Diese Geschichte wurde ursprünglich in englischer Sprache veröffentlicht und nach Rücksprache mit der Autorin von mir übersetzt, um sie einem deutschsprachigen Publikum zugänglich zu machen. Obwohl ich nur als Übersetzerin fungiere, sind Reviews natürlich trotzdem mehr als willkommen. Alexandra, die Autorin, schreibt unter dem Namen madame. alexandra und ist hauptsächlich hier auf fanfiction. net unterwegs.
Autorin: madame. alexandra
Originaltitel: Trust
Vertrauen
Wasser floss aus dem Duschkopf über ihnen und Leia ließ es auf sich herunterprasseln, während sie sich mit kleinen genussvollen Schauern an die Wärme gewöhnte. Han stand nahe bei ihr, seine Zehen berührten ihre, und er teilte das heiße Wasser mit ihr, wobei er sie überragte, ohne bedrohlich zu wirken.
Die Nässe war kostbar, eine seltsame Sache, um so wertgeschätzt zu werden – aber sie rationierten Wasser und das hier war eine Seltenheit, ein äußerst begehrter Luxus. Han hob seine Hände und strich damit durch ihr Haar, er zog sie fest an sich und sie drückte ihre Wange an seine Brust, schloss die Augen und schwelgte im Gefühl des Wassers auf ihrer Haut.
Sein Herz schlug gegen ihr Ohr und sie war fasziniert davon, dass sich die Dinge in so kurzer Zeit so sehr ändern konnten, dass sie von einem Zustand zu einem völlig anderen gewechselt waren – von bekleidet und zurückhaltend zu nackt und ehrlich.
Seine Fingerspitzen massierten ihre Kopfhaut und er neigte ihren Kopf zurück und senkte den Kopf, um sie auf die Stirn zu küssen.
„Wie fühlt es sich an, hm?", fragte er mit gesenkter Stimme, gerade laut genug, um über dem rauschenden Wasser gehört zu werden. „Du, wie fühlst du dich?"
Leia fuhr sich mit der Zunge über die Lippen und nahm die untere zwischen die Zähne. Sie blinzelte sich das Wasser aus den Augen und lächelte. Ihre Haut war von mehr als nur der Hitze gerötet. Sie nickte und schob die Hände über seine Hüften und um seinen Rücken herum.
Sie ließ das Wasser ihre Haare durchweichen, holte tief Luft, dankbar für die Wärme, und trat dann ein wenig zurück, um sich die Haare hinter die Ohren zu streichen. Er warf einen Blick auf den Abfluss, überprüfte die Rinnsale des Wassers auf verbleibende Blutflecken und sah dann wieder zu ihr auf.
„Bist du einverstanden, wenn ich das Wasser abdrehe?", fragte er.
Sie nickte und er griff schnell an ihr vorbei und stellte das System ab, damit Chewbacca oder 3PO nicht auf die Idee kamen, vorbeizuschauen und ihnen eine Standpauke zu halten.
Das Badezimmer füllte sich mit nebligem Dampf und die Luft begann sich abzukühlen, während Han näher trat und Leia für einige lange Herzschläge in einer engen Umarmung festhielt. Als er sich zurückzog, griff er nach einem Handtuch, reichte es ihr und schnappte sich ein weiteres für sich selbst.
Sie strich sich die Haare hinter die Ohren, trocknete sich diskret zwischen den Beinen ab und hielt nach Blut Ausschau, bevor sie das Handtuch leicht über ihren gesamten Körper gleiten ließ und es dann ordentlich um sich herumwickelte, um eine kurze Tunika daraus zu formen. Han, der immer noch neben ihr stand, trocknete sich die Haare ab und kümmerte sich kaum um den Rest seines Körpers.
Er war derjenige, der vorgeschlagen hatte, sich zu waschen – wirklich zu waschen und sich mit einer heißen Dusche zu verwöhnen. Nach wochenlanger Verwendung der Sonic-Duschen konnte sie sich kaum etwas Schöneres als eine echte Wasserdusche vorstellen, besonders mit ihm, um zusammen zu verweilen und das intime Durcheinander abzuwaschen, das Sex nun einmal war.
Leia räusperte sich, drehte sich um und fuhr mit der flachen Hand über den Spiegel, um das Kondenswasser loszuwerden. Sie spähte auf ihr rosiges, feuchtes Spiegelbild, hob den Blick und betrachtete Han, der sich hinter ihr bewegte.
