Halo zusammen,

leider habe ich mit Schrecken festgestellt, dass es bereits über ein Jahr her ist, dass ich zuletzt hier gepostet habe.

Ich entschuldige mich hiermit und werde ab sofort regelmäßiger posten. Nach dem ich damals durch einen Lehrer den Spaß am Schreiben verloren habe, bin ich nun wieder dazu animiert worden und habe neue Motivation gefunden. Mir ist klar geworden, dass ich das Schreiben nicht wegen einer einzigen Meinung aufgeben möchte.

Also hier geht es nun weiter und seit versichert, dass ich bereits am nächsten Kapitel arbeite.

Ich hoffe genauso sehr auf Reviews. Egal ob Lob oder Kritik. Ich freue mich immer darüber zu sehen, dass Menschen die Geschichten, die ich schreibe, lesen.


„Was ist in dich gefahren, Harry?", wollte Ron schließlich wissen und stellte seinen Kaffee zurück.

„Ich weiß es nicht, Ron.", sagte Harry leise und hob die Schultern. Seinen Blick hielt er jedoch weiterhin gesenkt. Gedankenverloren rührte er in seinem Kaffee. „Es war… instinktiv."

„Instinktiv?!", schrie Ron und riss dabei die Hände hoch. Versehentlich stieß er dabei gegen seine Tasse, die bedrohlich wankte. Schnell griff er nach dieser und stabilisierte sie wieder, bevor er in einem ruhigeren Ton weitersprach. „Harry, du hast Anteil daran, dass er eine mildere Strafe erhalten hat. Weißt du, was das für einen Eindruck auf andere haben könnte?"

Harry hob den Blick und sah seinen besten Freund aus smaragdgrünen Augen an. „Es hat sich falsch angefühlt, es nicht zu tun.", verteidigte er sich.

„Harry, hast du vergessen, wie er sich uns gegenüber immer Verhalten hat? Was er getan hat?", flüsterte Ron aufgebracht. Seine Augen funkelten gefährlich.

„Wie soll ich das vergessen haben!", gab Harry aufgebracht zurück. „Natürlich habe ich es nicht vergessen. Er war vor allem mein Rivale, Ron." Harry sah Ron vielsagend an. Es entstand eine kurze Pause, in der die beiden sich ohne zu zwinkern anstarrten. „Aber ich habe genauso wenig vergessen, was er für mich getan hat."

Ron schnaubte verächtlich und wandte seine blauen Augen von Harry ab. Er sah für einen langen Moment zur Winkelgasse, die vor dem kleinen Café, verlief. Wir saßen auf der Terrasse an einem der kleinen Tische unter einem Sonnenschirm. Wie immer war die Winkelgasse gut besucht. Hexen und Zauberer liefen an uns vorbei auf der Suche nach was auch immer. Manche blieben stehen, erschrocken darüber, Harry Potter höchstpersönlich in einem der kleinen Cafés mitten in der Winkelgasse anzutreffen. Nur wenige jedoch blieben stehen, mit der Bitte um ein Autogramm.

Dann schüttelte Ron den Kopf und ließ sich in seinen Stuhl zurückfallen. „Er hat es nicht für dich getan, Harry. Ganz egal, was du glauben magst. Wir wissen doch alle, dass Malfoy immer nur sich selbst helfen wollte."

Harry runzelte die Stirn und sah zurück auf seinen Kaffee. „Ich weiß nicht, Ron. Was hätte er davon gehabt, mir zu helfen? Zu diesen Zeitpunkten stand noch lange nicht fest, wer den Krieg gewinnen würde." Dann sah er wieder auf. „Und was hätte er davon gehabt, Dumbledores Angebot anzunehmen?"

Eigene Sicherheit!", knurrte Ron und beugte sich nach vorne, seine Ellbogen stützte er auf dem Tisch ab.

Harry holte erneut Luft um etwas zu sagen, doch ich konnte es nicht länger mitansehen wie die beiden sich fast an den Hals gingen, also hob ich die Hand und mische mich ein. „Jungs, kommt mal runter.", sagte ich und sah beide fest an. Blaue und grüne Augen funkelten mich an. Augen, die ich so gut kannte und in die ich nun bereits seit acht langen Jahren schaute. Wir hatten alles gemeinsam durchgestanden. „Ich denke, man sollte es aus einer ganz anderen Perspektive angehen.", gab ich zu verstehen. „Ron, Malfoy ist so alt wie wir. Er war genauso elf Jahre alt, als das alles erneut begann. Er war sechzehn als man ihn dazu zwang das dunkle Mal anzunehmen und Voldemort ihm mit dem Tod seiner Eltern bedrohte. Er hatte genauso eine Angst wie wir."

