Herzlich Willkommen zu meiner zweiten FF, die zugleich die erste im Harry Potter Fandom ist.

Ich betrachte sie einerseits als Übungsgeschichte, andererseits als Herzensangelegenheit. Ich habe ein paar Jahre zugebracht, diese Geschichte zu erdenken, jedoch fiel es mir bisher schwer, sie auch auf Papier zu bringen.

Ziel meines Handelns ist es, bekannte Figuren in neue Situationen zu bringen. Dies jedoch so nachvollziehbar wie möglich. Im HP-Fandom kann dies ja immer noch sehr fantastisch werden.

Die Geschichte wird viele Kapitel haben und auch Pairings werden vorkommen. Diesen werde ich mich aber erst mit fortschreitender Kapitelzahl widmen.

Ich freue mich über jede Rückmeldung, nehme gerne auch Verbesserungsvorschläge, Fehlermeldungen oder Mutmaßungen über den Fortgang der Geschichte oder über die Motive der Figuren entgegen. Gern würde ich mit meinen Lesern in Kontakt treten und eine kleine illustre Leserunde begründen. Alle sog. 'Schwarzleser' sind aber auch herzlich willkommen.

Letztlich bleibt mir nur allen viel Spaß zu wünschen. Viel Vergnügen mit dem Prolog!

Der enthaltene Song stammt von Sonata Arctica, Titel: Everything fades to gray. Ich fand ihn passend.

A.


Kapitel 1 - Everything fades to gray

Tonight my life will lack its meaning,

One final step before we're seeing...

For once I am happy, my little friend,

Cannot comprehend what we are seeing

No words are needed, only a gaze, embrace...

Contact the living, remember the dead...


02. Mai 1998, kurz nach Mitternacht, Hogwarts

Die Schlacht tobte. Fred war tot. Gerade hatte er noch verschmitzt gelacht, wie es seine Eigenart ist … gewesen war - nun war er tot. Aus dem Leben gerissen. In ihren Ohren hallte der markerschütternde Knall der einstürzenden Mauern wider.

Gefallene gehörten zum Krieg. Wie der Tod am Ende eines jeden Lebens steht und stehen muss, ebenso kam nach einer Schlacht die Trauer um die Getöteten. Sie hatte insgeheim gehofft, dass niemand, dem sie nahestand, zu Tode kommen würde. Lächerlich… Sie wusste nicht, ob der Schmerz einmal erträglich werden würde. Wissen wollte sie es auch nicht. Über die Zukunft machte sich nicht viele Gedanken. Trotzdem konnte Hermine die Hoffnung, dass der Schmerz eines Tages abklingen und ein normales Leben wieder möglich machen würde, nicht gänzlich aufgeben.

Doch die Schlacht tobte und es war unmöglich, zu sagen, ob sie sich ihrem Ende näherte. Solange der Kampf währte, musste sie achtsam sein, um noch mehr Sterben zu verhindern und sicherzustellen, dass die vielen Toten nicht sinnlos von ihnen gegangen sind. Sie musste aufpassen, auf sich, Harry und Ron. Wenn einem der beiden etwas zustoßen würde - das würde sie sich niemals verzeihen können. Immer wachsam!

Zu viele waren gestorben. Zuerst Cedric, dann Sirius, dann Dumbledore, Mad-Eye, Ted Tonks. Hedwig. Und nun Fred.


There is always something to learn,

Repetition proves its worth

Without those moments, we would not remember

It's not fair, it's not fair, there was a time now...

Kneeling down, take in the moment when

Everything becomes finally clear.

It's not fair to lose it,

And how... there was a time now

But Death is cheating us somehow

Come here now...


Wo rannte er hin?

Sie versuchte Harrys Namen zu rufen. Aus ihrer Kehle drang nur ein Flüstern. Unmöglich für Harry zu hören. Ron umklammerte noch immer ihre Hand, keine Sekunde hatte sich sein Griff gelockert. Man konnte nicht sagen, wer wen führte. Sie hielten sich aneinander fest. Beide folgten ihm, welcher zielsicher über die Ländereien Hogwarts preschte. Sie rannten hinterher und waren knapp bei Atem. Wo wollte er hin?

Die Dämmerung war angebrochen. Die aufgehende Sonne tauchte alles in ein anderes Licht. Wohin sie schaute, sah sie Verwüstung. Von hunderten Füßen niedergetrampeltes Gras. Umgefallene Bäume am Waldesrand. Zerstörte Mauern. Verletzte. Tote. Obwohl sie solange hier gelebt und die ersten Abenteuer bestanden haben, waren ihr die Ländereien auf einmal fremd. Die Heulende Hütte! Dahin eilten sie. Es gab viele Möglichkeiten - Hermine hatte keine Zweifel, dass Harry zur Heulenden Hütte wollte.


Can't walk away, nothing to say

no need to feel so afraid,

Colors last a lifetime and fade to gray…

[…]

It's not fair to lose it,

And how... there as a time now

But Death is cheating us somehow

...And he's already here.


Das Holz roch mittlerweile so vermodert, dass sie gezwungen war, mit gerümpfter Nase den Atem anzuhalten. Sie waren gut versteckt unter Harrys Tarnumhang. Die Luft war stickig. Vielleicht traute sie sich nicht, einzuatmen, da jedes Geräusch tödliche Folgen nach sich ziehen konnte. Was passierte, wenn man sie bemerken sollte, wollte sie sich gar nicht vorstellen.