„Macht es", begann sie zögernd und schürzte ein wenig schelmisch die Lippen, „dich an?", fragte sie.
Han hielt inne und schaute auf, das Handtuch hielt er in Taillenhöhe. Er schüttelte es ein wenig aus und nahm sich dann einen kurzen Moment, um zu entscheiden, ob er es sich umbinden oder über die Schultern legen sollte. Er entschied sich für letzteres. Dann zupfte er an den Enden und neigte den Kopf.
„Was, du?", fragte er. Er hob eine Augenbraue. Dann schritt er vorwärts, lehnte sich von hinten an sie, fuhr mit den Händen ihre Seiten hinauf und beugte sich vor, um ihren Nacken zu küssen. „Hmmm. Ich dachte, das hätte ich deutlich klar gemacht", murmelte er.
Mit klopfendem Herzen senkte sie den Kopf und ein gequältes Lächeln huschte über ihre Lippen. Die Berührung war leicht und kitzlig und sie entspannte sich und schüttelte errötend den Kopf.
„Mm-mm", murmelte sie und hob den Blick, um seinen Augen im Spiegel zu begegnen. „Dass ich eine Jungfrau bin", sie hielt inne, ihre Brauen hoben sich und sie verlagerte ihr Gewicht von einem Fuß auf den anderen, „war", korrigierte sie sich heiser.
Langsam sah er auf, die Lippen geöffnet, sein Gesichtsausdruck unergründlich. Sie beobachtete ihn, wie er den Kopf neigte, um zu ihr hinunterzusehen und dann wieder aufschaute, um sie im Spiegel zu betrachten. Er stützte eine Hand auf das Waschbecken und seine Brauen zogen sich ein wenig zusammen. Dann drückte er ihre Hüfte und dachte darüber nach.
„Ja", antwortete er schließlich, „aber wahrscheinlich nicht auf die Art, wie du es dir vorstellst", fügte er mit einem leisen Schnauben hinzu.
Sie legte den Kopf schief, ihr Interesse war geweckt. Das Kondenswasser auf dem Spiegel begann sich aufzulösen, der Spiegel zeigte ihre Reflektionen nun besser. Sie betrachtete sich selbst, musterte ihr Gesicht und blickte ihn an – sie sah nicht anders aus.
Er beugte sich vor und küsste ihre Kehle, zog sie sanft an der Hüfte zurück zu ihm. Sie wehrte sich ein wenig, schaute ihn an und lenkte seine Aufmerksamkeit zurück auf ihr Spiegelbild. Dann drehte sie leicht den Kopf und drückte ihre Wange gegen seine gesenkte Stirn.
„Welche Art stelle ich mir denn vor?", tastete sie sich leise vor.
Han grunzte und schaute vorsichtig zu ihr auf. Er zuckte mit den Schultern.
„Irgendein Gedanke, den du aus Pornos hast", erwiderte er unverblümt. „Dass es mir gefällt, weil es eine Dominanzsache ist oder weil du so", er machte eine Pause, um einen zarten Kuss auf ihr Ohr zu drücken, „eng bist", murmelte er.
„Und das bin ich nicht?", fragte Leia und täuschte Unschuld vor.
Er hielt inne und sah nur für einen Moment zu ihr auf, um zu sehen, dass sie ihn neckte. Er grinste sie an und ging wieder dazu über, ihr sanfte Küsse auf den Hals und die Schultern zu drücken.
„Das ist nicht der Grund, warum es mich anmacht", murmelte er.
Sonst sagte er nichts mehr und Leia neigte den Kopf zur Seite und schaute nachdenklich zu, wie er sie küsste.
„Du denkst, ich bekomme meine Inspirationen aus Pornographie?", erkundigte sie sich. „Du denkst, ich schaue Pornos?"
Han hörte nicht auf, sie zu küssen und schaute sie nicht an.
„Wenn du mir in die Augen sehen und mir sagen willst, dass du dir noch nie einen angeschaut hast, dann mach weiter", antwortete er gedehnt. „Königliche Lügnerin."
Dabei sah er sie demonstrativ an und sie hielt seinem Blick einen Augenblick lang genauso demonstrativ stand, bevor sie still nachgab und wegschaute – aber sie hatte es sich nicht zum persönlichen Vergnügen angesehen. Sie hatte es aus klinischer Neugier heraus geschaut.
„Also", murmelte sie.