„Soll das heißen, du bist auf seiner Seite?!", schrie Ron und stieß dieses Mal tatsächlich die Tasse um. Der Inhalt ergoss sich über den ganzen Tisch.

Mit einem kleinen Seufzer und einem wisch meines Zauberstabes entfernte ich Rons Missgeschick und sah dann ernst in die blauen Augen meines Freundes. „Nein, Ron. Aber ich denke, dass er auf eine Art und Weise genauso unschuldig ist, wie jeder von uns."

Ron schnaubte. „Ihr beide habt sie doch nicht mehr alle.", murmelte er vor sich hin und verschränkte die Arme vor seiner Brust. „Und ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt, wenn ihr ganz offen einen Todesser verteidigt."

Harry und ich sahen uns an. Ich konnte mir vorstellen, dass Ron Recht hatte. Nach der Anhörung und die Aussprache des Urteils war der halbe Saal irre geworden. Viele waren aufgestanden, hatten Laute des Unmuts ertönen lassen, viele hatten Malfoy mit den schlimmsten Ausdrücken beschimpft. Es waren Forderungen geschrien worden, Malfoy gehöre nach Azkaban und er solle den Kuss der Dementoren erhalten. Es war grausam gewesen.

Stattdessen hatte Shaklebolt sich jedoch für zwei Jahre Azkaban ausgesprochen mit der Möglichkeit, dass Malfoy früher entlassen werden könne, wenn er wirklich einen guten Willen zeige. Unter lautem Geschrei wurde Malfoy durch den Saal hinausgeführt. Vorbei an all die wütenden Hexen und Zauberer, die ihm am liebsten Tod gesehen hätten. Manche hatten versucht ihn direkt dort in der Halle anzugreifen. Aufgrund von Schutzschilden hatten die Flüche Malfoy jedoch nicht erreicht. Und da in der Halle ein so großer Tumult ausgebrochen war, war es unmöglich zu erkennen gewesen, von wem die Flüche gekommen waren.

„Wann habe ich jemals etwas getan, was andere von mir verlangt haben, Ron?", wollte Harry wissen. „Ich habe immer das getan, was ich für richtig gehalten habe und ich habe euch beide nie dazu gedrängt, meinem Beispiel zu folgen."

Ron stand überraschend auf. Hielt noch für einen Moment den Blick gesenkt, als er sein Geld auf den Tisch legte. Dann sah er Harry traurig an. „Es tut mir leid, Kumpel. Dieses eine Mal, kann ich dir nicht folgen.", flüsterte er. Dann ging er um den Tisch herum, gab mir einen flüchtigen Kuss und verabschiedete sich mit den Worten, dass er zurück ins Büro müsse.

Ich sah ihm eine Weile nach, bis das sein rotes Haar in der Menge verschwand und richtete dann meinen Blick auf Harry, der immer noch auf den Punkt sah, an dem Ron zuletzt zu sehen gewesen war. Harry sah nicht wütend aus, nur resigniert. Dann strich er sich fahrig mit einer Hand durch sein schwarzes Haar und blickte zu mir. Seine grünen Augen bohrten sich in meine und es stand eine unausgesprochene Frage in diesen. Eine Frage, die er jedoch nicht laut auszusprechen brauchte. Harry und ich hatten uns immer schon sehr nahe gestanden. Und der Krieg und die Zeit, in der wir beide alleine auf der Suche nach Horkruxen waren, die Zeit, in der sogar Ron uns zurückgelassen hatte, hatte uns stärker zusammengeschweißt, als man es sich vorstellen konnte. Harry war nicht nur mein bester Freund, er war mein Bruder. Mein Gefährte.

„Du hast keinen Fehler gemacht, Harry.", flüsterte ich, beugte mich zu ihm und ergriff seine Hand auf dem Tisch. „Ich habe deinen Blick gesehen, als Malfoy in die Halle geführt wurde und ich habe dasselbe gedacht wie du."

Harry atmete erleichtert aus und seine Schultern sackten nach vorne.

„Jeder von uns hat eine zweite Chance verdient und Malfoy war genauso Kind wie wir. Nur hatte er leider nicht das Glück, dass wir hatten.", gab ich mit Nachdruck zu verstehen. „Ich denke jedoch auch, dass Ron Recht hat und wir uns schon bald mit den Problemen konfrontiert sehen, die unsere Unterstützung gegenüber Malfoy mit sich bringt."

„Wir?", flüsterte Harry.

