegnete er rau. „Ich weiß, wo du die hier herhast." Er fuhr mit der Hand über ihre Rippen, beruhigend und beschützend glitt seine Handfläche über ihre Haut. Seine Finger strichen über die Narben, aber er schaute sie nicht an.
„Früher hatte ich perfekte Haut", sagte sie mit zitternder Stimme. „Nicht einmal Akne."
Han nickte und zuckte die Achseln.
„Die meisten Königsfamilien sind so", bemerkte er scharfsinnig. „Ein einfacheres Leben, ein verwöhntes Leben", brummte er. „Damit meine ich nicht, dass dein Leben einfach war", fügte er vorsichtig hinzu.
„Ich weiß, was du meinst", antwortete sie zittrig. Sie schloss die Augen. Sie hatte erwartet, dass er in dem Moment, in dem er die Narben zum ersten Mal sah, etwas sagen würde; sie hatte erwartet, dass seine Hände innehalten und sie erkunden würden – sie hatte erwartet, dass er sie anstarren würde. Die übel zugerichteten und zerbrochenen Teile von ihr standen in einem so starken Kontrast zu der sozialen Position, in der sie aufgewachsen war, und die Narben waren so – hässlich.
Er hatte kein Wort gesagt. Sie hatten ihn noch nicht einmal innehalten lassen. Seine Hände waren direkt über die Narben geglitten, über ihren gesamten Körper, und er hatte jeden Teil von ihr mit der gleichen Aufmerksamkeit und dem gleichen Verlangen berührt.
„Bist du nicht neugierig?", fragte sie heiser. „Sie sind ziemlich abstoßend."
Er mochte die Art nicht, mit der sie abstoßend sagte, als würde mit ihrem Aussehen etwas nicht stimmen oder als würde mit ihr etwas nicht stimmen, weil sie sie hatte. Narben konnten Geschichten erzählen, Narben konnten interessant sein, Narben konnten Neugierde wecken, aber er verspürte keine morbide Faszination im Hinblick auf ihre Narben – er wusste, dass sie eine Gefangene des Imperiums gewesen war, und er hatte genug Vorstellungskraft und kein obszönes Interesse an irgendetwas anderem.
„Leia", bemerkte er leise und zog sie näher zu sich heran. Er drehte sich auf den Rücken und zog sie fest an seine Seite, sein Gesicht war nah an ihrem. „Es ist mir egal, ob du Narben hast."
Sie legte ihr Kinn auf seine Schulter, drückte ihm liebevoll die Nase in die Wange und ihre Schultern entspannten sich, als sie einen leisen Seufzer der Erleichterung ausstieß. Sie hatte nicht bemerkt, dass sie den Atem angehalten hatte, und sie hatte tief im Inneren gewusst, dass Han niemals unzufrieden mit einem Körper sein würde, der weniger als perfekt war, aber es zu wissen, bedeutete nicht, dass ihre Unsicherheiten einfach so verflogen.
Sein ganzes Leben lang hatte er Menschen aus den raueren Gefilden der Welt gekannt; er hatte wahrscheinlich keine Ahnung, wie es sich anfühlte, Haut zu berühren, die nicht rau, nicht verunstaltet war, die nicht irgendwie davon zeugte, dass man ein oder zweimal knapp dem Tod entronnen war.
„Han?", wagte sie zu fragen.
„Hmmm?"
„Wenn ich – dir eines Tages davon erzählen wollen würde", sie hielt inne und korrigierte sich: „Nein, das würde ich niemals wollen. Wenn ich darüber sprechen – müsste", entschied sie. Sie hob den Kopf, die Augen auf seine gerichtet. „Würdest du mir zuhören?"
Die unausgesprochene Frage dahinter war natürlich – könntest du damit umgehen? Sie war sich nicht sicher, ob sie ausdrücken konnte, dass eines Tages alles aus ihr herausströmen könnte, weil nicht darüber zu sprechen, alles in ihrem Kopf eingeschlossen hielt und es sie manchmal zu ersticken drohte. Und – und sie war sich nicht sicher, warum sie überhaupt über eines Tages sprach; sie war nicht einmal sicher, ob er länger als bis nach Bespin bei ihr bleiben würde.
Obwohl ein Grund, warum er nicht gefragt hatte, darin bestand, dass er nicht hören wollte, was sie ihr angetan hatten, fiel ihm die Antwort überraschend leicht.
„Sicher, Leia", erwiderte er schlicht und auf dieselbe Art, auf die er ihr geantwortet hatte, als sie ihn ernst und wütend darum gebeten hatte, damit aufzuhören, sie Durchlauchtigste zu nennen.
Sie lächelte ihn an und küsste ihn auf die Wange. Dann bewegte sie ihr Bein gegen seines und das nächste, was er wusste, war, dass sie es über seine Hüfte geschwungen hatte und ihr angewinkeltes Knie an seinem Bauch lag. Er hob den Kopf vom Kissen und zog die Augenbrauen nach oben.
„Ich hatte keine Ahnung, dass du so dehnbar bist, Prinzessin", scherzte er. „Wie machen wir uns das zunutze?"
Sie errötete, warf die Haare nach hinten und streckte die Hand aus, um auf eine dünne, rosa Narbe an ihrem Knie zu deuten. Sie biss sich auf die Lippe und holte dann tief Luft.
„Ich bin im Palast von Antibes eine Treppe hinuntergefallen", erzählte sie leise. „Es war das erste Mal, dass ich hohe Schuhe zusammen mit einem langen Kleid getragen habe und ich bin jemandem nachgerannt. Ich habe mich so schlimm an einer scharfen Kante in den Kristallstufen geschnitten, dass meine Gouvernante bei all dem Blut in Ohnmacht gefallen ist", ihre Stimme schwankte ein wenig. „Ich war zehn und es war das einzig Schlimme, was mir jemals passiert ist."
Er wusste, wie schwer es ihr fiel, über Alderaan zu sprechen, aber es schien die einzige Narbe zu sein, die sie im Moment bereit war, zu erklären, und in dem Bestreben, sich zu revanchieren, hatte sie ein weiteres Thema angesprochen, das ihr bis ins Mark schnitt.
Er legte seine Hand auf ihr Knie und drückte es leicht, während er sich vorbeugte, um sie zu küssen. Er konnte nicht glauben, dass sie sich in so einem jungen Alter wie eine Erwachsene gekleidet hatte, aber was hatte er von einer Frau erwartet, die mit achtzehn eine Senatorin gewesen war? Er drückte ihr Knie nach unten, klemmte ihr Bein zwischen seine und zog sie noch dichter an sich. Vergessen waren die Reparaturen an seinem Schiff, vergessen die Arbeit, die sie noch zu erledigen hatten – dieser langsame Flug nach Bespin könnte alles sein, was sie noch hatten und er brauchte jeden Moment davon; in der Tat wurde ihm schnell klar, dass er einen Weg finden musste, das Kopfgeld, das auf ihn ausgesetzt war, loszuwerden, zur Hölle mit Jabba, dem Hutten, weil er niemals dazu in der Lage sein würde, sie einfach am Sammelpunkt abzusetzen und sie zu verlassen – er wollte sie, mit Narben und allem, mehr als er jemals etwas in seinem Leben gewollt hatte.
