Inhalt: Adventskalender-FF. Wie nicht anders zu erwarten, freuen sich längst nicht alle darüber, dass Rose Weasley und Scorpius Malfoy heiraten wollen. Trotzdem hoffen die beiden, dass ihre Familien es schaffen werden, ihren großen Tag zusammen zu feiern. So schwer wird das ja wohl nicht sein. Oder?

Titel: Wouldn't It Be Nice

Autor: ChrissiTine

Disclaimer: Alle Potter- und Weasley-Kinder gehören J.K. Rowling, selbst wenn die meisten nur in Interviews erwähnt worden sind. Alle Ehepartner und Freunde der nächsten Generation sind allerdings meine eigenen Erfindungen. Titel der Fanfiction stammt vom gleichnamigen Song der Beach Boys (wobei ich die Version von Zooey Dechanel im Kopf hatte, die es irgendwo auf Youtube gibt).

A/N: Wie jedes Jahr habe ich mit mir gerungen, ob ich noch einen Adventskalender schreiben soll, besonders, weil ich keine wirklich guten Ideen hatte, die ich auf 24 Kapitel strecken konnte. Ihr habt aber Glück, dass ich vor sieben Jahren einige Szenen zu Roses und Scorpius' Verlobung geschrieben habe und die mir genug Anregungen gegeben haben, wieder auf diese Länge zu kommen. Die Kapitel werden nicht allzu lang sein, dazu hat meine Zeit nicht gereicht, und es wird ein paar Zeitsprünge geben, weil ich das Planen dieser Hochzeit weniger interessant fand als die zwischenmenschlichen Beziehungen am Anfang und das Drama, das sie hervorrufen. Ich habe beim Schreiben allerdings auch sehr viel Vier Hochzeiten und eine Traumreise auf Vox geschaut und mich davon ein wenig inspirieren lassen.

Es ist möglich, dass ein paar Details früheren One-Shots in diesem Universum widersprechen (ich hatte diese Zeitspanne nicht ganz ausgeklügelt, aber das wird hoffentlich nicht allzu sehr stören. Und falls sich jemand erinnern kann, ob ich Scorpius' Tante Daphne eine Familie geschrieben habe, ich hab dazu nichts gefunden und kann mich nicht mehr erinnern, für brauchbare Hinweise meiner Leser wäre ich sehr dankbar, vielleicht sind einem von euch ein paar Details meines 10-Jahre-alten (OMG! am 13. Dezember ist das Jubiläum) Universums besser in Erinnerung als euch).

Scorpius und Rose werden mit ihren engsten Familien im Mittelpunkt stehen, aber es werden auch ein paar andere Familienmitglieder auftreten, wie üblich. Solltet ihr dieses Jahr neu dazu gekommen sein (herzlich willkommen, ich bin ganz überrascht, dass ich noch neue Leser gefunden habe), und dies eure erste FF in diesem Universum sein, ich bemühe mich immer, dass man jede FF eigenständig lesen kann und hoffe, dass das wieder geglückt ist. Solltet ihr euch nicht ganz zurecht finden, den besten Überblick bekommt man durch die erste FF, aus der dieses Universum entstanden ist, 10 kleine Dinge. Am wichtigsten sind natürlich die Kapitel zu Rose und Scorpius, aber auch über das Leben der anderen Kinder kriegt ihr da ruckzuck einen Überblick.

Viel Spaß beim Lesen, einen schönen ersten Advent und über einen Kommentar würde ich mich wie immer sehr freuen.


1. Dezember: Der Antrag

Januar 2026

"Kommst du morgen Abend?", wollte Sarah Andrew von Rose Weasley wissen, während sie sich ihren limonengrünen Arbeitsumhang über den Kopf streifte und ordentlich in ihrem Spint aufhängte.

Rose nahm ihre blaue Bluse vom Kleiderbügel und streifte sie über, während sie den Kopf schüttelte. "Ich kann nicht."

