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Kapitel 6
Es war ein wunderbarertag für Usagi. Für sie wirkte es als könnte nichts schief gehen. Die Krönung und der Sektempfang waren ihr zwar nicht ganz genehm. Sie verspürte eine starke Nervosität und den Druck alles so perfekt wie möglich zu machen. Schlussendlich überstand sie dies und war nun in ihrem Element: Lächeln und Winken. Das plötzliche erklingen von mehrere Knallgeräusche dicht gefolgt von Panische Aufschreien, richtete ihr Aufmerksamkeit in die Richtung des Geräuschuhrsprungs. Zu spät! Ihre Reaktion erfolgte zu spät, sie konnte überhaupt nichts mehr an dem Geschehen ändern. In einer grauenhaften Tatenlosigkeit, in der Rolle einer Beobachterin gefangen, musste Usagi miterleben wie mehrere Kugeln Mamoru trafen und ihn in lebensbedrohlich verletzten. Sie selbst blieb währenddessen unverletzt. Voller Sorge beugte sie sich über ihn. Ihre gesamte Aufmerksamkeit lag auf seinem Gesicht. „Endymion? Kannst du mich hören?" Als nur ein unverständliches Stottern aus seinem Mund kam, packte es sie mit der Angst und Tränen begannen aus Augen zu fließen. Usagi drückte sich fest an sich und versprach: „Nein Endymion, du wirst hier nicht sterben! Glaube mir, du wirst das hier überleben!" Sobald sie sich von ihm löste, bemerkte sie, dass ihr weißes Kleid im Bereich ihres Oberkörpers blutrot gefärbt war. Schnell sah sie auf seine Brust hinunter und entdeckte, dass ihn die Geschosse im Bereich der Lungenflügeln und des Halses getroffen hatte. Mamorus Atmen wurde unregelmäßiger. Er brachte mit viel Mühe eine leise Stimme in einem krächzenden Ton hervor. „... Serenity ...?" Usagi richtete ihre geamtet Aufmerksamkeit wieder auf Mamoru. „Serenity ... Verzeih mir ... Bitte!" „Nein Endymion, du wirst hier nicht sterben! Du kannst hier nicht sterben! Du wirst mich hier nicht alleine lassen", beschwor sie ihm schluchzend. „... Ich weiß ... Ich liebe dich!" Der letzte angestrengte Atemzug entwich aus Mamoru. Usagi drückte sich wieder an ihn und schrie seinen leblosen Körper an. „Nein! Nein, du kannst nicht sterben! Bleib bei mir! Lebe!"
„Der Sicherheitsdienst hat hervorragende Arbeit geleistet", lobte Hinata Isard. „Und trotz dem, konnte der Sicherheitsdienst das Attentat nicht verhindern. – Es mag zwar sein, das wir es Geschafft haben alle zu evakuieren und den Täter festzuhalten, bis die Behörden ihn festnahmen. Ich würde es jedoch nicht als Erfolg sehen! Wir hatten verdammtes Glück das Sie den Mordanschlag unbeschadet überstanden hat." Hinata ignorierte das grummeln von Isard und fragte ihn stattdessen nach Kurais zustand. „Sie ist noch nicht erwacht, wenn es das ist nach dem Ihr fragst. Ihr habt aber im Moment wichtigere Angelegenheiten! Als Stellvertretender Chef solltet Ihr euch auf die mit den anstehenden Problemen befassen."