Sie drückte ihre Hand auf den Knoten, den sie in das Handtuch gemacht hatte und der es oben hielt. Wasser trocknete langsam auf ihrer Haut und mit ihm verblasste die Röte; still musterte sie ihr Spiegelbild – war der Verlust ihrer Jungfräulichkeit so eine unbedeutende Sache, so eine subtile Veränderung, weil es mit ihm geschehen war, einem Mann, von dem sie wusste, dass sie ihn nie bereuen würde, oder weil sie die zarten Jahre ihres Lebens überschritten hatte, in denen es ihr viel skandalöser und unsteter erschienen wäre; weil sie sich jenseits der turbulenten Schwelle der Jugend befand?
„Also", sagte er gedehnt und abwartend, weil sie ihn hängenließ.
Sie räusperte sich leise und drehte sich ein wenig um.
„Warum macht es dich dann an?"
Han lehnte sich zurück. Er richtete sich auf, trat dann um sie herum und lehnte sich gegen die Wand, die Hüfte auf das Waschbecken gestützt – er bot einen komischen Anblick, das Handtuch um die Schultern gelegt, der Rest von ihm unverfroren nackt.
Lange sah er sie an und hob dann das Kinn.
„Warum hast du vor mir noch nie mit jemandem geschlafen?", fragte er und umging ihre Frage.
Sie öffnete den Mund, um zu protestieren, und bemerkte dann – dass er einen entschlossenen Ausdruck in den Augen hatte, als wolle er damit auf etwas hinaus. Also drückte sie das Handtuch fester an sich, wandte sich ihm zu, um die Art nachzuahmen, wie er da mit der Hüfte am Waschbecken stand, und biss an seinen Köder an.
„Ich wollte nicht", antwortete sie schlicht.
„Das war's?", erkundigte sich Han und legte den Kopf schief.
Leia schürzte die Lippen.
„Einige können das kaum glauben", erwiderte sie betreten. „Sith bewahre, oder?", murmelte sie. „Ja, das war's. Ich wollte nie so weit gehen. Das heißt nicht, dass ich nie berührt werden wollte. Ich wollte nur nicht, dass die Berührungen zu etwas anderem werden."
Han verschränkte die Arme, seine Mundwinkel zogen sich ein wenig nach oben – nicht in einem Grinsen, sondern in ruhiger und nachdenklicher Bewunderung. Er wartete und sie zögerte und biss sich für den Bruchteil eines Augenblicks auf die Lippe.
„Ja", brummte Han aufmerksam. „Aber warum?"
Sie holte tief Luft und scharrte mit den Füßen. Mit dem Finger fuhr sie am Rand des Handtuchs entlang und ihre Wimpern flatterten nachdenklich.
„Ich wollte…etwas…Besseres", begann sie langsam, „als ungeschicktes Herumfummeln."
Sie blinzelte.
Sie schluckte schwer.
„Ich wollte nicht, dass mein Titel, mein Geld oder meine Macht Teil des Handels sind, nicht im Ansatz", flüsterte sie, „oder die Bedrohung von Gerüchten darüber, wer mich bekommen hat, oder Reue, weil ich es getan habe, als ich jung und ungestüm war und", sie schnippte leise mit den Fingern, „nicht mit dem Herzen entschieden habe."
Han senkte den Kopf und hörte zu. Nach einem Moment nickte er, sah wieder zu ihr auf und hob die Hand, um sich über den Kiefer zu streichen.
„Ich dachte mir schon irgendwie, dass du diese Art von…Standards hast", bemerkte er rau. „Du weißt schon, dass du, ähm, dich selbst beschützt, weil das hier", er deutete zwischen ihnen hin und her, „ist persönlich, es ist persönlicher, als ich es manchmal habe werden lassen", gab er heiser zu, während er an vergangene Bettgeschichten dachte, an Rücksichtslosigkeit und an verletzte Gefühle.
Er zuckte die Achseln und ließ die Hand sinken.
„Das ist der Grund, warum es mich anmacht", sagte er.
Leia spielte wieder mit dem Knoten an ihrem Handtuch.
„Es macht dich an, dass ich absolut prüde und frigide war?", schnaubte sie.
Er schüttelte den Kopf und ignorierte die Stichelei, die sie gegen sich selbst gerichtet hatte.
„Du hast mir vertraut", antwortete er. Er schluckte schwer. „Mir."
Er senkte den Kopf und stieß langsam den Atem aus, als ob er es immer noch nicht glauben könnte.
