Strange Bedfellows – Seltsame Bettgenossen

Englischer Originaltitel: [link href=" s/9482689/1/Strange-Bedfellows"]Strange Bedfellows [/link]

Autorin: Magalena

Übersetzt von Wine Witch

Betakorrektur: Bihi — Vielen Dank für Deine sorgfältige und kompetente Arbeit!

Disclaimer: Harry Potter gehört JK Rowling. Autor und Übersetzer spielen lediglich in deren Sandkasten. Kein Geld, nur Spaß.

Anmerkung der Übersetzerin:

Meinen herzlichen Dank an die Autorin, Magalena, für ihre Erlaubnis zur Übersetzung

Kapitel 1

Hermione rollte sich auf der Seite zusammen und kuschelte sich in die Wärme des Bettes, während sie langsam wach wurde. Beinahe rechnete sie damit, einen ausgewachsenen Kater zu haben, aber dies schien nicht der Fall zu sein. Leichte, dumpfe Kopfschmerzen pochten an ihren Schläfen, aber sonst nichts.

Sie gähnte und streckte sich ein wenig, während sie sich auf den Rücken drehte und einen Arm über ihre Augen legte. Benommen versuchte sie, sich wieder ins Gedächtnis zu rufen, was genau in der letzten Nacht geschehen war. Mit einem Lächeln erinnerte sie sich daran, den realistischsten Sextraum gehabt zu haben, den sie jemals hatte. Götter, wenn es nur im richtigen Leben so wäre, so sehr wild, heiß und unglaublich orgastisch. Das einzige Problem war, dass der geheimnisvolle Liebhaber aus ihrem Traum kein Gesicht zu haben schien. Offensichtlich war es nur ihre hyperaktive Libido in Kombination mit ihrer lebhaften Vorstellungskraft.

Plötzlich bewegte sich das Bett leicht, und von rechts neben ihr kam ein leises Schnarchen. Hermione japste, und der Atem blieb ihr in der Kehle stecken. Lieber Merlin, war es mehr als nur ein Traum gewesen? Hatte sie tatsächlich den umwerfendsten Sex ihres Lebens gehabt? Aber … mit wem? Was wäre schlimmer: Ein völlig Fremder oder jemand, den sie kannte? Vorsichtig drehte sie sich um, unsicher, was sie erwarten sollte. Eines der Kopfkissen bauschte sich zwischen ihnen, und sie musste sich auf ihren Ellenbogen hochstützen, um darüber zu schauen.

Was sie sah, brachte sie dazu, wieder auf das Bett zurückzusinken. Ein entsetztes Stöhnen entwich ihr, dann schlug sie sich die Hand vor den Mund. Süße Morgana, sie musste immer noch träumen — wobei dies wirklich eher ein Albtraum war. Das war nicht möglich — es konnte einfach nicht sein!

Hermione glitt von der Bettkante und versuchte, so wenige Geräusche wie möglich zu machen. Sie wollte ihm nicht gegenübertreten, falls er genau jetzt aufwachte. Sie hatte keinerlei Ahnung, was sie zu ihm sagen sollte. Langsam entfernte sie sich vom Bett und sah sich hektisch nach ihrem Zauberstab um. Schließlich erspähte sie ihn auf der Kommode. Auf Zehenspitzen hob sie ihn auf und acciote mit einem zittrigen Flüstern ihre Sachen — ihr liebstes Kleines Schwarzes, spitze Pumps, Schmuck, ihre Unterwäsche und ihren Umhang.

Alles, was sie aktuell trug, war ein schwarzes Männer-T-Shirt, und das linksherum. Aus dem Zimmer konnte man nicht apparieren — eine Sicherheitsmaßnahme —, aber sie würde sich auf keinen Fall die Zeit nehmen, sich anzuziehen. Sie musste hier raus, ehe er aufwachte. Sie warf ihren Umhang über das T-Shirt, schloss die Schnalle und schlüpfte in ihre Schuhe. Ihre übrigen Sachen schrumpfte sie und steckte sie in die Tasche. Sie schaute sich um, um sicherzugehen, dass sie nichts hatte liegen lassen und ging schnell zur Tür.

Gerade, als sie den Türknauf erreichte, murmelte eine Stimme hinter ihr etwas Unverständliches. Mit einem Schaudern erstarrte sie, drehte sich langsam um und schaute über die Schulter zurück. Er schlief immer noch, halb zu- und halb aufgedeckt. Ein nacktes Bein hing über die Bettkante, und sie bemerkte, dass er immer noch seine Socken trug. Er murmelte noch etwas, kratzte sich im Schritt und wälzte sich zu der Seite des Bettes hin, die Hermione gerade freigemacht hatte.