Ich lächelte und griff seine Hand fester. „Harry Potter, du glaubst doch nicht, dass ich meine eigenen Ideale über Bord werfe nur weil ein paar Hexen und Zauberer anderer Ansicht sind? Wann hat mich das bitte jemals interessiert?"

Harry lachte leise in sich hinein und hob die Schultern. Seine Augen verflüssigten sich und sahen aus wie das Tief eines Waldes. „Danke, Mine."

Ich lächelte und drückte seine Hand. „Du wirst mich nicht mehr los und ich werde immer an deiner Seite stehen. Egal, welch dämliche Entscheidung du triffst. Das habe ich immer getan."

Harry nahm meine Hand und führte sie zu seinen Lippen. Er drückte einen festen und warmen Kuss auf meine Handfläche.

XxX

Als ich an diesem Tag nach Hause kam, fand ich Ron im Wohnzimmer auf. Nach dem wir unsere Beziehung nach dem Kuss in der Kammer des Schreckens definiert hatten, hatte es nur ungefähr ein halbes Jahr gedauert, bevor wir den Entschluss gefasst hatten, zusammenzuziehen. Wir waren immerhin jeden Tag zusammen gewesen und so war es deutlich einfacher.

„Hey, Ron.", flüsterte ich, stellte meine Tasche ab und ließ mich neben ihn auf das Sofa lassen. Er gab mir einen flüchtigen Kuss und sah dann zurück in den Fernseher. Auch wenn ich eine Hexe war, hatte ich mich in der Muggelwelt eine Wohnung gesucht und Ron war zu mir gezogen. Er hatte schnell gefallen an dem Fernseher gefunden und diesen in seiner Freizeit zu seinem Hobby gemacht.

Ich identifizierte die Serie als Law and Order und machte es mir in seinen Armen ebenfalls gemütlich. Ron schnaubte in diesem Moment und murmelte etwas davon, wie schlecht das Rechtsystem der Muggel sei. Ich verdrehte die Augen. Ron machte zurzeit gemeinsam mit Harry die Ausbildung zum Auror. Das war immer schon der Traum beider gewesen. Jagd auf die Verbrecher zu machen und andere Hexen und Zauberer zu schützen. Sie waren etwas enttäuscht gewesen als ich ihnen eröffnete nicht die Ausbildung als Auror absolvieren zu wollen. Ich war das letzte Jahr nach Hogwarts zurückgekehrt, hatte meinen Schulabschluss nachgeholt – obwohl mir alle versichert hatten, dass ich ihn auch so bekommen würde – und hatte nun vor wenigen Wochen begonnen in der Bewährungshilfe zu arbeiten. Ich machte also zu Rons Unverständnis genau das Gegenteil von dem, was Harry und Ron taten. Sie fingen die Bösen ein und brachten sie, wenn nötig, nach Azkaban und ich resozialisierte die Straftäter und setzte mich für eine Integration der Bösen in die Gesellschaft ein. Für mich waren sie jedoch nicht alle so böse. Jeder dieser Hexen und Zauberer hatte eine Geschichte. Und jeder dieser Geschichten war es wert gehört zu werden. Jeder verdiente eine zweite Chance.

„Und?", wollte Ron dann doch wissen. „Wofür hast du dich entschieden?"

Ich musste ihn nicht fragen, was er meinte. Meine Beziehung zu ihm war zwar eine ganz andere als die zu Harry und dennoch war Ron ebenso mein bester wie mein fester Freund. Die Verbindung die wir teilten war anders.

Ich hob die Schultern. „Ich sehe das nicht als eine Art der Entscheidung, Ron.", sagte ich und blickte grade noch rechtzeitig auf um ihn mit den Augen rollen zu sehen.

„Das heißt, du wirst Harry in der Unterstützung mit Malfoy helfen.", stellte Ron fest.

„Nein. Ich verstehe jedoch Harrys Entscheidung und sehe keinen Fehler darin. Und ich werde zu Harry halten, wenn es ihn Ärger kostet. Darüber hinaus denke ich jedoch, dass Malfoy wirklich eine zweite Chance verdient hat."

Ron stöhnte auf und warf seinen Kopf in den Nacken.

„Niemand bittet dich dazu, das ebenfalls zu tun, Ron. Harry und ich sind dir nicht böse."

Ron atmete schwer ein und aus und sah dann auf mich hinunter. „Manchmal verstehe ich euch einfach nicht. Aber ich werde euch dafür auch nicht verurteilen."

Ich lächelte Ron an und hob die Schultern. „Mehr will ich doch gar nicht.", flüsterte ich und Ron beugte sich zu mir hinab und küsste mich.