Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.
Autorin: madame. alexandra
Originaltitel: Han Solo and the Slave Girls
Han Solo und die Sklavenmädchen
Die Wärme auf Bespin war wunderbar erdrückend. Leia dachte kaum daran, sich über das Unbehagen zu beschweren, das ihr der Schneeanzug bereitete, weil sie so froh war, es warm zu haben; nach den vergangenen Jahren auf Hoth und den vergangenen Wochen in den kalten Tiefen des Weltraums, hatte sie angefangen, sich mit einem Leben in endloser Kälte abzufinden. Sogar als Schweißperlen ihr unschmeichelhaft über die Schläfen liefen und ihre Haut sich rosa färbte, sonnte sie sich in dem Temperaturwechsel. Sie war jedoch nicht überrascht, dass Han nicht annähernd so dankbar für diesen Wandel war.
„Hier drin ist es höllisch heiß", grummelte er, lehnte sich auf dem weißen Sofa zurück und zerrte am weiten Kragen seines Hemdes.
Leia ging stumm hinter dem Sofa auf und ab und schaute auf ihn herunter. Er legte den Kopf zurück und sah sie auf den Kopf gestellt an.
„Du glühst darin wahrscheinlich", bemerkte er.
„Ich fühle mich wohl", murmelte sie. Sie faltete die Hände, blieb stehen und blickte auf ihn herab. Aus einer Laune heraus schob sie ihre Hände vorsichtig in seine Haare und ließ sie locker durch ihre Finger gleiten.
Ihre Fingerspitzen drückten sich in seine Kopfhaut und wanderten zu seinen Schläfen, woraufhin er die Augen schloss und den Kopf ihrer Berührung zuneigte. Etwas schüchtern lächelte sie. Bis vor kurzer Zeit, vor sehr kurzer Zeit, hatte sie keine Ahnung gehabt, dass Han so...anhänglich sein konnte.
Die Tür zu ihrer Suite öffnete sich und Han richtete sich sofort auf und drückte den Rücken durch. Obwohl sie es nicht sehen konnte, vermutete Leia, dass sein Gesichtsausdruck sowohl wachsam als auch misstrauisch war, und sie legte die Hände auf der Lehne des Sofas und warf über seine Schulter einen Blick auf den Eindringling.
Es überraschte sie nicht, Lando Calrissian zu sehen, sein auffälliger, hellblauer Umhang wirbelte ihm immer noch um die Schultern; als er ihnen diesen Raum zugewiesen hatte, hatte er ihnen mitgeteilt, dass er bald zurückkehren würde – und Leia gestand sich ein, dass sie dankbar dafür war. Sie war extrem nervös im Hinblick auf so viel Zeit alleine mit Han. Es fühlte sich irgendwie – anders an, außerhalb des Falken.
„Habt ihr euch eingerichtet?", fragte Lando und ließ ein breites, leicht besorgniserregendes Grinsen aufblitzen. Er trat ein paar Schritte vor, verschränkte die Arme und neigte Leia den Kopf zu. „Leia, kann ich Sie für Kleidung zum Wechseln begeistern? Sie können es sicher kaum abwarten, etwas Kühleres anzuziehen."
Leia bemerkte, wie sich Hans Schultern versteiften, aber sie lächelte Lando diplomatisch an.
„Wenn Sie etwas zur Verfügung haben, hätte ich nichts dagegen", stimmte sie zu.
Er betrachtete sie einen Moment lang und sein Blick wanderte von ihrem Kopf über – den Rest von ihr, und das ziemlich anzüglich, wenn sie darüber nachdachte. Unbehaglich schaute sie nach unten, aber Han war bereits aufgestanden und hatte sich vor sie gestellt.
„Hey", forderte Han gereizt. „Hör auf damit, Lando."
Leia hob den Kopf und richtete den Blick nach oben, für einen Moment starrte sie an die Decke. Sie wusste Hans Reaktion zu schätzen; sie konnte auch spüren, dass sie ein mögliches Problem darstellte.
„Ganz ruhig, Han", erwiderte Lando aalglatt. Er trat zur Seite, um Leias Blick aufzufangen. „Ich schätze nur die Größe ab – ich würde vermuten, Sie sind eine menschliche Standardgröße zwei?"
Han sträubte sich erneut sichtlich; Leia kam um das Sofa herum, legte ihre Hand auf seinen Ellenbogen und schaute einen Augenblick lang zu ihm auf, um ihn zu besänftigen. Nach einem Moment richtete sie ihren Blick wieder auf Lando.
„In der Tat liegen Sie richtig", bemerkte sie.
Lando schien das zu wissen und streckte seine Hand aus.