Mit einem tiefen Seufzer der Erleichterung öffnete Hermione die Tür, schlüpfte hinaus und ließ Harry Potter tief schlafend im Bett zurück.

Zurück in ihrer Wohnung, behaglich mit ihrer abgetragenen Lieblingsjogginghose und ein T-Shirt bekleidet, versuchte sie, sich mit einer Tasse Tee zur Ruhe zu bringen, aber sie konnte einfach nicht aufhören, an den Horror zu denken, neben ihrem besten Freund aufgewacht zu sein. Schließlich schob sie den Tee beiseite und begann nervös auf- und abzugehen, während sie versuchte, sich genau daran zu erinnern, was geschehen war. Wie im Namen von allem, was heilig war, war sie mit Harry im Bett gelandet? Vielleicht war ja gar nichts passiert. Es war schließlich ein großes Bett. Vielleicht hatten sie nur gemeinsam darin das Bewusstsein verloren. Es hatte ausgesehen, als sei Harry mehr in den Laken verheddert gewesen, als dass er sich tatsächlich unter den Laken befand. Ja, diese Theorie war völlig plausibel. Der Sex mochte ein wilder Traum gewesen sein — das war doch möglich, sogar wahrscheinlich. Aber wenn dies zutraf, wieso trug sie dann nichts als ein schwarzes Männer-T-Shirt? Nichts Geringeres als ein altmodisches Black Sabbath-T-Shirt, wie sie entdeckt hatte, als sie nach Hause gekommen war und es auf rechts gedreht hatte. Vielleicht war es etwas, das seinem Vater oder möglicherweise Sirius gehört hatte. Er schien eher der Typ dafür, Fan einer Muggelband dieser Zeit gewesen zu sein. Harry hatte das Shirt wahrscheinlich aus sentimentalen Gründen behalten.

Hermione versuchte, die Nacht bis zu diesem Morgen zu rekonstruieren. Pansy hatte Hermione, Luna und Millie genötigt, mit ihr auszugehen und ihre Beförderung zu feiern, zuerst beim Abendessen und dann in einem beliebten neuen Club namens Drachenhöhle. Pansy und Luna arbeiteten zusammen in der Mysterienabteilung. Bis vor Kurzem hatte Hermione dort mit ihnen gearbeitet (dort waren sie alle Freunde geworden), aber vor sechs Monaten hatte sie eine Stelle angenommen, bei der sie mit Professor Snape in der Tränkeforschung arbeitete. Außer, dass er jetzt Severus war — sie sollte ihn nicht Professor nennen, da sie jetzt Kollegen waren. Pansys Freundin Millie war Aurorin, und sie verbrachte auch oft ihre Freizeit mit den dreien.

In typischer Slytherinart hatte Pansy einen Hintergedanken bei ihrer Wahl des Schauplatzes gehegt. Sie hatte eine ausgeprägte Vorliebe für George Weasley entwickelt und wochenlang versucht, seine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, ohne allzu offensichtlich zu sein. Hermione hatte angeboten, für die beiden einfach ein Blind Date auszumachen, aber Pansy wollte nicht, dass George wusste, dass sie für ihn schwärmte (das würde ihr einen Nachteil verschaffen, hatte sie gesagt). Als sie eine Menge Weasleys lachend an der Bar gesehen hatte, hatte Hermione über die Slytherinintrigen ihrer Freundin geschnaubt: Sie ließ Hermione kein Date vereinbaren, aber dennoch hatte sie ihren Ausgehabend so gelegt, dass er in dem Club stattfand, in dem Draco Malfoys Junggesellenabschied gefeiert wurde. Da Draco Ginny Weasley heiratete, war es sicher, dass ihr Bruder George sich mit dem Rest des Weasleyclans unter den Gästen befand — und jedem in der Zaubereigesellschaft bekannten Slytherin, wie es schien.

Sie war doch nicht so sehr betrunken gewesen? Dann wiederum war der Alkohol in Strömen geflossen. Sobald die Mädchen im Club entdeckt worden waren, hatten sie keinen Sickel mehr ausgegeben, da ihnen jedes Mal, wenn sie sich umdrehten, jemand eine Runde spendierte.

Sie hatte mit allen Weasleys geplaudert, daran erinnerte sie sich deutlich, es sogar geschafft, ein paar höfliche Worte mit Ron zu wechseln. Obwohl ihre Trennung vor etwa zwei Jahren einvernehmlich gewesen war, hatten sie nicht an ihre alte Freundschaft wieder anzuknüpfen können. Seitdem war die Situation zwischen ihnen unbehaglich, und sie konnten anscheinend nicht damit umgehen, eine Ex-Lover-und-jetzt-nur-noch-Freunde-Art von Beziehung zu haben wie Harry und Ginny.