"Wieso?", fragte Sarah verständnislos und schaute Rose enttäuscht an. Rose kam immer zu den monatlichen Treffen der Ausbildungsheiler und -heilerinnen im Tropfenden Kessel, wo sie sich hemmungslos betranken und über alle ausbildenden Heiler und die absurden Themen, über die sie Bescheid wissen mussten, herzogen. Es war immer mehr als amüsant und besonders Rose kannte durch ihren Cousin James besonders viele dreckige Witze, die sie nach ein paar Feuerwhiskey mehr als gerne zum Besten gab. Ohne sie würde es nur halb so lustig sein.

"Sarah, du musst ja wirklich Tomaten in den Ohren haben, wenn du nicht weißt, warum Rose nicht kommt", mischte sich ihre Kollegin Carmen Rodriguez augenverdrehend ein. "Sie spricht doch seit Wochen von nichts anderem mehr."

"Wie?", fragte Sarah verwirrt, bevor ihre Augen groß wurden. "Ach so! Dein Traumprinz kommt heute wieder nach Hause."

Ein großes Grinsen breitete sich auf Roses Gesicht auf und sie nickte. Schon den ganzen Tag bemühte sich, sich ihre unbändige Freude nicht zu sehr anmerken zu lassen. Damit die anderen ihr breites Grinsen nicht sahen, begann sie deshalb schnell damit, in ihrer Handtasche nach ihrer Bürste zu kramen. Trotzdem konnte sie nicht ganz verbergen, wie glücklich sie darüber war, dass ihr Freund Scorpius Malfoy nach fast einem Jahr wieder aus Amerika zurückkam.

Der letzte Monat war ihr so unendlich lang erschienen, dass sie damit begonnen hatte, jeden einzelnen Tag in ihrem Kalender durchzustreichen, damit sie zumindest den Eindruck bekam, dass die Zeit irgendwie vorbei ging. Dabei war dieses eine Jahr eigentlich gar nicht so lang gewesen, wie sie sich vorgestellt hatte. Sie hatte mit ihrer Ausbildung unglaublich viel zu tun gehabt und praktisch jede freie Minute mit Lernen verbracht. Dafür war es sogar förderlich gewesen, dass Scorpius nicht da war und sie ablenken konnte mit seinem Körper und seinen unglaublich blauen Augen und seinen super Kochkünsten und seinem Lächeln, bei dem ihre Knie immer noch weich wurden und seiner beruhigenden Stimme, die es immer schaffte, sie zum Einschlafen zu bringen, wenn es sonst nichts und niemand fertig brachte. Sie hatte viel mehr Stoff geschafft in diesem Jahr und war den anderen dadurch ein ganzes Stück voraus, aber das war es trotz allem nicht wert, so lange von Scorpius getrennt zu sein.

Und dabei hatte sie selbst dafür gesorgt, dass er dieses eine Austauschjahr in dem amerikanischen Zaubereiministerium machen konnte. Es war schon als Kind sein größter Wunsch gewesen, andere Länder und Regierungssysteme zu sehen und besonders Amerika hatte eine fantastische Abteilung für Muggelbelange, von der sich die meisten anderen Länder eine Scheibe abschneiden könnten. Rose wusste, wie viel ihm diese Möglichkeit bedeutete, deshalb hatte sie ihren Onkel Harry und ihren Großvater angefleht, ihre Beziehungen spielen zu lassen und es Scorpius zu ermöglichen. Und dann, als sie es wirklich geschafft hatten, hätte Scorpius beinahe abgelehnt und wäre in England geblieben - wegen ihr. Sie hatten einen großen Streit gehabt, bis er schließlich eingesehen hatte, dass er diese Chance nutzen musste, weil sie so wahrscheinlich nie wieder kommen würde. Und Rose wollte nicht der Grund dafür sein, dass er sich seine Träume nicht erfüllte. So sollte ihre Beziehung nicht aussehen.

