Kapitel 1: Alola! Ein neues Abenteuer?

Ein neuer Tag in Kalos, die letzten Kisten wurden gestern auf die Fähre geladen, jetzt muss ich nur noch meine neue Wohnung in Alola beziehen.

Wenn ich mich kurz vorstellen dürfte:

Mizuki, männlich, 22 Jahre alt, gebürtig aus Kanto, habe Kanto und Kalos bereist und die entsprechenden Orden gesammelt. Mein Partner ist ein männliches Psiana, welches auf den Name Felix hört.

Warum ich nach Alola ziehe wollt ihr wissen?

Tja, ich habe dort ein Angebot als Lehrer an der Trainerschule auf Mele-Mele bekommen (die Bezahlung ist echt gut und ich habe noch ziemlich viel Freizeit!).

Viel weiß ich noch nicht über Alola, aber das kann man ja alles noch lernen. Besonders interessant werden die Begegnungen mit mir unbekannten Pokémon und den Bewohnern Alolas, besonders meinen Schülern.

Falls ich es noch nicht erwähnt hatte: Professor Kukui ist mein Cousin, er war es, der mich dort als Lehrer von außerhalb vorgeschlagen hatte. Ohne mich zu fragen. Einfach so. Die frohe Botschaft hat er mir vor drei Monaten mitgeteilt. Was solls. Ich hab ja eh nichts Besseres zu tun.

Eine kleine Melodie ertönt. Meine Türklingel!

Stimmt ja, mein Vermieter bekommt ja noch den Wohnungsschlüssel. Ein freundlicher Typ, muss man sagen. Nur wenn man die Miete nicht rechtzeitig nicht bezahlt hat, kann er stocksauer werden. Eventuell, aber auch nur vielleicht, spreche ich aus Erfahrung.

Ich öffne ihm die Tür, begrüße ihn kurz und gebe ihm den Schlüssel. Wir verabschieden uns mit einem festen Händedruck. Tränen steigen ihm in die Augen und er zieht mich in eine kurze Umarmung. Man wird ja nicht jeden Tag von einem treuen Mieter verlassen. Felix gibt er ein paar Süßigkeiten speziell für Pokémon.

Nachdem das auch erledigt ist, geht's auf die Fähre und ab nach Alola.

Da die Fährfahrt lange dauert, kann ich mich euch ja noch ein bisschen beschreiben:

Mein Haarschnitt ist ein Undercut, das Deckhaar ist blaugrün gefärbt.

Haselnussbraune Augen werden von vielen, fast unsichtbaren Sommersprossen umrahmt.

Leicht gebräunte Haut schaut unter meinem schwarzen T-Shirt und einer weiß-schwarzen Strickjacke und der ¾ Jeans hervor.

Ohrstecker mit einem durchsichtig schimmernden Stein schmücken meine Ohrläppchen.

Der Hafen von Hauholi City kommt in Sicht. Felix hebt den Kopf, steht auf und streckt sich.

Ihm es gleich tuend, beobachte ich viele Wingulls und einige Pelipper. Und wenn ich nicht komplett blind bin, schwimmt da im Meer ein Mantax!

Nachdem wir anlegten, schnappte ich mir meinen Rucksack und verließ mit Felix in meine Seite gepresst das Schiff. Kukui winkt uns rüber und begrüßt mich mit einer Umarmung und streichelt Felix über den Kopf.

„Es ist schön dich mal in Alola begrüßen zu dürfen! Herzlich Willkommen auf Mele-Mele! Oder wie wir sagen: Alola! Was ist mit deinem Gepäck? Der Rucksack allein kann unmöglich alles sein, was du mitgebracht hast."

„Klar doch! Genauso klar, wie mein Gepäck, das gestern schon von der Umzugsfirma in meine Wohnung gebracht wurde. Ich wollte nicht so viel schleppen müssen. Hat zwar extra gekostet, lohnt sich aber echt! Sag mal, du weißt nicht zufällig wo genau meine neue Wohnung ist? Auskennen tu ich mich nicht wirklich und du weißt ja, wieviel ich mit Karten anfangen kann", erwidere ich mit einem kleinen Grinsen.