Wenn sie jetzt darüber nachdachte, hatte sie vielleicht doch ein wenig mehr getrunken als normal. Sie hatte getanzt und Spaß gehabt und nicht mitbekommen, wie oft ein neuer Drink aus dem Nichts erschienen war. Oh, in Ordnung, ja — sie hatte sich gründlich betrunken. Bei dem Versuch, sich zu erinnern, was genau geschehen war, hatte sie eine verschwommene Erinnerung, dass sie Malfoys Vater und Severus an der Bar angequatscht hatte.

Heilige Scheiße — hatte sie tatsächlich Lucius Malfoy gefragt, ob er ihren Slippery Nipple[1] kosten wolle? Severus hatte seinen Feuerwhisky ausgespuckt und über den Ausdruck auf Malfoys Gesicht so sehr gelacht, dass er beinahe erstickt wäre. In der Tat hatte sie Severus noch nie zuvor laut lachen gehört. Als er wieder Luft bekam, hatte Severus angeboten, ihr einen Drink zu spendieren. Hermione stöhnte laut, als sie sich daran erinnerte, wie sie sich an den Barkeeper gewandt und ihm mitgeteilt hatte, sie wolle mit den besten Grüßen von Severus Snape einen Screaming Orgasm[2]. Das hatte Lucius eine explosive Reaktion entlockt, die der von Severus zuvor ähnelte.

Was hatte sie als Nächstes getan? Oh, ja, sie war weitergegangen, um sich zu Millie, Pansy und George zu setzen, und hatte vergessen, ihren Drink bei Severus zu holen. Nicht viel später war er mit ihrem und seinem Getränk in der Hand an ihren Tisch gekommen. Pansy hatte ihm einen Platz angeboten, und bald danach hatte Lucius sich am Ende des Tisches dazugesetzt.

Hermione hatte mit mehreren ihrer alten Klassenkameraden getanzt und sich ziemlich gut amüsiert. Sie war nicht oft wirklich ausgelassen, und aus irgendwelchen Gründen waren in der vergangenen Nacht ihre natürlichen Hemmungen verschwunden. Sie hatte Severus gebeten, mit ihr zu tanzen, aber er hatte mit einem knappen „Ich tanze nicht" abgelehnt, was sie tatsächlich enttäuscht hatte. Als Lucius sich sofort mit einer spitzen Bemerkung, niemals eine Lady abzuweisen, als Tanzpartner angeboten hatte, hatte sie akzeptiert; Severus' Augen hatten sich verengt, und er hatte Lucius böse angesehen, was ihr ziemlich gut gefallen hatte. Lucius hatte ihre Hand genommen und sie auf die Tanzfläche geführt. Während sie sich davonbewegten, hörte sie, dass Pansy in scheltendem Ton mit Severus sprach, auch wenn sie nicht hören konnte, was gesagt wurde.

Zu ihrer Überraschung bewegte sich Lucius geschmeidig auf der Tanzfläche, und nach dem ersten Tanz hielt er ihre Hand fest, um sie am Weggehen zu hindern, während er mit dem DJ-Zauberer sprach und um einen langsameren Song bat. Sie tanzten noch einmal; Lucius hielt sie dieses Mal sehr eng an sich und ließ Hermione sich sowohl erregt als auch ängstlich fühlen.

Ab diesem Zeitpunkt begann der Abend noch verschwommener zu werden.

Sie hatte noch einen Tanz mit Lucius getanzt, einen mit Draco, einen mit Charlie und noch einen mit Lucius. Ein wenig atemlos war sie zum Tisch zurückgekehrt und hatte sich auf ihren Platz neben George fallen lassen. Trotz Pansys Protest, dass es Georges Drink sei, schnappte Hermione das nächstbeste Glas und leerte es in zwei riesigen Schlucken. Ehe sie wusste, was geschah, hatte Severus ihre Hand ergriffen und zog sie zurück auf die Tanzfläche hinaus. Anscheinend tanzte er doch.

Das war das Letzte, woran sie sich klar erinnern konnte — abgesehen von dem fantastischen Sextraum —, bis sie an diesem Morgen neben Harry aufgewacht war. Egal, wie sehr sie sich bemühte, sie konnte sich nicht erinnern, wie sie von der Tanzfläche mit Severus in das Zimmer oben ins Bett neben Harry gekommen war.