Natürlich war es trotzdem nicht einfach gewesen. Anfangs hatte sie ihn wahnsinnig vermisst und stundenlang mit ihm geskypt. (Seine Mietwohnung hatte leider keinen Kamin und ein Computer war sowieso bequemer als auf dem kalten Stein über das Flohnetzwerk zu kommunizieren.) Irgendwann hatte sich der Alltag eingeschlichen und sie hatten leider immer weniger Zeit für ihre ausführlichen Telefonate gefunden. Eine Zeitlang hatten sie auch nur noch per SMS kommuniziert, weil ihre Tagesabläufe so sehr miteinander kollidierten. Mehr als einmal war einer von ihnen mitten im Gespräch eingeschlafen. Hätte sie nicht gewusst, wie sehr er sie liebte, hätte sie sogar befürchtet, dass er irgendeine Affäre beginnen würde. Schöne Frauen gab es in seinem Umfeld genug und die eine oder andere hatte auch so offensichtlich mit ihm geflirtet, dass es eigentlich kein Wunder gewesen wäre, wenn er sich auf irgendetwas eingelassen hätte. Aber sie kannte ihn zu gut, um zu wissen, dass er sich wirklich zu so etwas hätte hinreißen lassen. Er hatte die Flirtereien nicht einmal bemerkt und war ehrlich überrascht gewesen, als Rose ihn bei einem ihrer Besuche darauf angesprochen hatte.

Sie lächelte, wenn sie an ihre monatlichen Besuche dachte (häufiger hatte sie es leider nicht geschafft). Jedes Mal hatten sie sich vorgenommen, so viel von Amerika zu sehen. Scorpius hatte sogar eine Liste angefertigt von all den Orten, die er gesehen hatte und die er ihr zeigen wollte, von den typischen Touristen-Attraktionen in New York und San Francisco bis hin zu irgendwelchen kleinen verschwiegenen Orten in malerischen Kleinstädten. Aber Freitag und Samstag hatten sie immer im Bett verbracht und am Sonntag waren sie meist bei irgendwelchen Kollegen von ihm eingeladen gewesen, sodass sie kaum Gelegenheit gehabt hatte, irgendetwas zu sehen, abgesehen von der Woche um Silvester, die sie bei ihm verbracht hatte. Sie störte sie das nicht im Geringsten, auch wenn ihr Dad immer sehr erstaunt und verwirrt war, weshalb sie so wenig herumgekommen war, obwohl sie so viel Zeit in dem Land verbracht hatte. Er schien einfach nicht auf die Idee zu kommen, dass es wichtigeres als Sightseeing gab. Sie würden in ihrem Leben noch genug Zeit haben, die Welt zu sehen.

Trotz allem war sie natürlich unendlich froh darüber, dass er endlich wieder zu ihr nach Hause kam und hier bleiben würde. Die letzten Tage hatte sie damit verbracht, ihre kleine Wohnung wie eine Wilde zu putzen und auf Vordermann zu bringen. Und das, obwohl sie putzen und aufräumen wie die Pest hasste. Scorpius war der Ordentliche von ihnen beiden und er war derjenige, der sich um diese Sachen kümmerte. Aber sie wollte ihm die Heimkehr so schön wie möglich gestalten. Jetzt war alles blitzblank. Sie hatte ein paar Blumensträuße in der Wohnung verteilt und überall Kerzen aufgestellt. Sie hatte sogar versucht zu kochen, aber das war gründlich danebengegangen und sie würde wohl einfach etwas bestellen müssen, wenn er da war. Außerdem hatte sie sich die sexieste Unterwäsche gekauft, die sie je in ihrem Leben besessen hatte. Sie hatte alles bis ins kleine Detail geplant und es würde perfekt werden. Das musste es einfach, denn sie hatte nicht vor, Scorpius noch einmal so lange gehen zu lassen. Sie hatte es vor diesem Jahr schon gewusst, aber jetzt war sie sich vollkommen sicher, unwiderruflich: Scorpius Malfoy war die Liebe ihres Lebens und sie wollte nie wieder so lange von ihm getrennt sein.

Carmen fing an zu grinsen, als sie ihren Gesichtsausdruck sah. "Wenn du am Montag wiederkommst, will ich alle Einzelheiten hören. Jedes kleine, noch so schmutzige Detail", sagte sie lachend.

Rose wurde rot. "Carmen!", zischte sie und band ihre Haare zu einem Pferdeschwanz zurück. "Das ist privat."

"Ach komm schon, Rose. Dein Freund ist schärfer als jeder Mann, den ich bis jetzt abgeschleppt habe. Und außerdem weiß ich schon gar nicht mehr, wie Sex überhaupt funktioniert. Lass mich doch wenigstens an deinem Sexleben ein bisschen teilhaben." Sie zwinkerte ihr zu. "Ich wette, der gute alte Scorp ist spitze im Bett."

