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Kapitel 7
Minako schlug die nächste Seite der Tageszeitung auf, die sie gerade auf der Couch sitzend las. „Das ist ja nicht zu glauben! Die Polizei konnte zwar diese Terroristen festnehmen aber immer noch keine Beweise für die Verdachtsfälle gegen die Antisailor Front finden." „Nicht so laut Minako! Usagi könnte dich hören, du weißt doch wie empfindlich sie bei diesem Thema ist", ermannte sie Makoto. „Ich weiß ... Ich weiß. Aber wir könnten doch etwas unternehmen, um sie auf andere Gedanken zu bringen." Makoto stimmte ihr zu: „Du hast ja recht, ich denke es ist nicht gut für sie, wenn sie die ganze Zeit hier verbringt." Beide überlegten was getan werden kann und verfielen in zwei verschiedene Denkerpositionen. Minako hatte als erstes einen Einfall und drückte dies mit einem Ton der Erkenntnis aus. „Wir könnten an den Strand gehen." Makoto schlug sich eine Hand gegen den Kopf. „Minako, wir haben Winter!" „Hast du einen besseren Vorschlag", entgegnete Minako. „Nein", antwortete sie geschlagen. „Ein anderes Thema: weißt du wo Ami steckt? Sie könnte uns bestimmt dabei behilflich sein." Etwas irritiert von der Frage, antwortete Minako nicht sofort. „Ich denke: Ami hängt wieder einmal mit Kurai ab. In letzter Zeit ist sie ihr immer nähergekommen. Ich kann dir aber leider nicht sagen, wieso das so ist."
„Kurai", fragte Ami, als sie Kurais Zimmer betrat. Etwas genervt legte Kurai das Buch „Der König in Gelb" weg, das sie bis gerade eben noch gelesen hat. „Was gibt es den, Ami?" Ich muss etwas sehr Wichtiges mit dir bereden." Schnell schloss sie die Tür hinter sich und fügte hinzu: „Unter vier Augen." Kurai seufzte und gab ihr ein Zeichen, das die Beredung beginnen könne. „Kurai, ich weiß das du bei denen Mitglied bist!" Kurai wurde leicht nervös. Sollte Ami herausgefunden haben, dass sie die Anführerin der Antisailor Front war, könnte dies zu ungeahnten Problemen führen. Trotz dessen, stellte sie sich dumm und tat so als wüsste sie nicht über was Ami sprach, denn es könnte sich auch schlicht und einfach um ein Missverständnis handeln. „Du musst es nicht leugnen. Es hat seine Zeit gebracht, bis ich herausfand, dass du mit diesen Fanatikern zusammenarbeitest. Aber ich weiß es nun!" Kurai wirkte nach außen hin gefast, während sie innerlich mit der Findung einer Lösung beschäftigt war, wie sie diese Krise bewältigen sollte. „Was hat mich verraten?" „Es war die Uniform, die du an dem Tag trugst, an dem du mich gerettet hast. – So sag mir, wieso arbeitest du mit solchen Leuten zusammen? Was haben wir dir angetan, damit du Mitglied in solch einer Gruppe bist;" fragte Ami während sie den Tränen nahe war. „Weist du, Ami", begann Kurai mit einer beruhigenden Tonlage;" Ursprünglich bin ich für einen gutenzweck beigetreten. Mit dem Erscheinen der Chefin, wurde die heutige Bewegung geboren und vieles veränderte sich aber die Tatsache bleibt, das wir immer noch Gutes tun." „Und das ist der einzige Grund, wieso du immer noch Mitglied bist?" „Natürlich nicht! Ich bin kein wichtiges Mitglied, aber kann immer noch als Informantin innerhalb der Bewegung agieren." Ami nickte verstehend und glaubte der Erklärung. „Ich verstehe. Es tut mir schrecklich leid, dass ich glaubte du würdest uns verraten!" „Ist schon gut", antwortete sie, „Sag es nur keinem! Setsuna misstraut mir, ich will nicht das sie noch misstrauischer wir als sie es schon ist." Ami bestätigte, dass sie es keinem weitersagen würde und verließ Kurais Zimmer wieder. Kurai griff erleichtert seufzend nach ihrem Buch. Sie hatte gerade eine Vertrauenskriese mit Lügen und Halbwahrheiten gelöst.