Ein zucken, bewegte Kurais Augenlieder, gefolgt von einem weiteren bevor sie ihre Augen öffnete. Als erstes bemerkte sie, das sie in einem Bett lag. Ebenfalls kam ihr der Raum wage bekannt vor. Eine laute männliche Stimme erklang und hallte fast schmerzhaft in ihren Ohren. „Wie ich sehe, sind Sie aufgewacht! Sie hatten verdammtes Glück, dass es nicht schlimmer ausging!" „Aufgewacht? Glück? Was ist denn vorgefallen", fragte sie irritiert, in einem fast noch von Schläfrigkeit betroffenen Zustand. Der Mann fokussierte seinen Blick auf sie und streckte eine Hand zum Nachttisch neben ihr aus. Dort griff er nach einem scheinbar aus Silber bestehenden Gegenstand mit schwarzen Verzierungen. „Ihr habt dem ersten Attentatsversuch auf euer Leben unbeschadet überstanden. Und das hier", hob er den Gegenstand hoch, der für sie wie eine Brosche erschien, „hat euer Leben gerettet." Er holte mit seinem Arm Schwung und warf ihr die Brosche zu. Kurai sah verständnislos auf den halbkugelförmigen Gegenstand hinunter. Dabei, bemerkte sie nicht wie der Mann den Raum verließ um ihr Zeit zu geben all dies zu verarbeiten. Die halbkugelförmige Brosche hatte eine silberne Grundfarbe. Vier schwarzen Dreiecken verliefen in einer X‑Form von den Rändern in einen mittleren Kreis, der aus einem goldenen Eichenlaubkranz bestand. In dem mittleren Kreis befand sich ein schwarzer Halbmond der mit seiner Öffnung nach rechts zeigend. Langsam strich sie über die Oberfläche und entdeckte eine Unebenheit die wie eine Delle wirkte. Wie ein Blitz Schoss die Erinnerung an die letzten Ereignisse und die Erkenntnis was sie in den Händen hielt. Mit einem wahnsinnigen schrei, warf sie die Brosche von sich. „Du elendes Stück Schrott, lass mich endlich in Ruhe! Ich werde diese verfluchten Worte nicht aussprechen! Ich werde dir nicht verfallen!" Während sie dies sagte, hielt sie ihre Hände über die Ohren als versuchte sie alle Geräusche auszuschließen. , Wie zu erwarten, gelang es ihr nicht. Die flüsternde Stimme, die nur sie hören konnte, sprach in einem leisen, verführerischen Ton immer wieder dieselben Worte. „... Macht der aufsteigenden Dunkelheit – erhebe mich! ..."
Es wurde ihr alles zu viel. Kurai drückte ihre Hände noch fester an die Ohren. Ein erstickender „Nein" laut entkam ihr dabei. „... Ma... ch... Macht der... Nein! Ich werde nicht dir nicht verfallen", schrie sie laut und sprang aus dem Bett auf die Brosche zu. Wutentbrannt packte sie die Brosche und schlug sie mehrmals gegen die nächst Wand. Mit einem lauten poltern, wurde die Zimmertür aufgerissen und der Mann von gerade eben stand in der Türschwelle. „Um Himmelswillen, was ist denn hier los?" „Ich ... Ich habe ... Ich habe versucht diesen verfluchten, von allen Geistern verlassenen Gegenstand zu zerschlagen", stotterte Kurai. „Wie ich feststellen kann, sind Sie momentan nicht in der Lage, nachvollziehbare Entscheidungen zu treffen!" „Was soll das heißen?" In ihrer Stimme war eine Gereiztheit bemerkbar, als sie dem Mann fragend antwortete. „Sie sind momentan unfähig eine vernünftige Entscheidung zu treffen. Deshalb ziehen Sie sich bis aufs weitere aus jeglichen Angelegenheiten der Antisailor Front zurück und überlassen dem inneren Kreis die Arbeit!" Entsetzt stieß sie ein, "Was", heraus. Schnell wich das Entsetzen der Wut und Kurai tat ihren Vermutungen kund. „Das könnt ihr nicht machen! Das ist ein Putsch um mich zu entmachten! Habe ich recht? Soll ich etwa zu eine Art Grüßaugust herabgestuft werden?" „Nicht im geringsten. Ihre Auszeit wird nur vorübergehend sein. Zumindest solange bis Sie wieder vernünftig geworden sind." Der Mann dreht sich um, um das Zimmer zu verlassen. Im letzten Moment, dreht er sich noch einmal um und bemerkte: „Am besten lassen Sie ihre Uniform hier und verlassen demnächst das Gebäude." In seinem Tonfall war zu erkennen, dass er keine Widerworte duldete. Ohne weiteres ließ er Kurai vor wutschäumend alleine.