Rose räusperte sich laut und machte ihre Spinttür zu. Sie würde nichts sagen. Das war wirklich zu privat für sie. Manchmal sprach sie mit Lily darüber, wenn ihre Cousine einfach nicht lockerließ, aber im Grunde behielt sie das lieber für sich. Sie erfuhr schon mehr als sie wollte über das Sexleben ihrer Patienten, wenn dabei mal wieder irgendetwas schief gegangen war (was viel häufiger der Fall war, als man dachte), da musste sie nicht auch noch ihr Privatleben mit einbringen. "Vergiss es", sagte sie bestimmt. Carmen schaute sie bedauernd an und zu Roses Überraschung schien auch Sarah enttäuscht darüber zu sein, dass Rose nichts sagen würde.

Rose verdrehte die Augen und zog ihre Jacke an, bevor sie schnellen Schrittes den Umkleideraum des Personals durchquerte. „Macht's gut Mädels, schönes Wochenende", rief sie ihnen noch zu und machte die Tür auf. „Trinkt für mich mit!" Sie warf einen Blick auf ihre Armbanduhr, als Carmen und Sarah ihr ein „Versprochen!" hinterherriefen. Sie hatte noch zwei Stunden Zeit, bis Scorpius' Portschlüssel hier ankommen würde und sie wollte noch duschen, sich die Haare machen und die neue Unterwäsche anziehen. Ein Patient hatte sich vorhin über sie übergeben und auch wenn sie alles hatte wegzaubern können, fühlte sie sich trotzdem ziemlich unappetitlich.

"Entschuldigung", murmelte sie, als sie direkt hinter der Tür mit jemandem zusammenstieß. Sie trat einen Schritt zur Seite und wollte den Gang heruntereilen, weg von den nervigen Fragen von Carmen und Sarah und hin zur Apparier-Stelle, weil man leider nicht überall im Krankenhaus disapparieren konnte. Überrascht zuckte sie zusammen, als sie spürte, wie ihr Handgelenk umklammert wurde und die Tür hinter ihr ins Schloss fiel.

Sie sah auf und öffnete den Mund, um ihr Gegenüber darum zu bitten, sie sofort wieder loszulassen, weil ihr kein guter Grund einfiel, warum jemand, auch wenn sie ihn angerempelt hatte, sich einfach das Recht herausnahm, sie ohne zu fragen so anzufassen. Bei der Arbeit hatte sie schon genug damit zu tun, dass Patienten und Angehörige sie ungebeten berührten, da brauchte sie das nicht auch noch im Mitarbeitertrakt. Die Worte blieben ihr jedoch im Hals stecken, als sie ihn schließlich anschaute und ein paar Sekunden starrte sie ihn einfach nur sprachlos an.

Schließlich stieß sie einen Freudenschrei aus und fiel Scorpius Malfoy überglücklich um den Hals.

"Was machst du hier?!", rief sie ungläubig und atmete begierig seinen vertrauten Geruch ein. Sie drückte ihn an sich und wollte ihn am liebsten nie wieder loslassen. Er hatte ihr so sehr gefehlt. Sie würde ihn nie wieder gehen lassen. Nie wieder. Sollte er irgendwann wieder im Ausland leben wollen, würde sie mitkommen.

"Ich hab einen früheren Portschlüssel bekommen. Ich wollte dich überraschen.", erklärte er schließlich und strich ihr über die Wange.

Sie schaute ihm in die Augen. Seine wunderschönen blauen Augen. Ihr wurde flau im Magen und sie musste schlucken. "Überraschung gelungen", flüsterte sie mit belegter Stimme. Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und küsste ihn. Sie versuchte sich zurückzuhalten. Immerhin war das ihr Arbeitsplatz. Aber in dem Moment, in dem sich ihre Lippen trafen, löste sich ihr ganzer Widerstand in Luft auf. Sie hatte ihn einen Monat nicht mehr gesehen und sie hatte solche Sehnsucht nach ihm gehabt. In den letzten Tagen hatte sie an nichts anderes mehr denken können als daran, was sie mit ihm anstellen würde, wenn er wieder da war. Und jetzt war er hier, in ihren Armen, und nichts anderes war mehr wichtig. Nach ein paar Sekunden unterbrach sie den Kuss allerdings. Er hatte ihn kaum erwidert.