Voldemort zischte und Nagini schoss aus einer Ecke hervor. Sie biss dem dunklen Meister der Zaubertränke in den Hals. Augenblicklich quoll Blut aus der Wunde. Snape sank zu Boden. Hermine erstarrte. Ihr ehemaliger Professor und jetziger Schulleiter, Mörder von Dumbledore, röchelte. Trotz seiner Gräueltaten versetze es ihr einen scharfen Stich im Herzen. Der Krieg raffte pestartig Gut wie Böse dahin. Sie wandte ihren Blick ab. Mit einer Hand wischte sie sich den Schweiß von der Stirn. Die Schlange ließ von ihrem Opfer ab wie von glühenden Kohlen. Ein kurzes Zischeln und sie schlängelte sich in Richtung der drei Beobachter. Sie hielt inne, als würde sie ihren Sinnen nicht trauen. Sie hatte das Gefühl, gleich zu ersticken. Vorher hatte sie planvoll die Luft angehalten, jetzt konnte sie, egal wie sehr sie sich bemühte, nicht einatmen. Das Tier kroch wieder vorwärts.

Ron stolperte, als er ein Stück nach hinten rutschen wollte. Dabei trat er unglücklich auf einen Zipfel des Tarnumhangs. Er fiel zu Boden und der Umhang mit ihn.

Sie waren enthüllt. Augenblicklich setzte Voldemort zum Angriff an. Sein Zauberstabarm schnellte hervor. Seine schmalen Lippen formten sich -

– In diesem Moment knallte es. Aus dem Nichts zuckten blaue Blitze durch den Raum. Eine schmerzhafte Hitze breitete sich aus. Das Holz bebte wie das Fell einer Pauke. Eine Druckwelle stürmte den Schülern entgegen, erfasste sie und schleuderte sie gegen die hintere Wand. Alles ächzte. Die junge Hexe fluchte und fasste ihren Zauberstab fester. Es war unmöglich, dass sie unentdeckt geblieben waren. Jetzt würde Voldemort seine Chance nutzen und sie töten. Sie musste kampfbereit sein.

Doch er griff nicht an. Die spärliche Möblierung der heulenden Hütte war … zerbombt. Ein anderes, treffenderes Wort fiel ihr nicht ein. Der Druck hatte die sogenannten Möbel an die Wände geschleudert. Das Holz war mit Ruß bedeckt. Lagerfeuergeruch stieg in ihre Nase. Er war fort. Als hätte sich im Boden ein Loch aufgetan und ihn verschlungen.

Hermine sprang so schnell wie sie konnte auf ihre Beine. Voldemort hatte im Zentrum des seltsamen Geschehens gestanden.

Harry war der Erste, der seine Fassung zurückgewonnen hatte. Er eilte zu Snape, der in die entgegengesetzte Richtung katapultiert worden war. Sein Röcheln hatte sich verschlimmert. Er kämpfte auf Leben und Tod. Sein Blick in die Ferne gerichtet und glasig. Zusammen sprachen sie Heilzauber, um das Gift aus dem Körper zu entfernen, bevor es noch mehr Schaden anrichten konnte.

„Her-Her-mine!"

Unter einen Haufen aus Schutt und gebrochenen Holzbalken lag die monströse Schlange. Ron hatte sie entdeckt. Der Explosion war sie wohl sehr nah gewesen. Sie war durch die gesamte Hütte geschleudert worden. Ihre schuppige Haut war übersät mit Brandflecken überzogen. Zum Schluss hatten die Balken der Druckwelle nachgegeben und waren auf sie herabgestürzt.

„Ist er tot?", keuchte Ron. „Kann er zurückkommen?"

Hermine sah sich erneut um. Von Voldemort fehlte jede Spur. Es hatte jedoch nicht den Anschein, dass er in irgendeiner Art zersprengt worden war, dafür gab es zu wenig Blut und menschliche Einzelteile. Die Möglichkeit, dass es eine Falle gewesen war und er dies geplant hatte, bestand. Vielleicht hatte er ihre Anwesenheit schon früher bemerkt und wollte sie aus ihrem Versteck locken. Nagini war ziemlich zugerichtet, was gegen diese Theorie sprach. Ihr Wohlbefinden war ihm bekanntlich heilig.

„Beeilen wir uns! Lasst das Tier hier.", forderte Harry.

Schnell sprach Hermine weitere Heilzauber und versuchte auch einen, der den Blutverlust verringerte, über den verletzten Professor zu legen, damit er einigermaßen stabil und transportfähig war. Dieser starrte noch immer halb ohnmächtig ins Leere und war nicht ansprechbar.

„Ron, ich habe in meiner Perlentasche einen Bezoar."

Dieser schaute sich um, links, rechts, hob ein großes Stück Schutt auf. „Wo ist sie?"

„Ich habe sie." Harry reichte ihr die Tasche.

Hermine griff hinein, fand das Gegengift und flößte es Snape ein. „Hoffentlich wirkt es dagegen an.", hauchte sie. Der Bezoar war ein allgemeines Gegengift, zu schwach, um das Gift der Schlange vollständig zu neutralisieren. Eventuell könnte es nicht einmal den Tod verhindern. „Wir müssen ihn sofort zu Madame Pomfrey bringen."

Harry und Ron wagten es nicht, sie daran zu erinnern, wer hier vor ihr lag. Dafür kannten sie ihre Freundin zu gut.