„Wo willst du sie hinbringen, Kumpel?", fragte Han in einem Ton, der nur oberflächlich freundschaftlich klang.
Leia trat vor, nahm Landos Hand jedoch nicht und wartete stattdessen auf seine Antwort.
„Eine meiner Kolleginnen, Faora, wartet draußen in der Halle", antwortete Lando. „Sie trägt etwa Ihre Größe und ist bereit, Ihnen etwas zum Anziehen zu leihen."
Leia nickte und warf Han über die Schulter einen Blick zu, der ihm still befahl, nachzugeben – sie spürte keine Bedrohung hinter der Geste; sie würde klarkommen und ein paar saubere Kleidungsstücke wären schön. Abgesehen von den Pyjamas, die Han ihr geliehen hatte, und die gelegentlich in seinen Ersatzhemden verbrachte Zeit, hatte sie den Schneeanzug viel zu lange getragen.
Han verschränkte demonstrativ die Arme, stand wie festgefroren da und funkelte Lando an. Leia folgte ihm hinaus in die Halle, wo er auf eine kleine Frau mit bunt gefärbten, kurzen, stacheligen Haaren deutete.
„Leia, das ist Faora; sie ist eine Pilotin der Kolonie. Faora, ich werde dir diese reizende Frau hier anvertrauen", Lando hielt inne und deutete mit dem Daumen auf die Tür, aus der sie gerade getreten waren. „Nimm es ernst oder es könnte sein, dass er den ganzen Laden niederbrennt", fügte er trocken hinzu.
Lando schenkte Leia ein öliges, charmantes Augenzwinkern und verschwand den Flur hinunter, sein Umhang flatterte hinter ihm her. Sie entschied, dass sie den Umhang nicht besonders mochte; er war extravagant und die einzige andere Person, von der sie wusste, dass sie einen Umhang trug, der sich so aufbauschte, war Vader. Faora winkte Leia an ihre Seite und begann, sie durch schmucklose Flure zu weiteren Apartments zu führen.
„Lando hat mich gebeten, Ihnen zu helfen, weil wir in etwa die gleiche Größe tragen", eröffnete sie freundlich.
Leia bemerkte, dass ihr Akzent etwas seltsam war; sie kannte ihn nicht und fragte sich, was Faoras Muttersprache war. Die andere Frau hatte eine komplizierte schwarze Tätowierung im Nacken. Sie führte Leia in ein simples Apartment und deutete dann auf eine Kleiderstange direkt am Eingang.
„Sie können sich aussuchen, was Sie wollen", bot sie freundlich an.
Einen Moment lang betrachtete Leia die Optionen aus der Ferne und musterte Faora dann still.
„Lando bittet Sie darum, einer Fremden Kleidung zu leihen, und Sie tun es einfach?", erkundigte sie sich. „Ohne irgendwelche Fragen?"
Faora lachte.
„Nun ja, ich habe ihn gefragt, ob es sich wirklich um Solos Schiff handelt, das da draußen in einer der Buchten angedockt liegt", scherzte sie. Sie hielt sorglos inne. „Lando hat mich als Pilotin angestellt, als er die Kontrolle über Bespin übernommen hat; er hat mir lukrative Möglichkeiten geboten. Ich helfe ihm aus, wenn er um etwas bittet."
Leia nickte und wandte sich der Kleiderstange zu, ihre Finger glitten sorgfältig über verschiedene Materialien und Optionen. Sie notierte sich im Geiste, dass Faora Han zu kennen schien. Für einen Moment betrachtete sie ein violettes Teil, aber der Ausschnitt sorgte dafür, dass sie rot wurde und der kurze Gedanke, dass es Han wahrscheinlich gefallen würde, sorgte dafür, dass sie noch stärker errötete.
„Ich habe den Millennium Falken seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen", bemerkte Faora beiläufig. „Sind sie wirklich mit Han Solo hier?"
Leia antwortete nicht sofort und nickte auch nicht. Nach einem Moment der Stille fragte sie:
„Sie kennen Captain Solo?"
„Früher war ich Teil des Verbrecherrings der Hutten", erwiderte Faora so leicht, als würde sie ankündigen, ihre Lieblingsfarbe sei blau. „Ich war eine Vermittlerin, aber jeder angehende Pilot wusste, wer Han Solo war."
Leia wählte ein langweiliges, braunes Ensemble mit einem hellen Überzug und schaute sich einen Moment nach einem Ort um, an dem sie sich umziehen könnte. Faora wies auf einen separaten Raum und Leia folgte ihrer Geste. Flüchtig suchte sie den Raum nach sichtbaren Kameras ab, doch sie sah nichts, also begann sie, sich schnell umzuziehen.