Sie konnte die Augen schließen und den Sextraum in grafischen Details abspielen, aber dennoch konnte sie das Gesicht ihres Liebhabers überhaupt nicht visualisieren. Mit den Ellenbogen auf den Knien ließ Hermione den Kopf hängen und barg ihr Gesicht in den Händen. Sie hätte nicht mit Harry geschlafen, egal, wie betrunken sie war ... oder? Er war ihr wirklich wie ein Bruder, allein die Idee war einfach zu verstörend.

Schließlich setzte Hermione sich auf und holte tief Luft. Sie würde den Gedanken einfach aus ihrem Kopf verbannen. Sie würde nichts sagen, wenn Harry nichts sagte. Sie würde einfach so tun, als sei es nie geschehen, und wahrscheinlich war es auch wirklich so. Schließlich war es höchstwahrscheinlich nur ein Traum gewesen. Sorgfältig faltete sie das schwarze T-Shirt zusammen und legte es ganz hinten in die Schublade, in der sich ihre Slips und Nachthemden befanden.

Auf der Arbeit am Montag waren die Dinge mit Severus ein wenig unangenehm — ihre Angst, er würde sarkastische Bemerkungen über ihr Benehmen machen, ließ sie ungewöhnlich still werden —, aber innerhalb kurzer Zeit war alles wieder normal. Er machte über irgendetwas abfällige Bemerkungen, und sie blaffte zurück. Sie weigerte sich, sich von ihm einschüchtern zu lassen, da sie jetzt Kollegen waren, und die Dinge gingen ganz normal weiter.

Mitte der Woche tauchte Harry nach der Arbeit zu ihrem jeden-zweiten-Mittwoch-Abendessen und Drinks im nahen Pub auf, als sei nichts geschehen. Dies konnte eines von drei Dingen bedeuten: a) Harry folgte ihrer Taktik und tat so, als sei nichts gewesen, oder b) er erinnerte sich ebenfalls an nichts, oder c) es war tatsächlich nichts passiert, was bedeutete, dass Hermione sich grundlos sorgte. Bei Merlins schlaffen Eiern, sie hoffte ernsthaft, es war c), aber sie traute sich nicht, zu fragen oder auch nur etwas anzudeuten. Es war besser, schlafende Zauberer liegen zu lassen, genau wie sie es an jenem Morgen getan hatte.

In den nächsten paar Wochen begegnete sie Pansy nicht, vermutlich, weil sie ihren Weasley eingesackt hatte und nun ihre meiste Freizeit mit ihm verbrachte. Tatsächlich waren sie alle so beschäftigt, dass fast sechs Wochen vergingen, bis die Mädchen wieder zusammenkamen, dieses Mal zu Lunas Geburtstagsmittagessen am letzten Sonntag im März. Pansy zog Hermione für einen Moment beiseite.

„Also ... hast du dich letzten Monat in der Drachenhöhle gut amüsiert?", fragte sie leise und schaute zu Luna, um sicherzugehen, dass sie nicht zuhörte.

Hermione zögerte, antwortete aber ehrlich. „Ja, aber um die Wahrheit zu sagen, Pansy, erinnere ich mich wirklich nicht an viel dessen, was gegen Ende des Abends passiert ist. Ich habe viel zu viel getrunken. Ich hätte vorsichtiger sein sollen."

„Du kannst dich wirklich nicht erinnern?" Pansy sah nervös aus. „Wie läuft es mit Snape auf der Arbeit? Kommt ihr beide miteinander klar?"

Hermione sah Pansy bei dem plötzlichen Themenwechsel misstrauisch an. „Ja, bei der Arbeit ist alles prima. Warum fragst du mich das? Was ist los, Pansy? Spuck's aus", verlangte sie.

Pansy zuckte lässig mit den Schultern. „Oh, ich bin nur neugierig. Er schien sich darüber aufzuregen, als du Mr. Malfoys Bitte um einen Tanz angenommen hast. Beinahe eifersüchtig. Ich habe ihm unverblümt gesagt, dass er, falls er irgendwelches Interesse an dir hat, besser in die Gänge kommen und aktiv werden solle. Ich habe ihm gesagt, du seist ein guter Fang, und wenn er dich entwischen ließe, sei er ein Riesendummkopf."

„Oh, du liebe Zeit, Pansy. Nicht doch."

„Doch", erwiderte Pansy grinsend. „Als du zum Tisch zurückkamst, und er dich dann auf die Tanzfläche zog, dachte ich, er nähme meinen Rat an. Ihr beide saht da draußen sehr vertraut miteinander aus, das muss ich sagen. Ihr habt nicht voneinander lassen können."