"Lass uns gehen", schlug sie schließlich vor, nachdem sie sich zögerlich von ihm gelöst hatte. Sie runzelte die Stirn. Sonst war er bei ihren Wiedersehen viel enthusiastischer gewesen. Anscheinend war es ihm sogar wichtiger als ihr, dass sie noch im Krankenhaus waren.

Er schloss die Augen, atmete tief durch und schüttelte den Kopf. "Nein", sagte er bestimmt.

Rose schaute ihn verwirrt und gekränkt an. Er wollte nicht? Er wollte nicht mit ihr gehen? Aber ... was hatte das zu bedeuten? Wollte er sie nicht mehr? Gerade hatte er doch noch gesagt, dass er sie überraschen wollte. Aber so abwesend hatte er sie noch nie geküsst, gerade wenn sie sich ihm richtiggehend an den Hals warf. Normalerweise war die Leidenschaft von der ersten Sekunde an da. Das war schon bei ihrem ersten Kuss so gewesen.

Wie erstarrt sah sie zu, wie er seine Arme von ihr löste. Er trat einen Schritt zurück und öffnete seine Augen wieder. Die Entschlossenheit stand ihm ins Gesicht geschrieben. Rose musste schlucken. Was sollte das? So merkwürdig hatte er sich noch nie verhalten.

Scorpius räusperte sich, atmete noch einmal tief durch und kniete sich schließlich hin.

Rose war mittlerweile vollends verwirrt. Warum, in Merlins Namen, kniete er sich hin? Sie registrierte kaum, wie er ihre Hand nahm, weil der entschlossene Ausdruck in seinen Augen ihr das Blut in den Adern gefrieren ließ.

"Rose", begann er schließlich heiser und nervös, in einem schrecklich ernsten Tonfall. Um Himmels Willen, was kam jetzt? Das klang so unheilvoll. "Ich weiß, dass das jetzt überraschend für dich kommen muss. Wir haben nie wirklich darüber gesprochen und vielleicht bist du auch gar nicht bereit dazu … und vielleicht ist es auch noch zu früh, wer weiß das schon ... aber seit ich in Amerika bin, bin ich mir sicher, dass ich das will ... dass ich nichts mehr will als das."

Rose runzelte die Stirn. Wollte er etwa mit ihr Schluss machen? Tränen stiegen ihr in die Augen.

Er umklammerte ihre Hand fester. "Rose, ich liebe dich." Moment mal … was? „Ich hab das Gefühl, dass ich dich schon so lange liebe, dass ich gar nicht mehr weiß, wie es war, bevor du ein Teil meines Lebens warst. Diese Zeit in Amerika ohne dich ... es war mehr als schwer. Es war mein Traum, ja, und ich bin dir wirklich dankbar, dass du mir dabei geholfen hast, ihn zu verwirklichen. Aber alle meine Träume betreffen jetzt dich. Du bist in jedem einzelnen von ihnen und ich hoffe, dass du immer in ihnen sein wirst. Ich weiß, dass du die Richtige für mich bist und dass es keine andere in meinem Leben geben wird und ich hoffe, dass ich nie wieder so lange von dir getrennt sein werde, wie im letzten Jahr. Ich will nie wieder so lange von dir getrennt sein.

Ich weiß, dass es das Richtige ist. Ich liebe dich mehr als alles andere in meinem Leben. Ich will dich und ich brauche dich und ich hoffe, dass es dir genauso geht wie mir. Du bist das Beste, was mir je passiert ist. Ich möchte, dass du für den Rest meines Lebens zu mir gehörst und ich möchte für den Rest meines Lebens zu dir gehören." Er atmete noch einmal tief durch und fragte schließlich mit zittriger Stimme: "Willst du mich heiraten?"