„Was ist die Funktion eines Vermittlers?", erkundigte sie sich.
„Sie besteht darin, mit Kriegsherren zu flirten, um in einigen Fällen sichere Durchreise auf Schmugglerrouten zu erlangen", antwortete Faora.
Leia runzelte die Stirn, zog den Rest ihres Schneeanzugs aus und streifte das geliehene Kleid über den Kopf. Sie schlüpfte hinein und fühlte einen Anflug von Erleichterung angesichts dessen, wie seidig und angenehm das Material war – etwas so Schönes hatte sie seit der Zeit vor Hoth nicht mehr getragen. Sie trat aus dem Raum hinaus, suchte einen Spiegel auf und berührte ihr Haar mit der Hand.
„Möchten Sie eine Haarbürste?", bot Faora höflich an.
„Nein", entschied Leia nach einem Augenblick mit sanfter Stimme. Sie strich sich einige Haarsträhnen hinter die Ohren – sie würde sich später alleine darum kümmern. Sie begegnete Faoras Blick im Spiegel und drehte sich dann mit einem zurückhaltenden Ausdruck um. „Haben Sie mit Han gearbeitet, als er als Schmuggler tätig war?", fragte sie, ihre Neugierde war geweckt.
Faora sah aufrichtig verwirrt aus.
„Ist er nicht immer noch ein Schmuggler?"
Leia antwortete nicht. Interessante Frage – vor einigen Wochen, hätte sie ja gesagt; aber aufgrund dessen, was seit ihrer unglückseligen Evakuierung von Hoth geschehen war, wusste sie es nicht.
Sie lächelte schwach.
„Ich nehme an ja, wenn Sie es als Schmuggeln betrachten, flüchtige Prinzessinnen zu transportieren", bemerkte sie schlicht.
Faora ließ ein Grinsen aufblitzen.
„Kommen Sie – ich bringe Sie zurück", sprach sie und führte Leia hinaus.
„Meine Kleidung – "
„Wir werden sie waschen und Ihnen dann zurückbringen", unterbrach Faora sie.
Sie räusperte sich, als sie Leia vor sich durch die Tür treten ließ, bevor sie sie hinter ihnen schloss.
„Nein, ich würde nicht sagen, dass ich Han Solo kenne", führte sie das Gespräch weiter. „Er war eine Legende, bevor er diese riesige Spice-Lieferung verloren hat", erzählte sie und lachte spitz.
Leia presste die Lippen zusammen – ihr kam es nicht ganz so lustig vor; dieser Vorfall war der Auslöser dafür, dass Boba Fett auf Ord Mantell verheerende Schäden angerichtet hatte. Es war kein schönes Szenario gewesen und Leia hatte keine guten Erinnerungen daran.
„Er war besonders berühmt im Umgang mit den Sklavenmädchen Jabbas des Hutten", merkte Faora an und legte nachdenklich den Kopf schief.
Leia drehte sich der Magen um und ihr Herz setzte einen Schlag aus – Sklavenmädchen? Ihre Gedanken überschlugen sich und ihr Mund wurde trocken. Für einen schrecklichen, wütenden Augenblick spielten ihre Gedanken verrückt, als Faora fortfuhr. Sie war nicht naiv genug, zu denken, dass Han vor ihr noch nie eine andere Frau angerührt hatte, und sie wusste sogar, dass er für den Dienst bezahlt hatte, aber – Sklavenmädchen?
Der Han, den sie kannte, hasste Sklaverei –
„Oh, bitte ziehen Sie nicht die falschen Schlüsse", sagte Faora plötzlich, weil sie anscheinend den Ausdruck in Leias Gesicht bemerkt hatte. „Lassen Sie mich erklären – Jabba hat den Schmugglern seine Sklavenmädchen als Teil der Bezahlung angeboten – "
„Ich glaube nicht, dass Sie näher darauf eingehen müssen", unterbrach Leia sie steif.
„Doch, ich glaube, das muss ich", beharrte Faora, berührte sie am Ellenbogen und wandte sich ihr in der Mitte des Flurs zu. Sie hielten vor der Tür zur Suite an. Sie machte eine Pause und schürzte ernst die Lippen. „Solo hat Jabbas Angebot immer angenommen", begann sie. „Er hat das Mädchen, das in dieser Nacht im Dienst war, mit auf ein Zimmer genommen, ihr etwas zu essen gegeben, ihre Kette gelöst und sie zu nichts gezwungen", erklärte Faora.
Leia betrachtete sie zögernd. Sie fühlte sich ermutigt – weil das…das klang wie der Han, den sie kennengelernt hatte, oder von dem sie zumindest glaubte, dass er unter all der großspurigen Prahlerei begraben lag.