„Ich und Severus?", quietschte Hermione. Was meinte Pansy damit, sie konnten nicht ‚voneinander lassen'? Das hörte sich gar nicht nach Severus an. Er wurde nie locker, und schon gar nicht in der Öffentlichkeit. „Das Letzte, woran ich mich erinnere, ist, mit ihm auf die Tanzfläche zu gehen …", sagte sie und verstummte bestürzt.

Pansy nickte. „Ich gebe zu, dass ich ein wenig besorgt um dich war, besonders, nachdem du die Hälfte von Georges Drink getrunken hattest ..." Sie hielt plötzlich inne und sah sehr schuldbewusst aus.

Hermione runzelte die Stirn und ergriff Pansys Handgelenk. „Was soll das bedeuten, Pans? Was genau war mit Georges Drink los?" Ihre Stimme hob sich, und Köpfe wandten sich zu ihnen herum, um sie anzustarren. Ohne Pansys Handgelenk loszulassen, zog sie sie ans Ende des Korridors in die Nähe der Damentoilette. „Du redest jetzt besser gleich, Parkinson, denn ich werde gerade wirklich ärgerlich."

„Darin war ..." Pansy murmelte mit rotem und gesenktem Gesicht etwas, das Hermione nicht verstehen konnte.

„Darin war was?", fragte Hermione. „Worin?"

Endlich sah Pansy auf, „Ich habe einen Lusttrank in Georges Drink getan", gab sie freiheraus zu.

Vor Schock stand Hermione der Mund offen. „Warum um Himmels willen solltest du so etwas Dummes tun?"

Pansy sah elend aus. „Ich wollte, dass er mich so sehr will wie ich ihn."

„Oh, Pansy. Manchmal bist du eine Idiotin, Mädchen." Hermione umarmte ihre Freundin fest und hielt sie dann auf Armeslänge Abstand. „Du bist ein guter Fang, und George Weasley wäre ein Riesendummkopf, wenn er dich nicht wollte", sagte sie und wiederholte Pansys Worte. „Und ich kenne George Weasley. Er ist kein Dummkopf, auch wenn er manchmal so tut als ob."

„Danke, Hermione", erwiderte Pansy mit einem kleinen Lächeln. „Egal, ich war besorgt, nachdem du etwas von seinem Drink getrunken hattest. Ich wollte dich nicht dort in einem Raum voller lüsterner Kerle lassen, während du unter dem Einfluss davon standest, daher musste ich George gestehen, was ich getan hatte. Er sagte, er spürte überhaupt keine seltsame Wirkung durch den Drink, daher dachten wir, der Trank sei nicht wirksam gewesen. Du hattest keine Nebenwirkungen, oder?"

„Nein", antwortete Hermione. „Nun, außer ..."

„Außer was? Hast du etwas davon gemerkt?"

Hermione spürte eine Welle der Erleichterung. Dies war der Beweis, es musste ein Traum gewesen sein. „Ich hatte diesen sehr intensiven erotischen Traum, aber als ich aufwachte, war mein Traumliebhaber ohne Gesicht. Ich sehe einfach keines. Falls der Trank vielleicht zu alt war, war die Wirkung genügend abgeschwächt, dass er lediglich meinen Traum ausgelöst hat."

Pansy grinste. „Nun, wenn das alles ist, was passiert ist, fühle ich mich viel besser. Ich war an diesem Abend ein wenig in Sorge um dich, weil du dich sehr untypisch verhalten hast. Ich muss zugeben, mir war viel wohler, mit George wegzugehen, als Harry sagte, er würde ein Auge auf dich haben. Komm, wir gehen besser zurück. Wahrscheinlich fragt Luna sich schon, wo wir sind."

Pansy drehte sich um und ging den Flur entlang ins Restaurant zurück.

Hermione hielt einen Moment inne, ehe sie Pansy folgte. Sie erinnerte sich nicht daran, Harry an jenem Abend überhaupt gesehen zu haben, bis sie am nächsten Morgen neben ihm aufgewacht war. Konnte er der Mann in ihrem Traum gewesen sein? Sie versuchte, sich Harry in dieser Rolle vorzustellen, und konnte nicht verhindern, dass ihr ein verrücktes Kichern entfleuchte. Nein, sie konnte Harry und sich selbst nicht in diesem Licht sehen, aber jetzt hatte sie wenigstens eine Erklärung für ihren Traum. Er war einfach eine Nachwirkung von zu viel Alkohol und einem überalterten Lusttrank — jetzt konnte sie aufhören, sich darüber Sorgen zu machen.

Als Hermione am nächsten Tag aufwachte, war ihr ein wenig übel, und sie vermutete, dass sie etwas ausbrütete. Zumindest dachte sie dies, bis sie einen Flohanruf von Luna bekam.