Eine Stunden später traf sich, in einem der kleineren Beratungszimmer der Antisailor Front Zentrale der innere Kreis. Zu diesem zählten: Hinata Sato Stellvertretender Chef, Takashi Kobayashi Oberbefehlshaber der Antisailor Legion, Armand Isard Chef des Sicherheitsdienstes und für Innere Angelegenheiten, so wie Yoshihiro Kato Leiter der Finanzen.
„Ich danke Ihnen, dass Sie heute noch die Zeit gefunden haben, sich diesem Notfalltreffen anzuschließen", eröffnete Hinata das treffen. „Wie bereits bekannt, stehen wir momentan im Scheinwerferlicht der Behörden und der öffentlichen Medien, bezüglich der Mitgliedschaft der beiden Attentäter in unserer Bewegung. Herr Isard, was konnten Sie bisher über die Täter herausfinden? Und wie ist der Zustand unserer geehrten Chefin?" Isard nahm direkten blickkontakt mit Hinata auf. „Meinen Informationen nach stammten die Täter aus einer der kleinen Splittergruppen, die sich in Folge der Kirchenrede unserer Bewegung angeschlossen hatte. Wie alle wissen, wurde wegen dieser großen Anschlusswelle der Dienst für innere Angelegenheiten für Inspektion, Beobachtung und Integration dieser Gruppen ins Leben gerufen. Leider war und ist es uns bisher nicht möglich gewesen alle Gruppen zu überprüfen. Jedoch konnte vor kurzem in Erfahrung gebracht werden, dass die Täter aus einer radikalen Gruppengemeinschaft aus Gifu stammen. Weiteres konnten wir in dieser kurzen Zeit noch nicht in Erfahrung bringen. – Was ihre frage zum Zustand unserer Chefin angeht, kann ich sagen das Sie körperlich unversehrt ist. Leider ist Sie bis auf weiteres nicht in der Lage Ihr Amt erwartungsgemäß auszuführen." „Was meinen Sie damit, dass Sie Ihr Amt nicht erwartungsgemäß auszuführen kann?" „Aufgrund Ihres sehr emotionalen Zustandes, konnte ich feststellen, dass Sie in dieser heiklen Situationen ausschließlich irratonal gehandelt hätte. Ich konnte nicht zulassen, dass dies zum Verhängnis wird, deshalb habe ich eigenmächtig entschieden: Das unsere Chefin vorübergehend beurlaubt wurde." „Sie haben was", schlug Hinata empört auf den Tisch, an den die Teilnehmer saßen. „Es ist Inakzeptabel, das Sie solch eine Wichtige Entscheidung Eigenmächtig vollziehen." Takashi intervenierte zwischen beiden bevor es noch zu einem Eklat kommen konnte. „ Es ist zwar ärgerlich dass eine so wichtige Entscheidung von Herr Isard im Alleingang entschieden wird aber daran lässt sich nichts mehr ändern. Deshalb lassen wir dies auf sich beruhen. Viel wichtiger wäre nun, wegen den Ermittlungen gegen uns unternehmen." „Das ist doch klar", betonte Isard, „Wir lassen die Problematischen Punkte einfach verschwinden." Auf die Frage, wie das geschehen soll, hatte Isard eine einfache Antwort und erklärte wie er sich diese vorstellte. „Ich stimme Ihnen in dieser Hinsicht zu, Herr Isard. Sie haben meine Unterstützung für die Umsetzung Ihres Vorhabens", fügte Hinata hinzu. Ebenfalls stimmte Takashi zu und stellte klar, dass die Legion auch alles im Rahmen von Isards Vorhaben durchführen wird.