Immer noch saßen Minako und Makoto zusammen im Wohnzimmer. Beide berieten sich gemeinsam mit Ami, die gerade Kurais Zimmer verlassen hatte, wie sie Usagi auf andere Gedanken bringen können. Die bisherigen Ideen und Vorschläge konnten derweil keine zwei überzeugen. Endgültig setzte sich die Idee durch, dass eine Tapetenwechsel Usagi von ihrer Trauer ablenken würde. Ungeklärt blieb, wo hin sie vereisen sollten. Aber sie konnten sich darauf einigen, dass sie bis zum Neujahr dort sein würden. Des Weiteren waren sie bereit die anderen ebenfalls einzuweihen und dann gemeinsam mit allen anderen eine Entscheidung zu fällen, wohin die Reise gehen sollte.
Deshalb ließen Minako und Makoto Rei, Michiru, Haruka und Hotaru am nächsten Tag in der Wohnung der Inners antanzen. Einzigallein Setsuna und Kurai entschuldigten ihre Abwesenheit damit, dass sie untereinander etwas klären mussten.
„So, hat irgendwer eine Idee, wo die Reise hingehen soll", eröffnete Minako die Debatte. „Wir könnten eine Kreuzfahrt machen." Ami notierte den ersten Vorschlag von Rei kommend. „Wie wäre es mit Hokkaido?" „Kyoto?" „Hat Setsuna nicht in Kyoto ein Anwesen?" Stück für Stück sammelten sich mehr und mehr Idee. Selbst einen eigenen Vorschlag notierte Ami. Sobald der Fluss der Ideen versiegte, fragte Ami ob sie alle Notierten Punkte vorlesen könne. Verwundert fragte Rei: „Wo kommt denn Qingdao her? Wo liegt das?" „In China", antwortet Ami." Was sollen wir denn in China?" Weiterhin ratterte Ami die Punkte hinunter, aber keiner konnte ganz überzeugen. Endgültig setzte sich Kyoto durch. Keine dachte weiter, ob Setsuna möglicherweise die Nutzung ihres Anwesens nicht erlauben könnte.
Setsuna und Kurai saßen sich gegenwärtig am Esstisch im Haus der Outers gegenüber. Vor beiden stand ein Getränk, auf Setsunas Seite stand ein frisch zubereiteter Tee. Im Gegensatz dazu zierte Kurais Seite nur ein schlichtes Glass Wasser. „Kommen wir zur Sache! Weswegen hast du mich heute hier her eingeladen, Setsuna?" „Ich muss wissen: Hast du etwas davon gewusst?" „Wenn du dich auf das Attentat beziehst, hatte ich keine Ahnung, dass so etwas geschehen würde", antwortete Kurai mit ernster Miene. „Jedoch frage ich mich", fügte sie hinzu, „Hättest du das nicht mit deinen Kräften vorhersehen und verhindern können?" Seufzend gab Setsuna zu: „Leider ist das seit einiger Zeit nicht mehr Möglich. Die exponentiell zunehmende Vielfalt der potenziellen Entwicklungen verhindert, dass ich einen Blick in die Zukunft werfen kann. Aber das ist neben sächlich", augmentierte Setsuna. „Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus? Ich weiß, dass die Wiederherstellung des Mond Königreichs und der Aufbau einer Stadt auf dem Mond noch nicht alles ist. Ich weiß, dass mehr dahintersteckt!" Kurai schwieg einige Zeit und überlegte wie sie am besten auf die Frage antworten könnte. „Du hast vollkommen recht, das Mond Königreich ist nur eine Etappe auf dem langen Weg zu meinem Finalen Ziel." „Und dieses wäre?" „Die Verwirklichung des Traums aller Terranisten: Die Vereinigung dieses Himmelskörpers unter einem Banner!" Anstatt wie erwartet, kritisierte die „Zeit Hexe" sie kein Stück, sondern beschwichtigte mit ihren Worten. „Meinerseits sehe ich ebenfalls eine Vereinigte Welt unter der Herrschaft Ihrer Majestät vor."
Das ursprüngliche Gesprächsthema wich zügig zugunsten der Aktuellen Weltlage und ihrem allgemeinen Ärger über die anderen Sailor Kriegerinnen. Aus dem Gespräch ging unweigerlich hervor: Sailor Pluto oder Setsuna Meio wie sie sich Zivile nennt, ist eine überzeugte Absolutistin. Ihrem Glauben nach, sollte es ein uneingeschränktes Gottkönigtum geben. Die Gottkönigin wäre demnach ein unfehlbares Wessen, dessen Wort Gesetz ist. Kurai schauderte. Dieses Zukunftsbild ist für sie eine klerikale Dystopie, ganz im Gegensatz zu ihrem Bild eines säkularen Verfassungsstaates. Es war klar, dass alles getan werden musste, um diese Zukunft abzuwenden egal was es kosten mag. Die Kollision würde eintreten, es war nicht mehr zu verhindern, sie befanden sich bereits auf unabänderlichem Kurs aufeinander zu. Persönlich fragte sich Kurai wer schlussendlich als Siegerin hervorgehen würde. Jedoch vorübergehend, akzeptierte sie das fast schon freundschaftlich anmutende Verständnis, das sie gemeinsam im Laufe der Konversation geschaffen hatten.