„Geht es dir heute gut, Hermione?", fragte Luna. „Ich bin nur neugierig, weil Pansy sich heute krank gemeldet hat, und sie sagte, ich solle nach dir sehen. Sie glaubt, sie könne eine leichte Lebensmittelvergiftung haben. Sie hat den Verdacht, dass es die Krabbenkuchen sind, die sie gestern gegessen hat, und sie sagte, du hättest auch welche gegessen. Ich persönlich vermute, das Restaurant könnte von Mystytwistern infiziert sein. Sie geraten in deinen Bauch, weißt du, und schwirren im Kreis herum. Es kann einem scheußliche Übelkeit verursachen, aber Pans besteht darauf, dass es wahrscheinlich die Krabbenkuchen sind."

„Als ich aufgewacht bin, war ich heute auch neben der Spur, Luna. Pansy hat vermutlich recht. Ich glaube, die Krabbenkuchen sind die wahrscheinlichsten Übeltäter", sagte Hermione mit einem Seufzen. „Ich schätze, ich weiß, wo ich meinen Tag verbringen werde."

Da ihr rapide schlechter wurde, flohte Hermione Severus im Labor an.

„Severus?", rief sie, und der rauchige Geruch des Flohnetzwerkes brachte ihren Magen dazu, sich umzustülpen.

„Hermione, warum kontaktieren Sie mich über das Flohnetzwerk? Sie sollten in ein paar Minuten zur Arbeit hier sein."

„Es tut mir sehr leid, Severus. Ich weiß, dass Sie heute mit diesem dualen Trank anfangen wollten, aber mir geht es wirklich nicht gut, und ich werde mir den Tag freinehmen müssen."

Er begann, sich zu beschweren, ehe sie auch nur eine Chance zu erklären hatte, weshalb, aber inmitten seiner Tirade konnte Hermione den rauchigen Geruch nicht mehr ertragen und flitzte ins Bad. Es blieb einfach keine Zeit, die Flohverbindung oder die Badezimmertür zu schließen. Geräusche ihres Würgens und sich Übergebens mussten laut und klar durchgekommen sein.

„Äh ... Hermione? Es ist wahrscheinlich am besten, wenn Sie daheim bleiben und sich ausruhen. Informieren Sie mich später, wie Sie sich fühlen."

Genau das tat sie, und um die Mittagszeit fühlte sie sich prima. Sie eulte Pansy, um zu sehen, wie es ihr ging, und ihre Freundin bestätigte, dass sie sich ebenfalls viel besser fühlte. Hermione sandte Severus eine kurze Nachricht und erklärte, was passiert war, und dass sie am nächsten Tag wieder zurück am Arbeitsplatz sein werde.

Am nächsten Morgen war Hermione verärgert, als sie mit derselben Übelkeit erwachte wie tags zuvor, aber sie schob es auf die Nachwirkungen der Lebensmittelvergiftung und machte sich trotzdem auf den Weg zur Arbeit.

Obgleich Snape technisch gesehen für das Ministerium arbeitete, war er eher ein Dienstleister und arbeitete von zu Hause aus, wo er sein eigenes Labor für seine Forschungen nutzte. Er hatte sein Elternhaus für einen lächerlich hohen Betrag an einen Muggelinvestor verkauft, der plante, dort ein riesiges Einkaufszentrum zu errichten. Die Einnahmen aus dem Verkauf hatte er verwendet, ein Haus von bescheidener Größe in Aylesbury Vale zu kaufen. Es befand sich etwa auf der halben Strecke zwischen Aylesbury und Winslow im nördlichen Teil von Buckinghamshire. Da es ein wenig abseits gelegen war, musste er sich nicht darum sorgen, von Muggeln gestört zu werden, aber um sicherzugehen, ließ er Hermione immer in den rückwärtigen Garten zur Arbeit apparieren. Sein hochmodernes Labor befand sich hinter dem Haus in einer ehemaligen separaten Garage

Sobald Hermione eingetroffen war, war ihr klar, dass Fortbewegung mittels Apparierens ein großer Fehler gewesen war. Ihr Magen befand sich in Aufruhr, und mit einem lauten Stöhnen ließ sie sich auf die Knie sinken, drückte eine Hand über ihren Bauch und die andere auf den Mund in dem Versuch, mit purer Willenskraft die Übelkeit zu unterdrücken.

Severus, der ihre Ankunft offensichtlich gehört hatte, riss die Tür auf und fand sie auf dem Boden kniend vor. „Granger, was zum Teufel machen Sie auf dem Boden? Ich dachte, Sie sagten, es ginge Ihnen besser. Sie sehen ganz grün aus."