„Das hab ich mir irgendwie schon gedacht, also hab ich vorgesorgt. Weil ich selber aber keine Zeit habe, dich in der Stadt herumzuführen, habe ich jemanden mitgebracht. Du erinnerst dich noch an Hala, den Inselkönig von Mele-Mele?"

„Klar doch. Bekomme ich jetzt eine Privattour von ihm?"

„Nicht ganz. Sein Enkel, Tali, wird dich mit der Stadt vertraut machen. Er geht übrigens auch auf die Trainerschule und wird in etwa einem Jahr und ein paar Monaten seinen Abschluss machen, dann wird er nämlich elf Jahre alt."

„In Alola können die Kinder also mit 11 Trainer werden? Das ist ja interessant."

Ein Junge mit grünem Haar kommt auf unsere kleine Gruppe zu.

„Alola, ich bin Tali, der Enkel von Hala, dem Inselkönig. Freut mich Sie kennen zu lernen."

„Ich bin Mizuki, ein einfacher Trainer aus Kanto, das ist mein Partner Felix, ein Psiana. Ebenfalls schön dich kennen zu ler-"

„Ein Psiana, wie cool! Darf ich es mal streicheln? Sein Fell glänzt so schön! Wie machst du das? Ist das bei allen Pokémon aus Kanto so?"

„Nein ist es nicht. Und du streichelst Felix ja eh schon, warum also die Frage? Wie ich es schaffe sein Fell so glänzen zu lassen, ist mein Geheimnis, tut mir leid."

Kukui verabschiedet sich und wirf Tali einen kurzen, warnenden Blick zu.

„Wooah, Hilfe!", schreit Tali.

Mit einem kleinen Grinsen erkläre ich ihm, dass Felix sich nicht von jedem streicheln lässt und dann schonmal unerwünschte Menschen und Pokémon mit einer Psychokinese von sich fernhält. Felix schaut mich unschuldig an, ich grinse zurück. Mein Psiana lässt sich halt nicht alles gefallen.

„Es wäre besser, wenn du Felix einfach nicht streichelst, wenn ihr euch besser kennt, darfst du bestimmt mal dran. Aber genug davon, sollst du nicht den Touristenführer spielen? Ich müsste nämlich dringend zu meiner Wohnung ", erinnere ich Tali an seine ursprüngliche Aufgabe.

„Oh, ja. Entschuldige bitte, manchmal vergesse ich sowas halt." Der Junge schaut mich traurigen Blickes an, setzt dann aber ein Lächeln auf und läuft los.

„Ich muss dir unbedingt den Malasada-Laden zeigen! Die Malasadas dort sind die Besten in ganz Alola."

„Was sind denn bitte Malasadas?"

„Du hast noch nie einen Malasada gegessen? Das müssen wir unbedingt mal nachholen! Bei einem Malasada handelt es sich um eine gefüllte Teigtasche. Die Malasadas auf Mele-Mele sind Zucker-Malasadas . Jeder Malasada-Laden hat andere Geschmacksrichtungen. Es gibt sogar eine Fernsehsendung, in der es um Malasadas geht."

Diese Malasadas scheinen ja richtig beliebt zu sein, ich sollte mir später mal einen besorgen. Ob die auch für Pokémon geeignet sind?

„Sind die Malasadas auch für Pokémon geeignet?", frage ich Tali.

„Klar doch, sie sind sehr beliebt als Ausweichlösung von den Pokebohnen, die es hier in Alola traditionell als Pokefutter gibt. Menschen können diese zwar auch essen, sie schmecken aber nicht sonderlich gut für uns", erklärt er.

Wir gehen eine kleine Weile an einer der vermutlichen Hauptstraßen lang und kommen an einem Laden vorbei, auf dessen Schild ein Sabbaione abgebildet ist.

„Es gibt Sabbaione auch in Alola?"

Tali schein in Gedanke versunken zu sein, denn er antwortet nicht. Solange er weiß, wo und wann wir abbiegen müssen, ist alles gut.

Plötzlich bleibt er stehen.