Yusei schleppte eine schwäre Kiste in ein Gebäude das die Antisailor Front als Lager für ihren paramilitärischen Arm verwendete. Vor kurzem kontrollierte die Polizei in einer Razzia das Gebäude. Was sie dort fanden, war „Nichts"! Die Behörden fanden wie bei allen anderen Durchsuchungen nichts Belastbares. Wieso die Polizisten nie etwas fanden, lag daran das die Antisailor Legion mit Armand Isards Abteilungen Hand in Hand arbeiteten. Isards Abteilungen melden an die Legion, welche Einrichtung als nächstes von den „Uniformierten in Blau" besucht werden würde. Daraufhin lässt die Legion alles Belastbare verschwinden.
„Ich habe kein Bock mehr! Erst schleppen wir diesen scheiß raus und ein paar Tage später bringen wir ihn zurück", beschwerte sich Yusei. „Halt den Rand! Wir alle müssen diesen ‚Scheiß' schleppen." Yusei Kameradin Misaki schimpfte mit ihm, wegen seines Jammerns. „Yusei, du bist nicht der einzige, der keinen Bock mehr hat diese Kisten herumzutragen. Aber dies ist für die Front und unsere Chefin! – Oder willst du, dass wegen ‚Dem' hier", sie meinte damit die Kisten, „Unsere geliebte Front nicht mehr ist?" „Natürlich nicht!" „Dann sei still und führ deine Anweisungen aus. Es ist für einen höheren Zweck – Es ist für den Antisailorismus!" „Ist schon gut, Misaki", versuchte Yusei seine Kameradin von ihrem Ehrfurchtstrip wieder herunter zu holen. Leise flüstert er ihr dann eine Frage zu, die ihn schon eine Weile beschäftigt. „Was denkst du, woher weiß der alte Isard immer die Orte an dem die ‚Bullen' ihre Nase reinstecken?" „Woher soll ich das Wissen? Ich kann doch auch nur vermuten ...", zischte sie zurück, „…, dass er eine Ratte in der Ermittlungskommission sitzen hat."
Die Ränder der aktuellen Tageszeitung wurden von der Leserin fest zusammengedrückt. Eine unglaubliche Nachricht stand auf der Titelseite. In Großbuchstaben stand dort: „Jimintō‑Spendenaffäre" Ganz klein unter der Schlagzeile, wurde die Einstellung der Ermittlungen gegen die Antisailor Front angekündigt. Für die meisten wäre die Schlagzeile allein interessant aber für die Leserin war der kleine Artikel über die Ermittlungen viel interessanter. „Na endlich! Ein besseres Neujahrsgeschenk kann es nicht geben!" Die Leserin legte die Zeitung auf den kleinen Tisch, der direkt an der lehne zu der Couch stand, auf der sie saß. Sie stand gemächlich von der Couch auf und verließ die Wohnung. Ein weiter Flur erstreckte sich jenseits der Wohnungstür, übergehend in eine Hall, von dessen rändern zwei geschwungenen Treppen die diversen Stockwerke miteinander verband. Das Gebäude selbst, war ein imposantes Herrenhaus im europäischen style.
Gemütlich machte sie sich auf das Esszimmer im Erdgeschoß zu erreichen. Der Weg dorthin war von einigen Luftschlangengirlanden und Luftballons geschmückt. Vor einer massiven Doppeltür hielt sie inne und öffnete diese. Dahinter saßen bereits alle anderen am Tisch und warteten auf ihr erscheinen. „Es ist schön, dass du uns endlich beehrst." Die Stichelei überhörend, setzte sie sich an den letzten Ferienplatz am Tisch. Nach dem Gnadenspruch, mit dem sie ihren Dank für diese Mahlzeit ausgesprochen hatten, bedienten sich alle am vorzüglichen Frühstück. „Und Kurai", fragte Usagi mit halbvollem Mund, „Wie hast du bisher Neujahr gefeiert?" „Natürlich in der Heimat! Da haben wir uns dann mit der Familie getroffen. Und besonders wichtig", betonte sie, „War das Feuerwerk." Einige schauten verdutz zu ihr hinüber. „Was Feuerwerk? Ich dachte das Neujahr wird still und leise empfangen!" „Vielleicht ist das hier so. Aber nicht dort, von wo meine Eltern stammten." So manche erinnerte sich plötzlich was Kurai meinte. „Ach – stimmt ja! Deine Eltern sind aus Europa eingewandert." Neugierig fragte Makoto: „Was macht das Neujahr feiern dort so anders von hier?" Freudig erklärte Kurai die Unterschiede zwischen der japanischen Art Neujahr zu feiern und der, die sie von ihren Eltern kennengelernt hatte. Besonders wichtig sei ihr das Schießen. „Ohne Feuerwerk ist Silvester kein Silvester!" Sie drückte aber auch ihr Bedauern aus, nicht im Heimatland ihrer Ahnen zu sein. Fest nahm sie sich vor dies im kommenden Jahr zu nachzuholen.