„Es hat sich lange nichts mehr so gut angefühlt", murmelte er.
Leia hielt den Atem an und rückte näher an ihn heran. Sie löste das Handtuch, ließ es fallen und stand ebenso nackt neben ihm. Er schaute auf das Handtuch herunter, dann nach oben und beugte sich vor. Sie drehte sich um, um ihren eigenen Blick im Spiegel aufzufangen.
„Fühlst du dich anders?", fragte er und drückte ihr einen Kuss auf die Wange.
Sie schüttelte den Kopf und wandte ihm den Kopf dann zu.
„Nein", murmelte sie ehrlich und ihre Nase stieß gegen seine, als sie ihm in die Augen sah. „Aber ich glaube, wenn es anders passiert wäre, wenn ich…weniger reif gewesen wäre", sie zuckte die Schultern. „Dann hätte ich mich anders gefühlt."
Sie hätte vielleicht geglaubt, dass jeder kleine Teil davon sie in unüberwindlicher Weise änderte. Jetzt war sie alt genug, zu wissen, dass es nur eine Erfahrung war, und dass sie eine Entscheidung getroffen hatte, die auf Emotionen basierte, ja, und auf Verlangen, aber auch auf ihrem Herzen und dem Vertrauen in ihre Fähigkeit, sich darin zurechtzufinden.
Han schlang seine Arme um sie. Er zog sie nah zu sich heran, atmete ihren Geruch ein, und richtete sich dann auf und hob sie auf den Rand des Waschbeckens. Er lehnte sich gegen sie, küsste sie fordernd und ließ seine Hand über ihre Knie und ihre Oberschenkel gleiten. Leia hielt sein Gesicht in den Händen und neigte den Kopf zurück, völlig davon eingenommen. Sie fühlte, wie er sich zwischen ihren Beinen aufrichtete, ließ ihre Hände auf seine Schultern fallen und legte ihre Arme um seinen Hals.
„War es ungeschicktes Herumfummeln?", murmelte er in ihr Ohr und verbarg sein Grinsen an ihrer Haut.
Sie lachte, ein heiseres, kehliges Geräusch, und wurde rot, während sie näher an ihn heranrückte.
„Ja – "
„Ich sage es dir nur ungern, aber das ist es immer. Sogar wenn du gut bist."
„ – aber es war hauptsächlich meine Schuld", wisperte sie.
Er schüttelte den Kopf.
„Nein", widersprach er inbrünstig und drückte seine Nase mit einem leisen, sinnlichen Stöhnen in ihre Schulter. „Du, Schätzchen, hm. Du bist…unglaublich."
Sie kratzte leicht mit den Nägeln über seine Haut, schob ihre Hände dann über seine Brust hinunter zu seinen Hüften und bewegte die Beine ein wenig mehr auseinander. Zuversichtlich hob sie die Knie an und schaute ermutigend zu ihm auf, aber er nahm sanft ihre Hand weg und schüttelte den Kopf. Stattdessen beugte er sich vor, um ihre Brüste zu küssen.
„Nimm dir nicht zu viel vor, Prinzessin."
„Das ist genau das, was ich versuche zu tun, mir deinen – "
„Du musst dich noch hocharbeiten, um auf dem Waschbecken gevögelt zu werden, hörst du mich?"
Sie kicherte leise, als seine Lippen tiefer wanderten, er ein Knie in die Hand nahm und begann, die Innenseite ihres Oberschenkels zu küssen.
„Lehn dich zurück", riet er ihr schelmisch, „und denk an – "
„Coruscant?", bot sie an und ein Schauer durchlief sie, als sie an das Klischee dachte.
Er schüttelte den Kopf und zwinkerte ihr zu –
„Einen funktionierenden Hyperantrieb", gab er zurück – etwas, das sie beide in Fahrt bringen würde.
Sie lachte, legte den Kopf zurück, und musste hinter sich greifen, um sich abzustützen, als sein Mund sie innig berührte. Sie ließ ihre Hände dort, bis ihre Handgelenke schmerzten und sie sie stattdessen in seine Haare gleiten ließ, und sie dachte, dass sie jetzt vielleicht nicht mehr ganz so scharf darauf war, den Hyperantrieb zu reparieren – seine Berührung erweckte mehr als nur Lust in ihr, mehr als flüchtige Liebe – er hatte Recht, es war Vertrauen, und Vertrauen war die Grundlage der stärksten Bindungen.