Hermione schüttelte leicht den Kopf und murmelte, „Rückfall, schätze ich."

„Ich frühstücke gerade, kommen Sie rein, essen Sie ein Stück trockenen Toast, und trinken Sie etwas Tee. Vielleicht wird das Ihren Magen beruhigen", bot er an, während er sich hinabbeugte, um ihr auf die Füße zu helfen.

Sobald sie den Flur durchquerte, traf der Geruch seines gebratenen Frühstücks ihre Nase und gab ihr den Rest. Hermione würgte und rannte zur Toilette.

Armer Severus, dieselben Geräusche heute aus der Nähe und persönlich zu hören, die er gestern durch die Flohverbindung vernommen hatte, mussten ihm den Appetit an seinem Frühstück verdorben haben. Sie konnte hören, wie er die Reste in den Müll kratzte, ehe er ihr in die Toilette folgte. Severus zog ihren Pferdeschwanz aus dem Weg und befestigte ihn mit einem Zauber. Sie hörte das Geräusch laufenden Wassers im Waschbecken, und einen Augenblick später spürte sie dann einen lindernden, kühlen Lappen, der ihr ins Genick gedrückt wurde. Gleich danach reichte er ihr einen zweiten, um sich Gesicht und Mund abzuwischen.

Als sie eine Minute später ziemlich sicher war, dass ihr Magen sich beruhigt hatte, setzte sie sich zurück und sah mit einigen Tränen in ihren großen braunen Augen zu ihm auf. „Danke, Severus. Es tut mir alles schrecklich leid. Es ist mir so peinlich. Ich hatte mich heute Morgen ehrlich besser gefühlt, aber ich schätze, zu apparieren hat es wieder ausgelöst."

„Sie sehen überhaupt nicht wohl aus, und wenn Sie sich so fühlen, können Sie bestimmt nicht nach Hause apparieren. Ich nehme an, zu flohen ist genauso schlimm. Kommen Sie herein, legen Sie sich auf das Sofa und ruhen Sie sich eine Weile aus. Ich glaube immer noch, dass etwas Tee und trockener Toast Ihrem Magen helfen könnten, sich zu beruhigen. Ich richte Ihnen etwas", schlug er vor und half ihr zum zweiten Mal an diesem Morgen von den Knien auf.

Als er einen Arm um ihre Taille schlang, lehnte sich Hermione an seine Seite, seufzte tief und entschuldigte sich wieder, während er sie Richtung Sofa führte. „Es tut mir wirklich leid, Severus. So hatten Sie sicher nicht vor, Ihren Morgen zu verbringen."

„Mit der Annahme haben Sie recht", sagte er, als er ihr auf die Couch half. Er deckte sie sogar mit einer weichen, salbeigrünen Decke zu, ehe er ihr Tee und Toast holen ging.

Kurz danach hörte Hermione den Kessel pfeifen, und Severus kam zurück und setzte auf dem Beistelltisch neben ihr ein Tablett ab. „Versuchen Sie das, und schauen Sie, ob es nicht hilft", sagte er. „Ich bin im Labor. Falls und sobald Sie sich besser fühlen, können Sie dazukommen." Er stolzierte hinaus, ehe sie auch nur eine Gelegenheit hatte, ihm zu danken.

Hermione knabberte am Toast und trank langsam den Tee. Sie döste ein Weilchen, und als sie wieder aufwachte, ging es ihr viel besser. Hermione fühlte sich gut genug, um hinauszugehen und den Rest des Tages ohne Probleme mit Severus zu arbeiten.

„Jetzt geht es mir gut", versicherte Hermione Severus, als sie Anstalten machte, nach Hause zurückzukehren. „Ich bin sicher, es ist kein Problem. Bis morgen früh."

Am nächsten Morgen hätte sie alles zurückgenommen, da ihr Magen so durcheinander war. Wieder eulte sie Severus und versprach, ein wenig später zu kommen, wenn sie sich besser fühlte, wie es schon an den beiden Tagen zuvor gewesen war. Sie fragte sich, ob Pansy dieselben anhaltenden Nachwirkungen der Lebensmittelvergiftung hatte, aber als sie ihr eine Eule schickte, um nachzufragen, bekam sie zu ihrer Überraschung innerhalb von weniger als einer halben Stunde von Pansy Antwort.

Hermione,

tut mir leid, dass es Dir noch nicht wieder gut geht. Am Montag habe ich einen halben Tag lang meinen Magen umgestülpt, aber seitdem fühle ich mich okay. Vielleicht brütest Du etwas aus … Luna möchte wissen, ob Du mit irgendwelchen Mystitwistern Kontakt hattest (was immer zum Teufel das sein mag!). Ich hoffe, es geht Dir bald besser.