Kurz vor Mitternacht stand Kurai allein auf einem Balkon des Herrenhauses mit Blick auf die prächtige Stadt Kyoto. Die anderen zogen hinaus zur Stadt, um einen Tempel zu besuchen. Kurai war allein, mit Ausnahme von Setsuna im Herrenhaus geblieben. Ein Stern klarer Himmel offenbarte sich vor ihr. Keine bunten Lichter erhellten das dunkle Himmelsfirmament, keine Explosionsgeräusche erklangen, keine Rauchschwaden verdeckten den Himmel. Etwas fehlte ihr. Hinter Kurai näherte sich jemand. Die Balkontür wurde geöffnet und eine Person schritt auf sie zu. Es war Setsuna, die einen olivgrünen Kimono trug. Eine Flasche Sekt und ein Sektglas ruhte in ihren Händen. „Komm wir trinken ein Glas zusammen, Kurai?" „Nein danke ich trinke nicht!" Enttäuscht schnalzte Setsuna mit der Zunge und schenkte sich ein Glas ein. „Na – schön, kommst du zumindest rein? Du kannst auch etwas anderes haben!" „Meinet wegen, ich komme rein." Kurai strich aus dem schwarzen Kimono, denn sie trug einige Falten heraus bevor sie Setsuna herein folgte. Im Wohnzimmer saß Sentsuna bereits auf der Couch. Der Fernseher ihr gegenüber übertrug das Neujahrsprogramm „Kouhaku uta gassen". Beide hielten nun ein Sektglas in der Hand. In Kurais Glas befand sich ausschließlich nur Saft. Während in Setsunas Glas ein von ihr über die Jahrtausende aufgehobener Sekt aus dem ersten Mond Königreich hin und her schwappte. Zusammen sahen sie Fern, als der kleine Countdown in der Bildschirmecke in der Mitte des Bildschirms verschoben wurde, um die letzten zehn Sekunden herunter zu zählen. „Zehn ..., neun ..., acht ..., sieben ..., sechs ... fünf ..., vier ..., drei ..., zwei ..., eins!" Gemeinsam stießen sie auf das Neujahr an.
Später desselben Tages, wachte Setsuna verkatert auf. Sie hatte unweigerlich zu viel von dem edlen und altehrwürdigen Sekt zu sich Genomen. Ein Getränk dieses Alters, aus der Blütezeit des Mond Königreichs, konnte nur mir längst vergangenen Standards bewertet werden. Ein Vergleich mit Getränken der Gegenwart war nicht möglich. In jedem Versuch würde der billige Fusel, den die Menschen heutzutage herstellen keine Konkurrenz zum Alkohol des „Silberjahrtausends" sein. Sehnsüchtig erinnerte sie sich an die alte – die „Gute" alte Zeit. Das „Silberjahrtausend" war wahrlich eine Blütezeit für das Mond Königreich, besonders während der Herrschaft von Königin Serenity war die Selbstbezeichnung „Silberjahrtausends" für das Mond Königreich gerechtfertigt. Für Setsuna gab es keine Zweifel: „Das Silberjahrtausend war wahrlich der Höhepunkt der Zivilisation im ganzen Universum." Plötzlich schlich sich ein unangenehmes Gefühl in Setsunas Magen. Es wirkte fast wie eine Vorahnung oder eine Wahrung, dass dieses Jahr nur mehr Unglück und Chaos bringen würde. Die Welt selbst zerbreche, in einem nicht verhinderbarem Flächenbrand aufflammen würde. In Guter Dinge nahm sie an das sie sich das nur einbildete und ihr Magen nur auf ihren Rausch vom frühen Morgen reagiert. Bald schon würde das Gesamte Sailor Team in ihr unbewohntes Herrenhaus in Tokyo ziehen.
