Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.

Autorin: madame. alexandra

Originaltitel: Hands

Hände

Es hatte eine Zeit in seinem Leben gegeben, in der er sich umgedreht hätte und gerannt wäre. Es hatte eine Zeit in seinem Leben gegeben, in der er sich zuerst geduckt hätte oder zumindest nach seiner Waffe gegriffen hätte – aus Reflex oder einem Instinkt heraus; er hätte sofort reagiert, um sein eigenes Leben zu retten. Selbsterhaltung war ein angeborener Trieb; einer, den er sein gesamtes Leben lang weiterentwickelt und durch den er überlebt hatte.

Aber als die Türen aufflogen und Vader da stand, und sein Verstand wie leergefegt war und seine Sicht verschwommen, als sein Herz ihm in die Hose sank, beschwert durch das Wissen, dass sie gerade verraten worden waren, von Entsetzen über die Unausweichlichkeit des Augenblicks ergriffen und erschüttert – hatte er den Bruchteil einer Sekunde, um zu reagieren – zu reagieren ging immer langsamer vonstatten, als zu agieren, es hatte eine Zeit in seinem Leben gegeben, in der er damit gerechnet haben könnte und vielleicht einfach durch die Tür geschossen hätte, um das Wasser zu testen – und anstatt nach seinem Blaster zu greifen, streckte er den Arm hinter sich und griff nach ihrer Hand.

Sein Blaster war nur einen Bruchteil einer Sekunde später in seiner anderen Hand, aber es spielte keine Rolle – es entzog sich seiner Wahrnehmung nicht, es entging ihm nicht, dass er zuallererst nach ihrer Hand griff – und das bedeutete eine Veränderung in der Art und Weise, wie er gestrickt war, es bedeutete eine fundamentale Veränderung der Instinkte, die ihn antrieben. In einem Moment unaussprechlicher Gefahr war er, sogar unbewusst, dazu veranlasst, zuerst nach ihr zu greifen, weil er wusste, wenn er eingeschüchtert war, musste sie entsetzliche Angst haben, und er wusste, wenn dieser Augenblick sein letzter war, wollte er sie berühren und sich an ihr festklammern, wenn die Dunkelheit über sie hereinbrach.

Es sagte etwas aus. Es sagte alles. Er wusste, dass es ihn mit ihr schlimm erwischt hatte, aber es hatte ihn auch mit anderen Frauen schon schlimm erwischt. Er wusste, dass er sie wollte, aber er hatte bereits andere Frauen gewollt. Und er wusste, dass er sie liebte, aber er liebte ziemlich offenherzig, mit Gefühlen, wenn auch nicht mit Worten – aber als er sich nach ihr ausstreckte, das war der Moment, in dem unwiderruflich und unbestreitbar klar wurde, dass es etwas vollkommen anderes war – etwas Dauerhaftes und Anhaltendes. Es gab kein Zurück mehr, keine Schranken; sein grundlegendster Instinkt bestand nun darin, nach ihr zu greifen, sich vor sie zu stellen, bei ihr zu sein – um jeden Preis.

Seine Handfläche traf mit donnerndem Schmerz auf ihre, denn, wer hätte es gedacht, sie hatte ihrerseits nach ihm gegriffen; ihre Finger schlossen sich um seine, sie kauerte sich hinter ihn, schob ihre andere Hand in seinen Gürtel und riss fest daran – sie zog sich an ihn, oder ihn zu ihr, und er fühlte ihren Herzschlag wie Blitze durch die Linien in ihrer Handfläche pulsieren, durch weiche Haut und zitternde Finger, in seine Hand, durch seine Adern, bis in sein Innerstes – nur eine Berührung, nur ein Gefühl, es wurde nichts gesagt und doch waren die Worte da – Ich liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich

Es änderte alles.

Sie drückte seine Hand. Er erwiderte den Druck und hielt sie fest. Ihre Hand hörte auf zu zittern und seine tat es ihr gleich.

Er hob das Kinn und sagte zu Lando –

„Mir tut es auch leid."

Er hielt ihre Hand. Sie hielt seine.

Sie traten in den Raum hinein.