Liebe Grüße,

Pansy.

P.S. Später, nach der Arbeit, komme ich vorbei und schaue nach Dir.

Wieder einmal verging Hermiones Übelkeit um die Mittagszeit, und sie ging zur Arbeit.

Severus äußerte einige Besorgnis, besonders, als sie ihm sagte, dass was immer sie hatte, nicht dasselbe wie bei Pansy war, weil es ihr wieder gut ging, während Hermiones Symptome anzuhalten schienen. „Das gefällt mir alles nicht, Hermione. Wenn es nicht aufhört, sollten Sie ins St. Mungos gehen und sich untersuchen lassen", riet er.

„Ich würde mir albern vorkommen, jetzt dorthin zu gehen, da die Symptome alle weg sind. Aber wahrscheinlich haben Sie recht. Wenn es nicht innerhalb der nächsten Tage besser ist, verspreche ich, einen Heiler aufzusuchen."

Pansy tauchte an diesem Abend wie versprochen auf und brachte Take-away vom Tropfenden Kessel mit. Üblicherweise teilten sich die beiden etwas Indisches oder vom Thai, aber um Hermiones empfindlichen Bauch zu beschwichtigen, hatte ihre Freundin netterweise Hannah gebeten, eine Schüssel hausgemachtes Hühnerfrikassee mit etwas dickem, knusprigem Brot vorzubereiten, das für zwei reichte. Es war köstlich, genau wie Pansys klatschhaftes Geplauder über ihre frischgebackene Romanze mit George.

„Ich kann nicht glauben, wie glücklich es mich macht, mit ihm zusammen zu sein. Ich hätte mir in hundert Jahren nicht mich mit einem Gryffindor vorstellen können, geschweige denn mit einem Weasley." Reuig schüttelte sie den Kopf. „Jetzt werde ich für all die garstigen Dinge zu Kreuze kriechen müssen, die ich zu Draco gesagt habe, als er anfing, mit der Weaslette auszugehen."

„He, Gryffindor niederzumachen, ist nicht erlaubt, wenn du mit einer davon zusammensitzt, Parkinson", neckte Hermione.

„Oh, du weißt, was ich meine. All dieser Hausmist könnte mir gleichgültiger nicht sein. Aber sei ehrlich, als du aufgewachsen bist, hättest du dir vorstellen können, dich in einen Slytherin zu vergucken?", fragte Pansy.

„Nein, damals wahrscheinlich nicht, aber jetzt ... sicher", räumte Hermione ein.

Pansy sah sie fragend an. „Also hat mein Rat an den Professor an diesem Abend nichts genutzt? Hat er nichts unternommen?"

Hermione seufzte sehnsüchtig. „Nein, nicht wirklich. Der erste Tag danach schien ein wenig unbehaglich, aber ansonsten hat er sich benommen, als hätte dieser Abend nie stattgefunden. Er war jedoch sehr freundlich zu mir, als ich gestern zur Arbeit kam und mir übel war. Das ist etwas untypisch für ihn, aber es war ziemlich nett."

„Ist es. Es zeigt, dass er etwas für dich übrig hat. Er weiß nur einfach nicht, wie er es zeigen soll, denke ich", sagte Pansy, während sie die beiden Take-away-Container aufräumte und ihre Jacke holte. „Ich bin deinetwegen selbst ein wenig besorgt, Liebes. Die Art, wie die Übelkeit andauert, gefällt mir nicht. Du solltest dich durchchecken lassen, wenn es dir nicht bald besser geht."

„Ja, Mummy. Jetzt hörst du dich wie Severus an, er sagte genau dasselbe. Wenn es in einem oder zwei Tagen nicht weg ist, verspreche ich, einen Termin bei einem Heiler zu machen", sagte Hermione, während Pansy zur Tür ging.

„Tu das auf jeden Fall." Pansy trat aus der Tür, dann steckte sie den Kopf noch einmal hinein. „Weißt du, wenn es jemand anders wäre, würde ich dich jetzt direkt fragen, ob du schwanger bist", sagte sie mit einem Lachen und winkte dann, als sie die Tür schloss. Niemand war da, der sah, wie Hermiones Gesicht erblasste, als sie schwankte und nach der Wand griff, um sich aufrecht zu halten. In Sekundenschnelle flitzte zur Toilette, um all das gute Hühnerfrikassee zu erbrechen.

Anmerkung der Übersetzerin:

[1] Slippery Nipple dt.: ‚schlüpfriger Nippel'

[2] Screaming Orgasm dt.: ‚schreiender Orgasmus'