„Wir sind da. Hier ist es." Er zeigt auf einen modernen Wohnblock. Vierter Stock, das ist doch richtig?"

„Ja, das ist es. Vierter Stock." Irritiert von seiner Handlungsweise folge ich ihm in das Innere des Gebäudes. Eine junge Frau mit lilanen Haaren mit einem kleinem Peppeck -ja, ich habe in den drei Monaten meine Hausaufgaben gemacht- kommt uns entgegen. Sie nickt uns einmal kurz zu und geht dann weiter.

Im vierten Stock angekommen, erblicke ich schon meinen neuen Vermieter. Hoffentlich wird das kein Griff ins Klo. Wortlos drückt er mir den Wohnungsschlüssel in die Hand und geht dann. Er murmelt noch sowas wie „Unverschämtes Pack, die jungen Leute haben keine Manieren mehr heutzutage" – oder so ähnlich.

Tali und ich schauen uns an und zucken mit den Schultern, hat wahrscheinlich einen schlechten Tag oder so gehabt. Ich öffne die Wohnungstür und trete ein.

Vor mir liegt ein Gang, von dem einzelne Türen in die verschiedenen Räume gehen.

Als erstes geht's links ins Badezimmer, dann rechts in das Ess- und Wohnzimmer, wieder links in das Schlafzimmer, dann rechts in die Küche und zum Schluss führt eine Tür auf der linken Seite in den Haushaltsraum.

Küche und Wohnzimmer sind miteinander durch eine große Öffnung in der Wand verbunden, von dem Wohnzimmer aus kommt man auf den Balkon, von dem man das Meer sehen kann. Vom Schlafzimmer aus führt eine Tür in das Badezimmer.

Apropos Badezimmer, ich sollte echt mal auf die Toilette, dringend! Tali schicke ich ins Wohnzimmer und verschwinde dann auf dem Klo. Grade noch rechtzeitig!

Überall stehen noch unausgepackte Kartons und unaufgebaute Möbel, Von Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine erst gar nicht zu reden.

Ich trete in das Wohnzimmer und finde einen schwebenden Tali vor.

„Hast du versucht Felix zu streicheln? Du weißt doch, was dann passiert!" Ich kann mich vor lachen kaum noch halten. Das ist einfach zu lustig, besonders der Gesichtsausdruck von Tali ist zum Totlachen.

„Nein, ich wollte ihn nicht streicheln! Ehrlich nicht! Ich wollte mit nur hinsetzten und bin gestolpert. Felix hat mich davor bewahrt hinzufallen."

„Ist ja auch egal, Felix, stell doch den Tali bitte auf seine Beine zurück, wir haben noch was vor."

„Was denn?", fragt er neugierig.

„Du musst mir noch den weg zum Rathaus und zur Trainerschule zeigen. Wie soll ich dich denn unterrichten, wenn ich den Weg nicht weiß, hmm? Also los, wir haben nicht den ganzen Tag lang Zeit!"

Eigentlich muss er mir den Weg nicht zeigen, ich wäre auch mit durchfragen zum Rathaus und zur Schule gekommen, aber ich will nicht die ganzen Kartons auspacken müssen. Und so kann Felix sich auch mal etwas bewegen.

Tali zeigt mir den Weg zu den gewünschten Zielorten, sowie die Pokecenter, die in Hauholi City und neben der Trainerschule auf Route 1 zu finden sind. Sogar den ungefähren Weg zum Labor von Kukui und beschreibt er mir.

Als es dunkel wird, muss Tali wieder nach Hause, also biete ich an, ihn zu begleiten. Dadurch lerne ich auch Tali's Heimatort kennen. Lili'i ist ein kleines Dorf an Route 1 gelegen, nicht weit von Hauholi City. Vor seiner Haustür verabschieden wir uns und ich mache mich auf den Weg nach Hause.

Zuhause angekommen mache ich mir und Felix Abendessen, eigentlich sind es nur zwei Malasadas für jeden von uns, aber was solls. Danach ist für uns zwei Schlafenszeit, also gehen wir ins Bett. Ich in meins und Felix in sein neues am Fußende von meinem.

Alola, wir kommen! Morgen früh startet unser neues Leben.