„Hören Sie, was ich sage?", fragte Faora sie eindringlich. Sie lächelte aufmunternd. „Sie mochten ihn, weil er ihnen eine Stunde lang etwas Freiheit verschafft hat. Er hat sie nie angerührt. Er hat ihnen nur eine Pause gegeben."
Steif hob Leia eine Augenbraue.
„Und dieser Jabba der Hutte, hat das erlaubt?", fragte sie vorsichtig.
Faora schnaubte ungläubig.
„Natürlich nicht, er hat nichts davon gewusst. Er dachte, Solo würde sie benutzen."
„Woher wissen Sie dann, dass er es nicht getan hat?", fragte Leia resigniert – sie wollte einfach nicht mit Informationen in diesen Raum zurückkehren, die ihre Meinung von Han komplett änderten, nicht nachdem sie sich nach all der Zeit gerade erst damit arrangiert hatte, wie sie für ihn empfand.
„Weil", erwiderte Faora mit Nachdruck, „Frauen mit anderen Frauen reden. Und sie haben alle nur darüber gesprochen, wie sehr sie hofften, dass Han da war, weil er nett war und sie einfach nur schlafen ließ."
Leia betrachtete Faora einen Moment lang, dann zierte ein kleines Lächeln ihre Lippen und sie schaute die Tür zu ihrer Suite an, sehr darum bemüht, nicht zu zeigen, wie sehr der Gedanke, dass er so etwas tat, sie berührte. Faora lächelte sie an und neigte den Kopf.
„Die Kleidung sieht wunderschön an Ihnen aus", bemerkte sie. Nach einem Augenblick fügte sie hinzu: „Es tut mir leid, wenn ich etwas gesagt haben sollte, das Sie nicht hören wollten. Aber ich habe immer ein wenig für Han Solo geschwärmt, als ich gehört habe, dass er das tut."
Bevor Leia antworten konnte, bevor sie blinzeln konnte, hatte Faora auf dem Absatz kehrt gemacht und war den Flur hinunter verschwunden, und Leia starrte auf die Tür und dachte an Han auf der anderen Seite. Sie gab den Code ein und betrat den Raum; er schaute auf. Er schien auf und ab gegangen zu sein, während er auf ihre Rückkehr gewartet hatte. Er trat einige Schritte vor, als die Tür sich hinter ihr schloss, hielt dann an und legte ihr die Hände auf die Schultern.
„Hey, schau dich an", meinte er rau. Seine Hände fuhren sanft ihre Arme hinauf und hinunter. „Du siehst wunderschön aus", lobte er und ließ ein Grinsen aufblitzen. „Du solltest öfter Frauenkleider tragen", scherzte er.
Einen Augenblick lang fing sie seinen Blick auf und er wartete auf eine schnelle Antwort, eine, die typisch für ihr Geplänkel war. Stattdessen legte sie ihm die Hände zuerst auf die Schultern und dann an den Hals, während sie sein Gesicht zu ihrem herunterzog. Einen Moment schaute sie ihn aufmerksam an, dann küsste sie ihn. Er schien überrascht, aber es brauchte nur einen halben Herzschlag, bis er seine Arme um sie legte und sie näher an sich heranzog.
Sie genoss diesen Kuss wirklich; tief in ihrer Seele spürte sie plötzlich eine Gewissheit, was ihn anging; sie fühlte sich, als wären die Risiken, die sie seit Hoth und auf dem Weg nach Bespin eingegangen war – sich ihm zu öffnen, mit ihm zu schlafen, ihm näherzukommen – als wären sie es alle wert, weil er derjenige war, für den sie ihn hielt.
Der echte Han Solo war ein Revolutionär und ein guter Mann; der Schmuggler, der arrogante Kriminelle ohne Respekt für Regeln und Vorschriften – das war die äußere Schale, das war die Schutzhülle, die er geschaffen hatte; tief im Inneren war Han mitfühlend, loyal und – gut.
Etwas benommen löste er sich von ihr und fuhr sich mit der Zunge über die Lippen, wobei seine Stirn ihre kurz berührte.
„Was ist in dich gefahren?", murmelte er, seine Augen suchten ihre, als hätte man ihm etwas über den Kopf gezogen.
Sie lächelte ihn zärtlich an und strich ihm über die Wange.
„Du", murmelte sie und legte ihm die Arme um den Hals.
Er schenkte ihr ein schiefes, wenn auch etwas fragendes Lächeln, aber sie verriet ihm nicht, was sie gerade erfahren hatte – sie genoss einfach den Moment, in dem sie sich seines Charakters und ihrer Entscheidung, ihm nachzugeben, vollkommen sicher war.