Rose blinzelte die Tränen aus ihren Augen. Sie fiel aus allen Wolken. "Was?", fragte sie nach einigen Sekunden völlig geschockt. Sie begriff erst langsam, worauf er überhaupt hinauswollte, dass er sich gar nicht von ihr trennen wollte sondern genau das Gegenteil. Er wollte sie für immer. Er wollte sein ganzes Leben mit ihr verbringen. Er wollte, dass sie seine Frau wurde.

"Willst du mich heiraten?", wiederholte er hoffnungsvoll und schaute sie aus nervösen Hundeaugen an. Unsicher biss er sich auf die Lippe.

Ein Schluchzer brach aus ihr heraus und sie schlug sich die Hand vor den Mund. Tränen flossen mittlerweile unaufhörlich über ihre Wangen. "Bist du dir sicher?", fragte sie mit zitternder Stimme. "Wir sind noch so jung und deine Familie ... und meine Familie ..." Weasleys und Malfoys. Wie konnte das gut gehen?

Er nickte. "Ich liebe dich. Und ich bin mir hundert Prozent sicher. Scheiß auf unsere Familien. Es geht hier nur um uns.", erwiderte er energischer, als sie erwartet hatte. Das war bisher immer ihr Motto gewesen, aber eine Hochzeit war noch etwas ganz anderes als eine Beziehung in Hogwarts.

Rose schluckte. "Du bist verrückt", murmelte sie und schüttelte fassungslos den Kopf.

Scorpius schaute sie betreten an. "Heißt das, du willst nicht?", fragte er mit belegter Stimme. Jetzt traten auch in seine Augen Tränen.

Rose schüttelte den Kopf. "Nein", sagte sie. Er ließ ihre Hand los und ließ sich auf den Boden sinken. Er sah aus, als hätte er alles verloren, was ihm lieb und teuer war. "Das heißt es nicht, Scorpius." Sie wischte sich die Tränen aus dem Gesicht. "Natürlich will ich. Ich will nichts lieber als das."

Seine Augen wurden groß und ein Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus, das mit jeder Sekunde breite wurde. "Du willst?", fragte er fassungslos. „Wirklich? Ganz sicher?"

Sie nickte heftig und warf sich ohne nachzudenken erneut in seine Arme. Sie küsste ihn stürmisch. Sie konnte ihre und seine salzigen Tränen auf seinen Lippen schmecken. Sie lächelte in den Kuss hinein und musste sich schweren Herzens wieder von ihm lösen. Er klammerte sich an sie und diesmal schien es, als würde er sie nie wieder loslassen wollen.

"Ich hab wirklich gedacht, dass du nein sagst", murmelte er ungläubig und erleichtert in ihre Haare. "Ich hab wirklich gedacht, du willst nicht."

Sie lachte befreit. Zärtlich strich sie ihm durch seine blonden Haare und drückte ihm noch einen Kuss auf die Lippen. "Und ich dachte einen Moment, dass du mit mir Schluss machen willst, als du gesagt hast, dass du nicht mit nach Hause willst. Fair ist fair." Diese zehn Sekunden waren die schlimmsten in ihrem ganzen Leben!

Er grinste und schüttelte den Kopf. "Ich war so nervös. Ich wollte es nur hinter mich bringen und ich hatte Angst, dass ich nicht mehr den Mut aufbringen würde, wenn ich dich nicht sofort frage." Er strich ihr über die Wange und wischte so ein paar übrig geblieben Tränen weg. "Ich will dich unbedingt heiraten, Rose." Er lachte. „Aber du hast keine Ahnung, wie schwer so ein verdammter Antrag ist. In den Filmen sieht das immer viel einfacher aus."

Sie nickte. "Ich kann's mir vorstellen." Sie stand auf und zog ihn mit sich nach oben. "Und jetzt komm. Ich will nach Hause. Ich muss unbedingt duschen und ich bräuchte jemanden, der mir mal wieder meinen Rücken wäscht." Sie hob eine Augenbraue. Er nickte sofort.

"Ich steh dir gerne zur Verfügung, Mrs Malfoy."

Rose grinste. Mrs Malfoy. Ihr Dad würde vor Schock aus den Latschen kippen, aber für sie hatte sich noch nie etwas so perfekt angehört wie das.

TBC…