Kurai wanderte seit einer Stunde ziellos durch Tokyo. Sie war schon an vielen Straßen vorbeigekommen und überquerte endlich Plätze. Während ihrer Wanderung ist ihr klargeworden, dass sie vollkommen überreagiert hatte und somit gerechtfertigt, wegen Handlungsunfähigkeit beurlaubt wurde. Sie hatte sich eigentlich Vorgenomen nie einen Wutanfall zuhaben, sondern allseits eine gelassene, kühle Fassade zu wahren. Das „verfluchte Stück Edelmetall" hatte sie emotional aus dem Gleichgewicht gebracht. Irgendwie musste sie sich jedoch mit der Brosche, die sie momentan in der Manteltasche aufbewahrt abfinden. Aber wie sollte sie das machen? Eine Antwort darauf hatte sie nicht. Sich ihrer Umgebung nicht voll bewusst, durchquerte sie einen weiteren Platz und setzte sich auf die nächst gelegene Parkbank. Geschwind schaute sie sich um. Aus der Nähe konnte sie den Lärm des Straßenverkehrs hören. Es musste sich definitiv um eine größere, dicht befahrene Straße handeln. An den ihr am nächsten gelegenen Hochhäusern hingen bunte Werbetafeln. Bei einer der Werbetafeln, verschwand die Werbung und die Intro Melodie einer Nachrichtensendung war hörbar. Kurai stand von der Parkbank wieder auf, bewegte sich näher an das Hochhaus mit den Werbetafeln, damit sie auch jegliche Information mitbekommen konnte.
Als erstes erschien eine Übersicht der kommenden Themen im schnelldurchlauf. Das Bild veränderte sich und ein Nachrichtensprecher war zu sehen. „Ermittlungen an dem Attentat auf die Kronprinzessin des Mond Königreichs. Die Tokioter Polizei hat die Gründung einer Ermittlungskommission zur Aufklärung des Attentates bekannt gegeben. Nach aktuellen Informationen ist der Täter immer noch auf der Flucht. ..." „Scheiße ...", entwich es Kurai und machte sich schnell zur nächsten Straßenbahnhaltesstele auf. Nun war ihr Ziel, es schnellst möglich nach Hause zu schaffen. Es konnte und durften nicht weitere unvorhergesehene Hindernisse ihren Plan stören!
Mit Erreichen der von ihr und ihren Mittbewohnerinnen bewohnten Wohnung, musste sie nur noch die anderen finden. Diese Aufgabe erwies sich als relativ einfach, da sie einzig allein den Geräuschen der Trauer: Dem Schluchzen und Weinen das unweigerlich von Usagi stammen konnte folgen musste. Im Wohnzimmer eröffnete sich der Blick auf Usagi, immer noch in ihrem von blutgetränkten Kleid, die von ihren Freundinnen umgeben war. Alle kümmerten und trösteten sich so gut es ging um die von Trauer gezeichnete Kronprinzessin.
Nach der Beisetzung von Mamorus Urne, verweilte Usagi noch eine Weile an dem letzten Ruheplatz ihres Verlobten. Hinter ihr erschien Kurai und legte eine Hand auf ihre Schulter. Beide standen eine geraume Zeit in vollkommener stille vor dem Grab. „Ich hätte auf dich hören sollen", gestand Usagi ein. „Ich hätte damals nicht darauf bestehen dürfen Cabrios anstatt die von dir eingeplanten Fahrzeuge zu verwenden!" „Nein", entgegnete Kurai harsch und von sich selbst überrascht, dass sie die Schuld auf sich nehmen würde. „Ich hätte energischer darauf bestehen sollen, anstatt auf deine Wünsch ein zu gehen." „Rede doch kein Unsinn, Kurai. Du hast zwar meinen Wünschen nachgegeben aber es war meine Idee. Dadurch ist es auch meine Schuld dass so etwas Verehrendes geschehen konnte. Von nun an werde ich mehr auf dich hören, das so etwas nicht wieder geschieht." „Wenn es mir zusteht das zu fragen: Wieso hast du ihn nicht wiederbelebt? Ich hörte, dass es in deinem Möglichkeitsbereich liegt." „Ist schon gut. Kurai, weißt du, es stimmt zwar das ich die Fähigkeit habe Menschen wiederzubeleben. Aber dafür müsste ich den Silberkristall benutzen und der Preis für dies ist das Leben der Person die ihn benutzt." Usagi berührt Gedanken verloren mit einer Hand ihre Brosche.
